| Kommentar | Also, zwischen meinem "klingt deutlich mehr nach Ä als nach A" und "you said /æ/ and /ɛ/ were the same" sehe ich doch noch einen ziemlichen Unterschied.
Die Sache mit dem "Irrglauben", Ä und E würden gleich ausgesprochen, habe ich wohl etwas übereifrig formuliert. Das hast Du missverstanden, mein Fehler! Gemeint habe ich, dass die Lautschrift "kätt" für mich eine andere Aussprache nahelegt als "kett". Wenn ich "kätt" sage, ist der Laut viel offener und näher am A als bei "kett". Deshalb finde ich, dass das Ä für Deutsche(!) eine akzeptable Lautwertangabe darstellt, und das war mit "gar nicht so falsch" gemeint. Dass das dem englischen Lautsystem nicht wirklich gerecht werden kann, versteht sich von selbst, stellt aber m.E. immer noch die beste Krücke dar für diejeingien, die mit diesem Lautsystem nicht vertraut sind.
Die verschiedenen Lautqualitäten des Englischen im (O)-A-E-(I)-Bereich hast du selbst aufgezählt: court, curt, cot, cut, cart, cat, cared, kite, Kate, kettle und sicher gibt es noch ein paar mehr feine Nuancen.
Für Euch liegen diese Laute alle meilenweit auseinander. Will man das aber jemandem beibringen, der mit dem deutschen Lautsystem aufgewachsen ist, muss man das, so gut es eben geht, durch "angenäherte" deutsche Laute wiedergeben. Und da gibt es einfach viel weniger als man eigentlich unterscheiden müsste. Deine 20 deutschen Vokale aus #113 sind m.E. viel zu hoch gegriffen, denn sie unterscheiden sich oft nur durch die Aussprachelänge (matt - Fahne, Wäsche - zählen, Oase - oben, etc.).
Insbesondere gibt es für Deutsche zwischen A und E nur das Ä. Alles, was vom A auch nur um die feinste Nuance in Richtung E abweicht, wird schon als Ä gehört, und der Ä-Bereich endet erst unmittelbar vor dem E. Das heißt: der Deutsche hört "kätt". Dann sagt er auch "kätt", allerdings mit einem Ä, wie er es normalerweise ausspricht, nämlich viel weiter in Richtung E. Und das klingt dann für englische Ohren offenbar so falsch, dass es immer wieder Diskussionen wie diese auslöst.
Würde man deutschen Schülern nun beibringen, "katt" zu sagen, obwohl sie "kätt" hören, wäre das auch nicht zielführend. Dann würden sie nämlich den Laut über die gefühlte A-Ä-Grenze zum A verschieben und damit bei demselben Laut landen, den sie mangels besserer Alternativen schon für das Wort "cut" verwenden.
Das Problem liegt einfach darin, dass für Deutsche alle Lautwerte zwischen A und E gleichwertig sind. Das heißt nicht, dass man keine Unterschiede hört, sie sind nur ohne Bedeutung. Ebenso sind für Englischsprachler alle Laute zwischen U und Ü gleichwertig.
So, nun habe ich wirklich genug zu dem Thema gesagt. |
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