•  
  • Betrifft

    redeeinleitende Verben

    Kommentar
    Hallo Germanisten,

    ich hätte gern mal eure Meinung zu der - in meinen Augen – Unsitte, die v. a. unter Sportjournalisten um sich greift, jedes beliebige Verb als redeeinleitendes/ redeerwähnendes Verb zu nutzen.

    Verben, die im pragmatischen Sinne eine Aussage implizieren erscheinen mir ja noch akzeptabel:

    "Wir haben als Mannschaft dazugelernt und ich als Einzelspieler natürlich auch" blickt der Brasilianer zurück. (Aachener Nachrichten, 20.8.10)

    Andere Formulierungen finde ich sehr grenzwertig:

    "Die Nürnberger haben einfach mehr Energie hineingesteckt", stand Michael Bradley nicht der Sinn nach unnötiger Komplizierung. (AN 23.8.10)

    "Ich hätte das Ding lieber auf dem Platz für mich entschieden", strahlt der 22-jährige die Zuversicht aus, die sein Trainer von ihm […] erwartet. (AN, 20.8.10)

    Nun habe ich sogar diesen Stil gehäuft in einem historischen Roman gefunden:

    "Legt das alles in dieses Kästchen und vergrabt es mit den Lämpchen im Hof", blies sie die Öllampen aus […].

    oder

    "Macht euch keine Sorgen", griff Hatto nach meinem Arm.

    Sprachwandel oder Babarismus?
    VerfasserConfused23 Aug. 10, 14:30
    Kommentar
    IMO schlichtweg Unfug.
    #1Verfassermajordomus23 Aug. 10, 14:33
    Kommentar
    Sorry, Barbarismus, natürlich.
    #2VerfasserConfused23 Aug. 10, 14:37
    Kommentar
    *grins* Dein "redeeinleitend" habe ich jetzt auch dreimal lesen müssen. Redee, wer ist das?

    Mir kommt das ein bisschen grundschulhaft vor, sind wir nicht alle darauf gedrillt worden, nicht immer nur "sagte" zu schreiben?
    Außerdem ist es eine praktische Verkürzung, und Journalisten leiden ja des öfteren unter Platzmangel.

    Aber die letzten beiden Beispiele sind so ungewöhnlich, dass sie schon sprachkünstlerische Qualitäten haben. Schriftsteller dürfen das, klingt doch auch ganz interessant - welcher historische Roman wäre denn das?
    #3Verfassertigger23 Aug. 10, 14:42
    Kommentar
    Ach ja, natürlich - "Kunst" ... sorry, ich verwechsle das immer!
    #4Verfassermajordomus23 Aug. 10, 14:44
    Kommentar
    Da hat man nun den Kindern jahrelang jeden Wiederholungsfehler rot angestrichen, damit sie nicht immer "sagen" sagen, und nun ist das auch verkehrt. ;-) Ja, ich glaube, das könnte ein Grund für diese Barbarei sein.
    #5VerfasserYla23 Aug. 10, 14:44
    Kommentar
    Tja, da wird wohl einfach ein

    "Mit dem Satz" oder "Mit der Aussage" am Anfang der Sätze weggelassen.

    Das ist dann wohl journalistische Verkürzung.

    Bei den beiden letzten Beispielen ist wohl ein "sagend" weggelasen worden.
    #6VerfasserxMx (559255) 23 Aug. 10, 14:44
    Kommentar
    Grauenhaft *mich schüttel*

    Welcher Roman war das und aus welchem Verlag kam der? An den Verlag werde ich dann wohl nie ein Manuskript senden, wenn dessen Lektoratsabteilung so etwas durchgehen lässt ...
    #7VerfasserAmbra87 (417300) 23 Aug. 10, 14:47
    Kommentar
    Grauenhaft! Ich habe diese sprachliche Unsitte leider auch schon oft gelesen und hoffe inständig, dass sie nicht wie ein Virus um sich greift!

    Und es gibt genügend Worte in unserem Sprachschatz, um z.B. 'sagen' zu umschreiben. Das kann also keine Ausrede dafür sein.
    #8VerfasserFragezeichen (240970) 23 Aug. 10, 14:53
    Kommentar
    Ich hoffe, das ist jetzt wenigstens irgendein Literaturnobel- oder Büchnerpreisträger. Echt, Leute, bisschen Sprachspielerei muss sein (wenn auch nicht zwingend bei Journalisten).
    #9Verfassertigger (236106) 23 Aug. 10, 14:53
    Kommentar
    Da kann ich mich nur anschließen. Das ist der Kreativität denn doch ein wenig zu viel.

    Andererseits hat das Forum mit solchen Einleitungsverben schon viel Spaß gehabt. ;-)
    #10Verfasserlyri (236943) 23 Aug. 10, 14:55
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
  • Pinyin
     
  • Tastatur
     
  • Sonderzeichen
     
  • Lautschrift
     
 
 
:-) automatisch zu 🙂 umgewandelt