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    Sprachlabor

    Warme Semmeln und geschnitten Brot

    Betrifft

    Warme Semmeln und geschnitten Brot

    Kommentar
    Hallo ihr,

    in den österreichischen Fernsehnachrichten wurde neulich behauptet, dass "sich verkaufen wie geschnitten Brot" der bundesdeutsche Ausdruck für das sei, was man in Österreich mit "weggehen wie warme Semmeln" ausdrückt. Ich als Ruhrgebietler mit west- und ostpreußischen Vorfahren kenne aber auch nur den Ausdruck "das geht weg wie warme Semmeln" (auch wenn ich zu Semmeln immer "Brötchen" sage), während ich nie davon rede, dass sich etwas "wie geschnitten(es) Brot" verkauft. Wie sieht es bei euch aus? Hat der ORF vielleicht recht und ich bin nur eine untypische Ausnahme? Oder seht ihr es auch so, dass die "warmen Semmeln" auch in Deutschland weit verbreitet sind?

    Gruß JanZ
    VerfasserJanZ08 Sep. 10, 15:15
    Kommentar
    Aus Südhessen sind mir auch nur die Semmeln (bei uns "Weck" genannt) bekannt. Von geschnittenem Brot habe ich in diesem Zusammenhang noch nie gehört...
    #1Verfasser Wort K os (715264) 08 Sep. 10, 15:20
    Kommentar
    Bei uns zuhause geht etwas weg wie warme Semmeln, obwohl man dort niemals Semmeln kaufen würde. In der Familie meines Mannes verkauft sich etwas wie geschnitten Brot, und beide Familien sind aus Nachbarorten im tiefen Westdeutschland, wo der lokale Zungenschlag nicht sehr stark ausgeprägt ist. Die warmen Semmeln haben also den Sprung über den Weißwurstäquator geschafft.
    #2Verfasserhilfesuch08 Sep. 10, 15:20
    Kommentar
    ... ich sehe da eine Verschiebung von den althergebrachten warmen Semmeln zu frisch geschnittenem Brot . . . ;-)
    #3VerfasserDaddy . . . (533448) 08 Sep. 10, 15:20
    Kommentar
    Ich kenne die "warmen Semmeln" und das "geschnitten Brot". Letzteres allerdings nur passiv; benutze selbst immer die "warmen Semmeln". Habe deutsch südlich der Mainlinie gelernt, aber fast Zweidrittel meines Lebens nördlich davon gelebt.
    #4VerfasserUL08 Sep. 10, 15:22
    Kommentar
    Aber Daddy, es ist doch nicht frisch geschnittenes Brot, sondern ganz speziell "frisch geschnitten(!) Brot". Ich glaube nicht, dass das Gesundheitsbewusstsein die Semmeln verdrängt, ich glaube eher, die sind nordwärts gewandert.
    #5Verfasserhilfesuch08 Sep. 10, 15:23
    Kommentar
    ... ich wollte auch nur den (nicht mehr so warmen) Semmeln ein (frisches) Gegengewicht gegenüberstellen . . . ;-))
    #6VerfasserDaddy . . . (533448) 08 Sep. 10, 15:25
    Kommentar
    could it be that someone took and corrupted the AE saying "it's the best thing since sliced bread"?
    #7Verfasser dude (253248) 08 Sep. 10, 15:27
    Kommentar
    Kenne beides, halte aber auch die warmen Semmeln für gängiger.
    Interessanterweise kenne ich sie auch als Semmeln, obwohl ich nicht aus einer Semmelgegend stamme.
    OT: Man sagt bei uns aber auch z.B. semmelblond.
    #8VerfasserFHEC4A08 Sep. 10, 15:29
    Kommentar
    Nein, dude, das ist definitiv nicht so. Die Familie meines Mannes steht nicht im Verdacht, in irgendeiner Weise der englischen Sprache ausgesetzt gewesen zu sein. Die haben selbst nach WW2 nur eine Handvoll englischer Soldaten aus der Ferne gesehen, und selbst die Eltern (Kaufleute) berichten, etwas habe sich verkauft "wie geschnitten Brot". Das geschnittene Brot dürfte aber irgendwann einmal beiderseits des großen Teiches eine begehrte Neuerung gewesen sein.
    #9Verfasserhilfesuch08 Sep. 10, 15:31
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    In meiner Umgebung (Hessen) ist der Ausdruck "es geht weg (oder es verkauft sich), wie geschnitten Brot" sehr gebräuchlich.
    #10VerfasserKaNu08 Sep. 10, 16:05
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    Was für eine seltsame Form des Adjektivs ist dieses "geschnitten"?
    So heißt es ja auch: "Das verkaufte sich so schwer wie sauer Bier!"
    #11Verfasser Reinhard W. (237443) 08 Sep. 10, 16:58
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    Ich (als Münchnerin) kenne auch beide Formulierungen, empfinde beide als richtig, würde aber automatisch immer 'die warmen Semmeln' dem 'geschnitten Brot' vorziehen.

    (Nur bei der Redewendung. ;))
    #12Verfasser Fragezeichen (240970) 08 Sep. 10, 17:13
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    Dürfte sich um eine alte starke Beugung handeln, Reinhard W.
    #13Verfassertigger08 Sep. 10, 17:37
    Kommentar
    Meldung von unteren Niederrhein: Ich kenne die Semmel-Variante, würde aber aktiv nur das "geschnitten Brot" verwenden.
    #14VerfasserHenk L. (244857) 08 Sep. 10, 17:41
    Kommentar
    *aufzeig* aus Nordbayern: Ich kenne beides, aber mir ist aus meiner Gegend die Semmel-Variante geläufiger (und zum Frühstück ziehe ich sie auch vor! ;))
    #15Verfasserminima (507790) 08 Sep. 10, 17:46
    Kommentar
    Kannte bis heute Nachmittag nur die "warmen Semmeln" (Niedersachsen)! Dann war in der Glotze ein Historiker, der über Schlager sprach, die weggingen wie "geschnitten Brot". Und jetzt dieser Faden. Es gibt merkwürdige Zufälle :-).
    #16VerfasserIngeborg08 Sep. 10, 18:04
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    In Berlin habe ich zuerst "jeht weg wie warme Semmeln" kennengelernt (irgendwann 80er Jahre), obwohl der Berliner die Brötchen eigentlich als "Schrippen" bezeichnet. Allerdings wurden doppelte Brötchen häufig als "Semmeln" klassifiziert, und der Begriff dürfte auch durch "Semmelmehl" u.ä. nicht unbekannt gewesen sein.
    Erst später ist mir der Begriff "verkauft sich wie geschnitten Brot" begegnet, und auch nie in Berliner Mundart.
    Daher vermute ich, daß beide Wendungen hier importiert wurden, die "Semmeln" früher, das "Brot" später.
    #17VerfasserNico09 Sep. 10, 11:19
     
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