• Special characters
     
  • Lautschrift
     
 
leo-ende
Advertisement
Topic

Englisch sprechen üben

17 replies   
Comment
Hallo liebe erfahrene Englischlehrende,

ich habe seit ein paar Wochen eine elfjährige Nachhilfeschülerin und ab nächster Woche noch eine siebzehnjährige. Bei beiden ist das Sprechen die Schwierigkeit.
Da ich mit der jüngeren auch Grammatik übe, kommt das Sprechen eher so nebenbei. Ich frage sie am Anfang der Stunde immer nach ihrem Wochenende und versuche mich so einfach ein bißchen mit ihr auf Englisch zu unterhalten. Auch sonst versuche ich möglichst die ganze Stunde nur Englisch mit ihr zu reden. Das klappt ganz gut. Trotzdem bin ich noch auf der Suche nach auflockernden Spielen oder ähnlichem, die das Sprechen fördern. So richtig fündig bin ich aber noch nicht geworden. Außer "Wer bin ich?" fällt mir da gerade nicht so viel ein. Habt ihr Ideen?

Bei der älteren wird es noch ein bißchen kniffliger. Sie will vor allem das Sprechen üben, da sie in den anderen Bereichen der Sprache einigermaßen fit ist (nach eigener Aussage). Nun habe ich mir überlegt vielleicht jede Woche ein bestimmtes Thema vorzubereiten (oder vorbereiten zu lassen) und dann darüber zu diskutieren. Das kann aber auch langweilig werden und ich würde da gern etwas strukturierter vorgehen. Kennt jemand gute kostenlose Materialien im Netz, um zum Beispiel Standardfloskeln zu trainieren? Oder Dialoge, die man mit verteilten Rollen lesen könnte, falls sowas überhaupt Sinn macht?

Was habt ihr für Erfahrungen mit diesem Bereich des Sprachenlernens und -lehrens gemacht? Ich finde das wirklich eine Herausforderung, da es mir selber komischerweise nie sonderbar schwer fiel.

Vielen lieben Dank für Eure Anregungen.

PS: Ja, ich habe bereits im Forum gesucht und ausgiebig im Netz recherchiert, würde mich aber sehr über persönliche Erfahrungsberichte freuen.
AuthorZora [de] (593998) 14 Sep 10, 21:15
Comment
Spontaner Gedanke: Die ältere könnte einen kurzen Text in einem Buch (oder Zeitschrift oder Songtext oder...), das ihr gefällt, aussuchen, dir vorlesen, und anschließend kann man darüber reden.

Bringt wahrscheinlich eher wenig, wenn es darum geht, Floskeln und Phrasen zu üben, könnte aber vielleicht eine schöne Abwechslung sein. :-)
#1AuthorIgelin14 Sep 10, 21:23
Comment
Gute Idee, lautes Vorlesen kann bestimmt auch sicherer machen, da man sich an den Klang der eigenen Stimme in der Fremdsprache gewöhnt und Aussprache übt.
#2AuthorZora [de] (593998) 14 Sep 10, 21:36
Comment
Bei mir hat es in dem Alter (so ab 10 Jahren) angefangen, dass ich englische Songtexte unbedingt verstehen wollte. Zu der Zeit hatte ich noch gar keinen Englischunterricht in der Schule, hab mir aber mit Wörterbuch und eine-englischlernende-Tante-mit-Fragen-löchern selbst viel beigebracht. Allerdings waren es damals hauptsächlich Liedermacher / Singer/Songwriter, die es mir angetan hatten und da gaben die Texte auch einiges her.

Du könntest deine Schüler mal fragen, ob sie Interesse haben, einen Songtext einer englischsprachigen Band zu diskutieren?


edit: Huch, Igelin hatte ja auch schon einen Songtext vorgeschlagen! Sorry Igelin, hatte ich überlesen!
#3Authorminima (507790) 14 Sep 10, 22:50
Comment
Mit den Songtexten ist das so eine Sache. Da musst Du im Vorfeld wissen, welchen Text Du denn besprechen willst, sonst stolperst Du in die Falle. Zu viel dichterische Freiheit, damit sich Texte reimen und die Silbenanzahl pro Zeile passt, gepaart mit gangsta-rap jive.

Sicher macht es Spass, aber sei auf der Hut, wenn Deine Schueler die Texte vorschlagen bzw aussuchen und Du nicht weisst, was da auf Dich zukommt. Es soll doch en passant auch der Wortschatz und die Grammatik erweitert werden, oder nicht?

Ich selbst wuerde durchaus Leseuebungen vorschlagen, bei denen das besprochene Thema ja nicht per se langweilig sein muss. Artikel ueber den Lieblingsstarsportlersaengeridolblabla zB koennen ja auch aus "ernsthaften" Quellen kommen. Oder es gibt ein anderes Thema, das Deine Schueler brennend interessiert. Kochrezepte? Romane?

#4AuthorRex (236185) 15 Sep 10, 00:25
Comment
You did not say whether both students will be together, but either way, role play of everyday situations - yeah I know, old hat, but effective:
Shopping, buying train tickets, making a complaint, leaving a phone message, trying to convince somebody to vote for you, explain how to get from A to B, organise a party...

If they are both present, let them make up a (horror/crime/phantasy) story with alternating sentences or give them a set of , say, ten words which they have to make into a story. Or give them objects to describe to each other.

If their talking skills are up to it, play "Just a minute". If you don't know the game, here's a link http://en.wikipedia.org/wiki/Just_a_Minute

Let them do a "Dragon's Den" presentation for their own invention/business idea

For homework, ask them to think about daily chores in English (I'm trying to reach the upper shelf to get to a tin of beans...). this will make them "translate" less and "think" more in English. Or keep a diary in English and read the entry aloud.

Generally speaking, you'll have to do some groundwork to see what makes them tick (fashion/music is usually quite safe; things they are passionate about). As long as you get them talking, that's half the battle.
#5Authorlaalaa (238508) 15 Sep 10, 00:31
Comment
Vielen Dank schon mal für die Ideen, das gibt erstmal etwas Futter. Mit den Interessen ist das so eine Sache. Die Kleine liest zwar gerne, aber hat sonst noch keine richtigen Leidenschaften. Ist in dem Alter aber vielleicht auch normal. Ich brauchte einiges Fragegeschick letzte Woche, um ihr wenigstens den Namen einer Sängerin, die sie mag, aus der Nase zu ziehen, weil ich das mit dem Songtext heute machen wollte, und auch getan habe. Ich habe das aber als Übung für's Hörverstehen benutzt und es war ein Erfolg, fand ich.

Das Spiel Just a Minute klingt sehr gut. Genau das was ich suchte. Man muss es ja nicht nach den Regeln spielen, sondern einfach nur eine Minute am Stück reden lassen, egal was dabei rauskommt. Das bringt mich jetzt auf die Idee bei diesen Radio 4 Spielshows weiterzukramen, ob man da noch etwas brauchbares findet.

Ich unterrichte die beiden übrigens nicht zusammen.
#6AuthorZora [de] (593998) 15 Sep 10, 00:54
Comment
Rex, nein: Mit Songtexten ist es nicht "so eine Sache".

Zum einem ist eine 17jährige durchaus in der Lage, übelsten Slang (oder Platt oder Gangsta oder...) von kulturell angemessener Sprache zu unterscheiden.
Jugendliche mögen (wie viele ältere Leute auch) "Dialekt", "Platt" und "Slang" in eine Schublade werfen. Aber doch nur, weil niemand ihnen die Bedeutung der Begriffe erklärt hat (dir etwa? Mir nicht!).
Erklär's ihnen, dann kapieren sie es auch. So blöd sind die Kiddies heute auch wieder nicht.

Zum anderen: Ich unterstelle Zora tatsächlich, geistig fit genug zu sein, um:
1. eine Gangsta-Rap-"Falle" zu erkennen, und
2. die notwendigen Grenzen abzustecken.
 
Heißt: Einmal Gangsta-Rap mag als "netter Versuch" durchgelassen werden (wenn ich auch nicht glaube, dass eine 17-jährige so kindisch ist, ihrem Nachhilfelehrer so dermaßen blöd zu kommen).
Danach ist aber Schluss. Wenn nicht: Stures Pauken. Oder: "Such dir einen anderen Nachhilfelehrer."

So viel Autorität muss ein Nachhilfelehrer haben.
Und hat er auch gewöhnlich, allein schon, weil er ganz offiziell NachhilfeLEHRER ist. Unterschätz das nicht.

Und nicht zuletzt: Ich bezog mich wirklich auf das SPRECH-Training.
Wenn ich die Frage nicht total missverstanden habe, geht es da nicht um das Besprechen oder Analysieren eines Textes, sondern erst mal darum, Hemmungen abzulegen. Und da ist ein Thema, das den Schüler interessiert, ganz sicher besser geeignet als ein fader Blablabla-Text.
Beides im Wechsel erscheint mir sinnvoll.
#7AuthorIgelin DE (467049) 15 Sep 10, 01:12
Comment
Rex, nein: Mit Songtexten ist es nicht "so eine Sache".

Zum einem ist eine 17jährige durchaus in der Lage, übelsten Slang (oder Platt oder Gangsta oder...) von kulturell angemessener Sprache zu unterscheiden.
Jugendliche mögen (wie viele ältere Leute auch) "Dialekt", "Platt" und "Slang" in eine Schublade werfen. Aber doch nur, weil niemand ihnen die Bedeutung der Begriffe erklärt hat (dir etwa? Mir nicht!).
Erklär's ihnen, dann kapieren sie es auch. So blöd sind die Kiddies heute auch wieder nicht.

Zum anderen: Ich unterstelle Zora tatsächlich, geistig fit genug zu sein, um:
1. eine Gangsta-Rap-"Falle" zu erkennen, und
2. die notwendigen Grenzen abzustecken.
 
Heißt: Einmal Gangsta-Rap mag als "netter Versuch" durchgelassen werden (wenn ich auch nicht glaube, dass eine 17-jährige so kindisch ist, ihrem Nachhilfelehrer so dermaßen blöd zu kommen).
Danach ist aber Schluss. Wenn nicht: Stures Pauken. Oder: "Such dir einen anderen Nachhilfelehrer."

So viel Autorität muss ein Nachhilfelehrer haben.
Und hat er auch gewöhnlich, allein schon, weil er ganz offiziell NachhilfeLEHRER ist. Unterschätz das nicht.

Und nicht zuletzt: Ich bezog mich wirklich auf das SPRECH-Training.
Wenn ich die Frage nicht total missverstanden habe, geht es da nicht um das Besprechen oder Analysieren eines Textes, sondern erst mal darum, Hemmungen abzulegen. Und da ist ein Thema, das den Schüler interessiert, ganz sicher besser geeignet als ein fader Blablabla-Text.
Beides im Wechsel erscheint mir sinnvoll.
#8AuthorIgelin DE (467049) 15 Sep 10, 01:16
Comment
Sorry, der Löwe hat Schluckauf.

#9AuthorIgelin DE (467049) 15 Sep 10, 01:19
Comment
Igelin,
Mit der Sache/Falle meinte ich die aus Sicht des Lehrers unvorbereitete Auseinandersetzung mit einem Text, den der Schueler aus dem Hut zaubert, ohne dass der Lehrer zuvor die Moeglichkeit hatte, sich den Text anzusehen und fragliches Vokabular vorab zu checken. Ich denke da in Richtung Zeitaufwand, wohlbemerkt waehrend der bezahlten Unterrichtseinheit, und einem moeglichem Kompetenzverlust.

#10AuthorRex (236185) 15 Sep 10, 02:08
Comment
The old describe-a-picture thing could be ho-hum if they've already done it a lot in school, but if they could bring some vacation pictures or a family album, maybe pictures of a pet, that might be something they would enjoy talking about and that would help you get to know them and find out other things to ask about. Or you could find a general-interest magazine with lots of different pictures, and see which ones they gravitate to.

Icebreakers for the younger one might be something like 20 Questions, or I Spy, or the game about 'I'm packing a suitcase and going to ...'

For pronunciation and fluency you could read children's poems or sing songs or rounds -- not pop songs, but folk songs or even nursery rhymes. Maybe not as topical as current Top 40, but on the other hand fun to see how children in different countries grow up, what songs 'everyone' is expected to know.

Jokes or riddles could be fun once or twice; you might have to explain a few puns, but then they would have something they could practice and maybe even tell in English class. Classic ones like lightbulb jokes or knock-knock jokes have a lot of variations.

You could play a board game and talk through each step in complete sentences. What are you doing? I'm rolling the dice. What did you get? I got a 7. How many squares can you move? I can move seven squares. Or especially for the older one, a trivia game, if you can find one in English, like Trivial Pursuit, or something about geography or history.

A less fun, but more useful, little exercise is just transforming sentences, which you can make into a sort of game. You just change one word each time:

I have a big box. Elephant.
I have a big elephant. (or: The elephant has a big box.) Your grandmother.
My grandmother has a big elephant. Attic.
My grandmother has a big elephant in the attic. Yesterday.
My grandmother had a big elephant in the attic yesterday.


You can adapt that kind of thing to easy changes or harder ones, depending on whether you're practicing nouns, verbs, articles, singular/plural, whatever. Not for more than a few minutes at a time, and if you're asking all the questions as the teacher it usually helps to plan them out in advance, but it forces students to think fast and use grammar.

If you meet at your or their house, a fun thing to do might be a hands-on mini-project, like cooking something really easy or doing a little craft project and talking through it step by step.

If you can go outside together, it could also be fun to play tourist, walking somewhere and giving directions or pretending to be a tour guide. Or even staying at home, one person could pretend to be the waiter at a restaurant, or the clerk in a shop ... After they get more confident, you could even go in different rooms and call each other on a cell phone -- that's a practical skill that they can really use later.
#11Authorhm -- us (236141) 15 Sep 10, 03:04
Comment
Hi! Wo findet denn der Unterricht statt? UK, USA, Deutschland?
Just curious. Depending on that, I might have a tip or two...
#12AuthorThe Kman (702240) 15 Sep 10, 03:58
Comment
Hallo,

vielen Dank auch für die weiteren Ideen.

@The Kman: Der Unterricht findet in Deutschland statt.

@hm-us: Die Idee mit der Touristenführung finde ich sehr gut. Ich habe auch schon überlegt, ob ich die ältere oder sogar beide mal auf meinen Freund (Engländer) loslasse. Es kann vielleicht eine gute Motivation sein, mit einem echten Muttersprachler reden zu müssen, da beide keinerlei Erfahrungen in dem Bereich haben, also noch nie außerhalb der Schule Englisch gesprochen haben. Das ließe sich dann mit einer Mini-Stadtführung verbinden. Ist auf jeden Fall etwas, das ich mal längerfristig andenken könnte, wenn sie etwas sicherer geworden sind.

Zu der Sache mit den Songtexten: Da würde ich tatsächlich nicht unvorbereitet in die Stunde gehen wollen. Man kennt ja auch selber nicht den ganzen Slang und ich finde es schon etwas heikel, sollte da zum Beispiel recht sexuelles Vokabular auftauchen. Man will ja auch keinen Ärger mit den Eltern bekommen. Andererseits ist es sicher auch lehrreich, wenn die Kids verstehen, was da eigentlich teilweise für Mist gesungen wird. Ich hatte mir für gestern den Namen einer Sängerin geben lassen, die die Kleine mag und dann einen Song ausgesucht, der eher langsam, weitestgehend verständliches und grammatikalisch korrektes Englisch enthielt und sexuell nicht explizit war. Wir haben dann das Lied gemeinsam gehört und sie sollte mir Wörter oder Satzfetzen sagen, die sie verstand. Dann sind wir Vers für Vers durchgegangen bis wir das alles verstanden haben. Dann habe ihr den Text gegeben und wir haben das ganze Lied nochmal angehört. Hat Spaß gemacht, aber es war eine Übung zum Hörverstehen, nicht so sehr zum Sprechen.
#13AuthorZora [de] (593998) 15 Sep 10, 12:40
Comment
Als wir Kinder waren, hat meine Mutter mit uns oft "Mummy from Mars" gespielt, das ging so:
Meine Mutter sagte "I'm a mummy from Mars, and I don't know what a (xyz) is" (xyz konnte z.B. "car", "magazine", "zoo" sein). Wir mussten dann den fraglichen Gegenstand umschreiben. Ein bißchen Pantomime war erlaubt, aber man musste Englisch sprechen. Vielleicht könntest Du dementsprechend eine Lehrerin vom Mars sein, zumindest für die jüngere?

Ansonsten sind Rollenspiele, wie schon mehrfach vorgeschlagen, auch immer gut, finde ich.

"Ich packe meinen Koffer" könnte man auch auf Englisch spielen, auch wenn da immer nur einzelne Wörter hinzukommen, oder die englische Variante von "Ich sehe was was Du nicht siehst": "I spy with my little eye something beginning with..."

#14AuthorDragon (238202) 15 Sep 10, 13:18
Comment
Dragon, das ist ja süß. Auf jeden Fall eine schöne Variation von Beschreibe-Übungen.
#15AuthorZora [de] (593998) 15 Sep 10, 13:21
Comment
Englisch-sprachiges Fernsehen oder, vielleicht noch besser, DVDs mit interessanten Filmen oder Filmberichten (Beispiel: BBC, Planet Earth), die jederzeit unterbrochen werden können?
#16AuthorThe Kman (702240) 15 Sep 10, 15:21
Comment
Hallo Leute,

wollte Euch von einer kleinen Sprechübung erzählen, die ich gestern mit beiden ausprobiert habe, als Anregung für alle, die es auch interessiert.
Man erzählt gemeinsam eine Geschichte indem man einen Satz beginnt, den die Schülerin dann fortsetzen muss, sie fängt dann wieder einen Satz an usw. usf. Natürlich sollte man nicht so streng sein und darauf beharren, dass es immer nur ein Satz sein soll. Wenn es aus der Schülerin heraussprudelt, dann lässt man sie erzählen. Man sollte dazu ermutigen, öfter mal Konjunktionen an den Stellen zu verwenden, an denen der Satz an den anderen übergeben wird.
Macht sehr viel Spaß, weil man einfach immer wenn man nicht weiter weiß, den anderen erzählen lassen kann. Und die Geschichten sind meist ziemlich lustig.
#17AuthorZora [de] (593998) 30 Sep 10, 11:59
i Only registered users are allowed to post in this forum
 
LEO uses cookies in order to facilitate the fastest possible website experience with the most functions. In some cases cookies from third parties are also used. For further information about this subject please refer to the information under  Leo’s Terms of use / Data protection (Cookies)