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  • Betreff

    es spukt im Tegel

    Kontext/ Beispiele
    C. G. Jung über Leute mit einer zu rationalen Einstellung dem Unbewussten gegenüber: "Wir haben ja aufgeklärt [they say to themselves] und dennoch spukt's im Tegel!"
    Kommentar
    Was ist Tegel? Dasselbe wie im Österr. der "Tögel" = Gefäß? Und ist diese Wendung üblich im Schweizerdeutschen? Oder eine Neuschöpfung Jungs? So far I've only come up with: ... and still the place is haunted (all over).
    VerfasserFerenczi19 Jul. 05, 13:19
    Kommentar
    Das ist kein Jung, sondern ein Goethe-Zitat und zwar aus Faust I, wenn's um die Walpurgisnacht geht.

    Hat zumindest meine Google-Recherche ergeben.
    #1VerfasserPanalotta19 Jul. 05, 13:26
    Kommentar
    Im Bayerischen ist der Tegel (gespr. Dägel) ein Kochtopf. Ich kenne den Spruch 'a jeder Dägel find sein Deckel' was so viel heißt wie 'es gibt für jeden Menschen den passenden Partner'.

    Vielleicht ist mit 'Tegel' in deinem Beispiel das 'Oberstübchen' gemeint (also das Hirnkastl), und 'es spukt im Tegel' heißt einfach nur 'nicht alle Tassen im Schrank haben' (to have bets in the belfry)?
    #2VerfasserRiKo19 Jul. 05, 13:27
    Kommentar
    ... in meiner Quelle heißt es übrigens "in Tegel" und nicht "im Tegel" - habe aber leider den Original-Faust nicht zur Hand. Vielleicht geht es doch um einen Ortsnamen?
    #3VerfasserPanalotta19 Jul. 05, 13:28
    Kontext/ Beispiele
    Zum Gut und Schloss Tegel gehörte seit 1752 (erste urkundliche Erwähnung) der "Neue Krug", der den Berlinern später als Gaststätte "Alter Fritz" bekannt geworden ist. Johann Wolfgang Goethe kehrte dort am 20.5.1778 ein und erfuhr von einer Spukgeschichte, die sich in der Tegeler Försterei zugetragen haben soll. Der große Dichter erwähnte diese Begebenheit im "Faust" (4160f.) in der Walpurgisnacht: "Das Teufelspack, es fragt nach keiner Regel. Wir sind so klug, und dennoch spukt's in Tegel".
    Kommentar
    Gefunden!
    #4VerfasserPanalotta19 Jul. 05, 13:30
    Kommentar
    @ Panalotta: super, das ist eine große Hilfe! Dann übersetz ich einfach analog der üblichen Faust-Übersetzung. Hätte gleich an den Goethe denken sollen, den der C. G. ja mit Vorliebe zitiert und paraphrasiert ... (er phantasierte sich ja als illegitimer Nachkomme)
    #5VerfasserFerenczi19 Jul. 05, 13:31
    Kommentar
    Tegel kenne ich eigentlich nur als geologischen Begriff für stark tonhaltigen Untergrund. Geologische Begriffe kommen aber oft von Ortsnamen - Berlin Tegel?
    Im Sinne von Topf fällt mir nur Tiegel ("Tiagl") ein.
    #6Verfassersonja19 Jul. 05, 13:34
     
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