| Kommentar | Die im heutigen Duden angeführte Bedeutung führt in die Irre, wenn es um ein Ereignis aus dem 19. Jh. geht. Hier einige zeitgenössische Definitionen: Der Scherge, des -n, plur. die -n, ein jeder obrigkeitlicher Bedienter, welcher die ihm Untergebenen zu ihrer Pflicht anhält; in welchem Verstande es ehedem von Amtleuten, Vögten, und andern Finanz-Bedienten, selbst über ganze Provinzen, gebraucht wurde, welche die landesfürstlichen Einkünfte von den Einwohnern eintrieben. ... indem das Wort gegenwärtig nur noch von den niedrigsten Bedienten der Polizey und der Gerechtigkeit, d. i. von den Gerichtsknechten, Stadtknechten, Häschern, ja auch wohl von den Henkersknechten gebraucht wird, im Hochdeutschen aber mehr in Schriften, als in der Sprache des täglichen Umgangs üblich ist. Adelung: Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart http://www.verstecken.uni-trier.de/cgi-bin/WB... Das Franz. Sergeant, welches von dem Lat. serviens abgeleitet wird, aber auch wohl von schergen, Scherge abstammen könnte, war ehedem gleichfalls in der weitern Bedeutung eines Dieners üblich. Nachmahls wurde es auf den Feldwebel eingeschränket, vermuthlich, weil er gleichsam des Majors Diener ist, die Losung bey demselben abhohlet, u.s.f. http://wiki-de.genealogy.net/Sergentscherge, m. gerichtsdiener, gerichtsbote, häscher, büttel. eine auf das hd. beschränkte ableitung zu schar; ... das wort bezeichnet im mhd. und ältern nhd. den niedern gerichtsbeamten, der das fahnden auf verbrecher sowie die strafvollstreckung zu besorgen, aber manchmal auch als ausrufer oder herold zu fungieren hat ...; wo ein richter, fronebote, henker daneben auftritt, scheint der scherge ihm untergeordnet zu sein; wegen seiner thätigkeit als henkersknecht gilt er, wie der nachrichter selbst, für unehrlich.
(Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm) http://www.verstecken.uni-trier.de/cgi-bin/WB... |
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