| Kommentar | Nicht immer ist das Mittelhochdeutsche hilfreich, wenn man einen Text aus frühneuhochdeutscher Zeit klären will. Ich frage mich z.B., was hier eigentlich "bedellin" heißen soll.
Das Wort bezeichnet im Mittelhochdeutschen eigentlich ein bestimmtes Baumharz (von Myrrhegewächsen) und taucht in vielen pharmazeutischen Rezepturen auf, oft mit anderen Harzen oder Weihrauch vermischt. Das macht hier natürlich keinen Sinn.
Als Schreibweise für "Bettlein" scheidet es aber eigentlcih auch aus, da es keinen orthographischen Grund gäbe, das t zum d aufzuweichen.
Allerdings sind in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts besonders viele Regionalschreibweisen verbreitet - aber auch da wüsste ich nicht, in welcher Region man denn so gesprochen hätte.
Der "Malvasier" jedenfalls existiert noch heute. Damals am verbreitetsten war wohl die Variante, die in Italien heute noch als "Malvasia" verkauft wird, ein recht würziger, leicht roséfarbener Süß-/Dessertwein.
Alles in allem dürfte der Kuchen etwas matschig gewesen sein, so als ob man heute abgetropftes Erdbeerkompott auf einen Boden legte und mit einer klaren Zuckerglasur versähe. Diese Glasur wird keinen Bestand haben, es empfiehlt sich also, den Kuchen alsbald zu essen.
"erstarcken" ist übrigens mit "to set" vielleicht nicht richtig wiedergegeben. Ich denke hier eher an das "vorbacken" eines Tortenbodens, aber auch das ist nicht sicher.
Alles in allem aber meine Hochachtung an Robert-US! Es ist selbst für Muttersprachler alles andere als einfach, einen solchen Text zu verstehen. |
|---|