Werbung
LEO

Sie scheinen einen AdBlocker zu verwenden.

Wollen Sie LEO unterstützen?

Dann deaktivieren Sie AdBlock für LEO, spenden Sie oder nutzen Sie LEO Pur!

 
  •  
  • Betreff

    Let's make love

    Quellen
    Es geht um die Übersetzung des Filmtitels
    Original: "Let's make love"

    In Deutschland lief der Film 1960 angeblich
    unter dem Titel "Machen wir's in Liebe"

    Quelle:
    http://www.imdb.com/title/tt0054022/releasein...
    Kommentar
    Das ist eine Phantasie-Übersetzung, oder?
    Verfasser Nickelias (668288) 30 Mai 15, 16:30
    Kommentar
    Ja. "Lass uns uns lieben" klingt ja nicht gerade toll. Ich weiß zwar nicht so genau, was 'Machen wir's in Liebe' bedeuten soll, aber es klingt besser...

    Ist aber sowieso ein komischer Titel. Ist das die einzige Handlung?
    #1Verfasser Gibson (418762) 30 Mai 15, 16:50
    Kommentar
    Nein, der Film (1960!) ist für alle Altersgruppen freigegeben.
    Kann der Originaltitel auch schon anders interpretiert werden?
    #2Verfasser Nickelias (668288) 30 Mai 15, 16:53
    Kommentar
    Ich finde den Titel sowohl im Englischen als auch im Deutschen eigentlich irreführend.

    Das ist ein nettes, kleines Filmchen (musikalische Komödie), in dem es durchaus sittsam zugeht! :)
    #3Verfasser Fragezeichen (240970) 30 Mai 15, 16:56
    Kommentar
    Früher bezog sich 'make love' nicht allein auf Sex, sondern allgemeiner auf jemandem den Hof machen, flirten etc., aber in den Sechzigern war es schon relativ eindeutig, hätte ich vermutet - allerdings als Ausdruck unschuldig genug, um eben nicht wie ein Porno zu klingen. Aber das ist nur geraten, ich kenne mich in der Zeit nicht wirklich aus.

    (Ob jemand bei einem Film mit Marylin Monroe an irgendwas anderes denkt, egal, welcher Titel, ist eine andere Sache.)
    #4Verfasser Gibson (418762) 30 Mai 15, 16:58
    Kommentar
    Ich würde sagen, die Zweideutigkeit ist hier zwar möglicherweise beabsichtigt, die Eindeutigkeit dieses Ausdrucks kam aber später.

    Man bedenke, dass z.B. die Rolling Stones noch Jahre später "Let's spend some time together" (statt "the night") in der Ed Sullivan Show singen mussten. Wirklich eindeutige sexuelle Anspielungen findet man zu dieser Zeit fast nur in der schwarzen Musik, die aber noch kein Mainstream war. Oder natürlich in der Literatur, da galten schon immer andere Regeln.
    #5Verfassercodero (790632) 30 Mai 15, 17:13
    Kommentar
    I would claim the opposite: the ambiguity came later and still exists. The Beatles' "The End" (Abbey Road), for example, has the line: "And in the end, the love you take is equal to the love you make." That was in 1969, I believe.

    Still in the fifties, "make love" usually meant the G-rated variety of love. It wasn't until the early or mid-sixties that it also meant "have sex."

    Edit: this reminds me of some of the books I've read that were written during the 19th Century. In those, sex was often referred to (mostly by men, of course) as "hymenal pleasure" or "pleasures of the hymen." :-)
    #6Verfasser dude (253248) 30 Mai 15, 17:20
    Kommentar
    @#3: Wie überaus enttäuschend, dass es durchweg sittsam zugeht. ;-)

    Aber selbst dann ist ein Titel "Lasst uns Liebe machen" nicht irreführend. Das einzige, was da eventuell etwas über die Stränge schlagt, ist die Phantasie des Lesers, die eine solche (Auf-)Forderung gleichsetzt mit lockeren Sitten. Und zusätzlich dann auch noch erwartet, selbige in expliziten Bildern vorgeführt zu bekommen.

    Make love = Liebe machen ist in beiden Sprachen ein schon lange eingeführter Euphemismus, und er ist nicht zweideutig, sondern eindeutig.

    Die deutsche Übersetzung des Filmtitels "Machen wir es..." ist nicht ganz so eindeutig, aber immerhin funktioniert eine ganze Plakatkampagne der BZgA (2015) genau auf der sexuellen Deutung dieser Wendung.

    Der deutsche Filmtitel ist eine leicht entschärfte Version: Es wird ein zusätzlicher Aspekt eingeführt, der im Original gar nicht vorgesehen war: "in Liebe".
    #7Verfasser Harald (dede) [de] (370386) 30 Mai 15, 17:38
    Kommentar
    Zu #6:

    War das nicht eher hymeneal = (mainly poetic) of or relating to marriage?
    #8Verfasser MiMo (236780) 30 Mai 15, 18:01
    Kommentar
    "Lasst uns Liebe machen" nicht irreführend.

    Er ist auf jeden Fall unidiomatisch IMO. Auf Deutsch 'macht' man nicht Liebe, man schläft miteinander oder 'liebt sich'. 'Liebe machen' halte ich für eine schlechte Übersetzung, auch wenn es inzwischen immer mal vorkommt. In den 60er hätte es überhaupt nicht funktioniert.
    #9Verfasser Gibson (418762) 30 Mai 15, 18:11
    Kommentar
    Vielleicht ist Dir eine ganze Gattung "deutscher Nachkriegsliteratur" weitgehend entgangen.

    Links jeweils zu Titelblätten: Wochenend, Praline, St. Pauli Nachrichten,...

    Dort gehört(e) es zu den Pflichtübungen, Euphemismen zu verwenden, um über dem Ladentisch verkaufbar zu bleiben.
    #10Verfasser Harald (dede) [de] (370386) 30 Mai 15, 18:40
    Kommentar
    Ich verstehe das Argument und den Link nicht. Ich sehe dort weder Euphemismen noch den Ausdruck 'Liebe machen'. Reden wir aneinander vorbei?
    #11Verfasser Gibson (418762) 30 Mai 15, 19:58
    Kommentar
    Ich wollte darauf hinweisen, dass die schriftlichen Massenmedien zum Teil eine eigene Idiomatik entwickelt haben, die sich von der Alltagssprache und auch von der Literatur in Buchform unterscheidet.

    Die Covers von diversen Druckwerken dieses Genres sagen zwar nichts über deren Idiomatik, aber es gibt diese eigene Idiomatik. Mit der Verbreitung ist das ähnlich, wie bei den Boulevardzeitungen: Keiner liest sie, trotzdem wissen alle, was drin steht. Zumindest in der Zielgruppe. ;-)
    #12Verfasser Harald (dede) [de] (370386) 30 Mai 15, 22:05
    Kommentar
    "Liebe machen" ist mir in dem Zusammenhang mit "Sex haben" in der Umgangssprache durchaus geläufig ... wenn das auch nicht unbedingt sonderlich weit verbreitet ist ...
    #13Verfasser no me bré (700807) 30 Mai 15, 22:33
    Kommentar
    Jetzt bin ich aber gespannt, zu erfahren, was "Make Love Not War" wirklich bedeutet.
    #14Verfasser Cuauhtlehuanitzin (1009442) 01 Jun. 15, 16:52
    Kommentar
    OT @#14 - Macht Liebe nicht zum Krieg - oder: Macht keinen Krieg aus der Liebe.

    (passiert ja leider häufig genug, "marital warfare" genannt)

    SCNR ☻
    #15Verfasser weißnix (236288) 01 Jun. 15, 17:29
    Kommentar
    #14: Der Blödelbarde Otto Waalkes hat das "Make Love Not War" seinerzeit so wiedergegeben:

       Poppen, nicht kloppen!

    Allgemeinverständlich und sinngemäß völlig richtig. :-)
    #16Verfasser Harald (dede) [de] (370386) 01 Jun. 15, 17:47
    Kommentar
    Na ja, darüber kann man streiten, Harald. Der Sinn von "make love not war" ist, dass man statt Krieg und Hass Liebe verbreiten sollte. Dass dabei sexuelle Andeutungen mitklingen, ist freilich logisch, aber das ist eben die Zweideutigkeit des Ganzen, dass sich die alte mit der neuen Bedeutung vermischt (der Slogan stammt ja auch aus den frühen Sechzigern).
    #17Verfasser dude (253248) 01 Jun. 15, 17:55
    Quellen
    "To make love" in the sense of courting, kissing or seducing was acceptable to the Hollywood censors from the 1930's to the 1960's. "Sir, are you making love to my wife?" means "Are you trying to seduce my wife?" but avoids the word "seduce."
    #18VerfasserRobNYNY (242013) 01 Jun. 15, 19:41
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
 
 
  automatisch zu   umgewandelt