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    mansplaining

    Verfasser matt1993 (1162268) 21 Jan. 17, 18:53
    Ergebnisse aus dem Wörterbuch
    mansplainingdas Mansplaining
    Ergebnisse aus dem Forum
    Kommentar
    Kunstwort aus 'man' und 'explaining'.
    #1Verfasser penguin (236245) 21 Jan. 17, 19:00
    Kommentar
    Guck auch mal hier: Siehe auch: mansplainer
    #2Verfasser Raudona (255425) 21 Jan. 17, 20:55
    Kommentar
    Was für ein netter Faden, der ist damals an mir vorbeigegangen. Danke für den Link, Raudona!

    Zur Frage: Tatsächlich heißt das wohl auch auf Deutsch Mansplaining. (Und jetzt hast du Antworten von drei Frauen... ☺)
    #3Verfasser tigger (236106) 21 Jan. 17, 21:42
    Kommentar
    Der Herr bedankt sich herzlich! :)
    #4Verfasser matt1993 (1162268) 22 Jan. 17, 19:32
    Kommentar
    Oh, was für ein schönes Wort!

    Haben wir dafür wirklich keins im Deutschen? Die Vorschläge im anderen Thread - so nett der ist - überzeugen mich nicht so recht.


    *Anekdotenmodus*

    Ich habe den Firmenchef vor Augen, der auf der Betriebsfeier den anwesenden Ehefrauen wortreich erläutert, wie man das Silberbesteck richtig putzt.
    Und die Damen - alles gestandene Hausfrauen - stehen im Kreis um ihn herum, lauschen andächtig und nicken ehrfurchtsvoll.

    So erlebt. Und ich frage mich bis heute, ob der werte Herr in seinem ganzen Leben jemals auch nur einen Silberlöffel geputzt hat.
    Und nein, es war keine Silberbesteck-Firma. :-)

    */Anekdotenmodus*
    #5VerfasserCalifornia81 (642214) 22 Jan. 17, 19:42
    Kommentar
    Tolle Anekdote auch. Das war aber nur peinlich, kein Mansplaining. Ein Mansplainer hätte den Hausfrauen die chemische Reaktion beim Silberputzen erklärt.
    #6Verfasser tigger (236106) 22 Jan. 17, 22:34
    Kommentar
    "Mansplaining" und "peinlich" schließen sich doch sicherlich nicht gegenseitig aus, oder? :-)

    Ich fand jedenfalls, dass die Situation ziemlich genau dem entsprach, wie das "mansplaining" in dem anderen Thread so schön definiert wurde, in Anlehnung an diesen netten Artikel:

    "Männer, die im Brustton der Überzeugung etwas erklären, von dem sie selbst eigentlich weniger Ahnung haben als die Frau, die sie gerade volllabern."

    Jedenfalls meine ich, wir brauchen im Deutschen unbedingt ein gutes Wort dafür!
    #7VerfasserCalifornia81 (642214) 22 Jan. 17, 22:47
    Kommentar
    Naja, die Anekdote hängt halt extrem an den Geschlechterbildern der 50er. (Wer putzt heute schon noch Silber - der männliche Butler...;-))

    Aktuell geht es eher um Geschichten wie die von dem Startup-Gründer, der bei irgendeinem Empfang seine Tischdame mit seinen wirtschaftlichen Ideen volllaberte, um danach draufzukommen, dass es sich bei ihr um Susanne Klatten handelte.
    (Immerhin habe ich das vor ein paar Jahren in einem Interview mit ihm gelesen, er scheint also daraus gelernt zu haben.)

    Oder den alltäglichen Meeting-Geschichten, die man von sämtlichen Frauen in technischen Berufen hören kann. Meine Freundinnen erzählen ständig von Situationen, in denen sie Kollegen freundlich stoppen mussten, sie wüssten dieses und jenes schon, weil sie das gleiche studiert hätten bzw. seit drei Jahren in der Firma für genau das verantwortlich seien.

    Ich finde, man kann hier durchaus das englische Fremdwort übernehmen. Die kurzen deutschen Vorschläge wie "Er-Klärer" etc. funktionieren nur schriftlich.
    #8Verfasser tigger (236106) 23 Jan. 17, 08:55
    Kommentar
    Vor ein paar Wochen gab es im zürcher Tages-Anzeiger einen köstlichen Artikel über die Unterart "Trainsplaining" (Link leider nicht auffindbar). Dabei handelt es sich um Männer in Zügen, die ihren Frauen Bemerkungen machen wie "So, jetzt fahren wir" bei jeder Abfahrt des Zuges.
    #9Verfasser Slartibladfarst (879323) 23 Jan. 17, 09:51
    Kommentar
    Solche Männer werden im AE oft "Captain Obvious" genannt.
    #10VerfasserKai (236222) 23 Jan. 17, 10:08
    Kommentar
    Jetzt aber mal halblang!!!
    Wie oft mischen sich Frauen naseweis in reine Männerangelegenheiten ein.!?! Fußballtaktik, Bewertung weiblicher Kurven, Prügeleien, Krieg, Männermode, Männerhygiene, Männerhaushalt, ... .
    Da wird dann mit altgriechisch- und lateinlastiger Fachterminologie (Kultur, Zivilisation, Ästhetik, ...) wild umher geworfen; Kritik wird niedergebügelt (sic). Selbst die guten alten Zeiten werden diffamiert (Pejorisierung des stolzen Neanderthalers).
    Fremdartige Verhaltensnormen, wie politische Korrektheit, werden eingeführt, nur um das Y-Chromosom in all seinen Ausprägungen nieder zu halten.
    Und nun das hier: wohlwollende, kommunikative Ansätze werden brutalst möglich in den Boden gestampft, die zarte Blüte der Verständigung lässt man schnöde und herzlos verwelken. :-O
    Ich gebe hier mit meiner Enttäuschung Ausdruck. :-(
    *leises, fast unvernehmliches schnief*
    #11Verfasser wor (335727) 23 Jan. 17, 13:45
    Kommentar
    Natürlich ist diese Unart nicht aufs männliche Geschlecht beschränkt. Konsequenterweise und im Sinne der Gleichberechtigung muss es darum auch ein weibliches Äquivalent geben:


    The tendency of some women to mistakenly believe that they automatically know more about any given topic than a man does and who, consequently, proceeds to explain to him, correctly or not, things that he already knows.

    Man A: When she started femsplaining to me what it really meant to be a man in the 21st century, I got up and left.

    Man B: Really, what else could you do?


    #12Verfasser Himalia (970475) 23 Jan. 17, 14:05
    Kommentar
    Klar gibt es das auch bei Frauen, ich erwische mich leider selber manchmal dabei *schäm*. Ich habe aber das rein subjektive Gefühl, daß es bei Männern häufiger vorkommt. Mag sein, daß mehr Frauen in früheren Männerdomänen unterwegs sind als umgekehrt, mag sein, daß von Männern gesellschaftlich eher erwartet wird, über wirklich alles Bescheid zu wissen oder daß Frauen eher zum Zuhören erzogen werden oder noch was ganz anderes.

    Die Geschichte aus #8 fände ich erst dann richtig schlimm, wenn er gewußt hätte, mit wem er redet.

    Anzunehmen, daß die unbekannte Kollegin in der Besprechung nur das Protokoll aufnimmt, ist Mist. Noch viel mistiger ist allerdings, wenn Mann weiß, daß die Kollegin Ingenieurin mit langer Berufserfahrung ist, während man selbst vor zwei Wochen als Quereinsteiger eingestellt wurde und ihr trotzdem ihren eigenen Bereich erklärt.
    #13Verfasser Russisch Brot (340782) 23 Jan. 17, 15:00
    Kommentar
    Herrklärung?
    #14Verfassernoli (489500) 23 Jan. 17, 15:08
    Kommentar
    Ich habe aber das rein subjektive Gefühl, daß es bei Männern häufiger vorkommt.

    Ich auch. Einzige Ausnahme, die mir einfällt, ist meine Mutter, die mir zumindest früher gerne sehr ausführlich jeden Fehler erklärt hat, den ich gemacht habe, auch wenn ich ihn längst eingesehen hatte (als ich Teenager war z.B., dass es einem Hund wehtut, wenn man ihm versehentlich auf den Schwanz tritt). Ist das dann Mumsplaining?
    #15Verfasser JanZ (805098) 23 Jan. 17, 15:47
    Kommentar
    #8 @tigger, die Begebenheit trug sich in den 90ern zu.

    Ich habe das Wort erst hier im Thread gelernt und kann deswegen natürlich nicht sagen, wie es ursprünglich mal gemeint war oder entstanden ist. Aber das Phänomen kenne ich nur allzugut, und ich halte es für ziemlich kontext-unabhängig.

    Das ist aus meiner Sicht ein reines Rollen-Phänomen:
    Mann trifft auf Frau, muss durch Vielreden sein Geltungsbedürfnis befriedigen und ihr zugleich demonstrieren, dass er schlauer ist als sie.
    Der Themenbereich ist dabei völlig austauschbar.
    #16VerfasserCalifornia81 (642214) 23 Jan. 17, 15:55
    Kommentar
    Klar gibt es das auch bei Frauen, ich erwische mich leider selber manchmal dabei *schäm*.

    Kann ich das schriftlich haben? Oh, habe ich ja jetzt ...
    #17Verfasser weirdo (236636) 23 Jan. 17, 16:10
    Kommentar
    *blows raspberry*
    #18Verfasser Russisch Brot (340782) 23 Jan. 17, 16:14
    Kommentar
    Pöh.
    #19Verfasser weirdo (236636) 23 Jan. 17, 16:16
    Kommentar
    #17-19 *gnihihi*

    #15: JanZ, das kommt auf den Charakter an. Bei uns hat der Vater immer wieder von vorn angefangen, wenn man was angestellt hatte.

    Im Übrigen ist Femsplaining besonders in der Kinderbetreuung anzutreffen, das stimmt schon. Ich finde ihn grad nicht, aber ca. letztes Jahr habe ich einen Artikel im Spiegel gelesen von einem total genervten Vater, "traut mir doch mal was zu"! Also, wenn die Mütter am Spielplatz dauernd schlaue Kommentare zum auch anwesenden Vater absondern, oder die Kindergärtnerinnen in Bewunderung ausbrechen, weil es Papa regelmäßig schafft, seine Kinder gefrühstückt und angezogen in die Kita zu bringen.
    #20Verfasser tigger (236106) 24 Jan. 17, 09:25
    Kommentar
    Für das unverlangte Einmischen in die Kindererziehung brauchen wir aber ein eigenes Wort. Und für das ungefragte Kommentieren von Beziehungskisten im weiteren Freundeskreis wieder ein anderes.
    #21VerfasserMr Chekov (DE) (522758) 24 Jan. 17, 09:29
    Kommentar
    Ach Leute, ihr seht das alles falsch. Ich erklär's mal kurz ...
    #22Verfasser wor (335727) 24 Jan. 17, 09:33
    Kommentar
    tigger, da gab es doch die unsägliche Geschichte von dem Vater, der mit der Windelpackung an der Supermarktkasse steht und von der Kundin hinter ihm als auch von der Verkäuferin gefragt wird, ob das auch wirklich die richtige Windelgrösse sei - es gipfelte angeblich darin, dass ihm vorgeschlagen wurde, doch besser seine Frau anzurufen...
    (Das war in einer Kolumne eines Hausmannes und Vaters in einer Schweizer Zeitung. Ein klarer Fall fürs weibliche Fremdschämen.)
    #23Verfasser virus (343741) 24 Jan. 17, 10:01
    Kommentar
    #8: Meine Freundinnen erzählen ständig von Situationen, in denen sie Kollegen freundlich stoppen mussten, sie wüssten dieses und jenes schon, weil sie das gleiche studiert hätten bzw. seit drei Jahren in der Firma für genau das verantwortlich seien.

    How unfortunate. What I do in this situation is let them waste their time and energy talking until they've worked out their error for themselves. The slow realisation is far more entertaining to watch, and saying "I know" when you already know something that someone is telling you is one of the least souverän things you can do in life, or so I was brought up to believe.

    But there has to be a better word for this phenomenon than "mansplaining", as all types of people do it. Luckily, Captain Obvious (#10) can apply to men and women.
    #24Verfasser Pipper (917363) 24 Jan. 17, 10:17
    Kommentar
    Bei Männern, die im Zug die Abfahrt für ihre Frauen kommentieren, steckt m.E. die Angst vor Kontrollverlust dahinter: Sie sitzen nicht selbst am Steuer und versuchen nun, irgendwie Herr (sic) der Situation zu werden. Durch den Kommentar zeigen sie der Umgebung, aber vor allem auch sich selbst, dass sie zumindest genau wissen, was geschieht, und "eigentlich auch selbst steuern könnten".

    Das ist kein komplett männliches Phänomen. Aber bei Männern kommt möglicherweise noch der Beschützerinstinkt hinzu: "Geliebte Frau, ich habe alles im Griff und passe auf dich auf."

    Pipper, wenn mir Leute Dinge erklären, die ich selber (besser) weiß, verschwenden sie aber auch meine Zeit. Meine Taktik ist eine andere, wie schon in dem anfangs verlinkten Faden erwähnt: Ich stelle möglichst früh klar, dass ich im Bilde bin - nicht, indem ich auf Studium und Funktion verweise, sondern einfach mit einem klugen Spruch (LEO bildet ungemein, ich kann eigentlich überall zumindest ein bisschen mitreden ...). Wenn dann im Laufe des Gesprächs von meinem Gegenüber etwas kommt, das ich tatsächlich noch nicht wusste, gehe ich ausführlich darauf ein und freue mich: "Wieder etwas gelernt." Am Ende fühlen sich beide Seiten gut, niemand ist bloßgestellt :-)
    #25Verfasser Raudona (255425) 24 Jan. 17, 10:46
    Kommentar
    Ich denke schon, dass es höflicher wäre, den Gesprächspartner mit seinem Wissensstand umgehend vertraut zu machen.

    Es ist mir sowohl mit Kollegen (die nicht gut kannte) und auch Kunden passiert, dass ich etwas detailiert erklärt habe, was der- oder diejenige schon längst wussten, weil die mir gestellten Fragen einfach einen deutlich niedrigeren Wissensstand vermuten ließen. Das war mir dann jeweils megapeinlich, wenn sich die wahre Lage erst nach zehn Minuten herausstellte. In meinem Fall waren die betroffenen Gesprächspartner meistens Männer, was bei einem beruflichen Umfeld mit 80% Männeranteil nicht weiter verwunderlich ist.

    Man kann natürlich einwenden, ich hätte vor langwierigen Erklärungen den Wissenstand meines Gegenüber aktiv erfragen sollen, was ich in der Folge auch verstärkt gemacht habe, aber je nach Situation kommt es nicht gerade als höflich rüber, wenn man da erst gezielt nachfragt, anstatt die Sachfrage(n) des Kollegen oder Kunden direkt zu beantwortet.
    #26Verfasser Norbert Juffa (236158) 24 Jan. 17, 10:50
    Kommentar
    #25: That is true and another good way of dealing with it, but I find a lot of people, and especially those who talk too much, are too unsubtle to understand "klüge Sprüche". And if time is really of the essence?: "Sorry, can I stop you there?" and exit, pursued by a bear.

    #26: Ich denke schon, dass es höflicher wäre, den Gesprächspartner mit seinem Wissensstand umgehend vertraut zu machen.

    Ideally, both people involved should do this, or clear up any uncertainties before one goes into a monologue.
    #27Verfasser Pipper (917363) 24 Jan. 17, 10:53
    Kommentar
    But there has to be a better word for this phenomenon than "mansplaining", as all types of people do it. Ein nicht so negativ besetzter, allgemeiner Ausdruck ist bei mir der "Erklärbär".

    Aber der springende Punkt beim Mansplaining ist ja, dass sich der "Mansplainer" seine Ausführungen vermutlich verkniffen hätte, wenn sein Gegenüber ein Mann gewesen wäre. 

    [Ich war bei der Mondfinsternis im Herbst 2015 nachts unterwegs - dick eingemummelt und mit Fotoausrüstung, an einem Ort mit wenig Lichtverschmutzung. Man konnte also davon ausgehen, dass ich wegen der Mondfinsternis draußen war. Als ich einen "Mitbeobachter" getroffen habe, habe ich ihn freundlich gegrüßt, was er offenbar als Startschuss für eine längliche Erklärung, was wir warum gerade sehen, wie toll seine Ausrüstung ist, welche Einstellungen er warum gewählt hat und was er bisher fotografiert hat, aufgefasst hat. Vielleicht hatte er einfach lange niemanden zum Reden gehabt und vielleicht war ich ob der unchristlichen Uhrzeit extra unwirsch, aber ich bin nach wie vor überzeugt, dass mir das erspart geblieben wäre, wenn ich ein Mann wäre.]

    #28Verfasser kikært (236250) 24 Jan. 17, 11:18
    Kommentar
    Mißverständnisse jeglicher Art in einem Gespräch sollte man frühestmöglich ansprechen, dass ist doch beiden Seiten dienlich, und im geschäftlichen Bereich gilt außerdem: Zeit ist Geld :-)

    Ich danke im übrigen für die Wortschatzbereicherung Femsplaining, dass kannte ich noch nicht (das Wort, das Konzept selbst ist mir schon vertraut).
    #29Verfasser Norbert Juffa (236158) 24 Jan. 17, 11:20
    Kommentar
    #29: We're a right couple of Captain Obviouses ;-)
    #30Verfasser Pipper (917363) 24 Jan. 17, 11:25
    Kommentar
    Mansplaining bewegt sich meistens in etwas komplizierteren Gefilden, insofern tun mir die Männer ausdrücklich leid, die Femsplaining ausgerechnet bei Windelgrößen erfahren müssen! *auch fremdschäm*

    Meine Kinder sind beide ganz begeisterte Captain Obviouses, aber das ist wohl normal für Vier- und Zweijährige. :-D
    #31Verfasser tigger (236106) 24 Jan. 17, 11:27
    Kommentar
    #30: :-)
    #32Verfasser Norbert Juffa (236158) 24 Jan. 17, 11:33
    Kommentar
    #31: The worst cases of mansplaining are apparently in subjects which almost exclusively affect women. An extreme example would be a male midwife telling a labouring woman her contractions can't be that bad.
    #33Verfasser Pipper (917363) 24 Jan. 17, 11:57
    Kommentar
    #28 ... aber ich bin nach wie vor überzeugt, dass mir das erspart geblieben wäre, wenn ich ein Mann wäre.

    Wenn du ein Mann wärst, hätte dich das Gerede möglicherweise interessiert. :-)
    #34VerfasserBeate S. (824851) 24 Jan. 17, 12:18
    Kommentar
    Re #33: Das würde ich irgendwie noch eher akzeptieren als von einer weiblichen Hebamme. Von männlichen Gynäkologen muss man sich ja auch alles mögliche anhören. Aber in Österreich gibt es eh nur einen einzigen männlichen Hebammenstudenten. :-)
    #35Verfasser tigger (236106) 24 Jan. 17, 12:40
    Kommentar
    von männlichen Gynäkologen muss man sich ja auch alles mögliche anhören
    nur wenn man hingeht...
    #36Verfasser Spinatwachtel (341764) 24 Jan. 17, 13:03
    Kommentar
    #28 Aber der springende Punkt beim Mansplaining ist ja, dass sich der "Mansplainer" seine Ausführungen vermutlich verkniffen hätte, wenn sein Gegenüber ein Mann gewesen wäre.

    Genau so verstehe ich den Begriff auch, und genau deswegen halte ich das (siehe #16) für ein Rollen-Phänomen. Das mag es umgekehrt auch geben, aber doch längst nicht so häufig und ausgeprägt.

    Szene 1: Studentische Arbeitsgruppe
    Intelligente Studentin mit mit hervorragenden Zensuren, die sich jede Woche von mittelmäßigem Mitstudenten volllabern lässt über irgendwelche Sachverhalte, die für die anstehende Prüfung völlig nebensächlich sind.

    Szene 2: Straßenbahn
    Weibliche Teenager, die das oberschlaue Gehabe und Gefasel ihrer männlichen Pendants augenklimpernd über sich ergehen lassen.

    Szene 3: Anstehende Renovierung
    Architekt, der mir weitschweifig und ehrfurchtgebietend erläutert, warum wir unbedingt eine Isolierung des Treppenhauses bräuchten.
    Ich - architektonisch nicht vom Fach - lasse irgendwann meine Augen nach oben schweifen zu der einfachen, von vielen Ritzen und Fugen durchsetzten Holzdecke zum ungedämmten Dachboden und sage mit Unschuldsmiene, ich hätte mal gelernt, dass Wärme nach oben abzieht. Ach ja. Das fällt dem großen Herrn dann auch auf, dass die schönste Treppenhausisolierung wohl nichts bringt, solange die Wärme ungehindert nach oben abziehen kann.

    */Anekdotenmodus*

    OT@ #33/#35 Männliche Hebammen? Sowas gibt's?
    Wie heißt denn dafür die Berufsbezeichnung in beiden Sprachen? Hebamm oder midhusband ja wohl eher nicht...
    #37VerfasserCalifornia81 (642214) 24 Jan. 17, 13:25
    Kommentar
    #37: They're such a rarity I'm not sure they have a specific name in English other than "male midwife".

    The male gynaecologist attending the births of my two literally took a seat in the back and let the midwives do their thing.
    #38Verfasser Pipper (917363) 24 Jan. 17, 13:46
    Kommentar
    Auf Deutsch heißen sie "Geburtshelfer" (auch wenn ich für mich den "Hebammer" draus gemacht habe - die Endung "-er" deutet ja immer auf einen männlichen Angehörigen des betreffenden Berufsstandes hin. Also analog zu "Angestellte" und "Angestellter"... ;-) )
    #39Verfasser Lille Ellen (394423) 24 Jan. 17, 16:03
    Kommentar
    In Deutschland heißen sie Geburtshelfer, der Student in Österreich wird Hebamme.
    #40Verfasser tigger (236106) 24 Jan. 17, 16:59
    Kommentar
    Ich denke, das Phänomen hängt (neben der Persönlichkeit des/der Erklärenden) an Rollenbildern und daraus folgend angenommener Inkompetenz. Also "Frauen können nicht Technik, ignoriere den Dr. Ing. und erkläre mal besser den drahtlosen Türöffner", aber auch "Männer können nicht Inneneinrichtung, sprich also über Vorhänge immer nur mit der Frau".

    Anekdote: Ich bin als unsere Kinder Babys waren jeden Samstag zum PEKIP-Kurs gegangen. Über Monate. Jeden Samstag. Nur ich und das Baby. Ein einziges Mal kam meine Frau mit und schaute zu, und ich war für sämtliche Frauen inklusive der Kursleiterin Luft. Und ich bekam jeden, aber auch wirklich jeden Samstag von irgendeiner Dame "Tipps" auf dem Niveau wie man ein Fläschchen warm macht.

    Insofern danke für das "femsplaining".
    #41Verfasser Sven DE (263308) 24 Jan. 17, 17:01
    Kommentar
    Zwei Punkte wurden nur eher beiläufig bzw. gar nicht erwähnt:
    1. Das Publikum macht's: Es ist eben auch weibliches Rollenverhalten, das Männer in die Rolle des Welterklärers treibt.
    2. Der Mann ist rational und hält eben das Göschle, wenn er nichts beizutragen hat. Und wenn dann der Zug los fährt, ist das ein Ereignis, das Mann intellektuell souverän im Griff hat. Auch zu bedenken ist, wie sehr Männer unterdrückt sein müssen, dass sie das Anfahren eines Zuges als Anlass zur Wortmeldung nutzen.

    ((Genaugenommen halte ich die Zugproblematik für eine ganz andere Baustelle: ich stelle mir die Hektik der Urlaubsvorbereitung vor. Wenn der Zug abfährt, der Flieger Bodenkontakt verloren hat ist das eine Zäsur, die klar macht: Was immer man vergessen hat, jetzt ist es zu spät. Der Urlaub hat angefangen. Eine neue Zeitrechnung beginnt. Die Spannung fällt ab und all das will kommentiert werden. Nicht jeder hat immer und überall ein helfendes PR-Team parat: "Ein kleiner Schritt für Menschheit etc. pp." und so kommt es manchmal etwas banaler heraus.))

    Ein dritter Punkt fällt mir gerade ein: das Erklären könnte bei Manchem als Ersatzhandlung für Smalltalkhemmungen angefangen haben. Und wenn sich der Erfolg einstellt (siehe Punkt 1) ...
    #42Verfasser wor (335727) 24 Jan. 17, 19:24
    Kommentar
    Punkt #1 ist aber selten geworden, oder? Ich müßte schon angestrengt überlegen, wann ich das letzte Mal den Verdacht hatte, ich würde von einer Frau etwas gefragt, weil ich ein y-Chromosom-Träger bin, der "so etwas" doch wissen müßte. Leider kenne ich mich weder beim Sport, noch bei Autos, noch beim Heimwerken aus (gut, tapeziert und gemalert habe ich schon mal) ...

    Den "der muss das doch wissen"-Effekt erfuhr ich eher im beruflichen Umfeld. Auch wenn ich hoch und heilig versicherte, zu einer Materie nichts, oder nur sehr wenig, zu wissen, zogen einige Kollegen erst dann wieder ab, wenn ich mir mühsam eine Antwort an Ort und Stelle zusammengereimt hatte (die sich im Nachhinein zu 50% als falsch herausstellte).
    #43Verfasser Norbert Juffa (236158) 24 Jan. 17, 20:29
    Kommentar
    Im Alltag ist Punkt 1 wohl seltener geworden. Aber im Beruf, wie gesagt, nicht... jede Frau mit Technik oder in Führungsposition hatte schon Mansplaining-Erlebnisse, glaube ich. (Persönlich fällt mir nichts Gravierendes ein, weil ich nicht entsprechend qualifiziert bin.)

    Aber die Femsplaining-Beispiele aus der Brutpflege glaub ich auch sofort, das kann man sicher allgemein auf Pflege und soziale Privatleistungen ausdehnen. Wie, der Sohn weiß, wie man die Diätkost für seinen hochbetagten Vater kocht?!
    Immerhin, die Gesellschaft arbeitet daran. Glaub ich.
    #44Verfasser tigger (236106) 24 Jan. 17, 22:45
    Kommentar
    In Deutschland heißen sie Geburtshelfer

    Nein, Entbindungspfleger, sie sollen ja mehr machen als nur helfen. Ich habe aber keine Ahnung, ob es tatsächlich einen Mann in dem Beruf gibt.
    #45Verfasser JanZ (805098) 24 Jan. 17, 22:48
    Kommentar
    Vielleicht sinds jetzt zwei?

    www.zeit.de › Karriere 08.07.2010
    Jens Unger ist, so die korrekte Bezeichnung, der einzige Entbindungspfleger in Deutschland.
    #46Verfasser manni3 (305129) 24 Jan. 17, 23:21
    Kommentar
    Ich hatte jetzt Punkt #1 in der #42 so verstanden, dass das Mansplaining teilweise durch entsprechende Fragen von weiblicher Seite begünstigt wurde. Das ist nach meiner Erfahrung in der heutigen Zeit seltenst der Fall. Ein "damsel in distress" Schauspiel habe ich vielleicht zwei-, dreimal in meiner ganzen Berufslaufsbahn erlebt, und geflissentlich igoriert (es war mir aber unangenehm und hat mich irritiert, was ich mir hoffentlich nicht habe anmerken lassen).

    Vereinzeltes Femsplaining kenne ich (ohne Kinder) aus dem Bereich Küche und Haushalt. "Anders" ist noch nicht gleich "falsch" :-)
    #47Verfasser Norbert Juffa (236158) 25 Jan. 17, 00:27
    Kommentar
    @47 Nicht unbedingt die Fragen, sondern die Reaktionen sind gemeint:
    Ein Mann erklärt, wie man in Italien die Spaghetti richtig mit Gabel und Löffel isst. Und dann die bewundernde Aussage (echt ganz wirklich ernst gemeint) "Der kann das aber richtig gut."
    Und so etwas gibt es immer noch oft genug/zu oft - je nachdem wie man zu mansplaining (Herrklären finde ich besser) steht.
    #48Verfasser wor (335727) 25 Jan. 17, 08:16
    Kommentar
    Thanks for the clarification. Looks like I need to work on my reading comprehension :-)
    #49Verfasser Norbert Juffa (236158) 25 Jan. 17, 08:34
    Kommentar
    #47f: Siehe auch meine #37, Szene 2: bewunderndes (und zu weiterem "Mansplaining" ermutigendes) Augenklimpern.
    #50VerfasserCalifornia81 (642214) 25 Jan. 17, 08:34
    Kommentar
    @34 (Beate): Dass es mich nicht interessiert hat, stimmt nur zum Teil. Ich hatte mich (aus Interesse) natürlich schon selbst über die Mondfinsternis informiert (sonst wäre ich ja nicht unterwegs gewesen). Und er wollte nicht über Kameras fachsimpeln, sondern seine Pfauenfedern spreizen, so mein Eindruck.

    Augenklimpern und Mansplaining schließen einander aus, IMHO.
    #51Verfasser kikært (236250) 25 Jan. 17, 11:35
    Kommentar
    Herrklären finde ich ein sehr schönes deutsches Wort dafür. Ich wohne an einem Radweg und kriege sommers praktisch täglich mit, wie (schreiend) radelnde Männer ihren (schweigend) radelnden Frauen die naheliegende Sehenswürdigkeit (falsch) herrklären.
    #52Verfasser Oedipa (676921) 25 Jan. 17, 12:27
    Kommentar
    Norbert Juffa, "Anders" ist noch nicht gleich "falsch" :

    Das gilt auch und erst recht mit Kindern! ;o)
    #53Verfasser virus (343741) 25 Jan. 17, 12:28
    Kommentar
    Ich habe es in der Vergangenheit, lange bevor ich den Begriff "mansplaining" kannte, auch gelegentlich erlebt, dass Männer mir die Welt erklären wollten. Heute kommt es seltener vor, denn die Männer, die mich schon kennen, können in der Regel auch einordnen, was ich weiß oder zumindest wissen könnte/sollte, und ich komme seltener als früher dazu, mich mit Männern unterhalten zu müssen, die mich nicht kennen. Je nach Laune, sonstiger Sympathie für den Gesprächspartner reagiere ich dann entweder, indem ich ihm - durch einen hoffentlich klugen Einwurf oder durch sehr gezielte Zwischenfragen mit ausreichend Fachchinesisch, dass erkennbar sein müsste, dass ich auch im Thema drin bin - zeige, dass ich mich auch auskenne, und ihn so ein wenig ausbremse, oder ich lasse ihn reden, nicke interessiert, lächle ihn an und erzähle hinterher meinen Freundinnen, was für ein Honk mir da wieder begegnet ist ;o)
    #54Verfasser Dragon (238202) 25 Jan. 17, 12:52
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    Ich: beim Verputzen meiner Werkstatt (das kann ich recht gut, habe ich schon oft genug gemacht).
    ER: (IT-Berater, keine schwieligen Hände - im Gegensatz zu meinen) steht daneben mit einem Glas Wein in der Hand und gibt gute, wohlmeinende Ratschläge, die aber bitte gleich umzusetzen sind.
    Der Gute hat noch NIE verputzt. Weiß vermutlich nicht mal, wie man das Zeug anrührt.

    Da kein Mensch gute Ratschläge braucht, gibt man sie am Besten gleich weiter.
    #55Verfasser ulinne (894128) 25 Jan. 17, 13:04
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    #51 Augenklimpern und Mansplaining schließen einander aus, IMHO.

    Ähm... wieso?
    Andächtiges Zuhören, ehrfuchtsvolles Nicken oder bewunderndes Augenklimpern ist doch genau die Reaktion, die der "Mansplainer" erwartet. Und die manche Frauen eben auch bereit sind zu geben.


    #52 ...wie (schreiend) radelnde Männer ihren (schweigend) radelnden Frauen die naheliegende Sehenswürdigkeit (falsch) herrklären.

    Das sind garantiert dieselben Männer, die nachher schenkelklopfend Witze reißen über die geschwätzigen Frauen, bei denen die Männer nie zu Wort kommen.
    #56VerfasserCalifornia81 (642214) 25 Jan. 17, 13:10
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    Die Frauen, die andächtig zuhören und bewundernd Augenklimpern (und dies auch ernst meinen), empfinden das aber dann doch nicht als Mansplaining, oder? [Ich würde es dann eher als "erfolgreiches Balzverhalten" bezeichnen ...]
    #57Verfasser kikært (236250) 25 Jan. 17, 13:34
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    @51 kikært: Ich hatte auch mehr "... wie toll seine Ausrüstung ist, welche Einstellungen er warum gewählt hat und was er bisher fotografiert hat ..." gemeint. Männer unter sich starten ja bei solchen Gelegenheiten gern einen Penisvergleich. Dir die Mondfinsternis zu erklären fällt für mich auch ganz klar unter mansplaining.
    #58VerfasserBeate S. (824851) 25 Jan. 17, 13:37
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    #57 Lies mal meine kleine Geschichte in #5. Würdest Du allen Ernstes sagen, das war kein "Mansplaining", nur weil die vollgelatscherten Frauen andächtig zugehört haben?

    Und bei den in #37 geschilderten Teenagern würde ich - ebenso wie bei den in #5 genannten Hausfrauen - mangelndes Selbstwertgefühl und fehlendes Durchschauen dieses Rollenverhaltens annehmen.
    Das ist doch das logische Gegenstück zum Mansplaining; sonst funktioniert das doch gar nicht.


    #58 Oh ja! :D
    Besonders schön, wenn "frau" dann ihr 600mm-Tele auspackt. Da gerät dann die gesamte unter männlichen Hobbyfotografen übliche Phalluskonkurrenz in völlige Verwirrung.
    #59VerfasserCalifornia81 (642214) 25 Jan. 17, 13:49
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    Dir die Mondfinsternis zu erklären fällt für mich auch ganz klar unter mansplaining.
    Echt!?! Dann erklär doch bitte kurz mal, wieso es nicht jeden Monat eine Mondfinsternis gibt?
    Du darfst Dir nach jedem Deiner Sätze ein naiv interessiert eingestreutes 'Warum?' denken.
    #60Verfasser wor (335727) 25 Jan. 17, 13:49
    Kommentar
    @kikaert: Wie gesagt, je nach Laune, je nachdem, wer es ist und je nachdem, wie viel Zeit und Geduld ich in dem Moment gerade habe, kann es durchaus sein, dass ich den Mann einfach mal erklären lasse, was auch immer er mir erklären will, ihn dabei freundlich anlächle und ihm zunicke. Augenklimpern eher selten, es sei denn, ich will, dass er merkt, dass ich das nicht ernst meine. Was aber daran liegt, dass ich generell nicht der augenklimpernde Typ bin, andere können das bestimmt besser.

    Insofern schließen sich m.E. Augenklimpern und Mansplaining nicht grundsätzlich aus, sondern nur dann, wenn die Frau denjenigen in dem Moment wirklich bewundert, weil er ihr etwas in ihren Augen wirklich Tolles erklärt. Das ist dann wirklich kein Mansplaining. Man könnte es Balzverhalten nennen, Selbstdarstellung zur Stärkung des eigenen (schwachen) Egos oder auch plumpe Manipulation, je nachdem, was genau dahintersteckt.

    Ich habe gerade z.B. die Bilder aus dem diesjährigen Dschungelcamp vor Augen (ja, ich schaue das, ich stehe auch dazu, so sue me), als "Honey" einer bewundernden Gina-Lisa erzählt, was er in seinem Leben schon "geleistet" hat oder warum er an dieser oder jener Dschungelprüfung nun wirklich nicht teilnehmen kann und sie ihn anhimmelt und sofort ganz sicher ist, dass er unbedingt recht hat und sowieso ein Super-Typ ist... Egal, was er ihr erzählt, aus Gina-Lisas Perspektive ist das kein Mansplaining. Aus der Perspektive der unbeteiligten Zuschauerin wirkt es aber möglicherweise so, jedenfalls wenn diese Zuschauerin sich in diese Situation hineinversetzt und sich vorstellt, sie wäre stattdessen Honeys Gesprächspartnerin, die ihn eben nicht so anhimmeln würde (und, weil der Kerl zwar doof, aber nicht dumm ist, aus diesem Grunde wahrscheinlich auch nicht mit dieser Masche angesprochen würde).
    #61Verfasser Dragon (238202) 25 Jan. 17, 13:49
    Kommentar
    Aber ist denn Mansplaining im Rahmen des Balzverhaltens kein Mansplaining mehr?

    Nur weil die Frau das im Rahmen des Balzrituals um des höheren Ziels willen augenklimpernd und nur innerlich leicht genervt über sich ergehen lässt, ist es doch deswegen nicht weniger Mansplaining.

    Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Das Mansplaining ist bei vielen Männern geradezu ein regulärer Bestandteil des Balzrituals.
    #62VerfasserCalifornia81 (642214) 25 Jan. 17, 14:20
    Kommentar
    Ich halt's hier mit dem LEO-Mantra: Kontext, Kontext, Kontext ;-). So wie ein und derselbe Satz ein schönes Kompliment oder eine sexuelle Belästigung sein kann (je nachdem ob er von meinem Freund oder von meinem Chef kommt, z.B.), kann die Rumgockelei mit dem eigenen Wissen Mansplaining sein oder nicht. Und ich bin der festen Überzeugung, dass man lernen kann, wann etwas passend/angemessen ist und wann nicht. Und wenn man meint, etwas sei jetzt wohl eine Grauzone, verkneift man sich halt die Bemerkung.

    @Beate: Ich würde so gerne mal eine "echte" Fotoreise machen, aber meine Vorurteile bezüglich der potenziellen Teilnehmer halten mich davon ab ...
    #63Verfasser kikært (236250) 25 Jan. 17, 15:08
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    #60: ... wieso es nicht jeden Monat eine Mondfinsternis gibt ...

    Die gäbe es, wenn die Himmelskörper und ihre Bahnen wirklich so perfekt wären, wie uns das als Kindern in der Schule erklärt wurde. Dummerweise sind sie das aber nicht.

    Ich glaube allerdings kaum, dass der betreffende Herr bei seinen Erklärungen so sehr in die Tiefe gegangen ist. Vielleicht hätte kikært ihn das mal fragen sollen.
    #64VerfasserBeate S. (824851) 25 Jan. 17, 15:34
    Kommentar
    @64  "Dummerweise sind sie das aber nicht." Warum?

    @63 Kontext
    Genau! Ich mansplaine nie!
    "Ich bin einfach endloser Quell profunden Wissens, das jedwedes Weib ehrfurchtsvoll aufnimmt."
    Mit dieser Formel (neudeutsch Narrative) komme ich jetzt klar. Ich bin noch zentrierter als zuvor.
    Danke Leute!
    #65Verfasser wor (335727) 25 Jan. 17, 15:41
    Kommentar
    Das Ganze funktioniert ja auch von Mann zu Mann und nennt sich dann
    "Fachsimpeln".

    Wo da das Wörtchen Simpel herkommt...?
    #66Verfasser ulinne (894128) 25 Jan. 17, 15:52
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    Öm, wor, ist Deine #42 ernst gemeint, insbesondere Punkt 2? Der Anteil der Labertaschen, die niemanden zu Wort kommen lassen und stattdessen irgendeinen Quark erzählen ist unter Männern nicht kleiner als unter Frauen.
    #67Verfasser Russisch Brot (340782) 25 Jan. 17, 16:17
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    #67 Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die mit Hilfe von Tonaufnahmen belegen, dass der Redeanteil von Jungen/ Männern im Schnitt erheblich höher ist als der von Mädchen/ Frauen - entgegen allen sexistischen Klischees und Stammtischwitzchen.

    #63 Rumgockelei! Das ist auch ein sehr schönes Wort in dem Kontext, wenn auch keine direkte Übersetzung von "Mansplaining". :-)
    #68VerfasserCalifornia81 (642214) 25 Jan. 17, 16:34
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    @67 Mit 42-2 meinte ich, dass Sätze wie "Der Zug fährt an." möglicherweise anders/zusätzlich inspiriert sind gegenüber konventionellen Herrklärungen. Dass eben das Lösen einer Anspannung hier primärer Auslöser der Äußerungen ist. Der Inhalt wird dann wohl nach den üblichen Schemata (kann Herrklären sein) gefüllt, und ist wg des Mitteilungsdrucks ggf.noch banaler als sonst.

    Wieso Männer - wenn sie denn ihr Schweigen brechen - vielleicht auch ein Wort mehr hervorbringen, dazu habe ich in #65 alles gesagt. Hört halt zu, wenn ich etwas erkläre.
    #69Verfasser wor (335727) 25 Jan. 17, 16:53
    Kommentar
    Ach ja, wor, Du bist hier eine unterdrückte Minderheit. :-)
    Eine Runde Mitleid für wor... ;-)
    #70VerfasserCalifornia81 (642214) 25 Jan. 17, 17:20
    Kommentar
    ... und das Gegenstück zu den "Herrklärungen" sind dann die "Fräuklärungen" ?
    *duckunnwech*
    #71Verfasser no me bré (700807) 25 Jan. 17, 17:30
    Kommentar
    Oh, der arme Mann, da sprudelt er Weisheiten und die Weiber hören nicht zu! There, there!
    #72Verfasser Russisch Brot (340782) 25 Jan. 17, 17:45
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    Zu oben: Naja, wenn die Frau positiv darauf reagiert oder es sogar durch absichtlich dummes Fragen provoziert, ist es ja kein Mansplaining mehr. Dieses kann doch nur unaufgefordert und unerwünscht passieren.
    #73Verfasser tigger (236106) 26 Jan. 17, 07:56
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    @71 im Englischen ist das ja klar: Man talks, girls gab.
    #74Verfasser wor (335727) 26 Jan. 17, 09:39
    Kommentar
    @74: Nicht in meiner Version der englischen Sprache, wor. "gab" ist nur in "gift of the gab" Bestandteil meines Wortschatzes - und diese Gabe wird längst nicht jeder Frau, dafür aber auch einigen Männern zugeschrieben. Vielleicht ist das AE oder entstammt einem Dia- oder Soziolekt, der bei und zuhause nicht gesprochen wurde.
    #75Verfasser Dragon (238202) 26 Jan. 17, 09:57
    Kommentar
    @71
    Im umgekehrten Fall funktioniert das anders.

    Frau, dominant und laut: Er: meist Duckmäuser. Nie aber glubschäugig sie dabei anhimmelnd.
    #76Verfasser ulinne (894128) 26 Jan. 17, 14:26
    Kommentar
    Ohime! Ich vernehme die schwefligen Schwaden frenetischen Feminismus. :-O
    #77Verfasser wor (335727) 26 Jan. 17, 14:59
    Kommentar
    Oh doch, ulinne, das gibt es sehr wohl. Das nennt man "caught in the friend zone", wenn er für sie der beste Freund ist, sie für ihn aber eigentlich die angehimmelte Traumfrau.

    (wor, hör auf zu trollen. Das steht dir nicht.)
    #78Verfasser tigger (236106) 26 Jan. 17, 15:06
    Kommentar
    Und damit haben wir ein authentisches Beispiel angewandten Femsplainings.
    #79Verfasser wor (335727) 26 Jan. 17, 15:17
    Kommentar
    -
    #80Verfasser Anne_7 (731158) 26 Jan. 17, 15:37
    Kommentar
    Äh, weil ich als Frau ulinne als Frau was erkläre, was sie offenbar nicht wusste? Kapier ich jetzt nicht. (DAS war jetzt gefemsplaint. 😁)
    #81Verfasser tigger (236106) 26 Jan. 17, 23:04
    Kommentar
    --
    #82Verfasser weirdo (236636) 26 Jan. 17, 23:10
    Kommentar
    @81 Die Klammer in #87 (letzter Satz) war's.

    Frau auf Frau femsplaining?!? Müsste Mann glatt mal durchdenken. Damit hättest Du ulinne aus ihrem gewohnten Rollenkontext entführt (mit allen strafrechtlichen Konsequenzen) in einen männlichen Kontext eingebettet (von mir gäb's dafür mildernde Umstände), aber dann - im männlichen Kontext - sexuell diskriminiert (übel, ... ganz übel). Ich müsste also ein solches Verhalten als äußerst verwerflich kategorischstenst ablehnen.
    #83Verfasser wor (335727) 27 Jan. 17, 08:40
    Kommentar
    @78

    für mich hinkt der Vergleich. Er himmelt sie dann an, weil er was von ihr will und nicht, weil sie ihm angeblich "überlegen" ist.
    Es ging ja eigentlich um eine Überlegenheit, die faktisch nicht vorhanden ist.
    #84Verfasser ulinne (894128) 27 Jan. 17, 08:52
    Kommentar
    #9  Slartibladfarst :
    "Vor ein paar Wochen gab es im zürcher Tages-Anzeiger einen köstlichen Artikel über die Unterart "Trainsplaining" (Link leider nicht auffindbar)."

    Gefunden:
    #85Verfasser GuggstDu (427193) 27 Jan. 17, 09:03
    Kommentar
    ulinne, und warum himmeln deiner Ansicht nach Frauen Männer an, denen sie sich unterlegen fühlen? Nur so, nicht weil sie sich eine Beziehung zu dem Mann wünschen?
    Darauf haben sie doch deutlich größere Chancen als ein in der Friend Zone festsitzender Mann...
    #86Verfasser tigger (236106) 27 Jan. 17, 22:45
    Kommentar

    While it is clear from the etymology that the mansplainer must be a man, I wonder if his victims need be women. I asked myself this question when at a recent family get-together, the boy-friend of our nephew's daughter succeeded in telling me all he assumed I didn't know about linguistics, told his girl-friend's grandparents (both architects) all they didn't know about architecture, told my daughter (a biologist) all she didn't know about biology, and my wife (a physicist) all she didn't know about physics. He himself is a computer specialist.

    #87Verfasser escoville (237761) 12 Mai 19, 13:00
    Kommentar

    escoville, ist das noch ein "mansplainer" oder einfach ein Klugscheißer? Sehr aufschlussreich dazu: https://en.wikipedia.org/wiki/Dunning%E2%80%9...


    Für die, die Links nicht anklicken können / wollen:

    " (...) the Dunning–Kruger effect is a cognitive bias in which people mistakenly assess their cognitive ability as greater than it is. It is related to the cognitive bias of illusory superiority and comes from the inability of people to recognize their lack of ability."

    #88Verfasser Raudona (255425) 12 Mai 19, 13:34
    Kommentar
    Escoville, ich hoffe, du hast ihm dann all die Sachen über Computer erklärt, die er noch nicht wusste.

    Der Begriff ist sowieso in erster Linie ein Kampfbegriff, um ein unerwünschtes Verhalten mit einer Bevölkerungsgruppe zu assoziieren. Würde man das mit Frauen, Muslimen oder Migranten machen, wäre es sexistisch oder rassistisch.
    #89Verfasser mordnilap (835133) 12 Mai 19, 14:20
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    #88 Dunning-Kruger-Effekt - sehr schön. Den Begriff sollte man sich merken und in solchen Gesprächen an passender Stelle einfließen lassen. Bis der Mansplainer (oder wahlweise Klugscheißer) das auf seinem Handy nachgeschlagen hat, ist man schon über alle Berge. :-)


    #87 Sieh das mal positiv. Stell Dir vor, er hätte Dich die ganze Zeit über irgendwelche Computersachen vollgelabert. ;-)

    Er hat wahrscheinlich bei irgendeinem Coaching mal gelernt, dass man sich auf die Themen des Gegenübers einlassen soll und nicht nur von sich selber reden soll...

    #90VerfasserCalifornia81 (642214) 12 Mai 19, 14:27
    Kommentar

    mordnilap, hier wird doch kein Verhalten mit einer Bevölkerungsgruppe assoziiert. Nicht jeder Mann ist ein Mansplainer.


    Umgekehrt wird ein Schuh draus: Ein prototypischer Mansplainer hält eine bestimmte Bevölkerungsgruppe (= Frauen) für blöd.

    #91Verfasser Raudona (255425) 12 Mai 19, 21:54
    Kommentar

    Doch, natürlich. Ob jeder Mann ein Mansplainer ist, ist nicht der Punkt. Pars pro toto wird das mit einer Bevölkerungsgruppe in Verbindung gebracht. Das ist ja nicht einfach ein einzelner Term. Es gibt noch ein paar ähnliche wie manspreading (zuviel Platz brauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln), manterrupting, manslamming (anrempeln) und noch ähnliche mehr. Alle in den letzten Jahren entstanden. Entsprechende Ausdrücke, die sich auf Juden, Frauen, Muslime, Schwarze oder andere beziehen, gibt es kaum.


    Es gibt auch keinen anderen Grund, den Mann ausdrücklich in das Wort reinzubringen, als zu suggerieren, das sei typisch männlich.


    Das ist, wie wenn ich einen Wucherzins als Judenzins bezeichnete (diesen Begriff gibt es übrigens mit genau dieser Bedeutung und wird in der Wikipedia mit gutem Grund als antijudaistisch bezeichnet) oder rumnörgeln als frauennörgeln.


    Entsprechend würde es auch an Volksverhetzung grenzen und jeden Beamten den Kopf kosten, wenn man unerwünschtes Verhalten einzelner Muslime als toxischen Islam bezeichnete, aber der Kampfbegriff toxische Männlichkeit kann relativ gefahrlos gebraucht werden.

    #92Verfasser mordnilap (835133) 12 Mai 19, 22:44
    Kommentar

    Tröste dich, es gibt auch Femsplaining:

    Das passiert immer noch sehr häufig, wenn Mütter allen Männern erklären wollen, wie man Kinder betreut und erzieht. Auch Vätern, die ganz ehrlich halbe-halbe oder mehr machen und sehr genau wissen, wie man ein Baby wickelt und Brei kocht. :-P

    Passiert sehr häufig in Gesellschaften, in denen das mit dem Halbe-Halbe nicht sehr gut klappt, z.B. in Deutschland und Österreich. Ich gehe davon aus, dass es in Skandinavien seltener ist.

    #93Verfasser tigger (236106) 13 Mai 19, 10:44
    Kommentar

    #92: Mal abgesehen davon, dass ich noch nie etwas von "toxischem Islam" oder "toxischer Männlichkeit" gehört habe (was soll das sein?), sehe ich da doch einen gewaltigen Unterschied: Bei "mansplaining" wird ein konkretes Verhalten von einzelnen Angehörigen einer Bevölkerungsgruppe angesprochen. Und, ja, das, was beschrieben wird, ist typisch männlich und richtet sich grundsätzlich an / gegen Frauen. Jeder mansplainer ist ein Klugscheißer, aber nicht jeder Klugscheißer ist ein mansplainer.


    Entsprechende Ausdrücke, die sich auf Juden, Frauen, Muslime, Schwarze oder andere beziehen, gibt es kaum.


    So? Es gibt viele, viele Begriffe, die ausschließlich auf Frauen gemünzt sind. "Schlampe" und "rumzicken" fallen mir ein - interessanterweise ist eine Frau, wenn sie nicht rumzickt, eine Schlampe. Schrulle, Vettel, Schachtel, Zimtzicke, Schickse ... Und die meisten Frauen hier bei LEO wären vor ein paar Jahrzehnten noch als Blaustrumpf bezeichnet worden.


    Rassistische Beispiele schreibe ich nicht.


    Ich weiß allerdings nicht so recht, was das Aufrechnen soll.

    #94Verfasser Raudona (255425) 16 Mai 19, 19:57
    Kommentar

    Rassismus, Antisemitismus? Müssen wirklich bei jedem Thema die ganz großen Fässer aufgemacht werden?


    Wenn Er Sie mit seinen spezifischen Vorstellungen dazu nervt, wie die Spülmaschine einzuräumen sei, um Spülschatten zu vermeiden und gleichmäßigen Glanz zu gewährleisten, und Sie Ihm Mansplaining vorwirft, dann ist das meinetwegen sexistisch, aber noch kein Grund, wegen Menschenrechtsverletzung vor den internationalen Gerichtshof zu ziehen.


    Ich kenne das Wort eigentlich nur aus solchem eher harmlosem Kontext und plädiere für etwas Sinn für Proportionen.

    #95VerfasserMr Chekov (DE) (522758)  17 Mai 19, 07:08
    Kommentar

    Schlimm wird's halt in der Öffentlichkeit, wenn weibliche Führungskräfte oder Politikerinnen aufgrund ihres Geschlechts nicht ernst genommen werden. Da ist Mansplaining häufig ein Teil generellen Sexismus'. Klassisches Beispiel TV-Diskussion, Expertin will sich äußern, männlicher, weniger qualifizierter Teilnehmer fällt ihr ins Wort und zieht ihre Qualifikation in Zweifel.

    Aber das nur als illustrierendes Klischee.


    OT zur "toxischen Männlichkeit":

    Da haben wohl mehrere etwas missverstanden. Es war ein Buzzword über das viel Dummes geschrieben wurde, aber einige Fakten sind doch bedenkenswert. Hier ein kurzer Artikel zum Überblick.

    https://derstandard.at/2000083736242/Toxische...

    #96Verfasser tigger (236106) 17 Mai 19, 09:31
     
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