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Schmeckt wie Arsch und Friedrich. Oder nach gar nichts.
Frank McCourt, Tag und Nacht und auch im Sommer
The food has no taste perhaps? Or does it just not taste good?
The food was either disgusting or didn't taste of anything.
Teacher Man: A Memoir
- Seite 347 - Google Books-Ergebnisseite
https://books.google.de/books?id=xdyPvHc3E1oC... - Diese Seite übersetzen
Frank McCourt - 2005 - Biography & Autobiography
A Memoir Frank McCourt. What? Like, you can't eat that stuff. Why not? Tastes like crap or it has no taste at all. How do you know what crap tastes like?
Ganz schön kreativ übersetzt.
Würde mich interessieren, wie es im Deutschen dann weitergeht für "How do you know what crap tastes like?".
"Woher weißt du, wie Arsch schmeckt?" Fänd ich lustig.
#3: "Könntest du 'Arsch und Friedrich' ein bißchen genauer definieren?"
Wie gesagt, ganz schön kreativ.
Etwas OT, über den Übersetzer :
https://books.google.de/books?id=OyY0n1Q0hekC...
... Rudolf Hermstein, geb. 1940, studierte Sprachen in Germersheim und ist der Übersetzer von u.a. William Faulkner, Allan Gurganus, Doris Lessing, Robert M. Pirsig und Gore Vidal. Er wurde mit dem Literaturstipendium der Stadt München sowie mehrfach mit Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet. ...
Danke, Mattes! Immerhin war da keine Maschine am Werk ;-)
Wie kommt der Übersetzer denn auf so einen Spruch? Ich habe ihn zuvor noch nie gehört.
"Könntest du 'Arsch und Friedrich' ein bißchen genauer definieren?"
Diese Frage hätte also auch von mir stammen können, wenn mir jemand seine Mahlzeit so beschreiben würde.
Also ich kenne den Spruch schon ewig. Ist vielleicht ein Süddeutsche Besonderheit?
Für mich (ebenfalls Süddeutschland) ist der Spruch auch ganz normal. Etwas kann wie Arsch und Friedrich schmecken aber auch aussehen (= unordentlich, eklig, häßlich; je nach dem).
FWIW, ich persönlich (norddeutsch) kannte diese deutsche Redensart bislang auch nicht, aber wenn man sie googelt, findet man vielerlei Nachweise, dass sie seit jeher verwendet wird, schwerpunktmäßig wohl im Süddeutschen. Aufschlussreiche Links:
https://www.redensarten-index.de/suche.php?su...
https://www.freiepresse.de/ratgeber/onkel-max...
https://www.heinrich-tischner.de/22-sp/6mda/s...
Auch von meinen süddeutschen Verwandten und Bekannten nie gehört - aber mir gefällt der Ausdruck, er ist sehr schön plastisch.
@ Mattes: Good stuff! Thanks for doing the research.
Ich kenne den Ausdruck nur im Sinne von "Diese Arbeit/Bemühungen war(en) jetzt völlig umsonst/sinnlos".
In Bezug auf Essen o.ä. habe ich das noch nie gehört.
senseless, kann es sein, dass du das jetzt mit "Die Arbeit war für'n A***" verwechselst?
In dem von dir genannten Zusammenhang kenne ich den Ausdruck nämlich nicht.
Ich kenne den Ausdruck im Sinne von "etwas schmeckt nicht besonders, fad, langweilig, nicht gut ..." (Raum Süddeutschland).
Im ersten Link von mad in #10 gibt es auch das Beispiel (sogar das erste Beispiel) "die ganze Arbeit war für Arsch und Friedrich".
In der Verwendung kannte ich es auch nicht.
Ich meine, ich kenne den Ausdruck nur von meinem Vater, der aus dem Raum Ostwestfalen war.
Südwestdeutschland. "Schon immer" in meinem aktiven Wortschatz. Für Essen. Nicht für Arbeit.
interessante Diskussion für mich, da auch ich diesen Ausdruck bisher nicht kannte.
Daraus ergibt sich ja allerdings auch die Frage nach der Etymologie dieser Redewendung.
Ich weiß nicht, ob das jetzt für einige despektierlich wirkt, aber mir ist dazu spontan die ja wohl auch allgemein kolportierte Homosexualität Friedrichs des Großen in den Sinn gekommen, auf die ja auch Voltaire jedenfalls klar hinwies, wenn er von ständigen kurzen Besuchen junger Leutnants in den Privatgemächern von Friedrich Zwo berichtete. Und das mag ja damals doch so einigen übel aufgestoßen sein.
Aber ich mag damit ja auch durchaus total falsch liegen.
Nach diesem Artikel soll die Redewendung seit dem 16. Jahrhundert belegbar sein und wird auf Kaiser Friedrich III. (1415-1493) bezogen:
Es wird in der Literatur ein weiterer Bezug angegeben, nämlich der auf Friedrich den Großen (1712-1786). Dem widerspricht jedoch der Umstand, dass die Redewendung deutlich früher belegbar ist.
Aus selbigem Artikel: Sie betrachtet "Friedrich" nicht als Personennamen, sondern als eine Umschreibung für die vulgäre Bezeichnung der weiblichen Vagina, die zum einen lokale Nähe zum Arsch hat, zum anderen den gleichen konsonantischen Wortanfang wie "Friedrich" hat.
Wer spricht denn Vagina mit Vogel-F aus?!
vulgäre Bezeichnung: Futt
#20 Ich glaube, hier wollte jemand nur das eigentlich gemeinte Wort, mit F beginnend, nicht schreiben, um nicht ganz in die Gosse abzurutschen.
Es gibt den Spruch übrigens auch in abgemilderter Form, und zwar "Das schmeckt wie Absatz und Friedrich."
Edit: Wenn ich den eindeutig männlichen Friedrich höre, assoziiere ich persönlich das in diesem Zusammenhang ja eher mit dem, was bei Männern in der Gegend zu finden ist....
In meinem Umfeld sagt man übrigens: "Das schmeckt wie A und F!"
@#21
Futt, auch Fut, Fud ...
gerade erst über diesen hoch interessanten Faden gestolpert, und jetzt frage ich mich, ob das verwandt ist mit "das schmeckt wie HV", was meine Mutter immer sagt, und auf Nachfrage behauptet, das stünde für "Hundsvott"...
Kennt das noch jemand?
Das ist jetzt aus dem hessischen Raum, aber außer meinen Eltern habe ich das noch nie jemanden sonst sagen hören.
Auch das kenne ich nicht. Schmeckt es besonders schlecht oder nach gar nichts?
Wenn dieser Spruch mit dem Friedrich in Süddeutschland tatsächlich so profan und alltäglich ist, hätte er einen Wörterbucheintrag verdient. Aber wie lautet eine Entsprechung? Tastes like crap or it has no taste at all (#2) ?
meine Mutter verwendet das für eher geschmacksneutrale Dinge, die nicht genug gesalzen sind.
Spinatwachtel, Hundsfott kenne ich als Schimpfwort aus älteren Texten - Grimmelshausen und so.
Zu der Wurzel Futt gibts viele Variationen und Kombinationen, u. a. einen bairischen Ausdruck für Mundharmonika.