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  • Betreff

    Sir

    [Redewendung]
    Quellen

    To whom it may concern


    Sir,


    RE: Medical report

    Kommentar

    Ich bin gerade dabei, einen medizinischen Bericht für einen Asylbewerber zu übersetzen. Die Frage ist, wie übersetze ich hier die Anrede SIR? Vieleicht einfach nur


    Sehr geehrte Damen und Herren?


    Für "to whom it may concern" übernehme ich "An die zuständige Abteilung"


    Danke für die Hilfe.


    Verfasserhandymouse (466578) 25 Jan. 19, 09:34
    Ergebnisse aus dem Wörterbuch
    sirder Sir
    sirder Herr  Pl.: die Herren
    self-insured retention [Abk.: SIR] [VERSICH.]selbstversicherter Eigenbehalt
    sir [form.]mein Herr
    Yes, sir!Jawohl!
    Language, sir! (Brit.)Ich verbitte mir solche Ausdrücke!
    Yes, sir!Jawoll! [hum.]
    Kommentar

    Sir: Ja, genau.


    Dann würde ich eher von Stelle als Abteilung sprechen, das ist neutraler, da es sich nicht nur auf die Abteilungen einer bestimmten Institution bezieht. Auch: Zur Vorlage bei der zuständigen Stelle.

    #1Verfassermbshu (874725) 25 Jan. 19, 09:57
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    Vielen Dank, mbshu, werde ich so übernehmen.

    #2Verfasserhandymouse (466578) 25 Jan. 19, 10:18
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    Eigentlich schreibt man entweder 'Sir (Madam)' oder 'To whom it may concern'. Letzteres ersetzt die direkte Anrede - wenn du also schon 'Sehr geehrte Damen und Herren' geschrieben hast, würde ich das schlicht weglassen.

    #3VerfasserGibson (418762) 25 Jan. 19, 11:11
    Kommentar

    Stimmt, könnte ich weglassen. Da es aber um eine beglaubigte Übersetzung geht, muss ich wohl textgetreu übersetzen. Wenn ich also beides stehenlasse, wird es wohl auch kein Fehler sein, nehme ich an, oder?

    #4Verfasserhandymouse (466578) 25 Jan. 19, 11:17
    Kommentar

    Stimmt, dann ist es tatsächlich besser, jeden Satz zu übersetzen.

    #5VerfasserGibson (418762) 25 Jan. 19, 11:21
    Kommentar

    Wäre es in diesem Fall zulässig, "unpersönliche (oder neutrale) Anrede" zu schreiben, analog zu "unleserlich" bei Unterschriften?

    #6VerfasserNico (DE) (769488) 25 Jan. 19, 13:25
    Kommentar

    Ich frage mich, wie diese Kombination aus "To whom it may concern" und "Sir" zustande kommt?


    Wendet sich der Bericht an einen bestimmten Leser? Möglicherweise von einem Arzt an einen Arzt? Dann könntest du "Sehr geehrter Kollege" schreiben.

    #7VerfasserDuugu (965864) 25 Jan. 19, 14:11
    Kommentar

    Zur Klarstellung. Es handelt sich um den medizinischen Bericht eines Arztes in Afrika. Er soll ins Deutsche übertragen und beglaubigt werden, damit er bei Gericht für den Widerspruch im Asylverfahren eingereicht werden kann. Ob man "unpersönliche (oder neutrale) Anrede" schreiben kann, weiß ich nicht, dies habe ich noch nie gehört bzw. gesehen. Und "sehr geehrter Kollege" ist in diesem Fall wohl wieder zu speziell, da der Bericht keinem Arzt, sondern dem Gericht vorgelegt wird. Deshalb erschien mir "Sehr geehrte Damen und Herren" geeignet, da mir diese Anrede auch unpersönlich erscheint, weil kein Name genannt wird. Oder täusche ich mich?

    #8Verfasserhandymouse (466578) 25 Jan. 19, 14:34
    Kommentar

    Bei einer Anrede währe "Sehr geehrte Damen und Herren" die exakte Entsprechung zu "To whom it may concern".


    Hier ist die Anrede aber anscheinend "Sir"? Und "To whom it may concern" steht im Adressfeld? Da kannst du ja schlecht "Sehr geehrte Damen und Herren" reinschreiben.


    Steht "To whom it may concern" bei deinem Dokument im Adressfeld oder in einem ähnlichen Bereich, würde ich es trotzdem schlicht weglassen. Das macht für mich keinen Unterschied. Aber ich bin kein vereidigter Übersetzer. Ich weiß daher nicht, ob das zulässig ist. Ich kann mir aber wirklich keinen Grund vorstellen, warum das ein Problem sein sollte.


    Wenn du das also weglässt, dann würde ich das sinnfreie (?) "Sir," durch "Sehr geehrte Damen und Herren" ersetzen.

    #9VerfasserDuugu (965864) 25 Jan. 19, 14:56
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    Ich bleibe bei meiner No. 1.

    No. 6 ist ungebräuchlich, daher hier nicht zu empfehlen; dem Empfänger einer solchen Übersetzung soll man das Leben nicht schwer machen.

    #10Verfassermbshu (874725) 25 Jan. 19, 14:56
    Kommentar

    Ich würde das "to whom it may concern" mit "Sehr geehrte Damen und Herren" übersetzen und das sinnfreie und sexistische "Sir" weglassen.


    Ja, pet peeve of mine. Schreiben an mich die mir "Dear Sir" anfangen, landen direkt in der Rundablage. Nicht erst seit gestern können Physiker auch weiblich sein. Und mein Vorname (Ina) ist halbwegs eindeutig weiblich.

    #11VerfasserIna R. (425467) 25 Jan. 19, 19:36
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    Nein, nein, bitte bei beglaubigten Übersetzung niemals etwas weglassen! Auch wenn es im Quelltext überflüssig erscheint!


    Ich habe das Dokument nicht vor mir, würde es aber wahrscheinlich damit lösen, dass ich das schwammige "to whom it may concern" mit "Bestätigung" übersetzen würde, sofern das hier passt. Oder wie hier schon vorgeschlagen mit "Zur Vorlage bei ...". Und dann "Sir" mit Sehr geehrte ..."


    Bitte nichts unter den Tisch fallen lassen, nicht einmal eine Zahl am Rand, die vielleicht nur die Formularnummer darstellt und in der Übersetzung kein Schwein interessiert - das kann einen öffentlich bestellten und beglaubigten Übersetzer den Titel kosten!


    Edith sagt noch: Bei zu übersetzenden Dokumenten sind persönliche Belange ("Das finde ich sexistisch") völlig irrelevant. Mag traurig sein, ist aber wahr! ;-)




    #12VerfasserFragezeichen (240970) 25 Jan. 19, 20:19
    Kommentar

    Nicht nur bei Dokumenten. Auch bei der literarischen Übersetzung möchte kein Autor, daß seine aus welchen Gründen auch immer unsympathischen Figuren weichgespült werden!


    Sogar im Geschäftsleben. Natürlich wird ein guter Dolmetscher es ausgleichen, wenn der Sprecher aus Unkenntnis eine Formulierung benutzt, die in der Zielsprache so nicht geht. Aber wenn er gezielt deutlich werden möchte, dann soll der Dolmetscher das nicht entschärfen.

    #13Verfassermbshu (874725) 25 Jan. 19, 21:13
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    Na ja, da sehe ich schon einen Unterschied. Natürlich habe ich auch in der Belletristik den Anspruch, die Intention des Autors nicht zu vernachlässigen, aber wenn in einem Roman lästige Wiederholungen weggelassen oder umformuliert werden (ist bei mir häufig der Fall), tut das nur allen Beteiligten gut.


    Bei einem Dokument, das beglaubigt übersetzt werden soll, ist das eine ganz andere Sache. Hier geht es nicht um schöne, gefällige, gut lesbare Formulierungen, sondern nur um die Fakten - und alles, was im Original steht, muss übersetzt werden.


    Ob es sinnvoll ist, mir als Übersetzer gefällt oder auch nicht, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Ich weise noch einmal auf das Beispiel mit den Zahlen hin, die oft bei Vordrucken am Rand stehen (und in der Übersetzung meist überhaupt nicht von Belang sind und niemanden weiter interessieren). Alles muss in die Übersetzung, sonst ist das Beglaubigungssprüchlein, das der Übersetzer am Ende hinzufügt, und mit dem er bestätigt, alles "richtig und vollständig" übersetzt zu haben, nicht erfüllt.


    Bei meinen Belletristik-Übersetzungen habe ich keinerlei Probleme damit, den Text locker-flockig anzupassen, bei beglaubigten Dokumenten bin ich da jedoch sehr genau! Und so soll es doch auch sein, oder?



    #14VerfasserFragezeichen (240970) 25 Jan. 19, 21:43
    Kommentar

    Ich bezog mich nicht auf lästige Wiederholungen, sondern auf etwas wie in No. 11 beschrieben.


    Und locker-flockig? Wenn es im literarischen Original so ist, bitte. Aber bei manchen Autoren geht das ja nun gar nicht.

    #15Verfassermbshu (874725) 25 Jan. 19, 22:31
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    @Fragezeichen, @mbshu: Bin auch derselben Meinung. Nichts, aber auch gar nichts darf weggelassen werden bei übersetzten Dokumenten, die beglaubigt werden müssen. Es ist ja nicht das erste Dokument, das ich übersetzen und beglaubigen muss. Aber hier ging es mir um die deutsche Formulierung von "To whom it may concern" und "Sir", eine Kombination, wie ich sie bisher noch nicht angetroffen habe.

    Letztendlich habe ich mich entschlossen, die Formulierung von Fragezeichen und mbshu zu übernehmen, nämlich "Zur Vorlage bei der zuständigen Stelle" sowie "Sehr geehrte Damen und Herren". Damit kann man sicherlich nichts falsch machen.

    Vielen Dank allen für die erfrischende Diskussion.

    #16Verfasserhandymouse (466578) 26 Jan. 19, 09:02
    Kommentar

    #12


    Vermutlich hätte ich meinen Job als beglaubigter Übersetzer schon nach dem ersten Tag verloren. Ich bringe es einfach nicht übers Herz, Quatsch als Quatsch zu übersetzen. ;)


    Wobei ich mich dann allerdings schon frage, wie man dann "to whom it may concern" mit "Bestätigung" und "Sir" mit Sehr geehrte ..." übersetzen kann. Das wäre dann doch ebenfalls eine Veränderung. Da steht nicht "Bestätigung" und "Sehr geehrte Damen und Herren". Da steht "An den betreffenden Empfänger" und "Sehr geehrter Herr". :)

    #17VerfasserDuugu (965864) 26 Jan. 19, 16:43
    Kommentar

    Ich reite da nur deshalb so darauf herum, weil du eben bei einer beglaubigten Übersetzung nichts weglassen darfst, auch wenn dir manches als Übersetzer überflüssig, doof, sexistisch oder sonst wie erscheint! ;-)


    Selbstverständlich muss und darf man Phrasen nicht wörtlich übersetzen, wenn das keinen Sinn ergibt! Sondern so, dass sie in dem Land, in dem das Dokument eingereicht wird, von dem Empfänger verstanden werden.


    Mir geht es um Auslassungen, wie in #9 und #11 vorgeschlagen wurde. Weglassen ist nicht zulässig!



    #18VerfasserFragezeichen (240970) 26 Jan. 19, 17:30
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    Duugu, wenn der zuständige Beamte ohne Englischkenntnisse sich die Übersetzung ansieht und mit dem Original vergleicht, wird er sagen:


    Wieso stehen da im Original zwei Zeilen und bei Ihnen nur eine?


    Und dann sagst du: Ich fand das doof und sexistisch, das habe ich weggelassen.

    Und ja, dann bist du den Job los ;-)


    Wenn der Beamte hingegen fragt: Wieso ist da so ein langer Satz und im Original nur ein Wort, dann kannst du erklären, dass 'Sir' in altmodischem Englisch die höfliche Anrede für unbekannte Personen ist und damit den 'sehr geehrten...' entspricht. Das ist nicht nur zulässig, sondern richtig. Natürlich übersetzt man nicht wörtlich. Das tut man doch nie. (Und dafür würde ja auch Google reichen.)

    #19VerfasserGibson (418762) 26 Jan. 19, 17:49
    VorschlagSehr geehrte Ansprechperson der...
    Quellen

    Bei sowas schreib ich immer "Sehr geehrte Ansprechperson der ()"

    #20Verfasseraussie95n (1259455) 26 Jan. 19, 21:01
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    Danke für die Aufklärung :)

    #21VerfasserDuugu (965864) 26 Jan. 19, 21:39
    Kommentar

    No. 20: Kann man privat natürlich halten, wie man will. Aber wenn im Original eine Standardformulierung steht, soll der Übersetzer sie nicht durch eine obskure Formulierung wiedergeben.

    #22Verfassermbshu (874725) 26 Jan. 19, 21:50
     
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