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  • Betreff

    "klotzender Kaffer"

    Quellen

    ...der das Volk als Mittel zum Zweck, als Stimmvieh, oder mit Raster zu reden als "klotzender Kaffer"...


    from Vorbote - 6 June 1874 - article about the ballot box and the expert politicians.




    Kommentar

    I know Kaffer means oaf, but this phrase togeteher seems to be an idiom of which I cannot make any sense.


    Thank you.


    Verfasser ScottChicago (887282) 10 Jun. 20, 17:51
    Kommentar

    klotzen könnte die frühere Schreibweise von "glotzen" sein.

    Also das Stimmvieh, das nur dumpf und teilnahmslos auf etwas starrt.

    #1Verfasser wienergriessler (925617)  10 Jun. 20, 17:53
    Kommentar

    Oh, Kaffer war auch mal, insbesondere im 19.Jh, eine abfällige Bezeichnung für Schwarze / Schwarzafrikaner ... noch heute gibt es deshalb Diskussionen um die Bezeichnung des Siehe Wörterbuch: Kaffernbüffel ...

    #2Verfasser no me bré (700807)  10 Jun. 20, 17:59
    Kommentar

    Wer ist den der besagte Herr Raster? Vielleicht eine seinerzeit prominente Person mit einer besonders harten, zum Beispiel preußisch-militärisch schnarrenden Aussprache, die das "G" zum "K" macht? So dass der Ausdruck hier deswegen insgesamt in Anführungszeichen gesetzt wird? Dann:


    klotzende Kaffer = glotzende Gaffer = goggling gawkers


    (ähnlich # 1)


    A la Hauptmann von Zitzewitz im Kasernenhofton: "Was klotzen Se denn so, Kefreiter Müllerrr!? Wenn Se so weitermachn, falln Ihnen balt die Augn rrraus! Kehrrrrt marrrsch! Unnn - Liegestütz!" ;-)

    #3Verfasser mad (239053)  10 Jun. 20, 18:12
    Kommentar

    Thank you all. Herman Raster was the editor of the Illinois Staats-Zeitung, an enemy paper of Vorbote. Part of the article attacks his colleague Anton Hesing.

    #4Verfasser ScottChicago (887282) 10 Jun. 20, 18:29
    Quellen

    klotzen, für glotzen (vgl.DWB klottern 2):

    das in (den spielern) die augen klotzen dicke

    als einem kader in eim stricke. Renner Frankf. 1549 bl. 35,

    glotzen in der Bamb. ausgabe 6643; klotzende augen. Simpl. 1684 3, 50, Wieland 4, 47 (anklotzen 8, 131); wie seine augen klotzen. Oberon 5, 57; der patriotismus klotzte ihm fürchterlich aus den augen. E. Helmer prinz Rosa-Stramin (1857) 222.

    http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgu...


    kaffer, m. als schimpfwort, z. b. studentisch, duckmäuser, fader mensch, knauser, auch schmuziger mensch im wörtlichen sinn, und bauer. eine schulmäszige übertragung der Kaffern im Kafferlande?

    auf schöne fraun erpichter als ein Kaffer.

    Wieland 22, 97.

    schwäb., rhein. für bauer, vielleicht aus der studentensprache: diese froschkalten kaffern. Auerbach neues leben 2, 122; dem reichen kaffern, wie er den hofbauern nannte. v. Horn rhein. dorfgesch. 2, 57.

    http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgu...

    Kommentar

    Der Vollständigkeit halber noch Wörterbuchbelege bei den Grimms.

    #5Verfasser Selima (107) 10 Jun. 20, 18:34
    Quellen
    Kommentar

    Kaffer könnte sich in diesem Zusammenhang auch von einem aufs Jiddische zurückgehenden Schimpfwort abgeleitet haben, das einen Dummkopf oder Trottel bezeichnet.


    Einen Zusammenhang mit dem südafrikanischen Schimpfwort Kaffer (für Schwarzer) sehe ich hier nicht, zumal das Wort erst Mitte des 20. Jahrhunderts seinen pejorativen Charakter erhalten hat. Gandhi benutzte es noch ohne Wertung rein deskriptiv, während es heute eine der schlimmsten Beleidigungen überhaupt darstellt.

    #6Verfasser ghost_4 (1278168) 10 Jun. 20, 19:16
     
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