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  • Betreff

    ins Geräuschhafte

    [Mus.]
    Kontext/ Beispiele
    Die Spieltechniken erweitern das klassische Spektrum der Instrumente ins Geräuschhafte, in eine manchmal elektronisch anmutende Dimension.
    Kommentar
    Would anything with "noise" work? It sounds kind of negative to me. Maybe there's a more technical term? Thanks for your help!
    VerfasserMia22 Nov. 04, 20:37
    Vorschlagsee comment below
    Kommentar
    Well Mia, you cannot avoid "noise", this being THE technical term for "Geräusch", "Rauschen", Rausch~"
    #1VerfasserHerbert23 Nov. 04, 06:14
    Vorschlagnoisiness (? siehe Kommentar)
    Kommentar
    Mia: Außer "noise" gibt es für Geräusch auch noch "sound", aber zunächst wäre es gut, wenn Du etwas genauer definieren bzw. beschreiben könntest, was in Deinem Text eigentlich mit "das Geräuschhafte" gemeint ist.
    #2VerfasserByrdy23 Nov. 04, 07:54
    Vorschlagaudible/audibility
    Kommentar
    Mir kommt der deutsche Satz schon komisch vor :-)
    #3Verfassergbbob23 Nov. 04, 09:46
    Kommentar
    1/2

    Zunächst ein bisschen Physik: In der Akustik der Sprache und der Musik unterscheidet man "Ton" (sound) und "Geräusch" (noise). Ein Ton entsteht aus einem periodischen Verlauf der Schalldruckwelle (Schallwelle), ein Geräusch aus einem aperiodischen Verlauf.

    Die periodische Schallwelle ist im einfachsten Fall eine Sinuskurve, reale Schallwellen enthalten Obertöne (Vielfache der Grundfrequenz), die durch Resonanzwirkungen unterschiedliche Amplituden haben können, "Formanten" sind (eher schmale) Obertonbereiche mit relativ großen Amplituden.

    Aperiodische Schallwellen (genauer: Schalldruckverläufe) kann man nur in mehr oder weniger geringem Maße bestimmten Frequenzen zuordnen. Sog. "weißes Rauschen" ist eine aperiodischer Schalldruckverlauf, der bei der Frequenzanalyse (Fourieranalye) eine gleichmäßige Belegung über einen breiten Frequenzbereich zeigt. Andere Geräusche zeigen eine mehr oder weniger ausgeprägte Strukturmerkmale, von denen aber die Frequenzzuordnung nicht die wichtigste ist. Beim Sprechen werden Geräusche meist durch Explosionen (Verschlusslaute) und die Führung des Luftstroms an mehr oder weniger scharfen Kanten entlang (Reihelaute) erzeugt (Ausnahme: der südafrikanische Klicklaut). Dabei werden Resonanzwirkungen im Mund- und Rachenraum zur Unterscheidung ausgenutzt.

    Bei der Schallerzeugung von musikalischen Instrumenten steht mit Ausnahme der Schlaginstrumente die Erzeugung von Tönen im Vordergrund. Die Unterschiede der Instrumente allerdings ergibt sich nicht nur durch die Resonanzen (Obertöne) und Amplitudenverläufe, sondern zusätzlich durch mehr oder weniger ausgeprägte Geräuschanteile moduliert (Kratzen des Bogens bei Streichinstrumenten, Nebenluft [ist das der korrekte Begriff?] bei der Orgel, Geräusche der Mechanik beim Klavier, Aufschlagen der Saite auf dem Griffbrett beim "Schlagbass", Kontaktgeräusch des Plektrums oder der Fingernägel bei der Gitarre usw.)
    #4VerfasserAndreasS23 Nov. 04, 10:12
    Vorschlaginto the noisy
    Kontext/ Beispiele
    2/2
    Kommentar
    2/2

    In der klassischen europäischen Musik treten diese Geräuschanteile nicht sehr hervor, selbst die Paukenschlegel sind aus Filz, damit der Paukenschlag mehr Ton als Schlag wird. In anderen Musikrichtungen (z.B. Neue Musik, Jazz, Volksmusik) haben Geräusche oft eine ganz andere Bedeutung. Das kann durch die Verwendung einer Vielzahl von Schlaginstrumenten (brasilianische Musik) geschehen oder dadurch, dass man die klassischen Instrumente in "nicht-traditioneller" Weise zur Geräuscherzeugung benutzt. Ein bekanntes Beispiel ist das Schlagen mit dem Holz des Bogens auf die Saite eines Streichinstrumentes. Es entsteht eine Ton-Geräusch-Kombination, weil die Saite noch immer in einer bestimmbaren Grundfrequenz schwingt, aber das Schlaggeräusch überwiegt.

    To make the long story short: Das letzte Beispiel beschreibt eine Spieltechnik, mit dem das klassische Spektrum der Streichinstrumente ins Geräuschhafte erweitert wird. Ich verstehe hier "ins Geräuschhafte" als "in den Bereich der Geräusche" und wage deswegen den Übersetzungsversuch "into the noisy". (Herberts Kommentar ist völlig korrekt.)

    Vorschlag:
    The playing techniques expand the classical spectrum (of sound production) into the noisy, into a dimension that appears (even) electronic at times.

    Byrdy: "Sound" ist der Oberbegriff für "tone" und "noise".
    #5VerfasserAndreasS23 Nov. 04, 10:14
    Kommentar
    railway station!?!?! :-)
    #6Verfassergbbob23 Nov. 04, 10:17
    Kommentar
    Korrekturen:
    Reihelaute -> Reibelaute
    Resonanzen (Obertöne) -> Resonanzen (Formanten)
    moduliert: (streichen)
    #7VerfasserAndreasS23 Nov. 04, 10:20
    Kommentar
    Think I got the gist of it now. Will think about it and get back 2u, but "into the noise" is definately not an option that would be used by any native speaker.
    #8Verfassergbbob23 Nov. 04, 10:21
    Vorschlagnoisiness, noise
    Kommentar
    gbbob: Der Text ist, bis auf die vielleicht präzisierend vorzunehmende Ergänzung "Spektrum der Instrumente[nklänge]" vollkommen in Ordnung.

    Es geht darum, daß neue Spieltechniken erfunden / angewendet werden, die die Gestalt der Klänge so verändert, daß entweder nur noch Geräusche oder Klänge mit einem hohen Geräuschanteil produziert werden. Zum Beispiel (bei Streichinstrumenten) das berühmte Bartokpizzicato, bei dem die Saite so gezupft wird, daß sie mit heftigem, perkussiven Klang aufs Griffbrett aufschlägt, oder Bogentechniken, die einzig Geräusche hervorbringen, wie das Hin- und Herdrehen des stark auf den Instrumentenkorpus aufgedrückten Bogens.

    Mia: Der Neuen Musik geht es ja gerade um die Gleichberechtigung des akustischen Materials (reine Töne (Sinusschwingungen), Klänge (periodische Schwingungsgemische), Geräusche (komplexe bis hin zu völlig aperiodischen Schwingungsformen)), so daß die Dir negativ erscheinende Konnotation von 'noise' völlig aus der Welt ist.
    #9VerfasserPeter <de>23 Nov. 04, 10:27
    Kommentar
    Oh, da habe ich wohl mal wieder nicht rechtzeitig aktualisiert (immer dieses Telefon! <g>). AndreasS hat das Nötige bereits gesagt, sogar unsere Anmerkung zur Präzisierung des Satzes ist deckungsgleich, aber unabhängig erfolgt.
    #10VerfasserPeter &lt;de&gt;23 Nov. 04, 10:34
    Kommentar
    gbbob: My suggestion was "into the noisy". Please don't be offended when I say that I would like someone who is not only a native speaker, but also a person with a solid background in music (and if possible in sound physics) to make a judgement.

    It might be an idea that you take several of the 77 examples that you can find with Google ["ins Geräuschhafte"] and try to find an English expression. Most hits are about Neue Musik.

    I have thought about "into the realm of noises", but didn't want to make it sound to technical.
    #11VerfasserAndreasS23 Nov. 04, 10:36
     
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