| Quellen | die Schirmkuppel ". Grundform dieser Kuppel ist eine Halbkugel über dem Umkreis (oder einem wenig größeren oder kleineren Kreis), die maßgebend ist für Grate bzw. Rippen, die von den Raumecken aufsteigen. Dazwischen liegen segelförmig nach außen durchgebeulte stichkappenähnliche Gewölbeteile mit flach gebuster Scheitellinie, die über halbkreisförmigen Schildbögen über den Oktogonseiten ansetzen und im Zenit in die Gewölbekalotte übergehen (Abb.20-22; 25; 26). Eine Umkreiskuppel wird zur Schirmkuppel, wenn entweder die Kuppelhöhe verringert wird - was durch Stauchung der Kuppel (Ellipse), Tieferlegung des Mittelpunkts und gleichzeitiger Vergrößerung des Radius (Flachkuppel) oder aber Verkleinerung des Radius (Kuppel auf Konsolen oder eingestellten Säulen in den Ecken) geschehen kann oder die Schildbögen über den begrenzenden Wänden gestelzt werden. Einige Beispiele verdeutlichen den Sachverhalt: Vestibül der Piazza d'Oro in der Villa Hadriana ? (0 -9,50m. Abb.20; 25): Kuppelradius kleiner als Umkreisradius, Kuppel flacher als Halbkugel, Schildbögen gestelzt; alle diese Merkmale scheint auch die nur in Ansätzen erhaltene Kuppel über dem Oktogon der Bacucco-Thermen bei Viterb0 78 (wahrsch. 2. V. 4.Jh.; 0 - 19,40m) zu haben; Oktogon in den Diokletiansthermen 79 (»Planetarium «; 0 - 21,65m) und Oktogon in den MaxentiusThermen auf dem Palatin in Rom 80 (Kuppel nur in wenigen Resten erhalten; A. 4.Jh.; 0 -7,70m. Abb. 11): Kuppel flacher als Halbkugel; ähnlich angelegt ist das Gewölbe über einem Achteckraum südlich des »Merkurtempels« in Baiae" (2.Jh.; 0 5,40m. Abb. 26). - Die Lastabtragung erfolgt in Schirmkuppeln infolge der doppelten Krümmung differenzierter als in Normalkuppeln: Die Lasten aus den einzelnen Kappen werden - ähnlich wie beim Tonnengewölbe quer zu ihrer Achse auf die Meridiane (Grate oder Rippen) der Kuppelgrundform geleitet und von dort erst auf die Kämpferebene, d. h. nur an den Raumecken. Das Mauerwerk der Schildwände dazwischen hat somit statisch allenfalls aussteifende, nicht aber 13° tragende Funktion 82. Hier können also Fensteröffnungen ohne eigene Überdeckung angeordnet werden (z. B. am Oktogon der Maxentius-Thermen). |
|---|