•  
  • Betreff

    ausmären

    [ugs.]
    Quellen
    Meine Nachbarin hat sich mal wieder ausgemärt. (Gequatscht und gequatscht.)
    VerfasserUH04 Jun. 10, 09:54
    Kommentar
    "to speed up",
    "to stop dawdling"

    Vgl.
    Siehe Wörterbuch: mähre

    und nicht to verwechseln mit
    Siehe Wörterbuch: Mähren

    Eher in Zusammenhängen wie
    "Meine Nachbarin hat sich mal wieder nicht ausgemährt (sondern gequatscht und gequatscht)."

    #1VerfasserDü'nnahmoh04 Jun. 10, 10:02
    Quellen
    My neighbor was just yakking away again.
    #2Verfasser04 Jun. 10, 10:02
    Quellen
    http://mundmische.de/entries/8855-ausmaehren
    "wenn ein behäbiger, dumpfsinniger Mensch deutlich länger braucht um eine Tätigkeit auszuführen"
    http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4hre
    "Im Obersächsischen ist als Dialektausdruck noch die Bezeichnung mähren für trödeln oder auch Mährliese, Mährfritze oder Mährsack für eine langweilige Person bekannt und geläufig"
    Kommentar
    im weiteren Sinn kenne ich mähren oder herummähren auch für sexuelle Betätigung (aus dem Sächsischen)
    #3VerfasserMiss Take (399408) 04 Jun. 10, 10:05
    Kommentar

    No no, it is the other way round!

    In german ausmähren means to work very slowly, like on old smare (horse).

    Im am a nativ German.

    #4VerfasserHanno Falk (1124670) 15 Aug. 22, 20:54
    Kommentar


    Vorab ein paar Korrekturen für #4: In german --> In German.... // Iam am a nativ German --> I am a native German (speaker)


    'smare' ? ---> 'mare', siehe Wörterbuch. Auch 'ausmähren' ist sicher ein heute nicht gebräuchliches Wort. Dass es umgangssprachlich sein soll, ist mir neu. Aber vielleicht sagt man das in bestimmten Regionen Deutschlands noch "ugs."?

    #5VerfasserBraunbärin (757733)  16 Aug. 22, 07:50
    Kommentar

    Für mich ich das Wort gebräuchlich, allerdings sehe ich es gerade das erste Mal als Schriftbild.

    Typische Sätze:

    "Nun mähr dich doch endlich mal aus."

    "Wir sind spät dran, weil X sich mal wieder nicht ausgemährt hat."

    Kindheit in Sachsen-Anhalt.

    #6Verfasserwhirlwind (869480) 16 Aug. 22, 08:21
    Kommentar

    Unterstützung für whirlwind.

    #7Verfasserpenguin (236245) 16 Aug. 22, 08:24
    Kommentar

    Jedenfalls kein Wort, das man unter deutschen Muttersprachlern als bekannt voraussetzen könnte.

    #8Verfassermbshu (874725) 16 Aug. 22, 08:30
    Kommentar
    agree with #8
    #9VerfasserFriedhelm D. (366844) 16 Aug. 22, 08:34
    Kommentar

    Der Duden kennzeichnet es als "landschaftlich" (ohne weitere Erläuterung) und "selten" und schreibt es ohne H:

    https://www.duden.de/rechtschreibung/ausmaeren


    DWDS bezeichnet es als ostmitteldeutsch oder berlinisch, und da hatte es mein Vater wohl auch her.

    https://www.dwds.de/wb/ausmären


    Wie gesagt, vielleicht nicht allgemein bekannt, aber doch nicht völlig unbekannt

    #10Verfasserpenguin (236245) 16 Aug. 22, 08:37
    Kommentar

    Mir geht‘s wie whirlwind: für mich absolut gebräuchlich und verständlich, aber ich hab‘s noch nie geschrieben gesehen oder verwendet.

    Scheint regional begrenzt zu sein. (Aufgewachsen in Brandenburg mit familiärer Verbindung in die Neumark und nach Posen.)

    #11Verfasserskye (236351)  16 Aug. 22, 08:40
    Kommentar

    Ich würde die Aussage in #8 etwas relativieren wollen : Jedenfalls kein Wort, das man unter deutschen Muttersprachlern als generell und überall bekannt voraussetzen könnte.

    :-)

    #12Verfasserno me bré (700807) 16 Aug. 22, 09:04
    Kommentar

    Ich stimme whirlwind (#6) und somit natürlich auch penguin (#7) zu. Bin übrigens auch in Sachsen-Anhalt geboren, bzw. in der DDR.

    #13VerfasserJesse_Pinkman (991550) 16 Aug. 22, 09:25
    Kommentar

    Ich assoziiere das Wort mit einer Bekannten, die aus Osterode am Harz stammt, also nicht allzu weit von Sachsen-Anhalt. Wo ihre Eltern herkamen, weiß ich nicht.

    #14VerfasserJanZ (805098) 16 Aug. 22, 09:37
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    Oh, eine Umfrage. Ich kenne das Wort auch aus meiner Kindheit in Ostniedersachsen. Es ist mir aber nicht familiär überliefert (Schlesien, Rheinland, Franken), sondern aus dem Sprachumfeld.

    Hier in NRW ist es nicht gebräuchlich.

    #15Verfasserreverend (314585) 16 Aug. 22, 09:40
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    In unserer Familie war '(rum)mähren' und 'sich ausmähren' absolut geläufig (Mutter aus Berlin, ihre Mutter aus Nordhausen/Harz). Mir kommt es gelegentlich noch über die Lippen, ob meine Kinder es benutzen, halte ich für fraglich.
    #16VerfasserPeter <de> (236455)  16 Aug. 22, 10:13
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    Da bin ich jetzt verwundert - ich kenne das auch, auch nur mündlich und nicht geschrieben, aber aus einer ganz anderen Ecke, nämlich aus Oberfranken. "Mehr dich net so aus" (= Mach schneller; tu nicht so lange rum), "Die ham sich wieder ausgemehrt" (= Die haben ewig gebraucht). Ich würde nicht erwarten, dass das ein durchschnittlicher deutscher Muttersprachler kennt.

    #17VerfasserLunda (254456) 16 Aug. 22, 10:37
    Kommentar

    Mir auch bekannt >>Berlin.

    #18Verfasservirus (343741) 16 Aug. 22, 10:52
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    Nie gehört (Saarland).

    #19VerfasserLumpur (794474) 16 Aug. 22, 10:54
    Kommentar

    Also entweder ich hab "sich ausmehren/ausmähren" (Abb. ähnlich) mein Leben lang falsch verstanden, oder es wurde falsch verwendet; jedenfall ist mir keine der angesprochenen Bedeutungen geläufig, das Wort selbst aber durchaus.


    Ich kenne es eigentlich eher in der Richtung "wenn Du Dich wieder eingekriegt / beruhigt hast". Aber wie gesagt ...

    #20VerfasserB.L.Z. Bubb (601295) 16 Aug. 22, 10:56
    Kommentar

    Mir natürlich absolut unbekannt, lese ich zum ersten Mal (Österreich). :-)

    #21Verfassertigger (236106) 16 Aug. 22, 10:56
    Kommentar

    P.S.: die es verwendet habende Verwandtschaft kam aus dem Ostharz.

    #22VerfasserB.L.Z. Bubb (601295) 16 Aug. 22, 10:58
    Kommentar

    Interessant: Duden und DWDS schreiben es ohne "h". Die große Tante hat nachgezählt und kommt zum gegenteiligen Ergebnis. Die Etymologie scheint ein Ratefeld zu sein, die Wörterbücher beteiligen sich nicht daran.

    #23Verfasserreverend (314585) 16 Aug. 22, 11:09
    Kommentar

    Ich kenne 'sich ausmä(h)ren' auch nur von einer Bekannten aus Göttingen; habe es immer als "viel sprechen", "lang und breit erzählen" oder sogar "sich auskotzen" verstanden (der/die musste sich erstmal ausmähren").

    #24Verfassercorbie (745439) 16 Aug. 22, 11:18
    Kommentar

    (sich) ausmä(h)ren: noch nie bewusst gehört oder gelesen (Bayern/Schwaben)

    #25Verfasserschwäble (951819) 16 Aug. 22, 12:10
    Quellen
    Kommentar

    Das ist lustig, da ich das Wort "Gemähre" vor ein paar Tagen zum ersten Mal geschrieben habe. Ich kenne es sonst nur mündlich, im Sinne von meckern, sich beschweren, maulen oder lang und ausführlich über etwas reden.

    Könnte sein, dass ich (Oberbayern) es von einer früheren Freundin (Kassel) habe.


    #26VerfasserArnold Layne (1302580) 16 Aug. 22, 12:55
    Kommentar

    Komischerweise kommt mir "ausmähren" gar nicht fremd vor, obwohl ich aus Süddtl. bin. Ich weiß nicht, wo ich das aufgeschnappt haben könnte (sächsische Oma?). "Jetzt mähr dich mal aus" = "Jetzt erzähl schon/erklär endlich".

    #27VerfasserSelima (107) 16 Aug. 22, 13:19
    Kommentar

    Danke #5!


    google findet (inzwischen) durchaus gegensätzliche Bedeutungen. Und meher MIT h als ohne.

    Er hat sich wieder ausgemährt (er brauchte lange).

    Google.translate und besonders deepl.com erzählen hierbei leider echt peinlichen Unfug.

    #28VerfasserHanno Falk (1124670)  16 Aug. 22, 14:05
    Kommentar

    Grimms haben:


    mären, verb. kund geben, verkünden, mhd. mæren:

    doch hat schon kein Homerum er

    der von ihm märet hohe mär.

    Fischart Peter von Stauffenberg;

    bair. mären, reden, plaudern. Schm. 1, 1635 Fromm.

      märensager, m. nugator. Dasyp.

    märenträger, m. verbreiter von erzählungen und gerüchten, geschichtenträger: märenträger, nugigerulus, rumigerulus Dasyp.;

    es seint vil, die gern hören und etwan bald glauben semlichen clapperern und merentragern, das ist ein grosze narrheit. Keisersberg narrensch. 199a; 

    und ihr frauen strafet die vorrehter und mährentreger, seid ihnen hart, lasset es ihnen nach, gebet maulschellen zum botenbrod. Mathes. Syrach 1, 120a

    u. a.


    Mich deucht bzw. dünkt, ich kennte es von einer Flüchtlingin aus Schlesien.

    #29Verfassermanni3 (305129)  16 Aug. 22, 14:46
    Kommentar

    ...die bracht' uns gute, neue Mär,

    NB: Was macht denn der homerun da beim Grimme?

    #30Verfasserreverend (314585) 16 Aug. 22, 15:31
    Kommentar

    Ich kenne "mä(h)ren" (wie auch immer man das schreibt) wie #26: meckern, rummaulen.

    Begegnet ist es mir zum ersten Mal vor ca. 20 Jahren von einem Einheimischen in Sachsen (Vogtland).

    #31Verfasseredoardo_1_4 (1297108)  16 Aug. 22, 15:43
    Kommentar

    Wäre ich aus Norddeutschland, würde ich "mähr dich endlich aus" mit "mach hinne" übersetzen.

    #32Verfasserpenguin (236245) 16 Aug. 22, 15:45
    Kommentar

    Schließe mich den Kommentaren zur Bedeutung von "mähren" an.

    #33VerfasserB.L.Z. Bubb (601295) 16 Aug. 22, 15:46
    Kommentar

    Welchen Kommentaren denn, Bubb? Offenbar gibt es ja zwei grundlegende Bedeutungen:

    langsam arbeiten

    viel und ausschweifend reden


    Mir ist die zweite geläufig. Ich hatte es immer auf die Mär (vg. "das Märchen") bezogen, wie reverend in #30. "Mach hinne" (#32) passt, wenn die Person partout nicht zum Ende der Erzählung kommt, aber nicht ganz allgemein im Sinne von "mach schnell".

    #34VerfasserRaudona (255425) 16 Aug. 22, 15:56
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    "mähren", Raudona, nicht "AUSmähren" ;-)

    #35VerfasserB.L.Z. Bubb (601295) 16 Aug. 22, 16:04
    Kommentar

    Ach so. Mäh.

    #36VerfasserRaudona (255425) 16 Aug. 22, 16:05
    Kommentar

    Genau. Mach dat Mäh ma Ei, Schackeline!


    ;-)

    #37VerfasserB.L.Z. Bubb (601295) 16 Aug. 22, 16:06
    Kommentar

    Hä? Die Anfrage im OP bezog sich doch erstmal explizit auf "ausmä(h)ren", eigentlich genauer reflexiv "sich ausmä(h)ren" im Sinn von etwas von der Seel reden, jmd. länglich zutexten o.ä.

    Was soll also das ungefähre Rumgemä(h)re?

    #38Verfasserreverend (314585) 16 Aug. 22, 20:23
    Kommentar

    Nee, "mähr dich endlich aus" ist für mich als Berliner völlig unlogisch.

    Es muss doch "mähr dich nicht so aus" lauten, wenn man jemand antreiben will!

    M.E. heißt es korrekt: "Wir sind spät dran, weil X sich mal wieder nicht ausgemährt hat." (ohne nicht)


    Nicht nur beim langen Quasseln. Auch z. B. "Mein Auto ist immer noch nicht fertig! Die Werkstatt mährt sich wieder aus..."

    #39VerfasserHanno Falk (1124670)  17 Aug. 22, 01:56
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    So wie ich es aus dem familiären Sprachgebrauch kenne (s. #16) heißt 'mähren': eine Sache/Tätigkeit in die Länge ziehen, nicht (in vernünftiger Zeit) damit fertig werden; das Kompositum 'rummähren' ist analog zu trödeln -> (he)rumtrödeln gebildet und fügt das Element von Ziellosigkeit, Planlosigkeit hinzu. Und 'sich ausmähren' heißt eigentlich "nach einer Phase des (Rum)Mährens endlich fertig werden / zu Potte kommen." Und in diesem Sinne ist "nu' mähr nich' so!" gleichbedeutend mit "nu' mähr dich mal aus!" eine völlig sinnvolle Redeweise.

    Genauso zu verstehen und korrekt ist dann auch "Wir sind spät dran, weil X sich mal wieder nicht ausgemährt hat" (mit nicht).


    Die Heranziehung von 'mär' = Geschichte erscheint mir zweifelhaft, höchstens sekundär. So erscheint mir der Satz in #0 eher zu besagen: es hat mal wieder eine Ewigkeit gedauert, bis die Nachbarin ein Ende gefunden hat (im vorliegenden Fall mit ihrem Gequatsche, es hätte aber ebensogut auch das Fegen der Stube, irgendeine Hilfeleistung, z. B. einen Verband anlegen, sein können): endlich hat sie sich ausgemährt (hört sie auf zu quatschen, ist sie mit dem (peniblen) Fegen fertig, sitzt der (unnötig umständlich angelegte) Verband.

    #40VerfasserPeter <de> (236455)  17 Aug. 22, 02:36
    Kommentar

    Genauso zu verstehen und korrekt ist dann auch "Wir sind spät dran, weil X sich mal wieder nicht ausgemährt hat" (mit nicht).


    So kenne ich das auch. Siehe auch #6.

    #41Verfasserpenguin (236245) 17 Aug. 22, 08:12
    Kommentar

    "So wie ich es aus dem familiären Sprachgebrauch kenne (s. #16) heißt 'mähren': eine Sache/Tätigkeit in die Länge ziehen, nicht (in vernünftiger Zeit) damit fertig werden; das Kompositum 'rummähren' ist analog zu trödeln"


    Naja, und ICH kenne "mähren" als "rummaulen" (oft auch als "rummähren"), und "ausmähren" eben als "fertig sein mit maulen, sich wieder einkriegen".

    #42VerfasserB.L.Z. Bubb (601295) 17 Aug. 22, 08:14
    Kommentar

    Ich unterschreibe mal bei Peter.

    Genau so kenne ich es auch, im Sinne von sich auskäsen, in die Pötte/Puschen kommen. Und in 99,9 % der Fälle habe ich das Wort auch immer nur mit „nicht“ dazu verwendet. Die anderen 0,1 % hatten statt nicht ein verstärkendes Element dabei, z. B. „X hat sich nun endlich mal ausgemährt“ (vulgo „ist endlich in die Pötte gekommen“).


    Spannend aber, wie unterschiedlich der Bedeutungsumfang bei denen ist, die das Wirt kennen!

    #43Verfasserskye (236351) 17 Aug. 22, 09:23
    Kommentar

    Ein Bekannter (Jörg) schrieb mir eben:

    Ich kenne das Wort aus meiner Kindheit als Synonym für "trödeln, bummeln".


    https://www.bedeutungonline.de/maehren-rummae...

    #44VerfasserHanno Falk (1124670) 17 Aug. 22, 16:16
    Kommentar

    Ich empfinde das "aus..." hier als anders, nicht im Sinne von Beenden: Wie in austoben oder ausleben, ist es eher eine Steigerung. (Man könnte natürlich auch meinen, bis zum Ende, wäre gemeint.)

    Aus bedeutet doch nicht ENDE: ausgehen, aushalten, austauschen, auskommen, auskosten, ausgießen, ausschenken, auslenken, aussteuern, auszeichnen.


    Ausnahmen: auslaufen ist zweideutig - ein Motor läuft aus in dem er anhält. Mit jemandem ausgehen ist kein Ende. Aber der Ausgang vielleicht oder jemanden auszählen (beim Boxen) oder Ausverkauf.

    #45VerfasserHanno Falk (1124670)  17 Aug. 22, 17:31
    Kommentar

    Ich habe bemerkt, ausgemärt steht sogar in meinem (gedruckten) Duden von 2002 - es schreibt sich aber ohne h:

    ausmären, sich (bes, ostmitteld, für trödeln; auch zu trödeln aufhören)

    mären (landsch. für in etwas herumwühlen; langsam sein; umständlich reden)

    Und natürlich auch Mär und Mähre.

    #46VerfasserHanno Falk (1124670) 18 Aug. 22, 01:43
     
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