Ich versuch's mal. Fast alle relevante ökonomische Literatur, die ich kenne, ist mittlerweile auf Englisch oder basiert auf englischen Texten. Daher hat man, wenn man ab und an Einschlägiges liest, solche bildhaften Ausdrücke häufig schon einmal gehört.
Ich persönlich würde nie "Goldlöckchen-Wirtschaft" verwenden, aber es ist eben eine direkte Übersetzung eines Begriffs, den man u.U. schonmal gesehen hat und mit dem man einigermaßen was anfangen kann.
Manchmal setzen sich solche direkten Übersetzungen durch, manchmal auch nicht, siehe z.B. mittlerweile halbwegs gebräuchliche Ausdrücke wie "Agenturkosten","Mezzanin-Kapital", "Hebelzertifikat" oder "Bärenmarkt" (nicht "Bärenmarke"). Bestimmt war auch die "Kapitalflussrechnung" mal neu im Deutschen. Bei anderen wird aus einer Übersetzung offenbar nichts, vielleicht weil es einfach zu blöd klingen würde ("Hedge", "Benchmark").
Fazit: Ich tendiere dazu, die "Goldlöckchen-Wirtschaft" für (vielleicht noch) nicht wörterbuchreif zu halten. Das erkennt man m.E. auch daran, dass alle nicht diesem in #15 genannten "Finanzlexikon" entstammenden Einträge, die ich auf den ersten Blick finde, mit Anführungszeichen arbeiten.
Ein ähnliches Argument habe ich hier auch schonmal vertreten:
Siehe auch: bank living will [finan.] - das Banktestament