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Falscher Eintrag

German - das Deutsch

27 Antworten   
Korrektur

German

-

das Deutsche


Beispiele/ Definitionen mit Quellen
Das Deutsche (die deutsche Sprache in ihrer Gesamtheit) ist eine schwierige Sprache. = richtig

Deutsch ist eine schwierige Sprache. = falsch (auch wenn es wahrscheinlich jeder von uns schon einmal so formuliert hat).

Bei den zwei folgenden Beispielen wird einem die Sache etwas klarer:

So kann man in Deutsch nicht sagen = falsch (Kein Deutschsprecher würde auf die Idee kommen, so zu sprechen)

Der Verfasser des Textes ist ein Kenner des Deutsch. (falsch)

Zusammen mit einem Attribut erscheint es als Substantiv:

schönes Deutsch sprechen
korrektes Deutsch
sein Deutsch (hier mit einem Pronomen)
Deutsch, wie man es in Österreich spricht (Adverbialsatz)
Deutsch, das man in Bremen spricht (Attributsatz)

Der Artikel allein genügt nicht: das Deutsch (= falsch)

Auf gut deutsch.
Der Film ist in deutsch.

Kommentar
Das Regelwerk lautet:

Substantivierungen, die auch ohne Präposition üblich sind, werden nach §57(1) auch dann großgeschrieben, wenn sie mit einer Präposition verbunden werden, zum Beispiel: In Ostafrika verständigt man sich am besten auf Swahili oder Englisch. (Vgl.: Bekanntlich ist Englisch eine Weltsprache. Sein Englisch war gut verständlich.)


In der heute gültigen amtlichen Rechtschreibung schreibt man dagegen groß:
in Deutsch
zu Deutsch
auf Deutsch

Die Beispiele sind grammatikalisch falsch; es muß korrekt heißen: Bekanntlich ist das Englische(!) eine Weltsprache. Das erklärt vielleicht, warum die Verfasser nicht wissen, daß das Substantiv Deutsch im (falsch: Deutsch) Deutschen nicht ohne Attribut erscheinen kann.

Wörter anderer Wortarten schreibt man groß, wenn sie als Substantive gebraucht werden (= Substantivierungen). substantivierte Wörter nehmen die Eigenschaften von Substantiven an. Man erkennt sie im Text an zumindest einem der folgenden Merkmale: (c) an ihrer Funktion als kasusbestimmtes Satzglied oder kasusbestimmtes Attribut.
(1) substantivierte Adjektive und adjektivisch gebrauchte Partizipien (…), zum Beispiel:
Mit Englisch kommt man überall durch.
In Ostafrika verständigt man sich am besten auf Swahili oder auf Englisch.

Mit dem Englischen kommt man überall durch

Mit kasusbestimmt meint das Regelwerk das, was von Präpositionen abhängt. Anders lassen sich die Beispiele nicht erklären.
Präpositionen oder Kasus sind keine Indizien für die Wortart Substantiv. Wir schrieben sonst: für Mich, zu Uns, bis Später, auf Ewig usw.
Verfasserilliade (634962) 02 Nov 17, 20:12
Kommentar
Nicht jeder kann Deutsch.
Doch richtig gelernt ist Deutsch leicht.
Mein Freund spricht Deutsch.
Du verstehst wohl nicht mehr Deutsch? (= du willst wohl nicht hören?)
Morgen haben wir Deutsch.
Sie hat eine Eins in Deutsch.
Er hat Nachhilfeunterricht in Deutsch.
Der Professor lehrt Deutsch.

#1VerfasserMiMo (236780) 02 Nov 17, 22:27
Kommentar
MiMo, erkläre mir doch das bitte!

Man darf an sprechen durchaus Substantive anschließen. Die stehen dann auch im Akkusativ, aber dieser Akkusativ ist kein Objektsakkusativ. Denn dann könnte grammatikalisch jedes Substantiv Objekt zu sprechen sein.

Sprechen ist aber kein transitives Verb!

Die Substantivierung Deutsch kann nicht allein nach sprechen stehen, weil Deutsch nur mit einem Attribut verwendet wird. Er spricht gutes Deutsch, wäre also möglich, er spricht Deutsch aber nicht. Ohne Attribut verwendet man eine andere Substantivierung: das Deutsche.
#2Verfasserilliade (634962) 02 Nov 17, 23:11
Kommentar
Wieso soll "sprechen" kein transitives Verb sein?

Beispiele aus DWDS:
beschwörende, eindringliche, schlichtende Worte sprechen
das Kind spricht schon ganze Sätze
die Wahrheit sprechen
ein literarisches Werk auf Platten sprechen
du weißt nicht, was du sprichst!
das Vaterunser, den Segen, ein Gebet sprechen
eine Sendung sprechen
eine Rede ins Mikrofon sprechen
eine Rolle, ein Gedicht, seinen Part sprechen
verschiedene, mehrere, fremde Sprachen sprechen
er spricht (fließend) Deutsch
er spricht Dialekt
diese Bilder sprechen eine eindringliche Sprache


Was "Sprechen ist kein transitives Verb!" und "Deutsch wird nur mit einem Attribut verwendet." angeht, widersprechen Dir DWDS und Duden.



#3VerfasserMiMo (236780) 03 Nov 17, 02:21
Kontext/ Beispiele
LEO:
German [LING.] --- das Deutsch - Sprache
the German language [LING.] --- das Deutsche
Kommentar
Anscheinend kein Änderungsbedarf (OP-Kommentare zu konfus).
#4VerfasserWachtelkönig (396690) 03 Nov 17, 03:07
Kommentar
Was verstehst du nicht, Wachtelkönig. Darf ich dir einen bestimmten Punkt genauer erklären. Zu konfus?

German [LING.] --- das DeutschE - Sprache (Wieso der Zusatz: Sprache?
the German language [LING.] --- Die deutsche Sprache

Da besteht ganz dringend Änderungsbedarf!

Begründet doch bitte eure Kommentare mit linguistisch relevanten Argumenten und nicht mit irgendwelchen Ad-hoc-Behauptungen.





#5Verfasserilliade (634962) 03 Nov 17, 06:30
Kommentar
Wer den aktuell üblichen Sprachgebrauch wiedergibt, muss nichts begründen.
Begründen muss, wer unzutreffende Regeln einführen will.
("Sprechen ist kein transitives Wort." - "Deutsch wird nur mit einem Attribut verwendet.")
Wer hat sich diese Regeln ausgedacht? Wo und wann sind diese Regeln festgelegt worden? Wieso kennen Sprachwerke wie Duden und DWDS diese Regeln nicht?
#6VerfasserByrdy (782769) 03 Nov 17, 07:35
Kommentar
Auch renommierte Sprachwerke wie Brockhaus Deutsches Wörterbuch, Muret-Sanders, Oxford Duden, Pons und Collins wissen, dass "sprechen" sowohl intransitiv als auch transitiv sein kann. Und dass z.B. "Er spricht Deutsch" durchaus korrektes Deutsch ist.
#7VerfasserMiMo (236780) 03 Nov 17, 07:54
Kommentar
@illiade:

Deutsch ist ganz zweifelsfrei ein Substantiv, welches eine Sprache bezeichnet. Ebenso wie Englisch, Italienisch, Latein oder Hindi. Das Geschlecht dieses Substantivs ist Neutrum und wird bei LEO wie üblich durch den bestimmten Artikel angezeigt: das Deutsch. Somit ist an dem Eintrag absolut nichts auszusetzen.

Beispiele:
Sein Deutsch ist hervorragend
Sie spricht fließend Deutsch (selbstverständlich ist sprechen hier ein transitives Verb).
usw., siehe #1

Es gibt auch Fälle, in denen das Substantiv Deutsch tatsächlich mit dem bestimmten Artikel kombiniert wird:
Das Deutsch (nicht: das Deutsche), das Luther verwendete, unterscheidet sich vom heutigen.

Im Duden Nr. 9 gibt es einen Artikel zur Unterscheidung das Deutsch / das Deutsche. Den will ich hier nicht komplett im Wortlaut wiedergeben, aber zusammengefasst lautet die Aussage: Beides ist korrekt (inklusive des Genitivs "des Deutschs"); während aber "das Deutsch" eine bestimmte Form oder Qualität der deutschen Sprache bezeichnet, bedeutet "das Deutsche" die Sprache allgemein.
#8Verfasserdirk (236321) 03 Nov 17, 08:07
Kommentar
Ich werfe zur weiteren Illustration ein, dass "Deutsch" auch durch Adjektive erweitert werden kann:
"Er spricht hervorragendes Deutsch."*
"Das akzentfreie Deutsch, das sie im Goethe-Institut gelernt hat, kam ihr zugute."

Übrigens bin ich über eine Formulierung im OP gestolpert:
So kann man in Deutsch nicht sagen = falsch (Kein Deutschsprecher würde auf die Idee kommen, so zu sprechen)
Während man durchaus von Menschen, die Deutsch als Muttersprache sprechen, "in Deutsch" hört, finde ich "Deutschsprecher" sehr seltsam.
#9VerfasserRaudona (255425) 03 Nov 17, 09:32
Kommentar
illiade, wie übersetzt du denn "He speaks French and German"?

Er spricht das Französische und das Deutsche? Das hielte ich für... ungewöhnlich.
#10VerfasserGibson (418762) 03 Nov 17, 10:26
Kommentar
@ 10 Gibson

Ja, Gibson, das ist auch falsch!

Er spricht französisch und deutsch.


@9 Raudona
Ich werfe zur weiteren Illustration ein, dass "Deutsch" auch durch Adjektive erweitert werden kann

In meinem ersten Beitrag habe ich das doch schon erklärt:

Zusammen mit einem Attribut erscheint es als Substantiv:

schönes Deutsch sprechen
korrektes Deutsch

...finde ich "Deutschsprecher" sehr seltsam.

Das Wort "Muttersprachler" wäre sicher besser gewesen, das stimmt.

@8 dirk

Deutsch ist ganz zweifelsfrei ein Substantiv, welches eine Sprache bezeichnet. Ebenso wie Englisch, Italienisch, Latein oder Hindi. Das Geschlecht dieses Substantivs ist Neutrum und wird bei LEO wie üblich durch den bestimmten Artikel angezeigt: das Deutsch. Somit ist an dem Eintrag absolut nichts auszusetzen.

Beispiele:
Sein Deutsch ist hervorragend
Sie spricht fließend Deutsch (selbstverständlich ist sprechen hier ein transitives Verb).
usw., siehe #1

Das Deutsche
Es handelt sich hier um eine Substantivierung des Adjektivs deutsch. Es wird wie ein schwaches Adjektiv gebeugt, wenn der bestimmte Artikel vorausgeht, und stark, wenn es der unbestimmte Artikel ist oder gar keiner:

das Schöne
ein Schönes
Schönes

Beim Deutschen gibt es nur die Variante mit dem bestimmten Artikel: das Deutsche.

Meint man jedoch nur ein ganz konkretes und spezielles Deutsch, dann verwendet man das Substantiv Deutsch (Das Deutsch Schillers). Daher kann dieses Substantiv nur zusammen mit einem Attribut erscheinen, denn der Inhalt des Attributs ist es, was dieses Deutsch so speziell macht. Aus diesem Grund heißt es richtig deutsch sprechen, aber schönes Deutsch sprechen.

Betrachtet einmal diesen Satz:

deutsch sprechen

Diesen Satz wollen wir um einen weiteren Umstand ergänzen:

schön deutsch sprechen

Diese beiden Adverbien können vor dem Verb Adverbien bleiben. Aber wenn wir es woanders verwenden wollen?

Das ist aber nicht schön deutsch sprechen. 
→ Das ist aber kein schönes Deutsch.

Das Adverb deutsch wird jetzt substantiviert, das ihm vorausgehende Adverb schön deshalb zum Adjektivattribut.

Diese Ableitung von Deutsch vom Adverb geht ohne Schwierigkeiten. Aber wie will man so vom Adjektiv deutsch zum Substantiv Deutsch gelangen? Wer sieht eine Möglichkeit?

Daß es sich bei Deutsch um das substantivierte Adverb handelt, erklärt auch, warum es nur mit Attributen verwendet werden kann. Denn nur die Attribute erzwingen überhaupt eine Substantivierung.


#11Verfasserilliade (634962) 03 Nov 17, 13:21
Kontext/ Beispiele
illiade, du hast teilweise Recht, teilweise verrennst du dich. "Er spricht Französisch und Deutsch" heißt "Er beherrscht beide Sprachen". "Er spricht gerade französisch, sonst spricht er lieber deutsch" bezieht sich auf die konkrete Anwendung. ("Er spricht französisch und deutsch" klingt so, als würde er im konkreten Fall beide Sprachen mischen.)

Und dass es beide Varianten gibt ("das Deutsche" - ganz allgemein die deutsche Sprache, "Deutsch" - die deutsche Sprache, insbesondere bezogen auf eine einzelne Person), wurde hier hinlänglich ausgeführt.

Dass "Deutsch" nur mit einem Attribut erscheinen kann, stimmt nicht. Beispiel: "In einigen Ländern Afrikas wird Deutsch verstanden".

Aus deinem OP:
Deutsch ist eine schwierige Sprache. = falsch (auch wenn es wahrscheinlich jeder von uns schon einmal so formuliert hat). Wenn "jeder von uns [falls du "uns bei LEO" meinst: überwiegend mit Hochschulabschluss und an Sprache, Literatur und Linguistik interessiert] schon einmal so formuliert hat", wieso ist es dann falsch?

Das ist aber nicht schön deutsch sprechen.
Soll das ein deutscher Satz sein?
#12VerfasserRaudona (255425) 03 Nov 17, 14:02
Kommentar
Das ist aber nicht schön deutsch sprechen.
Soll das ein deutscher Satz sein?

Das habe ich doch erklärt. Natürlich ist das kein richtiges Deutsch.

"Er spricht Französisch und Deutsch" heißt "Er beherrscht beide Sprachen". "Er spricht gerade französisch, sonst spricht er lieber deutsch" bezieht sich auf die konkrete Anwendung. ("Er spricht französisch und deutsch" klingt so, als würde er im konkreten Fall beide Sprachen mischen.)

Das Verbum sprechen kann nur durch ein Adverbiale ergänzt werden. Wenn es für den gewünschten Umstand ein Adverb gibt, verwendet ihn das Deutsche: Er spricht deutsch.

Wir sagen deshalb nicht:
Er spricht nichts.
Denn nichts ist der Akkusativ von nichts und nebenbei ein Substantiv. Wir sagen:
Er spricht nicht.

Die Negation nicht ist ein Adverb. Ebenso spricht man nicht Geheimnis, sondern geheimnisvoll oder heimlich.
#13Verfasserilliade (634962) 03 Nov 17, 14:24
Kommentar
""Er spricht gerade französisch, sonst spricht er lieber deutsch" bezieht sich auf die konkrete Anwendung. ("Er spricht französisch und deutsch" klingt so, als würde er im konkreten Fall beide Sprachen mischen." - this is a good example to help work out when to write Deutsch with a capital or not, thanks.

The problem of whether to capitalise is also discussed less pithily in Duden Band 9 "Richtiges und gutes Deutsch" (ahem), which also says:
"Die endungslose Form das Deutsch bezeichnet immer eine besondere, näher bestimmte Art der deutschen Sprache: Sein Deutsch ist schlecht. Es gibt viele Fremdwörter im heutigen Deutsch. Die Form auf -e bezeichnet dagegen die deutsche Sprache allgemein: Das Deutsche ist eine indogermanische Sprache."
#14VerfasserCM2DD (236324) 03 Nov 17, 14:29
Kommentar
illiade, tut mir leid aber deine merkwürdige Argumentation wird nicht dadurch überzeugender, dass du sie ohne jeden Beleg mehrfach wiederholst. Offen gestanden verstehe ich auch gar nicht, worauf du hinaus willst.

Deutsch ist ein Substantiv von neutralem Geschlecht:

Du schreibst: Meint man jedoch nur ein ganz konkretes und spezielles Deutsch, dann verwendet man das Substantiv Deutsch (Das Deutsch Schillers). Wie kannst du dann behaupten, der Eintrag German - das Deutsch sei falsch? Damit widersprichst du dir doch selbst.

Im Gegensatz zum Substantiv Deutsch ist das Deutsche ein substantiviertes Adjektiv. Als solches unterliegt es den entsprechenden Regeln und funktioniert auch nicht ohne Artikel (ansonsten müsste es in die starke Beugung wechseln: Deutsches; das ergibt aber wenig Sinn).

Du behauptest (sofern ich deine Ausführungen richtig deute), die Formulierung
Er spricht Deutsch
sei falsch,
Er spricht korrektes Deutsch
dagegen richtig.
Sorry, aber das ist nicht nachvollziehbar. Es gibt keine Substantive, die ohne Attribut nicht exisiteren (oder nicht verwendet werden dürfen).

Richtig ist sowohl
Er spricht Deutsch (Was spricht er? Die deutsche Sprache)
als auch
Er spricht deutsch (Wie spricht er? In deutschen Worten).

Im ersten Fall ist Deutsch Akkusativobjekt (zum transitiven Verb sprechen), im zweiten Fall ist deutsch ein Adjektiv in adverbialer Funktion. Beide Sätze sind völlig unterschiedlich konstruiert, aber gleichermaßen korrekt. Der Unterschied wird zum Beispiel deutlich, wenn man die Sätze verneint:
Er spricht kein Deutsch
Er spricht nicht deutsch.
Willst du jetzt ernsthaft behaupten, der erste Satz sei falsch, weil er kein Attribut enthält?

Die Sätze
Er spricht schön Deutsch (Wie spricht er die deutsche Sprache? Schön!)
Er spricht schön deutsch (Wie Spricht er? Auf schöne Art in deutschen Worten!)
Er spricht schönes Deutsch (Was spricht er? Eine schöne Version der deutschen Sprache!)
sind ebenfalls gleichermaßen korrekt.

Das Adverb deutsch wird jetzt substantiviert, ...
Das stimmt nicht. Adverbien können nicht substantiviert werden. Wie würdest du denn - zum Vergleich - aus
Er spricht laut
eine Substantivierung ableiten?

Akzeptiere einfach, dass Deutsch ein ganz normales Substantiv ist, das die deutsche Sprache bezeichnet und wie jedes Substantiv mit oder ohne Artikel und mit oder ohne Attribut verwendet werden kann.
#15Verfasserdirk (236321) 03 Nov 17, 14:30
Kontext/ Beispiele
https://www.duden.de/rechtschreibung/Deutsch
"Deutsch, das
Wortart: Substantiv, Neutrum"
"dein, euer, ihr, mein, sein Deutsch ist schlecht
die Aussprache seines Deutsch[s]
das Plattdeutsch Fritz Reuters
das Kanzleideutsch, das Kaufmannsdeutsch, das Schriftdeutsch
sie kann, lehrt, lernt, schreibt, spricht, versteht [kein, nicht, gut, schlecht] Deutsch
ein Deutsch sprechenderoder deutschsprechender Ausländer (vgl.aber deutsch I)
[das ist] gutes Deutsch
er spricht gut[es] Deutsch
sie kann kein Wort Deutsch
ein Lehrstuhl für Deutsch
er hat eine Eins in Deutsch (im Fach Deutsch)
in heutigem Deutsch oder im heutigen Deutsch"
Kommentar
Auf den Duden wurde ja bereits verwiesen, hier noch Link und Inhalt des Eintrags.

Beeindruckend, wie Du, illiade, mit Regeln argumentierst, die mir größtenteils gar nicht bekannt sind!
Aber anscheinend hält sich die Sprache hier nicht an diese Regeln, und die Konventionen, Deutsch in diesen Fällen groß zu schreiben, ist praktisch allgemein anerkannt.
#16VerfasserNirak (264416) 03 Nov 17, 14:34
Kommentar
@14
deutsch sprechen kann sowohl bedeuten, daß jemand gerade deutsch spricht, als auch, daß er die deutsche Sprache beherrscht, wobei er im Moment darin sprechen oder schweigen kann. Welches davon gemeint ist, ergibt sich immer aus dem Kontext. Das Beherrschen meint diese Wendung nur, wenn die Frage des Beherrschens zuvor oder zugleich aufgeworfen wird.
Welche Qualifikationen hat er? — Er spricht deutsch und kann auf den Händen laufen.
Aber seine einzige Qualifikation war, daß er deutsch sprach.
Dagegen kann auf deutsch sprechen niemals das Grundsätzliche bezeichnen, sondern immer nur das Aktuelle. Wer auf deutsch redet, redet gerade jetzt, und zwar auf deutsch. Das kann man nur lexikalisch ändern:
Er konnte sich auf deutsch verständigen.
Er verständigte sich auch auf deutsch, wenn es darauf ankam.
Das alles gilt auch für andere Verben wie sich unterhalten oder schreiben. Zu beachten ist allerdings, daß die Präpositionalphrase zu wählen ist, wenn das Verb zudem noch ein Objekt hat.
Er schrieb deutsch. Er schrieb das Buch auf deutsch.
Bei reflexiven Verben kommt es auf den Einzelfall an:
Sie sprachen deutsch. Sie unterhielten sich auf deutsch. Sie unterhielten sich deutsch.
#17Verfasserilliade (634962) 03 Nov 17, 14:51
Kommentar
@16 Nirak
Kennst du das Regelwerk, das dir im Duden vorgegeben wird? Hälst du dich daran? Warum? Weil du überzeugt bist, dass es richtig ist, oder weil du es durchdrungen hast?
Ich versuche stichhaltige Argumente anzuführen, die dem Regelwerk widersprechen. Man kann sich aber an eine Regel halten, ohne sie zu verstehen. Es steht so im Duden, dann ist es so auch richtig, nicht wahr?

Denn in Paragraf 57 geht es um Substantivierungen. Die Erläuterung hat dort also nichts verloren, wenn man deutsch nicht irrtümlich für ein Substantiv Deutsch hält, das der Erläuterung zufolge dann aber aus Gründen kleingeschrieben werden darf, die dem Souverän der deutschen Sprache, also den Deutschsprechern (ich bleibe doch bei Deutschsprecher !), nicht verraten werden. Es wird willkürlich zugelassen, denn das Regelwerk der Reformschreibung besitzt kein Prinzip, das die Kleinschreibung begründen könnte. Die in der alten Rechtschreibung mögliche Kleinschreibungen von adverbial gebrauchten Substantiven oder Nominalphrasen hat in der neuen Rechtschreibung keine Entsprechung.
#18Verfasserilliade (634962) 03 Nov 17, 15:10
Kommentar
Mein letzter Beitrag hier, weil spätestens ab #17 klar ist, dass Argumente und Belege nicht weiterführen:
- illiade, du machst immer mehr Fehler, über die nicht zu diskutieren ist (inkonsequente Verwendung von "dass/daß", "Hälst" statt "Hältst", du versuchst Großschreibung zu "begründen" und schreibst gleichzeitig "auf deutsch" ...)
- Du behauptest, der Duden gebe ein willkürliches, nicht erklärtes Regelwerk vor. Erstens stammt das aktuelle Regelwerk vom Rat für deutsche Rechtschreibung und wurde (für Deutschland) von der Kultusministerkonferenz beschlossen. Zweitens werden die Regeln sehr wohl erklärt.
- Schreib doch, wie du willst, wir haben in Deutschland keine Rechtschreibpolizei. Aber versuche bitte nicht, dein eigenes "Regelverständnis" anderen aufzudrücken.

Übrigens: *"Sie unterhielten sich deutsch" ist kein idiomatisches Deutsch.

Bin weg.
#19VerfasserRaudona (255425) 03 Nov 17, 17:17
Kommentar
http://www.sprachforschung.org/ickler/index.p...

Herr Ickler hat im Rechtschreibrat mitgewirkt.

Jeder darf sich seine eigene Meinung bilden, und jeder kann für sich frei entscheiden, wie er schreiben will.

@15
Richtig ist sowohl
Er spricht Deutsch (Was spricht er? Die deutsche Sprache)
als auch
Er spricht deutsch (Wie spricht er? In deutschen Worten).

Im ersten Fall ist Deutsch Akkusativobjekt (zum transitiven Verb sprechen)...

An das Verb sprechen können also zwei Satzglieder angefügt werden: ein Adverbiale (deutsch) oder ein Akkusativobjekt (Deutsch). So deute ich deinen Gedanken.

Sprechen ist kein transitives Verb, es kann kein Akkusativobjekt haben, und man kann daher auch nicht fragen: Was sprichst du.

Ich sage ihm meine Adresse OBJEKT.
Ich teile ihm meine Kontonummer OBJEKT mit.
Ich berichte ihm alles OBJEKT.
Ich verrate ihm was ich von ihm halte OBJEKT.
Ich erzähle ihm nichts OBJEKT.

Genau das läßt sprechen aber nicht zu.

sprechen: Ich spreche ihm meine Adresse | alles | was ich von ihm halte | nichts OBJEKT.

Dennoch kann man sagen:

**Er sprach drei Sprachen / einen Eid / kein Wort

Man kann ein Gelöbnis, einen Zauberspruch, einen Segen usw. sprechen

Um was für einen Akkusativ handelt es sich bei Wendungen wie drei Sprachen sprechen, wenn es kein Objektsakkusativ ist.
Der bloße Akkusativ nach sprechen gibt an, worin dieses Sprechen besteht. Zum Beispiel in Form eines Gebets, eines Eids oder eben einer fremden Sprache. Wer drei Sprachen spricht, ist in der Lage, in drei Sprachen zu sprechen. Man nennt diese spezielle Form des modalen Akkusativs auch den Akkusativ des Inhalts, weil er über den Inhalt des Sprechens informiert. Er zeigt sich gern in Gestalt einer etymologischen Figur: eine Frage fragen oder eine Sprache sprechen.

Man spricht also auch nicht das Deutsch(e), sondern auf deutsch oder einfach deutsch. Denn seit jeher gibt es im Deutschen ein Adverb deutsch, das übrigens bis zum Ende des 10. Jahrhunderts ausschließlich für das Deutschsprechen verwendet wird.



**Er spricht drei Sprachen / kein Wort (beide Substantive haben etwas mit sprechen zu tun). Man kann noch andere Substantive anhängen : ein Gebet, einen Eid (auch hier wird ein Sprechakt bezeichnet). Ein Märchen aber erzählt man, das kann man nicht sprechen.
Er spricht seine Telefonnummer / was er will.

Wäre sprechen tatsächlich ein transitives Verb, dann wäre der letzte Satz ja auch korrektes Deutsch! Ist das so?


#20Verfasserilliade (634962) 03 Nov 17, 20:48
Kommentar
Zwar ist im vorliegenden Fall offenbar Hopfen und Malz verloren, dennoch:

"Er sprach seine Telefonnummer ins Mikrofon" ist ein korrekter deutscher Satz.
#21VerfasserMiMo (236780) 04 Nov 17, 22:02
Kommentar
illiade, ich glaube, es hat keinen Zweck. Mach dir deine eigene Grammatik, wenn du willst, nur bitte schwing dich hier nicht zum Missionar in eigener Sache auf. Letztlich wird sowieso das LEO-Team über deinen Vorschlag entscheiden, und ohne dem vorgreifen zu wollen, wage ich die Prognose, dass der Eintrag bleiben wird, wie er ist.

Eigentlich wollte ich hier nicht mehr antworten, eine letzte Erwiderung auf #20 kann ich mir nun aber doch nicht verkneifen:

Dass deine Satzbeispiele mit "sprechen" nicht funktionieren, liegt schlicht daran, dass "sprechen" kein Dativobjekt regieren kann, denn alle deine Sätze enthalten ein solches (ihm). Mit Transitivität hat das nichts zu tun. Natürlich kann man nicht sagen "ich spreche ihm meine Adresse", aber "ich spreche meine Adresse aufs Band" ist völlig korrekt und idiomatisch. Und deine Behauptung, man könne nicht fragen "Was sprichst du"? steht im Widerspruch zu Jahrhunderten deutschen Sprachgebrauchs. Googel mal nach dieser Phrase! Hier nur ein Beispiel von hunderten.

Wäre sprechen tatsächlich ein transitives Verb, dann wäre der letzte Satz ja auch korrektes Deutsch! Ist das so?

Wo steht denn geschrieben, dass ein transitives Verb jedes beliebige Objekt regieren kann? "Er spricht seine Telefonnummer" ist genauso richtig oder falsch wie "Sie kocht die Verantwortung". Das passt einfach nicht zusammen. Aber du schreibst ja selbst, dass man einen Eid oder ein Gebet sprechen kann, ebenso, wie man Suppe kochen kann. Weshalb du trotz dieser Einsicht darauf beharrst, der Eid und das Gebet seien im Gegensatz zur Suppe keine Akkusativobjekte, weißt wohl nur du allein.

Und ja, es gibt tatsächlich adverbiale Akkusative, die keine Objekte sind: Sie spricht zehn Minuten. Dass das kein Objekt ist, erkennt man daran, dass man diesen Akkusativ nicht durch ein Pronomen ersetzen kann: Spricht sie zehn Minuten? Ja, sie spricht sie! Das klappt nicht. Im Gegensatz dazu funktioniert das mit Deutsch problemlos: Spricht er Deutsch? Ja, er spricht es, und zwar sehr gut! 

Inwieweit der ohnehin etwas uneindeutige "Akkusativ des Inhalts" sich da einfügt, sei dahingestellt. Der beschreibt - laut manchen Autoren - Konstruktionen wie "Klavier spielen", "Tango tanzen", "Auto fahren". Die Abgrenzung zum echten Objekt scheint mir dabei aber ein bisschen künstlich und im Grunde überflüssig. Das überzeugendste Beispiel, das ich gefunden habe, ist noch "einen schrecklichen Tod sterben". Aber auch in dem Fall wird sterben meiner Ansicht nach hier ausnahmsweise transitiv verwendet, und die Antwort "Ja, er stirbt ihn!" auf die Frage "Stirbt er einen schrecklichen Tod?" könnte ich mir durchaus noch vorstellen.
Aber selbst wenn: Wo ist der (grammatische) Unterschied zwischen Klavier spielen und  Deutsch sprechen?

So, nun bin ich raus hier.
#22Verfasserdirk (236321) 05 Nov 17, 21:52
Kontext/ Beispiele
Wo ist der (grammatische) Unterschied zwischen Klavier spielen und  Deutsch sprechen?
Kommentar
Ich spiele Klavier / Ich spreche deutsch.

Ich fahre Rad (Adverbiale) .
Ich fahre Auto (Adverbiale) .
Ich fahre Audi (Adverbiale).

Die markierten Substantive sind Akkusative, aber sie sind keine Objekte zum Verb fahren — man fährt schließlich nicht wen oder was, sondern auf eine bestimmte Art und Weise. Solche modalen Akkusative sind im Deutschen weitverbreitet:

Ich spiele Fußball (Adverbiale).
Ich spiele Schach (Adverbiale).
Ich lese den Text Korrektur (Adverbiale).
Ich schreibe Maschine (Adverbiale).

Man spielt nicht den Fußball, man spielt damit oder so. Man liest nicht die Korrektur, sondern einen unkorrigierten Text zur Korrektur. Und natürlich schreibt man nicht eine Schreibmaschine, sondern einen Text auf einer Schreibmaschine.

Man spricht auch nicht Sprachen.
Der bloße Akkusativ nach sprechen gibt an, worin dieses Sprechen besteht. Zum Beispiel in Form eines Gebets, eines Eids oder eben einer fremden Sprache.

Das gilt übrigens auch für Personenangaben nach sprechen.
Wenn man den Chef sprechen will, dann wird der Chef nicht von einem gesprochen, der Chef ist nicht das Objekt der Handlung, sondern man spricht mit oder zu dem Chef.
#23Verfasserilliade (634962) 12 Nov 17, 15:55
Kommentar
Natürlich spricht man Sprachen. Man spricht Wörter, und diese Wörter bilden Sprachen.

Und man spricht auch den Chef.

Denn "sprechen" hat mehrere Bedeutungen, und eine davon ist:
jemanden sprechen 
= mit jmdm. ein besonderes Anliegen besprechen, mit jmdm. eine Unterredung führen, um etw. zu erreichen (DWDS)
= (jemanden) erreichen; mit jemandem Verbindung aufnehmen, ins Gespräch kommen (Duden)

"Wann kann ich den Chef sprechen?"
"Ich habe ihn schon lang nicht mehr gesprochen."
"Wir haben uns gestern [telefonisch] gesprochen."

Ein zu enges Verständnis der Bedeutung des Wortes "sprechen" führt in eine grammatikalische Irre. Die Verbindung des Verbs "sprechen" mit dem Akkusativ einer Personenbezeichnung hat sich im Deutschen als sehr nützlich erwiesen.
#24VerfasserByrdy (782769) 12 Nov 17, 18:22
Kommentar
correction not supported, see also # 4. Tags are appropriate.
#25Verfasserjamqueen (1129860) 14 Nov 17, 20:51
Vorschläge

German

[Sprachw.] -

Deutsch (ohne Artikel)



Kontext/ Beispiele
German - das Deutsche
Kommentar
Änderung bewürwortet, aber in anderer Form. "Deutsch" ist ein Äquivalent zu "German", aber ohne Artikel. Hier pfuscht der Sprachgebrauch der üblichen LEO-Eintragsform ins Handwerk. Der Artikel wird nur in Kombination mit einer näheren Bestimmung gebraucht (z.B. das österreichische Deutsch oder das Deutsch Schillers). So eine Kombination könnten man zur Verdeutlichung natürlich zusätzlich eintragen. Parallel dazu gibt es "das Deutsche".
#26VerfasserM-A-Z (306843) 17 Nov 17, 15:05
Kommentar
Nein, s. #8 von dirk:

Deutsch ist ganz zweifelsfrei ein Substantiv, welches eine Sprache bezeichnet. Ebenso wie Englisch, Italienisch, Latein oder Hindi. Das Geschlecht dieses Substantivs ist Neutrum und wird bei LEO wie üblich durch den bestimmten Artikel angezeigt: das Deutsch. Somit ist an dem Eintrag absolut nichts auszusetzen.
#27VerfasserWachtelkönig (396690) 17 Nov 17, 19:32
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