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    Übersetzung korrekt?

    sich verlaufen haben - estar perdido

    Gegeben

    sich verlaufen haben

    Richtig?

    estar perdido

    Beispiele/ Definitionen mit Quellen

    Estoy perdido. ¿Dónde está la Plaza Mayor?

    Kommentar

    Habe das in einem Text ("Halb-"Muttersprachler: Lateinamerika) gefunden. Kann man das wirklich so verwenden?

    Danke!


    Verfassersopas (771363) 19 Jan. 19, 14:59
    Kommentar

    sich verlaufen haben/ sich verirrt haben = perderse => me he perdido

    estar perdido = verloren sein/aufgeschmissen sein.


    Die Aussage kann man so verwenden...wenn man weiß, was sie bedeutet und was man ausdrücken will :-)

    #1VerfasserHans (DE) (686996) 19 Jan. 19, 15:25
    Kommentar

    Danke. Ja, ich hätte es auch mit "perderse" übersetzt. Mit dem "Aufgeschmissen sein" ergeben die Sätze aber dennoch Sinn. Nochmal Danke!

    #2Verfassersopas (771363) 19 Jan. 19, 15:28
    Kommentar

    perderse oder extraviarse


    sopas: was ich nicht verstehe, ist, was Du mit einem "Halb"-Muttersprachler meinst... Muttersprachler ist man, oder man ist es nicht (wobei die Mutter als solche nicht allein entscheidend ist: es gibt auch Muttersprachler, die Weisen sind, oder deren Mutter eine andere Muttersprache hat). Das tönt mir jedenfalls nach estoy un poquito embarazada...

    .

    #3Verfasserqarikani (380368) 19 Jan. 19, 20:26
    Kommentar

    @ qarikani

    Deswegen steht das "Halb" ja auch in Gänsefüßchen. :-) Ich wollte damit nur ausdrücken, dass die Person aufgrund ihres familiären Hintergrundes sehr gut spanisch spricht, aber nicht 100% perfekt. Ein längeres Ausschweifen fand ich für meine Anfrage nicht notwendig.


    Aber wenn es gewünscht wird:

    Die Person lebt in Deutschland mit einem deutschen und lateinamerikanischen Elternteil. Mit letzterem unterhält sich sich die Person recht oft (aber nicht immer) auf spanisch. Sie hat zwar sehr gute Sprachkenntnisse, aber nicht wirklich auf Muttersprachlerniveau. Deswegen war ich mir nicht sicher, ob man der Person hier vertrauen kann und diese Wendung in dem Kontext tatsächlich so verwenden wird.


    @alle, die es interessiert:

    Ich habe gestern noch den YouTube - Kanal eines jungen Mannes aus der Dominikanischen Republik entdeckt, der Deutschen die Wegbeschreibung auf spanisch erläutert. Er verwendet in der Tat "estoy perdido für "Ich habe mich verlaufen.


    Einen schönen Sonntag an alle! Genießt das tolle Wetter!







    #4Verfassersopas (771363) 20 Jan. 19, 09:37
    Kommentar

    Ich möchte dem Post #1 noch etwas hinzufügen.


    "Estar perdido" kann auch "sich verlaufen haben" bedeuten!

    Ich kam nun drauf, als ich #4 noch einmal gelesen habe.


    So schreibt auch die RAE

    http://dle.rae.es/?id=SYPEPhR

    1. adj. Que se ha salido de su ruta y no sabe llegar a su destino.


    Dir auch einen schönen Sonntag :-)


    #5VerfasserHans (DE) (686996) 20 Jan. 19, 12:29
    Kommentar

    @#4: Das Spanische der Dominikanischen Republik ist - ganz nebenbei gesagt - ganz besonders dafür bekannt, dass es nicht zu den besten oder "richtigsten" der Welt gehört.


    Generell würde ich sagen:

    verloren sein - estar perdido (auch hier hat man seine Orientierung verloren, siehe Hans' Definition in #5)

    sich verlaufen haben - haberse perdido


    Was nicht ausschließt, dass auch "estar perdido" als "sich verlaufen haben" Gültigkeit hat, wenn man sich hoffnungslos verlaufen und die Orientierung verloren hat. Bei Hänsel und Gretel könnte man tatsächlich auch sagen "estaban perdidos".

    "Estar perdido" drückt für mich ein stärkeres "Verlorensein" aus als "haberse perdido"

    #6Verfasserlisalaloca (488291) 21 Jan. 19, 12:06
    Kommentar

    --- edit ---

    #7Verfasserno me bré (700807) 23 Jan. 19, 17:43
    Kommentar

    Das Spanische der Dominikanischen Republik ist - ganz nebenbei gesagt - ganz besonders dafür bekannt, dass es nicht zu den besten oder "richtigsten" der Welt gehört.


    Liebe lisa, Dein Kommentar ist nicht nur beleidigend und diskriminierend, sonder vor allem falsch. Gott sei Dank sind die Zeiten um, in denen man den Dialekt von Valladolid für den "besten"", und denjenigen von Bogotá für den "korrektesten" hielt. Und damit die andalusischen, karibischen, chilenischen, ländlichen, proletarischen usw. Varianten herabwürdigte. Für die Sprachwissenschaft sind, heute zumindest, alle Dialekte, Chronolekte und Soziolekte zwar verschieden, aber gleichwertig im Sinne, dass sie nicht hierarchisch abstufbar sind.


    Den dominikanischen Dialekt kenne ich besonders gut, ich habe auch ein langes Jahr dort gelebt und pflege freundschaftliche und verwandschaftliche Beziehungen zu Leuten aus diesem Land. ich kann Dir nur versichern, dass es sich, wohl wegen der Insularität des Landes, um eine besonders expressive, inventive und eigenständige Variante handelt. Von Spracharmut keine Rede, ganz im Gegenteil.


    Ich will gerne annehmen, dass Du das, was Du gesagt hast, gar nicht so gemeint hast, liebe lisa. Du wolltest wohl eher sagen, dass das Sprachniveau vieler Sprechenden von mangelnder Bildung geprägt ist, dass daher vor allem sehr oft die Orthographie zu wünschen übrig lässt... Da hast Du allerdings recht. In Sachen Schulbildung (für die untereren Klassen) ist das Niveau in diesem Lande tatsächlich unter aller Kritik. Aber das hat natürlich nichts mit dem Dialekt zu tun. Sonst hätte man ja vor 150 Jahren, als die Alphabetisierung noch wenig verbreitet war, in Deutschland auch "schlechteres" und "unrichtigeres" Deutsch gesprochen, als heute. Und das ist gewiss nicht der Fall, da bist Du wohl mit mir einig.

    #8Verfasserqarikani (380368) 23 Jan. 19, 20:20
    Kontext/ Beispiele

    https://de.wikipedia.org/wiki/Dominikanisches...


    Es besteht die Ansicht, dass spanische Varietäten umso angesehener sind, je näher sie an die europäische Norm heranreichen. Das Dominikanische Spanisch sei die schlechteste aller Varietäten, da es viele Abweichungen gegenüber dieser Norm gibt und unter anderem aufgrund afrikanischer Spracheinflüsse. Diese Beurteilungen und die daraus resultierende Unsicherheit von Seiten der Dominikaner, verleihen der Varietät ein niedriges Ansehen.[25] Dennoch bleiben die Dominikaner ihrer Varietät selbst dann loyal, wenn sie nicht mehr direkt auf der Insel leben. Ihre Sprache gilt als wichtigstes und unveränderliches Kennzeichen ihrer dominikanischen Identität. Als Symbol einer nationalen und individuellen Identität kann man von einem „covert prestige“[26] sprechen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet, dass die dominikanische Varietät zwar kein Prestige bei anderen Spanischsprechern findet, jedoch unter den Dominikanern selbst ein hohes Ansehen hat.[27] Trotzdem gibt es innerhalb des Landes Dialekte, die jeweils einem unterschiedlichen sozialen Status zugeordnet. So nimmt der Dialekt der capitaleño den höchsten Rang in der Dominikanischen Republik ein, der Dialekt in der ländlichen Region des Cibao jedoch den geringsten. Oft wird letzterer aufgrund seiner Aussprache der Liquide am Silbenende in Komödien verwendet. Die Dominikaner versuchen sich ebenfalls von den Haitianern abzugrenzen, da sie auf ihre Hispanität sehr großen Wert legen. Haitianern gegenüber werden deshalb häufig rassistische Äußerungen verwendet.[28]


    Beispiele der einzelnen Prozesse:

    verde (grün) - velde

    falda (Rock) - farda

    porqué (warum) - poiqué

    algo (etwas) - aigo

    hoy (heute) - hor (hyperkorrekt)


    Der Konsonant /d/ wird zwischen zwei Vokalen entweder sehr stark aspiriert oder wird ganz weggelassen. Ausschließlich in Afro-Hispanischen Gemeinschaften wird /d/ durch /r/ ersetzt.[6]

    el marido (Ehemann) - el marío

    perdida (verloren) - perdía

    comprado (gekauft) - compráo

    pulgada (Zoll) - pulgá

    Kommentar

    >Gott sei Dank sind die Zeiten um, in denen man den Dialekt von Valladolid für den "besten"", und denjenigen von Bogotá für den "korrektesten" hielt.


    Die Zeiten sind noch nicht vorbei! Ich hatte vor ein paar Monaten Besuch aus meinem Heimatdorf (Bogotá) und wir redeten ein wenig über meine vermaledeite Mieterin, die aus der Dom. Rep kommt.

    Mein Cousin verdrehte gleich die Augen und erzählte mir im Prinzip eine Mischung von dem Posting der lieben lisa und vom o.a. Wiki-Eintrag.


    >[...]expressive, inventive und eigenständige Variante handelt. [...]

    Das kann ja trotzdem ein schlechteres Spanisch sein.


    Hier im Osten reden die ja auch so was von ein eigenständiges Deutsch.... ich garantiere dir, kein "Wessi" wurde es gutes Deutsch betiteln (eher Schei...klang etc).

    Sorry, wenn ich jemandem aus dem Osten auf dem Schlips trete, aber ich erzähle hier gewiss nichts Neues.

    #9VerfasserHans (DE) (686996) 25 Jan. 19, 02:03
    Kommentar

    Ja, Hans, ich tröte jetzt auch mal in Deine Tute:

    Tante Wiki in Ehren (ich finde diesen Wiki-Artikel nicht sehr objektiv und sachlich), aber damit alle sich verstehen, muss es schon wenigstens Grundregeln der Kommunikation geben, und im Spanischen sind das nicht so viele.

    Mundarten sind schon noch etwas anderes.

    Klar: Schwitzertütsch, Boarisch, Ripoarisch uns Säggs'sch haben auch so ihre Eigenheiten, sowohl in der Ausdrucks- als auch der Sprechweise, und niemand versteht sie so wirklich, wenn sie mal so richtig urig loslegen.

    Aber sie halten sich alle im Schriftverkehr an die allgemein gültigen Rechtschreibregeln.

    Die Dominicanos jedoch versteht man überhaupt nicht, und Bemühungen, sich an ein Minimum an Rechtschreibregeln zu halten, sind auch nicht wirklich erkennbar.


    Ich finde es schon bedenklich, wie viele sich der Verhunzung des Spanischen als einer "eigenen Sprache" rühmen, gleichzeitig aber ihre Ur-Sprachen und -Kulturen, die ihnen eine wirkliche Identität gäben, ablehnen... (Dies bezieht sich allerdings nicht konkret auf die dominicanos, ich beobachte das aber bei vielen anderen, vor allem aus Andenländern).

    #10Verfasserlisalaloca (488291) 25 Jan. 19, 10:35
    Kontext/ Beispiele

    >Ich finde es schon bedenklich, wie viele sich der Verhunzung des Spanischen als einer "eigenen Sprache" rühmen, gleichzeitig aber ihre Ur-Sprachen und -Kulturen, die ihnen eine wirkliche Identität gäben, ablehnen... (Dies bezieht sich allerdings nicht konkret auf die dominicanos, ich beobachte das aber bei vielen anderen, vor allem aus Andenländern).

    Kommentar

    Ja, das habe ich auch schon oft von Verwandten gehört.

    Sie sagen (nicht ohne stolz) "Kolumbianisch" sei komplett anders als peninsulares "Hochspanisch" (castellano).

    Das fand ich schon immer übertrieben.


    Ob man dann eine Sprachvariante als "anders und eigensinnig" und/oder lt. Don qarikani als "expressive, inventive und eigenständige" oder schlicht als "schlecht" bezeichnet, ist wohl ein wenig der Beziehung zur besagten Region geschuldet.

    Interessantes Thema... sollte vielleicht in Sprachlabor (oder Quasselzimmer!?) verfrachtet werden. :-)

    #11VerfasserHans (DE) (686996) 25 Jan. 19, 10:53
    Kommentar

    Die Zeiten sind noch nicht vorbei!


    Die Zeiiten sind vorbei, zumindest schon lange in der akademischen Linguistik, und in den letzten Jahrzehnten auch in der spanischen Akademie, die immer mehr vom prescripcionismo zum descripcionismo wandert und die Gleichwertigkeit aller Dialekte anerkennt.


    Vorurteile bei Laien sind leider viel schwerer auszurotten, lieber Hans. Deine Verwandten leiden immer noch unter dem fatalen bogotanischen Atenas Syndrom...

    #12Verfasserqarikani (380368) 26 Jan. 19, 15:11
    Kommentar

    >die immer mehr vom prescripcionismo zum descripcionismo wandert und die Gleichwertigkeit aller Dialekte anerkennt.


    Naja, bis sich das unter den Laien rumgesprochen hat... und selbst dann werden wohl nicht alle dem zustimmen (meine Einschätzung).

    Soll das dann bedeuten, dass man weg von der Standardsprache will? Wie soll man dann den Ausländern eine Sprache beibringen?


    >Deine Verwandten leiden immer noch unter dem fatalen bogotanischen Atenas Syndrom...

    Das kann ich nicht beurteilen... ich habe keine Ahnung wie dieses Syndrom aussehen soll, sei es aus Bogotá oder nicht.



    #13VerfasserHans (DE) (686996) 27 Jan. 19, 16:16
    Kommentar

    Nicht so wichtig, hab's gelöscht.

    #14Verfasserriemann (1040979) 01 Feb. 19, 19:15
     
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