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Falscher Eintrag

costs - Unkosten

35 Antworten   
Korrekturen

costs

-

Kosten


Kommentar
Steht das Wort "Unkosten" mittlerweile im Duden?
Meiner Meinung nach gibt es das Wort "Unkosten" immer noch nicht, obwohl dessen Verwendung leider weit verbreitet ist.
VerfasserElke Pütz03 Sep 03, 20:00
Kommentar
Ich bin zwar auch der Meinung, dass das Wort "Unkosten" eine verbale Missgeburt darstellt, muss doch aber fragen, warum es nicht in Woerterbuechern erscheinen sollte? Gerade die unumstrittene Tatsache, dass das Wort weit verbreitet ist, ist doch Grund, es aufzunehmen, bzw. aufgenommen zu belassen.

Als Kompromis wuerde ich vorschlagen, dem Eintrag zu "Unkosten" eine Erklaerung beizustellen, die klarstellt, dass das Wort umgangssprachlich ist etc.
#1VerfasserOliver <de/us>03 Sep 03, 20:14
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Ist das Wort eine verbale Missgeburt? "In Unkosten stürzen" fand ich immer schon ein lebendiger, interessanter Begriff.
#2VerfasserNancy03 Sep 03, 21:16
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Nancy,

ich wollte damit nur sagen, dass ich mit Elke darin uebereinstimme, dass "Unkosten" eigentlich ein "falsches" Wort ist. Kaufmaennisch, buchhalterisch, betriebswirtschaftlich--wie auch immer--gesagt, gibt es "Unkosten" einfach nicht. Es gibt nur "Kosten." Das Wort "Unkosten" geht kaufmaennisch versierten Menschen in der Regel auf die Nerven, wie etwa accountants in den Staaten gerne daraufhinweisen, dass "physical" und "fiscal" zwei unterschiedliche Dinge darstellen. ;-)

Insofern ist "Unkosten" wohl ein unlogischer Begriff. Allerdings gebe ich gerne zu, dass "sich in Unkosten stuerzen" eine sprachlich schoene Bildlichkeit beweist, der es piepsegal ist, ob es "Kosten" oder "Unkosten" heisst. Deshalb denke ich ja, dass man den Begriff mit einem "coll." oder aehnlichem versehen sollte.
#3VerfasserOliver <de/us>03 Sep 03, 21:44
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Jepp, es ist eine Missgeburt. Es macht weder logisch noch sprachlich Sinn. Zumal, die Sprachexperten mögen mich berichtigen, "un-" immer (?) eine Negation des folgenden Wortteils ist. Somit also das Gegenteil dessen, was normalerweise mit dem nachstehenden Wortteil ausgedrückt wird (z.B. Glück - Unglück, glücklich - unglücklich, gelenk - ungelenk etc.)

Folglich wären Unkosten also keine Kosten und damit Erträge.

Wie auch immer. Tatsache ist, dass das Wort sehr gebräuchlich ist, wenn auch nur umgangssprachlich. Insofern denke ich, dass es durchaus gerechtfertigt ist, wenn die Eingabe "Unkosten" bei Leo zu entsprechenden Hits führt. Ob dies notwendiger Weise in dem derzeitigen Umfang angebracht ist, lasse ich mal dahingestellt sein.

Im umgekehrten Fall jedoch, also dem hier vorgeschlagenen, bin ich nicht der Meinung, dass "Unkosten" als Übersetzungsmöglichkeit aufgeführt werden sollte.
#4Verfassercharlie03 Sep 03, 22:52
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Die Meinung, "Unkosten" sei eine Mißgeburt, beruht auf einem sprachistorischen Mißverständnis. Das Wort gab es nämlich schon im Mittelniederdeutschen, "unkost", und die Vorsilbe "un-" bezeichnet hier nicht das Gegenteil, sondern bedeutet "schlimm". Unkosten sind also "schlimme Kosten" (vgl. Wörter wie Unkraut, Unland, Unmenge, Untat, Unwetter, wo ebenfalls "Un-" nicht das Gegenteil bezeichnet, sondern mit "schlimm" übersetzt werden könnte).

Mein Wahrig erklärt "Unkosten" so: "Kosten, die außer dem Anschaffungspreis entstehen und sich dem Einzelerzeugnis nicht zurechnen lassen, sondern auf alle Erzeugnisse umgelegt werden. Die Verwendung anstelle von "Kosten, Ausgaben" ist umgangssprachlich.

Brockhaus Wörterbuch Englisch übersetzt "Unkosten" mit: "(extra) expense; expenses; (coll.) costs, expenditure
#5VerfasserarbeD03 Sep 03, 23:47
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Und ich fand meine Begründung so toll. Schade eigentlich ;o))

Bleibt allerdings die Frage offen, ob "Unkosten" bei der Übersetzung vom Englichen ins Deutsche auftauchen soll/muss.
#6Verfassercharlie04 Sep 03, 00:14
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@ arbeD: Auch wenn's der Wahrig so haben will, zumindest in dem begrenzten Sinne, wie er es da angibt, bleibt es trotzdem dabei, dass Unkosten kaufmaennisch ein rotes Tuch sind. Das hat mit Sprachgeschichte nichts zu tun, dafuer aber mit Kontenfuehrung. Kaufleute kennen keine Unkosten. ;-)
#7VerfasserOliver <de/us>04 Sep 03, 00:52
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arbeD, danke für die Erklärung! Dieses Leo ist wirklich super. Was sagtst du denn zu Unbill? Ich meine, woher kommt das Wort?
#8Verfasserminjong04 Sep 03, 07:01
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Über den Gebrauch von "Unkosten" durch Kaufleute schreibt Trübners Deutsches Wörterbuch (1956): "So unterscheidet der Kaufmann der Gegenwart die Kosten (Gesamtkosten) von den Unkosten, d.h. den Nebenkosten, die zu den Einstandskosten hinzukommen. Freilich im täglichen Sprachgebrauch fallen die Bedeutungen von Kosten und Unkosten oft zusammen. (...) Oft sagt man verdeutlichend Handlungsunkosten, die auf dem Unkostenkonto oder in einem Unkostenbuch verbucht werden."

@minjong: "Unbill (Unbilde") = was dem rechten Bilde widerspricht und nicht ist, wie es sein sollte. (Nach Trübner)
#9VerfasserarbeD04 Sep 03, 09:45
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@ arbeD: So sehr etliche Woerterbuecher recht haben moegen, wenn es um umgangssprachliche Verwendungen des Wortes Unkosten geht, und selbst wenn einige Kaufleute dieses Wort ebenso benuetzen, aendert sich an dem grundlegenden Prinzip nichts. Betriebswirtschaftlich gibt es keine Unkosten. Was Du, numehr zweimal, als Unkosten beschreibst, sind immer noch schlicht Kosten. Es scheint mir, dass Du meinen Einwand missverstehst. Ich behaupte nicht, dass Unkosten nie benutzt wird. Ich weisse lediglich darauf hin, dass das Wort technisch keinen Sinn macht und von modernen Kaufleuten und Betriebswirtschaftlern so nicht erkannt wird. Wahrig und Truebner aendern daran nichts. Google doch mal.
#10VerfasserOliver <de/us>04 Sep 03, 14:06
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Warum reagieren eigentlich alle Kaufleute so allergisch auf das harmlose Wort "Unkosten"? Es zwingt sie ja niemand, es in ihren Bilanzen zu verwenden. Im allgemeinen Sprachbereich hat es seinen Platz, und ich sehe nicht ein, warum man es unterdrücken sollte. Es gibt sehr viele Worte und Wendungen, die sich eingebürgert haben, und an denen man aus streng logischer Sicht Anstoß nehmen könnte. In diesem Fall scheinen es nicht mal logische Probleme zu sein, sondern nur der kaufmännische Standesdünkel.
#11VerfasserKlaus H.04 Sep 03, 14:40
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Klaus, hoffentlich denkst Du nicht, dass ich aus kaufmaennischem Standesduenkel heraus argumentiere. Allerdings stimme ich Dir schon zu, dass Woerterbuecher das Wort Unkosten auffuehren muessen. Nur weil etwas betriebswirtschaftlich wenig oder gar keinen Sinn macht heisst das ja noch lange nicht, dass ein solches Wort aus der deutschen Sprache getilgt werden muesse. Zum einen waere ein solcher Tilgungsversuch hoffnungslos zum Scheitern verurteilt und zum anderen, wie von Dir gesagt, gibt es fuer einen solchen Versuch auch keinen Grund.

Jetzt tut es mir ja schon fast leid, dass ich ueberhaupt etwas zu diesem Unkosten-Ungetuem gesagt habe.
#12VerfasserOliver <de/us>04 Sep 03, 15:29
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@ arbeD Zu Deinem Eintrag im Wahrig: Meines Wissens heissen diese Kosten 'Allgemeinkosten'.

Wie steht es mit Unsummen? 'Dafür haben wir eine Unsumme an Geld ausgegeben' Ist auch keine 'nicht-Summe', sondern ein Sack voll Geld! 'un' steht wohl für 'Unmenge'...
#13Verfasserspekulatius04 Sep 03, 15:38
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Am Anfang dieses Threads wurde behauptet, das Wort "Unkosten" gebe es gar nicht bzw. es sei eine "verbale Mißgeburt". Dagegen haben sich meine Einwände gerichtet, denn: Das Wort ist keine Mißgeburt und es ist schon seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen. Ob es die Kaufleute heute noch (und wie) gebrauchen, ist eine ganz andere Sache. In den 50er Jahren war es (nach Trübner) noch in kaufmännischem Gebrauch. Ich selbst bin nicht kaufmännisch ausgebildet, habe jedoch den Eindruck, daß "Unkosten" früher einmal meinte, was man heute als "Gemeinkosten" bezeichnet.

Abschließend noch, was die Brockhaus-Enzyklopädie über die "nicht existierende verbale Mißgeburt" zu sagen weiß: "Unkosten - umgangssprachl. Ausdruck für Kosten, bes. auch für unangenehme, vermeidbare oder unvorhergesehene Kosten, sowie für Ausgaben."

#14VerfasserarbeD04 Sep 03, 15:54
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Jajaja. Ich nehm's ja zurueck, die verbale Missgeburt. Offenbar war das eine aeusserst unglueckliche Formulierung, die auf verschiedene Nerven getroffen hat. Mea culpa.
#15VerfasserOliver <de/us>04 Sep 03, 16:06
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Schön, wie sich mal wieder alles im Kreis dreht. Ich dachte eigentlich, dass das Thema "Missgeburt" nach arbeDs erstem Posting durch war. Naja, so kann man sich täuschen!

Wie auch immer. Irgendwie vermisse ich jedoch die konstruktiven Beiträge zu der ursprünglichen Frage.

Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass in der Übersetzungsrichtung Englisch Deutsch "Unkosten" nicht auftauchen sollte. Jedenfalls nicht bei *costs* und schon garnicht ohne jeglichen Zusatz.
#16Verfassercharlie04 Sep 03, 16:07
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@ charlie: Wenn es denn um E -> D geht, kann m.E. "Unkosten" schon als Uebersetzungsvorschlag auftauchen, muesste aber einen Zusatz (wie etwa coll.) bekommen. Das waere ja wohl im Sinne der Sache und deckt sich ueberdies auch sehr schoen mit Brockhaus. Was Woerterbuecher betrifft, ist das dann doch wohl genuegend Warnung.
#17VerfasserOliver <de/us>04 Sep 03, 16:15
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Weiterhin "Off-Topic":

@Oliver <de/us>: Um auf den Sprachgebrauch und Missgeburten in der Wirtschaftssprache zu sprechen zu kommen: Wie steht es denn mit "Gewinnwarnungen"? Wird allenthalben verwendet und meistens auch verstanden, obwohl es doch sprachlich eigentlich das Gegenteil ausdruecken muesste. Oder ist eine "Schlechtwetterwarnung" eine Warnung vor gutem Wetter? ;-)
#18Verfasserbilbo04 Sep 03, 16:15
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@ bilbo: Offengestanden weiss ich im Moment nicht, ob "Gewinnwarnungen" bei Kaufleuten und diversen Wirtschaftlern auf besondere Ablehnung stoesst, zumindest wenn verglichen mit "Unkosten." Aber ich nehme Deine Frage gerne als Hinweis auf, dass Sprache mithin halt nicht besonders logisch ist (was wir wohl alle wissen).
#19VerfasserOliver &lt;de/us&gt;04 Sep 03, 16:18
Korrekturen

costs

-

auch: Unkosten (umgangsspr.)



#20VerfasserarbeD04 Sep 03, 16:19
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geht doch ;o))
#21Verfassercharlie04 Sep 03, 16:25
Kommentar
@Oliver, bitte den "Standesdünkel" nicht auf Dich beziehen. In der Sache sind wir offenbar einer Meinung.
#22VerfasserKlaus H.04 Sep 03, 17:03
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How about a few classic sample sentences or contexts to include in LEO? When do you use "Unkosten"? Can it be used like "expenses"?
#23VerfasserGhol ‹GB›04 Sep 03, 22:50
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Beispiele:
kleine Unkosten = petty expenses
jemand hat Unkosten/jemandem entstehen Unkosten = someone incurs expenses
mit großen Unkosten verbunden sein = involve great expenses
jemanden in (große) Unkosten stürzen = put someone to great expenses
sich in (große) Unkosten stürzen = go to great expenses; dig deep into one's pocket
Unkostenbeitrag = contribution toward(s) (covering the) expenses
Unkostenvergütung = reimbursement of expenses
#24VerfasserarbeD05 Sep 03, 07:32
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@arbeD: excellent work. Mensch, wenn wir jedes Mal solche Beispiele hinzufuegen koennten...!
But I think I would prefer to see the singular there:
"go to great expense"
"put someone to great expense"
"involve much/considerable expense" (could well imagine plural here too)
#25VerfasserGhol ‹GB›05 Sep 03, 10:34
Kommentar
@Ghol: I agree. It looks like the more metaphorical meanings of the word are often in singular, while the more factual ones can be in plural.
#26VerfasserNancy05 Sep 03, 11:02
Kommentar
Auch "off topic":

@bilbo

Zum Thema "Gewinnwarnung" und "Schlechtwetterwarnung": vergleiche mal "Lebensgefahr" und "Bruchgefahr" ;-)
#27VerfasserMatthias05 Sep 03, 11:05
Kommentar
@Ghol, Nancy, arbeD
I don't agree coz IMHO such entry would be disproportionated and wouldn't properly reflect the true relevance of the word. And of course *informal* or *colloquial* should be added.

#28Verfassercharlie05 Sep 03, 13:41
Kommentar
1. "Unkosten" steht im Duden.
2. Die Deutung "schlimm" ist völlig korrekt. Siehe hierzu Duden Band 7 - Herkunftswörterbuch.
3. Selbst der Großmeister der klassischen Betriebswirtschaftslehre, Schmalenbach, hat es in seinen Werken verwendent, im Sinne von "Zusatzkosten".
#29VerfasserDomulti05 Sep 03, 16:08
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@domulti
Über den Punkt sind wir doch lange einig.
#30Verfassercharlie05 Sep 03, 16:40
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Sorry, hatte leider gerade keine Zeit, die 29 Postings alle durchzulesen. Wenn das also schon geklärt ist ...

Ich hatte nur mal schnell eine Suchfunktion auf "Schmalenbach" abgesetzt, und festgestellt, daß der hier nicht auftaucht. Hab gedacht, könnte man mal erwähnen.
#31VerfasserDomulti05 Sep 03, 16:43
Kommentar
Macht ja nix. Sollte von mir auch nur ein Hinweis und keine Kritik sein. Nicht das du noch weiter kräftig suchst ;o)
#32Verfassercharlie05 Sep 03, 16:47
Kommentar
Dir Vorsilbe "Un-" hat im Deutschen zwei Bedeutungen: Einmal drückt sie das Gegenteil aus, einmal eine Verstärkung.

Im Fall von 'Unkosten' könnte sie also eine Verstärkung ausdrücken, hätte also durchaus eine Berechtigung: besonders hohe Kosten.

Es gibt Wörter wir 'Untiefe', bei der die Vorsilbe in beiden Bedeutungen gebraucht wird und je nach Kontext verstanden werden muss.
#33VerfasserMarianne09 Sep 03, 10:35
Kommentar
@Marianne: Die 2. Bedeutung von "un-" ist umfaßt auch "schlimm, Miß-": Unmensch, Untier, Unwesen, Unwetter, Untat, Unbill, Unland, Unbehagen, Unrat...
#34VerfasserarbeD09 Sep 03, 10:56
Kommentar
@Marianne: Die 2. Bedeutung von "un-" umfaßt auch "schlimm, Miß-": Unmensch, Untier, Unwesen, Unwetter, Untat, Unbill, Unland, Unbehagen, Unrat...
#35VerfasserarbeD09 Sep 03, 10:56
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