Werbung
LEO

Sie scheinen einen AdBlocker zu verwenden.

Wollen Sie LEO unterstützen?

Dann deaktivieren Sie AdBlock für LEO, spenden Sie oder nutzen Sie LEO Pur!

 
  •  
  • Neuer Eintrag

    peatland - Moor

    Beispiele/ Definitionen mit Quellen
    2.1.1 Begriffsbestimmung
    Das Substantiv "Moor" geht auf das althochdeutsche Wort "muor" zurück, das bereits in Glossen des 9. Jahrhunderts verschriftlicht wurde. Das Wort findet sich in ähnlicher Schreibweise auch in mittelhochdeutschen ("muor"), mittelniederdeutschen ("mōr"), mittelniederländischen ("moer"), altfriesischen ("mōr") und altenglischen ("mōr") Quellen. Es bezeichnet in der Regel Feuchtgebiete oder morastiges Land, aus welchem Torf gestochen werden kann. Häufig wird das Wort auch als Flurname für nach der der Trockenlegung genutztes Acker- und Weideland benutzt. Zudem wurde das Wort "mōr" im Mittelniederländischen als Synonoym für die Worte "Torf", "Schlamm", "Dreck" und "Unrat" benutzt. In Ostfriesland gab es ein gleichlautendes Flächenmaß von 700 Quatratzoll (4,4147 m²). (vgl. DRW 2008)
    Das Deutsche Wörterbuch (2008), das von den Brüdern Jakob und Wilhelm Grimm 1838 initiert wurde, verzeichnet unter dem Lemma "moor" folgende Bedeutungsbeschreibung: "sumpfland, nasses torfland. das wort hat nicht die ihm eigentlich zukommende neuhochdeutsche form, die mur lauten müste, da es auf ahd. muor (in der bedeutung meer musp. 53), mhd. muor sumpfland, niederung zurückgeht [...]".
    In ihrem Standardwerk weisen Succow & Joosten (2001:2) darauf hin, dass es sich bei den Wörtern "Moor" und "Moorlandschaften" um Begriffe handelt, die der Mensch zunächst im "vorwissenschaftlichen" Kontext zur Bezeichnung einer "spezifische[n], durch Feuchteüberschuß geprägte[n] Landschaft" verwendete. Weil der Terminus von verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen aufgegriffen wurde, wird er heute "differierend verwendet". Dieser Umstand führt laut Succow & Joosten immer wieder zu Verwirrungen.
    In der deutschen Gegenwartssprache bezeichnet der Begriff "Moor" eine "von Wasser erfüllte, aus unvollständig zersetzten Pflanzen bestehende Bodenschicht, die mit dichter Vegetation bedeckt ist." (vgl. DWDS 2008)

    2.1.2 Übersetzungen
    Beim Suchen und Verwenden fremdsprachiger Fachbeiträge treten im Zuge der Übersetzung und Interpretation häufig Fehler auf. (vgl. Succow & Joosten 2001:2) Das Onlinewörterbuch LEO (2008) findet allein für das Lemma "Moor" sechs verschiedene englischsprachige Entsprechungen: "bog", "everglade", "fen", "marsh", "moor" und "swamp". Mit "fen" und "bog" übersetzt das Geographische Wörterbuch (2004) diesen Terminus. Leser (Hrsg.) (2005:575) verweist nur auf die englischsprachige Entsprechung "bog".
    Succow & Joosten (2001:2) arbeiten einige englischsprachige Übersetzungen auf, wobei sie die von den deutschen Wörterbuchredaktionen favourisierten Entsprechungen "bog" und "fen" nicht erwähnen. Der englische Terminus "peatland" bedeutet den Ausführungen zu folge soviel wie "Torfland(schaft)". Das aus dem Schwedischen ins Englische entlehnte Wort "mire" bezeichnet eine Landschaft, in der Torf akkumuliert wird. Die deutschsprachige Entsprechung ist "wachsendes" oder "lebendes Moor". Das englische Wort "moor" benennt dagegen eine "halbnatürliche Landschaft" mit auf Torfböden wachsender Heidevegetation.
    In vielen Sprachen gibt es kein Lemma für das Wort "Moor". Diese Sprachgemeinschaften umschreiben entweder den Sachverhalt als eine Stelle, an der Torf gewonnen werden kann, oder rechnen die Moore dem etwas weiter gefassten Terminus "Wetlands" für "Feuchtgebiete" zu.

    2.1.3 Moor-Definitionen
    Aus den oben bereits genannten Gründen gibt es zahlreiche Definitionen des Terminus "Moor". Im Abschnitt 2.2 werden die unterschiedlichen Herangehensweisen und Schwerpunktsetzungen der Fachdisziplinen näher erläutert. An dieser Stelle sollen aber zuvor einige Definitionen aus der deutsch- und englischsprachigen Fachliteratur zusammengetragen werden. Die Definitionen sind nach dem Erscheinungsjahr der entsprechenden Fachpublikation geordnet.

    Burnotte et.al. (2002:400):
    "Moore, entstehen überall dort, wo durch bis an die Oberfläche anstehendes Grundwasser, durch Oberflächenwasser oder hohe Niederschläge zur anhaltenden Vernässung und damit zu Luftmangel im Boden bzw. Untergrund kommt. Unter diesen Bedingungen ist die Tätigkeit der Destruenten so stark eingeschränkt, dass sich die abgestorbende organische Substanz aus der Moorvegetation als Torf anreichert. Moore sind definiert durch Torfablagerungen von mindesten[s] 30 cm Mächtigkeit."

    Succow & Joosten (2001:2):
    "In diesem Buch wollen wir den Begriff Moor für Landschaften verwenden, in denen Torf gebildet wird, oder Torf oberflächig ansteht. Es werden damit auch Lebensräume eingeschlossen, in denen noch keine deutlichen Torfschichten vorhanden sind, z.B. rezente Sümpfe, in denen jedoch Torfakkumulation möglich ist."

    Mitsch & Gosselnik (2000: 419):
    "Bogs and fens belong to a major class of wetlands called peatlands, moors, or mires that accur as freshwater wetlands throughout much of the boreal zone of the world. Bogs are acid peat deposits with no significant inflow or outflow of surface water or groundwater, and support acidophilic (acid-loving) vegetation, particularly mosses. Fens, on the other hand, are open peatland systems that generally receive some drainage from surrounding mineral soils and are often covered by grass, sedges, or reeds."

    Kuntze et.al. (1994:288):
    "Moore (Böden aus Torfen) Moorböden bilden in der deutschen Bodensystematik eine eigene Abteilung, weil wie bei keinem anderen Boden mit ihrer Bildung zugleich das Ausgangsmaterial entsteht. In dieser Abteilung werden Böden mit > 3 dm Torfmächtigkeit zusammengefaßt. Der Anteil der organischen Substanz beträgt in den H-Horizonten > 30 % mas."

    Robinson (1939:331)
    "Eigentliche Moore enthalten im allgemeinen mindestens 50 % und können in manchen Fällen fast gänzlich aus organischer Substanz bestehen. Die Humifikation, welche zur Bildung von Moor führt, ist mit Ausnahme des Falles von Heidetorf und Waldtorf von anaerobem Charakter und findet entweder unter Wasser statt, wie bei der Bildung von Niederungsmoor, oder in Lagen, wo stauende Nässe und sich daraus ergebender Luftabschluß die Regel sind. Es folgt daraus, daß Moor am leichtesten in einem kühlen, feuchten Klima gebildet wird."

    Ramann (1911:178):
    "Moore. Wasserreiche Gebiete mit Humosboden und einer Vegetation, der hochwüchsige Bäume fehlen oder nur vereinzelt vorhanden sind. [...] Auf geologischen Karten werden die Humosböden der Moore [...] in der Regel nur eingetragen, wenn die Mächtigkeit der Humosböden 20 cm übersteigt."
    VerfasserJens.Hardel18 Apr. 08, 10:47
    Kommentar
    @Jens.Hardel: peatland - Moor hast du gestern schon vorgeschlagen, was soll jetzt dieser neue Faden? Zusätzliche Belege (auch für die englische Seite) wären dort besser aufgehoben. Allerdings liest sich dein Beitrag eher wie ein wissenschaftlicher Artikel als ein brauchbarer Diskussionsbeitrag...
    Siehe auch: peatland - Moor, Torflandschaft
    #1VerfasserRE1 (236905) 18 Apr. 08, 11:08
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
 
 
 ­ automatisch zu ­ ­ umgewandelt