| Kommentar | Natürlich gibt es Wichtigeres, dirk; ich betrachte das ja auch nur als Gedankenspielerei, um Deine These, die fragliche Konstruktion sei "einfach nicht auflösbar" (#27), zu widerlegen. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass man jede gebräuchliche Äußerung grammmatisch auflösen kann, wenn man sich nur Mühe gibt. Ein Ergebnis mag zwar wie an den Haaren herbeigezogen wirken, muss aber möglich sein, denn man kann an den grammatischen Stellschrauben ja nach Belieben drehen.
Aber ist es wirklich klug, alles Bewährte in die Tonne zu treten, nur um das lächerliche d bei used to zu legitimieren, das beim Sprechen nicht mal zu hören ist? Nein, natürlich nicht. Es geht mir, siehe oben, nur um ein Gedankenexperiment, nicht um eine plausible Erklärung des Phänomens. Übrigens muss man die Form ja nicht unbedingt in die geltenden grammatischen Regeln einbinden; es gibt eine ganze Reihe von erstarrten Formen und Wendungen, die der Grammatik widersprechen und trotzdem idiomatisch sind. Als Beispiel fällt mir im Moment leider nur ein: Es hat nicht sollen sein (statt grammatisch richtig: ... sein sollen).
Zum Problem mit der finiten Verbform: Du hast recht, das habe ich übersehen. So geht's also nicht.
Neuer Versuch: Wie wäre es mit zwei homonymen Formen, used to (1) und used to (2)?
Nr. 1 findet sich im Satz a) und ist ein defektives Verb, das sich in einer komplexen Verbphrase mit dem Infinitiv eines anderen Verbs verbindet:
I used to go to the pub.
Nr. 2 leitet sich von Nr. 1 ab, ist aber zu einem Adverb erstarrt, analog zu maybe. Maybe als Adverb hat sich ja, jedenfalls vermute ich das, aus einer Verbalkonstruktion entwickelt und ist heute noch der äußeren Form nach eine (freilich zusammengeschriebene) Kombination aus Hilfsverb und Vollverb:
It may be that he'll come. → Maybe he'll come.
Nun konstruiere ich das Adverb used to, dessen Zusammenschreibung sich noch nicht durchgesetzt hat (so wie may be im frühen 19. Jhdt. teilweise auch noch getrennt geschrieben wurde), mit einer Bedeutung, die der von usually ähnlich ist:
I didn't used to go to the pub.
Müsste doch funktionieren. Oder hab ich wieder was übersehen?
Zur Sicherheit noch mal: Ich biete das nicht als plausible Deutung des Phänomens didn't used to an; ich möchte nur meine These belegen, dass man, wenn man nur möchte, alles grammatisch erklären kann.
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