Ich habe jetzt mal den ganzen Artikel gelesen, der Anlass zu der Wiederbelebung des alten Fadens geführt hat (#7).
Dort erscheint die Wortwahl geradezu reißerisch übertrieben, ungewöhnlich für Bloomberg. Im Kern geht es darum im 100er-Index des/der NASDAQ die Aktienkurse der sechs Unternehmen mit dem größten Börsenwert im Index geringer zu gewichten. Der Grund ist, dass die Indexbewertung des Gesamthandelswerts dieser Unternehmen inzwischen 50% des gesamten Bewertungen aller 100 hier zusammengefassten Firmen übersteigt. Intern ist aber eine Grenze von 40% festgelegt. Daher muss nun der Wertungsfaktor verringert werden.
Erfahrungsgemäß senkt das tatsächlich vorübergehend den Börsenwert der betroffenen Unternehmen um 2-3%. Und das ist die einzige negative Auswirkung für sie - also sicher kein kneecap.
Der unglücklich gewählte englische Begriff wäre also mit einen Schuss vor den Bug geben oder vielleicht auch vom hohen Ross holen o.ä. im Deutschen besser ausgedrückt.
Für die Diskussion hier sollte aber beides klar unterschieden werden:
1) der Bedeutungsspielraum von to kneecap in meinetwegen allen möglichen Kontexten;
2) eine angemessene deutsche Wiedergabe im von #7 angeführten Kontext.
Zur Angemessenheit (Punkt 2) eine kleine Erinnerung: der NASDAQ-100 ist der wichtigste US-Börsenindex für den elektronischen, automatisierten Handel. Für die Gesamtlage wird eher der Dow Jones als Gradmesser herangezogen, für genauere Betrachtungen Standard & Poor's 500. Die Veränderung eines Wertungsfaktors zur Änderung der Gewichtung ändert maximal den Buchwert, nicht aber die reale Marktkapitalisierung der Unternehmen. Ihre Handlungsfähigkeit wird dadurch noch nicht einmal für einen Moment eingeschränkt und sie müssen dafür vor niemandem einen Kotau machen.