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Die Verneinung: andere Ausdrucksmittel

Aussagen können nicht nur mit Hilfe von Negationswörtern verneint werden. Die Sprache stellt auch andere Ausdrucksmittel zur Verfügung, mit denen eine Aussage verneint werden kann. Zum Beispiel:

Konjunktionenohne dass, anstatt zu, weder noch
Präpositionenohne, außer, anstelle
Präfixe und Suffixeun-, miss-, -los
Irreale Bedingungs- und Wunschsätze wenn du Recht gehabt hättest
Verben mit verneinender Bedeutungabstreiten, sich weigern



Konjunktionen

Konjunktionen wie ohne dass, ohne zu, (an)statt dass, (an)statt zu, außer dass, weder noch leiten implizit eine verneinte Aussage ein:

Er packt das Geschenk aus, ohne sich zu bedanken.
Er packt das Geschenk aus. + Er bedankt sich nicht.

Ihr liegt im Bett, anstatt dass ihr arbeitet.
Ihr liegt im Bett. + Ihr arbeitet nicht.

Der Film ist weder spannend noch interessant.
Der Film ist nicht spannend und nicht interessant.



Präpositionen

Präpositionen können eine verneinende Bedeutung haben. Es sind dies Präpositionen wie (an)statt, anstelle, außer, ohne, ungeachtet.

Ich trinke den Kaffee ohne Zucker.
Ich nehme keinen Zucker in den Kaffee.

Er ist anstelle seines Bruders gekommen
Sein Bruder ist nicht gekommen, aber er ist gekommen.

Ich habe alle seine Bücher gelesen außer dem letzten.
Ich habe alle seine Bücher gelesen, aber sein letztes habe ich nicht gelesen



Präfixe und Suffixe

Mit gewissen Präfixen und Suffixen können verneinte Begriffe gebildet werden. Zum Beispiel:
  • un-
    Diese Nachricht ist unerfreulich.
    = Diese Nachricht ist nicht erfreulich.

  • miss-
    Sein Verhalten missfällt uns.
    = Sein Verhalten gefällt uns nicht.
    Das Präfix miss- hat aber oft die Bedeutung von falsch, unzulänglich (missverstehen = falsch verstehen).

  • a-, des-, dis-, in-
    Der Zeichenstil ist atypisch (= nicht typisch) für einen Comic.
    Diese Jugendlichen stammen aus einem
    disharmonischen (= nicht harmonischen) Elternhaus.
    Er stellte uns viele
    indiskrete (= nicht diskrete) Fragen.

  • -los
    Ihr Unternehmen war erfolglos.
    = Ihr Unternehemen hatte keinen Erfolg.
    Er schaut sie sprachlos an.
    ~ Er schaute sie an und spricht nicht.


Konjunktiv im irrealen Bedingungssatz und im irrealen Wunschsatz

Mit dem Konjunktiv II wird angegeben, dass ein Bedingungssatz oder ein Wunschsatz irreal ist. In diesem Sinne wird u. a. mit dem Konjunktiv II eine Aussage verneint:

Sie würde euch gerne besuchen, wenn sie Zeit hätte.
-> Sie besucht euch nicht, denn Sie hat keine Zeit.

Würdest du richtig suchen, hättest du es schon lange gefunden.
-> Weil du nicht richtig suchst, hast du es nicht gefunden.

Wäre er doch hier!
-> Er ist nicht hier.



Verben mit verneinender Bedeutung

Gewisse Verben haben ein Bedeutungselement, das den nachfolgenden Nebensatz verneint, ohne dass dort die Verneinung ausgedrückt wird. Es handelt sich um Verben wie zum Beispiel abstreiten, verneinen, verbieten, verhindern, sich weigern:

Sie streitet es ab, die Tat begangen zu haben.
~ Sie sagt, dass sie die Tat nicht begangen hat.

Er
weigert sich, das geliehene Geld zurückzugeben.
~ Er will das geliehene Geld nicht zurückgeben.





 
 
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