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1.2.2.3 Der Kasus (Der Fall - Plural: die Kasus)

 
Der Kasus dient dazu, die Beziehung des Nomens zu den anderen Elementen im Satz auszudrücken.

1.2.2.3.a Die vier Kasus (Die vier Fälle)

Beispiele
Lateinischer NameDeutscher Name
Nominativ Werfall
Genitiv Wesfall
Dativ Wemfall
Akkusativ Wenfall
Nach der klassischen Anordnung der Kasus werden auch die folgenden Bezeichnungen verwendet:
1. Fall → Nominativ
2. Fall → Genitiv
3. Fall → Dativ
4. Fall → Akkusativ

1.2.2.3.b Funktion

Der Kasus ist eine rein grammatikalische Kategorie des Nomens. Mit Hilfe der Kasus wird die Beziehung eines Nomens zu den anderen Elementen im Satz ausgedrückt. So steht zum Beispiel das Subjekt eines Satzes im Nominativ, das Objekt im Akkusativ, Dativ oder Genitiv. Die Beziehung der Satzteile untereinander wird auch durch die Wortstellung und durch besondere Wörter wie Präpositionen angegeben.

In welchem Kasus die Nomen stehen müssen, wird durch die Wörter bestimmt, von denen sie abhängig sind. Verben, gewissen Adjektive und Präpositionen verlangen oft einen bestimmten Kasus. Zum Beispiel:
Verben
sich erbarmen + Genitiv sich des Schülers erbarmen
helfen + Dativ dem Schüler helfen
loben + Akkusativ den Schüler loben
Adjektive
würdig + Genitiv seines Namens würdig sein
böse + Dativ dem Schüler böse sein
wert + Akkusativ den Aufwand wert sein
Präpositionen
statt + Genitiv statt des erwarteten Gewinnes
mit + Dativ mit dem Schüler
für + Akkusativ für den Schüler
Reiner Kasus und Präpositionalkasus:
Wenn der Kasus direkt durch ein Verb, ein Adjektiv oder ggf. ein anderes Nomen bestimmt wird, spricht man von einem reinen Kasus. Wenn der Kasus durch eine Präposition bestimmt wird, spricht man von einem Präpositionalkasus:
Beispiele
Reiner KasusPräpositionalkasus
Das Haus der Nachbarn. Das Haus von den Nachbarn.
Sie gedenken den Toten. Sie denken an die Toten.
Er lobt den Schüler. Er ist mit dem Schüler zufrieden.

1.2.2.3.c Ausdruck des Kasus

Durch die Wortform:
Der Kasus eines Nomens wird im Prinzip durch die Endungen der Wortformen gedrückt. Wie der Kasus in den verschiedenen Flexionsklassen der Nomen ausgedrückt wird, ist in den Flexionstabellen zu sehen. Siehe Nomen, Flexionsklassen.

Durch die das Nomen begleitenden Wörter (Kongruenz):
Die Wortformen drücken den Kasus meist nur unvollständig aus. Viele Wortformen sind – je nach Flexionsklasse – in mehreren Kasus identisch:
SingularPlural
NominativLehrlingLehrlinge
GenitivLehrlingsLehrlinge
DativLehrlingLehrlingen
AkkusativLehrlingLehrlinge

Beim Beispielwort Lehrling sind also im Singular nur der Genitiv Lehrlings und im Plural nur der Dativ Lehrlingen eindeutig bestimmt.

Es ist aber dennoch meistens möglich, den Kasus eines Nomens eindeutig anhand der Satzstellung und der das Nomen begleitenden Wörter zu bestimmen. Artikel, Adjektive und Pronomen passen sich in ihrer Form dem Kasus des Nomens an und zeigen so unter anderem den Kasus an.
Nominativ der gute Lehrling ein guter Lehrling
Dativ dem guten Lehrling einem guten Lehrling
Akkusativ den guten Lehrling einen guten Lehrling

Die Übereinstimmung zwischen Nomen und sie begleitenden Wörtern wird Kongruenz genannt. Siehe
Kongruenz Adjektiv-Nomen
Kongruenz Artikel-Nomen
Kongruenz Pronomen-Nomen
 
 
  • Pinyin
     
  • Tastatur
     
  • Sonderzeichen
     
 
 
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