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1.5.1.2 Reflexivpronomen

Das Reflexivpronomen bezieht sich „zurück“ auf das Subjekt des Satzes. Das mit einem Reflexivpronomen Bezeichnete ist identisch mit dem Subjekt.
Für die Auswirkung von Reflexivpronomen auf die Flexion der Verben siehe
1.3.6.4.1.1 Flexion der reflexiven Verben.

1.5.1.2.a Flexion

 
Bei den Formen des Reflexivpronomens unterscheidet man nach Person, Numerus und Kasus. Das eigentliche Reflexivpronomen sich gibt es nur im Akkusativ und Dativ der dritten Person. In der 1. und 2. Person sowie im Genitiv der 3. Person stimmen die Formen mit den Formen des Personalpronomens überein. Die Reflexivpronomen stehen nicht im Nominativ.
KasusNumerus: SingularNumerus: Plural
Nominativ
Akkusativ 1. mich / 2. dich / 3. M: sich, F: sich, N: sich 1. uns / 2. euch / 3. sich
Dativ 1. mir / 2. dir / 3. M: sich, F: sich, N: sich 1. uns / 2. euch / 3. sich
Genitiv 1. meiner / 2. deiner / 3. M: seiner, F: ihrer, N: seiner 1. unser / 2. euer / 3. ihrer

Beispiele
Ich schäme mich sehr. Er hat sich verletzt.
Du solltest dir nicht so viele Sorgen machen. Sie hat sich diese Kenntnisse schnell angeeignet.
Sie war sich ihrer (selbst) sehr sicher. Ihr seid euer (selbst) nicht mehr mächtig.
Das haben wir immer bei uns. Er/sie/es denkt nur an sich.

 
Der Kasus richtet sich nach der Rolle des Pronomens im Satz. Reflexivpronomen können die Rolle aller Arten von Objekten übernehmen.
Beispiele
Akkusativobjekt:
Ich wasche mich. Du hast dich verletzt.
Dativobjekt:
Ich kauf mir einen DVD-Spieler. Er gönnt sich eine Pause.
Präpositionalobjekt:
Achtet gut auf euch! Sie adressieren den Brief an sich.
Genitivobjekt (gehoben, selten):
Damit spotten sie ihrer.
 
Numerus und Person sind identisch zu denjenigen des Subjekts.
Beispiele
Ich schäme mich. Du schämst dich.
Er schämt sich. Sie schämt sich.
usw.

1.5.1.2.b Funktion

 
Reflexivpronomen haben im Satz grundsätzlich die gleiche Funktion wie die Personalpronomen. Sie beziehen sich auf den Sprecher (1. Person), den Angesprochenen (2. Person) oder den oder das Besprochene (3. Person), siehe → Funktion der Personalpronomen. Sie werden oft als eine besondere Art Personalpronomen bezeichnet.
 
Bei den „echten“ reflexiven Verben ist das Reflexivpronomen eine nicht weglassbare aber meist bedeutungslose Ergänzung des Verbs (Er schämt sich)
 
Bei den reflexiv verwendeten Verben gibt das Reflexivpronomen an, dass das Objekt des Satzes mit dem Subjekt des Satzes identisch ist (Er wäscht sich). Wenn das Objekt mit dem Subjekt identisch ist, ist die Verwendung der Reflexivpronomen obligatorisch.
Beispiele
Der Mann wäscht sich.
Nicht: Der Mann wäscht den Mann.
Nicht: Der Mann wäscht ihn.
Anmerkung:
Die letzten beiden Sätze sind nur dann korrekt, wenn den Mann resp. ihn nicht identisch ist mit der Mann; also zum Beispiel: Der Mann wäscht den Wagen – Der Mann wäscht ihn.

1.5.1.2.c Bezug

 
Im Allgemeinen bezieht sich das Reflexivpronomen auf das Subjekt des Satzes. Subjekt und Objekt sind identisch. In einigen Fällen wird von dieser „Grundregel“ abgewichen:
• Bezug bei erweiterten Infinitiven und Partizipien
• Bezug bei possessiven Attributen
• Bezug auf Akkusativ- oder Dativobjekt

Bezug bei erweiterten Infinitiven und erweiterten Partizipien
 
Erweiterte Infinitive (Infinitivkonstruktionen) und erweiterte Partizipien (Partizipgruppen) können zu einem Hauptsatz umgeformt werden. Bei erweitertene Infinitiven und Partizipien wählt man das gleiche Reflexivpronomen wie im Hauptsatz, in den sie umgeformt werden können.
Satz mit erweitertem PartizipSatz mit erweitertem Infinitivzu Hauptsatz umgeformter Teilsatz
Er hütet das sich ärgernde Kind. Er bittet das Kind, sich nicht zu ärgern. Das Kind ärgert sich (nicht).
Er hütet das ihn ärgernde Kind. Er bittet das Kind, ihn nicht zu ärgern. Das Kind ärgert ihn (nicht).

Das hat zur Folge, dass bei erweiterten Infinitiven und Partizipien das Reflexivpronomen sich nicht auf das Subjekt des Satzes, sondern auf das zum Infinitiv oder Partizip gehörende Subjekt bezieht. Wenn das Pronomen sich auf das Subjekt des Gesamtsatzes bezieht und dieses nicht mit dem zum Infinitiv oder Partizip gehörenden Subjekt identisch ist, muss ein Personalpronomen gewählt werden.

Im Allgemeinen gilt für die Verwendung von Reflexivpronomen bei erweiterten Infinitiven und Partizipien:
 
Bei Verben, die einen Akkusativ mit Infinitiv fordern (sehen, hören, fühlen, lassen usw.), bezieht sich das Reflexivpronomen auf das Subjekt des Infinitivs.
Beispiele
Ich höre ihn sich duschen. Er duscht sich.
Er lässt die Kinder sich ankleiden. Die Kinder kleiden sich an.
Das Personalpronomen hingegen kann sich auf das Subjekt des Gesamtsatzes beziehen:
Beispiele
Sie sah ihren Mann ihr zuwinken. Ihr Mann winkte ihr zu.
Er hörte das Publikum ihn auslachen. Das Publikum lachte ihn aus.
Ausnahme:
Dies gilt nicht für das Reflexivpronomen nach einer Präposition, das sich sowohl auf das Subjekt des Gesamtsatzes als auch auf das Subjekt des Infinitivs beziehen kann. Welche Beziehung gilt, bestimmt der Satzzusammenhang:
Beispiele
Sie ließ ihn auf sich warten. Er wartete auf sie.
(Unwahrscheinlich: Er wartet auf sich.)
Er hörte das Publikum über sich lachen. Das Publikum lachte über sich.
Das Publikum lachte über ihn.
Bei Undeutlichkeit wählt man am besten eine Umschreibung statt der Infinitivkonstruktion: Er hörte, wie das Publikum über ihn lachte.
 
Beim erweiterten Infinitiv bezieht sich das Reflexivpronomen auf das Subjekt des Infinitivs.
Beispiele
Er bat sie, sich nicht zu ärgern. Sie ärgert sich nicht.
Sie verbietet dem Kind, sich zu kratzen. Das Kind kratzt sich.
Das Personalpronomen hingegen kann sich auf das Subjekt des Gesamtsatzes beziehen:
Beispiele
Er bat sie, ihn nicht mehr zu ärgern. Sie ärgert ihn nicht mehr.
Sie verbietet dem Kind, sie zu kratzen. Das Kind kratzt sie.
 
Beim erweiterten Partizip bezieht sich das Reflexivpronomen auf das zum Partizip gehörende Subjekt.
Beispiel
Er heitert das sich langweilende Publikum auf. Das Publikum langweilt sich.
Das Personalpronomen hingegen kann sich auf das Subjekt des Gesamtsatzes beziehen:
Beispiel
Er bricht das ihn langweilende Gespräch ab. Das Gespräch langweilt ihn.

Bezug bei possessiven Attributen

Innerhalb einer Nomengruppe kann sich das Reflexivpronomen auch auf ein Genitivattribut oder eine Ersatzform (von + Nomengruppe, Possessivpronomen) beziehen:
Beispiel
Eduard Meisters Ärger über sich selbst war groß.
Der Ärger von Eduard Meister über sich selbst war groß.
Sein Ärger über sich selbst war groß.

Bezug auf ein Akkusativ- oder Dativobjekt

Selten bezieht das Reflexivpronomen sich auf einen Akkusativ oder einen Dativ:
Beispiele
Wir können die Gäste nicht sich selbst überlassen.
Die Therapeutin verhalf ihm zu sich selbst zurück.

1.5.1.2.d Reflexivpronomen als Reziprokpronomen

 
Die Reflexivpronomen des Plurals werden auch als Reziprokpronomen verwendet
Beispiele
Wir gaben uns die Hand. = Wir gaben einander die Hand.
Ihr habt euch gestern getroffen. = Ihr habt einander gestern getroffen.
Sie begrüßten sich höflich. = Sie begrüßten einander höflich.
 
 
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