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1.3.2.4.2.7 Die würde-Formen

 
Die würde-Formen können anstelle der Formen des Konjunktivs II Präteritum und Plusquamperfekt verwendet werden.

1.3.2.4.2.7.a Die würde-Form anstelle des Konjunktivs II

 
Die würde-Formen (würde + Infinitiv Präsens und würde + Infinitiv Perfekt) können anstelle der Formen des Konjunktivs II Präteritum und Plusquamperfekt verwendet werden.
Beispiele
Konjunktiv II Präteritum:würde + Infinitiv Präsens (einfache würde-Form):
Wenn er richtig suchte, fände er es. Wenn er richtig suchen würde, würde er es finden.
Sie sagten, sie fänden den Weg nicht.Sie sagten, sie würden den Weg nicht finden.
Niemand ist so klug, als dass er alles wüsste. Niemand ist so klug, als dass er alles wissen würde.
Wenn er doch endlich käme!Wenn er doch endlich kommen würde!
Beispiele
Konjunktiv II Plusquamperfekt:würde + Infinitiv Perfekt (würde-Perfekt):
Wenn er richtig gesucht hätte, hätte er es gefunden. Wenn er richtig gesucht haben würde, würde er es gefunden haben.
Sie sagten, sie hätten den Weg nicht gefunden. Sie sagten, sie würden den Weg nicht gefunden haben.
Niemand ist so klug, als dass er alles gewusst hätte. Niemand ist so klug, als dass er alles gewusst haben würde.
Wenn er nur etwas früher gekommen wäre!Wenn er nur etwas früher gekommen sein würde!
Die Formen mit würde gehören eher zur gesprochenen Umgangssprache. In der geschriebenen Standardsprache werden die Formen ohne würde bevorzugt. Dies gilt insbesondere für die schwerfälligen Formen des würde-Perfekts (würde + Infinitiv Perfekt).

Die würde-Formen kommen aber auch in der Standardsprache vor:
 
Wenn die Formen des Konjunktivs II und des Indikativs Präteritum identisch sind, werden die würde-Formen bevorzugt.
Beispiele
Ich würde mich freuen, wenn du mich besuchen würdest. Statt: Ich freute mich, wenn du mich besuchtest.
Sie sagten, sie würden zustimmen. Statt: Sie sagten, sie stimmten zu.
 
Bei ungebräuchlichen, als altmodisch oder geziert empfundenen Formen unregelmäßiger Verben wird die würde-Form bevorzugt. Hierzu gehören vor allem Formen mit Umlaut.
Beispiele
Wenn der ganze Gletscher schmelzen würde, würde der See überfließen. Statt: Wenn der ganze Gletscher schmölze, flösse der See über.
Niemand ist so geschickt, dass er immer ins Schwarze treffen würde. Statt: Niemand ist so geschickt, dass er immer ins Schwarze träfe.
Für weitere Informationen zur jeweiligen Verwendung der würde-Formen siehe:
Beispiele
Der irreale Bedingungssatz (Der irreale Konditionalsatz)Wenn er richtig suchen würde, würde er es finden.
Indirekte RedeSie sagten, sie würden den Weg nicht finden.
Der irreale Folgesatz (Der irreale Konsekutivsatz)Er ist nicht so gut, dass er immer alles treffen würde.
Der Konjunktiv II im HauptsatzWenn er doch endlich kommen würde!

1.3.2.4.2.7.b Zukunft in der Vergangenheit

 
Mit den würde-Formen kann Nachzeitigkeit in Bezug auf etwas Vergangenes (Zukunft in der Vergangenheit) ausgedrückt werden. Der mit der würde-Form ausgedrückte Sachverhalt ist vergangen, war aber zu einem gewissen anderen vergangenen Zeitpunkt zukünftig.
Beispiele
Er nahm auf niemand Rücksicht. Das würde er noch bereuen. Er lernte die Schauspielerin, die später seine Frau werden würde, in Frankreich kennen.
Die gleiche Funktion kann das Modalverb sollen haben.
Siehe unter:
1.3.5.3.5 sollen
 
 
  • Pinyin
     
  • Tastatur
     
  • Sonderzeichen
     
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