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1.3.2.3.1 Das Präsens

 
Das Präsens hat vier verschiedene Funktionen:
Bezug auf Gegenwärtiges
Bezug auf Zukünftiges
Bezug auf Vergangenes (Historisches Präsens)
Bezug auf allgemein Gültiges

Für die Bildung der Präsensformen siehe → Flexion

1.3.2.3.1.a Präsens des Gegenwärtigen

Das Präsens drückt aktuelle Sachverhalte aus. Es bezieht sich auf ein Geschehen, das zeitlich mit dem Sprechzeitpunkt zusammenfällt:
Es ist (heute) sehr heiß.
Er
trinkt (gerade) Kaffee.
Die Musiker
packen (jetzt) ihre Instrumente ein.

Das Geschehen kann in der Vergangenheit angefangen haben:
Ihr arbeitet schon sehr lange an diesem Projekt.
Seit ihrer Kindheit
leidet sie an dieser Krankheit.

Das Geschehen muss im Sprechzeitpunkt noch nicht abgeschlossen sein:
Wir warten auf Ihre Reaktion.
Die Ferien
dauern noch bis übernächste Woche.

1.3.2.3.1.b Präsens des Zukünftigen

Bei dieser Verwendung bezieht sich das Präsens auf ein Geschehen, das noch nicht begonnen hat:
Ich fahre morgen nach Basel.
Wir
sprechen (in einer Woche) noch einmal darüber.
Nächstes Jahr
feiert er seinen achtzigsten Geburtstag.

Bei dieser Verwendung des Präsens wird es oft (aber nicht zwangsläufig) durch eine Zeitangabe wie morgen, in einer Woche, nächstes Jahr begleitet. Es muss in jedem Fall aus dem Kontext ersichtlich sein, dass es sich um ein zukünftiges Geschehen handelt.

Präsens und Futur I
Das Präsens des Zukünftigen hat die gleiche Funktion wie das → Futur I des Zukünftigen. Die Beispielsätze können auch im Futur I stehen, ohne dass sich ihre Bedeutung dadurch verändert:
Ich werde morgen nach Basel fahren.
Wir werden (in einer Woche) noch einmal darüber sprechen.
Nächstes Jahr wird er seinen achtzigsten Geburtstag feiern.

1.3.2.3.1.c Präsens des Vergangenen (Historisches Präsens)

Das Präsens kann sich auch auf ein Geschehen beziehen, das bereits vergangen, abgeschlossen ist. Es wird vor allem in Erzählungen, in der Geschichtsschreibung und in der Literatur verwendet . Es ist ein stilistisches Hilfsmittel, das den Sachverhalt lebendiger und „gegenwärtiger“ macht:
Ich sitze gestern früh im Zug, da steigt doch ein alter Schulkamerad ein und fängt gleich an, mir die Ohren voll zu reden.
1939 bricht der zweite Weltkrieg aus.
Maria Callas betritt die Bühne. Stürmischer Applaus bricht los.

Bei dieser Verwendung des Präsens muss durch eine Zeitangabe oder den Kontext deutlich werden, dass es sich um etwas Vergangenes handelt.

Das Präsens des Vergangenen vertritt das → Präteritum. Die Beispielsätze können auch im Präteritum stehen, dabei geht aber die stilistische Wirkung der Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit verloren.

Man verwendet das Präsens des Vergangenen auch oft in historischen und biographischen Listen:
1492: Kolumbus entdeckt Amerika

sowie in Schlagzeilen:
Lastwagen verursacht Unfall auf A1.

1.3.2.3.1.d Präsens des allgemein Gültigen

Das Präsens drückt auch allgemein gültige Sachverhalte aus, die an keine objektive Zeit gebunden sind:
Die Erde dreht sich.
Neon
ist ein Edelgas.
Ziegen
meckern und Schafe blöken.

Diese Verwendung des Präsens ist typisch für Sprichwörter:
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Müßiggang
ist aller Laster Anfang.
 
 
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  • Tastatur
     
  • Sonderzeichen
     
 
 
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