Werbung

Unterstützen Sie LEO:

Navigation

 
1.3.2.3 Das Tempus (Plural = Tempora)

 
Im Deutschen gibt es sechs verschiedene grammatikalische Tempora (Zeiten): Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II.

1.3.2.3.a Die sechs Tempora

Das Deutsche kennt sechs verschiedene grammatikalische Tempora (Zeiten):
Beispiele
Lateinischer Name:Deutscher Name:
Präsens Gegenwart
Futur I Zukunft
Präteritum Vergangenheit
Perfekt Vorgegenwart
Plusquamperfekt Vorvergangenheit
Futur II Vorzukunft
Siehe auch:
1.3.2.3.7 Übersicht der Tempusfunktionen

Für die Bildung der verschiedenen Tempusformen siehe:
1.3.1.2 Flexionstabellen

1.3.2.3.b Tempus und objektive Zeit

 
Die Namen der verschiedenen Tempora sind nicht viel mehr als reine Namen. Die größte Schwierigkeit bei der Verwendung der Tempora ist die Tatsache, dass es keinen direkten, gradlinigen Zusammenhang zwischen den Namen der Tempora und wirklichen, objektiv messbaren Zeiten gibt.
Dies hat unter anderem folgende Gründe:
 
Die objektive Zeit kann nicht nur durch Tempusformen, sondern auch durch Adverbien ausgedrückt werden.
Beispiele
Gegenwart:Ich fahre jetzt nach Basel.
Zukunft:Ich fahre morgen nach Basel.
Vergangenheit:Ich fahre gestern im Zug nach Basel, als plötzlich ein Bekannter einsteigt.
Die objektive Zeit ist im ersten Satz gegenwärtig, im zweiten zukünftig und im dritten vergangen. Sie wird durch die Adverbien jetzt, morgen und gestern ausgedrückt. Das Verb (fahre) steht dabei immer im Präsens.
 
Tempusformen können nicht nur zeitliche, sondern auch modale Inhalte bezeichnen.
Beispiele
Gegenwart:Sie wird wohl zu Hause sein.
Vergangenheit:Er wird wieder einmal nach Basel gefahren sein.
Das Verb steht hier im Futur I bzw. Futur II. Die Verbform drückt in diesen Sätzen aber nicht Zukünftigkeit, sondern eine Vermutung aus. Die eigentliche Verbhandlung ist gegenwärtig (Ich vermute, dass sie (jetzt) zu Hause ist.) bzw. vergangen (Ich nehme an, dass er (gestern) wieder mal nach Basel gefahren ist.).
 
Die Tempusformen drücken immer eine relative Zeit in Bezug auf den Sprechzeitpunkt aus.

1.3.2.3.c Tempus und Sprechzeitpunkt

 
Die Tempusformen drücken keine objektive Zeit aus. Sie werden immer in Bezug auf den Sprechzeitpunkt verwendet. Der Sprechzeitpunkt ist der Zeitpunkt, in dem der Sprechende / Schreibende sich mündlich oder schriftlich ausdrückt.
 
Wenn etwas in Bezug auf den Sprechzeitpunkt geschehen bzw. abgeschlossen ist, gehört es der grammatikalischen Vergangenheit an.
Beispiele
Ich habe vor einer halben Stunde ein Brötchen gegessen. Im Geschichtsbuch steht: „Kleopatra war die Königin Ägyptens.“
 
Wenn etwas in Bezug auf den Sprechzeitpunkt geschehend bzw. nicht abgeschlossen ist, gehört es der grammatikalischen Gegenwart an.
Beispiele
Ich esse jetzt ein Brötchen. Antonius sagte: „Kleopatra ist die Königin Ägyptens.“
 
Wenn etwas in Bezug auf den Sprechzeitpunkt noch nicht geschehend ist bzw. noch nicht angefangen hat, gehört es der grammatikalischen Zukunft an.
Beispiele
Ich werde nach der Sitzung ein Brötchen essen. Die Seherin prophezeite: „Kleopatra wird die Königin Ägyptens sein.“
 
 
  • Pinyin
     
  • Tastatur
     
  • Sonderzeichen
     
LEO: Zusatzinformationen
 
LEO: Flexionstabelle

Um eine neue Diskussion zu starten, müssen Sie angemeldet sein. Anmeldung und Nutzung des Forums sind kostenlos.

Sie können aber jederzeit auch unangemeldet das Forum durchsuchen.

Um Vokabeln speichern und später lernen zu können, müssen Sie angemeldet sein. Sowohl die Registrierung als auch die Nutzung des Trainers sind kostenlos

 
Hier sehen Sie Ihre letzten Suchanfragen, die neueste zuerst. Klicken Sie einfach auf ein Wort, um die Ergebnisse erneut angezeigt zu bekommen
#Suchwort
Werbung

Unterstützen Sie LEO:

LEOs deutsche Grammatik