| Comment | Erst jetzt komme ich zu einem kleinen Beitrag.
Warum die hier so genannten 'Füllwörter' eben keine (beliebigen) Füllsel sind, sondern wieviel sie an Bedeutung(sdifferenzierung) bis hin zur eindeutigen Festlegung der Satzaussage transportieren, wird nicht zuletzt dadurch klar, daß sie von der Grammatik unter dem Begriff 'Modalpartikel' geführt werden. Eine sehr gute Zusammenstellung dazu liefert z. B. Knaurs Grammatik der Dt. Sprache, München: Knaur 1992, Ss. 275-278. Da finden sich folgende Verwendungsbereiche: Aufforderung (doch, eben, mal, einfach, nur, ruhig, schon) Warnung/Drohung (bloß, ja, nur, schon) Überraschung (aber, denn, ja, nicht, vielleicht) Anmerkung (nicht ohne negierende Funktion, z. B. Was du nicht sagst!) Vermutung (doch/ja wohl, schon, wohl) Unsicherheit (wohl) Widerspruch/Einwand (allerdings, doch, doch nicht, erst) Entscheidungsfrage (auch, denn, eigentlich, etwa, überhaupt) Ergänzungsfrage (bloß, denn, doch, doch gleich, eigentlich, noch, 'mal, nur, überhaupt) Meinungsäußerung (auch, doch, eben/halt, einfach, ja, nun, mal) rhetorische Fragen (auch, eigentlich, schon, vielleicht, wohl) Einschränkung (eigentlich, immerhin, schon (mal)) Wunsch (Konjunktiv II) (bloß, doch, nur) Kommentar (allerdings, bloß/ja nicht, eben, immerhin, schon) Verallgemeinerung (eh, jedenfalls, ohnehin, schließlich, sowieso, überhaupt)
Aus dieser Übersicht wird erkennbar, daß mehrere Modalpartikel unterschiedlich angewendet werden können, andere wiederum austauschbar sind. Welche Partikel die richtige ist, ist von der Gesprächssituation und der Zielsetzung des Sprechers abhängig. Zur möglichen Reihung von M. gibt meine Quelle das schöne Zitat Kafkas: "aber denn doch wohl nicht gar so sehr". Dem ist denn (!) wohl (!) nichts mehr hinzuzufügen! |
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