Aber immerhin wissen wir wie Goethe gesprochen hat... Zumindest hat er "segensreiche" auf "neige" gereimt...
zum Thema Hoch-/Süd-/Norddeutsch ist dieses Forum ganz interesssant
http://www.wer-weiss-was.de/theme197/article8.... Daraus:
"Seit 1900 haben wir also das Kunstprodukt Hochdeutsch als Grammatik, Wortschatz und Aussprache vorliegen. Dieses Kunstprodukt ist ein durch wissenschaftliche und theoretische Arbeit, im Nachhinein aus der Sprachgeschichte extrahiertes Regelwerk. Und zufälliger- oder niederträchtigerweise - klingt seine regelgerechte Aktualisierung durchs Sprechen fast ganz genauso wie das Deutsch, das man um Hannover herum spricht.
Konrad Duden kam aus Norddeutschland, daran mag es wohl liegen, dass häufiger die norddeutschen Formen zur Norm erklärt wurden und das Süddeutsche eher etwas zu kurz kam. Ein Beispiel dafür ist, dass im Süddeutschen setzen und stehen im Perfekt mit dem Hilfsverb sein gebildet werden, was in der Hochsprache als nicht korrekt angesehen wird. Auch die Aussprache von ig am Wortende als ich, bei Könich, Honich, Pfennich, herzich billich, etc. für König, Honig, Pfenning, herzig, billig, ist so eine Entscheidung gegen das Süddeutsche, und für das Norddeutsche."