| Comment | @Antelope:
was leitest Du denn noch so alles aus einer jahrhundertalten Wendung ab, außer dem Absender zu unterstellen, er (oder sie!) wolle damit ausdrücken, Frauen könnten keine Firmen leiten? Warum nicht auch noch gleich "Frauen können nicht einparken"? oder "Frauen können mit Geld nicht umgehen"?
Vielleicht liegt das Problem nicht bei dieser traditionellen Anrede (die, wie ich finde total gut klingt, weil "madam" aufgrund der Silbenlänge am Satzende besser aufgehoben ist als "sir"), sondern wo ganz anders (bzw. bei jemandem ganz anders)? Aber sicher, so ein Idiom verdient schon eine ganz kritische Interpretation, schließlich könnten damit subversiv Minderheiten (oder gar Mehrheiten) unterdrückt werden.
Ist natürlich Dein gutes Recht solche Briefe ungelesen wegzuwerfen (völlig angemessene Trotz, äh, Protestreaktion), überlege deshalb selber, ob ich Briefe die an mich gesendet sind und mit "Sehr geehrte DAMEN und Herren" beginnen künftig nicht auch gleich wegwerfen soll. Empfinde ich als Mann nämlich völlig herabwürdigend und diskriminierend - was will "das" Absender (Mann oder Frau?) mir damit wohl unterstellen?
Sollten wir analog die jüngste Diskussion um die Rechtschreibreform also nicht gleich dazu nutzen, künftig nur noch von "das Absender" und "das Empfänger" zu reden? Das klingt doch absolut fair und gleichberechtigt!
Oder, Antelope, wie wäre es mit DEINER ganz persönlichen, individuellen, radikalen Reform der Anrede in englischen Geschäftsbriefen? Die Englisch sprechende Geschäftswelt wartet darauf sicher sehnsüchtig! Ich bin mir sicher, Dein Beitrag war für die ursprüngliche Fragestellung von Susi auch sehr hilfreich... |
|---|