Advertising - LEO without ads? LEO Pur
LEO

It looks like you’re using an ad blocker.

Would you like to support LEO?

Disable your ad blocker for LEO or make a donation.

 
  •  
  • Topic

    freiberufliche Übersetzung

    Comment
    Liebe Leo-Nutzer!
    Ich habe einige Fragen und möchte die gerne an die Runde richten, denn ich glaube, dass viele von Euch diesbezüglich bestimmt schon Erfahrungen gemacht haben und mir somit vielleicht weiterhelfen können.

    Wenn ich "freiberuflich" als Übersetzerin für eine Firma tätig bin und die Übersetzungen per Heimarbeit erledige, wie kann ich das am besten in Rechnung stellen? Per Stunde, per Wort, per Seite? Wieviel darf man so nehmen? Ich bin keine professionelle Übersetzerin, aber die Übersetzungen sind schon teilweise sehr anspruchsvoll.

    Über Antworten und Kommentare würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank.
    AuthorBreka22 Sep 04, 11:02
    Comment
    Das ist vom Dokument abhängig. Eine professionelle Übersetzerin verlangt ungefähr € 0,10 - 0,12 pro Wort (Ausgangstext) oder ab € 0,80 (Agenturpreise, sonst natürlich höher) pro Zeile, 55 Anschläge (der fertige Übersetzungstext.
    Als Anfänger kannst du natürlich nicht soviel verlangen, und ganz ehrlich, einen schwierigen Text würde ich einem professionellen Übersetzer überlassen. Manche Kunden möchten einen Stundensatz haben, da berechne ich z.B €35. Am besten klärst du das vorher ab, bevor Du anfängst zu übersetzen. Die Preise beziehen sich hier oben auf 'normale Texte', Jura, Medizin etc. kosten natürlich mehr.
    #1AuthorJ22 Sep 04, 11:27
    Comment
    In Deutschland wird die Zeilenzahl meistens in Rechnung gestellt, pro 55 Zeichen (inkl. Leerstellen usw.). Ein Profi-Übersetzer mit Direktkunden (keine Ü-Agentur) kann schon 1,10 bis 1,30 verlangen, oder mehr. Einen Stundenpreis berechnet man, wenn der Zeilenpreis nicht sinnvoll ist.
    #2AuthorName der Redaktion bekannt22 Sep 04, 11:49
    Comment
    Vielen herzlichen Dank für Eure Informationen.
    #3AuthorBreka22 Sep 04, 14:28
    Comment
    Hier sind die Zeilenpreise für eine ganze Reihe von Sprachen aufgeführt, die ein Übersetzungsbüro seinen Kunden berechnet:

    http://www.tp-ce.com/Hauptmenu/Ubersetzungen/...
    #4Authorsirilo23 Sep 04, 08:50
    Comment
    sirilo: bitte nicht die Übersetzungsagenturen auch noch unterstützen! Ich möchte nicht wissen, was diese Agentur ihren Freiberuflern zahlt, wenn Übersetzungen aus dem Englischen nur 1,00 Euro/Zeile kosten.
    Ich möchte außerdem anmerken, daß auch "Anfänger" oder "nicht-professionelle" Übersetzer einen einigermaßen angemessenen Zeilenpreis fordern sollten.

    @Breka: wie regelmäßig übersetzt du für diese Firma? Wie hoch ist das Textaufkommen? Wie unterschiedlich sind die Texte? Wieviel Vorwarnung gibt dir die Firma? Hast du Kosten für's Korrekturlesen? Dies sind alles Überlegungen, die du dir beim Zeilenpreis überlegen solltest. Weniger als 1,00/Zeile solltest du auf gar keinen Fall verlangen.
    #5AuthorDoris (LEO-Team)23 Sep 04, 09:04
    Comment
    Gut, ich werde das alles in meine Überlegungen miteinbeziehen. Vielen Dank nochmal für Eure Ratschläge. Ich werde darauf achten, dass sie mich gut bezahlen. Ich brauchte einfach nur mal eine ungefähre Einschätzung.
    Danke :-)
    #6AuthorBreka23 Sep 04, 09:15
    Comment
    @Doris:
    Es war nicht meine Absicht, eine Übersetzungsagentur zu unterstützen, sondern zu zeigen: das sind die Preise, die die Agenturen ihren Kunden berechnen, und folglich können auf eigene Rechnung arbeitende Übersetzer ihren Kunden ähnliche Preise in Rechnung stellen. (Motto: Du brauchst von Deinem Kunden nicht weniger zu verlangen als das, was Dein Kunde auch einem Übersetzungsbüro zahlen würde.)
    #7Authorsirilo23 Sep 04, 11:07
    Comment
    Dazu gibt es, glaube ich, schon einen thread, den ich im Moment aber nicht finde. Ich schließe mich Doris an - bitte nicht den Markt mit Billigangeboten kaputt machen! Die zusätzliche Arbeit wie Ausdrucken, Korrekturlesen etc. muss schließlich auch berücksichtigt werden. Da geht für einen anfänglich so bescheiden aussehenden Text schon mal ein Nachmittag drauf ... Ich scheue mich auch nicht davor, z.B. einen Eilzuschlag zu berechnen, wenn ein Kunde mich abends um acht Uhr anruft und die Übersetzung eines Dokuments am nächsten Morgen bei mir abholen möchte, weil er einen Termin bei einem Amt hat und dafür die Übersetzung benötigt. Und ansonsten gilt: Qualität hat seinen Preis. Viel Spaß beim Übersetzen :)
    #8AuthorFragezeichen23 Sep 04, 18:16
    Comment
    Es wirkt jedenfalls besser gegenüber dem Kunden, wenn man einen angemessenen, d.h. keinesfalls zu niedrigen Preis angibt ! Wenn man zu billig anbietet, wird meistens auch die Qualität in Frage gestellt. Ich schließe mich den anderen an, einen Euro pro Zeile solltest Du mindestens verlangen (ist schon im unteren Bereich). Wenn man bedenkt, dass jede schlechtere Autowerkstatt mindestens 50 EUR Stundenlohn verlangt, sollte man sich nicht verstecken...
    #9AuthorVelniux24 Sep 04, 07:43
    Comment
    Einen Euro pro Zeile? Echt? Glaubst Du nicht, daß meine Arbeitgeber mich dann auslachen? Ich meine, ich bin keine professionelle Übersetzerin. Ich bin deswegen nicht schlecht und ich habe bereits Erfahrung im Übersetzen gewonnen (auch für die Firma, nur fest angestellt und somit anders bezahlt), doch ich bin nicht die Art von Person, die sich vor den Chef stellt und ruft: "Entschuldigen Sie, ich möchte nach Zeilen bezahlt werden und krieg jetzt pro Zeile einen Euro!" Darf ich wirklich so viel nehmen? Oder ist das überhaupt viel? Eigentlich ist das ja gar nicht viel. Man muß sich ja auch ernähren können. Nur bin ich eben nicht professionell.....
    #10AuthorBreka24 Sep 04, 07:50
    Comment
    @Breka. Ich kann mich den anderen nur anschließen. 1 Euro pro Zeile ist nicht viel, sondern eher untere Grenze. Vor allem auch dann, wenn Du die Einnahmen beim Finanzamt angibst und versteuern musst.
    Wenn Du der Auffassung bist, dass Du die Übersetzungen auch als Nicht-Profi machen kannst und gute Arbeit lieferst, dann solltest Du auch eine angemessene Bezahlung verlangen, egal ob Profi oder nicht. Sonst verkaufst Du Dich nämlich nicht nur über Wert, sondern ziehst Dir auch zu Recht den Zorn der professionellen Übersetzer zu, die komplett davon leben, weil Du Dich zu Dumping-Preisen bezahlen lässt und das dem Markt insgesamt schadet (die Preise sind eh schon niedrig genug!).
    Ich kann nur sagen - Trau Dich! Wenn Deinem Chef das zu teuer ist, und er jemanden findet, der für billiges Geld arbeitet, aber miese Texte liefert, weil er die Materie nicht kennt, wird er es vermutlich alsbald feststellen.
    #11Authoropalo24 Sep 04, 08:56
    Comment
    @Breka: Du könntest schon einen Stundenpreis berechnen. Das sollte ungefähr gleich rauskommen. Oder eigentlich bezahlt der Chef wahrscheinlich weniger, wenn er den Zeilenpreis akzeptiert.
    Wenn dieser Zeilenpreis zu hoch wäre, und Du würdest dadurch sehr viel verdienen, dann sind die Übersetzungen leicht und Du musst nicht so viel pro Zeile verlangen.
    Oder wenn Deine Übersetzungen kein professionelles Niveau haben, brauchst Du keinen professionellen Preis verlangen.

    Ich stelle fest, es kommt ungefähr beim Gleichen raus, ob Stunden- oder Zeilenpreis. Natürlich habe ich allzu viele Übersetzungen, bei denen ich gerne pro Stunde bezahlt werden würde, weil sie schwer sind und länger dauern! Aber andererseits gibt es manchmal leichtere, wo ich mit einem Zeilenpreis besser wegkomme. Doch der Unterschied ist nicht unbedingt so groß, wie man denkt.
    Also teste es schon mal -- wie viele Zeilen schaffst Du denn in der Stunde?
    #12AuthorGhol ‹GB›24 Sep 04, 09:16
    Comment
    @Breka: Mir scheint, du bist in einer ähnlichen Lage wie ich vor zwei Jahren. Ich habe 13 Jahre lang als Übersetzerin in einer Firma gearbeitet und bin dann "betriebsbedingt" gekündigt worden. Kaum hatte ich die Kündigung, hat man mich schon gefragt ob ich auch bereit wäre, von zuhause aus für sie zu arbeiten. Ich habe den Job nicht verloren, weil es keine Arbeit gab, sondern weil eben was nur geht ausgelagert wird, um Geld zu sparen. Ich habe mich dann hingesetzt und eine "Kalkulation" gemacht, also genau aufgeschrieben, mit welchen Kosten ich rechnen muss (Versicherung, Steuern, Telefongebühren, Hardware, Software, Bürobedarf, aber auch Arbeitszimmer, Heizung, Strom...). Denn als ich noch fest angestellt war, musste mein Arbeitgeben diese Kosten für mich übernehmen - und genau um diese Kosten zu sparen wurde ich auch entlassen. Aber es gibt sie halt noch immer und wenn du für die Firma arbeitest, sollte sie auch nicht nur deine Arbeitszeit, sondern auch allen anderen Aufwand bezahlen - sie lässt sich das von ihren Kunden schließlich auch bezahlen, sonst wäre sie schon längst bankrott. Außerdem ist eine freiberufliche Mitarbeiterin, die wirklich nur bei Bedarf arbeitet allemal billiger für die Firma als eine fest angestellte.

    Mein Tipp für die Verhandlungen ist also, gut vorbereit hinein zu gehen, denn wenn es läuft wie bei mir, versucht man dich über den Tisch zu ziehen falls du nicht mit guten Argumenten kommst. Und die Krönung: Mir wurde gesagt, dass ich natürlich nicht so viel verlangen kann wie ein Mann. Da muss frau dann eben mit einem Mona-Lisa-Lächeln freundlich darauf hinweisen, dass sie schließlich auch eine qualifizierte Arbeit liefert. Nach harten Verhandlungen habe ich eine Stundensatz von 50 Euro mit meiner früheren Firma vereinbart - und ich finde nicht, dass das viel ist, denn ich weiß, dass für fest angestellte Mitarbeiter intern mit einem weit höheren Stundensatz gerechnet wird.
    Viel Glück!
    #13Authorkiki27 Sep 04, 09:04
    Comment
    Was heißt denn "professionell"? Meines Wissens hat der Ausdruck mehr mit "Beruf" zu tun als mit Ausbildung. Wenn du Erfahrung in Übersetzungen gesammelt hast und jemand dich dafür bezahlt und du davon lebst ist das meines Erachtens "professionell". Es gibt so viele Übersetzer, die kein Diplom in Übersetzen haben, teilweise nicht einmal Erfahrung oder entsprechende Kenntnisse (leider).
    Wenn es um die Verhandlungen mit deinem Chef geht, kannst du sicher damit argumentieren, dass 1 Euro auf dem Markt dem üblich ist. Vorher hast du immerhin auch dann etwas gekostet, wenn du nichts übersetzt hast, und neben dem, was du bekommen hast, hat dein Arbeitgeber noch eine ganze Menge an Nebenkosten (KV und RV bezahlst du im Zweifel jetzt allein) abgeführt.
    In deinem Zeilenpreis muss jetzt außerdem dein Arbeitszimmer, dein Computer, das Papier, das Telefon etc. alles drin sein!
    Also nur Mut!
    #14AuthorLena <de>27 Sep 04, 09:19
    Comment
    Tja... ich studier Übersetzen. Vor 1 Jahr hab ich für eine Firma (lief quasi über meinen Vater) ein Handbuch übersetzt. Ging um Qualitätsmanagement. Ich bekam den ersten Text und hab ihn zurückgeschickt: zu anspruchsvoll, ich trau mir das nicht zu. Rückantwort der Firma: ach klar geht das, muss nicht perfekt sein, ist nur für die Niederlassung in China, sie könnten es auch selbst machen indem sie sich mit nem Wörterbuch ransetzen, nur fehlt ihnen leider die Zeit... Tja, also hab ichs doch gemacht für ACHT Euro die Stunde... die Texte waren recht übel und ich hab ziemlich lang dafür gebraucht, aber wenn ich mir jetzt überleg was die Firma damit an Kosten gespart hat... ohwei. Nie wieder verkauf ich mich so billig, immerhin war es so ne gute Übung für mich, aber eben doch ne schlecht bezahlte. Aber so is das leider... für Englisch braucht man ja keinen professionellen Übersetzer, denn "Englisch kann ja jeder"...
    #15AuthorToday27 Sep 04, 10:20
    Comment
    @Breka: Wenn Du regelmäßig oder unregelmäßig auf Grund eines Werkvertrags für eine Firma übersetzt, dann arbeitest Du nicht unbedingt "freiberuflich" für sie, sondern als "freie Mitarbeiterin". Freiberufliche Übersetzer sind solche, die für verschiedene Arbeitgeber Übersetzungen anfertigen und nirgends angestellt sind, sondern aussschließlich von Werkverträgen leben.

    Bezüglich der üblichen Honorare schau 'mal hier rein:

      related discussion:Normzeile
    #16AuthorA.Z.27 Sep 04, 12:20
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
 
 
 ­ automatisch zu ­ ­ umgewandelt