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    Assoziationen des Begriffs "Boot Camp"

    Topic

    Assoziationen des Begriffs "Boot Camp"

    Comment
    "Boot Camp: Intensivtraining für angehende Firmengründer" steht auf einer Werbeseite, die der Ausbilder in AE übersetzt haben möchte. Mich gruselt es bei der Vorstellung, das wörtlich zu übernehmen - wie eng ist bei euch ENS die Assoziation mit diesen KZ-ähnlichen Hirnwaschanstalten für Schwersterziehbare? Haltet ihr den Begriff in einem AE-Text dennoch für vertretbar oder sollte man ihn besser meiden?
    Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 06 May 17, 09:35
    Comment
    Boot camp ist die "ganz normale" Grundausbildung beim Militär. Nicht direkt etwas Angenehmes, aber definitiv kein KZ.

    Von daher im AE bedenkenlos verwendbar, zumal die meisten Amis eine sehr positive Einstellung zu ihrem Militär haben.
    #1Author mbshu (874725) 06 May 17, 09:43
    Comment
    Im BE-Alltag begegnet einem das Wort hauptsächlich im Bereich Fitness. Also ein durchaus harmloses und unauffälliges Wort.
    #2Author Lady Grey (235863) 06 May 17, 11:01
    Comment
    zumal die meisten Amis eine sehr positive Einstellung zu ihrem Militär haben.

    Is this kind of dumb and blind generalization really helpful here?

    The reason that this word is "neutral" in AE has nothing to do with one's association with the military. It has to do with the fact that boot camp is a well-established concept in the US military (and, I suspect in other militaries -- I'm pretty sure that the first few weeks of life in the German army aren't all "Kaffee und Kuchen," either.)
    #3Author hbberlin (420040) 08 May 17, 08:02
    Comment
    It's a common term applied to intense fitness programs at gyms, etc., even though its roots are military.
    #4Author RES-can (330291) 08 May 17, 08:29
    Comment
    # 3: Warum so grob?

    Es ist einfach meine Beobachtung. Wenn man aus einem Land kommt, in dem niemand auf die Idee kommt, zu einem Soldaten "Thank you for your service!" zu sagen, "Support our Troops"-Aufkleber am Auto zu haben usw., dann fällt das in den USA einfach auf.

    (Ad rem: Bei uns heißt das Grundausbildung, und der Begriff würde wohl kaum für eine Veranstaltung für Firmengründer verwendet.)
    #5Author mbshu (874725) 08 May 17, 08:33
    Comment
    Mir scheint, hbberlin hat extrem sensibel eingestellte Sensoren.

    Ne, "Grundausbildung" als Bezeichnung für ein Intensivtraining für Führungskräfte würde im Dt. nicht verwendet werden. Die Assoziationen wären nicht positiv. Bei "Grundausbildung" seh ich Rekruten das Marschieren üben, bei "boot camp" seh ich Leute im Dschungel wild entschlossen durch den Matsch kriechen oder dystopisch anmutende Hindernisparcours durchmachen. Hat beides wenig mit der Realität zu tun, aber die Bilder entstehen - in meinem Kopf zumindest - augeblicklich.

    Genau darum heißt's im dt. Angebot auch: "Boot Camp: ..." ;-)
    #6Author Selima (107) 08 May 17, 08:57
    Comment
    Es gibt ja neuerdings auch ein Bootcamp für Bräute. Da werden träge Damen richtig fitgemacht, damit sie bei der Hochzeit schlank und geschminkt eine gute Figur abgeben.
    Vorbild sind (natürlich) die USA und ihre Bridal Bootcamps.

    Man kann das hochgradig albern finden, aber mit einer KZ-ähnlichen Hirnwaschanstalt hat so ein Trainingslager nichts zu tun.
    #7Author Harri Beau (812872) 08 May 17, 09:29
    Comment
    Mich gruselt's auch immer bei Boot Camp, weil ich so ähnliche Assoziationen wie C++ habe. Allerdings weiß ich, dass das eigentlich ein Missverständnis ist und der Begriff - offensichtlich - ganz neutral und ein wenig scherzhaft für alles mögliche verwendet wird.
    #8Author tigger (236106) 08 May 17, 09:40
    Comment
    Is it the word "camp" that you are silently absorbing as "Lager", giving you this KZ image? I just think of muddy, muscly young men in boots trying to prove they are Real Men.
    #9AuthorCM2DD (236324) 08 May 17, 10:43
    Comment
    Für Sportler gibt es Trainingslager, für Kinder Ferienlager. Beides nicht KZ-artig. Bei den Sportlern steht das intensive Training im Vordergrund, bei den Kindern die Gemeinschaft.

    Lager mit richtigem Drill werden Erziehungscamps genannt. Das klingt so gar nicht nach fröhlichem Camping.
    #10Author Harri Beau (812872) 08 May 17, 11:02
    Comment
    I always thought a boot camp was a place where fat, lazy American kids are sent to get shouted at, do physical drills until they collapse from stress and exhaustion and have some sense and discipline knocked into them.
    #11Author Stravinsky (637051) 08 May 17, 11:07
    Comment
    Just wondering what a KZ has to do with it.
    #12AuthorCM2DD (236324) 08 May 17, 11:10
    Comment
    # 3: Warum so grob?
    Mir scheint, hbberlin hat extrem sensibel eingestellte Sensoren.

    Oh, how nice!
    First, in spite of what some have claimed here, "Ami" is NOT a neutral word. Years ago, I was mocked by some young jerks from across a street in Vienna using it because my winter jacket, the newest style of down jacket at the time in the US, looked "American" to them -- they yelled it at me. (Funny thing is that by the middle of that winter, the same style had made it to Austria.) Definitely not a friendly note.
    Much more recently, a good German friend was talking to a group of other Germans and started talking about the "Amis" -- then looked at me and apologized, saying that he didn't mean that negatively at all. (I hadn't taken it as negative. He wasn't making some blind generalization, and what he said in relationship to it was not negative at all.) What that did confirm to me is that there are folks who mean it negatively, or even folks who use it both ways. It's not simply just some friendly way of speaking about folks from the USA, although I know it can be used that way.

    Von daher im AE bedenkenlos verwendbar, zumal die meisten Amis eine sehr positive Einstellung zu ihrem Militär haben.

    Ah, yes -- and "bedenkenlos verwendbar" is such a neutral term. I'm against war, and I'm not in favor of the military, but I've had enough family members get injured and emotionally disturbed for the rest of their lives through military service, and I know enough families who have lost sons and daughters in the military, that I don't hold a grudge against those who are serving or have served.



    #13Author hbberlin (420040) 08 May 17, 11:11
    Comment
    Ami ist nach meinem Verständnis kein Schimpfwort; es ist mir auch neu, daß es eines wäre. Es ist salopp, mehr nicht.

    Der Duden sieht es genauso.

    Deine Reaktion in # 3 hätte ich verstanden, hätte ich geschrieben, "Alle Amis sind Militaristen" o.ä.; das habe ich aber keineswegs.
    #14Author mbshu (874725) 08 May 17, 11:19
    Comment
    Nice that you're just learning it now. I've heard it used negatively often enough, especially when around people who don't know that I'm an American. I really don't care what Duden says. My experience says otherwise.
    Also, I rarely see NESs here making the type of generalization about German speakers that you made, even if you tried to couch it, even if you tried to couch it in what you consider acceptable terms.
    #15Author hbberlin (420040) 08 May 17, 11:22
    Comment
    Man kann sich in Gesprächen auch über "die Amerikaner" negativ äußern. Ebenso finde ich es keinen Widerspruch, wenn jemand bewundernd über die "Amis" spricht.
    #16Author Harri Beau (812872) 08 May 17, 11:30
    Comment
    Stop: Bitte keine erneute Diskussion über den Ausdruck "Amis". Das haben wir schon besprochen, mbshu hat es nur nicht mitbekommen oder ist noch nicht lang genug bei LEO.

    Außerdem bitte ich hbberlin, einen Blick in mbshus Profil zu werfen: Er hat längere Zeit in den USA gelebt und ist daher der haltlosen Vorurteilsbehaftung ziemlich unverdächtig.
    #17Author tigger (236106) 08 May 17, 11:35
    Comment
    Every time I consider coming back and making regular contribution to this forum, I'm instantly reminded of why I gave it up :)
    #18AuthorCM2DD (236324) 08 May 17, 11:42
    Comment
    Das finde ich sehr schade.
    #19Author Spinatwachtel (341764) 08 May 17, 11:55
    Comment
    Ich auch.
    #20Author Selima (107) 08 May 17, 12:00
    Comment
    'Ami' ist kein Schimpfwort, ich wüsste daher nicht, was mbshu zu lernen hätte oder mitbekommen müsste. Es gibt einige LEOs, denen der Ausdruck nicht gefällt, aber das ist etwas anderes.

    Wir müssen die oft genug geführte Diskussion dazu tatsächlich nicht wieder aufrollen, aber deren Einstellung zu fordern und sie gleichzeitig mit subjektiven Beurteilungen anzuheizen, halte ich für bedingt diplomatisch.
    #21Author Gibson (418762) 08 May 17, 12:04
    Comment
    Dann einigen wir uns darauf, dass viele Amerikaner eine positive Einstellung zu ihrem Militär haben.

    Für mich ist "Boot camp" im Deutschen ähnlich negativ besetzt wie für Selima und tigger (vor allem, da es höchst befremdlich finde, in wenigen Wochen hinerziehen zu wollen, was die Eltern vorher 12 oder 13 Jahre lang versäumt haben und als Erfolgsindikator dient dann, wie oft die Kinder "Yes, Sir" sagen - das ist Dressur, keine Erziehung).

    Aber der Vergleich mit einem KZ im OP ist m.E. völlig fehlgeleitet.
    #22Author Qual der Wal (877524) 08 May 17, 12:10
    Comment
    #11: Do you mean fat camp?

    "Boot camp" simply means basic training, or unfit -> fit, and is seemingly applicable to everything these days.

    Incidentally, "Amis", "Spaghettis", "Nafis" are all examples of linguistic laziness bordering on arrogance, regardless of whom these mindless diminutives refer to.
    #23Author Pipper (917363) 08 May 17, 12:12
    Comment
    Pipper, who are 'Nafis' supposed to be?
    Naafi?
    Nafri?

    FWIW, I don't think spaghettis and Amis are in the same league.
    #24Author penguin (236245) 08 May 17, 12:27
    Comment
    #24: Nafris, yes.

    You can analyse the degrees of offensiveness of each and every term, but they are all negativ konnotiert. I also think the people who should decide whether or not they are pejorative are those at whom they are directed.
    #25Author Pipper (917363) 08 May 17, 12:29
    Comment
    Ich habe den Verdacht, dass der Begriff "boot camp" für viele Deutsche vor allem deshalb negativ belegt ist, weil sie das Folgende damit assoziieren:



    #26Author Himalia (970475) 08 May 17, 12:31
    Comment
    'Ami' ist kein Schimpfwort.
    Um, excuse me. You cannot tell me that based on my experience. I gave two concrete (and very real) examples where it was either obviously used as an insult or a friend used it neutrally but was so aware of its often negative use that he felt the need to explain -- and we had never discussed my dislike of the term beforehand. Plus, I often hear discussions on public transportation where it is obviously used negatively.

    While I don't know the roots of this website, the use of the title "Amis, go home" (which I remember seeing on reports from Germany when I was a child) is telling in the context of the article form 2014 (even before Cheeto was elected): http://www.watson.ch/Wirtschaft/USA/641996346...Anti-Amerikanismus ist angesagt, bei Linken und Rechten, aber auch bei Intellektuellen und Industriellen.


    Außerdem bitte ich hbberlin, einen Blick in mbshus Profil zu werfen: Er hat längere Zeit in den USA gelebt und ist daher der haltlosen Vorurteilsbehaftung ziemlich unverdächtig.

    Ah, yes. What, about 4.5 years in the US? Oh, my. I guess that makes mbshu a real expert, now, doesn't it?
    I've lived in Germany almost 17 years now (and been married to a German for about five years of that), six years before that I lived in two different Eastern European countries, and a year in Austria well before that. That doesn't exempt me from considering my motives and possible connotations before I make statements about the people among whom I live/have lived.

    Incidentally, "Amis", "Spaghettis", "Nafis" are all examples of linguistic laziness bordering on arrogance, regardless of whom these mindless diminuitives refer to.

    That's a nice way of putting, but I agree. (I could call Germans "Krauts" and "Huns" (or more recent terms), regardless of their historical roots, because there are folks who use those terms simply as an informal way of referring to Germans, no offense intended. However, I'm wise enough to know and do otherwise -- and I think less of those folks who do.)
    #27Author hbberlin (420040) 08 May 17, 12:38
    Comment
    Also, ich als DMS, habe diese Assoziation von boot camp mit Lagern oder gar KZs nicht.

    ps: Ami spielt sicher nicht in der Liga mit Spaghettis, Tommies und Iwans. Dessen ungeachtet könnten wir wohl zahllose Threads mit tatsächlichen Vorurteilen gegenüber Amerikanern/Amis füllen. Diese sind zum Teil abgründig, keine Frage.
    #28Author Uljae (831733) 08 May 17, 12:40
    Comment
    but they are all negativ konnotiert.

    Nafri ist ein Begriff aus dem Fachjargon der Polizei, den ein Pressesprecher der Polizei in einer Verlautbarung verwendete. Von der (linken) Presse wurde die Verwendung des Begriffes dann zur rassistischen Ausfälligkeit hochstilisiert. Man kann das aber auch weniger verbissen sehen.
    #29Author Himalia (970475) 08 May 17, 12:41
    Comment
    #26: It always amuses me how they shout at each other at point-blank range – in this video e.g. at 1:16.
    #30Author Stravinsky (637051) 08 May 17, 12:44
    Comment
    hbberlin, ich kann jeden Begriff als Schimpfwort benutzen. Wenn jemand dich anbrüllt: Amerikaner, go home! , ist 'Amerikaner' dann ein Schimpfwort? Ich lebe schon viel länger als 17 Jahre in Deutschland und kann aus meiner Erfahrung sagen, dass 'Ami' an sich kein Schimpfwort ist. Ich habe es tausende Male in hunderten von Kontexten gehört - in einigen davon negativ, in einigen bewundernd, in dem meisten neutral. Es ist ganz sicher nicht zu vergleichen mit 'Spaghettis'.
    #31Author Gibson (418762) 08 May 17, 12:49
    Comment
    #29: Ignorance is not an excuse. If you must refer to someone's nationality, make an effort to do it properly.

    #31: Again, you don't get to decide if it's offensive or not.
    #32Author Pipper (917363) 08 May 17, 12:51
    Comment
    But I do. Are you telling me about my own language? You're free to feel offended (you're good at it) but that's not going to change the meaning of the word. And what do you mean by 'again'?
    #33Author Gibson (418762) 08 May 17, 12:55
    Comment
    #29: Ignorance is not an excuse. If you must refer to someone's nationality, make an effort to do it properly.

    Who decides what is proper and what is not? You?
    #34Author Himalia (970475) 08 May 17, 12:55
    Comment
    Nafri ist ein Begriff aus dem Fachjargon der Polizei,
    ??
    Nicht alle Begriffe, die von einer bestimmten Berufsgruppe verwendet werden, sind Fachsprache oder Jargon.

    Und Leute, die sich beleidigt fühlen, haben einfach keinen Humor und sind verbissen, eh klar. Mit Ausnahme derjenigen, die beleidigt sind, weil man ihnen Beleidigung anderer aus Gedankenlosigkeit ankreidet, die haben einfach nur Recht... So einfach ist das.
    #35Author Spinatwachtel (341764) 08 May 17, 12:58
    Comment
    hbberlin gets to decide whether they find the word offensive. They don't get to decide if the word is defensive altogether, for all Americans. After all, there have been Americans here, in the forums, who have said they don't find it offensive.

    There's definitely a conversation to be had about whether the word is offensive in and of itself and for what reasons, but I don't think that kind of conversation works if people aren't willing to take as a starting point that others whose opinions and language usage may differ are acting in good faith. Assuming good faith until proven otherwise might improve a lot of conversations on the LEO forums IMO, as would not assuming that others are ignorant, lazy and arrogant from the get-go. If they prove to be so after a few exchanges, that's one thing, but jumping down their throat after a single statement or use of a word?
    #36Author Thirith (1037221) 08 May 17, 13:01
    Comment
    "Nafri" steht für "Nordafrikanischer Intensivtäter". Das im Fachjargon eine Abkürzung für diese Täterkategorie verwendet wird, macht sie nicht gleich zur rassistischen Ausfälligkeit.
    #37Author Himalia (970475) 08 May 17, 13:06
    Comment
    It seems like the only people taking offence now are the Germans who dislike being called on their ignorance. There must be a word for that....
    #38Author Pipper (917363) 08 May 17, 13:08
    Comment
    Ami spielt sicher nicht in der Liga mit Spaghettis, Tommies und Iwans.

    Interesting. From what I've read, "Tommy" and "Iwan" have the same origin as "Ami" -- as terms that the German military used for soldiers from those countries. So, tell me, how is "Ami" so much different than the other two?

    Gibson, it's nice that you as a German have never noticed that "Ami" is used as an insult. My very real experience as an American is that I've heard it being used as such, even in situations that have no bearing on me as a person. But, I guess that my experiences don't count because you must be much more wise and understanding, or something.

    #31: Again, you don't get to decide if it's offensive or not.
    Thanks, Pipper.
    I have to think of how language and understanding of cultures has developed in the USA regarding persons of African heritage who live there. I'm sure that there were people who spoke of "ni**ers" and thought that it was a neutral term. In time, it became understood that that was not a neutral term, and its used is now considered in the meanest terms. Over the years, terms that have been considered more or less neutral have been "Colored people," "Blacks/Black people," "Afro-Americans," "African-Americans," "Persons of Color," etc. I have tried to pay attention to what that community considers to be the considerate/respectful/accurate way to refer to them and to adapt my speech to that, even though I once used a different term that I understood to be on the same level. It's not always easy, but it's the very least that I can do.

    #39Author hbberlin (420040) 08 May 17, 13:08
    Comment
    Spinatwachtel, ich kann mich nicht einfach hinstellen und sagen: Ich finde das Wort 'Tisch' beleidigend, bitte benutzt ein anderes. Die Empfindung der Beleidigung muss schon eine gewissen Substanz haben, und das ist bei 'Ami' einfach nicht gegeben. So einfach ist das*

    (Geht es eigentlich auch mal mit Streitkultur? Warum muss das immer zu Gottes Wort werden?)
    #40Author Gibson (418762) 08 May 17, 13:08
    Comment
    Möchte Thirith zustimmen und möchte ermutigen, den Fokus mehr auf Erfahrungsaustausch zu legen und weniger auf das Rechtfertigen von Erfahrungen.

    Wenn hier jemand sagt, dies oder jenes Wort empfinde ich als Beleidigung und ich habe schon diese und jene Erfahrung damit gemacht, dann führt 'das steht so aber nicht im Duden und andere sehen es auch nicht so' in eine Sackgasse. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendjemand von euch etwas weniger beleidigend empfindet, wenn andere sagen: das ist aber nicht beleidigend.
    #41Author Doris (LEO-Team) (33) 08 May 17, 13:10
    Comment
    ""Dieser Begriff ist frei jeder Wertung", sagte der (Polizei)Sprecher. Er beschreibe auch nur generell "Menschen eines bestimmten Phänotyps", wobei in der Gruppe der "Nafris" auch Intensivtäter vorkommen würden. Die Bezeichnung würde aber explizit nicht nur Straftäter, sondern generell Menschen dieser bestimmten Abstammung beschreiben."
    #37 da kennt sich aber jemand aus. Oder tut zumindest so.

    #42Author Spinatwachtel (341764) 08 May 17, 13:11
    Comment
    Edit:
    hbberlin, it would be really nice if you read what I wrote.

     have never noticed that "Ami" is used as an insult
    I did not say that.

    I wanted to address other points in your post but gave up half-way through. You don't think the way you talk to me is not offensive? Have I been rude to you at any point?  How can you complain about missing respect or whatever and do the opposite yourself?
    #43Author Gibson (418762) 08 May 17, 13:14
    Comment
    @Gibson: ich finde den Vergleich sehr unglücklich. hhberlin stellt sich auch nicht einfach hin und sagt: Ami ist beleidigend Punkt. Er/sie erzählt von einer persönlichen Erfahrung mit dem Begriff und ich verstehe nicht, wieso diese Erfahrung nicht respektiert werden kann.
    #44Author Doris (LEO-Team) (33) 08 May 17, 13:14
    Comment
    #39: The problem begins with the need to demarcate. Why am I talking about "Amerikaner" as a separate group? Why am I talking about "African Americans" as a separate group? We are already on difficult territory before we've opened our mouths, which is why it's important to be considerate, especially when the group of people we are talking about are a minority, so already vulnerable.

    (I realise African Americans are not a minority in a lot of places, but I mean in general American terms).
    #45Author Pipper (917363) 08 May 17, 13:16
    Comment
    Ich respektiere die Erfahrung durchaus. Das macht nur den Begrif an sich nicht zu einer Beleidigung. Wenn hbberlin nicht als 'Ami' angeprochen werden möchte, dann tu ich das nicht. Kein Problem. Aber er kann nicht erwarten, dass das Wort aus der deutschen Sprache getilgt wird. Zählen die Erfahrungen Anderer weniger?
    #46Author Gibson (418762) 08 May 17, 13:17
    Comment
    Doris, ich denke, es wäre einfacher gewesen, die persönliche Erfahrung als solche zu respektieren, wenn hbberlin nicht mit "Is this kind of dumb and blind generalization really helpful here?" eingestiegen wäre. Das mit dem "in good faith" sehe ich persönlich durchaus bei beiden Seiten der Diskussion angebracht (je nach Person und Post in unterschiedlichem Ausmass).
    #47Author Thirith (1037221) 08 May 17, 13:20
    Comment
    @42: Uhm, wenn es darum geht, Links zu finden und zu posten, die genau meine Meinung untermauern, dann kann ich das auch ;-)

    Eine eindeutige und amtliche Definition für Nafri existiert nicht. Laut dem Kölner Polizeipräsidenten Jürgen Mathies wird die Bezeichnung seit 2013 behördenintern für nordafrikanische Intensivtäter verwendet.



    #48Author Himalia (970475) 08 May 17, 13:24
    Comment
    Bin ich der einzige, der die Prämisse dieses Fadens reichlich absurd findet? Wer um Himmels Willen assoziiert "boot camps" mit KZs?
    #49AuthorMr Chekov (DE) (522758) 08 May 17, 13:24
    Comment
    Focus:
    Der Ami-Hammer: Die neue Corvette kommt mit V8-Mittelmotor.
    Praxistest Chevrolet Malibu: So gut ist der Ami-Schlitten für Europa

    Süddeutsche:
    60 Jahre Ford F - Der Ami-Golf

    BILD:
    Schweini schon der Ami-Boss

    Blick:
    Nur die Amis sind noch vor uns: Schweiz ist dem Silicon Valley auf den Fersen

    Spiegel:
    Warum die Amis Hillary Clinton nicht mögen

    Diese Überschriften aus deutschsprachigen Tageszeitungen könnte man sich mit "Spaghetti" nicht vorstellen. Hier würde ich sagen, es ist einfach eine saloppe Verkürzung von US-Amerikaner, mehr steckt nicht dahinter.
    #50Author Harri Beau (812872) 08 May 17, 13:25
    Comment
    Wer um Himmels Willen assoziiert "boot camps" mit KZs?

    Na Leute die "Full Metal Jacket" gesehen haben aber nie selbst beim Militär waren.
    #51Author Himalia (970475) 08 May 17, 13:28
    Comment
    Danke, Thirith, das stimmt und ich wollte durchaus auch beide Seiten zu mehr Erfahrungsaustausch, weniger Rechtfertigung/Angriff ermutigen. Es wäre schön, wenn Annahmen vorsichtiger ausgedrückt werden könnten und dem Gegenüber Möglichkeit gegeben würde, Stellung zu beziehen.
    #52Author Doris (LEO-Team) (33) 08 May 17, 13:29
    Comment
    @39 "From what I've read, "Tommy" and "Iwan" have the same origin as "Ami" --

    Vielleicht sind sie im gleichen Zeitraum aufgekommen (wobei das fraglich ist) und hatten damals den selben Verwendungszweck. Aber im Gegensatz zu Tommy (dessen Herkunft meines Wissens nach unbekannt ist) oder Iwan ist Ami einfach nur eine Verkürzung von "Amerikaner". Keine Reduktion auf einen häufigen Vornamen, wie bei Iwan und evtl Tommy. Ganz zu schweigen von der Identifikation mit einem Lebensmittel oder Nationalgericht.
    Da sehe ich den Unterschied. Auch glaube ich, dass Ami wesentlich älter sein dürfte.


    #53Author Uljae (831733) 08 May 17, 13:29
    Comment

    "Tommy" scheint nach dieser Quelle schon sagen wir mal ziemlich lange in Gebrauch. Nix 2. Weltkrieg ...

    Ob "Tommy" oder "Ami" jetzt per se abwertend sind, überlasse ich anderen zu beurteilen.
    #54Author B.L.Z. Bubb (601295) 08 May 17, 13:33
    Comment
     have never noticed that "Ami" is used as an insult
    I did not say that.
    True. I wrote a very loose paraphrase of your statement that you have heard "Ami" used so very, very many times but have heard it used in a negative sense only a few times. Not a great deal of difference, but an overstatement on my part.

    I can understand that some Americans don't react to the term "Ami" as I do, but that doesn't de-legitimize my experiences with the term and my response to its blind use. (And yes, I, too, have heard it used many times in a way that I don't find offensive -- but that doesn't change the fact that it is not just a "neutral" term.) Remember, the original use here was made in connection with a generalization of how Americans like their military. (Which is different than personally supporting vets and active duty service personnel, I may add -- but no distinction was made in that post.)

    Speaking as a gay male, there's a related issue about how those in the group being referred to can decide what is insulting based on their experience. Can heterosexual folks decide that "fag" and "Schwuchtel" are neutral and should be accepted by gays just because some in the gay community will refer to each other as that in a non-threatening/joking way? I know how those "outside" of my group tend to use those words, and its use by them is not acceptable. (I myself am not terribly comfortable about their use within the gay community either.) There's a similar use of the word "ni**er" among persons of color -- which doesn't mean that it's acceptable for me to use it.

    Thanks, Doris!
    #55Author hbberlin (420040) 08 May 17, 13:33
    Comment
    #29: Von der (linken) Presse wurde die Verwendung des Begriffes dann zur rassistischen Ausfälligkeit hochstilisiert.

    By the way, I wouldn't call die Grünen "links". I've also spent enough time with members of the NRW police to know they are more suspicious of darker-skinned foreigners than your average citizen, and I am using extremely diplomatic language when I say that.
    #56Author Pipper (917363) 08 May 17, 13:34
    Comment
    Nach dem, was man über die Nachkriegszeit hört, wurden sie "Amis" genannt und -- im Großen und Ganzen -- bewundert und nachgeahmt. Wie kann es da despektierlich sein?

    Nur als Überlegung; natürlich kann man niemandem verbieten, sich rüde angeredet zu fühlen.
    #57AuthorMr Chekov (DE) (522758) 08 May 17, 13:34
    Comment
    #49: Ich zum Beispiel. Vor allem aufgrund des gleichnamigen Buchs von Morton Rhue, das Eltern heutzutage als Schullektüre kennen lernen dürfen - danach ein Trainingsseminar zu benennen erscheint mir schon geschmacklos: https://www.amazon.de/Boot-Camp-Jugendliterat...
    #58Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 08 May 17, 13:35
    Comment
    What I don't get is why somebody would insist to be insulted when it has been made clear that no insult has been meant. Why is it better to feel angry than to say; Oh, okay. I misunderstood.?

    (I'm not, obviously, talking about 'nigger' or 'Schwuchtel', which are derogatory. But Ami, in itself, is not, so why not simply accept that it was used perfectly neutrally?)

    hb, I wrote those things because they are true. In the overwhelming majority of situations, 'Ami' was not used in a derogatory way, and I have spent quite a chunk of my life discussing America, like most Germans of a certain age and background. The question I asked Doris I'm asking you: why are other people's experiences worth less than yours?

    And, no, I don't think that heterosexuals can decide that 'Schwuchtel' is neutral, but that's a totally different case.
    #59Author Gibson (418762) 08 May 17, 14:03
    Comment
    OK, können wir jetzt zum Thema des OPs zurückkehren?
    #60Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 08 May 17, 14:04
    Comment
    @56 Du hast es noch milde ausgedrückt; kann nur voll und ganz zustimmen.

    Ich denke, hbberlin hat in #55 einen entscheidenden Hinweis gegeben: Nein, man kann nicht die ausgrenzende Gruppe entscheiden lassen. Allerdings ist das nicht ganz parallel zum Fall Ami/Amerikaner, denn kein Amerikaner würde sich auf Englsch als Ami bezeichnen, oder?
    Ich habe ein bisschen das Gefühl, das Unbehagen mit dem Wort "Ami" kommt von etwas Anderem und zwar von der tiefen Ambivalenz vieler Deutscher gegenüber den Amis.
    Das hat mit dem Rassismus zu tun und setzte sich dann nach dem Krieg in dieser typisch europäischen Überheblichkeit fort. Dazu kam der linke Antiamerikanismus (zu dem ich mich bekenne) und der rechte "Das sind unsere Besatzer"-Antiamerikanismus. Heute ist es die Globalisierung, für die man in erster Linie die USA verantwortlich macht. Ich kann darauf immer nur erwiedern, dass ein Lederhosen-Imperialismus um keinen Deut besser wäre, eher im Gegenteil.

    Und all diese Ambivalenz steckt in dem Wort "Ami". Bewunderung und Verachtung und vor allem wenig Realismus. Aber ich kann nicht sehen, dass das Wort an sich gezielt beleidigend verwendet wird. Es ist das Drumherum, welches abwertend ist, nicht der Begriff.


    OT: Heile Heimat, wer schützt mich vor Amerika? Sang Ideal in den 80er Jahren und ganz ohne das Wort Ami.

    #61Author Uljae (831733) 08 May 17, 14:08
    Comment
    Boot Camp = da kriegt man mit einem Stiefel in den Hintern getreten.
    (du wolltest meine erste Assoziation. Biddeschön.)
    #62Author GuggstDu (427193) 08 May 17, 14:10
    Comment
    What I don't get is why somebody would insist to be insulted on being insulted when it has been made clear that no insult has been meant. Why is it better to feel angry than to say; Oh, okay. I misunderstood.?

    (I'm not, obviously, talking about 'nigger' or 'Schwuchtel', which are derogatory. But Ami, in itself, is not, so why not simply accept that it was used perfectly neutrally?)

    And, no, I don't think that heterosexuals can decide that 'Schwuchtel' is neutral, but that's a totally different case.

    It's pretty much exactly the same situation, but you are making arbitrary distinctions.

    The same question could be asked of people insisting they aren't being offensive: Why can't you just accept your terminology is offensive to the person in question and refrain from referring to them in that way?
    #63Author Pipper (917363) 08 May 17, 14:13
    Comment
    #61: Es ist das Drumherum, welches abwertend ist, nicht der Begriff

    Noch nicht einmal das, siehe die Zeitungsüberschriften aus #50.

    Wer mit Boot Camp nichts anzufangen weiß, schlägt zB. auf LEO nach. Mit diesen Vorschlägen ist es wirklich schwer vorstellbar, was Bräute und Manager dort wollen, denn sie sind weder Straftäter noch Rekruten.
    #64Author Harri Beau (812872) 08 May 17, 14:14
    Comment
    OK, können wir jetzt zum Thema des OPs zurückkehren?

    Gibt's dazu überhaupt noch etwas zu sagen? Ich teile die Ansicht, dass ein Boot Camp sicher nichts Angenehmes ist, aber deswegen noch nicht KZ-ähnlich. Immerhin setzen sich ja manche Leute einem Boot Camp freiwillig aus, einem KZ eher nicht.
    #65Author JanZ (805098) 08 May 17, 14:20
    Comment
    Ich möchte festhalten: mir war bis zu diesem Thread nicht bewußt, daß der Begriff Ami auch als Beleidigung benutzt und verstanden wird. Habe ich dazugelernt.

    Wobei ich weiterhin meine, wenn vor Gericht strittig ist, ob eine Beleidigung gefallen ist oder nicht, sollte es eine Rolle spielen, ob der benutzte Begriff objektiv eine Beleidigung ist oder nicht - und ich würde erwarten, daß der Richter einschlägige Wörterbücher konsultiert, um dieses festzustellen.
    #66Author mbshu (874725) 08 May 17, 14:20
    Comment
    but you are making arbitrary distinctions.

    With that argument you really can turn any word into an insult, see #40. I'm still waiting for any kind of evidence that 'Ami' is inherently offensive.

    Why can't you just accept your terminology is offensive to the person in question and refrain from referring to them in that way?
    Again: It would be nice if people read what I write before they comment. I did say that I wouldn't address hbberlin as 'Ami'.
    #67Author Gibson (418762) 08 May 17, 14:22
    Comment
    #67: No, you really can't turn "Tisch" into an insult without some serious mental gymnastics. That is an absurd argument.

    I'm still waiting for any kind of evidence that 'Ami' is inherently offensive.

    It's not your place to demand evidence that a diminutive such as "Ami", which is loaded with connotations, is pejorative.
    #68Author Pipper (917363) 08 May 17, 14:28
    Comment
    Ich möchte nochmal dazu ermutigen, dass Diskussionen auf Augenhöhe geführt werden. Jeder hat das Recht, etwas verstehen zu wollen.
    #69Author Doris (LEO-Team) (33) 08 May 17, 14:39
    Comment
    No, you really can't turn "Tisch" into an insult without some serious mental gymnastics.

    Warum gelingt das beim Vollpfosten?
    #70Author Harri Beau (812872) 08 May 17, 14:40
    Comment
    Oder beim englischen "tool"?
    #71AuthorKai (236222) 08 May 17, 14:57
    Comment
    Warum ist "das ist Banane" negativ und "das ist erste Sahne" positiv? Macht das "Banane" immer und in jedem Zusammenhang zum Schimpfwort? Wohl kaum.

    Ebenso kann ein als Kompliment gemeintes "Sahneschnitte" als Beleidigung ankommen. Dabei sind Sahneschnitten an sich weder gut noch schlecht.
    #72Author Russisch Brot (340782) 08 May 17, 15:01
    Comment
    Bayern werden außerhalb Bayerns oft als Bazis bezeichnet. Das ist nicht als Beleidigung gemeint. Die Preiß'n wissen halt nicht, was das Wort genau bedeutet.

    Trotzdem lasse ich mich nicht als Bazi titulieren und verwahre mich - wenn nötig sehr energisch - dagegen.

    Andererseits habe ich kein Problem mit dem Ausdruck Saupreiß - (Saupreuße); das ist keine Beleidigung sondern einfach eine neutrale Bezeichnung für jeden, der die bayerische Sprache nicht akzentfrei beherrscht.
    #73AuthorEifelblume (341002) 08 May 17, 15:01
    Comment
    I did say that I wouldn't address hbberlin as 'Ami'.

    And I will take it as offensive if you address other Americans in that manner here (or make the typical generalizations that are associated with "die Amis sind...." etc.) which are not positive or at least obviously neutral.

    und ich würde erwarten, daß der Richter einschlägige Wörterbücher konsultiert, um dieses festzustellen.
    And that would of course be a German-language dictionary, ignoring a consideration of the fact of how the word is actually used, and if at times it is used pejoratively.

    Allerdings ist das nicht ganz parallel zum Fall Ami/Amerikaner, denn kein Amerikaner würde sich auf Englsch als Ami bezeichnen, oder?
    It happens. Including both positively and negatively at times (negatively, for example, especially on those days that we are frustrated with our home country and those who voted for, say, the current sometimes-resident of the White House and we are speaking to a German friend about that in German.) If we choose to do so in that matter in such a situation, it is our choice, not that of a German speaker who is not an American.

    #74Author hbberlin (420040) 08 May 17, 15:09
    Comment
    #69: Spot the difference between "Verstehen wollen" and "feigning ignorance for rhetorical purposes".
    #75Author Pipper (917363) 08 May 17, 15:10
    Comment
    @68 a diminutive such as "Ami


    Ami ist doch kein Diminutiv, so wird Ami nicht gebraucht, unabhängig davon, ob er jetzt abwertend ist, oder nicht.

    @74 If we choose to do so in that matter in such a situation, it is our choice, not that of a German speaker who is not an American.

    -- Vollkommen verständlich.
    #76Author Uljae (831733) 08 May 17, 15:10
    Comment
    @Pipper: you mean the difference between a positive and a negative assumption?
    Ich wünsche mir, dass das ‘den Anderen Ernstnehmen’ auf Gegenseitigkeit beruht.
    #77Author Doris (LEO-Team) (33) 08 May 17, 15:19
    Comment
    Komische Diskussion, jemanden einreden zu wollen, nicht beleidigt zu sein, weil das Wort kein Schimpfwort ist und nicht an sich beleidigend und man deswegen auch nicht beleidigt sein kann. Es beleidigt offensichtlich, wie kann es da so neutral wie Tisch sein?

    Metzler Lexikon der Sprache listet im Eintrag "Pejorativ" -i als Affix zur Bildung eines Pejorativs und nennt als Beispiele neben Ami auch Ossi und Knacki.
    #78Authortelly (520167) 08 May 17, 15:26
    Comment
    I find it mildly ironic that English language dictionaries (at least the ones I've consulted) only feature the French word "ami." :-)

    Edit re #79: demnach auch Omi, Papi und Mami?
    #79AuthorKai (236222) 08 May 17, 15:27
    Comment
    #64: "Mit diesen Vorschlägen ist es wirklich schwer vorstellbar, was Bräute und Manager dort wollen, denn sie sind weder Straftäter noch Rekruten."

    In einem Boot Camp bekommt man anscheinend (auf die harte Tour) vermittelt, was man zu tun, wie man zu sein hat, wenn man in einem bestimmten Bereich Erfolg haben will bzw. zumindest akzeptiert werden will.
    Kein Problem, wenn man diese "richtige Grundausbildung" freiwillig macht bzw. irgendwelche Anbieter ihre Trainings so nennen.

    Wenn Kinder und Jugendliche da mit fragwürdigen Methoden "zurechtgebogen" werden, ist der Gedanke zu Lagern, in denen unliebsamen Menschen "gezeigt wird, wo es langgeht", nicht weit.

    Meine Assoziation ist das nicht, aber bei Boot Camp denke ich eher an Gehorsamsdrill als an eine neutrale "Grundausbildung", ist daher nicht positiv besetzt.
    #80Author corbie (745439) 08 May 17, 15:34
    Comment
    Irgendwo zwischen ontopic und offtopic: Inzwischen ist jedes zwanzigste Posting ein Ordnungsruf von Doris, die Frage des OP wurde beantwortet, und dass die (noch dazu wenig originelle) Disku irgendwelche Fortschritte macht, sehe ich nicht. Ich finde eine Fortsetzung nicht mehr sinnvoll.
    #81Author Gart (646339) 08 May 17, 15:35
    Comment
    #78: Knacki als Beleidigung wäre mir neu. Duden listet es als Jargon. So kenne ich es auch, die Inhaftierten untereinander nennen sich so und nicht anders.
    Wenn ich meinen Nachbarn mit "du Waschlappen" tituliere, wäre er beleidigt. Bei "du Knacki" wäre er nur etwas verwirrt, denn er war noch nie im Knast und versteht nicht, was ich von ihm will.

    Ein Chinese, ein Türke, ein Deutscher, ein Ami und ein Russe unterhalten sich über...

    ....und so weiter. Ein Witz wird um keinen Deut besser oder schlechter, wenn statt Ami Amerikaner gesagt wird. Es ist einfach nur zweisilbig und passt besser in den Sprachfluss. 
    #82Author Harri Beau (812872) 08 May 17, 15:41
    Comment
    Mist, der Versuchung erlegen - eigentlich wollte ich mich aus dieser anscheinend fruchtlosen Diskussion heraushalten. Aber spätestens hier geht mir der Hut hoch:
    #74: If we choose to do so in that matter in such a situation, it is our choice, not that of a German speaker who is not an American.
    Es geht doch gar nicht darum, wie Amerikaner einander betiteln. Ich wüsste nicht einmal, wie das auf AE ausgesprochen wird: wie der Vorname Amy? Es geht darum, im Deutschen ein deutsch ausgesprochenes Wort zu verwenden. Wenn sich herausstellt, dass sich jemand davon beleidigt fühlt, werde ich es künftig vermeiden - ich sage nämlich auch ganz selbstverständlich "Amis", wenn ich z.B. meinen Kumpel, der seit 10 Jahren in Texas lebt, bei seinem Deutschlandurlaub treffe und ihn frage: "Na, und wie isses bei den Amis?" (nachdem wir den neuesten Klatsch aus der deutschen Verwandtschaft durchgehechelt haben).

    Ein Wort ist zunächst nur ein Wort (so wie erwähnte "Tisch"). Erst die Verwendung macht es zu einer Beleidigung. Der Vergleich mit "nigger"* ist ein sehr treffender: Das Wort war anfangs nur eine Bezeichnung für Menschen schwarzer Hautfarbe. Zu einer Beleidigung wurde es, weil der Inhalt beleidigend gemeint war.

    *Ja, ich schreibe es aus. Es ist nur eine Zeichenfolge.

    So, und nun, da ich weiß, dass einige Anwesende das Wort "Ami" nicht mögen, gelobe ich, es im Forum niemals zu verwenden. Ich bin bekannt für möglichst geschlechtergerechte Sprache und werde fürderhin "Amerikanerinnen und Amerikaner" schreiben. (Wir hatten auch dazu schon diverse Diskussionen, ob dann "US-AmerikanerInnen" korrekt ist, weil die MexikanerInnen und KanadierInnen ja auch AmerikanerInnen sind.) Privat und mündlich werde ich es allerdings weiter verwenden - ich und alle um mich herum wissen, wie es gemeint ist, nämlich schlicht als Nationalitätsbezeichnung.

    (Was hätte eigentlich Obelix zu diesem Faden gesagt?)

    Ach so, und zur Ausgangsfrage: Ich assoziiere "Boot Camp" auch mit Matsch und Drill und Angebrüllt-Werden.
    #83Author Raudona (255425) 08 May 17, 15:49
    Comment
    RE #83: Es geht doch gar nicht darum, wie Amerikaner einander betiteln.
    See # 67 (which was quoted in my post): Allerdings ist das nicht ganz parallel zum Fall Ami/Amerikaner, denn kein Amerikaner würde sich auf Englsch als Ami bezeichnen, oder?
    As I said, "yes, that does happen," and those who use it would likely pronounce it in their attempt at saying it the same as German speakers do. However, that would with 99% certainty (my guess) be only by and among those who have lived in a German-speaking country where they had significant contact with NGSs. If the word were to be used with most folks in the US, they'd likely have no idea about what is meant, or, they could possibly think it's a funny pronunciation of the French "ami."

    Regarding the example of using "Ami" in the context of chat with a friend who has lived in Texas for ten years. I see nothing wrong with it. That's the same type of context that my friend used it in when he self-consciously gave me a quick apology/explanation (which, as I said, while I wasn't offended by his use of it, did verify my experience and opinion that it is not immediately such a "neutral" word as a few here claim -- "guilt by association," in a sense. But, as is so often the case here (and one sees as a response to so many posts here), context matters. And, as I said when I first raised my objection to its use in this thread, using "Ami" in the context of a sweeping generalization about Americans (that isn't even true for many of us) does indeed set the context for a negative understanding of it.


    #84Author hbberlin (420040) 08 May 17, 16:26
    Comment
    If I may, hbberlin: you singled out "bedenkenlos verwendbar" as a non-neutral expression, which I understood as you taking exception to it. How did you understand it in the context of the original post?
    #85Author Thirith (1037221) 08 May 17, 16:45
    Comment
    Ich hatte in # 2 übrigens nicht behauptet, "eine sehr positive Einstellung zu ihrem Militär haben" alle in den USA; ich schrieb "die meisten". Das ist mein subjektiver Eindruck nach 4 1/2 Jahren dort; gestützt auf etliche Gespräche und auf die in # 5 beschriebenen Beobachtungen.

    Meine Zeitungslektüre steht diesem Eindruck jedenfalls nicht entgegen:

    "Astronauten und Ärzte, wohl auch Krankenschwestern haben ein noch besseres Image. Aber gleich dahinter, zumeist auf einen der fünf Spitzenplätze, kommt bei Umfragen nach den angesehensten Berufen in den USA der Soldat."

    Und dann ist es doch nicht verwunderlich, daß boot camp auf der anderen Seite des Großen Teichs andere Assoziationen weckt als Grundausbildung bei uns (von Lager-Assoziationen ganz zu schweigen).
    #86Author mbshu (874725) 08 May 17, 16:50
    Comment
    Well, Texas does not the whole of the USA make....You quite likely encountered it there (after all, it is still an extremely red state), but there are indeed many who disagree. (And, I never said that you said "all" Americans. I objected to that which is indeed a sweeping generalization in saying that "most Americans" do such and such.

    Also, as I said earlier, many folks, even liberals who oppose the wars that the US is in and would much rather see a reduction in the US military, will support service members and vets. Perhaps that's an attitude that comes out of the awful way that returning soldiers (who were in all likelihood drafted) were treated during and short after Viet Nam. Perhaps we learned from those mistakes. It's not the soldiers and vets who are responsible for the wars.

    Re #85. Look up "bedenkenlos" here in Leo. The range of possibly translations is quite broad. In the context of a sweeping generalization, the use of a term that I in my experience can be used negatively, and without further context to clarify, my negative interpretation is indeed justified. It's not my problem that there are a variety of translations for it in English (assuming that those here are indeed justified).
    #87Author hbberlin (420040) 08 May 17, 17:06
    Comment
    As you mentioned, hbberlin, context matters. In that respect I now understand where you're coming from, yet in that exact same respect I still think that your initial reaction stems from a misinterpretation. I can absolutely accept your dislike of the term "Ami", but to be frank, your strong reaction to what to me looked and still looks like an innocuous (if generalising) post did make it difficult for me to give your point of view the benefit of the doubt.
    #88Author Thirith (1037221) 08 May 17, 17:23
    Comment
    In Houston where I lived most people are not native Texans. Plus, I travelled quite a bit - frequently to Wisconsin on business, and a lot more. Be that as it may.

    Had I written in English, I would have written "can be used without hesitation" in my # 1.

    And, by the way, pity you did not call my generalisation "sweeping" already in your # 3 ...
    #89Author mbshu (874725) 08 May 17, 17:26
    Comment
    Ich hätte "Boot Camp" auch als erstes mit "(Um)Erziehungslagern für Jugendliche" mit harten bis fragwürdigen Methoden assoziiert.

    Lange kein KZ, aber schon dubios, wenn das für Manager jetzt auch gemacht werden soll... Oder brauchen Manager inzwischen auch (quasi-)militärische Fähigkeiten inkl. super-sportliche Leistungen und Überlebenstraining?
    #90Author BenatarsComrade (1182552) 08 May 17, 23:45
    Comment
    For me, boot camp evokes an image of a fast-paced, intensive training experience. Not necessarily pleasant, but not negative. In fact, those who successfully complete boot camp would probably have a real sense of accomplishment -- as long as they were there voluntarily, of course.


    I first saw the term "Ami" about eight years ago. I asked a German forum buddy about it and got this reply: 'Die Kurzform "Amis" ist meiner Meinung nach neutral bis negativ, aber wohl nur selten positiv besetzt. Man würde eher nicht sagen "ich hatte Amis zu Besuch" oder "ich habe viele nette Amis im Internet kennengelernt".'


    The underlined portion was the "take-home lesson" for me. I therefore filed Ami alongside Russki, which I consider to be a mildly (or sometimes even strongly) derogatory term for Russians. Certainly nothing I would ever use in the presence of anyone from Russia. And since it's not always possible to know where people come from, especially in the Internet, I'd just flat out never use it.


    BTW, my friend was in his late thirties at the time, if age plays any role.


    EDIT: I once saw the term USAler. Seems better -- or at least safer -- than Ami as a shortened designation.


    #91Author patman2 (527865) 09 May 17, 03:26
    Comment
    Aber "ami" heißt doch "Freund" - auf Französisch ...
    ;-)
    #92Author MiMo (236780) 09 May 17, 06:33
    Comment
    # 91: Was sagt denn Dein Freund zu den Zeitungsbeispielen aus # 50?

    Allesamt mit Russki undenkbar.
    #93Author mbshu (874725) 09 May 17, 07:56
    Comment
    RE 93. OK. We get it. "Ami" can be used in a neutral way to a positive way. Fine. Why is it so hard to accept that there are those who have experienced its use negatively or who hold the opinion as NGSs that it can easily have a negative connotation?

    Ironic that so many NGSs here insist that the "proper" reference is "US-Amerikaner" because someone knows a Mexican or a Canadian who claims that they are "Americans" too (yes, I've read those threads...and, given the German method of counting continents, the term should include South America -- which wasn't mentioned earlier in this thread), but there are those NGSs here who insist that there is no negative connotation to it in spite of NESs and NGS here who say they have experienced it or understand it otherwise.

    RE #89: With HRC receiving a whopping one percentage point more than the Cheeto in Houston, I wouldn't call Houston a bastion of liberalism.
    Wisconsin is quite mixed. Milwaukee's fairly liberal, but t neighboring suburb, Wauwatosa, is home to the ultra-right John Birch Society. Madison, the capital and home to University of Wisconsin, is quite liberal, but just down I-94 you have Janesville, the home district of Speaker Paul Ryan, about as conservative as they come.
     
    #94Author hbberlin (420040) 09 May 17, 08:45
    Comment
    OT

    Re #93: But 'Russki' isn't any shorter than 'Russe(n),' whereas 'Ami' is a lot shorter for headlines than 'Amerikaner' or 'amerikanisch.' I'm prepared to believe it's largely neutral in that context.

    Though yes, it can also have a patronizing overtone, as everyone is aware who had the misfortune to have been here when that topic was thrashed to death at exhausting length in previous threads (which may explain why there is so much resistance to seeing it rise again from the tomb). I would imagine that if there were a word like 'Deutschi,' it wouldn't necessarily come across as quite as innocuous as 'Omi.'

    Though on the other other hand, I would also imagine that raising a big fuss about 'Ami' as if it were a deadly insult isn't that likely to improve the image of Americans abroad, or motivate German speakers to change their usage on your behalf.

    As for attitudes toward the military, I'm in between on that too. It seems fair to observe that many Americans, not just Texans, have a more positive image of soldiers and the military than do many Central Europeans -- even if gung-ho patriotism is indeed often more pronounced in TX than in many places. (Though not actually so much so in Houston, which like other major cities is very reliably liberal, if not quite as much so as Austin, which is comparable to Madison, albeit with more traffic and less snow.)

    But either way, you can register an objection to overly sweeping statements without jumping straight down someone's throat. Like CM2DD (whom it's great to see around), I find it really tiresome when every other thread seems to degenerate into a personal conflict. It doesn't have to be that way, and it didn't use to be as bad as it has been lately.

    /OT




    Back to boot camp. For me it doesn't have anything remotely to do with weight loss or fitness -- much less brides or manager trainees! -- and only very occasionally or tangentially with teenagers with disciplinary problems. (That would be military school instead, like one young Mr. Trump long ago.)

    It does have to do with standard military basic training, which is harsh, exhausting, and muddy, and involves unquestioning obedience, enforced by the drill instructor or drill sergeant,

    https://en.wikipedia.org/wiki/Drill_instructor

    who as a stereotype is known for near-absolute power and brutal, demeaning treatment intended to winnow out those who aren't tough enough to take it.

    That might have some things in common with a concentration camp, but there's a huge difference in association, in that boot camps aren't intended as means of genocide. As others have said, 'camp' doesn't automatically evoke Lager. Boot camp usually takes place at a normal army base, as far as I know.

    #95Author hm -- us (236141) 09 May 17, 09:00
    Comment
    @93, "Allesamt mit Russki undenkbar."

    Das kann man so nicht sagen, gerade in der BILD absolut möglich. In der FAZ eher nicht.
    #96Author Uljae (831733) 09 May 17, 09:13
    Comment
    I once saw the term USAler. Seems better -- or at least safer -- than Ami as a shortened designation.

    Nie gehört.

    (Fürs Protokoll: Ich versuche nicht, "Ami" zu verteidigen. Da es offenbar manche anstößig finden...)
    #97AuthorMr Chekov (DE) (522758) 09 May 17, 09:19
    Comment
    # 95: Wie oben von jemand bereits kundgetan, "Lager" an sich führt im Dt. auch nciht automatisch zu KZ - es ist weitgehend neutral in Kombinationen wie Ferienlager, Trainingslager, Wanderlager, Auffanglager. Natürlich gibt es auch unerfreuliche "-lager" wie Gefangenenlager, DP-Lager, Internierungslager. Und wenn jemand sagt, "Ich war im Lager", dann war es meist kein Ferienlager.
    #98Author Selima (107) 09 May 17, 09:24
    Comment
    #96: Ein Dutzend Überschriften der BILD mit "Amis" aus einem Fundus von mehreren Hundert:

    Independence Day: So verrückt feiern die Amis ihre Unabhängigkeit
    100 000 Touris pro Jahr: Amis schicken Traumschiff nach Hamburg
    Finanzprobleme: Amis kaufen den FC Liverpool
    Buch-Flop: Hillary Clinton bei den Amis plötzlich unten durch
    Alba Berlins Moritz Wagner: Amis buhlen um Top-Talent
    Für die Reise zum Mars: Amis bauen Monster-Rakete
    Amis zahlen US-Trainer Jürgen Klinsmann 1,9 Mio Grundgehalt
    Jo Groebel erklärt die Ami-Lästerei gegen „Wetten, dass..?"
    Gibt's bei den Amis bald Roboter als Richter?
    Trööööt-Alarm bei Amis: Vuvuzelas nerven auch beim Baseball
    Detroit Motor Show - Deutsche Autos stehlen Amis die Show
    Filmstar Eva Green: Dieses Plakat war zu heiß für die Amis

    "Russkis" konnte ich dagegen in den Titelzeilen von BILD nicht finden. Ist aber auch nicht meine Aufgabe, die Behauptung stammt ja nicht von mir.
    #99Author Harri Beau (812872) 09 May 17, 09:33
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    Das ist schnell erledigt:

    Keine Lust weitere zu suchen, aber ich kenne die BILD und ich weiß, dass Russki in dieser Zeitung noch die respektvollere Bezeichnung war/ist.
    #100Author Uljae (831733) 09 May 17, 09:46
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    Das zählt leider nicht. Erstens ist es nur ein einziger (!) Treffer und der bezeichnet nicht eine Volksgruppe, sondern ist ein Adjektiv. Und zwar als eine Widergabe des Wortes Dictionary: [ru-de] ру́сский  
    #101Author Harri Beau (812872) 09 May 17, 09:49
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    Ja, das gibt nur 22 Treffer, von denen viele ein und derselbe zu sein scheinen.
    #102AuthorMr Chekov (DE) (522758) 09 May 17, 09:52
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    Ja, oder sich auf das  „RusSki Gorki“-Skisprung-Zentrum beziehen.
    #103Author Harri Beau (812872) 09 May 17, 09:54
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    Ich lese "BILD" nicht regelmäßig, aber nach meinem Eindruck verwenden sie eher "Russen" (auch wo andere das Adjektiv wählen würden).

    "Russen-Krähen fressen unsere Singvögel"; "Russen-Hitler peitschte und würgte mich".
    #104AuthorMr Chekov (DE) (522758) 09 May 17, 09:57
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    Gut, dann brauchen wir das nicht weiter diskutieren. Ich verlasse mich da eher auf meine Erinnerungen als auf google.

    Die Bild-Zeitung gehört ja auch zum Qualitätsjournalismus und ist über den Vorwurf der Rechtslastigkeit jederzeit erhaben, solange es gegen die richtigen geht.
    #105Author Uljae (831733) 09 May 17, 10:14
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    Also bitte. Wer hat behauptet, "BILD" sei Qualitätsjournalismus? Was soll der Quatsch?
    #106AuthorMr Chekov (DE) (522758) 09 May 17, 10:19
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    Ach, schon ok. Ich kann jetzt keine lange Recherche aus dem Ärmel schütteln. Also lassen wir's.
    #107Author Uljae (831733) 09 May 17, 10:26
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    Keine Lust weitere zu suchen, aber ich kenne die BILD und ich weiß, dass Russki in dieser Zeitung noch die respektvollere Bezeichnung war/ist.

    Uljae, was ist denn dann eine respektlose Bezeichnung? Und es kann sein, dass Du Leserbriefe im Kopf hast, die sind oft in Umgangssprache geschrieben. Die Leserbriefe oder Online-Kommentare darf man aber nicht mit redaktionellem Inhalt verwechseln!

    Zum Thema: Ich wundere mich über die Werbung: "Boot Camp: Intensivtraining für angehende Firmengründer" steht auf einer Werbeseite, die der Ausbilder in AE übersetzt haben möchte.

    Was hat sich denn der deutsche Werbetexter gedacht? Offenbar hat er nicht in den Duden geschaut: Trainingslager für Rekruten oder straffällig gewordene Jugendliche [in den USA]

    Ich glaube, die Durchschnittsdeutschen denken da nicht an Bräuteschulen, sondern an Erziehungslager. Oder ihnen sagt der Ausdruck gar nichts.
    #108Author Puppengesicht (807439) 09 May 17, 10:54
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    Puppengesicht: Da ich BILD nun seit beinah 20 Jahren nicht mehr täglich am Kiosk ausliegen sehen muss, kann es sein, dass sich das Blatt gewandelt hat.
    Wenn es interessiert, kann ich aber gerne Belege für die Zeit vor 20 Jahren beibringen und die werden nicht schön sein. Vielleicht auch nicht digital abrufbar, also quasi inexistent, nur in meinem Gedächnis.... und in meinem Archiv.

    Wir haben das doch jetzt schon rauf- und runterdiskutiert. Ami wird unterschiedlich bewertet, aber Russki ist sicher keinen Deut besser, Und dann gibt es eben noch weit schlimmere Ausdrücke.
    #109Author Uljae (831733) 09 May 17, 11:03
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    Vor über 20 Jahren gab es keine Russkis, da nannte man sie noch "die Sowjets".
    #110Author Harri Beau (812872) 09 May 17, 11:10
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    @109, es hat auch niemand behauptet, "Russki" sei besser als "Ami". Eher das Gegenteil.
    #111AuthorMr Chekov (DE) (522758) 09 May 17, 11:11
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    Schlimmeres als Russki, das mir reichlich angejahrt und ungebräuchlich erscheint? Ich weiß nicht. Eigentlich war "die Russen" doch immer schon schlimm und gefahrverheißend genug. Konnte man das steigern? KommunistenXYZ? Bolschewiken? Meinst Du sowas? Aber das bezieht sich ja nie auf den Russen als solchen, sondern immer auf die Machthaberclique, wohingegen "Ami" jeden Amerikaner meinen kann (und auch die Machthaberclique als solche).
    #112Author Selima (107) 09 May 17, 11:13
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    Russki eine Beleidigung oder ungebräuchlich und angejahrt?

    Fragt mal im Russischforum, was das Wort bedeutet :-)


    #113AuthorEifelblume (341002) 09 May 17, 12:16
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    Deswegen ist auch "Visage" keine Beleidigung, weil es einfach nur "Gesicht" bedeutet? Und im Deutschen kann man auch ein Rendezvous beim Zahnarzt und einen Chat an der Supermarktkasse haben?
    #114Author JanZ (805098) 09 May 17, 12:26
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    Vor 20 Jahren gab es also keine Russkis? Wollt ihr mich veralbern oder was?

    In Wien gibt es ein Ehrenmal für die Sowjetarmee am Schwarzenbergplatz. Und jetzt ratet mal, wie dieses Ehrenmal im Volksmund genannt wird? Russendenkmal. Als ob da keine Ukrainer, Weißrussen, Kasachen, Armenier, Aserbeidschander ...
    dabei gewesen wären.

    Diese Ungenauigkeit kommt aber nicht aus Moskau sondern aus der eingeengten Auffassung bei uns und da kannst du ihnen tausend mal erklären, dass Russland und Sowjetunion nicht identisch sind/waren. Das will keiner hören, dafür echaufiert man sich heute um so mehr ob der Ukraine. Verstehen tut man nichts.

    Und es heißt Iwan und Der Russe, demnächst wohl auch wieder "halbasiatische Horden".


    #115Author Uljae (831733) 09 May 17, 12:36
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    Wenn es nicht so albern wäre und daher nur vergeudete Zeit ist: Mich würde schon interessieren, in welchem Zusammenhang "der Russki" in einer 20 Jahre alten Bildzeitung auftauchte und was es für "noch schlimmere" Bezeichnungen gab, die in einer Titelzeile erschienen.

    Russki ist auch der Name einer Insel im Japanischen Meer. (Nur der Vollständigkeit halber)
    #116Author Harri Beau (812872) 09 May 17, 12:42
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    Harri Beau, das liegt wahrscheinlich daran, dass Russki ein russisches Wort ist,

    Die Diskussion ist wirklich schräg, da stimmen wir überein. Aber wenn man schon so empfindlich bezüglich des "Ami" ist, dann darf ich, wenn die Sprache darauf gekommen ist, wohl darauf hinweisen, dass bestimmte Medien in Deutschland noch ganz andere Kaliber verwenden -- nicht gegen unsere Freunde im Westen, aber im Osten ist beinah alles erlaubt.
    #117Author Uljae (831733) 09 May 17, 12:48
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    Aber Uljae, "der Russe" ist doch keine abfällige Bezeichnung? Dann ist es "der Amerikaner" auch. Oder "die Chinesen". Wusstest Du, dass es in China über 70 verschiedene Völker gibt, zum Beispiel die Uiguren. Es gibt genauso viel Uiguren wie Österreicher auf der Welt und trotzdem bezeichnet man sie als Chinesen. So eingeengt ist unsere Auffassung, da stehen die Russen nicht alleine da.
    #118Author Puppengesicht (807439) 09 May 17, 12:54
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    Die Bezeichnung ganzer Bevölkerungen in einem Singular ist abwertend und soll Vorurteile schüren. Das Ergebnis hat Volker Pispers übrigens einemal genial zusammengefasst:

    "Jungchen, es gab nur diesen einen Russen -- und der stand vor jeder Tür."

    Und es ist ganz egal, ob das nun Der Amerikaner, Der Russe oder Der Chinese ist. Diese Ausdrücke lassen mich immer hellhörig werden und im Hintergrund muss ich an Kriegsberichterstattung der Wochenschau denken.

    Vielleicht gehörst du einer anderen Generation an. Ich bin aber von der Volksschule an mit solchen Stereotypisierungen aufgewachesen und ich kenne den Code dahinter.

    PS: Wieso sollte ich Uiguren als Chinesen bezeichnen? Es gibt einen Unterschied zwischen Nationalität und Staatsbürgerschaft.
    #119Author Uljae (831733) 09 May 17, 13:00
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    Uljae... deine Konnotationen zu den "russischen Begrifflichkeiten" zeigen gerade gar zu deutlich, dass du ein Kind des Kalten Krieges bist. Denk daran, dass die dir nachfolgenden Generationen das nicht sind.
    #120Author tigger (236106) 09 May 17, 13:26
    Comment
    Und deshalb, weil die Nachkriegszeit jetzt zu ende ist, darf man wieder wahllos drauf los?
    Mir ist schon klar, dass sich die Welt weiterbewegt hat, nur glaube ich kaum, dass es uns gut tut, wenn wir wieder mit Begrifflichkeiten und Befindlichkeiten jonglieren, die an die Zeit vor dem Ausbruch des 1 WK erinnern.

    Aber klar, Der Chinese, dem ist auch nicht zu trauen. Der Russe überfällt uns und Der Ami macht uns alles nach und wäre ohne Wernher von Braun eh nix geworden.
    #121Author Uljae (831733) 09 May 17, 13:34
    Comment
    Achtung Haarnadelkurve:

    Die täglichen Lektionen PC-Sprache erinnern mich an ein -- Bootcamp.
    #122Author Harri Beau (812872) 09 May 17, 13:54
    Comment
    #121: I know exactly where you're coming from, in three languages, all with a different approach to post-imperialism.

    Unfortunately, some people forget the past very quickly and how language can be used as a tool to ostracise and excuse unacceptable treatment.
    #123Author Pipper (917363) 09 May 17, 14:14
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    Zu den Russen und Chinesen (und den diversen anderen Völkern, die man unter beide Begriffe gerne einfach mal so einsortiert, weil man sich nicht die Mühe der Unterscheidung zwischen Staatsbürgerschaft und Volkszugehörigkeit macht, oder alles, was mal Sowjetunion war, grob als Russen betitelt) fällt mir noch der alte Witz ein:

    Warum lieben wir die Chinesen? Weil sie die Russen in Schach halten.
    Und warum lieben wir die Russen? Weil sie zwischen uns und den Chinesen sitzen.
    #124Author Chaja (236098) 09 May 17, 15:43
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    Meinem Verständnis nach werden mit der Bezeichnung "der Russe," der Chinese," oder "der Amerikaner" eigentlich nur (oder zumindest hauptsächlich) die Regierungen der jeweiligen Länder beschrieben und nicht das Volk allgemein. Wenn man also heutzutage "dem Nordkoreaner" nicht trauen darf, dann ist damit wohl speziell die nordkoreanische Regierung oder, noch spezieller, Kim Jon Un gemeint. Wieso sollte man auch beispielsweise einem machtlosen nordkoreanischen Bauern nicht trauen dürfen?
    #125AuthorKai (236222) 09 May 17, 16:38
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    So redet doch kein Mensch mehr. Ich bin auch bald 40, aber "der Russe", "der Ami", "der ..." als pars pro toto für eine Nation ist für mich eine Bezeichnung aus der Mottenkiste. Nicht einmal mein Vater redet so, und der wird nächstens 80.
    #126Author tigger (236106) 09 May 17, 16:43
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    Ich kenne schon Leute (Deutsche), die "so reden," und die sind alle weit unter 80. Dass also so "kein Mensch mehr redet," kann ich dir nicht ganz abkaufen.
    #127AuthorKai (236222) 09 May 17, 16:46
    Comment
    #125
    Ich hoffe jetzt mal mit tigger, dass eine solche Ausdrucksweise in der Tat nahe am Aussterben ist, aber Bezeichnungen wie "der Russe" oder "der Chinese" beziehen sich auf jeden Fall nicht nur auf die Regierung, sondern grundsätzlich auf einen rassistischen Stereotypen, "der Russe/Chinese/Amerikaner an und für sich", analog zu antisemitischen Phrasen wie "Der Jude ist xyz."
    #128Author Thirith (1037221) 09 May 17, 16:47
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    Nun gut, ich relativiere, ich kenne schon auch Leute, die so reden. Engstirnigkeit und Mikroaggression haben leider kein Lebensalter gepachtet. Aber diese Ausdrucksweise ist heutzutage sehr viel verpönter als vor 50 Jahren, da könnt ihr mir doch zustimmen?
    #129Author tigger (236106) 09 May 17, 16:51
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    Ich verstehe "der Russe" etc. vor allem als Ausdruck für die Soldaten der jeweiligen Länder, vorzugsweise verwendet von Leuten, die mindestens die Hochphase des Kalten, wenn nicht sogar den "heißen" Krieg miterlebt haben. Auf jeden Fall nicht mehr sehr häufig und auch nicht sehr freundlich gemeint.
    #130Author JanZ (805098) 09 May 17, 16:54
    Comment
    #128: dann müsste doch, aus deiner Sichtweise, "der Deutsche" genauso rassistisch stereotyp sein. Dennoch findet man "der Deutsche" zuhauf in modernen Medien. Hier zum Beispiel:
    Der Deutsche kennt Martina Gedeck eher durch spröde, zurückhaltende, manchmal sogar recht abweisende Rollen. 

    Und auch die Irritation kennt man, wenn man den Wein in einem zerkratzten, kleinen, dickwandigen Wasserglas auf den Tisch gestellt bekommt – statt, wie es der Deutsche kennt, in einem eleganten Weinglas.

    #131AuthorKai (236222) 09 May 17, 17:01
    Comment
    Damit widersprichst du dir aber selber, Kai. ("Meinem Verständnis nach werden mit der Bezeichnung "der Russe," der Chinese," oder "der Amerikaner" eigentlich nur (oder zumindest hauptsächlich) die Regierungen der jeweiligen Länder beschrieben und nicht das Volk allgemein."). Ich vermute nicht, dass mit deinen Beispielen Merkel & Co gemeint sind.

    Ich bin mit dir einverstanden, dass deine Beispiele nicht rassistisch sind, wobei ich erstaunt wäre, wenn ein ähnlicher Sprachgebrauch bei anderen Nationalitäten gleich verbreitet wäre. Es ist etwas anderes, wenn man die eigene Nationalität verallgemeinert.

    P.S.: Stilistisch mag ich solche Beispiele auch nicht sonderlich, wahrscheinlich gerade deshalb, weil ich Formulierungen à la "Der Deutsche/Schweizer/Amerikaner/Russe" genau mit fragwürdigen Pauschalurteilen in Verbindung bringe. Ich würde da in jedem Fall Formulierungen im Stil von "In Deutschland kennt man Martina Gedeck..." oder "... statt, wie es Deutsche kennen...".
    #132Author Thirith (1037221) 09 May 17, 17:09
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    Ich habe nur behauptet, dass ich Leute kenne, die mit "der ..." eigentlich nur die Regierungen dieser Länder meinen. Damit widerspreche ich mir mMn. nicht, wenn ich auf deine Behauptung des rassistischen Stereotyps eingehe.

    Edit: ... wobei ich erstaunt wäre, wenn ein ähnlicher Sprachgebrauch bei anderen Nationalitäten gleich verbreitet wäre.- Wie meinst du das? Dass andere Nation(alität)en nicht ähnliche Konzepte haben?
    #133AuthorKai (236222) 09 May 17, 17:20
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    Nein, ich meine, dass ich erstaunt wäre, wenn deutsche Medien häufig Formulierungen wie "Der Russe..." oder "Der Chinese..." verwenden würden. (Sorry, das habe ich in der Tat recht unsauber formuliert.) Es gibt zwar immer Ausnahmen, aber mir kämen solche Formulierungen doch eher schräg vor. Ich kann mich natürlich irren.
    #134Author Thirith (1037221) 09 May 17, 17:29
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    Ich finde beide Zitate in #131 blöd formuliert. Allerdings habe ich den Verdacht, dass sie mit ironischem Unterton geschrieben wurden.
    #135Author tigger (236106) 09 May 17, 17:33
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    Vor allem in dem zweiten Beispiel kommt "der Deutsche" m.E. nicht besonders gut weg. Das ist auch der Kontext, in dem ich den Ausdruck erwarten würde.
    #136Author JanZ (805098) 09 May 17, 17:36
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    @#93 Was sagt denn Dein Freund zu den Zeitungsbeispielen aus # 50? Allesamt mit Russki undenkbar.

    It would never have occured to me to ask my German friend anything about the term Russki as used in the US, which was the analogy I had drawn for myself back then in an attempt to get a "feel" for the term Ami. Perhaps if I'd spelled Russki with a y in #91, (which I actually did at first but then changed it based on Oxfordonline), the further course of this thread might have been different.
    #137Author patman2 (527865) 09 May 17, 18:37
    Comment
    @tigger bzgl. aussterbender Redensweise, ich dachte auch sie stürbe langsam aus. Bis ich vor ca einem Jahr einen Kommentar im Standard lesen musste, und da war er wieder "der Russe".

    Also, nix da mit über 80. Es kommt alles wieder.

    Wie gesagt, "Russki" ist der eher harmlosere Ausdruck, ja, vielleicht gleichauf mit Ami.
    #138Author Uljae (831733) 09 May 17, 19:48
    Comment
    Ich finde Nationenbezeichnungen nicht so tragisch.

    "Der Russe liebt seinen Lada", so heiß ein kleiner Film vom MDR. http://www.mdr.de/damals/archiv/video121368.html

    Warum soll man da nicht sagen können, der Franzose trinkt gerne Wein, der Araber ist gastfreundlich oder der Ostfriese sagt ständig Moin?
    #139Author Puppengesicht (807439) 09 May 17, 23:08
    Comment
    re #139 : da ist er, der kleine Unterschied ... im Kontext ...das eine eine hübsche Anekdote ... das andere eine generelle Verunglimpfung ... das ist ein ganz dünner Grat ...
    #140Author no me bré (700807) 09 May 17, 23:16
    Comment
    #139 Ich finde Nationenbezeichnungen nicht so tragisch.

    But that's really the crux of the issue here, isn't it? "Der Ami" doesn't come across as a valid Nationenbezeichnung. If #1 had instead been "zumal die meisten US-Amerikaner eine sehr positive Einstellung zu ihrem Militär haben", this thread would have been a whole lot shorter.

    Ami seems to be nothing more than a questionable nickname, problematic in large part because of its similarity in structure to Russki or Ossi -- not exactly terms of endearment.

    And for the record: After I first heard the term Ami eight years ago, I read every single entry in the previous LEO Ami-thread, although it was hard at that time to sort it all out since it was my first encounter with LEO and I didn't have a feel for the different "players". That then led me to seek the opinion of someone I knew and trusted. He can't be the only German who thinks the term is less than positive.


    But back to the original topic: it would be interesting to hear what the OP decide to do with the term "boot camp".
    #141Author patman2 (527865) 10 May 17, 00:55
    Comment
    #138: Wie gesagt, "Russki" ist der eher harmlosere Ausdruck, ja, vielleicht gleichauf mit Ami.

    Du kannst es noch so oft wiederholen, es stimmt einfach nicht. Der Nachweis über die Verwendung von "Russki" in BILD oder anderen Zeitungen steht noch aus. Und diese Zeitungsüberschriften (diesmal nicht aus BILD) wären mit "Russki" ebenfalls undenkbar:

    Welt.de: Gesellschaftsordnung: Wie die Briten und Amis uns Deutsche gern hätten

    Stern.de: We carry Kevan: Drei Amis tragen ihren Freund quer durch Europa

    Spiegel.de: Merkels und Gaucks Ostpolitik: Böser Russe, guter Ami

    FAZ.net: Historisches Treffen: Amis und Sowjets in Hamburg

    Handelsblatt.com: Umfrage: McDonald's schmeckt den Amis nicht

    Kurier.at: Amis, Russen, Araber, Israelis wollen Immobilien in Österreich

    Swiss.ch: Amis flogen im Tarnkappen-Modus an der Russen-Grenze

    NZZ.ch: Kuba: «Hilfe, die Amis kommen!»

    #141: Die Meinung von einem Muttersprachler einzuholen ist eine gute Idee. Aber zu glauben, diese einzige Meinung wäre dann die allein Wahre, ist töricht.
    #142Author Harri Beau (812872) 10 May 17, 09:15
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    @142 Mir scheint, wir reden aneinander vorbei. Der "Russki" wurde ja nicht von mir in die Diskussion eingebracht - die Verwendung ist bei weitem nicht so häufig wie "Ami".
    Es ging um die Frage, ob beide als leicht pejorative Abkürzungen vergleichbar seien und die habe ich bejaht. Daraus kann man nicht folgern, dass sie in der Presse gleich häufig verwendet werden. Aber "wäre" ist "wäre" und es wären solche Schlagzeilen eben sehr wohl mit Russki vorstellbar.

    Das Ganze zeigt aber nur, dass Ami eben kaum mehr als eine ein klein wenig verniedlichende Bezeichnung ist und sogar in seriösen Zeitungen auftaucht.
    #143Author Uljae (831733) 10 May 17, 09:55
    Comment
    Es ging um die Frage, ob beide als leicht pejorative Abkürzungen vergleichbar seien und die habe ich bejaht.

    Ich (und andere) haben das aber deutlich verneint und mit Belegen untermauert.

    und es wären solche Schlagzeilen eben sehr wohl mit Russki vorstellbar.

    Auf keinen Fall. Aus diesem Grunde taucht der Russki in Zeitungsüberschriften nicht auf: Es ist ein abwertender Ausdruck und nicht einfach nur eine saloppe Abkürzung. (Abgesehen von der Seltenheit.)
    #144Author Harri Beau (812872) 10 May 17, 09:58
    Comment
    Ich (und andere) haben das aber deutlich verneint und mit Belegen untermauert.

    Of course, as has been repeatedly stated here, that completely ignores the fact that Germans here have said that it can be used pejoratively, and some of us NES have provided examples where it has been used negatively. "Deutlich" is a bit too strong, wouldn't you say? Why can't it simply be said that it is often used neutrally (or better), but it can have a negative connotation as well?
     
    #145Author hbberlin (420040) 10 May 17, 10:50
    Comment
    Eigentlich wollte ich mich nicht mehr einmischen...

    Of course, as has been repeatedly stated here, that completely ignores the fact that Germans here have said that it can be used pejoratively, and some of us NES have provided examples where it has been used negatively. "Deutlich" is a bit too strong, wouldn't you say? Why can't it simply be said that it is often used neutrally (or better), but it can have a negative connotation as well?

    Genau dasselbe gilt auch für Amerikaner, US-Amerikaner, US-Bürger und Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika.

    Es ist in völlig Ordnung, daß Du persönlich nicht Ami genannt werden möchtest und Deine Gesprächspartner bittest, das nicht zu tun. Wenn die einigermaßen höflich sind, werden sie das dann auch nicht mehr tun.

    #146Author Russisch Brot (340782) 10 May 17, 11:10
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    Uljae, das verstehe ich nicht. Was macht denn "Drei Amis tragen ihren Freund quer durch Europa" (#144) zu einem leicht pejorativen Ausdruck? Das ist doch nur eine Abkürzung, es sind zwei Silben statt fünf oder sogar sieben bei US-Amerikaner.

    Patman, die Endung "i" ist kein Diminutiv und auch nicht automatisch eine Verniedlichung. Ein Engländerlein, oder ein Amerikanerchen, das wäre eine Verniedlichung.
    Bei Namen kommt eine Bildung mit "i" manchmal vor. Die Sportlerin Kati Wilhelm oder auch Uschi Disl wurde mit diesen abgekürzten Namen berühmt. Andere Namensabkürzungen enden auf "a" oder "o".
    #147Author Puppengesicht (807439) 10 May 17, 11:10
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    Die Grenze zwischen salopp und leicht(!) pejorativ ist hier fließend.
    Auch hier kommt es wieder auf den Kontext an.

    Ami ist kein Diminutiv, da stimme ich überein, dennoch hat das Wort einen Hauch von Verniedlichung. Vielleicht ist "verniedlichen" schon zu stark, aber es hat einen Geschmack von Kumpelei.

    Trotzdem ist das Wort so eingebürgert, dass es in den allermeisten Fällen wohl ohne nachzudenken gebraucht, und eher neutral verwendet wird

    #148Author Uljae (831733) 10 May 17, 11:35
    Comment
    Given the length of so many German words that folks use all the time without thinking about it, I have to laugh at those who stress that "Amerikaner" is simply too long. ;-)
    #149Author hbberlin (420040) 10 May 17, 11:44
    Comment
    "Russki" ist keine gute Analogie. "Ösi" schon eher. Das impliziert auch nicht, dass der Sprecher etwas gegen die Töchter und Söhne der Ding, der Donaurepublik hat. (Wobei auch in diesem Fall die Angesprochenen es vielleicht anders sehen.)
    #150AuthorMr Chekov (DE) (522758) 10 May 17, 11:48
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    Ich möchte an dieser Stelle zunächst mein Bedauern darüber ausdrücken, dass ich mich nicht mehr dafür eingesetzt habe, dass sich die Diskussion um das Thema in #0 dreht (@Cuauhtlehuanitzin: ich hoffe, du hast hier trotzdem eine Antwort gefunden, die dich weiterbringt).

    Was das zweite Thema dieses Fadens betrifft: Es gibt – wie auch schon in vergangenen Diskussionen – verschiedene Meinungen zum Thema Ami – pejorativ oder nicht?
    Aufgrund der vorgebrachten Argumente und wie diese ausgetauscht werden, denke ich, dass an der Frage doch etwas dran sein muss (zumal das Thema immer wieder einmal diskutiert wird). Wenn es ‘nur’ eine Abkürzung sein sollte, weshalb kürzen wir dann nicht auch andere Nationalitäten neutral ab (Franzi, Engli, Itali, Brasili)?
    Vorschlag: ich könnte mir vorstellen, dass zusammenfassende Argumente in einem Faden zusammengetragen werden, um in Zukunft auf diesen Faden verlinken zu können, der schnell eine Übersicht über die Thematik liefert und um entsprechende sachliche, wissenschaftliche Referenzen ergänzt werden kann.
    Ich finde tellys Verweis auf Metzlers Lexikon der Sprache (Eintrag "Pejorativ" -i) z. B. durchaus relevant, sowie den Hinweis von Dragon aus einem der anderen Fäden bezüglich der möglichen historischen Wurzeln. Derzeit ist es relativ mühsam, die sachlichen Beiträge gleich zu finden und vielleicht hat ja jemand Lust darauf.
    #151Author Doris (LEO-Team) (33) 10 May 17, 11:51
    Comment
    #145: Würde eine Änderung des Beispiels aus #144 in "Amerikaner, Russen, Araber, Israelis wollen Immobilien in Österreich" irgendetwas besser machen? Wenn "Ami" abwertend ist, warum dann Israeli nicht?

    Für mich ändert sich die Grundaussage gar nicht. Der Satz kling dann nur nüchterner, gehobener.

    Ami wird hier gebraucht, wie es im Duden steht: Amerikaner: Einwohnerbezeichnung zu Amerika; Kurzwort: Ami 

    #152Author Harri Beau (812872) 10 May 17, 11:55
    Comment
    @Chekov: Nein, nein und nein. "Ami" kannst du nicht mit "Ösi" vergleichen.

    Ösis sind eben keine Aussies.
    #153Author Uljae (831733) 10 May 17, 12:06
    Comment
    Warum nicht?
    #154AuthorMr Chekov (DE) (522758) 10 May 17, 12:09
    Comment
    Weil Ösi eindeutig abwertend/pejorativ verstanden wird. Daran ändert auch der Gebracuh in der BILD-Zeitung nichts.

    Das zeigt uns auch schön, dass wir uns nicht auf dieses Machwerk verlassen sollten, wenn es um die Beurteilung solcher Fragen geht.
    #155Author Uljae (831733) 10 May 17, 12:15
    Comment
    Given the length of so many German words that folks use all the time without thinking about it, I have to laugh at those who stress that "Amerikaner" is simply too long. ;-)

    Man kann auch Kugelschreiber sagen, aber die meisten Leute sagen einfach Kuli. Und dabei hat Kugelschreiber weniger Silben als Amerikaner :-)
    #156Author Puppengesicht (807439) 10 May 17, 12:33
    Comment
    Weil Ösi eindeutig abwertend/pejorativ verstanden wird.

    Wirklich? Vielleicht bin ich als Piefke da unsensibel, aber auch der Duden weiß davon nichts.


    Ösi, der
    Wortart: Substantiv, maskulin
    Gebrauch:umgangssprachlich scherzhaft
    (...)
    Bedeutungsübersicht
    Staatsangehöriger, Einwohner Österreichs; Österreicher

    (Plus ein entsprechender Eintrag für "Ösi, die".)
    #157AuthorMr Chekov (DE) (522758) 10 May 17, 12:38
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    Naja... was lehrt uns das?

    Die Reaktion auf Ösi kann bei Österreichern natürlich auch ganz unterschiedlich ausfallen, überwiegend wird man das Wort aber nicht gerade mögen und als abwertend empfinden.
    Dass es manche scherzhaft auf sich selbst beziehen erfordert halt entsprechenden Humor. Siehe dazu auch, was hbberlin in #55 geschrieben hat.
    #158Author Uljae (831733) 10 May 17, 12:43
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    Es gibt Quellen, laut deren Aussage sich das Wort ‘Kuli’ aufgrund des von Rotring erfundenen Tintenkulis etabliert hat und also nicht unbedingt aufgrund der Abkürzungsmöglichkeit des Wortes Kugelschreiber.
    Ich glaube, wir sind gut beraten, wenn wir eine Ebene tiefer gehen und die Frage stellen, weshalb es überhaupt notwendig erachtet wird, das Wort Amerikaner abzukürzen (keine andere mir bekannte Nationalität wird abgekürzt und es schwingt nicht etwas dabei mit, egal, wieviele Silben das Wort haben mag).

    #159Author Doris (LEO-Team) (33) 10 May 17, 12:45
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    Ja es ist halt nicht mit Silbenlängen und Abkürzungen zu erklären.

    Die Australier nennen sich selbst gerne Aussies
    Die Österreicher dagegen wollen nicht als Ösi bezeichnet werden
    Und die Amerikaner ... tja.
    #160Author Uljae (831733) 10 May 17, 12:49
    Comment
    die Frage stellen, weshalb es überhaupt notwendig erachtet wird, das Wort Amerikaner abzukürzen

    Weil Menschen sich gern salopp ausdrücken oder zumindest ein Register zur Verfügung haben, das dies erlaubt. Alles zu seiner Zeit. Auch der Tagesschausprecher spricht im Biergarten nicht von "Bundeskanzlerin Angela Merkel"; er sagt: "Die Merkel hat ganz schön was am Hals, und wenn jetzt noch die Amis aus der NATO..."
    #161AuthorMr Chekov (DE) (522758) 10 May 17, 12:49
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    Ich wiederhole: keine andere mir bekannte Nationalität wird abgekürzt und es schwingt nicht etwas dabei mit, egal, wieviele Silben das Wort haben mag.

    Im Übrigen sieht das Variantenwörterbuch des Deutschen den Begriff Ösi etwas differenzierter als der Duden:
    Ösi D der; (scherzh., oft abwertend) [...] in A bekannt, aber als Eigenbezeichnung abgelehnt. Vgl. Ossi, Wessi.
    #162Author Doris (LEO-Team) (33) 10 May 17, 12:53
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    Zumindest scheint es mir so, als sei der Ruhri stolz darauf, einer zu sein.
    #163Author Harri Beau (812872) 10 May 17, 12:57
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    Dieser Wessi hat auch nichts dagegen, so genannt zu werden.
    #164AuthorMr Chekov (DE) (522758) 10 May 17, 13:00
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    Keine andere Nation wird abgekürzt, was ist das denn für eine Begründung? Keine andere Nation wird wie ein Obst genannt so wie die Kiwis :-) 

    Den Tintenkuli von Rotring kenne ich gar nicht und sage nicht deswegen Kuli, sondern weil es einfacher und schneller auszusprechen ist. Es wäre einmal interessant, wann das Wort Ami zuerst auftauchte und in welchem Zusammenhang.
    #165Author Puppengesicht (807439) 10 May 17, 13:07
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    OT: Übrigens waren in meiner Kindheit die Ossis Ostfriesen und der Gegenstand dämlicher Witze.
    #166AuthorMr Chekov (DE) (522758) 10 May 17, 13:12
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    #165 "Keine andere Nation wird wie ein Obst genannt so wie die Kiwis :-) "

    ... nur, dass hier mit Kiwi nicht die Frucht gemeint ist, sondern der flugunfähige Vogel gleichen Namens. https://de.wikipedia.org/wiki/Kiwis

    Kein Obst, aber Gemüse: Was ist mit "Krauts"?

    #167Author Serendipity_4 (677936) 10 May 17, 13:13
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    Ich möchte anregen, darüber nachzudenken, wieso Amerikaner zu Ami wird, jedoch andere Nationalitäten nicht nach dem gleichen Schema abgekürzt werden, ohne dass etwas dabei mitschwingt (vgl. Ösi). Ich frage mich also eher, warum man nicht auch Neuseeli sagt, wenn es ums Abkürzen/Verkürzen gehen sollte. Dass es Spitz-/Spottnamen für andere Nationalitäten gibt, die nicht vom Ländernamen abgeleitet werden, ist ein anderes Thema (Kiwi leitet sich meinem Kenntnisstand nach übrigens nicht von dem Obst ab sondern von dem Vogel Kiwi).

    Edit: ich möchte meine Beiträge als Anregung zum Nachdenken über den Gebrauch eines Wortes verstanden wissen und einladen, Fragestellungen auch einmal aus einer anderen/neuen Perspektive zu betrachten. Ich schreibe niemandem vor, was er/sie sagen soll und ob er/sie beleidigt sein soll.
    #168Author Doris (LEO-Team) (33) 10 May 17, 13:14
    Comment
    Beinahesynchronpunkt :-)

    (Dipi ist übrigens ausdrücklich nicht pejorativ) ;-))
    #169Author Serendipity_4 (677936) 10 May 17, 13:22
    Comment
    Re: Wessi
    Since they come from a position of power, that's not surprising. However, if they were to hear how I've heard folks from the East use the term, I doubt that those from West would be so thrilled about it. (And I've heard "Ossi" used disparagingly often enough to know that that also isn't just a neutral term.) I'm very careful in how I use both "Ossi" and "Wessi." I've heard both used negatively too many times to begin to think that they are simply "neutral" terms or abbreviations.

    Funny, though, how folks here can easily agree that "Ösi" isn't terribly neutral. After all, it's simply almost the exact form of abbreviation as used to form "Ami," right? ;-)

    Regarding the comparison that has been made with "Israeli" (used in both English and German) -- that's a horse of a different color. First, it contains the complete word "Israel" and simply adds a suffix. While "-i" may have a variety of uses in German, it's not common to throw it onto the end of a word in English (apart from some other national designations such as "Pakistani". "Israeli" is simply the full and complete established word for someone from Israel or is an adjective describing a relationship to Israeli ("the Israeli economy"). Perhaps it's not by chance that M-W lists its first occurrence in 1948. (Duden online doesn't provide such information). The Online Etymology Dictionary describes its origin this way: "citizen of the state of Israel," 1948, from Israel + Hebrew national designation suffix -i. Also used in English as the adjective (1948). It distinguishes the citizens of the modern state from the ancient people who had been known in English since 14c. as Israelites"
    #170Author hbberlin (420040) 10 May 17, 13:27
    Comment
    Personally I think that arguing from a point of view of morphology isn't likely to produce anything worthwhile. Arguably, "Ami" follows a fairly similar structure as "Paki", and I think there'd be few people here who'd call the latter anything other than disparaging at best. I'd consider the two words very different in terms of connotations and usage, but be that as it may, word formation itself doesn't illuminate the matter at all IMO.
    #171Author Thirith (1037221) 10 May 17, 13:45
    Comment
    1. Der Begriff Ösi ist relativ neu; ich weiß nicht, woher er kommt. Er ist nach meinem Verständnis zunächst einmal scherzhaft, gerade das Scherzhafte kann auch implizieren, daß man die Österreicher und ihr Land nicht wirklich ernst zu nehmen bereit ist; von daher kann Ösi durchaus auch herablassend bis abwertend sein. Wohlgemerkt: kann, muß nicht. Hier ein positives Beispiel.


    2. Gibt es eigentlch auch die Ansicht / Erfahrung, daß Aussie pejorativ sein kann?

    3. Für Neuseeländer gibt es (meine ich) keine Abkürzung, weil man so selten von ihnen spricht ...

    @ Doris: Wenn die von Dir angeführten Wörterbuchbelege (# 151, # 162) gelten sollen, warum läßt Du dann den Duden nicht gelten (# 41)?
    #172Author mbshu (874725) 10 May 17, 13:47
    Comment
    @mbshu:
    1. genau dieser Frage möchte ich auf den Grund gehen: wie kommt es zu Abkürzungen mit -i (vgl. #78)?
    2. Aussie ist eine Verkürzung, die ursprünglich aus dem Englischen kommt, wenn ich richtig informiert bin-
    3. Wo sage ich, dass ich den Duden nicht gelten lasse? Mein Zitat aus dem VWBD war ergänzend zu verstehen.

    Ich glaube, es ist mir noch nicht gelungen, das, was ich sagen will, verständlich genug zu sagen.

    #173Author Doris (LEO-Team) (33) 10 May 17, 13:55
    Comment
    Komplett andere Baustelle: Israeli (Übernahme aus dem Hebräischen, wo das Wort imho nach einer üblichen Adjektivbildung, die für fast alle Länder gilt, gebildet wird: Zarfati, Sfaradi, Germani, Angli, Russi usw.)

    Analogien zu Ami wären imho auch eher: Ossi, Ösi, Wessi, Pali (alles Abkürzungen von längeren Ländernamen, evt. salopp weil abkürzend). Amerikaner: 5 Silben. Die Frage ist: Wieso werden Jamaikaner und Bolivianer nicht abgekürzt, oder anders: wären Jamaikaner und Bolivianer öfter erwähnt, würden Sie abgekürzt werden?
    #174Author las. (377311) 10 May 17, 13:57
    Comment
    @hhberlin. Bezüglich Israeli, volle Übereinstimmung, das ist in der Tat eine andere Sache (horse of different colour).

    Bzgl. Ösi/Ami ... das ist schwierig, weil Ösi eben innerhalb einer gemeinsamen Sprache benutzt wird, während Ami nur auf Deutsch, nicht auf Englisch, existiert. Ansonsten ist die Wortbildung schon analog, vielleicht auch die Intention im Gebrauch.
    Allerdings, wie in #172 ausgeführt, ist der deutsche Blick auf Österreich fast immer herbalassend, der auf die USA nicht immer und war zeitweilig auch ganz das Gegenteil. Daher wohl die Ambivalenz.

    Und jetzt wissen wir immer noch nicht, wann "Ami" das erste mal belegt ist oder woher das Wort kommt.
    ...

    #174 "wären Jamaikaner und Bolivianer öfter erwähnt" - Ja, wahrscheinlich schon.
    #175Author Uljae (831733) 10 May 17, 13:59
    Comment
    Allerdings, wie in #172 ausgeführt, ist der deutsche Blick auf Österreich fast immer herablassend ...

    Moment, das steht aber nicht in #172 (und stimmt m.E. auch nicht). Um mbshu zu zitieren:

    1. Der Begriff Ösi ist relativ neu; ich weiß nicht, woher er kommt. Er ist nach meinem Verständnis zunächst einmal scherzhaft, gerade das Scherzhafte kann auch implizieren, daß man die Österreicher und ihr Land nicht wirklich ernst zu nehmen bereit ist; von daher kann Ösi durchaus auch herablassend bis abwertend sein. Wohlgemerkt: kann, muß nicht. Hier ein positives Beispiel ...
    #176AuthorMr Chekov (DE) (522758) 10 May 17, 14:03
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    #174: Jamaicans are disparagingly referred to as "Jammis" in English by some people with African origins. It is not meant neutrally and comes from a place of perceived superiority.
    #177Author Pipper (917363) 10 May 17, 14:06
    Comment
    #170: Mir ging es ums Prinzip, nicht um das "i" bei Israeli. Woher das stammt, ist mir klar.
    Also:

    #145: Würde eine Änderung des Beispiels aus #144 in "Amerikaner, Russen, Araber, Israelis wollen Immobilien in Österreich" irgendetwas besser machen? Wenn "Ami" abwertend ist, warum dann Araber oder Russen nicht?

    Für mich ändert sich die Grundaussage gar nicht. Der Satz kling dann nur nüchterner, gehobener.
    #178Author Harri Beau (812872) 10 May 17, 14:09
    Comment
    @177 Aber nicht auf Deutsch.
    @ 1731) Vermutung: Vielleicht wg. Diminutiv auf i? Omi, Hansi, Siggi, auch Nachnahmen: Poldi, Schweini (beides wohl zu lang). Pejorativ durch Verniedlichung? Abstand wird nicht gewahrt -- zu wenig Respekt.
    #179Author las. (377311) 10 May 17, 14:41
    Comment
    Ich finde die Bezeichnung "Alki" für Alkoholiker eher verharmlosend statt herabwürdigend. Und bei Namen wie Siggi ist es eine familiäre Abkürzung, oder im Freundeskreis. Wenn man später damit berühmt wird wie Steffi Graf oder Kati Wilhelm, dann steht es auch so in der Zeitung.
    #180Author Puppengesicht (807439) 10 May 17, 14:57
    Comment
    Oder eine Zeitung kreiert Namen wie Poldi, Schweini und Ratzi, um ein Gefühl der Vertrautheit mit den Berühmtheiten / Idolen herzustellen.

    Verniedlichung hat vielerlei Motive, und Diminutive sollten nicht unter Generalverdacht stehen.
    #181Author mbshu (874725) 10 May 17, 15:13
    Comment
    Soweit ich das noch weiß, sind Diminutive im Deutschen grundsätzlich sächlich. Der "Poldi" ist daher kein Diminutiv wie es "das Poldilein" wäre, sondern eine Art Kosename.
    #182Author Harri Beau (812872) 10 May 17, 15:22
    Comment
    Also not pejorative in the least (or diminutive): der Profi.
    #183AuthorKai (236222) 10 May 17, 15:27
    Comment
    Auch der Harri nicht ...
    #184Author mbshu (874725) 10 May 17, 15:28
    Comment
    Oder der Kai. ;-)
    #185AuthorKai (236222) 10 May 17, 15:29
    Comment
    Hatten wir schon den Zivi? Den gibt es zwar nicht mehr, aber zu meiner Zeit war das kein Schimpfwort. War dagegen plötzlich von "Zivildienstleistenden" die Rede, konnte man sicher sein, dass es offiziell und unangenehm wurde.
    #186AuthorMr Chekov (DE) (522758) 10 May 17, 15:47
    Comment
    Ich habe mal ganz kurz bei Google Books eine kleine Suche veranstaltet.

    Vor 1945 gibt es den "Ami" als Bezeichnung für Amerikaner nicht. Er scheint erst nach Ende des 2. Weltkriegs aufgekommen sein. Dort dann von Anfang an ambivalent, wie man (je nach Alter) aus dem Geschichtsunterricht, von Eltern/Großeltern oder aus eigener Erfahrung weiß. Stichwort "Ami go home".

    Ich *vermute*, dass für Deutschsprachige, die mit dem "Ami" noch in diesem Kontext aufgewachsen sind, der Begriff abwertender ist als für jüngere Deutsche, die darin einfach nur eine Abkürzung sehen. Ohne den LEO-Faden damals (wann war das, vor 10 Jahren?) würde ich selbst "Ami" auch heute noch verwenden und völlig neutral meinen. Seit dem Faden damals weiß ich, dass der Begriff - mag ich ihn persönlich auch noch so neutral meinen - nicht immer neutral ist.

    Hochinteressant scheint mir ein Auszug aus einem Buch von 1951 zu sein, "Hinter den Kulissen unserer Sprache" von Hans Reimann.

    In den kurzen Auszügen, die bei Google Books verfügbar sind, findet man das hier:


    Beachten oder beobachten Sie mal den Werdegang eines Wortes von heute! Irgendwer (kein Gelehrter, sondern ein primitiver Mensch; nur schlichte Gemüter sind dessen fähig) ... irgendwer hat "Ami" gesagt statt: [...]

    Sie (der Sie diese Zeilen lesen) haben gelächelt, als Sie den "Ami" zum ersten Mal hörten. Wenn nicht, so haben Sie's mindestens als komisch zur Kenntnis genommen. Denken Sie scharf nach! Ja? Natürlich war es komisch für Sie. Weil neu. Heute steht das Wort sachlich und offiziell in der Zeitung. Gestern noch in Gänsefüß- [...] Heute schon ohne. Und morgen ist der Amerikaner schlechthin und in allen Kreisen: Der Ami.

    Der Amerikaner heißt nach Amerika. Amerika nach Amerigo Vespucci, einem italienischen Zeitgenossen [...]


    #187Author Jalapeño (236154) 10 May 17, 15:47
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    Und ein deutscher Kartograph hat aus dem Vornamen Amerigo den Namen des Erdteils kreiert.
    #188Author mbshu (874725) 10 May 17, 15:53
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    nach Amerigo Vespucci... hätten freilich einzig die Sachsen die richtige Aussprache, en Amerigganer.
    #189Author Uljae (831733) 10 May 17, 15:55
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    Uljae, und die Franggen!
    #190Author Serendipity_4 (677936) 10 May 17, 15:56
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    Das Wort "Ami" begegnete mir zum ersten Mal etwa im Jahr 1954, als wir (meine Eltern, Geschwister und ich) aus einem kleinen oberbayerischen Dorf in eine mittelfränkische Großstadt übersiedelt waren. Nicht weit entfernt von unserem Haus gab es mehrere große Kasernen der amerikanischen Armee, das waren die Ami-Kasernen. Nahe daran hatte man eine Wohnsiedlung speziell für die Angehörigen der amerikanischen Soldaten errichtet, die Ami-Siedlung, auch "Little America" genannt. Dort gab es eine Ami-Schule (High School), ein Ami-Kino, einen Ami-Laden (PX), einen Ami-Offzierklub u. dergl. mehr.
    Gegenüber der Kasernen reihten sich die Ami-Kneipen und Ami-Bars, in denen sich amerikanische Soldaten und auch deutsche Bevölkerung trafen. Wer gute Beziehungen zu den Amis hatte, rauchte Ami-Zigaretten, bekam Schallplatten mit Ami-Musik (Rock'n Roll) oder fuhr sogar in einem Ami-Schlitten (Straßenkreuzer) herum. Deutsche Hausfrauen trafen sich mit Ami-Frauen im Deutsch-Amerikanischen Frauenklub; deutsche Ministranten machten mit den "Altar boys" der Ami-Kirche Ausflüge.

    Ich könnte diese Schilderung noch länger fortsetzen. Das Wesentliche daran ist, dass in all diesen Bezügen das Wort "Ami" nie abschätzig oder pejorativ verwendet wurde. Es war einfach eine freundliche Abkürzung der längeren Bezeichnung "Amerikaner". Als Student war ich mit einigen amerikanischen Soldaten (und ihren Familien) befreundet; meine Mutter nannte sie "deine Ami-Freunde" - auch das war nicht abschätzig gemeint. In meinem Umfeld bzw. in meiner Stadt klang in dem Wort "Ami" und seinem Gebrauch so etwas wie Vertrautheit und freundliches Miteinander an.

    Als in der Nach-Wende-Ära die Kasernen aufgelöst wurden, verschwand die Ami-Subkultur. Die Kasernen wurden zu Wohnhäusern umgebaut, dort wie in die Wohnsiedlungen zogen deutsche und ausländische Mitbürger ein. Die Amis verließen die Stadt; viele haben es bedauert, dass einige bunte Facetten aus unserem Alltagsleben verschwunden sind.

    Quintessenz: Da das Zusammenleben von Deutschen und Amerikanern in unserer Stadt von gutem Einvernehmen geprägt war, hatte das Wort "Ami" nur positive Konnotationen.
    #191Author MiMo (236780) 10 May 17, 15:56
    Comment
    Für mich ist Ami nur ein Akü, die, wenn überhaupt, eher positiv zu werten ist. Abkürzungen findet man doch vor allem für Freunde und auch die häufige Verwendung in Zeitungen deutet auf eine neutrale bis positive Konnotation hin. Schimpfwörter würden so nicht gebraucht werden. In Zeiten, in denen Amerika in Deutschland eher unbeliebt ist (zu Zeiten von Reagan, jetzt Trump), wird wahrscheinlich öfter ein negativer Touch dabei sein, aber der wäre bei dem langen Wort Amerikaner dann genauso vorhanden.
    #192AuthorColorada (428933) 10 May 17, 16:49
    Comment
    Also not pejorative in the least (or diminutive): der Profi.

    Auch der Harri nicht ...

    Oder der Kai. ;-)

    "Janni" lasse ich mich aber nicht gerne nennen, zum Glück kommt auch kaum jemand auf die Idee.
    #193Author JanZ (805098) 10 May 17, 16:50
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    Ich möchte ausdrücklich nicht Menschen mit Tieren vergleichen, sondern ein Beispiel geben, dass das -i als Affix durchaus positiv konnotiert sein kann: Unter (deutschen) Islandpferdfreunden ist die Bezeichnung "Isis" absolut gängig.
    #194Author kikært (236250) 10 May 17, 16:59
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    # 193: Nenn' Jan ja nie Janni ...
    #195Author mbshu (874725) 10 May 17, 16:59
    Comment
    Ich wiederhole: keine andere mir bekannte Nationalität wird abgekürzt und es schwingt nicht etwas dabei mit, egal, wieviele Silben das Wort haben mag, meinte Doris. Und ich denke mir: Sagst du auch brav Bosnaherzegowiner statt Bosnier? Und was schwingt beim Letzteren mit?

    Zu deiner Frage nach dem -i könnte man freilich erwägen, in welchem linguistischen Verwandtschaftsverhältnis der Ami zum Nazi, zum Sozi, zum Kommi(e) und zum Fundi stehen mag. Und was ist mit dem Abi, das den Weg zur Uni ebnet?

    Aber zu #151: Ich möchte an dieser Stelle zunächst mein Bedauern darüber ausdrücken, dass ich mich nicht mehr dafür eingesetzt habe, dass sich die Diskussion um das Thema in #0 dreht (@Cuauhtlehuanitzin: ich hoffe, du hast hier trotzdem eine Antwort gefunden, die dich weiterbringt).

    Danke für die Aufmerksamkeit. Doch, es hat sich herauskristallisiert, dass die negative Konnotation mit schwerer Misshandlung eher im deutschen als im amerikanischen Sprachraum vorliegt, wozu die Schullektüre des Mr. Rhue sicherlich heftig beiträgt.
    #196Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 10 May 17, 17:14
    Comment
    "Ami go home" ließ sich viel leichter skandieren als "A-meri-kan-er, macht euch vom Ack-er"
    An der Bedeutung ändert sich nichts.

    Zu seligen Zeiten spielte man noch Fußball gegen die Jugos. Das war nicht abwertend gemeint, denn dann hätten andere Gegner Käsköppe und Spaghettifresser geheißen. Es war einfach nur Radioreporterjargon.
    #197Author Harri Beau (812872) 10 May 17, 17:15
    Comment
    Und wenn einer gegen die Jugos gepfiffen hat, dann war das der Schiri ...
    #198Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 10 May 17, 17:20
    Comment
    Allerdings merkwüdig, dass wir nie gegen die Japsen Fußball spielten. Denn da ist es wieder eindeutig abwertend.

    Schon irgendwie alles sehr merkwürdig.
    #199Author Uljae (831733) 10 May 17, 17:22
    Comment
    In der Zeit des Bürgerkriegs in Ex-Jugoslawien, während der viele Flüchtlinge aus den Gebieten in die Schweiz kamen, bekam "Jugo" hier sehr schnell einen negativen Beigeschmack. Zumindest in der Schweiz würde ich es höchst selten als etwas anderes als abschätzig verstehen - vor allem, weil es immer noch als Verallgemeinerung verwendet wird, à la "Bosnier, Serben, Kroaten, was soll das, das sind doch alles Jugos."
    #200Author Thirith (1037221) 10 May 17, 17:23
    Comment
    #200: In angrenzenden Ländern ist der "Jugo" aber durchaus noch in Gebrauch. Eignet sich als Sammelbegriff einfach besser als "Westbalkanesen".

    #199: Dagegen sind die Argentinier manchem Fußballfan durchaus als Argis bekannt.
    #201Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 10 May 17, 17:26
    Comment
    Allerdings merkwüdig, dass wir nie gegen die Japsen Fußball spielten.

    Das hatte auch andere Gründe....

    Aber es stimmt, das hätte in den 70er und 80er Jahren kein Radioreporter gesagt.
    #202Author Harri Beau (812872) 10 May 17, 17:27
    Comment
    #201
    Das Wort ist auch hier noch im Gebrauch, was aber nichts damit zu tun hat, ob es abschätzig ist oder nicht. Und es als 'besseren Sammelbegriff' zu bezeichnen, obwohl das Land Jugoslawien doch schon eine Weile nicht mehr existiert, hat für mich zumindest dann einen recht arroganten Beigeschmack, wenn es von Nicht-Ex-Jugoslawen verwendet wird.
    #203Author Thirith (1037221) 10 May 17, 17:30
    Comment
    Es sind Ex-Jugoslawen, von denen ich es zumeist höre. Im Übrigen bedeutet "Jug" ja ganz einfach "Süden", und es wird im Norden Ex-Jugoslawiens so zwanglos gebraucht, wie unsereiner "Südeuropäer" sagt (wenn es abfällig werden soll, dann machen die einen "Jugowitsch" daraus.)

    #204Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 10 May 17, 17:35
    Comment
    Ich finde dieses Geplänkel über Spitznamen auf -i und Kurzbezeichnungen für Volksgruppen ja ganz nett, aber wohin soll das eigentlich führen? Es kann doch nur eine Aneinanderreihung von Einzelfällen werden, die man untereinander nicht vergleichen kann. Und ich gestehe, dass ich auch manchmal "Jugoslawe" (aber nur in der Langform) und sogar "Holländer" sage.
    #205Author JanZ (805098) 10 May 17, 17:52
    Comment
    Übrigens sind mir zumindest in Österreich auch schon die Rosis begegnet: die Roma und Sinti.
    #206Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 10 May 17, 17:57
    Comment
    I give up. WTF.
    So many NGSs here can't even admit that "Ami" can have a negative connotation just because "they" don't see it that way, even if NESs, NGSs, and others have confirmed that it's used, at times, negatively. <</div>
    One of the (arguably few) international stereotypes about NGSs is that they can compartmentalize.
    The various posts here that reflect "I only mean "Ami" neutrally or positively, so it must mean that in every instance" show that this is a myth.
    Examples of other words ending in -I in German are meaningless. The issue is the use of "Ami."
    GTH (since abbreviations seem to be so beloved by NGSs here, and it seems that they're supposed to be taken as neutral or positive.) Am I frustrated by stubborn, insensitive posts here? Yes. May I'll start all sentences about German speakers with "Gers" -- see how you folks like that.


    #207Author hbberlin (420040) 10 May 17, 18:51
    Comment
    Hbberlin, könntest du vielleicht akzeptieren, wenn man sagt, das Wort "Ami" ist ambivalent?
    Es kann negativ und nicht negativ gemeint sein; es kommt auf den Zusammenhang an. Und selbstverständlich hast du das Recht, es weiterhin abzulehnen.

    Aber am Rande würde ich noch gerne darauf hinweisen, dass es das Schicksal der jeweils dominierenden Macht einer Zeit oder einer Region ist, von den Konkurrenten sowohl bewundert als auch abgelehnt zu werden und die Bürger diese dominierenden Macht daher meist etwas mehr abschätzige Bezeichnungen erdulden müssen als z.B. die oben erwähnten Jamaikaner oder Bolivianer.

    Das ging den Römern sicher so, den Schweden im 30jährigen Krieg, den Franzosen, als Napoleon Europa beherrscht hat und heute eben den Amerikanern und den Russen (das jetzt alles aus europäischer Sicht gesehen, natürlich).
    Ist halt menschlich, nehme ich an. Aber natürlich nicht nett und nicht akzeptabel.


    #208Author Qual der Wal (877524) 10 May 17, 19:49
    Comment
    One of the (arguably few) international stereotypes about NGSs is that they can compartmentalize. QED oder was? Autsch.

    May I'll start all sentences about German speakers with "Gers" -- see how you folks like that. Mach doch. Oder meinst du das etwa abwertend? (Der Hörgeräteakustiker meiner Eltern heißt Geers. Und GERS steht für "Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen".)

    #209Author Raudona (255425) 10 May 17, 19:56
    Comment
    Das Schlimme, fürchte ich, ist, dass wir am Ende dieser Diskussion kein bisschen weiter sind.
    Weder wissen wir, wann das Wort "Ami" zum ersten Mal aufgekommen ist, noch in welchem Zusammenhang oder was die ursprüngliche Bedeutung war.

    Dazu kommen natürlich "Ami go home" und die Politik, sowie die allgemeine Stereotypisierungsproblematik.

    Ich kann schon sehen, wie das Wort allen PX und Ami-Schlitten zum Trotz, auch einen abschätzigen Unterton transportieren konnte, auch wenn wir DMS das heute gar nicht mehr so merken.

    Wir können uns aber darauf einigen, Ami nicht mehr zu verwenden, wenn unsere Gesprächspartner das Wort als abfällig empfinden.
    #210Author Uljae (831733) 10 May 17, 20:42
    Comment
    As to the original question, I would say that #1 is the answer. Curiously, "boot camp" is used only in the Marine Corps and the Navy, whereas "basic" (short for "basic training") is used in the Army and the Air Force. "Boot camp" is universally understood in the US, though (and more evocative than "basic" would ever be).

    As to the other subject, well... to mix metaphors, I wouldn't beat that dead horse with a ten-foot pole.
    #211Author Solitudinarian (236315) 10 May 17, 21:06
    Comment
    @hbberlin: no disrespect, but you are one American who takes issue with "Ami." I have never had this problem, nor do I know anyone who might have taken this word as an insult or considered it even close to derogatory. But just out of curiosity: how would you feel about being called a Yankee or a Yank? Would that also go against your grain?
    #212AuthorKai (236222) 10 May 17, 21:22
    Comment
    Zu #191 (Nachtrag)

    Wenn man über Amerikaner abschätzig sprach, nannte man sie "Zupfer".
    #213Author MiMo (236780) 11 May 17, 00:58
    Comment
    And, Kai, you are one American who doesn't "take issue" with Ami. What does any of that prove? I'll add myself to the list of individuals who take exception. When I first heard the term, it was being used repeatedly by a German who had nothing good to say about Amis. I wanted to keep an open mind and so read all the entries in the LEO thread where (not unlike this one) it boiled down to: Die einen sagen so, die anderen sagen so. (Und wenn du ganz sicher gehen möchtest, verwende die Konstruktion lieber nicht. *) I used my friend as a tie-breaker. Clearly he thought that in his circle of family, friends, and colleagues Ami had a negative connotation. Maybe they are all wrong. Who knows?


    It would be helpful to have an answer to the question Doris raised in #159:

    Ich glaube, wir sind gut beraten, wenn wir eine Ebene tiefer gehen und die Frage stellen, weshalb es überhaupt notwendig erachtet wird, das Wort Amerikaner abzukürzen (keine andere mir bekannte Nationalität wird abgekürzt und es schwingt nicht etwas dabei mit, egal, wieviele Silben das Wort haben mag).


    Did the term first come into use after WWII, or was it around before then? I looked through old articles from the online archive of the print editions of Spiegel but its first issue was in 1947. There were indeed neutral references in those early years: Ami-Socken, Ami-Zigaretten, for example. One article, however, pointed to a rather negative use and, more interestingly, set Ami as a counterpart to Iwan:

    Der Spiegel 04.05.1950 (under Zusatz)

    Zur nächtlicherweise auf Straßen und Häuserfronten gepinselten KP-Aufforderung "Ami, go home" meinte [Bremens Senator] Wolters, die Maler hätten vergessen, den Zusatz beizufügen: "Iwan, komm her".



    * thanks to Jesse_Pinkman for the phrase (from a different thread, though)
    #214Author patman2 (527865) 11 May 17, 01:08
    Comment
    Die Frage, weshalb es überhaupt notwendig erachtet wird, das Wort Amerikaner abzukürzen, ist doch ganz einfach zu beantworten: In der amerikanischen Besatzungszone hatten die Leute relativ viel mit den Amerikanern zu tun und kürzten das Wort zu praktischerem Gebrauch einfach ab (von 5 auf 2 Silben). Das hatte nichts mit Sympathie oder Antipathie zu tun.

    Mein Vater kam als Wehrmachtssanitäter zu Kriegsende noch für ein paar Tage in amerikanische Gefangenschaft; er wurde dort gut behandelt und kam mit einem positiven Eindruck von den "Amis" nach Hause. In den meisten Gegenden waren die amerikanischen Soldaten als Befreier vom Nationalsozialismus begrüßt worden; bei Kindern und Jugendlichen machten sie sich auch durch Geschenke von Schokolade, Kaugummi etc. beliebt. Jahrelang bekamen wir Care-Pakete aus Amerika mit begehrten Lebensmitteln. Es gab bei der normalen Bevölkerung (den Nicht-Nazis) keine Animositäten gegen die Amerikaner.

    Ich sehe keinen Grund, weshalb das Wort "Ami" von vornherein und eo ipso pejorativ (gewesen) sein sollte. Natürlich benutzten auch antiamerikanisch eingestellte Leute das Wort als Abkürzung, aber da war deren Einstellung abschätzig, nicht das Wort an sich. (Jede Nationalbezeichnung kann abschätzig gebraucht werden: "Der Franzose säuft viel Wein." - "Der Italiener schnackselt gern." - Man muss nur alte Geschichtsbücher lesen, um zu erfahren, wie abschätzig nach dem 30-jährigen Krieg in Deutschland das Wort "Schwede" gebraucht wurde. Und das Wort "Preuße" ("Saupreiß!") hat in Bayern auch eine eigene Geschichte.)

    Wenn man Amerikaner abschätzig bezeichnen wollte, dann nannte man sie "Zupfer". Diese Bezeichnung ist angeblich dadurch entstanden, dass amerikanisches Soldaten mangels Deutschkenntnissen in den Tanzlokalen deutsche Mädchen, mit denen sie tanzen wollten, an der Bluse zupften, anstatt sie mit Worten aufzufordern.


    #215Author MiMo (236780) 11 May 17, 07:02
    Comment
    Ami (Amerikaner), wie auch Profi (statt Beruffsfußballer, Sachverständiger, Experte), Schiri (Schiedsrichter) wird verwendet, weil die andere Alternative zu lang ist (in der gesprochenen Sprache oder in Zusammensetzungen). In Europa sind nur Montenegriner und Herzogowiner 5 Silbig, und die werden auch nicht zu oft erwähnt (sonst würden sie zu Montis oder Herzis vielleicht). Die Abkürzung auf "i" schmeckt für mich immer nach Nähe, im Falle von Ami oder auch Profi oder Schiri nach Kumpelei, "patting on the back", in einem sachlichen Kontext (Vertrag), wird das Wort Profi nicht so stehen, auf einer Visitenkarte auch nicht. Es ist kein Pejorativ an sich, aber die Schattierung ist anders. Fühlt man bei Ami die nicht gewährte Distanz, daher die Ablehnung? Auch Ösi, Ossi? (Präsi, Assi und Zivi auch?). Asi und Junkie, Alki sind gegenüber von Asozialer, Drogensüchtiger und Alkoholiker auch weniger distanziert (wobei hier schon die vollständigen Wörter negative Konnotationen haben). Bei Omi ist das der ursprünglich gewünschter Effekt.

    #216Author las. (377311) 11 May 17, 08:03
    Comment
    Re: #215
    Perhaps I'm missing something in my morning pre-coffee fog, but, contrary to the opening, I don't see any explanation as to why the abbreviation is necessary in the first place.
    I did notice something, though. It doesn't seem common or necessary for people to shorten other five-syllable words such as "Italiener" or "Nordkoreaner."
    #217Author hbberlin (420040) 11 May 17, 08:08
    Comment
    Manche Deutsche kürzen alles nach der ersten Silbe auf -i ab: Fürsti (für FFB), Kindi (für Kindergarten), Abi (Abitur), Ersti (Erstsemester) - und Vornamen sowieso: Michi (m/w), Sandi, Andi (m/w), Werni, Berni, Simmi, Gerri, Chrissi (m/w), Rudi, was mir unschön im Ohr knirscht - glücklich, wer Alexander/dra oder Markus heißt, die doch meist mit Alex oder gar nicht abgekürzt werden, oder in Dialektgebieten wohnt, wo zumindest Männernamen zu Michl, Anderl, Simmerl, Nazl, Rudl oder Wiggerl/Lucke verwandelt werden (Frauennamen leider auch mit -i: Franzi, Anni, Mar(e)i).

    Nachtrag:
    Das war als Reaktion bzw. Erweiterung zu #216 geschrieben. Die #217 hatte ich noch nciht gelesen.
    #218Author Selima (107) 11 May 17, 08:16
    Comment
    #187 and #214 give some insight into *when* the term seems to have evolved - after WWII, when the Americans were simply an extremely visible presence in everyday German life.

    As to the *why* of it ... *back then*, the term "Ami" was "necessary" simply as an abbreviation, because people used it so often and people are inherently lazy. hbberlin likes to use NGE instead of "native German speakers". Same principle. There's no widely used abbreviation for "Nordkoreaner" simply because North-Koreans play absolutely no role whatsoever in everday German life ... and never have.

    #219Author Jalapeño (236154) 11 May 17, 08:31
    Comment
    RE #219.
    So, what about "Italiener"?
    #220Author hbberlin (420040) 11 May 17, 08:34
    Comment
    Schon, aber für die Tatsache, daß wir für Italiener* keine neutrale Abkürzung (Itis wie chronische Entzündung?) haben, ist das keine Erklärung. Mit Italiener haben wir mindestens so viel zu tun, wie mit den Amerikanern nach dem zweiten WK. Ich denke auch, daß "Ami" eigentlich neutral ist, aber die Erklärungsmodelle haben alle einen Hinkefuß - auch die, die sagen, daß alles auf -i negativ ist.

    * auch: Griechen, Spanier, Luxemburger.
    #221Author Selima (107) 11 May 17, 08:37
    Comment
    Italiener sind "nur" 4 Silben.
    Theoretisch abkürzbar auf Italo (3 Silben): Italopizza, Italoeis, Italojungs, oder?

    Was haltet ihr von der Theorie, dass alles was auf i abgekürzt wird, distanzlos klingt (nicht negativ per se)?

    P.S.: @218 ich kenne auch Ali für Alexandra, also nix mit Glück gehabt :-)
    #222Author las. (377311) 11 May 17, 08:52
    Comment
    In meiner Kindheit wurden italienische Gastarbeiter häufig "It(h)aker" genannt, das ließ man dann aber fallen, weil es zu despektierlich klang. Ich höre es heute nur noch von Ewiggestrigen.

    In unserer Gegend, wo alles voller Einrichtungen der US-Army ist, kam der "Ami" für einen US-Soldaten (und für deutsch-amerikanische Mitschüler) ganz natürlich auf, und es wurde auch nicht als herablassend aufgefasst. Wenn man herabsetzen wollte, sprach man von "den Yankees", "den Cowboys" und, noch schärfer, "den Rambos".

    Und kein Mensch hat damals "Tschechoslowaken" gesagt. Viel zu lang und unhandlich. Das waren "die Tschechen", unterschiedslos. Dass es da noch andere gibt, hat man nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nur widerstrebend zur Kenntnis genommen. Slowaken, Slowenen ... weiß der Himmel, was!

    Was haltet ihr von der Theorie, dass alles was auf i abgekürzt wird, distanzlos klingt (nicht negativ per se)?

    "Die Stasi"?
    #223Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 11 May 17, 08:53
    Comment
    Aber wir nennen doch die Italiener nicht üblicherweise Italos, also in einer Frequenz wie die Amerikaner Amis, oder? Und was ist mit den Spaniern und den Holländern? Spanis? Spanos? Hollis? Hollos? Echt?

    Negative Spitznamen haben wir für die Italiener durchaus (die erwähnten Itaker (die mit -h- sind ja eher Griechen) oder Spaghetti). Auch für Polen oder Holländer, die allesamt nicht einmal kürzer sind (Polacken und Käsköpfe).
    #224Author Selima (107) 11 May 17, 09:05
    Comment
    #223, re "Stasi": da kommt das "i" von woanders her: Ministerium für STAatsSIcherheit.
    #225Author Gart (646339) 11 May 17, 09:06
    Comment
    Quatsch, die Stasi bedient in der Krone und heißt eigentlich Anastasia Hinterhuber ;-)
    #226Author Selima (107) 11 May 17, 09:09
    Comment
    @224 Nein, die Italiener haben ja nur 4 Silben.
    @ 223 Aber Stasi und Ministerium für Staatssicherheit haben schon unterschiedliche Färbungen.


    #227Author las. (377311) 11 May 17, 09:13
    Comment
    Stasi kann auch die Abkürzung von Anastasia sein. Ich kenne auch eine Lexi, sie heißt auf dem Perso Alexandra.

    Wenn jemand auf Amerikaner schimpfte weil er den Vietnamkrieg doof oder Carters ( "Jimmy, der Erdnussfarmer") Olympiaboykott bescheuert fand, dann wetterte er natürlich in Umgangssprache, gespickt mit saloppen Ausdrücken,. Daß in diesem Zusammenhang von "den Amis" die Rede war, ist doch ganz natürlich.

    Der Umkehrschluss, immer wenn vom Ami die Rede ist will man ihm etwas, ist jedoch falsch.
    #228Author Harri Beau (812872) 11 May 17, 09:16
    Comment
    One of the (arguably few) international stereotypes about NGSs is that they can compartmentalize.

    q.e.d.

    Dieser Käfer *) hier wird nicht erklärt, indem man ihn solange in verschiedene Schubladen legt, bis sich der Weltgeist in einem einheitlichen, und mindestens tausend Jahre gültigen, System offenbart.

    Was ich sagen will: Selbst wenn wir nun herausfänden, dass Ami ursprünglich eine völlig neutrales Abkürzung gewesen ist -- dann sagt das noch lange nichts darüber aus, wie das Wort, a) heute gebraucht wird und b) wie es von Amerikanern empfunden wird.

    *) Die Suche nach der Erkärung des Wortes "Ami".
    #229Author Uljae (831733) 11 May 17, 09:32
    Comment
    Doris, ich möchte noch einmal kurz auf den Kuli zurückkommen. Wenn das keine Abkürzung von Kugelschreiber ist sondern ein Produkt der Firma Rotring, warum steht hier im Wörterbuch: der Kuli Pl.: die Kulis [ugs.] - kurz für "Kugelschreiber" ?

    Vor kurzem sprach hier jemand wie selbstverständlich vom Godi, das Wort kannte ich bisher nicht und werde es auch nicht benutzen. Gemeint war: der Gottesdienst.
    Aus manchen Wörtern werden Abkürzungen, aus anderen nicht. Da gibt es keine Regel. Godi schreibt sich jedenfalls viel schneller als Gottesdienst und hört sich nicht so förmlich und steif an.

    Dann fällt mir noch der Lastkraftwagenfahrer ein. Das sagt kein Mensch, er wird nur LKW-Fahrer genannt oder umgangssprachlich Brummifahrer.
    #230Author Puppengesicht (807439) 11 May 17, 09:33
    Comment
    #221
    "Mit Italiener haben wir mindestens so viel zu tun, wie mit den Amerikanern nach dem zweiten WK."

    So? Immerhin gab es von 1945 bis 1949 eine amerikanische Besatzungszone in Deutschland, in der eine amerikanische Militärregierung das Land lenkte und es gründlich amerikanisierte.* Bis 1955 galt weiter das Besatzungsstatut. So etwas gab es mit den Italienern nicht.

    Und dann die verschiedenen Wellen der (gern angenommenen) Amerikanisierung durch Film, Musik, Literatur, Mode, Wirtschaft etc., die auch sprachlich ihre Spuren hinterließen (Western, Rock'n Roll, Rhythm and Blues, Short Story, Petticoat, Jeans, Manager, Discounter usw. usw.). AE hat sicher mehr Einfluss auf die deutsche Sprache gehabt als Italienisch.



    *Siehe: Ralph Willett: The Americanization of Germany, 1945–1949, Routledge, London 1992.
    #231Author MiMo (236780) 11 May 17, 09:38
    Comment
    @222
    Abkürzung auf -i sind distanzlos: das klingt für mich sehr einleuchtend. Und ist auch keine schlechte Erklärung dafür, warum der Begirff despektierlich sein kann, aber nicht muss.

    Ähnlich, wie man Leute mit Vornamen anreden kann, weil man ihnen nahe steht - oder weil man ausdrücken will, dass man keinen Respekt vor Ihnen hat. Ob Distanzlosigkeit eine provokante/respektlose Grenzüberschreitung darstellt oder nicht, kommt darauf an, ob sie erwünscht - und beidseitig! - ist oder nicht.

    EDIT: Aus dem gleichen Grund dürften auch soziale Bedingungen daran geknüpft sein, dass man einen Schiedsrichter "Schiri" oder einen LKW-fahrer "Brummifahrer" nennen darf, ohne dass das unverschämt ist. "Jemandem zu nahe treten" ist ja auch nicht ganz umsonst eine Umschreibung für "beleidigen".
    #232Author pelican island (339101) 11 May 17, 09:50
    Comment
    Das Suffix -i 
    [...]

    2a) wird zum Abkürzen oder Erweitern von Wörtern unterschiedlicher Wortart verwendet und drückt eine wohlwollende, oft jedoch leicht herablassende Einstellung gegenüber einer Person – seltener einer Sache –aus
    Gebrauch: Jargon
    Beispiel: Alki, Brummi, Drogi, Schlaffi

    2b) wird zum Abkürzen von Substantiven verwendet und bezeichnet eine Person, die sehr allgemein durch etwas charakterisiert ist
    Gebrauch: Jargon
    Beispiel: Fundi, Ösi, Wessi

    Bei dem Ami tendiere ich zu Dudens 2b, wobei 2a auch eine Rolle spielen könnte.
    #233Author Harri Beau (812872) 11 May 17, 10:08
    Comment
    Da gab es aber einen prominenten Dissidenten, der grundsätzlich "Staatssicherheitsdienst" sagte, weil ihm "Stasi" zu verniedlichend erschien. Bei "Nazis" sehen manche das gegenüber "Nationalsozialisten" ähnlich. Ist der Ami nicht auch eine Verniedlichung des (Besatzungs-)Amerikaners, der ihn ein bisschen weniger furchteinflößend aussehen lässt?
    #234Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 11 May 17, 11:22
    Comment
    Das wäre dann das Suffix-i als Kosename, daran glaube ich weder beim Nazi noch bei den Amis.
    #235Author Harri Beau (812872) 11 May 17, 11:28
    Comment
    Der Begriff Norweger ist die standardsprachliche Bezeichnung für jemanden aus Norwegen und als solche erst einmal neutral. Es gibt Menschen, bei denen Norwegen positiv konnotiert ist, und solche, bei denen das Gegenteil der Fall ist.

    Wenn meine Abteilung in der Firma schon häufiger frustriert war über die Arbeitsweise der norwegischen Kollegen (was sicher auf Gegenseitigkeit beruht), dann kann schon einmal eine Bemerkung fallen wie "Ja, die Norweger schon wieder", "Die Norweger eben" usw., was dann negativ konnotiert ist.

    Auch wurde Willy Brandt von einigen seiner politischen Gegner als Norweger bezeichnet, was eine üble Diffamierung war.

    Trotzdem würde wohl keiner behaupten, Norweger sei per se eine Beleidigung.

    Zugegeben: Im Unterschied zu Ami ist Norweger keine Abkürzung.

    Trotzdem. Für eine negative Konnotation von Ami haben wir einige Erfahrungsberichte und Statements.

    Für eine neutrale bis positive Konnotation von Ami haben wir ebenfalls einige Erfahrungsberichte und Statements, dazu einige positiv konnotierte Zeitungsüberschriften und den neutralen Eintrag im Duden.

    Das reicht aus, um zu beweisen, Ami kann herablassend / herabwürdigend gemeint sein (und da sage ich eben: so kann Norweger auch gemeint sein).

    Das reicht nicht aus, um zu beweisen, Ami ist per se eine Beleidigung.
    #236Author mbshu (874725) 11 May 17, 11:32
    Comment
    #236: "Trotzdem würde wohl keiner behaupten, Norweger sei per se eine Beleidigung."

    Ich hatte wohl spontan einen Pullover im Kopf, las ich doch: "Trotzdem würde wohl keiner behaupten, Norweger sei per se eine Bekleidung."

    ;-)
    #237Author Serendipity_4 (677936) 11 May 17, 11:37
    Comment
    Fühlen die Briten sich eigentlich beleidigt wenn man sie Brits statt Britons nennt?
    Oder ist Brite schon überheblich und wir müssen besser Großbrtitannier sagen?
    Wahrscheinlich ist alles genauso kontextabhängig wie bei den Amis auch. Der Ton macht die Musik.
    #238Author Puppengesicht (807439) 11 May 17, 11:47
    Comment
    #238 "Fühlen die Briten sich eigentlich beleidigt wenn man sie Brits statt Britons nennt?"

    Wenn ein anderer Brite sie "Brits" nennt, ist das meist schon leicht despektierlich gemeint und wird auch so verstanden.

    Verwendet ein Nicht-Brite oder auch Nicht-Muttersprachler diese Bezeichnung, wird es i.d.R. als Anmaßung empfunden.

    Da ist einiges Fingerspitzengefühl gefordert.
    #239Author Serendipity_4 (677936) 11 May 17, 11:50
    Comment
    #239
    Das ist interessant; ich hätte "Brit" ehrlich gesagt als neutral empfunden und es auch so verwendet. ("Britons" würde ich selber selten verwenden, da es für meine Ohren historisch-ethnologisch klingt.) Etwas salopp vielleicht, aber nicht despektierlich, und in der Beziehung dem "Ami" ziemlich ähnlich.*

    Allerdings nur, wenn es um Engländer oder um eine Mischung von Engländern, Schotten, Walisern und Iren geht. Eine Gruppe von Schotten würde ich nicht "Brits" nennen - nicht, weil die Abkürzung despektierlich wäre, sondern weil sich Schotten meistens zuerst als Schotten sehen und erst in zweiter (oder im Moment in fünfundzwanzigester) Linie als Briten.

    *Die Situation ist natürlich eine andere, da "Brit" ein Ausdruck in der Sprache der beschriebenen Nationalität ist, was bei "Ami" nicht der Fall ist.
    #240Author Thirith (1037221) 11 May 17, 12:05
    Comment
    Ähm.... sind Schotten keine Briten?
    #241Author Uljae (831733) 11 May 17, 12:26
    Comment
    Die Situation ist komplex und lässt sich kaum brauchbar darauf reduzieren, ob die Schotten Briten sind oder nicht. Siehe z.B. die Anstrebungen, ein zweites IndyRef durchzuführen (https://en.wikipedia.org/wiki/Proposed_second...).
    #242Author Thirith (1037221) 11 May 17, 12:46
    Comment
    Waliser sind auch weniger Briten als pure Waliser.

    #238: "Großbrtitannier" kommt mir selten und etwas merkwürdig vor, aber es findet sich tatsächlich:

    Festnahme an Eissporthalle: Großbritannier sprühte Graffitis
    Gestern Abend konnte die Polizei einen 21-jährigen Großbritannier festnehmen, der illegal Graffitis in der Nähe der Eissporthalle sprühte.

    Angenommen, der Sprüher wäre eine Frau gewesen: Hätte dann tatsächlich Großbritannierin gestanden??
    #243Author Harri Beau (812872) 11 May 17, 12:47
    Comment
    Wahrscheinlich ist alles genauso kontextabhängig wie bei den Amis auch. Der Ton macht die Musik.

    Ich denke, das sollte bei dieser Diskussion auf keinen Fall aus dem Blick geraten. Man kann jemanden freundlich und liebevoll "alte Drecksau" nennen, oder im übelsten, aggressivsten Tonfall "Verehrtester". Voraussetzung ist natürlich, dass der Angesprochene den Code auch entschlüsselt.
    #244AuthorMr Chekov (DE) (522758) 11 May 17, 12:57
    Comment
    #243 Wie hießt es so schön? Es gibt nichts, was es nicht gibt.

    Aber Großbritannier gibt es im Deutschen wirklich nicht wirklich.
    #245Author Uljae (831733) 11 May 17, 12:59
    Comment
    Fehlt noch, daß im Polizeijargon für diese Art Kundschaft der Begriff Grobi geprägt wird ...
    #246Author mbshu (874725) 11 May 17, 13:10
    Comment
    Ihn gibt es im Deutschen nicht wirklich, aber bei Leo: Dictionary: der Großbritannier 
    #247Author Puppengesicht (807439) 11 May 17, 13:14
    Comment
    Puppengesicht, findest du das einen sinnvollen Eintrag? Das sind Briten, keine Großbritannier.
    #248Author penguin (236245) 11 May 17, 13:17
    Comment
    Ich dachte, Brite wäre nur eine Kurzform von Großbritannier. Ich weiß ja nicht wie das ins Wörterbuch hineingekommen ist, vielleicht sollte man es mit selten kennzeichnen?

    Von mir aus kann er auch ganz weg, ich nutze ihn nicht :-)
    #249Author Puppengesicht (807439) 11 May 17, 13:30
    Comment
    Briten, Bretonen, Protonen... alles sehr kompliziert. Is' scho Freitag?

    Meines Wissens nach, heißt die Insel Großbritannien und ihre Bewohner heißen Briten. Die der Bretagne heißen Bretonen, aber niemals Kleinbriten.

    Und Britons hielt'ich bislang für ein angegrautes Synonym zu Briten?
    #250Author Uljae (831733) 11 May 17, 13:45
    Comment
    Total OT:
    Darf ich bitte kurz Erbsenzählen - aber in dem Fall kann ich nicht anders: Entweder "meines Wissens" oder "meiner Erfahrung/Meinung nach", aber bitte nicht "meines Wissens nach".
    #251Author Selima (107) 11 May 17, 13:58
    Comment
    Ich zähl' noch eine Erbse: Und ohne Komma dahinter!

    Meines Wissens.
    #252Author Serendipity_4 (677936) 11 May 17, 14:00
    Comment
    And what happens when the papers need to report on the real Amis?

    Die Amis sind mit mehr als 200.000 Angehörigen das größte Indigene Volk Taiwans.



    #253Author patman2 (527865) 12 May 17, 02:24
    Comment
    Dann wird heilloses Chaos entstehen, wenn die Bildleser in der Zeitung lesen, daß die Amis matrilinear leben. Stummes Staunen in der U-Bahn - gefolgt von hitzigen Diskussionen, was das für die Nachfolgeregelung des Präsidenten bedeutet.

    Oder so ;-)
    #254Author Selima (107) 12 May 17, 06:29
    Comment
    #235: Beim Nazi lässt es sich dingfest machen. Erstaunlicherweise bezeichnete der Begriff früher einmal die Österreicher, und zwar als Koseform des im Alpenraum damals gängigen Vornamens Ignaz, so auch noch bei Tucholsky: Wir wollen uns schnell darüber einigen, daß ich mit den »Nazis« jene gewisse Gattung des österreichischen, mährischen und speziell wienerischen Künstlervölkchens meine, die anfängt, obgemeldetes Berlin auf das Heftigste zu verpesten. http://www.sudelblog.de/?p=376 . Es war ebenfalls Tucholsky, der ihn auf die Nationalsozialisten übertrug - die ihn kurze Zeit sogar selbst übernahmen, ab 1930 aber mieden.
    #255Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 12 May 17, 08:49
    Comment
    Patman, die Deutschen wundern sich dann, dass die Amis nun auch in Taiwan sind. Sie dachten, sie wären nur in Korea vertreten.
    #256Author Puppengesicht (807439) 12 May 17, 10:01
     
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