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    Substantivierung von Adjektiven bzw. Partizipien

    Topic

    Substantivierung von Adjektiven bzw. Partizipien

    Comment
    Wir machen hier mit der realen Reihe den Anfang; zur Erleichterung des Gedächtnis wollen wir die Synthese in der Mitte A nennen; das zunächst liegende Reale heiße B, das daran sich schließende äußere Reale G, von der anderen Seite wollen wir das Zunächstliegende β und das Äußere γ nennen. Jetzt reflektieren wir auf B als ein besonderes Denken, es ist das Denken eines durch die Kausalität des Willens hervorgebracht sein sollenden realen Objekts, versteht sich eines realen Denkens; ...

    Johann Gottlieb Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo (1797/98), § 17

    Hallo! Zitierte Passage habe ich der Neurechtschreibung angepasst. Woran ich mich nicht zu erinnern vermag, ist, ob man bei Adjektivenhäufungen alle großgeschrieben werden müssen oder nur der letztere Teil der Reihe (im Beispiel: "... Reale"). In meiner Duden-Grammatik werde ich nicht fündig. Kann jemand da helfen? Danke im Voraus!

    Schöne Grüße,
    Author Doktor Faustus (397365) 26 Apr 11, 15:22
    Comment
    Die Adjektive schreiben sich alle klein; ein substantiviertes Adejektiv natürlich gross. Es gibt zwei Möglichkeiten (wahrscheinlich auch mehr, aber das sind die, die mir grad so auf die Schnelle einfallen):

    - das finstere, beängstigende, erschreckende Dunkle (das Dunkle ist das Nomen, die Adjektive beschreiben es)

     
    - das beängstigende Finstere, Dunkle, Erschreckende (das Finstere, Dunkle, Erschreckende sind hier die Nomen, die alle gleichzeitig mit dem Adjektiv "beängstigend" beschrieben werden.

    Ich hoffe, ich hatte deine Frage richtig verstanden und diese Antwort passt.

    Saludos, Dottore ;-)
    #1Author o............................... (757444) 26 Apr 11, 15:48
    Comment
    Hola, puntitas!! Ich dachte schon, dass "es kommt darauf an" die Antwort war. Also hängt die Großschreibung von semantischen Aspekten ab. ¡Que tengás un buen día! (-:
    #2Author Doktor Faustus (397365) 26 Apr 11, 15:53
    Comment
    Also hängt die Großschreibung von semantischen Aspekten ab.

    Ja! Es ist genauso wie im Spanischen:

    La oscuridad tenebrosa, angustiosa, aterradora
    La angustiosa oscuridad, tenebrosidad, tiniebla


    Nur, dass sich im Deutschen das Wort selbst nicht ändert (das Adjektiv kann einfach so verbleiben und wird durch die Grossschreibung als Substantiv gekennzeichnet).

    Dir auch einen schönen Tag :-)
    #3Author o............................... (757444) 26 Apr 11, 15:59
    Comment
    "Da sich für die vom Internationalen Arbeitskreis für Orthographie ursprunglich vorgeschlagene Kleinschreibung der Substantive keine mehrheitliche Zustimmung finden ließ, wurde in Wien über den Vorschlag eier modifizierten entschieden".
    "Schwierigkeiten bei der Groß- und Kleinschreibung ergeben sich vor allem daraus, dass einerseits Wörter aller nicht substantivischen Wortarten im Texta als Substantiv gebraucht werden können und dann großzuschreiben sind."
    Auf Deutsch: substantivierten Fürwörter sind großzuschreiben - alle.
    #4Author ayudante (789913) 26 Apr 11, 16:07
    Comment
    das Dunkle, Erschreckende, Beunruhigende

    lo obscuro, aterrador, angustiante

    Doch! Man kann im Spanischen Adjektive substantivieren genauso gut wie im Deutschen. Dafür nutzt man den Neutrumartikel "lo" (wie kommen mal wieder dazu).

    [...] Por su parte, lo suele considerarse como artículo neutro por su capacidad de sustantivar adjetivos y determinadas oraciones de relativo: lo malo, lo que está mal; [...]
    http://buscon.rae.es/dpdI/SrvltConsulta?lema=lo
    #5Author Doktor Faustus (397365) 26 Apr 11, 16:11
    Comment
    Alle Ansicht ist subjektiv oder objektiv; ich sehe mein Bestimmen und zugleich muss ich auch ein Bestimmtes erblicken, nach dem Bestimmen wird das Bestimmte gedacht: Ersteres ist das Obenliegende Unmittelbare.

    ebd.

    @ayudante
    Erstmals Danke für deine Beteiligung. Dennoch hätte ich vier Fragen und einen Kommentar an deinem Beitrag:

    Frage: Wofür steht 'eier'?

    Frage 2: Wo hast du deine Zitaten her? Könntest du bitte einen Link dahin liefern?

    "Schwierigkeiten bei der Groß- und Kleinschreibung ergeben sich vor allem daraus, dass einerseits Wörter aller nicht substantivischen Wortarten im Texta als Substantiv gebraucht werden können und dann großzuschreiben sind."

    Frage 3: Was passiert dann denn "andererseits"?

    Kommentar: Im Zitat ist von der Möglichkeit eines substantivischen Gebrauchs die Rede und nicht von dessen Notwendigkeit, folglich ist "großzuschreiben sind" nicht als "müssen großgeschrieben werden" sondern als "können großgeschrieben werden" bzw. "lassen sich großschreiben" zu verstehen.

    Frage 4: In obigem Zitat, wie sollte man schreiben? Das Obenliegende Unmittelbare oder das obenliegende Unmittelbare? Oder geht beides, je nach Absicht des Sprechers?
    #6Author Doktor Faustus (397365) 26 Apr 11, 16:33
    Comment
    das Dunkle, Erschreckende, Beunruhigende
    lo obscuro, aterrador, angustiante


    Natürlich!! No se me había ocurrido en el momento de responderte - pero claro, es exactamente lo mismo :-)

    Wenn ich dir kurz noch auf eine deiner Fragen an ayudante antworten darf:

    In obigem Zitat, wie sollte man schreiben? Das Obenliegende Unmittelbare oder das obenliegende Unmittelbare? Oder geht beides, je nach Absicht des Sprechers?

    Es geht:

    1.) Das obenliegende Unmittelbare (das Unmittelbare ist hier Substantiv, daraus erkenntlich, dass es grossgeschrieben ist; obenliegend ist hier Adejktiv, daran zu erkennen, dass es klein geschrieben ist).
    - lo inmediato superior

    2.) Das Obenliegende, Unmittelbare (hier muss mit Komma getrennt werden, da es sich um die Aneinanderreihung von zwei Substantiven/Aufzählung handelt, daran zu erkennen, dass beide grossgeschrieben sind)
    - lo inmediato, lo superior

    Es kommt also darauf an, was du ausdrücken möchtest. Alle Substantive werden im Deutschen aber gross geschrieben. Sind sie klein geschrieben, handelt es sich dabei also entweder um Verben, Adjektive oder es ist schlicht falsch. Verben und Adjektive hingegen schreibt man, ausser am Satzanfang, immer klein.

    Saludos
    #7Author o............................... (757444) 26 Apr 11, 16:55
    Comment
    Kinners, Kinners, Kinners - Was ich alles antworten soll...
    Die neuen Regeln der deutsche Sprache - viel Spass.
    http://www.ids-mannheim.de/service/reform/
    Nach dieser Regel sind alle substantivierten Adjektive und Adverbien großzuschreiben.
    Es sind mir Schreibfehler unterlaufen - mehr nicht.
    Das Infinitiv ersetzt müssen ( großzuschreiben sind = müssen großgeschrieben werden.

    Fichte und die deutsche Sprache. Hmm
    Alle Ansicht ist subjektiv oder objektiv; ich sehe mein Bestimmen und zugleich muss ich auch ein Bestimmtes erblicken, nach dem Bestimmen wird das Bestimmte gedacht: Ersteres ist das Obenliegende Unmittelbare.
    Das Obenliegende Unmittelbare ist das Subjektive, Das Unterliegende Mittelbare ist das Objektive. Deswegen schreibt Fichte,oder wer auch immer, groß und ohne Komma. Nach meinem Verständnis auch groß und ohne Komma, denn erst kommt das Subjektive und dann das Objektive.
    ------------
    Schwierigkeiten bei der Groß- und Kleinschreibung ergeben sich vor allem daraus, dass einerseits Wörter aller nicht substantivischen Wortarten im Text als Substantiv gebraucht werden können und dann großzuschreiben sind (das Laufen, das Wenn und Aber). In vielen Fällen ist diese Substantivierung jedoch nur eine formale, sodass nach der geltenden (Bemerkung: alten) Regelung keine Großschreibung eintrat (im voraus; es ist das beste, wenn...).
    Andererseits werden in einer Reihe von Fällen ursprüngliche Substantive auch nichtsubstantivisch gebraucht (Bemerk. alte Regelung) heute abend, mittags, trots seiner Krankheit) und entsprechend kleingeschrieben.
    Aus Das neue deutsche Wörterbuch für Schule und Beruf, Wilhelm Heyne Verlag, München
    Habe ich sonst was übersehen, das eine Antwort nach sich zieht?
    #8Author ayudante (789913) 26 Apr 11, 18:51
    Comment
    Das Obenliegende Unmittelbare ist das Subjektive, Das Unterliegende Mittelbare ist das Objektive. Deswegen schreibt Fichte,oder wer auch immer, groß und ohne Komma. Nach meinem Verständnis auch groß und ohne Komma, denn erst kommt das Subjektive und dann das Objektive.

    @ayudante: Nur eine kleine Anmerkung: Fichte schrieb diese Worte hier nicht gross (aber doch ohne Komma), sondern beide Worte klein. Er schrieb:

    "Alle Ansicht ist subjectiv oder objectiv; ich sehe mein Bestimmen und zugleich muß ich auch ein Bestimmtes erblicken, nach dem Bestimmen wird das bestimmte gedacht: ersteres ist das obenliegende unmittelbare."

    Den guten alten Fichte betrachten wir hier allgemein nicht unbedingt als Massstab für die korrekte moderne Rechtschreibung ;-)

    Dennoch, mir bleibt unverständlich, weshalb eine Aufzählung von Substantiven (das Obenliegende Unmittelbare), auch wenn sie nur eine Sache symbolisiert, laut dir nicht durch Komma getrennt gehört? Mir persönlich erscheint das als nicht korrekt, bzw. als falsch.

    M.A.n. muss es hier auch heissen: Das obenliegende Unmittelbare ist das Subjektive, das unterliegende Mittelbare ist das Objektive.
    #9Author o............................... (757444) 26 Apr 11, 19:35
    Comment
    Zitierte Passage habe ich der Neurechtschreibung angepasst. (#0)

    Nein, Fichtes Schüler (es handelt sich um Kollegsnachschriften, Notizen aus von Fichte gehaltenen Vorlesungen) haben alles kleingeschrieben. Wir haben:

    1) Das Obenliegende, Unmittelbare (hier muss mit Komma getrennt werden, da es sich um die Aneinanderreihung von zwei Substantiven/Aufzählung handelt, daran zu erkennen, dass beide grossgeschrieben sind)

    2) Nach meinem Verständnis auch groß und ohne Komma, denn erst kommt das Subjektive und dann das Objektive.


    Wem soll ich jetzt Acht geben?

    Edit: O, ich habe erst deinen letzten Beitrag gelesen, puntinis :-/
    #10Author Doktor Faustus (397365) 26 Apr 11, 19:38
    Comment
    @Doktor Faustus, es gibt eine "Eselsbrücke" (regla mnemotécnica), die da lautet:

    Wer aufzählt, muss Kommas setzen.
    (Quien enumera debe poner comas)

    Saludos ;-)
    #11Author o............................... (757444) 26 Apr 11, 19:47
    Comment
    Als Grammatiker würde ich zweifelsohne die Kommata setzen.
    Als Hobby-Philosoph, nein, zu hoch gegriffen. Als Interessierter philosophischer Gedanken würde ich tatsächlich groß und ohne Komma lesen, schreiben und verstehen.
    Denn hier sind Ebenen gemeint.
    Wat nu?
    #12Author ayudante (789913) 26 Apr 11, 20:05
    Comment
    Aber der tatsächliche Philosoph hat klein und ohne Komma geschrieben...wat nu? ;-)
    #13Author o............................... (757444) 26 Apr 11, 20:20
    Comment
    Nein, der tatsächliche Philosoph hat trililariet und seine Adepten uns die Suppe eingebrockt.
    #14Author ayudante (789913) 26 Apr 11, 20:23
    Comment
    Und die Suppe heisst: was hat der Gute da eigentlich tatsächlich trililariert (<-Wortneuschöpfung?)? "<i>Das Obenliegende, Unmittelbare", oder vielleicht doch "das obenliegende Unmittelbare" (was ja nunmal definitiv nicht das Gleiche ist)?

    Und warum aber dann soll die (grammatikalisch falsche) Version "das Obenliegende Unmittelbare" nun aus philosophischer Sicht die "Richtige" sein?
    Oder anders gefragt: Welches Bedeutungsspektrum deckt diese Version ab, dessen keine der beiden anderen, naheliegenden Versionen gerecht werden kann??
    Oder kurz: was verstehst du unter "das Obenliegende Unmittelbare"?
    #15Author o............................... (757444) 26 Apr 11, 20:39
    Comment
    Soll ich die Wahrheit sagen, musst es sein? Fichte, der alte, brilliant ausbreitendenden, mit schweren und in anderen Sphären schwebenden Gedanken versuchte, mir und seinen Schülern diese Stelle mit dem ihm eigenen gegebenen Klarheit seiner Ausführungen zu erklären, war ich leider einen Augenblick geistig nicht auf der Höhe. Und hinter mir, 3 Reihen und ewas nach links, schienen einige den Kampf gegen den Schlaf verloren zu haben - sie schnarchten fürchterlich. So erkläre ich mir, dass diese Kleingeister alles klein geschrieben haben. Ich meinesteils versuche hier und heute zu begreifen, was der Gute gemeint haben könnte. In seiner Sittenlehre, soweit ich es verstanden habe, bedient er sich von Ebenen. Wenn wir von hier aus versuchen, seine Ausführung der neuen deutschen Orthographie anzupassen, würde ich gross und ohne Komma schreiben:
    "Alle Ansicht ist subjectiv oder objectiv; ich sehe mein Bestimmen und zugleich muß ich auch ein Bestimmtes erblicken, nach dem Bestimmen wird das bestimmte gedacht: ersteres ist das obenliegende unmittelbare."
    auf die obere Ebene ist das Subjektive und das Bestimmen gestellt.
    Und auf der unteren Ebene das Objektive und das Bestimmte gesehen.
    Da diese zusammengesehen wird, würde ich groß und ohne Komma schreiben:
    das Obenliegende Unmittelbare (obere Ebene, das Subjektive und das Bestimmen),
    das Unterliegende Mittelbare (untere Ebene, das Objektive und das Bestimmte)
    #16Author ayudante (789913) 26 Apr 11, 21:44
    Comment
    Na, das ist dann vermutlich obenliegend unmittelbar (subjektiv) ;-)

    Ich jedenfalls kann den semantischen Unterschied zwischen deiner Schreibweise (deine Erläuterungen dazu zugrundelegend!) zum "obendliegenden Unmittelbaren" oder dem "unterliegenden Mittelbaren" nicht nachvollziehen.

    Auf gut Deutsch: es ergibt für mich sprachlich keinen Sinn, da eine derartige Schreibweise zunächst mal gar nicht existiert und ihr somit auch keine "ganz bestimmte Interpretationsweise" zuzuordnen ist; sie "schwebt" einfach nur unschlüssig zwischen zwei Deutungsmöglichkeiten.

    aus#16: Wenn wir von hier aus versuchen, seine Ausführung der neuen deutschen Orthographie anzupassen, würde ich gross und ohne Komma schreiben

    Basierend auf welcher neuen deutschen Regel (die zudem noch den klaren Verstoss gegen andere existierende Regeln legitimieren würde)???

    Was soll es denn nun sein?
    Adjektiv? Man ist sich zwecks besseren Verständisses einig, dass man diese klein schreibt.
    Substantiv? Auch da ist man zum besseren Verständnis irgendwann mal übereingekommen (u.a. um mögliche Verwechslungen mit anderen Wortarten zu vermeiden), dass man diese gross schreibt (ergo: Grossschreibung= Substantiv). Aus dem gleichen Grund hat man irgendwann auch entschieden, dass bei einer Aufzählung eine Trennung durch Kommata erfolgt (damit "entzweit" man diese nicht, sondern verhilft dazu, basierend auf einem gemeinsamen Konsens, eine Idee verständlich zu übermitteln).
    Sich "irgendwo dazwischen" ausdrücken zu wollen ist in meinen Augen Unverständlichkeit und Unklarheit provozieren zu wollen (als ob Fichtes Texte nicht schon kompliziert genug wären).

    Das ist jetzt natürlich meine Ansicht; wenn du evtl. zur Erhärtung deiner Ausführungen ein Beispiel anführen könntest, in dem bewusst auf ein solches sprachliches Mittel zurückgegriffen wird, um eine bestimmte Idee so und nicht anders zu übermitteln? (bei Fichte hier ist das ja so nicht der Fall, da ja alles kleingeschrieben wurde und es sich somit auch nur um eine persönliche Auslegung handelt)

    Die Texte von Fichte lesen sich übrigens deshalb so schwer, weil dieser oben genannte Konsens an vielen Stellen missachtet wird. Nicht seine Ideen sind schwer nachvollziehbar, sondern der Schreibstil ist zunächt mal schwer zu "entwirren".

    Saludos ;-)
    #17Author o............................... (757444) 27 Apr 11, 00:08
    Comment
    Und mir scheint das Unterliegend Mittelbar objektiv zu sein. Das Entwirren eines Gedankens philosophierender Köpfe ist die Hauptaufgabe eines interessierten Geistes. Das erinnert mich an einen alten Witz. Kant, Hegel und Hamman lebten in etwa zur selben Zeit. Und die Leute witzelten über diese Philosophen, dass es sich wie bei den Basken verhalte: unter sich verstehen sie sich.
    Der Vorschlag puntitis ist aber ausgezeichnet, nur, ich müsste erst wissen, wie ich an diese philosophische Texte im Internet herankomme. Werde mich umfragen.
    #18Author ayudante (789913) 27 Apr 11, 12:33
    Comment
    Das Entwirren eines Gedankens philosophierender Köpfe ist die Hauptaufgabe eines interessierten Geistes

    Eben - eines Gedankens, und nicht der Grammatik. Und auch wenn man da bei so manchem Philosophen nicht umhin kommt (und sei es nur, weil man die Niederschriften seiner Schüler grammatikalisch entziffern muss), so muss man doch selbst nicht auch noch neue Regeln erfinden, um die Sache noch weiter zu komplizieren ;-)
    #19Author o............................... (757444) 27 Apr 11, 12:40
    Comment
    @Pünktchen #9,

    nur um der Verbreitung des Schweizer Virus entgegenzuwirken:

    In Deutschland schreibt man nicht Massstab sondern Maßstab.
    #20AuthorTölpel27 Apr 11, 13:53
    Comment
    @Tölpel, vielen Dank! So schreibe ich das auch gewöhnlich (auch gross und gewiss und ich weiss), nur habe ich bedauerlicherweise kein sz auf meiner Tastatur und mir ist die dazugehörige Tastenkombinatin entfallen :-/
    #21Author o............................... (757444) 27 Apr 11, 14:28
    Comment
    @Pünktchen #21,

    die Tastenkombinationen findet man auf Windows-Rechnern
    mit dem Programm Charmap.exe.

    Alt+0223 --> ß

    Noch einfacher für LEO:
    ß gibt es als Sonderzeichen im Eingabehelfer!
    #22AuthorTölpel27 Apr 11, 15:27
    Comment
    Worum geht es noch in dieser Auseinandersetzung? Um Zeichensetzung und um Gedanken genau zu Papier zu bringen. Die Zeichensetzung erlaubt dem Schreiber, seine Meinung auszudrücken: Der Lehrer sagt, der Schüler ist doof. / Der Lehrer, sagt der Schüler, ist doof. Aber dieses können wir (erstmal) getrost Beiseite lassen. Gedanken genau zu Papier zu bringen ist eine ganz andere Geschichte. Auf Fichte zurückkommend, spielen wir noch einmal und aus der Sicht der neuen Rechtschreibung seinen Gedankengang. Zunächst müsen wir uns fragen, ob die Sprache das zuläßt. Doch, sie läßt es zu und mächtig genug, sogar das Abstrakte auszudrücken. Wenn Fichte meinte, alle Elemente gehören zusammen, 1-3 und 4-6: obere Ebene, das Subjektive, das Bestimmen und untere Ebene, das Objektive und das Bestimmte, dann würde ich ohne zu zögern groß und ohne Komma schreiben, alle Elemente zuzammengehörend: Das Obenliegende Unmittelbare ist das Subjektive, Das Unterliegende Mittelbare ist das Objektive. Puntiti meint dagegen, dass es sich bloß um eine Aufzählung handelt und deswegen klein-groß zu schreiben ist: Das obenliegende Unmittelbare ist das Subjektive, das unterliegende Mittelbare ist das Objektive. Hier stoßen zwei Meinungen zusammen, und Doktor Faustus musst jetzt entscheiden, wie er sich entscheidet. Ach, freuen wir uns, dass der Fundus der deutschen Sprache groß und so reichlich bestückt ist, und dass wir dann keine neue Regel zu erfinden brauchen.
    #23Author ayudante (789913) 27 Apr 11, 17:04
    Comment
    Worum geht es noch in dieser Auseinandersetzung? Um Zeichensetzung und um Gedanken genau zu Papier zu bringen.

    Nun, grundsätzlich würde ich sagen, dass es in erster Linie hier darum geht, dem Fragesteller, einem durchaus philosophisch interessierten S-Muttersprachler seine hier jedoch nur sprachlichen Anfragen zu beantworten (s.#0; #6):

    Ich halte es nicht für sinnvoll, die ohnehin schon komplizierte deutsche Grammatik noch mit eigenen, schwer nachvollziehbaren "Interpretationen" dieser zu "bereichern". Ich stimme dir zu, dass die deutsche Sprache reich, flexibel und kreativ ist, und genau deshalb muss man ihre auf Logik aufgebauten Regel auch nicht gleich aus ihren Angeln heben, da sie auch innerhalb ihrer Regeln Abstraktes perfekt ausdrücken kann (gerade deswegen war sie ja so beliebt bei den Philosophen ;-).

    Ich bin D-Muttersprachlerin, einigermaßen belesen und durchaus in der Lage, abstrakt zu denken, und ich kann deinem Gedankengang schon nicht folgen, sehe deine sprachliche Logik in dieser "bewussten" Verletzung der grammatikalischen Regeln nicht, zumal diese ja tatsächlich überhaupt nicht notwendig ist.

    Ich glaube also nicht, dass Doktor Faustus (trotz hervorragender Deutschkenntnisse) diesbezüglich "eine Entscheidung" treffen kann, und ich denke auch nicht, dass es für ihn besonders hilfreich ist, hier mit solchen Spritzfindigkeiten aufzuwarten.

    Wenn du doch bitte trotzdem noch so nett wärst, hier irgendein Beispiel aufzuführen, das deine Ausführungen in irgendeiner Weise unterstützt? Will sagen, eines das zeigt, dass es sich bei diesem von dir hier angeführten sprachlichen Mittel nicht nur um eine ganz persönliche Okkurrenz deines eigenen "Ideenreichtums" ohne wirklichen Hintergrund oder nachvollziehbare Quellen handelt. Dies ist hier nämlich in erster Linie ein Sprachforum. Vielen Dank ;-)

    _______________________________________________________________________

    PD: hier noch einige verschiedene Möglichkeiten mit jeweils unterschiedlicher Aussage (ohne die Regeln zu ignorieren und dadurch "unklar/ungenau" zu bleiben):

    - das Obenliegende, das Unmittelbare ist das Subjektive;
    - das Obenliegende, Unmittelbare ist das Subjektive;
    - das obenliegende Unmittelbare ist das Subjektive;
    - das Obenliegende wie das Unmittelbare sind das Subjektive;
    - das Obenliegende wie Unmittelbare ist das Subjektive;
    - das Obenliegende sowie das Unmittelbare ist das Subjektive,
    - das Obenliegende sowie Unmittelbare ist das Subjektive,
    ...y un largo etcétera...

    _______________________________________________________________________

    @Dottore: para el caso de que estés siguiendo este hilo, te voy a poner el ejemplo en español:

    das Obenliegende Unmittelbare ist das Subjektive
    = lo superior lo inmediato es lo subjetivo

    Tanto la gramática española como la alemana rigen aquí (por regla y también a mi entender) una coma; sin ésta las dos frases carecen de coherencia. Vamos, opino yo...
    Así que no te líes con esto y sujétate a las reglas existentes que ya son bastante complicadas..
    #24Author o............................... (757444) 27 Apr 11, 17:43
    Comment
    Apoyo a la o con todos sus puntitos. ;-)
    #25Author domingO (568360) 27 Apr 11, 23:48
    Comment
    Ich darf meine Meinung dazu geben:
    "das Obenliegende Unmittelbare ist das Subjektive
    = lo superior lo inmediato es lo subjetivo"

    = lo superior, lo inmediato es lo subjetivo (hier ist Komma richtig)
    = lo superior inmediato es lo subjetivo ("das" ist im Originaltext nicht gegeben, folglich ohne Komma und ohne "lo".
    #26Author ayudante (789913) 28 Apr 11, 11:52
    Comment
    Dann darf ich dich auch darauf aufmerksam machen, dass in deinem spanischen Satz:

    - "lo superior inmediato es lo subjetivo" (ohne Komma und ohne "lo")

    das inmediato entsprechend der spanischen Regeln ein Adjektiv* ist, und somit dem deutschen Satz

    - "das unmittelbar/sofortig Obenliegende ist das Subjektive" entsprechen würde.

    Damit würde man sich dann gänzlich von der Aussage Fichtes entfernen.

    *PD: das substantivierte Adjektiv wird im Spanischen mit "lo" gebildet (im Deutschen durch Großschreibung); lässt man dieses weg, bleibt es ein gewöhnliches Adjektiv. Und auch im Spanischen werden Aufzählungen durch Komma getrennt

    PPD: mir fällt grad ein, warum übersetzt du "das Obenliegende Unmittelbare ist das Subjektive" nicht einfach ins Spanische, damit man vielleicht besser nachvollziehen kann, was genau damit ausgesagt werden soll??
    #27Author o............................... (757444) 28 Apr 11, 12:03
    Comment
    Soll ich den Satz noch ins Spanische übersetzen, noch einmal? Wieso?
    Gerade in Nr. 26 ist er übersetzt, unter anderen auch, als ich es jetzt für mühselig halte, es nochmals zu tun. Aber das ist nicht der Punkt, wir beide haben uns mit der Materie lang und breit auseinander gesetzt, ja, sehr intensiv, nur, ich würde gern jetzt in Erfahrung bringen, ob Doktor Faustus zwar nicht seine Meinungswürdigung, aber doch seine Meinungsbildung - wenn er welche schon hat - gebildet hat. Denn es ging doch darum, wie diese Sätze ins Spanische zu übertragen wären, und nicht wie sie im Deutschen zu lesen sind. Vielleicht kann Doktor Faustus uns erleuchten (mich zumindest)? Schliesslich ist er ein spanischer Sprachler, wenn ich es richtig gelesen habe, und bestimmt weiter als wir, ohne Deine ausgezeichnete Spanischkenntnisse in Frage zu stellen zu wollen- que va!
    #28Author ayudante (789913) 28 Apr 11, 18:32
    Comment
    Denn es ging doch darum, wie diese Sätze ins Spanische zu übertragen wären, und nicht wie sie im Deutschen zu lesen sind.

    Nein, weder noch; es ging um Folgendes:

    aus #0 (Frage von Doktor Faustus):

    Woran ich mich nicht zu erinnern vermag, ist, ob man bei Adjektivenhäufungen alle großgeschrieben werden müssen oder nur der letztere Teil der Reihe (im Beispiel: "... Reale"). In meiner Duden-Grammatik werde ich nicht fündig. Kann jemand da helfen? Danke im Voraus!

    aus #6 (2.Frage von Doktor Faustus):

    In obigem Zitat, wie sollte man schreiben? Das Obenliegende Unmittelbare oder das obenliegende Unmittelbare?

    Deine Antwort (aus #8): Nach meinem Verständnis auch groß und ohne Komma

    Und das ist nach meinem Verständnis eine schlicht und ergreifend falsche Auskunft!

    Doktor Faustus versteht philosophische Texte in deutscher Sprache (er hat das studiert!) und benötigt in den seltensten Fällen eine Übersetzung ins Spanische dafür (das kann er selbst am Besten). Er hatte hier eine Frage bezüglich der (üblichen, bzw. korrekten) deutschen Schreibweise gestellt, und du gibst ihm darauf eine derartige Antwort, die du auch noch vehement gegen alle existierenden deutschen Rechtschreib- und Grammatikregeln verteigst.

    Soll ich den Satz noch ins Spanische übersetzen, noch einmal? Wieso?

    Ach soooo - ich hatte nicht angenommen, dass "lo superior inmediato" deine Übersetzung für "das Obenliegende Unmittelbare" war .... das ist dann ja jetzt nochmal eine ganz neue Deutungsweise (das unmittelbare/sofortige Obenliegende); warum denn dann auf Deutsch nicht gleich so?? (auch wenn ich bezweifle, dass Fichte das damit hat sagen wollen..) ;-)

    Saludos :-)

    PD: ohne Deine ausgezeichnete Spanischkenntnisse in Frage zu stellen zu wollen- que va!

    Vielleicht ist mir da ja was entgangen, aber ich hatte das Gefühl, dass es in diesem Faden ausschliesslich um DEUTSCH-Kenntnisse ging, daher wundert mich jetzt dieser spitze Kommentar ein wenig...
    #29Author o............................... (757444) 28 Apr 11, 18:51
     
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