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    Ungepaarte Woerter

    Comment
    Hallo Leute,

    Koennen Ihnen mir wissen lassen, welche Woerter auf Deutsch keine Paarung haben? Zum Beispiel:

    Auf Englisch kann man 'disgruntled' sagen, aber das Wort 'gruntled'* existiert nicht - und kein Sinn macht :)

    Wir haben auch 'dismembered' und kein 'membered'.

    Ich will ein Studium von diesen Woerter machen, aber mein deutsch ist leider nicht so fleissig - jede Hilfe dabei waere wilkommen!

    Danke :)
    AuthorD@niDani (847501) 28 Aug 17, 15:11
    Comment
    Sehr viele, aber man muß es sicher etwas eingrenzen oder näher definieren, weil oft das Grundwort existiert, aber einen anderen Sinn hat.
    Zum Beispiel. Unwetter - Wetter
    Aber hier zwei ohne "Paarung": Unhold, Ungemach.

    Edit: Nichtsnutz, einen Nutz gibt es nicht ;-),
    #1Author judex (239096) 21 Jan 12, 20:54
    Comment
    das Ungeheuer
    #2Author manni3 (305129) 21 Jan 12, 20:58
    Comment
    ungestüm
    intelligent
    #3Author judex (239096) 21 Jan 12, 20:58
    Comment
    sein Unwesen treiben
    #4Author manni3 (305129) 21 Jan 12, 20:58
    Comment
    deportieren
    #5Author judex (239096) 21 Jan 12, 20:59
    Comment
    die Unbill ('Unrecht')
    Unbilden (Pl.; 'Unannehmlichkeiten')
    #6Author Cro-Mignon (751134) 21 Jan 12, 21:03
    Comment
    Vielen Danke :)

    Was ich genau besuche, ist ein Wort, das nicht existiert wenn normaleweise es existieren wird - nach den Sprachregeln.

    zB: Normalerweise wenn's gibt ein Wort sowie 'Unfug' gibt es auch ein Stammwort - wie beschrieben nach oben zwischen 'Wetter' und 'Unwetter' - in diesem Fall 'Unwetter' hat irgendwie wegen der Zeit eine andere Bedeutung bekommen. Auch kann man ueberlegen dass es immer 'Wetter' gibt!

    Aber gibt es kein 'Fug' ausser dem Satz 'mit Fug und Recht' - oder existiert es noch?
    #7AuthorD@niDani (847501) 21 Jan 12, 21:07
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    unglaublich
    #8Author Fragezeichen (240970) 21 Jan 12, 21:12
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    Du suchst nach sogenannten unikalen Morphemen, also Bestandteile von Ableitungen und Zusammensetzungen, die nicht allein vorkommt. Weitere Beispiele:

    Bräuti-gam (aber nicht: *Gam)
    Lind-wurm (aber nicht *Lind; das Adjektiv lind hat damit nichts zu tun.)
    Nacht-i-gall (aber nicht *Gall)
    Un-flat (aber nicht *Flat)
    #9Author Cro-Mignon (751134) 21 Jan 12, 21:14
    Comment
    Hier gibt es einen ähnlichen Faden mit Anregungen related discussion: verglimpfen
    #10Author afterhours (758017) 21 Jan 12, 21:14
    Comment
    Etymologisch gibt es das Grundwort immer. Zwischen (fast) ganz vergessen und im selben Sinn erhalten, gibt es ein Kontinuum. Wo soll man die Grenze ziehen???
    Unlust und Lust sind noch Sinn und Gegensinn, aber Unschlitt erschließt sich nur noch etymologisch aus ungislachti (das ungenießbare Schlachtwerk).
    #11Author judex (239096) 21 Jan 12, 21:16
    Comment
    Him-beere (aber nicht *Him)
    Brombeere (aber nicht *Brom; hat nichts mit dem Element Brom zu tun.)

    Korrektur zu #9: Bestandteilen; vorkommen
    #12Author Cro-Mignon (751134) 21 Jan 12, 21:17
    Comment
    Ob er nach unikalen Morphemen sucht, scheint mir auf Grund seines Beispiels nicht sicher.

    Siehe OP.
    #13Author judex (239096) 21 Jan 12, 21:19
    Comment
    Ich würde sagen, nicht nur, aber auch; siehe #7.
    #14Author Cro-Mignon (751134) 21 Jan 12, 21:27
    Comment
    @#5: portieren existiert, zumindest in der Sotwarewelt (eine Software auf eine andere Plattform / ein anderes Betriebsystem portieren).
    #15Author eineing (771776) 21 Jan 12, 21:30
    Comment
    D@niDani, suchst Du nur Wörter, die eine Vorsilbe wie un- oder dis- haben und bei denen es das Wort ohne un- etc. nicht gibt, oder auch Zusammensetzungen (compounds), deren einer Bestandteil nicht selbstständig existiert?
    #16Author Cro-Mignon (751134) 21 Jan 12, 21:37
    Comment
    Hey,

    Ich danke Ihnen. Cro-Mignon hat eine Idee was ich will :)

    Ich wollte erstmal einfach fragen welchen Woerter Ihnen als ungepaarten Woerter betrachten, sodass ich einige Woerter von denen studieren koennte. Es sieht so aus, dass es besser waere die Woerter mit einer Vorsilbe/einem Praefix wie un- zu benutzen. Ich will alle die Woerte in der gleichen Kategorie so unflat, unfug usw. werden sehr nutzlich!

    So in diesem Fall werde ich keine Zusammensetzungen benutzen.
    Also, obwohl es oft ein Stammwort irgendwo in der Geschichte des Wortes gibt, muss ich allein recherchieren warum es gibt kein Stammwort mehr. Oft gibt es eine Antwort, die man nicht erwartet!

    So ja, Woerter die mit un- anfangen werden besser :)

    Vielen Danke noch einmal!
    #17AuthorD@niDani (847501) 21 Jan 12, 22:48
    Comment
    Gern geschehen!

    In dem thread aus dem Beitrag #10 finden Sie weitere Beispiele mit un-, etwa Un-ge-ziefer (von althochdeutsch zebar 'Opfertier'):

    related discussion: verglimpfen

    Viel Erfolg!
    #18Author Cro-Mignon (751134) 21 Jan 12, 23:03
    Comment
    edit
    #19Authorframi_s (835229) 22 Jan 12, 04:29
    Comment
    Es gibt aber Geziefer und glimpflich.

    Zu #1: Einen Nutz gibt es durchaus; vgl. "zu Nutz und Frommen".
    #20Author MiMo (236780) 22 Jan 12, 08:38
    Comment
    #20:

    zu Geziefer: Das ist aber lt. großem Duden-Wörterbuch eine bedeutungsgleiche Rückbildung aus Ungeziefer. Somit beißt sich die Katze in den Schwanz ... Außerdem ist das unikale Morphem hier ziefer, nicht geziefer; -ge- ist wohl ein kollektivbildendes Präfix, vgl. Wurm/Gewürm, Berg/Gebirge, Ast/Geäst, Wolke/Gewölk, Balken/Gebälk.

    zu glimpflich: Es geht D@niDani ja, wie wir erfahren haben, weniger um unikale Morpheme als um Wörter mit Präfix, die ohne Präfix nicht vorkommen (dismembered, aber nicht *membered, wohl aber member (n.), dismember und dismemberment). Es gibt zwar das Morphem glimpf, z. B. in glimpflich und dem seltenen Substantiv der Glimpf 'angemessenes Benehmen' (zu mhd. gelimpfen 'rücksichtsvoll sein'), aber weder *verglimpfen noch *unglimpfen oder *glimpfen.

    zu Nutz: Nutz ist nicht formgleich mit Nutzen; es kommt nur in der Wendung zu Nutz und Frommen vor. Damit kann man es als unikale Komponente eines Phraseologismus ansehen (ähnlich Fug in mit Fug und Recht).
    #21Author Cro-Mignon (751134) 22 Jan 12, 12:00
    Comment
    Auch wenn es D@niDani nicht zu Nutze/zunutze ist:

    Grimm zum Substantiv nutzen, nutz, m.
    die alte starke form nutz, nutzes ist nhd. noch erhalten in eigennutz und im dativ zu nutz, zu nutze (machen), s. 2, b, γ; auszerdem wird auch der nominativ und accusativ nutz vereinzelt noch gebraucht von Brockes, Haller, Lessing, Göthe, Voss
    #22Author manni3 (305129) 22 Jan 12, 13:55
    Comment
    Ah, an Eigennutz (und, come to think of it, Nichtsnutz sowie Nießnutz) hatte ich nicht gedacht. Also doch kein unikales Morphem. Danke, manni!
    #23Author Cro-Mignon (751134) 22 Jan 12, 14:09
    Comment
    listless: Es gibt kein listful o.Ä.
    #24Author Chrysalis66 (1189140) 13 Jul 17, 06:59
    Comment
    #25Author MiMo (236780) 13 Jul 17, 07:33
    Comment
    listless: Es gibt kein listful o.Ä. (#21)
    ... und ruthful auch nicht.

    Edith:
    Unhold, Ungemach. (#1)
    Gemach, gemach!
     
    intelligent (#3)
    #26Author Stravinsky (637051) 13 Jul 17, 07:48
     
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