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    Customs and culture

    Deutsche Krimis: Die Verdächtigen sind immer zu Hause - und andere Wunderlichkeiten

    Topic

    Deutsche Krimis: Die Verdächtigen sind immer zu Hause - und andere Wunderlichkeiten

    Comment
    Fernsehkrimis aus deutscher Produktion enthalten immer wieder dieselben Elemente, die ich für völlig unrealistisch halte:

    1. Die Verdächtigen oder die Zeugen sind immer zu Hause, wenn die Ermittler an der Tür klingeln (im Falle der Verdächtigen folgt dann oft ein Abgang durch den Garten).

    2. Verdächtige werden stets im Beisein ihrer Familie befragt. Nicht nur, dass die Ehefrau dabei vom Doppelleben ihres Gatten erfährt - es ist auch gleich die perfekte Gelegenheit, die Alibis abzustimmen.

    3. Die Polizisten sagen die geplante Festnahme des Verdächtigen immer aus sicherem Abstand an, so dass genug Gelegenheit zur Flucht besteht.

    Dass 1. unrealistisch ist, wissen wir alle, die wir arbeiten, einkaufen, Kaffee trinken, Kinder abholen gehen.

    Gibt es hier Polizeikundige, die mir bestätigen können, dass 2. und 3. nicht dem Polizeialltag entsprechen? (Das hoffe ich zumindest.)

    Und fallen euch andere unrealistische Elemente auf, die vorkommen "müssen"? Dass die Leichen immer sehr dekorativ sind, ist ja noch verständlich, ich sehe auch beim Essen fern ...

    Inspiriert dazu, dass ich diese Fragen endlich mal stelle, wurde ich übrigens durch diesen Faden: related discussion: Kanada - Haustüren unverschlossen?
    Author Raudona (255425) 08 Jan 13, 14:39
    Comment
    Punkt 1 (inklusive Abgang durch den Garten und anschließender Verfolgungsjagd den Gehsteig runter) durfte ich auch schon wiederholt in amerikanischen Krimiserien beobachten, sollte also kein ausschließlich deutsches Phänomen sein. :)
    #1Author Fucsia Floyd (873804) 08 Jan 13, 14:48
    Comment
    Neulich sah ich einen Krimi, in dem der Staatsanwalt höchstselbst die Ermittlungen durchführte und Verdächtige befragte - das macht doch die Polizei, oder? Scheint aber kein generelles Phänomen deutscher Krimis zu sein, ich kann mich an keinen anderen erinnern.
    #2Author JanZ (805098) 08 Jan 13, 14:52
    Comment
    Ich seh eigentlich sehr selten deutsche Krimisendungen, aber diese Phänomene treten in allen Krimiserien auf, finde ich.

    Eine meiner Lieblingsszenen ist immer, wenn die (speziell bei CSI) Tatortermittler, zuerst einmal die ganze Wohnung mit Taschenlampen untersuchen anstelle mal den Lichtschalter zu betätigen. Und zusätzlich wird gleich mal mit freiem Auge eine Hautschuppe im Langflor-Teppich entdeckt. Unglaublich. Ich möchte auch so gut sehen können. ;o)
    #3AuthorRoach (862331) 08 Jan 13, 15:02
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    Und ich möchte mal eine so aufgeräumte Wohnung haben, wie sie in den Krimis immer vorgeführt werden! Bei mir würden die Ermittler wahnsinnig ;-)
    #4Author Raudona (255425) 08 Jan 13, 15:06
    Comment
    JanZ: soweit ich weiß, führt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Sie tut dies mittels ihres Hilfsorgans, der Polizei.
    #5Author Uljae (831733) 08 Jan 13, 15:09
    Comment
    Auch hier gibt es einige Anmerkungen und Antworten auf Krimi- (und allgemeine Film-) Unwahrscheinlichkeiten
    related discussion: Offene Haustüren
    (ungefähr ab Beitrag 60)
    #6Author Möwe [de] (534573) 08 Jan 13, 15:09
    Comment
    Gerne nimmt auch mal ein Gerichtsmediziner oder Pathologe die Ermittlungen selbst in die Hand - ob er nun Quincy heißt oder Boerne ...
    #7Author Woody 1 (455616) 08 Jan 13, 15:12
    Comment
    Sorry, "ab Beitrag 66", sagt Edith in Korrektur zu #6
    #8Author Möwe [de] (534573) 08 Jan 13, 15:14
    Comment
    Und selbstverständlich darf mit Verdächtigen, Zeug(inn)en, Polizeikolleg(inn)en, Staatsanwält(inn)en etc. nach Belieben geflirtet bzw. in die Kiste gesprungen werden - es "menschelt" halt in der Krimiwelt ...
    #9Author Woody 1 (455616) 08 Jan 13, 15:17
    Comment
    Ich wünschte die Krimis hätten die zu Begin genannten Eigenschaften.
    Aber nein, es wird immer bunter...

    Der Ermittler hat selber ein Suchtproblem, der Kommissar fick... sorry schläft mit der Hauptverdächtigen, die Herren der Polizei hausen mehr als zu leben (weil natürlich hat man auch immer gleich den Einblick in ihre Wohnung), die Kommissarin begibt sich aus Dummheit selber in Gefahr und muss dann wieder erst umständlich gerettet werden, die Frau vom Staatsanwalt darf munter mitmischen...

    Ganz ehrlich.. wenn ich einen Krimi sehe, dann will ich eine Leiche, einen seriösen Derrick oder den Alten, einen Harry -fahr schon mal den Wagen vor - dazu einen ordentlichen Mörder, ne gemütliche Couch, was zu trinken und anschließend habe ich dann die nötige Bettschwere um gut zu schlafen.
    #10Author Elbkatze (688694) 08 Jan 13, 15:17
    Comment
    Eine meiner Lieblingsszenen ist immer, wenn die (speziell bei CSI) Tatortermittler, zuerst einmal die ganze Wohnung mit Taschenlampen untersuchen anstelle mal den Lichtschalter zu betätigen.

    Stimmt, das macht sogar mein Liebling, Sarah Lund. Ich hatte überlegt, ob man damit vermeiden will, dass derjenige vorgewarnt wird, wenn er gerade nach Hause kommen sollte. Bei eingeschalteter Wohnzimmerbeleuchtung würde er, noch auf der Straße, sofort die Flucht ergreifen, aber bei kreiselnden Taschenlampenkegeln seelenruhig die Wohnungstür aufsperren? I don't think so ...

    http://www.youtube.com/watch?v=Tw18U_-Y6b4
    #11Author Lady Grey (235863) 08 Jan 13, 15:23
    Comment
    Und noch mehr Unglaubwürdigkeiten:
    In meinen Krimis (US, UK) finden die Ermittler *immer* einen Parkplatz, auch mitten in London, und obwohl alle Cafés und Restaurants immer gerammelt voll sind, finden sie *immer* noch einen freien Tisch in der Ecke (also gerade dort, wo die Tische immer zuerst besetzt sind).
    #12Authorskeppie (523787) 08 Jan 13, 15:28
    Comment
    @Raudona #4: Das denke ich mir jedes Mal. Die Wohnungen der Verdächtigen, Zeugen, Opfer sehen meistens wie aus dem Katalog aus und sind so aufgeräumt und sauber, als ob die Putzfrau/-mann oder wer auch immer dafür zuständig ist, gerade mit dem Saubermachen der Wohnung fertig ist.
    #13Author Jenna2708 (36198) 08 Jan 13, 15:35
    Comment
    Und noch so eine spezielle Situation ist auch, wenn es zur Festnahme ausserhalb der Verhörräume kommt. Dann muss nämlich immer ein Lagerhaus gestürmt werden und wer geht da wohl als Erster rein? Natürlich kommt zuerst der anzugtragende Tatortermittler mit gezogener Pistole und dahinter dann die Spezialeinheit mit Keflarwesten, Helmen und automatischen Waffen.
    #14AuthorRoach (862331) 08 Jan 13, 15:36
    Comment
    Jaaa, die Taschenlampensache. Ein unfreiwilliger CSI-running gag!

    Und Roach kann ich auch nur beipflichten: Bestenfalls trägt der Ermittler eine schusssichere Weste, aber mit dem ganzen anderen Klimbim darf sich die Sondereinheit allein abmühen. (Wenn man sich ansieht, wie die Rüstungen der deutschen Polizei an Bahnhöfen aussehen, wenn es nur um ein Fußballspiel geht...)

    A propos Sarah Lund:
    Das Schrägste war, "Sarah Lund" in einer österreichischen Bankwerbung wiederzuerkennen. Dann noch mal "High Fidelity" gesehen zu haben und sich denken, das ist doch die aus der anderen österreichischen Bankwerbung! Tatsächlich, beide dänischen Schauspielerinnen wurden von einer dänischen Agentur bankwerbungsverfilmt.

    Sich dauernd einmischende Gerichtsmediziner scheinen überhaupt en vogue zu sein, man denke an "Crossing Jordan" und "Rizzoli and Isles"...
    #15Author tigger (236106) 08 Jan 13, 15:44
    Comment
    Aber mit Taschenlampen haben sie's eher in amerikanischen als in deutschen Krimis. Oder? Ist übrigens ein ergiebiges Thema related discussion: Wie hält der Amerikaner eine Taschenlampe?
    #16Author Raudona (255425) 08 Jan 13, 16:16
    Comment
    Sehr schön sind auch immer die anhaltenden Verfolgungen eines Verdächtigen, immer mit demselben Auto und immer schön dicht hinten auffahrend. Während bei der realen Beschattung das Fahrzeug alle paar Minuten wechselt, damit der Beschattete es eben weniger leicht merkt.
    #17AuthorValeriana Ebonstar (894625) 08 Jan 13, 16:32
    Comment
    Schlimmer als die genannten unglaubwürdigen Eigenheiten finde ich, dass deutsche Krimis fast nie spannend sind. Als hätte man den Autoren zu sagen vergessen, dass irgendeine Art von Nervenkitzel doch der Zweck des Ganzen ist.
    #18AuthorMr Chekov (DE) (522758) 08 Jan 13, 16:50
    Comment
    Als hauptberuflich Krimineller hat man seine Arbeit getan und ist zum Feierabend dann zuhause ... Kinder sind in so einem Leben auch nicht so praktisch ...

    #18: "Inspektor Barnaby" ist aber kein deutscher Krimi, oder?
    #19Author corbie (745439) 08 Jan 13, 17:48
    Comment
    1) Das Verdächtige/Zeugen immer zu Hause sind, halte ich für dramaturgisch bedingt. Die Ermittler ständig vor verschlossenen Türen zu zeigen ist halt böse langweilig.

    2) Deutsche Staatsanwälte vernehmen tatsächlich relativ regelmäßig. Das hängt u.A. damit zusammen, dass die Vorladung der Polizei zur Vernehmung nur eine Einladung ist, d.h. man kann ohne Konsequenzen absagen oder nicht erscheinen (auch wenn die Schreiben der Kollegen in Grün oft einen anderen Eindruck erwecken).

    Zur Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft kann man hingegen zwangsweise polizeilich Vorgeführt werden.
    #20Author Mark (de) (13761) 08 Jan 13, 19:38
    Comment
    A good number of Germans seem to have very sparse/modern furniture. Where's all their stuff? Did all the old furniture get sold East in 1990? On the other hand, there are often extensive bookshelves, with many books having been haphazardly re-shelved. How many books can a person be reading at the same time (or have just finished reading)?

    Are there by any chance more murders on German TV each week than murders (at least interesting ones) than are actually committed?
    #21Author Jurist (US) (804041) 08 Jan 13, 20:02
    Comment
    #22Authornoli (489500) 08 Jan 13, 20:19
    Comment
    Are there by any chance more murders on German TV each week than murders (at least interesting ones) than are actually committed?

    Gemäß nolis Link gab es im Referenzjahr in Deutschland 690 Morde, also 13,2 pro Woche. Da möchte ich schon vermuten, dass die Zahl der wöchentlich zu verzeichnenden Fernsehleichen um einiges höher liegt.

    Interessante Tabelle übrigens. Wer hätte schon gedacht, dass man in Europa ausgerechnet auf Grönland mit 19,2 Morden pro Jahr und 100000 Ew. am gefährlichsten lebt? Dass Russland mit 10,2 auf Platz 2 folgt, überrascht da schon weniger. Im Heimatland von Mafia und Camorra lebt man dagegen fast so sicher wie in Deutschland oder Dänemark und weitaus sicherer als in Finnland oder - Liechtenstein!
    #23Author dirk (236321) 08 Jan 13, 21:54
    Comment
    @#3:
    Zur Benutzng von Taschenlampen kann ich aus dem realen Leben Folgendes beisteuern:
    Aus Gründen, zu denen ich hier nichts sagen möchte, mussten zwei Polizisten bei mir vor einigen Jahren nachts das ganze Haus (oberflächlich) durchsuchen.
    Sie gingen in jeden Raum und haben mit einem Handscheinwerfer hineingeleuchtet. In keinem Zimmer haben sie von sich aus das Licht eingeschaltet (oder es von mir einschalten lassen).
    Bei irgndwelchen schlecht oder gar nicht beleutetetn Kellerräumen oder unterm Dach ist das ja verständlich, aber in im Wohnzimmer, in der Küche usw?
    Krimis scheinen mitunter realistischer zu sein als man denkt.
    #24Author eineing (771776) 08 Jan 13, 21:59
    Comment
    #23: Nun gut, im Liechtenstein ist an absoluten Zahlen ein (1) Mord zu verzeichnen. Das Jahr davor mag keiner gewesen sein, im neu herangebrochenen Jahr gibt es vielleicht wieder keinen. Prompt ist Liechtenstein wieder vermeintlich (wenn nicht tatsächlich) das sicherste Land in Europa.
    #25Author Gart (646339) 08 Jan 13, 22:01
    Comment
    ... talking about murders.... I recall really enjoying reading the first Mankell novels, but I having seen a couple of the Kenneth Branagh misery-guts performances, I am cured of even contemplating to read another one.

    I am certain that a lousy story + script make for a lousy film. I just wonder how much damage a lousy director does. Can a director ever rescue a dud script?
    #26Authornoli (489500) 08 Jan 13, 22:13
    Comment
    Noli, ich mag Kenneth sonst gerne, aber in dem Fall ist ihm der schwedische Kollege (und die schwedische Produktion der englischen) wirklich haushoch überlegen. Versuch's doch noch mal mit http://en.wikipedia.org/wiki/Krister_Henriksson

    Can a director ever rescue a dud script? 
    Bestimmt!
    #27Author Lady Grey (235863) 08 Jan 13, 22:23
    Comment
    Lady - Henriksson ist auf jeden Fall besser in dieser Rolle... habe ich gesehen
    vlt liegt es an der Regie und der eigenartigen interpretation wie man sich Schweden so vorstellt.
    a lot to be said for doing what comes naturally...
    #28Authornoli (489500) 08 Jan 13, 22:44
    Comment
    Ich glaube auch, der ist einfach Schwede ... In der schwedischen Landschaft auf englisch dour, das funktioniert irgendwie nicht,
    #29Author Lady Grey (235863) 08 Jan 13, 22:49
    Comment
    Das ganze wird jetzt wissenschaftlich untersucht ... vielleicht sollten wir den Faden und die Fragen und Feststellungen dazu dort anmelden :
    http://www1.wdr.de/themen/infokompakt/videote...
    "Krimi-Serien-Effekt" wird untersucht
    Werden Zuschauer zu potenziellen Detektiven? Und lernen Ganoven durch KrimiSerien? Ob und wie "CSI & Co" die Gesellschaft gestalten, wollen Forscher der Universität Duisburg-Essen in den nächsten zwei Jahren ermitteln.
    Dazu sollen die TV-Serien analysiert und Interviews u.a. mit Polizisten und Forensikern geführt werden. "Wir vermuten, dass die Mediatisierung in der Kriminalität neue Normen schafft für alle Akteure", erläutert Projektleiter Prof. Reichertz am Montag laut Pressemitteilung den Forschungsansatz.
    #30Author no me bré (700807) 08 Jan 13, 22:55
    Comment
    Vielleicht werden Krimis deshalb extra unrealistisch inszeniert, damit sie nicht als Schulfunk für Ganoven dienen?

    Übrigens fragte mich meine Tochter gerade, wofür "SOKO" steht - so heißen ja alle möglichen Krimiserien ("SOKO Leipzig", "SOKO 5113" ...). Sonderkommissionen werden doch, wie der Name schon sagt, für besondere Anlässe gegründet und dann wieder aufgelöst. Dass ganze Abteilungen unter dieser Bezeichnung für Jahre zusammenbleiben, dürfte auch in die Kategorie "völlig unrealistisch" fallen.
    #31Author Raudona (255425) 08 Jan 13, 23:02
    Comment
    Die SOKOs sind fast so toll wie Pot-noodles am kulinarischen Firmament..
    A franchise, probably with strict rules to stick to the proscribed cheap format...
    #32Authornoli (489500) 08 Jan 13, 23:12
    Comment
    Der Link in #30 bringt bei mir leider eine Fehlermeldung.
    Wie kamst Du denn zu dem Artikel, no me bré?
    Die Untersuchung würde mich schon auch interessieren ...
    #33Authorminima (507790) 08 Jan 13, 23:14
    Comment
    Vor ein paar Jahren gab es mal große Aufregung bei der bayrischen Polizei, weil angeblich eine "Tatort"-Folge aus München die Polizeiarbeit zu realistisch dargestellt hatte ... veilleicht findet ja jemand noch einen Bericht dazu ...
    #34Author no me bré (700807) 08 Jan 13, 23:21
    Comment
    fuer alle die SOKOs nicht kennen http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersich... - abrufbar
    #35Authornoli (489500) 08 Jan 13, 23:35
    Comment
    In allen Krimis dieser Welt kucken die bescheuerten Guten am Ende nicht nach, ob der gerade erlegte Böse wirklich tot ist. Prompt richtet er sich nochmal auf oder taucht aus der Badewanne/dem See/dem brodelnden Säurebad wieder hoch, worüber man als Zuschauer ganz doll erschrickt, weil man das ja überhaupt gar nicht erwartet hat.

    In Krimis wissen immer alle Leute, wo genau sie wann waren. "Wo waren Sie am 23.8.2012 zwischen 18.30 und 19 Uhr?" - wer kann das schon ohne Blick in den Kalender beantworten?
    #36Author Birgila/DE (172576) 08 Jan 13, 23:45
    Comment
    Wenn der Zuschauer aufpasst, lernt er in wenigen Wochen: "Tatort"-Beamte sind oft nicht viel besser als die, die sie jagen. Sie handeln inhuman und gewalttätig, sie lügen, sie halten sich nicht an die Gesetze. Sie denunzieren das Recht als Behinderung der Polizeiarbeit und üben Selbstjustiz. Dabei wird das Publikum durch die Erzählweise gezwungen, die Perspektive solcher Ermittler einzunehmen und deren Verachtung für den Rechtsstaat zu teilen. – aus dem überaus lesenswerten Zeit-Artikel  Der Fall "Tatort"  der Gerichts- und Kriminalreporterin Sabine Rückert. Sie schließt mit Sätzen, die sich Krimiautoren und -regisseure zu Herzen nehmen können: Ein guter Kriminalfilm benötigt keine sadistischen Serientäter, keine aufgeschlitzten Bäuche, keine okkulten Mordmotive, keine Blutbäder und keine schönen Frauen – nur einen glaubhaften Fall und überragende Schauspieler. Von denen hätte der Tatort genug. "Er sollte tot" bildet ein Verbrechen ab, das in Deutschland tatsächlich geschehen ist. Und der Zuschauer hat bis zum Abspann erfahren, wie entsetzlich es ist, wenn ein Mensch getötet wird. Wie ausweglos manches Leben auf die Katastrophe zuläuft, zum Mörder zu werden. Und wie human und trotzdem packend richtige Polizeiarbeit sein kann.

    Rückert kritisiert also nicht nur, sie lobt auch ausdrücklich einzelne Filme. Und ganz unmaßgeblich möchte ich ergänzen, dass mir viele der zu Recht kritisierten "Polizeiruf-110"- oder "Tatort"-Folgen immer noch lieber sind als all die Scripted-Reality-Serien des Privatfernsehens, in denen das Recht von echten, halbechten oder geschauspielerten "Ordnungshütern" noch viel gravierender gebeugt wird als im schlechtesten "Tatort".
    #37AuthorDritte_Schicht (804716) 09 Jan 13, 03:09
    Comment
    #38AuthorAndiH (335362) 09 Jan 13, 07:48
    Comment
    Das wurde alles schon sorgfältig zusammengetragen:

    Hollywood's Laws of Life, Physics and Everything
    http://www.h2g2.com/dna/h2g2/plain/A812800

    z.B.:
    - wenn im Film ein Kinderwagen vorkommt, weiß man, wer demnächst Probleme bekommen wird
    - der eMail-Eingangskorb enthält NUR die gesuchte Mail (sonst nix, und insbesondere keinen Spam)
    - Fotos und Filmaufnahmen werden schärfer und detailreicher beim Reinzoomen
    - man kann sich in Zimmerlautstärke in einem Hubschrauber unterhalten
    - usw., usw. :-)
    #39Author Harald S (236719) 09 Jan 13, 08:20
    Comment
    Auch bei scheinbar jeder Observation kann der Verdächtige entwischen, weil der männliche Beamte mal eben pinkeln gehn muss, während der andere mit nem Döner oder Currywurst in der Hand im Auto sitzt.
    #40Author Calexico (303159) 09 Jan 13, 09:46
    Comment
    man kann sich in Zimmerlautstärke in einem Hubschrauber unterhalten

    Das geht tatsächlich. Vielleicht etwas gehobene Zimmerlautstärke, aber wenn die Türen zu sind, sind die recht gut gedämmt. War selber überrascht beim letzten Rundflug über unserer Stadt.
    #41Author Mandalor (856590) 09 Jan 13, 10:11
    Comment
    Und lernen Ganoven durch KrimiSerien?

    Bedingt ja. Seit Agatha Christies "Das fahle Pferd" hat sich herumgesprochen, dass das zuvor völlig unbekannte Thallium ein effizientes Gift ist. Und ich las einmal in einem Interview eines deutschen Krimiautors, dass er stets bewusst die eine oder andere Unmöglichkeit einflechte, damit sich eben echte Ganoven bei ihm keine Anregungen holen können.
    #42AuthorValeriana Ebonstar (894625) 09 Jan 13, 10:15
    Comment
    #30 und 33: Die Pressemeldung über das Forschungsprojekt "CSI-Effekt" ist auf mehreren Seiten verfügbar. Einfach das Zitat von Prof. Reichertz als Suchbegriff eingeben.

    Allerdings ist das Projekt wohl gerade erst angelaufen, Ergebnisse gibt es da noch nicht.
    #43Author Raudona (255425) 09 Jan 13, 10:19
    Comment
    Wenn jemand etwas scheinbar völlig Zusammenhangloses und Belangloses sagt ("am Dienstag hat es geregnet" oder "ich habe Herrn Maier beim Gassigehen getroffen"), kann man 100% sicher sein, dass das später noch eine tragende Rolle spielen wird. Ich kann ja verstehen, dass Smalltalk in einem Krimi nicht zielführend ist, wenn aber jeder Smalltalk sich dann als Alibitöter heraustellt (wenn Herr Maier später behauptet, den ganzen Tag bei seiner Frau zu Hause gewesen zu sein), ist das so vorhersagbar für den Zuschauer.
    #44Author Mondschaf (244271) 09 Jan 13, 11:10
    Comment
    Das Hubschaubermodell das ich kenne, hieß scherzhaft "Teppichklopfer". Dort drin konnte man sich nur durch Schreien verständigen. Nicht umsonst haben Insassen Ohrenschützer/Kopfhörer und Mikrophon.
    So ein ganz moderner in Zivilversion ist sicher besser gedämmt, aber Filme werden ja oft nachvertont. Da wählt man dann ein leichtes Sirren als Hintergrundgeräusch.
    #45Author Harri Beau (812872) 09 Jan 13, 11:35
    Comment
    In Filmen ducken sich die Leute auch immer in der Nähe von Hubschraubern. Warum? Das Bodenpersonal bei unserem Rundflug sagte auch zu uns: "Wir sind hier nicht in Hollywood, gehen sie einfach ganz normal zum Hubschrauber."
    #46Author Mandalor (856590) 09 Jan 13, 11:44
    Comment
    Sollte der Rotor an sein - kann es vielleicht angezeigt sein, sich zu ducken, um das Gesicht zu schützen und nicht den aufgewirbelten Staub schlucken zu müssen?
    #47Author Gart (646339) 09 Jan 13, 11:46
    Comment
    Nein. Wenn da was ist, wird das nicht auf-, sondern weggewirbelt. "Unser" Hubi landete/startete auf einer Wiese, und da flog nichts herum. In Filmen landen Helis auf ausgewiesenen Heli-Landeplätzen, wo ja wirklich nichts mehr rumliegen sollte, und trotzdem gehen die Leute immer tief gebückt unter dem Rotor durch. Wie gesagt, ich habe selber mal einen Flug mitgemacht, wenn man zum Heli geht, ist das einfach nur wie eine starke Brise von oben, aber man hat keinen Staub/Schmutz um einen herum.
    #48Author Mandalor (856590) 09 Jan 13, 11:53
    Comment
    Mal gelesen: Wenn denn in einer Serie ein Hubschrauber vorkommt, dann auch immer in möglichst vielen Einstellungen, auch wenn er zum Skript nichts Konstruktives mehr beitragen sollte. Aber die Kosten sind so hoch, da möchte man ihn dann auch so viel wie möglich nutzen.
    #49Author Fucsia Floyd (873804) 09 Jan 13, 11:54
    Comment
    @39, Fotos und Filmaufnahmen werden schärfer und detailreicher beim Reinzoomen

    Weiterführend hierzu:

    http://www.youtube.com/watch?v=Vxq9yj2pVWk
    #50AuthorMr Chekov (DE) (522758) 09 Jan 13, 11:54
    Comment
    Hubschrauber wirbeln eine Menge Staub auf. Soviel weiß ich aus eigener Erfahrung. Auf einer blankgefegten Flight ist natürlich nichts, aber in der Natur schon.

    Und ich habe schon mit eigenen Augen eine (leere) Rettungstrage gesehen die sich erhob und davonschweben wollte. Wollte - hätte ich sie nicht schnell festgehalten.

    Sich ducken wegen der Rotorblätter ist tatsächlich unnötig. Es sei denn, bei kleinen zweisitzigen Zwerghubschraubern. Gefährlicher ist der Heckrotor.

    ~~

    Mir ist schon oft aufgefallen, daß die Fenster im Auto gerne offenstehen. Sogar bei miesem Wetter. Der Held, Polizist oder Ganove schwingt sich auf den Sitz, legt die Hand auf die Tür und knallt sie zu. Dann fährt er los. "In echt" habe ich das noch nicht beobachtet, nur wenn es sehr warm ist und jemand ganz lässig daherkommen möchte.
    #51Author Harri Beau (812872) 09 Jan 13, 12:00
    Comment
    Hubschrauber wirbeln eine Menge Staub auf. Soviel weiß ich aus eigener Erfahrung. Auf einer blankgefegten Flight ist natürlich nichts, aber in der Natur schon.

    Tja, dann haben wir unterschiedlicher Erfahrungen gemacht...
    #52Author Mandalor (856590) 09 Jan 13, 13:07
    Comment
    Warum? Ein Hunschrauber zu Rundflugszwecken landet dort, wo er kurz zuvor noch weggeflogen ist. Wo soll da plötzlich neuer Staub herkommen? Ausserdem läuft der Rotor im Leerlauf, die Rotorblätter sind nicht schräggestellt und wirken nicht wie ein Ventilator.

    Da geht es bei echten Einsätzen alles weniger gemächlich zu.
    #53Author Harri Beau (812872) 09 Jan 13, 13:19
    Comment
    Sag ich doch. Wir haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
    #54Author Mandalor (856590) 09 Jan 13, 13:31
    Comment
    Die Tatortermittler bei CSI müssen nicht nur alles bei Taschenlampenlicht machen, sie laufen auch grundsätzlich in normalen Straßenklamotten und mit offenen Haaren am Tatort herum und tragen auch im Labor kaum Schutzkleidung. Bloß an die Handschuhe wird gedacht, von wegen der Fingerabdrücke. Und davon, wie die Synchronsprecher die Namen der Chemikalien aussprechen, mit denen sie entweder als Nachweisreagenzien hantieren oder die sie im Rahmen ihrer Ermittlungen identifizieren, möchte ich gar nicht anfangen, das ist irgendwo zwischen abenteuerlich und gruselig. Schön ist auch, wie sie sich immer wieder gegenseitig elementare Nachweismethoden erklären (natürlich, damit der Zuschauer daheim auch versteht, warum die Schweinehälften ins Labor gekarrt werden oder sich beim Aufträufeln einer farblosen Flüssigkeit eine Verfärbung zeigt).

    Ansonsten staune ich auch oft darüber, wie viele Serientäter es doch zu geben scheint. Sobald eine Leiche gefunden wird, erinnert sich irgendwer daran, dass da doch damals vor drei oder vier Jahren schonmal eine Leiche mit einem Strauß Maiglöckchen in der Hand gefunden wurde, in einer anderen Stadt, in der man zufällig gerade als Ermittler hospitiert hat oder aus der man ins hiesige Dezernat strafversetzt wurde...
    #55Author Dragon (238202) 09 Jan 13, 13:34
    Comment
    Ach so war das gemeint.

    Aber eins steht für mich fest, Hubschrauberflüge sind wesentlich interessanter als mit Flugzeugen. Darin sind wir uns bestimmt einig?
    #56Author Harri Beau (812872) 09 Jan 13, 13:36
    Comment
    Die Ermittlerinnen stehen grundsätzlich auf High Heels am Labortisch, was nach ein paar Stunden ganz ungemein bequem und gesund fürs Kreuz ist.
    #57Author Birgila/DE (172576) 09 Jan 13, 14:24
    Comment
    Hubschrauber - ich denke viele Motive von oben gesehen kommen heute von Bing oder Google
    #58Authornoli (489500) 09 Jan 13, 14:35
    Comment
    @57: Stimmt, das hatte ich noch vergessen.
    #59Author Dragon (238202) 09 Jan 13, 14:54
    Comment
    Und die ErmittlerInnen laufen die Hälfte ihrer Zeit durch die Pathologie. Da kann man einfach so rein (gelegentlich platzen auch Verwandte in eine Obduktion), und die Pathologin oder der Pathologe kann dann immer am lebenden - äh, toten Objekt etwas Ermittlungsrelevantes zeigen.
    #60Author Raudona (255425) 09 Jan 13, 15:02
    Comment
    @56:
    Klar, wobei beides interessant ist. Bei unserem Rundflug hatte ich das Vergnügen, vorne auf dem Platz des Copiloten zu sitzen. Meine Frau musste mich wegen meiner Höhenangst eh schon zu dem Flug überreden, und dann dieser Platz mit Glas unter den Füßen...war aber trotzdem klasse!
    #61Author Mandalor (856590) 09 Jan 13, 15:03
    Comment
    Auch toll sind Ermittler, die sobald sie in einem Lagerhaus säckeweise weißes Pulver finden, den Finger reinstecken, ablecken, und "Reines Kokain" sagen.
    Kann sein, dass das aus pädagogischen Gründen mittlerweile nicht mehr vorkommt.


    Eine meiner Lieblingsszenen ist immer, wenn die (speziell bei CSI) Tatortermittler, zuerst einmal die ganze Wohnung mit Taschenlampen untersuchen anstelle mal den Lichtschalter zu betätigen.

    Naja, weiß doch jeder, dass Gangster gerne mal die Glühbirne mit Schwarzpulver füllen, um eine Sprengfalle für ungebetene Besucher zu hinterlassen ;-)
    #62AuthorYora Unfug (694297) 09 Jan 13, 15:26
    Comment
    @Raudona: Danke für den Tipp in #43!


    @Yora: Genau!!! Woher wissen die eigentlich, wie Kokain schmeckt?
    Gehört die Geschmacksprobe zur Ausbildung eines Kommissars? ;)


    Und gibt es eigentlich noch Ermittler, die eine ganz normale Familie haben?
    Ich habe den Eindruck, die leben alle in Wohngemeinschaften oder in Halb-Beziehungen zum besten Freund / zur Kumpeline. Vielleicht, um da später mal eine Beziehungsgeschichte draus machen zu können? Oder damit sich der Zuschauer jedesmal fragt: "Ob sie sich wohl irgendwann doch mal kriegen?"
    #63Authorminima (507790) 09 Jan 13, 15:47
    Comment
    minima,
    Commissario Brunetti (bei Donna Leon) ist verheirateter Familienvater und Kommissar Gamache (Ganache?) aus Kanada (in den Krimis von Louise Penny) auch ein normaler Ehemann, Vater und Opa.
    Weitere fallen mir allerdings auch nicht auf Anhieb ein.
    #64Author Möwe [de] (534573) 09 Jan 13, 15:57
    Comment
    Vielleicht, um da später mal eine Beziehungsgeschichte draus machen zu können? Oder damit sich der Zuschauer jedesmal fragt: "Ob sie sich wohl irgendwann doch mal kriegen?"

    Weil sich die Lobbyorganisation der Absolute Beginners und Beziehungsunfähigen beschwert hat, dass sie wie alle Minderheiten gerne mehr in den Medien repräsentiert wäre ;-).
    #65Author JanZ (805098) 09 Jan 13, 16:00
    Comment
    Der "Inspektor Barnaby" hat Frau und Tochter die manchmal mitermitteln, aber der ist ja kein deutscher Krimi, oder wie war das gemeint?

    Im Hamburger Hafenkrimi dürfen die Frauen ständig ans Steuer, die Polizisten sitzen brav auf dem Beifahrersitz. Ob das wirklich der Realität entspricht?
    #66Author Puppengesicht (807439) 09 Jan 13, 16:02
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    @ Möwe und Puppengesicht: Stimmt, aber ich hatte im Moment wirklich nur an deutsche Krimis gedacht.

    @Jan: Aha! Again what learned!
    (Ich liebe LEO!) ;D
    #67Authorminima (507790) 09 Jan 13, 16:11
    Comment
    Jetzt muss ich aber doch einmal ein gutes Wort für deutsche Krimis einlegen.
    Eigentlich kann ich nur für den "Tatort" sprechen, weil das die einzige Serie ist, die ich über viele Jahre hinweg verfolgt habe - und mich immer noch freue, wenn ich eine Folge im Fernsehprogramm angekündigt sehe. Und wenn ich dann Zeit habe, schaue ich sie mir auch an - egal, ob neu oder alt.

    Vieles von dem, was hier bemängelt wurde, liegt doch einfach nur daran, dass man uns Zuschauern in 90 Minuten eine komprimierte Fassung vorlegen muss. Wie soll es denn anders gehen? Natürlich kann ich da nicht zeigen, wie oft man bei jemandem an der Haustür klingeln muss, um tatsächlich jemanden anzutreffen. Und wie oft man erfolglos versucht, einen telefonischen Kontakt herzustellen. Oder wie lange man jemanden - oft auch erfolglos - beschattet.

    Und was die aufgeräumten Wohnungen betrifft: In vielen Tatort-Folgen habe ich schon Wohnungen gesehen, die keineswegs dem Standard der pflichtbewussten Hausfrau entsprachen. Zeigt man einen Villenhaushalt, gehe ich davon aus, dass dort eine Reinigungskraft täglich ihre Pflicht tut, und es daher entsprechend geleckt aussieht.

    Was Drogenerkennung anbelangt: Kriminalbeamte werden natürlich entsprechend geschult, um Drogen erkennen zu können.

    Und wenn man nicht jedem Kriminalbeamten im Drehbuch eine intakte Familie im Hintergrund mitgibt, mag das von der Realität gar nicht so weit entfernt sein.

    Das Einzige was mich stört, ist die Identifizierung von verstorbenen Angehörigen. Muss man da tatsächlich als Hinterbliebener immer noch in der Pathologie antreten?

    Hauptsächlich wird die Indentifizierung heutzutage über Fotos, Gebiss, DNA etc. erledigt, so dass der Angehörige sich diese qualvolle Prozedur nicht mehr antun muss. Hat man mir zumindest erzählt ...



    #68Author Fragezeichen (240970) 09 Jan 13, 16:18
    Comment
    68# "Vieles von dem, was hier bemängelt wurde, liegt doch einfach nur daran, dass man uns Zuschauern in 90 Minuten eine komprimierte Fassung vorlegen muss. Wie soll es denn anders gehen? Natürlich kann ich da nicht zeigen, wie oft man bei jemandem an der Haustür klingeln muss, um tatsächlich jemanden anzutreffen. Und wie oft man erfolglos versucht, einen telefonischen Kontakt herzustellen. Oder wie lange man jemanden - oft auch erfolglos - beschattet.

    Fragezeichen, dankeschön für den Hinweis auf diese notwendige dramaturgische Logik!
    Mich juckte es gestern auch schon in den Fingern, aber ich hatte keine Zeit zum Ausformulieren.
    #69Author Serendipity_4 (677936) 09 Jan 13, 16:27
    Comment
    Second 69
    #70Author Lady Grey (235863) 09 Jan 13, 16:29
    Comment
    Slightly OT: Seitdem ich weiß, wie hoch das Honorar für ein "Tatort"-Drehbuch sein kann, juckt es mich außerdem in den Fingern, mal eines zu schreiben...
    #71Author Serendipity_4 (677936) 09 Jan 13, 16:35
    Comment
    Ja, das sagte Mark in Beitrag 20 auch: Das Verdächtige/Zeugen immer zu Hause sind, halte ich für dramaturgisch bedingt. Die Ermittler ständig vor verschlossenen Türen zu zeigen ist halt böse langweilig.

    Deshalb werden Morde auch so schnell aufgeklärt. Einen wirklich "echten" Krimi will wahrscheinlich gar keiner sehen.

    Nur bei wirklichem Unsinn möchte ich abschalten: Wenn sie sich mit Blaulicht und Sirene aufmachen um einen Verdächtigen zu Hause festzunehmen. Wenn ich ein schlechtes Gewissen hätte, würde ich die Sirene meilenweit hören und mich schnell verstecken!

    Bitte, lass uns die Höhe vom Honorar auch wissen!
    #72Author Puppengesicht (807439) 09 Jan 13, 16:37
    Comment
    Nö.

    *fiesgrins*

    On topic: Ich kenne ein paar Kriminalbeamte (tatsächlich aus einem K11 - die entsprechende Abteilung heißt im richtigen Leben auch so, in jedem Polizeipräsidium), und was ich von denen so mitbekomme, sind ätzende Bereitschaftszeiten und in der Tat nicht die harmonischsten Familienverhältnisse.
    #73Author Serendipity_4 (677936) 09 Jan 13, 16:41
    Comment
    Mal eine grundsätzliche Frage: Ist das eigentlich in Krimis wirklich so?

    Ich habe lange keinen mehr gesehen, habe aber das Gefühl, das Krimis noch am ehesten versuchen, "lebensnah" zu sein...für mich ist der Krimi mit das Genre, in dem ich am ehesten Parkplatzprobleme, Probleme mit dem Zugang zum Internet/E-Mailkonto, unzuverlässige Paketdienste, unpünktliche Züge, überfüllte Restaurants usw. erwarte.
    #74AuthorYora Unfug (694297) 09 Jan 13, 16:53
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    Schon, Yora, aber andererseits ist ein Krimi eine Kunstform und hat keinen dokumentarischen Anspruch.

    Und - wie schon weiter oben gesagt: Es muss in 90 Minuten eine stimmige Geschichte erzählt werden, die vordringlich das Ziel hat, einen Kriminalfall logisch und spannend zu erzählen und diesen Handlungsstrang zu einem dramaturgisch befriedigendem Ende zu führen!

    In den meisten "Tatorten" gibt es ja immer mal wieder die Elemente, die du anführst.

    Großartig und kaum noch zu toppen - aus meiner Sicht - war in diesen Belangen die britische Kurzsrie "Cracker" - hierzulande gelaufen als "Für alle Fälle Fitz". Überhaupt liebe ich die britisch-unsentimentalen Krimis.
    #75Author Serendipity_4 (677936) 09 Jan 13, 16:58
    Comment
    Dass viele Dinge dramaturgisch bedingt sind, ist klar. Z.B. auch, dass jeder Mord aufgeklärt wird, und zwar immer ziemlich fix. Aber es wäre dramaturgisch möglich, die andere Möglichkeit (die verschlossene Haustür, den unaufgeklärten Mord) wenigstens mal in einem Nebensatz einfließen zu lassen (genervtes Warten vor der Haustür, "Hoffentlich ist er jetzt da, wir stehen hier jetzt zum siebten Mal" ...).

    Im Übrigen erwarte ich von einem Krimi gar keine dokumentarischen Qualitäten. Ich will gut unterhalten werden, das war's. Ich will auch nicht, dass "heiße Eisen angepackt" werden. Mich nervt es aber, wenn der Anspruch erhoben wird, das sei nahe an der Realität.

    Darum ist meine Lieblingsserie auch "Mit Herz und Handschellen". Die Aufklärung des Verbrechens tritt da in den Hintergrund, während das komplizierte Beziehungsgeflecht der Hauptfiguren gezeigt wird. Die Charaktere sind wunderbar überzeichnet: die chaotische Hauptkommissarin Nina, die zwischen Machos und Softis pendelt und nicht so recht weiß, was sie will, der schwule Bulle Leo (schon allein des Namens wegen muss ich ihn lieben), der für Nina der Fels in der Brandung ist, der Superchauvi Wacker, dann die mürrische Pathologin Dr. Reiter, der Assistent Schulz, dessen Frau bei der Spurensicherung ist (über eine Leiche gebeugt, nuschelt Schulz gern ein "Guten Morgen, Spatz") ...

    Die dürfen mit Taschenlampen hantieren, so lange sie wollen. Eben weil sie nicht so tun, als würden sie das wahre Leben (ja, meinetwegen auch dramaturgisch aufbereitet) darstellen.
    #76Author Raudona (255425) 09 Jan 13, 17:01
    Comment
    Edith sagt: Ärgs, Dipi hatte selbst ein Logik-Problem. Grrrr.

    Großartig und kaum noch zu toppen - aus meiner Sicht - war in diesen Belangen die britische Kurzsrie "Cracker" - hierzulande gelaufen als "Für alle Fälle Fitz". Überhaupt liebe ich die britisch-unsentimentalen Krimis.
    #77Author Serendipity_4 (677936) 09 Jan 13, 17:02
    Comment
    @Serendipity_4 (#73): "(tatsächlich aus einem K11 - die entsprechende Abteilung heißt im richtigen Leben auch so, in jedem Polizeipräsidium)"

    Huh? Es gibt noch nicht mal Polizeipräsidien in jedem Bundesland...
    #78Author Mark (de) (13761) 09 Jan 13, 17:12
    Comment
    Dass viele Dinge dramaturgisch bedingt sind, ist klar. Z.B. auch, dass jeder Mord aufgeklärt wird, und zwar immer ziemlich fix. Aber es wäre dramaturgisch möglich, die andere Möglichkeit (die verschlossene Haustür, den unaufgeklärten Mord) wenigstens mal in einem Nebensatz einfließen zu lassen (genervtes Warten vor der Haustür, "Hoffentlich ist er jetzt da, wir stehen hier jetzt zum siebten Mal" ...).

    Vor Ewigkeiten in einer Der Fahnder-Folge.
    Zwei Polizisten klingen beim Gesuchten, keiner macht auf, aber die Nachbarin kommt aus ihrer Tür:
    "Da können Sie lange klingeln, der ist aufem Friedhof."
    "Friedhof? Mist, auf welchem denn?"
    "Was ist heute, Mittwoch? Dann auf dem Nordfriedhof."
    "Hat der etwa einen Wandersarg?!?"
    (Abb. ähnl.)
    Hat er natürlich nicht, sondern ist Steinmetz oder Friedhofsgärtner oder ähnliches. Seither hat der Wandersarg einen Platz im Familienvokabular.
    #79Author Russisch Brot (340782) 09 Jan 13, 17:12
    Comment
    # 78: Huh? Es gibt noch nicht mal Polizeipräsidien in jedem Bundesland...

    Upps? Das wusste ich nun wieder nicht ... also, in NRW, Hessen und Bayern gibt es welche, aber das ist offenbar nicht ganz repräsentativ! Klär' mich auf! (Nein, keine Blümchen und Bienchen ;-))
    #80Author Serendipity_4 (677936) 09 Jan 13, 17:14
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    Ach Leute, ich gebe Fragezeichen ja auch Recht mit #68! Und ich maule auch gar nicht rum über Unstimmigkeiten, sondern amüsiere mich höchstens drüber. ;)
    Krimis sind eh das einzige Filmgenre, das ich mir ab und zu angucke.

    Aber dass Ermittler tatsächlich Kokain am Geschmack erkennen, wundert mich doch etwas ...


    LOL, der Wandersarg ist klasse, Russisch Brot! ;D
    #81Authorminima (507790) 09 Jan 13, 17:17
    Comment
    Genau - zu viel "Realität" im Fernsehen wär auch langweilig; davon hat man im Alltag schon genug ...

    Gegen Ermittlerinnen, die in Stöckelschuhen (so hießen doch die "High Heels" früher auf Deutsch, oder?) am Labortisch oder sonstwo rumstehen, hab ich grundsätzlich auch nix einzuwenden :-)

    (Ich denke da z.B. an "Rizzoli & Isles" oder die "Conny Mey" aus dem Tatort - da drückt man doch gerne mal ein Auge zu.)
    #82Author Woody 1 (455616) 09 Jan 13, 17:42
    Comment
    Somit wäre auch die Frage geklärt, warum Pathologinnen in High Heels sezieren.
    Damit auch die männliche Zuschauerschaft auf ihre Kosten kommt. ;P
    #83Authorminima (507790) 09 Jan 13, 17:47
    Comment
    Nur der Vollständigkeit halber sei hier noch der Klassiker erwähnt:
    Bei jedem Crash explodiert das Auto.
    #84Author Faber451 (883626) 09 Jan 13, 17:51
    Comment
    @83:

    Bei "Alberich" (alias Frau Dr. Haller) aus dem Münsteraner Tatort hätte das ggf. wohl eher praktische Gründe - das ist nämlich (rein physisch) eine "mini-minima" ;-)

    ... aber ansonsten eine ganz Große!
    #85Author Woody 1 (455616) 09 Jan 13, 18:00
    Comment
    @Serendipity_4 (#80): Hier in Berlin gibt es zwar einen Polizeipräsidenten (sowohl als Amtsbezeichnung für den Chef als auch als Behörde) aber kein Polizeipräsidium.
    Für die "normale" Polizei in der Fläche ist die Gliederung:
    Polizeipräsident -> Polizeidirektion -> Abschnitt -> Dienstgruppe

    Für die zentralisierten Bereiche (LKA, Zentrale Serviceeinheit, Direktion Zentrale Aufgaben) sind anders gegliedert (Abteilungen, Referate, Stabsbereiche, Dezernate, Fachgruppen, usw), aber keine hat ein Polizeipräsidium.
    #86Author Mark (de) (13761) 09 Jan 13, 18:06
    Comment
    Das große Gebäude hier drei, vier Straßen weiter, in dem die Polizei residiert, hieß schon seit ich mich erinnern kann "Polizeipräsidium" ...
    #87Author no me bré (700807) 09 Jan 13, 18:12
    Comment
    Und die bösen Buben können allesamt nicht vernünftig schießen, auch nicht, wenn sie zu fünft mit vollautomatischen Waffen (heißen die so?) den helfenhaften Ermittler beschießen.

    Letzterer hingegen schießt nach dem Helden-Prinzip: Jeder Schuss ein Treffer. Und er hat immer so viele Schuss (ergo Treffer), wie es böse Buben auszuschalten gibt. Egal, wieviele Projektile er in der simplen Handfeuerwaffe zur Verfügung hatte...

    (Okay, das ist nicht krimi-spezifisch, tritt aber auch dort auf)
    #88Author ted (236428) 09 Jan 13, 18:13
    Comment
    Woody, Alberich ist eine meiner Lieblingsfiguren aus den Tatorten!
    Überhaupt sind mir die Tatorte aus Münster am liebsten ... vielleicht gerade, weil da oft so überspitzt gezeichnet wird, dass man weiß, dass nicht alles Ernst gemeint ist. ;)
    #89Authorminima (507790) 09 Jan 13, 18:15
    Comment
    @84:

    Genau. Der Mythos vom explodierenden Auto ist besonders ärgerlich, weil er vermutlich manche Passanten davon abhält, Erste Hilfe zu leisten ("Vorsicht, das Auto explodiert gleich!").
    #90Author Cro-Mignon (751134) 09 Jan 13, 18:22
    Comment
    Anscheinend hat die Serie CSI dazu geführt, dass viele US Ermittler inzwischen alle möglichen forensischen Tests durchführen lassen, weil die US Jurys dies so erwarten.

    Gut, der Täter wurde bei der Tat gesehen, von der Polizei mit dem blutigen Messer angetroffen, über die Leiche gebeugt, hatte in sein Tagebuch geschrieben, dass er seine Ex-Frau umbringen wollte - aber die Ermittler haben offensichtlich geschlampt, weil sie keine DNA Probe aus den Wunden des Opfers haben abnehmen lassen.

    Dummerweise dauern diese Tests recht lange, daher verzögern sich selbst diese offensichtlichen Verhandlungen um Wochen und Monate.
    #91Author BryceS (858421) 09 Jan 13, 18:30
    Comment
    @no me bré (#87): #73 klang so als wäre die Gliederung der Landespolizeien quasi standardisiert und es gäbe in jeder eine Organisationsstufe "Polizeipräsidium" die wiederum ein "Kommissariat 11" enthält.

    Mein Punkt war das es zwar gewisse Tendenzen im Polizeiaufbau gibt (keiner erfindet das Rad neu, sondern schielt zum Nachbarn), diese jedoch keinesfalls bundesweit so einheitlich sind das Gliederungen und ihre Nummerierungen (!) standardisiert sind.
    Es gibt verschiedene Grundmodelle, aber gerade die Stadtstaaten kochen (bedingt durch die andere Geographie) ihr ganz eigenes Süppchen.

    Edit: Um den Unterschied hervorzuheben
    "Polizeipräsidium" in Berlin = Gebäude am Platz der Luftbrücke in dem der Polizeipräsident residiert
    "Polizeipräsidium" in Bayern = erste Untergliederung in der Fläche, z.B. Schwaben Nord, vergleichbar mit dem was in Berlin eine Direktion ist.
    #92Author Mark (de) (13761) 09 Jan 13, 18:35
    Comment
    #90: Cro-Mignon, du hast leider recht. Dieser ärgerliche Einwand gegen erste Hilfe bei Auto-Unfällen ist anscheinend unausrottbar.

    #91: Gut, der Täter wurde bei der Tat gesehen, von der Polizei mit dem blutigen Messer angetroffen, über die Leiche gebeugt, hatte in sein Tagebuch geschrieben, dass er seine Ex-Frau umbringen wollte - aber die Ermittler haben offensichtlich geschlampt, weil sie keine DNA Probe aus den Wunden des Opfers haben abnehmen lassen.

    Bei dieser Passage musste ich unwillkürlich an "Die 12 Geschworenen" denken :-)
    (Mit Jack Klugman ist jetzt übrigens der letzte Schauspieler der alten Verfilmung gestorben.)
    #93Author Faber451 (883626) 09 Jan 13, 18:54
    Comment
    Vorweg: Ich weiß natürlich, dass das auch der begrenzten Sendezeit sowie dem legitimen Bestreben geschuldet ist, den Zuschauer nicht über Gebühr zu langweilen.

    Aber trotzdem: Da kommen die Ermittler an eine Wohnungstür, klingeln einmal, warten ca. 3 Sekunden, sehen sich beunruhigt an, klingeln ein weiteres Mal und nochmal gleich hinterher, warten noch einmal drei Sekunden und treten dann die Tür ein. Was erwarten die eigentlich vom Durchschnittswohnungsbewohner (der ja nicht mal weiß, dass da die Polizei klingelt, sondern vermutlich denkt, Tante Elfriede käme zu Besuch oder die Nachbarin wolle sich ein Ei borgen)? Soll er alles fallen lassen, wo er gerade steht oder sitzt, und im Höchsttempo zur Tür sprinten, damit er diese in allerhöchstens 10 Sekunden auch erreicht und vor ihrer gewaltsamen Zerstörung bewahren kann?
    #94Author dirk (236321) 09 Jan 13, 19:02
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    @94: In den US-Krimis brüllen sie wenigstens ein- oder zweimal "NYPD*! Öffnen Sie die Tür!", bevor sie sie eintreten ;o)

    *oder welches Police Department sie auch immer gerade darstellen - LAPD wird auch immer gern genommen...
    #95Author Dragon (238202) 09 Jan 13, 19:08
    Comment
    leicht OT:

    @Cro-Mignon #90 und Faber #93:
    Bevor ich wirklich mal in so eine Situation komme und nur feige rumstehe:
    Warum kann denn nichts passieren, wenn bei einem Autounfall ein Fahrzeug wirklich so stark beschädigt wird, dass z.B. der Tank ausläuft?
    Gut, ein Freund hat mir schon mal erzählt: "Du kannst ein brennendes Streichholz in einen Tank werfen und es passiert nichts, außer dass es ausgeht."
    Aber: An jeder Tankstelle wird vor offenem Feuer gewarnt (z.B. Rauchen). Das soll (hab ich nur gehört) darn liegen, dass sich nur die Dämpfe von Benzin entzünden.
    Bei einem auslaufenden Benzintank entwickeln sich doch Dämpfe, oder?
    Natürlich würde ich zu diesem Auto jetzt nicht mit brennder Zigarette laufen, aber wie sieht es aus mit winzigen Funken von ... z.B. einem beschädigten Handy?
    #96Authorminima (507790) 09 Jan 13, 19:23
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    Ich bewundere die menschlichen Krimi-Rammböcke, die sich vom Dach abseilen und dann mit entsprechend evoziertem Schwung Fenster eintreten. Wenn die armen Kerle das bei mir versuchen würden, wären multiple Bein- und Fußfrakturen das Ergebnis. Ein modernes Doppelfenster ist nämlich fast so widerstandfähig wie eine Betonwand. Aua!
    #97Author urihoch3 (656420) 09 Jan 13, 19:27
    Comment
    #96 - die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fahrzeug anfängt zu brennen, und dann explodiert, ist sehr, sehr gering. Selbst wenn es brennt wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht explodieren.

    Viel interessanter dürfte für die Zukunft die Frage nach dem Kältemittel sein. Wenn in dem Fahrzeug das neue 1234yf drin ist (auf das sich der Deutsche Verband der Automobilhersteller (oder so ähnlich) geeinigt hat (Daimler ist wieder abgesprungen) dann kannst du da nur im Schutzanzug ran.

    Wenn dann im Film die Autos explodieren ...
    #98Author BryceS (858421) 09 Jan 13, 19:40
    Comment
    Maybe it's their advanced training (or something to do with German historical experience), but it seems that German interrogators are unusually successful in getting first information and then confessions from suspects, who of course don't have or even want lawyers telling them to say nothing.
    #99Author Jurist (US) (804041) 09 Jan 13, 19:41
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    According to an expert in the field of criminal interrogation, the German interrogators are just as minimally competent as their US colleagues, using US techniques which result in confessions but not in useful information.

    The worst thing you can do as an interrogator is to interrupt your suspect. Recollection is not aided by interruption, and even a helpful witness will get fed up pretty soon.

    #100Author BryceS (858421) 09 Jan 13, 19:56
    Comment
    Wenn irgendwo ein Computer steht, dann tritt der Ermittler an ihn heran, drückt auf den Einschalter - und das Bild ist da. Instantboot! Wo zur Hölle kriege ich dieses Betriebssystem??
    #101AuthorValeriana Ebonstar (894625) 09 Jan 13, 20:00
    Comment
    Also meiner geht auch von dunkel auf Vollbild in 0,1 Sekunden - wenn er nämlich schon an war und nur geschlafen hat.
    #102Author Lady Grey (235863) 09 Jan 13, 20:03
    Comment
    Do confessions in the interrogation room, heard by one to three persons present (and possibly some behind the one-way mirror) and probably recorded, fully take the place of the signed, written (perhaps transcribed) formal confessions that I've seen in depictions of STASI and NAZI procedures?
    #103Author Jurist (US) (804041) 09 Jan 13, 20:05
    Comment
    @Jurist (US) (#103): Geständnisse in Vernehmungszimmer (oder sonst wo) sind relativ schwache Beweise im deutschen Strafverfahren. Es zählt die direkte Aussage im Gerichtsprozess.

    Die Ermittler schätzen Geständnisse vor der Verhandlung in erster Linie weil sie sich dann relativ sicher sein können den richtigen zu verdächtigen, und weil die Insiderinformationen das Sammeln von materiellen Beweisen stark vereinfacht.

    Anders als in den Angelsächsischen adversialen Systemen (= Richter nur passiver Schiedsrichter im "Duell" Staatsanwalt vs. Verteidiger) finden Deutsche Verfahren nach dem Amtsermittlungsgrundsatz (= Richter forscht aktiv nach der Wahrheit) statt. Das hat zur Folge das Geständnisse nicht automatisch bedeuten das die Staatsanwaltschaft "gewinnt", deutsche Richter geben sich häufig nicht so einfach nur mit Geständnissen zufrieden...

    Das deutsche Angeklagte tendenziell häufiger als in den USA am Ende (etwa im Schlussplädoyer) geständig sind, hängt meiner Ansicht nach auch damit zusammen das "Angeklagter ist geständig" hier wesentlich besser honoriert wird. Sowohl beim ursprünglichen Strafmaß als auch später bei der vorzeitigen Entlassung.
    Wenn es sich also abzeichnet (Beweislage, Zeugenaussagen, usw) das man ohnehin verurteilt wird, ist es taktisch günstig schnell noch ein Geständnis zu machen.

    Nach dem was so höre ist es in den USA meist besser (vor allem wenn es um eine vorzeitige Entlassung geht) einen Zweifel daran zu lassen ob man nicht doch gänzlich unschuldig ist.
    #104Author Mark (de) (13761) 09 Jan 13, 20:57
    Comment
    @minima (#96):

    Bei einer Rettungsdienst-Fortbildung hat uns mal ein Brandmeister erzählt, er habe in den Jahrzehnten seiner Feuerwehr-Tätigkeit noch keinen verunfallten Pkw erlebt, der explodiert wäre. Damit sich ein explosives Benzingas-Luft-Gemisch bildet, müssen einfach gleichzeitig zu viele Bedingungen erfüllt sein, und außerhalb des Tanks dürfte wohl kaum die benötigte Konzentration erreichbar sein. Brennende Autos dagegen kommen leider öfters vor, aber meist dauert es eine ganze Weile, bis sich der Brand ins Fahrzeuginnere vorgearbeitet hat – Zeit genug zur Hilfeleistung.


    Ein Presseartikel zum Thema:

    http://www.rp-online.de/wissen/forschung/expl...
    #105Author Cro-Mignon (751134) 09 Jan 13, 22:02
    Comment
    Vor einiger Zeit gab es mal eine Dokumentation zum Thema "Wie realistisch sind Special Effects?". Da ging es u.a. um explodierende Autos. Es war einfach nicht möglich, das Auto zum Explodieren zu bringen, auch nicht durch das so beliebte Beschießen des Tanks.
    #106Author Raudona (255425) 09 Jan 13, 22:10
    Comment
    Egal wie realistisch oder unrealistisch - Thiel und Börne in Münster sind meine Favoriten!
    #107Author Wolfman (236211) 09 Jan 13, 22:40
    Comment
    Danke für die ermutigenden Antworten, BryceS, Cro-Mignon und Raudona! :)
    Von dem Kältemittel hab ich noch gar nichts gehört, muss ich mal ein bisschen googeln!


    @Wolfman: Meine auch, plus Alberich und der Vater von Thiel! :)

    Aber am allerliebsten sind mir ja noch die ganz alten Krimis wie Der Kommissar, Derrick, Der Alte ...
    #108Authorminima (507790) 09 Jan 13, 23:43
    Comment
    #89 Minima Muenster scheint das beste Pflaster zu sein... das unterhaltsamste Team... Stubbe kann ich auch leiden...
    #109Authornoli (489500) 10 Jan 13, 00:00
    Comment
    @97 (Abseilen und dann mit Schwung durch das Fenster):

    Inzwischen läuft sowas in Filmen aber realistischer. Dort schiessen die Jungs vorher ein paar Mal auf das Fenster, um es schon mal zu brechen, und schwingen sich dann erst durch. Wurde wohl eingeführt, als die Doppelverglasung zum Standard wurde und die Zahl der mit Beinfrakturen verletzten SWAT-Mitglieder proportional zum Einbau der Fenster anstieg... ;-)
    #110Author Mandalor (856590) 10 Jan 13, 06:55
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    Aber Hunde lässt man immer noch durch geschlossene (und nicht durchschossene) Fenster springen (Vorspann von "Kommissar Rex" - wahrscheinlich der Gipfel an Realitätsferne).
    #111Author Raudona (255425) 10 Jan 13, 08:30
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    Nervig finde ich manche Dialoge, da kann man den zweiten Satz schon mitsprechen:

    Die trauernde Witwe sagt: "Wilfried ist immer..." sie stockt kurz und verbessert sich dann: "Wilfried war.."

    Oder: "Der Todeszeitpunkt war gestern gegen 18 Uhr" Und dann kommt garantiert ein entschuldigendes: "Genaueres erst nach der Obduktion."

    Abgesehen davon finde ich es immer sehr erstaunlich, wie man nur durch Pulsfühlen und mit einer Taschenlampe in die Augen leuchten schon einen Todeszeitpunkt ermitteln kann. Aber klar, die Ermittler müssen ja sofort los und die Verdächtigen befragen was sie um diese Zeit gemacht haben.
    #112Author Harri Beau (812872) 10 Jan 13, 09:15
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    ... zumal man durch Pulsfühlen allein (mit dem Augenleuchten kenne ich mich nicht aus) gar nicht feststellen kann, ob der Mensch überhaupt tot ist. Das finde ich als Botschaft am allerschlimmsten: "Wenn da jemand still liegt und du seinen Puls nicht gleich findest, brauchst du auch keine Erste Hilfe zu leisten."

    EDIT: Habe mal nachgeguckt: http://de.wikipedia.org/wiki/Todeszeichen Ja, die starren Pupillen sind ein sicheres Todeszeichen. Allerdings weiß ich, wie "echt" Glasaugen aussehen. Und die sind nun wirklich starr.
    #113Author Raudona (255425) 10 Jan 13, 09:19
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    @111:
    Rex kann eben keine Pistole halten...
    #114Author Mandalor (856590) 10 Jan 13, 09:27
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    Schöne Prise Selbstironie innerhalb des Genres:
    In einer Folge "The Mentalist" (sicher auch nicht immer die Ausgeburt aller Realitätsnähe...allerdings habe ich zugegeben keine Folge verpasst) ging es einmal darum, Datenblätter auszuwerten. Das war die Aufgabe eines armen Praktikanten im Kellergeschoss, auf den ständig Druck ausgeübt wurde, warum das denn so lange dauere. Seine Antwort (sinngemäß):
    "Das geht nicht so schnell, wir sind hier nicht bei CSI!"
    Herrlich.
    #115Author Fucsia Floyd (873804) 10 Jan 13, 10:52
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    Brennende Autos dagegen kommen leider öfters vor, aber meist dauert es eine ganze Weile, bis sich der Brand ins Fahrzeuginnere vorgearbeitet hat – Zeit genug zur Hilfeleistung.

    Dazu gab es im Bekanntenkreis vor langer Zeit den Fall einer jungen Dame, die mit ihrem VW-Käfer auf der Straße zu ihrem Haus liegenblieb. Als ein Nachbar herbeikam, kurbelte sie das Seitenfenster herunter und sagte: "Ich kriege ihn einfach nicht mehr in Gang. Kannst du nicht mal nachschauen?" Darauf blickte der Nachbar zum Heck und sagte: "Ich glaube, du steigst jetzt besser mal aus deinem Wagen aus. Dein Motor brennt nämlich."

    EDIT: Habe mal nachgeguckt: http://de.wikipedia.org/wiki/Todeszeichen Ja, die starren Pupillen sind ein sicheres Todeszeichen.

    Definitiv NEIN! Ich hatte eine Verwandte, die mit bereits starren Pupillen noch mehrere Tage lang auf der Intensivstation am Leben gehalten wurde, bis der Hirntod eingetreten war.
    #116AuthorValeriana Ebonstar (894625) 10 Jan 13, 10:57
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    der water cooler ist die Kaffeemaschine und wenn's sophisticated angesagt ist, die Espressomaschine...
    #117Authornoli (489500) 10 Jan 13, 11:10
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    #116: Du hast natürlich Recht, ich habe die Zuordnung der Todeszeichen missverstanden.

    #117: Verstehe ich nicht ...
    #118Author Raudona (255425) 10 Jan 13, 11:17
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    Habe mal nachgeguckt: http://de.wikipedia.org/wiki/Todeszeichen Ja, die starren Pupillen sind ein sicheres Todeszeichen

    Wenn ich das richtig lese, steht da nur, dass starre Pupillen ein Hinweis auf Hirntod sind. Ein sicheres Zeichen ist etwas anderes.
    #119Author dirk (236321) 10 Jan 13, 11:18
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    Are there by any chance more murders on German TV each week than murders (at least interesting ones) than are actually committed?

    Don't know about German TV, but there were more murders in Morse (all in Oxford) than in Oxford (real) since criminal records began.

    The thoughts in this thread probably account for the popularity of the True Crime genre, and also of Historical Crime (Brother Cadfael et al.). In the former you don't have to suspend your disbelief, and in the latter it's much easier.
    #120Author escoville (237761) 10 Jan 13, 11:55
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    Brother Cadfael - love the radio series - repeats galore
    #121Authornoli (489500) 10 Jan 13, 12:00
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    #96 Natürlich würde ich zu diesem Auto jetzt nicht mit brennder Zigarette laufen, aber wie sieht es aus mit winzigen Funken von ... z.B. einem beschädigten Handy?

    Das ist der Grund, warum diese runden Blechscheiben mit rotem Rand und durchgeschrichenen Handys überall an unseren Tankstellen aufgehängt sind (Verbotschilder können es nicht sein, denn es hält sich ja keiner dran). Wenn eins hinfällt und der Akku aus dem Gehäuse purzelt, gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Funken.
    #122Author Harald S (236719) 10 Jan 13, 12:38
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    Und dann wäre das einzig Gefährliche nach wie vor, das eventuelle Benzindämpfe am Boden verpuffen. Was aber auch sehr unwahrscheinlich ist, ausser die Pfütze ist ganz frisch.

    Ebenfalls ist es su gut wie unmöglich, dass eine Tankstelle explodiert wenn ein PKW in eine Zapfsäule rast. Das Zauberwort dafür heisst Rückschlagventil. Davon gibt es mehrere in jeder Treibstoffleitung und Diese verhindern, dass sich Feuer um Schlauch oder gar im Tank ausbreiten könnte. Da können noch so viele Autos in ein und dieselbe Zapfsäule einschlagen, da passiert nichts.
    #123AuthorRoach (862331) 10 Jan 13, 13:14
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    Are there by any chance more murders on German TV each week than murders (at least interesting ones) than are actually committed?

    Nehmen wir mal Derrick. Laut Wikipedia gab es in 24 Jahren 281 Folgen mit jeweils bis zu drei Ermordeten. Meistens war es aber nur ein Opfer, sagen wir also mal durchschnittlich 1,5 pro Folge. Macht insgesamt ca. 420 Morde in 24 Jahren, also 17,5 pro Jahr. Alle Folgen spielen in und um München. Auf diesen Großraum mögen gerade etwa so viele tatsächliche Morde kommen (bei 690 pro Jahr in Deutschland würden auf die 1,3 Mio. Einwohner von München statistisch etwa 11 entfallen, aber in Großstädten mag die Mordrate ja etwas höher liegen).

    Fazit: Derrick allein konnte das tatsächliche Münchener Mordaufkommen problemlos abarbeiten. Nun sind aber seit jeher noch seine Kollegen vom "Alten", von den bayerischen "Tatort"-Teams und von was weiß ich für TV-Mordkommissionen im selben Gebiet tätig. Da dürfte es doch schon Zank um jede einzelne Leiche geben!

    Im Übrigen scheinen Fernsehmorde nur in echten Ballungszentren zu geschehen. Allen voran München, gefolgt von Frankfurt und Hamburg (so jedenfalls mein Eindruck). Gern gemordet wird neuerdings dank Börne und Thiel auch in Münster. Berlin scheint dagegen ein überraschend sicheres Pflaster für potenzielle TV-Mordopfer zu sein. Und wer kümmert sich eigentlich um die Tötungsdelikte in so langweiligen Städten wie Wolfsburg, Hamm, Bottrop oder Ingolstadt?
    #124Author dirk (236321) 10 Jan 13, 13:17
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    Und dann erst in Tölz... Dieses Nest müsste ja statistisch gesehen einer der gefährlichsten Orte der Erde sein, oder? ;o)
    #125AuthorRoach (862331) 10 Jan 13, 13:23
    Comment
    In Rosenheim wird ständig gemordet. Und da gibt es auch ein Phänomen: Wer das Opfer findet, ruft hektisch die Polizei an. Er landet im Vorzimmer. Die Dame dort wählt sofort das Mobiltelefon der Kommissare an und die machen sich fix auf den Weg. Am Tatort angekommen, klappt die Pathologin bereits ihren Koffer zu und macht Angaben über Todeszeitpunkt und Tatwaffe.

    Wer hat die denn informiert und wie wahneschnell muß sie an den Tatort gerast sein damit sie mit der Arbeit schon fertig ist bis die Ermittler vor Ort sind?
    #126Author Harri Beau (812872) 10 Jan 13, 13:31
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    Inga Lürsen ist ja netterweise in ganz Niedersachsen aktiv, da beim LKA ;)

    Und Pfarrer Braun kriminalisiert auch quer durch Deutschland ;)

    Am meisten Gefahr einem Serienmörder zum Opfer zu Fallen läuft man aber eindeutig in der englischen Grafschaft Midsomer. Mit einem ermordeten pro Folge kommt Inspector Barneby nämlich höchst selten aus ;) (Gut, dass Midsomer fiktiv ist ;) )

    Übrigens noch so eine typische Wunderlichkeit:
    Die Kommissare begeben sich mit 100%iger Treffsicherheit völlig ohne Nachzudenken in große Gefahr (alleine, ohne Waffe in das Haus des Mörders). Inga Lürsen ist von dieser "Berufskrankheit" besonders betroffen. Z.B. als sie zuletzt ganz alleine, ohne Waffe nach Rumänien begab, um das Kind einer Zwangsprositutierten nach Deutschland zu holen. Komischerweise war ganz ganz zufällig ihr "Geliebter" auch genau an dem Ort, an dem sie grade von angehörigen dieses Zuhälterrings (die sie natürlich geschnappt haben, bei ihrem wie immer sehr vorsichtigen Vorgehen) getötet werden sollte. :D

    Und soll ich was sagen? Ich sehe es trotzdem gerne, besonders die Inga Lürsen/Niedersachsen-Tatorte. Und ja, Inspector Barneby ist und bleibt einfach großartig. Auch dem kriminalisierenden Pfarrer Braun mag ich sehr gerne.
    #127Author Schneeflocke84 (526865) 10 Jan 13, 14:03
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    Wolfsburg?? Übernimmt das nicht die Kommissiarin aus Hannover, Charlotte Lindholm? Die arme Frau, die privat nie glücklich werden darf :-)

    #128Author Fienchen_19 (748404) 10 Jan 13, 14:03
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    Die Ermittler haben ja alle ein Privatleben und müssen deshalb Umwege machen bzw. sind weit weg, die Pathologin nicht. Hingegen hat Gerichtsmediziner Dr. Kolmar aus "Der letzte Zeuge" eigentlich nur ein Privatleben (so weit ich mich erinnere, ich fand die Chauvisprüche und das Gezicke mit seiner Kollegin irgendwann nur noch nervend).

    Oooooder ... wenn ich es mir so recht überlege ... Es gibt doch immer mal wieder pyromanische Feuerwehrleute, die dann als Erste am Schauplatz des Brandes sind - weil sie ihn selbst gelegt haben. Wie ist das mit den Pathologen ...?

    Was ich auch gruselig finde: den obligatorischen Folgemord. Während der Ermittlungen wird ja in zwei von drei Krimis noch jemand umgebracht, vorzugsweise der erste Verdächtige.
    #129Author Raudona (255425) 10 Jan 13, 14:08
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    Inga Lürsen kriminalisiert in Bremen!

    Frau Lindholm-Burda ist die vom LKA in Hannover.
    #130Author Serendipity_4 (677936) 10 Jan 13, 14:08
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    Im Übrigen scheinen Fernsehmorde nur in echten Ballungszentren zu geschehen. Allen voran München, gefolgt von Frankfurt und Hamburg (so jedenfalls mein Eindruck). Gern gemordet wird neuerdings dank Börne und Thiel auch in Münster.

    Und dann erst in Tölz... Dieses Nest müsste ja statistisch gesehen einer der gefährlichsten Orte der Erde sein, oder? ;o)

    Großstädte passen euch nicht, kleine Provinznester aber auch nicht? ;-)
    #131Author Mandalor (856590) 10 Jan 13, 14:10
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    Ballungszentren ... das erinnert mich jetzt gerade an den Ballerin-Zählfaden im QZ ;-)

    (Die Kommissarinnen sind ja irgendwie auch Baller-inas)
    #132Author Serendipity_4 (677936) 10 Jan 13, 14:12
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    Etwas verspätet noch zu der Frage in #63 (Ermittler mit intakten Familien): Leon Vance in N-CIS - nicht deutsch, aber immerhin Frau und Kinder.
    #133Author Lille Ellen (394423) 10 Jan 13, 14:17
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    Ach mist, da hab ich die zwei Damen doch glatt durcheinander geworfen. Ich hatte irgendwie blonde Frauen im Kopf.
    Dann war natürlich auch Frau Lindholm in Rumänien. Aber auch Frau Lürsen brachte sich immer vollkommen unnötigerweise selbst in Gefahr.
    Gibt es eigentlich Frau Lürsen noch? Ich glaube ich habe ewig keinen Sabine-Postel-Tatort mehr gesehen!
    #134Author Schneeflocke84 (526865) 10 Jan 13, 14:19
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    "Der Kriminalist" ist, wenn ich mich recht erinnere, auch glücklich verheiratet. Und "Bella Block" hat zwar immer mal wieder Stress mit ihrem Musikergatten, der sich durch ihren Job vernachlässigt fühlt (und in einer Folge sogar mal drei Sekunden lang von ihr verdächtigt wird), aber ansonsten ist das eine ziemlich normale Beziehung.

    Liebeschaos scheint also kein festes Motiv zu sein.
    #135Author Raudona (255425) 10 Jan 13, 14:23
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    Sehr vermisse ich Michaela May mit ihrem türkischstämmigen KFZ-Schrauber-Gatten in München! Da ging's meist so richtig schön rund (wirklich schön). Und Edgar Selge als Kommissar vermisse ich noch gleich mit. Seufz.
    #136Author Serendipity_4 (677936) 10 Jan 13, 14:26
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    Ich hatte irgendwie blonde Frauen im Kopf.

    Das habe ich auch öfter mal :-P.

    Liebeschaos scheint also kein festes Motiv zu sein.

    Ich glaube, in den "klassischen" deutschen Krimiserien (Derrick, Der Alte, ...) kommt das Privatleben der Kommissare gar nicht vor, oder?
    #137Author JanZ (805098) 10 Jan 13, 14:33
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    Ich glaube, in den "klassischen" deutschen Krimiserien (Derrick, Der Alte, ...) kommt das Privatleben der Kommissare gar nicht vor, oder?

    Stimmt, die hatten keines
    #138Author Lille Ellen (394423) 10 Jan 13, 14:37
    Comment
    Aber seit Schimanski ist alles anders...
    #139Author Irene (236484) 10 Jan 13, 14:39
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    Wer hat die denn informiert und wie wahneschnell muß sie an den Tatort gerast sein damit sie mit der Arbeit schon fertig ist bis die Ermittler vor Ort sind? 

    Ist doch klar: die Pathologin hat das Telefon der Vorzimmerdame angezapft. Und ganz zufällig ist die Pathologin auch nur zwei Querstraßen weiter unterwegs, während die Kommissare erst durch die halbe Stadt kurven und dann noch stundenlang einen freien Parkplatz suchen müssen...
    #140Author Feuerflieger_GMX (252429) 10 Jan 13, 14:41
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    Privatleben konnten Derrick Co. auch nicht haben. Es gab doch noch keine Handys, wie hätte die Vorzimmerdame aus #126 die denn in fremden Betten erreichen sollen?
    #141Author Raudona (255425) 10 Jan 13, 14:41
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    Aber seit Schimanski ist alles anders...
    Vor allem die Frisur ;o)
    #142AuthorRoach (862331) 10 Jan 13, 14:44
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    Und die Sprache ...
    #143Author JanZ (805098) 10 Jan 13, 14:45
    Comment
    Für mich eine der besten Krimiserien: "Luther" (GB) - leider nur eine zweistaffelige Miniserie, aber wirklich gut. Dunkel, überzeugende Schauspieler, interessante Binnenhandlung - da stimmt einfach alles (außer, wie meistens, die sterile deutsche Synchronisaton)
    #144Author Birgila/DE (172576) 10 Jan 13, 15:19
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    Zu #135: Bella Block! Wunderbar, besser als Tatort! Sie ist einfach sehr "menschlich", als Kommissarin und Frau nie perfekt, aber trotzdem einmalig gut! :)

    Ihr Partner ist allerdings Literaturprofessor (kein Musiker), und leider trennen sich die beiden irgendwann, was ich sehr bedauert habe ...
    #145Author Fragezeichen (240970) 10 Jan 13, 15:28
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    Zu #126:

    Was die Funktion der Sekretärin Frau Stockl in den "Rosenheim-Cops" angeht, verhält es sich so: Wer eine Leiche findet, ruft natürlich die 112 (Polizei-Einsatzentrale) an und nicht die Sekretärin der Kommissare.

    Die Einsatz-Zentrale informiert dann
    1) die Schutzpolizei,
    2) die Spurensicherung,
    3) die Pathologin, und
    4) das Sekretariat der Kommissare.

    Da die Kommissare meist zunächst noch mit privaten Angelegenheiten beschäftigt sind (z.B. Korbinian Hofer mit seinem Bauernhof), treffen sie immer als letzte ein, was nicht so schlimm ist, da so die anderen Zeit hatten, ihnen Vorarbeit zu leisten.
    #146Author MiMo (236780) 10 Jan 13, 16:13
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    Nene, die Frau Stockl sagt immer noch "Bitte rühren Sie nichts an" und meint damit bestimmt nicht die Einsatz-Zentrale. Dann legt sie auf und informiert die Herren Kommissare.
    Der Hofer saß oft beim Frühstück, konnte aber nie herzhaft in seine Laugenbrezel beißen weil die Stockl anrief. Da stand er brummig auf und fuhr zum Einsatz.

    Aber da ahne ich was. Auf der Fahrt zum Tatort hat er bestimmt noch heimlich an irgendeiner Metzgerei gehalten und ordentlich was gegessen. Das filmen die natürlich nicht, wir sollen ja glauben, die Polizei würde vollen Einsatz zeigen.
    #147Author Harri Beau (812872) 10 Jan 13, 16:22
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    Zu #147:

    Also dann so:

    Die Einsatz-Zentrale
    1) nimmt die Meldung auf,
    2) stellt den Anrufer zum Sekretariat der Kommissare durch
    3) und informiert dann
    a) die Schutzpolizei,
    b) die Spurensicherung,
    c) die Pathologin.
    #148Author MiMo (236780) 10 Jan 13, 16:32
    Comment
    ich sehe nur die Krimis im Netz - diese Auswahl zeigt ziemlich viel Fresserei - langweilige Zeitfueller
    #149Authornoli (489500) 10 Jan 13, 16:33
    Comment
    Hat die Polizei-Einsatzzentrale nicht die 110? Jedenfalls habe ich die auch hier in Bayern schon unter dieser Nummer erreicht.
    #150Author JanZ (805098) 10 Jan 13, 16:34
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    Zu #150.

    Stimmt. Da ich bisher in meinem ganzen Leben weder die Polizei noch die Feuerwehr anrufen musste, hatte ich die Nummern nicht intus. Also Polizei ist 110, auch in Rosenheim.
    #151Author MiMo (236780) 10 Jan 13, 16:44
    Comment
    re #131 : Dieser Tatort spielt in der tiefsten Provinz :
    http://tatort-fans.de/tatort-folge-249-tod-im...
    Dieser Tatort trägt den Namen „Tod im Häcksler“ und Lena Odenthal wird wegen eines anonymen Anrufes zu Ermittlungen in ein kleines zartes Dorf tief in die pfälzische Provinz geschickt. Vor zwei Jahren ist dort der rumänische Aussiedler Höreth spurlos verschwunden und nun haben Kinder aus dem Dorf im Wald Kleider gefunden.

    (mehr im Link)
    #152Author no me bré (700807) 10 Jan 13, 18:15
    Comment
    @Harri Beau (#112): "... Abgesehen davon finde ich es immer sehr erstaunlich, wie man nur durch Pulsfühlen und mit einer Taschenlampe in die Augen leuchten schon einen Todeszeitpunkt ermitteln kann. ..."

    Ich gehe immer davon aus das der Ablauf ist: pulsfühlen, in die Augen leuchten, Rektaltemperatur messen, Leichenflecken beschreiben und auf wegdrückbarkeit prüfen, Leichenstarre der einzelnen Gelenke prüfen, Polizei den vermutlichen Todeszeitpunkt mitteilen.

    Die meisten Regisseure sind der Meinung das viele Zuschauer in den 20-30 Minuten in denen der Gerichtsmediziner die nackte Leiche manipuliert umschalten würden, und so wird zwischen "in die Augen Leuchten" und "vermutlichen Todeszeitpunkt verkünden" ein Schnitt gemacht.

    Generell wird halt bei allen erzählerischen Formen (Fernsehen/Film/Roman/Theater) alles weggelassen was nicht die Handlung voranbringt oder die Figuren weiterentwickelt. Wirklich realistische Krimis würden die Kommissare ja zu 80% bei Bürotätigkeiten zeigen.

    "Ermittler stehen minutenlang vor verschlossenen Türen", "Kommissar schreibt siebzehnten Bericht an diesem Tag" und "Gerichtsmediziner misst Rektaltemperatur der Leiche" haben keinen erzählerischen Wert und vergraulen Zuschauer/Leser. Deshalb kommen sie nicht (oder nur sehr abgekürzt) vor.
    #153Author Mark (de) (13761) 10 Jan 13, 19:33
    Comment
    Ganz vergessen habt Ihr "Mord mit Aussicht", da lachen wir uns regelmäßig schlapp!
    Wahnsinnig komisch, finde ich, und ja, mir ist klar, dass das mit dem wirklichen Leben nicht viel zu tun hat. Lustig ist es trotzdem.
    #154Author Irene (236484) 10 Jan 13, 19:56
    Comment
    Wenn ich das richtig lese, steht da nur, dass starre Pupillen ein Hinweis auf Hirntod sind. Ein sicheres Zeichen ist etwas anderes.

    Auch das nicht. Bei meiner Verwandten sagten die Ärzte, die starren Pupillen seien "ein sehr schlechtes Zeichen" und es gäbe nichts mehr, das sie tun könnten, aber der Hirntod war ausdrücklich noch nicht eingetreten. Was geschehen war, war ein irreparabler Ausfall des Mittelhirns, das die Pupillenregungen steuert; da das Stammhirn aber noch aktiv war, wurde die Patientin explizit als lebend eingestuft.

    Frage: Ist es eigentlich realistisch, dass ein Ermittler zur selben Zeit immer nur einen Fall bearbeitet? Ich kann mich an einen einzigen Krimi erinnern, schwarz-weiß, Helmut Qualtinger in der Ermittlerrolle, in dem die Schnüffler ihren Arbeitstag auf mehrere Fälle aufteilen mussten.
    #155AuthorValeriana Ebonstar (894625) 10 Jan 13, 21:10
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    Die werden wohl mehrere Fälle nebeneinander bearbeiten. Würde den Zuschauer aber nur unnötig verwirren und die Sendung in die Länge ziehen. Deshalb werden ja auch tägliche Dinge wie morgens Aufstehen, im Bad fertig machen, Frühstück, Haushalt erledigen, abends nach hause kommen, überall die Rolladen runter machen, kochen, essen, vor dem Fernseher sitzen, Bier trinken, Toilette, umziehen, ins Bett legen und einschlafen wenn überhaupt nur nebenbei gezeigt.
    #156Author Mandalor (856590) 11 Jan 13, 06:56
    Comment
    Es gab ein paar Folgen von Derrick, da hatte er kurzfristig eine Freundin.
    Die Psychologin Renate Konrad, gespielt von Johanna von Koczian, in Folge 11 („Pfandhaus“) und Folge 20 („Schock“) sowie die Innenarchitektin Ariane, gespielt von Margot Medicus, in Folge 115 („Ein Spiel mit dem Tod“) und Folge 117 („Angriff aus dem Dunkel“). In Folge 36 („Mord im TEE 91“) flirtet Derrick mit der Spionin Andrea (Alwy Becker), erhält am Ende jedoch einen „Korb“.
    Nicht wirklich viel für die vielen Jahre...
    Aber der Kölner Kommissar Ballauf ist ja auch eher ein "Neutrum"

    Ganz, ganz früher wurde leblosen Menschen ein Spiegel vor den Mund gehalte, um zu kontrollieren, ob sie noch Leben.
    #157Author Fienchen_19 (748404) 11 Jan 13, 07:04
    Comment
    Nochmal zu 1. Die Verdächtigen oder die Zeugen sind immer zu Hause, wenn die Ermittler an der Tür klingeln:

    Zumindest bei Derrick war das kein Wunder, da Verdächtige und Zeugen normalerweise Grünwalder Villen bewohnten, was anscheinend auch ihre Hauptbeschäftigung war. Ich erinnere mich da nur an endlose Dialoge unter gereizten Nichtstuern, die in eleganten Wohnzimmern herumstanden.
    #158AuthorMr Chekov (DE) (522758) 11 Jan 13, 07:29
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    Ich erinnere mich da nur an endlose Dialoge unter gereizten Nichtstuern, die in eleganten Wohnzimmern herumstanden.

    Genau. Und ich bilde mir sogar ein, dass dieses elegante Wohnzimmer immer (oder zumindest sehr oft) dasselbe war. Ein bisschen umdekoriert, aber wiederzuerkennen. Und alles immer blitzblank geputzt und aufgeräumt, aber das hatten wir ja schon.
    #159Author dirk (236321) 11 Jan 13, 07:56
    Comment
    Habe nicht alles nachgelesen, kann also sein, dass das hier eine Wiederholung ist (wie bei Krimis):

    Ermittler finden IMMER einen Parkplatz und schließen NIE ihr Auto ab. Ich habe schone gesehen, dass das Fahrrad eines Ermittlers geklaut wurde, aber nie ein Auto.
    #160Author The Real ME (GB) (369909) 11 Jan 13, 12:29
    Comment
    #146, #150/151:

    Die Nummer 112 ist die europaweit gültige Notrufnummer (Leitstelle): http://de.wikipedia.org/wiki/Euronotruf

    Die Nummer 110 ist die in Deutschland gültige Nummer für die Polizei. In Österreich ist das die Nummer 133.

    Im Zweifelsfall ist man mit der Nummer 112 immer richtig.
    #161Author Chris (AT) (237739) 11 Jan 13, 12:39
    Comment
    Ich glaube das mit dem Parkplatz hat einen hohen Neidfaktor.

    'sing' Ich drehe schon seit Stunden hier so meine Runden....
    #162AuthorNebisa (334930) 11 Jan 13, 12:43
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    #159 ...dass dieses elegante Wohnzimmer immer (oder zumindest sehr oft) dasselbe war.

    Maybe because the interiors of those villas are very similar ? :-)

    #163Authormikefm (760309) 11 Jan 13, 13:17
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    Eine zugegeben recht spitzfindige Anmerkung zu #161:

    Man erreicht mit der 112 zwar immer den gewünschten Notfall-Ansprechpartner, egal ob Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst. Braucht man aber sehr dringend die Polizei, verschwendet man in Deutschland mit der 112 kostbare Sekunden: Die Feuerwehr- bzw. die integrierte Leitstelle muss erst über Standleitung mit der Polizei-Einsatzzentrale verbinden. Meines Wissens gibt es keine integrierten Feuerwehr-, Rettungsdienst- und Polizei-Leitstellen, aber vielleicht bin ich da nicht auf dem neuesten Stand.
    #164Author Cro-Mignon (751134) 11 Jan 13, 13:18
    Comment
    @163: Ich weiß es zwar nicht, aber ich hege den Verdacht, dass die Macher von "Derrick" da tatsächlich irgendwo eine Villa an der Hand hatten, in der sie immer wieder gedreht haben. Da gab es so einen vornehmen Salon mit großem Glaserker, der bestimmt in mehr als einer Folge vorkam.
    #165Author dirk (236321) 11 Jan 13, 13:27
    Comment
    Was mir gestern beim Krimi schauen mal wieder aufgefallen ist:
    Die Polizistin telefoniert mit einem unbekannten Anrufer, die anderen Polizisten hören zu (also Telefon ist auf Lautsprecher). Der Anrufer legt auf und man hört den langen Piepton. Die Polizisten warten eine Sekunde: "Hallo, Hallo, sind sie noch da?". Legt auf, schaut die anderen an und schüttelt langsam den Kopf.

    So ähnliche Szenen habe ich schon x mal gesehen.
    #166Author Caretta Caretta (804105) 11 Jan 13, 13:35
    Comment
    #155 Frage: Ist es eigentlich realistisch, dass ein Ermittler zur selben Zeit immer nur einen Fall bearbeitet? Ich kann mich an einen einzigen Krimi erinnern, schwarz-weiß, Helmut Qualtinger in der Ermittlerrolle, in dem die Schnüffler ihren Arbeitstag auf mehrere Fälle aufteilen mussten.
     
    Wieder ein Beispiel aus "The Mentalist" (sorry):
    Chefin (Fahndungsleiterin?) sagt genervt (sinngemäß): "Ich weiss nicht, wieviel ich da für Sie tun kann, ich habe im Moment acht offene Fälle."
    #167Author Fucsia Floyd (873804) 11 Jan 13, 14:29
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    @keinen Antreffen vs. Dramaturgie: Klar wäre es langweilig zu zeigen, wie 2 Beamte den ganzen Tag vor verschlossenen Türen stehen. Aber meines Wissens stehen sie da auch in der Realität nicht. Bei dem einzigen Kontakt, den ich zwischen Kripo und Bürger auf Betreiben der Kripo hin beobachtet habe, kam eine Vorladung per Post mit Aufforderung am nächsten Tag zu erscheinen und heute noch anzurufen, um zu bestätigen, dass (nicht ob) man erscheint. Beim Erscheinen wurde dann der Durchsuchungsbeschluss präsentiert und mit dem Verdächtigen zur eigenen Wohnung gefahren. Und soweit ich weiß wird bei Durchsuchungen mit mehr "Verdunklungsgefahr" ein Einsatzkommando morgens um 6 losgeschickt - weil da meistens noch alle tazu Hause sind.

    Als Steuerzahler würde es mich ziemlich aufregen, wenn unsere Kripobeamten tatsächlich den ganzen Tag durch die Stadt fahren, um auf Verdacht mal zu schauen, ob Frau Meier oder auch Herr Müller jetzt vielleicht zu Hause ist, ohne wenigstens mal anzurufen und nachzufragen, ob jemand zu Hause ist.

    Was mich auch immer verwundert (in den USA aber gefühlt ein größeres Problem) sind die Polizisten, die einen Zeugen oder auch einen, den sie zufällig beim Kaugummiklauen erwischen, zu Fuß über 3 Autobahnen verfolgen. Zum Glück wird am Ende immer der Verdächtige vom Bus überfahren, der Polizist rollt sich geschickt über eine Motorhaube ab.

    Und wo wir schon beim CSI und den Taschenlampen waren: Was ist eigentlich in Las Vegas los? Da ist es IN Häusern immer dunkel. Morgens, Mittags, Abends, die Taschenlampen sind IMMER nötig. Haben die da keine Fenster??
    #168Author Mondschaf (244271) 11 Jan 13, 14:50
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    #168 "Haben die da keine Fenster??"

    Wer weiß! Vielleicht sperren die bewusst die Permanent-Lightshow in ihrer Stadt aus ;-)
    #169Author Serendipity_4 (677936) 11 Jan 13, 15:02
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    @168, der Polizist rollt sich geschickt über eine Motorhaube ab

    Auch bei stehenden Autos muss grundsätzlich über die Motorhauben gesprungen, gerollt, gehechtet oder geschlittert werden, das macht sich einfach gut, auch wenn man in derselben Zeit bequem um das Auto herumgehen könnte. (Allerdings gilt das, wie gesagt, hauptsächlich für amerikanische Krimis; uns Deutschen ist das zuviel Action, vielleicht sind die Schauspieler auch zu ungelenk.)
    #170AuthorMr Chekov (DE) (522758) 11 Jan 13, 15:55
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    #155 Frage: Ist es eigentlich realistisch, dass ein Ermittler zur selben Zeit immer nur einen Fall bearbeitet? Ich kann mich an einen einzigen Krimi erinnern, schwarz-weiß, Helmut Qualtinger in der Ermittlerrolle, in dem die Schnüffler ihren Arbeitstag auf mehrere Fälle aufteilen mussten.

    Laut David Canter (University of Liverpool), "Mapping Murder", ist der Unterschied zwischen US und UK, dass in den Staaten ein paar Fahnder 24 Stunden haben, einen Mordfall zu lösen, im Königreich eine Sondereinheit mehrere Wochen (wobei auch hier Budget Constraints vorliegen).



    #171Author BryceS (858421) 11 Jan 13, 17:21
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    zu #168: Haben die da keine Fenster??

    Doch, schon, aber meist sind in Las Vegas tatsächlich tagsüber alle Fenster geschlossen, die Jalousien sind heruntergelassen, und die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. Ist verdammt heiß in der Wüste ...
    #172Author Fragezeichen (240970) 11 Jan 13, 17:43
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    Fiel mir gerade in den letzten Tagen wieder mal auf:
    Wer auch nur über ein paar Ecken mit der "Polizei" in verwandtschaftlicher oder sonstiger guter Beziehung steht, ist am Ende "unschuldig" oder hat höchstens eine Bewährungsstrafe zu befürchten... (Halbgeschwister usw.)
    #173Author waltherwithh (554696) 13 Jan 13, 15:51
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    Hier stand noch nicht, dass bei Schießereien immer hinter Autos in Deckung gegangen wird. Das kann man sich eigentlich sparen, denn selbst ein Projektil einer Handfeuerwaffe durchschlägt beide Seiten eines Autos problemlos, falls nicht gerade die Holme des Seitenaufprallschutzes o. Ä. getroffen werden. Sicher ist man allenfalls hinter dem Motor.
    #174Author TTMM (236247) 13 Jan 13, 18:43
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    Was mir noch aufgefallen ist (einiges wurde hier sicher schon erwähnt)

    # Kommissare wohnen/hausen des öfteren dauerhaft in Pensionen, z. B. die Tatort-Ermittler Keppler und Ballauf, oder in unbezahlbaren Traumhäusern und Wohnungen, z. B. Heinz Drache als Gentlemen-Kommissar, der eine große Erbschaft gemacht hat, oder Manfred Krug, dessen Wohnung in einer Tatort-Folge ausbrennt, woraufhin die ursprünglich verdächtige Maklerin ihm ein möbliertes Luxus-Penthouse zum Superfreundschaftspreis vermietet.

    # Die preisgekrönte Krimi-Serie KDD (spielt in Berlin) wurde von vielen Zuschauern als zu drastisch empfunden. Alle Ermittler in dieser Serie haben laut Drehbuch extreme persönliche Probleme und Schicksale und sind zum Teil in die Straftaten verwickelt.

    # Verdächtige treffen oder verstecken sich gerne an Orten wie "die alte Fabrik / Schule / Bahnanlage / Müllverbrennung" oder "in der Kleingartenanlage / im Vereinsheim / Boxclub" etc. und selbst in einer Millionenstadt wie Berlin oder München weiß der jeweilige Ermittler immer innerhalb kürzester Zeit ohne jegliche weitere Anhaltspunkte, welches Objekt gemeint ist.

    # In 'Kinderkrimis' sind die Kinderbanden den Profi-Ermittlern auch technisch immer einige Schritte voraus.

    # Alle Beteiligten haben 'selbstverständlich' immer und überall problemlos besten Funk- bzw. Handy-Empfang (sogar im 5. UG einer uralten Tiefgarage) sowie exzellente Kontakte zu U-Bahnleitstellen.

    # Bei der Durchsuchung eines Büros finden die Ermittler in einem riesigen Papierstapel rein zufällig beim flüchtigen Durchblättern genau das eine Blatt Papier, das für die Lösung des Falls von herausragender Bedeutung ist.



    #175Author Leseratz (238114) 13 Jan 13, 19:26
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    Ermittler finden IMMER einen Parkplatz und schließen NIE ihr Auto ab. Ich habe schone gesehen, dass das Fahrrad eines Ermittlers geklaut wurde, aber nie ein Auto.

    Dann hast du "Kottan ermittelt" nicht gesehen. In der Folge "Drohbriefe" ist genau das passiert.
    #176AuthorValeriana Ebonstar (894625) 13 Jan 13, 21:06
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    Ermittler ... schließen NIE ihr Auto ab.

    I have noticed that many of their unmarked cars are the latest models of certain luxury brands. (Does this reflect real life? Or, do they get them free as promotional product placements?) Many of these have newfangled key-less (OK, key-in-pocket) locking and unlocking systems. Of course, one or two are known to drive unreliable old junkers.

    Also, they never seem to be asked to identify themselves to the uniformed police already at the crime scene as they cross the crime scene / police-line / barricade tape. Are they that well known? It certainly is not the case that their personal appearance and attire justify deference.
    #177Author Jurist (US) (804041) 14 Jan 13, 00:18
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    Ermittler finden IMMER einen Parkplatz und schließen NIE ihr Auto ab. Ich habe schone gesehen, dass das Fahrrad eines Ermittlers geklaut wurde, aber nie ein Auto.

    Und wenn sie es mal abschliessen, explodiert beim Aufschliessen die inzwischen installierte Bombe. Deshalb gilt: Ein Auto, das du nicht abschliesst, musst du auch nicht wieder aufschliessen!

    Hier stand noch nicht, dass bei Schießereien immer hinter Autos in Deckung gegangen wird. Das kann man sich eigentlich sparen, denn selbst ein Projektil einer Handfeuerwaffe durchschlägt beide Seiten eines Autos problemlos, falls nicht gerade die Holme des Seitenaufprallschutzes o. Ä. getroffen werden. Sicher ist man allenfalls hinter dem Motor.

    Gilt das auch für die USA, da stehen doch an jeder Ecke Hummer rum... ;-)

    Ich hoffe, der Link funktioniert:
    http://www.wallpaperdojo.com/images/militaryW...
    #178Author Mandalor (856590) 14 Jan 13, 07:49
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    Hier stand noch nicht, dass bei Schießereien immer hinter Autos in Deckung gegangen wird.
    Ich kann nicht für deutsche Krimis sprechen, aber in den US-Krimis verkriechen sie sich gerne hinter den Reifen, und alle, die nicht hinter den Reifen sind, sind dann anschließend erschossen/verletzt.
    (Keine Ahnung wie viel Schutz wirklich die Reifen/Achsen geben)
    #179AuthorDixie (426973) 14 Jan 13, 08:04
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    Na ja, wer nicht hinter den Reifen sitzt, wird gesehen ... Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass sich bei einer Schießerei jemand platt auf den Boden legt, um unter dem Auto durchzusehen.
    #180Author Raudona (255425) 14 Jan 13, 08:07
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    Na ja, wer nicht hinter den Reifen sitzt, wird gesehen ... Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass sich bei einer Schießerei jemand platt auf den Boden legt, um unter dem Auto durchzusehen.

    ...und gerade das denke ich mir jedesmal: Warum schiessen die nicht einfach unter den Autos durch? Da geht´s immer in die Beine/Füße, ist in den meisten Fällen nonlethal, und nimmt den Gegner garantiert aus dem Gefecht.
    #181Author Mandalor (856590) 14 Jan 13, 08:12
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    Dass die Action-Szenen unrealistisch sind, finde ich gar nicht so schlimm. Da wird halt geballert, es muss viel Zeugs herumfliegen, die FX-Leute kriegen ordentlich was zu tun ...

    Richtig gruselig finde ich hingegen immer die Unprofessionalität beim Ermitteln: Es obliegt offenbar der Kreativität einzelner Beamter, wie vorgegangen wird. Da hat dann ziemlich am Ende einer Folge eine/r aus dem Team einen Geistesblitz: "Und was ist, wenn wir die ganze Zeit in der falschen Richtung ermittelt haben? Schließlich kommen zwei Drittel der Täter aus dem direkten Umfeld des Opfers ..." Gerade wieder exakt so gehört bei einer Folge "Soko Leipzig", die vollgestopft war mit DDR-Vergangenheit, einem pädophilen Kindermörder, der nach 24 Jahren entlassen wird, einem volksverhetzenden Rechtsanwalt, dem nachgeborenen Bruder des damaligen Mordopfers und dessen Selbstjustiz übendem Vater, dem ebenfalls nachgeborenen Sohn des Mörders ... und nachdem allen diesen Männern in hochwissenschaftlichen Abhandlungen Mordmotive nachgewiesen worden waren, war's der Nachbar. Zack, in zehn Sekunden abgehandelt.
    #182Author Raudona (255425) 14 Jan 13, 08:15
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    Kriminalermittler besitzen offenbar eine fatale Aura, die Kapitalverbrechen anzieht oder gar auslöst. Das wirkt auch (und besonders effektiv), wenn sie gar nicht im Dienst sind. Da kommt der Detektiv nichts Böses ahnend (falls ihm das überhaupt möglich ist) vom Zahnarzt oder aus dem Theater und wird rein zufällig Augenzeuge eines Mordes auf offener Straße (so oder ähnlich bei Matula und seinem jeweiligen Anwaltspartner bestimmt 20 Mal geschehen). Misss Marple war einst in harmloser Alltagmission mit dem Zug unterwegs, als ein Bösewicht im Gegenzug just jene Sekunde für seine Meucheltat wählte, in der sich die Abteilfenster begegneten. Columbo gewann eine Kreuzfahrt im Preisauschreiben, und kaum an Bord, geschah ein Mord. Ein anderes Mal weilte er auf der Hochzeit seines Neffen, und prompt wurde die Braut von einem Irren entführt (den Mord konnte er in dem Fall gerade noch verhindern). Und jede noch so verschlafene Gemeinde, in die Pater Brown versetzt wird, muss in Angst leben, weil dort mit Sicherheit binnen Kurzem jemand umgebracht wird.
    #183Author dirk (236321) 14 Jan 13, 08:16
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    Da hat dann ziemlich am Ende einer Folge eine/r aus dem Team einen Geistesblitz: "Und was ist, wenn wir die ganze Zeit in der falschen Richtung ermittelt haben? Schließlich kommen zwei Drittel der Täter aus dem direkten Umfeld des Opfers ..."

    Naja, im Falle der Bonner Bahnhof-Bomber sollen die Ermittlungen jetzt auch quasi resetet werden. Wurde heute morgen so im Radio gesagt, ein "Neustart" wäre sehr wahrscheinlich, da es wohl doch keine islamistischen Fundamentalisten gewesen seien, und jetzt soll alles nochmal von vorn ermittelt werden. Stelle ich mir recht schwierig vor, in den Köpfen der Ermittler sind doch die bisherigen Ergebnisse bestimmt recht fest drin. Wenn mein Chef ankommt und sagt "Hier sollte evtl. mal was völlig anderes probiert werden", tue ich mich meistens erst mal sehr schwer damit, einen anderen Weg zu finden.
    #184Author Mandalor (856590) 14 Jan 13, 08:26
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    Vollkommen OT, aber da es gerade wieder passiert: ich frage mich, wie viele Menschen im wahren Leben am Altar stehen gelassen werden ...
    #185AuthorDixie (426973) 14 Jan 13, 08:43
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    ich frage mich, wie viele Menschen im wahren Leben am Altar stehen gelassen werden ...

    Häh? Was soll denn der Einschub "im wahren Leben"? Ist das alles nicht wie das wahre Leben? ;-)
    #186Author Mandalor (856590) 14 Jan 13, 09:23
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    Nein, ich unterscheide zwischen TV und Leben.
    #187AuthorDixie (426973) 14 Jan 13, 09:25
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    #187: hihihi *like*
    #188Author Gart (646339) 14 Jan 13, 09:38
    Comment
    #185 In Deutschland sicher die wenigsten. Soviel ich weiß, geht bei uns der kirchlichen Trauung IMMER die standesamtliche Trauung voraus - und wenn Du da unterschrieben hast, kannst Du noch so oft aus der Kirche flüchten, das nützt Dir gar nichts mehr.
    #189Author Möwe [de] (534573) 14 Jan 13, 09:45
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    @187:

    Den Smilie hast du gesehen?

    #190Author Mandalor (856590) 14 Jan 13, 09:52
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    Zu #189:

    Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Reform des Personenstandsrechts zum 1. Januar 2009 wurde die Pflicht, vor einer kirchlichen Heirat zivilrechtlich die Ehe zu schließen, in Deutschland abgeschafft.
    #191Author MiMo (236780) 14 Jan 13, 10:02
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    MiMo, dann versuch doch einfach mal, nur kirchlich zu heiraten und dann Ehegattenspliting zu beantragen. Du wirst dich wundern :-)

    "Rechtlich verbindlich sind rein kirchliche Eheschließungen nicht. Damit bleibt der Bismarcksche Vorrang der Zivilehe vor der religiösen erhalten. „Ein Paar, das sich kirchlich, aber nicht standesamtlich trauen lässt, befindet sich in einer Ehe, die vom staatlichen Recht als nicht eheliche Gemeinschaft angesehen wird – mit allen Konsequenzen“, warnte der Regensburger Familienrechtsprofessor Dieter Schwab in der „Süddeutschen Zeitung“. Das bedeutet: kein Unterhalt, kein Erbrecht, kein Splitting-Tarif, keine Schutzvorschriften für den Schwächeren beim Scheitern der Ehe, auch kein Zugewinnausgleich."
    ...
    Personenstandsgesetz: Hochzeit ohne Trauschein - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/panorama/welt/personensta...
    #192Author Birgila/DE (172576) 14 Jan 13, 10:15
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    Was anderes hat MiMo doch nicht gesagt. Ihm/Ihr ging es doch nur darum, das man inzwischen für eine kirchliche Heirat keine standesamtliche Eheschliessung mehr vorweisen muß.
    #193Author Mandalor (856590) 14 Jan 13, 10:33
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    Soweit die zivilrechtliche Seite. Ich frage mich aber, ob da der Pfarrer (gleich welcher Konfession) in der Praxis mitspielt, d. h. ohne Nachweis einer zivilrechtlichen Trauung die kirchliche Trauung vornimmt (wenngleich es strenggenommen nicht er, sondern die Eheleute selbst sind, die sich trauen, er ist bloß eine Art Notar) - was, wenn die Betreffenden im nächsten Schritt hergehen und zivilrechtlich jeweils andere Personen heiraten? ---> Kuddelmuddel
    #194Author Gart (646339) 14 Jan 13, 10:33
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    Das hätte man dann vorher aber auch umgedreht sagen können: Welcher Standesbeamte verheiratet die ohne kirchlichen Nachweis? Was, wenn die Betreffenden im nächsten Schritt hergehen und kirchlich jeweils andere Personen heiraten? ---> Kuddelmuddel
    #195Author Mandalor (856590) 14 Jan 13, 10:37
    Comment
    Ich frage mich aber, ob da der Pfarrer (gleich welcher Konfession) in der Praxis mitspielt, d. h. ohne Nachweis einer zivilrechtlichen Trauung die kirchliche Trauung vornimmt (wenngleich es strenggenommen nicht er, sondern die Eheleute selbst sind, die sich trauen, er ist bloß eine Art Notar)

    Laut Wikipedia nicht:
    In solchen Ländern muss das Paar im Normalfall vor der kirchlichen Eheschließung schon standesamtlich getraut sein. Dies ist beispielsweise in Österreich bis heute notwendig und war auch in Deutschland bis zu der zum 1. Januar 2009 in Kraft getretenen Reform des Personenstandsgesetzes zwingend vorgeschrieben. Von den Kirchen selbst wird es auch nach der Reform in Deutschland im Regelfall verlangt.
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchliche_Trauung )
    #196Author JanZ (805098) 14 Jan 13, 10:43
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    Was mich ganz gewaltig an Krimiserien nervt (leider auch in Kinofilmen anzutreffen) sind die Computergeräusche. Als hätte man R2D2 vor sich.
    Fingerabdruck in der Datenbank suchen - typisches durchscannendes Geräusch. Dann taucht das Bild des fiesen Verbrechers zugehörig zum Fingerabdruck mit einem markanten "Biep" auf.
    Sollte man auf irgendeine Info keinen Zugriff erhalten, blinkt rote Schrift auf ("Access denied" o. ä.) - natürlich mit entsprechendem Geräusch. xD
    #197Author Nachteule (463921) 14 Jan 13, 10:46
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    Misss Marple war einst in harmloser Alltagmission mit dem Zug unterwegs, als ein Bösewicht im Gegenzug just jene Sekunde für seine Meucheltat wählte, in der sich die Abteilfenster begegneten.

    Nur in der Filmversion mit Margaret Rutherford. Im Buch und auch in allen anderen Verfilmungen ist die Zeugin eine gewisse Mrs McGillicuddy, die ansonsten keine nennenswerte Rolle mehr spielt.

    Da hat dann ziemlich am Ende einer Folge eine/r aus dem Team einen Geistesblitz: "Und was ist, wenn wir die ganze Zeit in der falschen Richtung ermittelt haben? ..."

    ... sprachs und erkannte endlich den NSU als Täter. Manchmal sind Krimis doch verdammt nah an der Realität dran.
    #198AuthorValeriana Ebonstar (894625) 14 Jan 13, 10:56
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    Misss Marple war einst in harmloser Alltagmission mit dem Zug unterwegs, als ein Bösewicht im Gegenzug just jene Sekunde für seine Meucheltat wählte, in der sich die Abteilfenster begegneten.

    Nur in der Filmversion mit Margaret Rutherford. Im Buch und auch in allen anderen Verfilmungen ist die Zeugin eine gewisse Mrs McGillicuddy, die ansonsten keine nennenswerte Rolle mehr spielt.


    Und es war (im Buch wie im Film) auch kein Gegenzug, sondern ein parallel fahrender. In einem Gegenzug wäre das Erkennen eines Mordes unabhängig von der Geschwindigkeit schon sehr schwierig geworden ;-).
    #199Author JanZ (805098) 14 Jan 13, 10:58
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    Ihr seid aber auch kleinlich :-)
    #200Author dirk (236321) 14 Jan 13, 11:46
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    Was mir gestern abend bei "Inspektor Barnaby" aufgefallen ist: Hier fährt der Chef selbst; während sich Inspektor Derrick "hol schon mal den Wagen, Harry" immer chauffieren läßt.
    #201Author bluesky (236159) 14 Jan 13, 12:23
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    Barnaby - seems to evoke a sort of latter day Agatha Christie setting - there is a smattering off Adam Dalglish cum Roderick Alleyn cum Archie Penrose... nothing left of Bergerac...
    #202Authornoli (489500) 14 Jan 13, 12:54
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    In unzähligen Krimis, auch gestern abend im Tatort, nehmen die Ermittler stapelweise Unterlagen, Fotografien und teils sogar Beweisstücke (im Plastiksackerl) nach Feierabend mit nachhause und verteilen sie überall in der Wohnung, um nächtelang darübre zu brüten bis zum stets folgenden 'genialen Geistesblitz'.

    Ich denke nicht, dass in der Realität deutsche, österreichische oder Schweizer Polizisten, Staatsanwälte usw. heutzutage ohne Weiteres Ermittlungsakten nachhause mitnehmen und offen herum liegen lassen (dürfen).

    Ist das in den USA generell anders geregelt? In US-Polizei-Serien sieht man nämlich immer wieder, wie uniformierte Polizisten nach Feierabend in einer Bar oder während ihres Zweitjobs als Wachmann in der Pförtnerloge Dienstakten durcharbeiten oder Berichte schreiben.
    #203Author Leseratz (238114) 14 Jan 13, 12:55
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    die sind einfach fleißig
    #204Authornoli (489500) 14 Jan 13, 13:11
    Comment
    Vieles läßt sich eben besser nach einer Flasche Rotwein verstehen :-)
    ... und endlich haben wir wieder einen singenden Kommissar *grins*
    Stöver und Brockmüller sind ja auch schon lange im Ruhestand....
    #205Author Fienchen_19 (748404) 14 Jan 13, 14:07
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    Spät aber doch ein Nachtrag zum Münsteraner Tatort, Re #85: Frau Haller scheint keinen Doktortitel zu haben. Jedenfalls reagierte Boerne in einer Folge original ungnädig, als man sie so titulierte: "Hah, Frau Haller ist ungefähr so promoviert wie der Herr zu Guttenberg."
    (Abb. ähnlich...)
    #206Author tigger (236106) 14 Jan 13, 15:38
    Comment
    Wenn nichts mehr geht, hilft immer noch das Internet.

    Mit wenigen Mausklicks finden die Ermittler dann heraus, wer der Architekt der vor 10 Jahren gebauten Schwimmhalle war, wer beim morgigien Konzert in der Stadthalle die 16. Geige hinten links spielt und auf der Homepage der CIA steht groß und breit, wer bei denen früher mal Agent war (gestern bei dem Film Ghostwriter).

    #207Author caissa (225192) 14 Jan 13, 16:06
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    >> Ich habe schon gesehen, dass das Fahrrad eines Ermittlers geklaut wurde, aber nie ein Auto.

    Noch einer - uralte Folge vom Großstadtrevier; weg war der Streifenwagen.
    Der Chef war stinkig: "Ihr bekommt erstmal keinen neuen, seht zu dass ihr ihn wiederfindet. Im Keller sind noch alte Dienstfahrräder."
    Und Mareike Carriere las mit dozierendem Unterton aus der Dienstvorschrift: "Die Beinklammern sind derart zu tragen, dass sie der Würde des Beamten keinen Abbruch tun." (alles nur sinngemäß)
    #208Author TTMM (236247) 14 Jan 13, 16:17
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    Erst kürzlich gesehen in "An einem Freitag in Las Vegas" (1968):
    Ein Hubschrauber landet, startet und fliegt bodennahe Manöver in der Wüste, ohne ein Staubkörnchen aufzuwirbeln. Erst später, als es darum geht, einen Tatort unkenntlich zu machen, kann er plötzlich gezielt Sand aufwirbeln.
    #209Author Lutz B (319260) 15 Jan 13, 10:19
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    Lang ist auch die Liste medizinischer und technischer Unwahrscheinlichkeiten.

    In den diversen amerikanischen Pathologie-Serien ist immer wieder von der "3-Sekunden-Regel" die Rede, die es meines Wissens nur im Film gibt und derzufolge ein steriles Organ oder OP-Besteck nach Kontakt mit Schmutz oder Bakterien bis zu 3 sec. steril bleibt. Beispiel (sinngemäß mehrmals gesehen): Bei einer Transplantation fällt dem Assistenzarzt die desinfizierte Spenderleber aus der Blechschale auf den Boden (!) des OP-Saals. Ein Aufschrei, dann Hektik und atemloser Dialog: "Was machen wir jetzt?" - "3-Sekunden-Regel!" - Das Organ wird aufgeklaubt, kurz 'entstaubt' und implantiert.



    #210Author Leseratz (238114) 16 Jan 13, 08:46
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    Ui, amerikanische Pathologen machen Organtransplantationen? Das finde ich fast so gruselig wie die "3-Sekunden-Regel" ...

    Übrigens habe ich mich gestern mit einer Polizistin über das Thema "Zeugenbefragung in Krimis" unterhalten, und sie rollte mit den Augen. Natürlich würden in der Realität Zeugen und Verdächtige immer getrennt befragt - auch gegen deren Wunsch: "Das ist doch mein Bruder, der kann ruhig mithören ..." Und jede Aussage werde protokolliert, ohne Unterschrift sei die nichts wert. Bei Ermittlungen z.B. in Firmen kommen auch schon mal Fragebögen zum Einsatz - also nix mit "Befragt schon mal die 97 Angestellten".
    #211Author Raudona (255425) 16 Jan 13, 08:56
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    Bei einer Transplantation fällt dem Assistenzarzt die desinfizierte Spenderleber aus der Blechschale auf den Boden (!) des OP-Saals.

    Na, ich vermute, dass der Boden jedes OP-Saals in einem zivilisierten Land keimfreier ist als die Küchenarbeitsplatte in deutschen Durchschnittshaushalten.
    Was natürlich keine Rechtfertigung für die Drei-Sekunden-Regel bedeutet ...
    #212Author dirk (236321) 16 Jan 13, 09:15
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    Man muß Filmen aber auch mal positive Sachen anmerken. Es gibt z.B. auch schon Filme, in denen gesagt wird "In 12 Minuten geht die Bombe hoch!", und es sind dann tatsächlich auf die Sekunde 12 Minuten bis zur Explosion, so wie in "The Dark Knight Rises", dem dritten Teil der Batman-Trilogie. Sowas finde ich dann wieder echt gut.
    #213Author Mandalor (856590) 16 Jan 13, 09:19
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    @213: Stimmt. Sowas kommt öfter vor. Da wird irgendwo eine Bombe gefunden, die ein fieser Bösewicht deponiert und geschickt so präpariert hat, dass sie sich jedem Entschärfungsversuch durch vorzeitige Explosion entziehen würde. Dann werden Sprengstoffexperten aus aller Welt hinzugezogen und gefragt, wieviel Zeit denn noch bleibe? Völlig klar, bis die Batterie leer ist! Das ist ein Typ-soundso-Akku, der Stromverbrauch der Elektronik ist offenbar soundso hoch, also - kurzes Tippen auf dem Tascherechner - Explosion in 24 Stunden. Sofort wird irgendein Computerprogrammierer mit der wichtigen Aufgabe betraut, ein Programm zu schreiben, das die verbleibende Zeit sekundenweise herunterzählt und dies auf einem riesigen Monitor darstellt. Spätestens ab einer Minute Restzeit muss das Programm natürlich auch warnende Piepgeräusche produzieren. Genau diese Minute verbleibt am Ende, nachdem der Fiesling gerade noch rechtzeitig gestellt und eliminiert wurde, um sein geheimes Codewort zu knacken und die Bombe zu deaktivieren. Hektisches Treiben und Herumtippen auf Tastaturen, und die Uhr bleibt bei genau 0:00:01 stehen. Darunter blinkt auf dem Riesenbildschirm: Deactivated!
    #214Author dirk (236321) 16 Jan 13, 09:44
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    Ähm, nein. Bei TDKR war es ein Countdown auf der Uhr, der bei 12:01 das erste mal gezeigt wurde, und genau 12 Minuten und 1 Sekunde des Film später ist die Bombe explodiert. Kann mich jetzt mit der genauen Zahl irren, aber es ist tatsächlich Countdownzeit = Echtzeit. Oder anderes Beispiel in "3:10 to Yuma / Todeszug nach Yuma": Eine Uhr wird gezeigt, es ist Punkt 15 Uhr, also 3:00 p.m.. Genau 10 (Film-)Minuten später trifft der Zug pünktlich um 3:10 ein.
    #215Author Mandalor (856590) 16 Jan 13, 09:56
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    Auch beruhigend ist, dass der Held (sofern er ein "Guter" ist) auf jeden Fall überlebt - selbst wenn er gerade mitten in der Nacht im Schneesturm, mit extrastarken Eisenketten zu einem Päckchen verschnürt und in einem tonnenschweren, luftdichten Stahltresor eingeschlossen, an der tiefsten Stelle des Meeres versenkt wird.

    Man kann entspannt sein Popcorn mampfen, in der schönen Gewissheit, dass ihn in letzter Sekunde irgendwer retten wird.
    #216Author Möwe [de] (534573) 16 Jan 13, 10:02
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    @Mandalor: #214 bezog sich natürlich nicht auf TDKR (hab ich nicht gesehen), sondern auf ein beliebtes Standardschema irgendeines x-belibigen Actionfilms. Aber ich sehe jetzt, dass es dir um die Echtzeitwiedergabe geht. Das ist natürlich genial, wenn es denn gelingt, obwohl es kaum jemand bemerken dürfte. Wer guckt schon im Kino ständig auf die Uhr, um die Zeitkorrelation zu prüfen? Und im (europäischen) Fernsehen geht die leider sowieso verloren, weil Kinofilme immer ca. 4 % zu schnell laufen.
    #217Author dirk (236321) 16 Jan 13, 10:19
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    Kinofilme laufen im Fernsehen 4% zu schnell? Das war mir neu, aber ich hab's gleich gefunden: http://de.wikipedia.org/wiki/PAL-Beschleunigung
    #218Author Raudona (255425) 16 Jan 13, 10:26
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    Am Montag im Tatort (Wiederholung im RBB) sind die folgenden "Klischees" aus #1 bis #216 wirklich alle vorgekommen (aus dem Gedächtnis, leider nicht mit protokolliert):

    1. "Galina ist ... [Pause] ... war ..."

    2. Der überregional bekannte Politiker wird in Anwesenheit seiner Frau nach seinem Alibi gefragt. Natürlich antwortet die Frau: "Wir waren gemeinsam auf einer Vernissage (!)" - mit exakten Uhrzeiten.

    3. Der Bruder des Opfers muss seine Schwester im Pathologie-Saal identifizieren und wird danach natürlich sofort allein gelassen.

    4. Die Teenager-Tochter des überregional bekannten Politikers ist derart an der "Wahrheit" interessiert, dass sie ständig in der Rotlicht-Nachtbar aufkreuzt und sich mit der abgeklärten Prostituierten anlegt.

    5. Die Mörderin erscheint tatsächlich auf der Beerdigung des Opfers.


    Was mir aber auch aufgefallen ist: Der Polizist erhellt den Hausflur tatsächlich durch schlichtes Betätigen des Lichtschalters.
    #219AuthorAndiH (335362) 16 Jan 13, 10:27
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    @dirk:
    Das mit den 4% gilt aber nur für "normales" Fernsehen oder DVD. Filme von Blu-Ray laufen mit den ursprünglichen 24 Bildern/Sekunde.
    #220Author Mandalor (856590) 16 Jan 13, 10:45
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    #217, 218, 220:
    Leicht OT (da weder Krimi noch Deutsch):
    Unsere Fernsehzeitschrift zeigt immer an, wie lange die Filme mit/ohne Werbung dauern. "Independence Day" hätte an einem Tag 144 min gedauert (ohne! Werbung) und am nächsten Tag 133 min??? (Mit Werbung nochmal jeweils 61 bzw. 62 min mehr... :-S )
    War das ein Tippfehler der Fernsehzeitschrift? Hängt das mit dem schnelleren Abspielen zusammen? Fragen über Fragen...
    #221Author Lille Ellen (394423) 16 Jan 13, 11:07
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    Vielleicht haben sie alle langweiligen Kussszenen rausgeschnitten, dann kommt die Zeitersparnis ungefähr hin.
    #222Author Harri Beau (812872) 16 Jan 13, 11:11
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    #221 (abweichende Zeitangaben in der Fernsehzeitschrift):

    Verschwörungstheorie 1: Das waren die Aliens.
    Verschwörungstheorie 2: Aus Gründen der militärischen Sicherheit dürfen die Angaben nicht ganz genau sein (wie beim GPS).
    Theorie 3: Der Film liegt in zwei Versionen vor (laut Wiki 138 Minuten und 147 Minuten - passt natürlich beides nicht).
    Theorie 4: Mal wurden die jeweils gefühlt fünf Minuten mitgezählt, die nach der Werbung wiederholt werden, mal nicht.
    Theorie 5: Es gibt feste Programm-Slots, und Filme werden durch Ausblenden des Abspanns passend gemacht.
    Theorie 6: Dein Tippfehler.
    Theorie 7: Harri Beaus Vorschlag ("alle langweiligen Kussszenen rausgeschnitten", ich ergänze "alle sinnlosen Ballerszenen rausgeschnitten")
    #223Author Raudona (255425) 16 Jan 13, 11:16
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    Theorie 8: Einmal wurde der Abspann komplett gezeigt und mitgerechnet und einmal nicht. Die Abspanne dauern oft elendig lange, bis auch der letzte stellvertretende Hilfskabelhalter aus der Zweitcrew erwähnt worden ist.

    Edit: Ich sehe gerade, das war ja schon Theorie 5 ...
    #224Author dirk (236321) 16 Jan 13, 11:25
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    Theorie 4 klingt plausibel. Danke! :-)
    #225Author Lille Ellen (394423) 16 Jan 13, 12:57
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    Gerade wieder gesehen : Bei einer Observierung ist immer gegenüber eine leerstehende Wohnung ...
    #226Author no me bré (700807) 22 Jun 13, 23:50
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    ...gern auch ein riesiger, fast leerer Speicher.

    Hatten wir eigentlich schon die Katze, die in Suspense-Momenten plötzlich mit einem Kreischen aus dem Bild springt? Die kam in den Neunzigern in jedem amerikanischen Thriller vor. In deutschen Krimis weniger.
    #227AuthorMr Chekov (DE) (522758) 23 Jun 13, 08:19
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    Letzthin auch süß: Protagonist ruft bei einer Taxigesellschaft an: "Ich brauche ein Taxi. Morgen früh um halb neun. Muss zum Flughafen". Ende des Telefonats.

    Ähem, ja, und wo soll das Taxi ihn abholen?
    #228Author ted (236428) 23 Jun 13, 10:29
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    ted, das sagt ihm dann der Regisseur (der schließt auch immer die Autos ab, wenn sie fluchtartig verlassen werden).
    #229Author penguin (236245) 23 Jun 13, 10:31
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    #228 Der Taxler sieht das an der Telefonnummer, ist doch klar. (Hier ist das wirklich so, wenn man von einer Festnetznummer nicht zum ersten Mal anruft, hat das Taxiunternehmen die Adresse gespeichert).
    #230Author Lady Grey (235863) 23 Jun 13, 11:26
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    ted, das sagt ihm dann der Regisseur (der schließt auch immer die Autos ab, wenn sie fluchtartig verlassen werden).

    Sein Einfluss wurde in einer Folge von "Kottan ermittelt" mal so ermittelt:

    Gangster A (sich die Nase reibend, nachdem Gangster B ihm relativ grundlos eine reingehauen hat): "Da hab'n wir's wieda. Immer, wenn dem Regisseur nix mehr einfallt, gibt's a Schlägerei."
    #231AuthorValeriana Ebonstar (894625) 23 Jun 13, 11:34
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    Wenn beim Taxiunternehmen nur ein Anrufbeantworter dran ist, dann kann ja nicht nachgefragt werden ;-) Wie oft ich zwei Anrufe hintereinander auf AB habe (den ersten mit der Nachricht, den zweiten mit: "Ach ja, übrigens, meine Telefonnummer ..." und wenn ich Glück habe, auch mit dem Namen, obwohl mein Spruch lautet: "Bitte hinterlassen Sie nach dem Signalton Ihren Namen sowie den Namen Ihrer Institution, Ihre Nummer und Ihre Nachricht ..."), das ist kaum zu glauben.

    Überhaupt, Anrufbeantworter: Der Kommissar weiß in der fremden Wohnung des Verdächtigen, wahlweise des Mordopfers immer, wie der AB abzuhören ist. Und die letzte Nachricht ist auch immer eine ganz wichtige, die zur Klärung des Falles beiträgt (und nicht vom Autohaus, vom Klempner, vom Zahnarzt ...).
    #232Author Raudona (255425) 23 Jun 13, 21:06
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    OT - mal was ganz Privates: TV-Krimis und LEO - wann übst Du eigentlich Deine Linke auf dem Klavier? ;-)
    #233Author manni3 (305129) 23 Jun 13, 21:24
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    Wahlweise aber auch 37 Tut-tut-aufgelegt-Anrufe von derselben Nummer, die dann zum neuen Hauptverdächtigen führt. (Telefondaten gibt's natürlich auch immer sofort, Staatsanwalt sagt jaja und Provider liefert in nullkommajosef.)
    #234Author tigger (236106) 23 Jun 13, 21:39
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    Hach, manni, das ist ja das Schicke am Internet: Ihr wisst alle nicht, dass ich im wahren Leben eine Krake bin und diverse Dinge gleichzeitig tun kann! (Meine Linke? Welche Linke meinst du?)

    Übrigens ein Krimimotiv, das seit den Siebzigern nicht mehr weiterverfolgt wurde: der unsichtbare Boss (wahlweise der Guten - Charlie, der mit den Engeln - oder der Bösen - Katelbach), der höchstens als Stimme vorkommt.

    #234: Nicht nur die Daten des Anrufenden, sondern auch den genauen Standort, von dem aus der Anruf getätigt wurde! (Geht das überhaupt?)
    #235Author Raudona (255425) 23 Jun 13, 21:44
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    Hatten wir die Sache mit dem Tonband schon? Mein Gedächtnis reicht kein halbes Jahr, und ich will jetzt nicht alles nochmal lesen :-)

    Einer der Ermittler sitzt vor einem Tonbandgerät (meistens ein altmodisches Spulengerät, wie es schon vor 20 Jahren längst aus der Mode war) und hört sich eine bestimmte Stelle (z. B. aus dem Anruf des Erpressers) an. Am Ende drückt er auf "Stop" und dann auf "Rücklauf", woraufhin das Gerät zwitschernde Geräusche von sich gibt (allein das ist erstaunlich, ich habe niemals ein Tonbandgerät, ob Spule oder Cassette, gesehen, das beim Schnellvor- oder Rücklauf tatsächlich den Ton wiedergegeben hätte). Nach ein paar Sekunden stoppt er den Rücklauf und hat exakt die Stelle erreicht, an der die interessante Passage beginnt. Das kann er beliebig oft wiederholen. Nie ist bei der anschließenden Wiedergabe auch nur eine halbe Sekunde zu viel oder zu wenig zu hören. Wie zum Teufel macht er das?

    Ähnlich auch folgende Szene aus Hitchcocks "Der Mann, der zu viel wusste": Der Verschwörer will seinem angeheuerten Killer demonstrieren, an welcher Stelle im Konzert er abdrücken soll. Dazu hat er eine Schallplatte mit dem Musikstück aufgelegt und legt den Tonarm freihändig irgendwo in der Mitte der Platte in die Rille. Man hört die charekteristischen 5 Sekunden mit dem Beckenschlag und er nimmt den Tonarm wieder ab. So macht er es mehrere Male und erwischt mit traumwandlerischer Sicherheit immer wieder exakt dieselbe Stelle.
    #236Author dirk (236321) 24 Jun 13, 08:48
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    Oh ja, dirk, das finde ich auch faszinierend. Ich habe als Sprachlehrerin noch ziemlich lange mit Kassetten gearbeitet und weiß, dass man niemals die richtige Stelle erwischt, auch nicht mit dem mechanischen Bandzählwerk, das sich bei jedem Stopp verstellt.

    Das mit dem Zwitschern funktioniert allerdings. Ich hatte zuletzt so ein High-Tech-Kassettengerät (hey, wer lacht da?), das Pausen aufspüren konnte. Mit diesem eher langsamen Vor- oder Rücklauf konnte man also von Lied zu Lied spulen, der Titel wurde kurz angespielt, und man konnte dann entscheiden, ob man die "Play"-Taste drücken wollte. In diesem Modus konnte man tatsächlich den Ton mithören.
    #237Author Raudona (255425) 24 Jun 13, 09:08
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    Wirklich erstaunlich. So viel Exaktheit kriege ich nicht mal im VLC-Player hin. Das ist genau so wie diese fantastischen Computer, die all diese Gangster haben: der heimlich hausdurchsuchende Bulle drückt auf einen Knopf, das Dingens fährt in einem Sekundenbruchteil hoch und hat nie einen Bluescreen ... JEDEN MORGEN wünsche ich mir so ein Teil!

    Überwachungsanlagen in Krimis haben sich übrigens seit Inspektor Columbo nicht fortentwickelt: die arbeiten bis heute mit VHS-Kassetten.
    #238AuthorValeriana Ebonstar (894625) 24 Jun 13, 09:10
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    Stimmt, dirk, den Hitchcock habe ich gerade erst kürzlich wieder gesehen und mich auch gewundert!

    Raudona, der unsichtbare Boss wurde ja leider durch den ewig übelgelaunten Chef a la Vicequestore Patta (na, passt nicht ganz) ersetzt. Dieser Typ Chef ist hier sicher auch schon erwähnt worden...
    #239Author virus (343741) 24 Jun 13, 09:17
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    @ #238
    Das müssen dann aber späte Columbo-Folgen gewesen sein.

    Die frühen Folgen datieren m.E. von Anfang der 70er, VHS-Kassetten mögen (Wikipedia) seit 1976 existieren, aber so wirklich populär wurden sie doch erst - deutlich? - nach 1980? Jedenfalls erinnere ich mich an meine Berufsanfänge (Anfang 90er!) und daran, dass wir damals noch Betamax(!)-Kassetten nutzten.
    #240Author ted (236428) 24 Jun 13, 09:19
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    Ich schaue nur noch selten deutsche Krimis und bin nicht auf dem Laufenden, aber früher war der Chef immer ein dicker, bürokratischer Sack, der auf die Vorschriften pochte und alles aufhielt.
    #241AuthorMr Chekov (DE) (522758) 24 Jun 13, 09:21
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    Aber nur, bis Schimanski im Schmuddelparka kam (80er?)
    #242Author ted (236428) 24 Jun 13, 10:03
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    Hatte der nicht auch einen bürokratischen Chef?
    #243AuthorMr Chekov (DE) (522758) 24 Jun 13, 10:04
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    dirk: "Am Ende drückt er auf "Stop" und dann auf "Rücklauf", woraufhin das Gerät zwitschernde Geräusche von sich gibt (allein das ist erstaunlich, ich habe niemals ein Tonbandgerät, ob Spule oder Cassette, gesehen, das beim Schnellvor- oder Rücklauf tatsächlich den Ton wiedergegeben hätte). "

    Das kann aber sogar der Walkman, den ich noch zuhause liegen habe. Der hat mechanische Tasten, und wenn ich Play und Vorwärts gleichzeitig drücke, ist er im "Zwitschermodus". Mein "Kofferradio" mit Kassettenteil und CD-Spieler hat elektronische Tipptasten, da geht das nicht mehr.
    #244Author GuggstDu (427193) 24 Jun 13, 11:37
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    Ich hab noch einen Kassettenspieler (Spezialversion von Philips für den Unterricht??), da konnte man sogar die Abspielgeschwindigkeit regulieren!
    #245Author manni3 (305129) 24 Jun 13, 11:47
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    In Vor-Handy-Zeiten wählten die Ermittler eine Nummer, die sie natürlich auswendig konnten, und der Angerufene hob sofort nach dem ersten Klingelton ab. Genauso schnell wurde dem Kommissar nach dem ersten Klingeln an der Haustür eines schmucken Einfamilienhauses/Villa geöffnet. Als Zeuge wartet man ja gerne im Flur auf das Eintreffen der Polizei.

    Und der Ermittler, obwohl er bereits festgestellt hat, dass der Verdächtige/Zeuge tagsüber bei der Firma Sowieso arbeitet, klingelt dann auch gerne zu dieser Zeit zuhause an.

    Schimanski wurde übrigens immer gerne gegen 21:10 Uhr vom Dienst suspendiert.

    Bei Derrick und beim Alten sprachen die Verdächtigen (meist aus der Münchener Oberschicht) sehr vornehm im Präteritum: "Ich ging durch den Park als ich die Leiche erblickte. Ich begab mich zum nächsten Telefon, und rief die Polizei."

    Wenn da Unterschicht vorkam, wars oft der missratene drogensüchtige Sohn der Haushälterin. Dafür und für ähnlich geratene Charaktere gabs einen bestimmten Schauspieler, an dessen Namen ich mich nicht erinnere.
    #246AuthorJule (236478) 24 Jun 13, 13:35
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    Dafür und für ähnlich geratene Charaktere gabs einen bestimmten Schauspieler, an dessen Namen ich mich nicht erinnere.

    Die besagten Serien kenne ich nur am Rande, denke aber sofort an den jungen Jürgen Vogel (mit seinen ungewöhnlichen Vampirzähnchen, der hatte immer so schöne Ränder unter den Augen).
    #247Author Lady Grey (235863) 24 Jun 13, 13:39
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    Gern genommen wurde da eine Zeit lang auch Martin Semmelrogge, oder? (Besonders pikant, nachdem Semmelrogge sen. einen Tatort-Kommissar gab ;-))
    #248Author Serendipity_4 (677936) 24 Jun 13, 13:49
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    Dass diese Krimis früher alle die gleichen Macken hatten, ist eigentlich nicht überraschend, weil sie praktisch alle von Herbert Reinecker geschrieben wurden. Der Gute ist aber 2007 gestorben; inzwischen müssen Epigonen am Werk sein.
    #249AuthorMr Chekov (DE) (522758) 24 Jun 13, 13:50
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    Richtig! Semmelrogge Jun. wars. Ich hatte übrigens mal einen Kollegen, in dessen Haus öfetrs die ZDF-Freitagskrimis gedreht wurden. Wurde saugut bezahlt, man brauchte allerdings mehrere Tage um wieder alles zurück zu räumen (und die Schäden abzurechnen).
    #250AuthorJule (236478) 24 Jun 13, 14:00
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    ...und wenn der Täter doch mal der missratene Sohn der Oberschichtfamilie war, dann wurde dafür Pierre Franck genommen. Wenn der mitspielte, wusste man sofort, der war's!
    #251Authormosaschi (524337) 24 Jun 13, 14:23
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    Irgendwann in der ersten Hälfte der 1980ern war der blasse, drogensüchtige Sohn doch gerne auch Till Topf, kann sich noch jemand an den erinnern? "Tod eines Schülers" war damals, glaube ich, der Fernsehfilm, mit dem er bekannt wurde, aber ich weiß gar nicht, was er jetzt macht(und hoffe, ich erinnere mich überhaupt richtig an den Namen)
    #252Author Dragon (238202) 24 Jun 13, 14:27
    Comment
    Gestern Abend im Tatort wurden die Überwachungsvideos der Fähre Schweiz - Konstanz (für wie blöd halten die uns eigentlich?) doch tatsächlich auf einem Festplattenrekorder gespeichert.

    Dafür mußte die Kommissarsekretärin die von den Chinesen geknipsten Schlaufon-Bilder aus der Drogerie abholen.
    #253Author bluesky (236159) 24 Jun 13, 14:33
    Comment
    re#251: aber aus erster Ehe des Familientyrannen. Deswegen war er ja oft missraten ;)

    P.S. Heute in der SZ
    http://www.sueddeutsche.de/medien/sexszene-im...
    #254AuthorJule (236478) 24 Jun 13, 14:34
    Comment
    Oje... Spiegel Online fand's übrigens trotzdem gut...
    #255AuthorMr Chekov (DE) (522758) 24 Jun 13, 14:46
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    Oh ja, Till Topf. Hab sofort wieder das Bild vor Augen.

    Was mich mal interessieren würde: Wie können amerikanische Ermittlerinnen, Pathologinnen etc. in ihren Bleistiftröcken und Super-High-Heels einen Arbeitstag überstehen?

    Besonders schön auch, wenn sich die Pathologin mit wallender Mähne über die Leiche beugt, um Spuren (!) zu sichern. ("Bringen Sie das mal ins Labor und sagen Sie denen, die roten Haare brauchen sie nicht zu berücksichtigen") :-)
    #256Authormosaschi (524337) 24 Jun 13, 14:50
    Comment
    Was mich mal interessieren würde: Wie können amerikanische Ermittlerinnen, Pathologinnen etc. in ihren Bleistiftröcken und Super-High-Heels einen Arbeitstag überstehen?

    Dr Brennan wears overalls and boots. But then she is written and produced by a real forensic anthropologist.
    #257Author BryceS (858421) 24 Jun 13, 14:54
    Comment
    Verbrecher auf der Flucht sind auch immer so verdammt sportlich. Springen an 3 Meter Wänden hoch, springen über Abgründe im 10. Stock, balancieren lässig über schmalste Mauervorsprünge....

    "Mama, ich werd' mal Verbrecher!"
    "Kind, da musst du aber in Sport eine eins haben!"
    #258AuthorJule (236478) 24 Jun 13, 14:56
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    Übrigens, aufgrund von Sendungen wie CSI (und Ablegern) sind Jury-Verhandlungen in den USA inzwischen einer der Gründe, dass die Labors überlastet sind. Die Jury will nicht verstehen, dass in vielen open-and-shut cases keine forensischen Tests angefordert wurden.

    Also lassen die Ermittler inzwischen alle möglichen Tests machen, um nicht als fahrlässig zu erscheinen.
    #259Author BryceS (858421) 24 Jun 13, 15:02
    Comment
    Wie können amerikanische Ermittlerinnen, Pathologinnen etc. in ihren Bleistiftröcken und Super-High-Heels einen Arbeitstag überstehen

    Nicht nur die, die Seidenblüschen-Brigade ist mittlerweile in Europa angelangt, zuletzt vertreten durch Gillian Anderson im Hochglanz-Krimi http://en.wikipedia.org/wiki/The_Fall_%28TV_s...
    #260Author Lady Grey (235863) 24 Jun 13, 15:10
    Comment
    Genau Lady Grey. Das habe ich auch gesehen und war ebenfalls völlig fasziniert von den Seidenblüschen (an denen bei der Pressekonferenz auch gern mal ein Knöpfchen aufgeht.)

    Die Serie ansich war aber gigantisch, hab mir fast die Fingernägel abgekaut!

    Edit: und die Klamotten haben echt zu der kühlen Ermittlerin gepasst. Die hätte in Jeans und T-Shirt nicht so einschüchternd auf ihre Kollegen gewirkt.
    #261Authormosaschi (524337) 24 Jun 13, 16:13
    Comment
    Was mich mal interessieren würde: Wie können amerikanische Ermittlerinnen, Pathologinnen etc. in ihren Bleistiftröcken und Super-High-Heels einen Arbeitstag überstehen?

    Alles reine Übungssache. Die stehen ja nicht die ganze Zeit am Seziertisch, sondern sitzen zwischendurch auch mal am Schreibtisch.
    #262Author bluesky (236159) 24 Jun 13, 16:23
    Comment
    In einem Krimi, den ich letztens gesehen habe, saß ein "Spezialist" vor einem verschwommenen Bild einer Überwachungskamera. Der Ermittler blickt ihm über die Schulter und fragt: "Können Sie's vergrößern ?" Die typische Szene. Der Spezialist: "Nein." DAS was cool !

    Gestern abend habe ich "Brisant" gesehen. Wenn ihr DAS mal gesehen habt, dann ist euch der Stil des billigsten Krimis noch lieb und teuer. Wenn ich bedenke, dass meine Großeltern das regelmäßig anschauen und darüber ihr Weltbild definieren. Und das ist öffentlich-rechtlich, das ist nicht mal RTL2! Die Frau, die meinen Kindern abends den Sandmann ansagt, sieht da auf einmal ganz anders aus. Auch spricht sie ganz anders. So wie Birgit Schrohwange (wie auch immer man die schreibt). Ein Schurke hatte seit Jahren Autotransporter auf der Autobahn beschossen, war jetzt gefasst und die Nachbarn wurden interviewt. Alle Nachbarn waren Omas über 70. Nachbarn von schweren Straftätern sind immer alle Omas über 70! Und war das ein angenehmer Mensch, NIEEE hätten wir gedacht, und letztens fragt er noch, ob es uns gut geht, ach Herrjeee und nieee hättten wir gedacht, und das bei uns direkt vor der Haustür. Übrigens war er erst "mutmaßlich" ein Schurke.

    Dann lieber Krimis.
    #263Author Captain Albern (744380) 25 Jun 13, 06:48
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    Versteh ich nicht. Brisant ist ein Boulevardmagazin, da gibt es Promis, Peinlichkeiten und Katastrophen, dazu spannende Kriminalfälle einfach aufbereitet, und zu Boulevarddmagazinen gehört es auch, dass Nachbarn oder Bekannte von mutmaßlichen Tätern interviewt werden. Dass dabei eigentlich nur " das hätte ich nie gedacht, er machte so einen netten Eindruck " oder wahlweise "ich hab ja gleich geahnt, dass mit dem was nicht stimmt, der hat nie gegrüßt" herauskommt, ist auch klar. Und natürlich handelt es sich bis zum Abschluß seines Verfahrens um einen mutmaßlichen Täter. Wo ist das Problem?
    #264Author Dragon (238202) 25 Jun 13, 07:47
    Comment
    Wo ist das Problem?

    Das Problem ist, wie der Captain schrieb, dass meine Großeltern das regelmäßig anschauen und darüber ihr Weltbild definieren. Und mit ihnen Millionen anderer Zuschauer, die hauptsächlich solchen Boulevard-Mist und nur selten seriöse Nachrichten aufnehmen.
    #265AuthorMr Chekov (DE) (522758) 25 Jun 13, 08:00
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    Immerhin ist das ständige Aus-dem-Ei-gepellt-Sein der einen gegenüber der Schlampigkeit der anderen ein running gag bei Rizzoli and Isles.

    Re Raudona: "Nicht nur die Daten des Anrufenden, sondern auch den genauen Standort, von dem aus der Anruf getätigt wurde! (Geht das überhaupt?)" - sicher. Das Handy wählt sich ja an bestimmten Netzpunkten ein, das funktioniert wie mit den GPS-Satelliten. Umso besser, wenn das Ding eh auch GPS hat. (Muss bei meinem Smartphone ständig diversen Apps verbieten, meinen Standort mitzuschreiben... hilft wahrscheinlich eh nix.)
    #266Author tigger (236106) 25 Jun 13, 08:01
    Comment
    Wenn beim nächsten Krimi der Standort eines Handys nicht zu ermitteln ist, einfach beim britischen Geheimdienst anrufen. Sollten die Jungs übrigens als kleine Serviceleistung anbieten.
    #267AuthorJule (236478) 25 Jun 13, 08:46
    Comment
    @ 266:
    Ja, das geht in gewissen Grenzen und unter bestimmten Voraussetzungen*. Aber es unterliegt dem Fernmeldegeheimnis und erfordert einen Gerichtsbeschluss. Mal eben spontan nachsehen, wo sich XYZ aufhält, geht nicht.

    ---
    *
    - Die Funkzelle, in der ein Mobiltelefon angemeldet ist, kann mehrere km² groß sein. Das ist dann erstmal eine grobe Richtung, aber nicht mehr.
    - Nicht jedes Handy hat einen GPS-Empfänger. Ob man das Versenden der Standortdaten unterbinden kann, dürfte allerdings weiter unsicher sein.
    #268Author Lutz B (319260) 25 Jun 13, 09:18
    Comment
    Was mich immer irritiert ist
    a) dass die Forensiker vom CSI auch gleich den gesamten Fall lösen, inklusive Zeugenbefragung, und Verhaftung.

    und

    b) Resultate in wenigen Minuten ausgespuckt werden, mit fantastischer Genauigkeit (die Stahlsplitter in der Wunde des Opfers sind aus Stahl der nur von XYZ Company in XYZ Land hergestellt wird).
    #269Author BryceS (858421) 25 Jun 13, 09:37
    Comment
    #266 - Ich liebe Jane Rizzoli! Die kann den Verbrechern wenigstens noch selbst hinterherlaufen. Die Schauspielerin (Angie Harmon) war ja mal Modell und ich finde es toll, wie sie jetzt den Modemuffel gibt und trotzdem super aussieht.
    #270Authormosaschi (524337) 25 Jun 13, 10:32
    Comment
    @270: Ist aber, wie schon bei den Krimis von Elizabeth George, ein Fall von "die Leute sehen aber sowas von gar nicht so aus wie in den Büchern beschrieben und vor meinem geistigen Auge entstanden". Bei Rizzoli passt gerade einmal die Haarfarbe...
    #271Author Dragon (238202) 25 Jun 13, 10:35
    Comment
    Dragon - ich kenne die Bücher leider nicht. Am besten entweder die Bücher oder die Verfilmungen, sonst wird man fast zwangsläufig enttäuscht.
    Und sollte die Protagonistin im Buch eher wenig attraktiv beschrieben sein, dann geht das für amerikanisches Primetime TV natürlich gar nicht ;-)
    #272Authormosaschi (524337) 25 Jun 13, 10:47
    Comment
    Realistic crime stories are as common as realistic fantasy. Only it's harder to suspend disbelief.

    In one Morse episode, a man had been convicted of murdering an unknown victim whose body was never found. Work that one out.
    #273Author escoville (237761) 25 Jun 13, 10:56
    Comment
    Ich finde immer diese Datenbanken faszinierend, die jede Art von Verteilung mit was auch immer in Verbindung bringen können, sei es Bodenzusammensetzung, Verbreitung von Samen von ALLEN Pflanzen, inklusive der seltenen und natürlich in ganz Vegas, Kalifornien oder gleich USA, oder die Bauweise von Häusern (zB Ziegel) inklusive verwendetem Beton und Baujahr. Und der ermittelnde Forensiker bei CSI muss das nur eingeben und schon kommen max. 3 mögliche Standorte des bösen Buben raus.

    Wer diese Datenbanken wohl immer auf dem neuesten Stand hält? Der NSA?
    #274Author Qual der Wal (877524) 25 Jun 13, 11:26
    Comment
    Agalinis?

    *SCNR*
    #275AuthorMr Chekov (DE) (522758) 25 Jun 13, 12:17
    Comment
    Danke, Mr. Chekov! Ich brauchte dringend einen Lacher!

    :-))
    #276Author Irene (236484) 25 Jun 13, 12:41
    Comment
    @274: Das machen sie auch bei "Bones" gerne - aber schließlich arbeiten die ja auch in einem naturwissenschaftlichen Institut und Museum.
    #277Author BryceS (858421) 25 Jun 13, 13:58
    Comment
    Genau. Beim CSI gibt es immer einen Nerd im Labor, der genau das richtige Fachgebiet hat, sei es nun die Verbreitung einer bestimmten Pilzart in Vegas oder die Ziegelbauten in New York. Und der hat dann auch die richtige Datenbank zur Hand.

    Re #275: Ha, enttarnt! :-D
    #278Author tigger (236106) 25 Jun 13, 17:41
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    #272 "Und sollte die Protagonistin im Buch eher wenig attraktiv beschrieben sein, dann geht das für amerikanisches Primetime TV natürlich gar nicht ;-)"

    Ok, Ok - könnte ein Argument sein, dass Havers nicht der Beschreibung entspricht, aber Lynley? Was ist mit dem? Der Mann im Buch kann einem schlaflose Nächte verschaffen, aber Nathaniel Parker? ... weia! Wenn ich eine graue Maus haben möchte, schaffe ich mir eine Katze an.
    #279Author Blaukraut (920264) 26 Jun 13, 07:52
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    Vor allem, da Lynley ja eigentlich blond ist und Nathaniel Parker irgendwie nicht...
    #280Author Qual der Wal (877524) 26 Jun 13, 09:14
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    Vielleicht sollte man Prämien einführen für Dialoge / Szenen, in denen Krimi-Klischees ad absurdum geführt werden.

    Also etwa:
    Wo waren Sie am soundsovielten von soundsoviel bis soundsoviel Uhr? - Was weiß ich?!

    Hatten Sie und die Ermordete eine intime Beziehung? - Schön wär's!

    Sie sind weiterhin tatverdächtig. Verlassen Sie die Stadt nicht! - Ich hab aber einen Urlaub gebucht; zahlen Sie die Stornokosten?

    Hatte XY Feinde? - Wenn nicht, ist er wohl irrtümlich ermordert worden.

    Kommen Sie morgen um neun Uhr ins Präsidium! - Sehen Sie, Herr Kommissar, das wollte ich schon immer wissen: wo ist eigentlich das Präsidium?

    Ein paar Kandidaten, die sich derartige Auszeichnungen verdienen würden, hätte ich auch schon parat:

    In einem englischen Krimi der Fünfziger- oder Sechzigerjahre (ich erinnere mich weder an den Titel, noch an den Handlungsverlauf, sondern nur an den folgenden Dialog) besteigt der Verdächtige ein Taxi, die Verfolger das nächste mit der Aufforderung Folgen Sie dem Taxi da vorne!, worauf der Chauffeur erwidert: Darauf warte ich seit zwanzig Jahren, dass einer das zu mir sagt!

    In einer relativ frühen Tatort-Folge - damals waren Gast-Auftritte von Ermittlern aus anderen Tatort-Teams an der Tagesordnung - wird ein Krimi-Klischee von einem Wien-Klischee abgeschossen: Oberinspektor Marek wird von einem deutschen Kollegen (Trimmel?) telephonisch um eine wichtige Auskunft befragt und bricht diesen Vorgang an der entscheidenden Stelle ab: Ich muss jetzt leider auflegen, eben kommt zu mir eine Dame mit einer sehr wichtigen Sache. Die Dame ist seine Sekretärin, die wichtige Sache das Tablett mit dem Kaffee.

    In "Kurzer Prozess" wird ein abgefeimter Böser verhört und weiß eine Krimi-Standardfrage zu parieren: Sie legten dem keine Bedeutung bei? - Ich legte überhaupt nichts bei!
    #281Author late bird (666148) 26 Jun 13, 11:43
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    Das mit "Folgen Sie diesem Taxi / Wagen!" - "Darauf warte ich schon seit XX Jahren!" habe ich schon einige Male gehört. Drängt sich ja auch geradezu auf ...

    Noch ein Gag, der mehrfach verbraten wurde: Die ältliche, etwas betuliche Zeugin soll das Auto des Verdächtigen beschreiben: "Ein dunkles Auto. Blau oder schwarz oder dunkelgrau. Ziemlich groß ..." Der Kommissar fragt nach Details, die Zeugin bleibt aber vage. Als der Kommissar sich seufzend bedankt und zum Gehen wendet, fragt die Zeugin: "Hilft es Ihnen, wenn ich Ihnen die Autonummer sage?"
    #282Author Raudona (255425) 26 Jun 13, 12:11
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    Parkhäuser! Nie geht Ermittler/Täter/Zeuge einfach so im Parkhaus zu seinem Auto, schliesst auf, steigt ein und fährt raus. Immer schiesst einer, explodiert ein Sprengsatz, findet einer ein Leiche, wird entführt, gibt es eine wilde Verfolgungsjagd, etc.
    #283AuthorJule (236478) 26 Jun 13, 13:31
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    Jule, ist doch klar: wo sonst gäbe es Gelegenheit zu Auto-Verfolgungsjagden bei denen das Filmteam nicht mit den blöden (ständig wechselnden) Tageslicht/Wetter-Verhältnissen zu kämpfen hat?
    #284Author Lady Grey (235863) 26 Jun 13, 14:17
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    Stimmt natürlich. Aber auf Dauer ermüdend. Na ja, ist wohl so, wie früher bei den Golden-Age-Krimis. Da lag auch gefühlt in jeder Bibliothek ein Toter herum.
    #285AuthorJule (236478) 26 Jun 13, 15:43
    Comment
    Einer Bibliothek ohne Geheimgang und Leiche fehlt eben das gewisse Etwas.
    #286Author Leaves Of Silver (916698) 26 Jun 13, 16:36
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    wie früher bei den Golden-Age-Krimis. Da lag auch gefühlt in jeder Bibliothek ein Toter herum.

    Ich nehme an, für den Gärtner ist das der perfekte Ort des Verbrechens, weil ihn niemand in einer Bibliothek erwartet ;-)
    #287AuthorYora Unfug (694297) 26 Jun 13, 16:41
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    weil ihn niemand in einer Bibliothek erwartet ;-) 
    or the vicar in a brothel ;-)
    #288Authormikefm (760309) 26 Jun 13, 17:17
    Comment
    weil ihn niemand in einer Bibliothek erwartet ;-)
    or the vicar in a brothel ;-)


    or a damsel in distress ;-)
    (Au weia, das war jetzt ein ganz schlimmer Kalauer)
    #289AuthorJule (236478) 27 Jun 13, 09:35
    Comment
    #286

    *Dolch hol*
    *Schaufel hol*

    Ich geh dann mal meine Bibliothek auf den neuesten Stand bringen...
    #290Author Möwe [de] (534573) 27 Jun 13, 09:55
    Comment
    and don't forget; the place to leave the body is next to the "Dead Languages" shelves. ;-)
    #291Authormikefm (760309) 27 Jun 13, 10:01
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    Mein Lateinisch-Deutsch Wörterbuch ist so klitzeklein, da könnte ich nicht mal ne halbe Maus daneben legen, und die Deutsche Sprache ist immer noch nicht tot, Mark Twain zum Trotz. Allerding da hätt ich Platz genug vor dem Regal.
    #292Author Blaukraut (920264) 27 Jun 13, 10:18
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    Doppelpost
    #293Author Blaukraut (920264) 27 Jun 13, 10:18
    Comment
    Someone really interested in dead languages would have shelving long enough to accomodate the needs of a mass-murderer. ;-)

    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_language...
    #294Authormikefm (760309) 27 Jun 13, 10:33
    Comment
    Geht auch das Regal für todlangweilige Bücher?
    #295AuthorMr Chekov (DE) (522758) 27 Jun 13, 10:37
    Comment
    That shelf would be quite long too, have a look: http://www.goodreads.com/list/show/1917.MOST_...

    btw, has there been a thread about most boring books?
    #296Authormikefm (760309) 27 Jun 13, 10:40
    Comment
    There has been at least one about boring books. I'm not sure about the most boring.

    related discussion: Langeweile in Büchern
    #297AuthorMr Chekov (DE) (522758) 27 Jun 13, 10:54
    Comment
    @mike #296:
    Das nervigste Buch aller Zeiten zumindest ist hier auch schon in Arbeit:
    related discussion: Arbeitstitel: der Epubs (der neue LEO-Kollekt...
    #298Authorminima (507790) 27 Jun 13, 11:04
    Comment
    this thread is about to die, or be murdered - any volunteers?
    #299Authormikefm (760309) 27 Jun 13, 11:15
    Comment
    Klappe zu, Faden tot.
    #300Author Möwe [de] (534573) 27 Jun 13, 11:19
    This thread has been closed.
     
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