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    Customs and culture

    Ph.D. / Doktortitel - differences between US and Germany

    Topic

    Ph.D. / Doktortitel - differences between US and Germany

    Comment
    Interesting article in today's New York Times about how highly Germans value doctorate degrees, compared with other countries. In the US it's very uncommon for anyone except doctors and professors to use a Dr. title.

    A few excerpts from the article:

    German Fascination With Degrees Claims Latest Victim: Education Minister

    ... Germans place a greater premium on doctorates than Americans do as marks of distinction and erudition. According to the Web site Research in Germany, about 25,000 Germans earn doctorates each year, the most in Europe and about twice the per capita rate of the United States.

    Many Germans believe the scandals are rooted in their abiding respect, and even lust, for academic accolades, including the use of Prof. before Dr. and occasionally Dr. Dr. for those with two doctoral degrees. Prof. Dr. Volker Rieble, a law professor at Ludwig Maximilian University of Munich, calls this obsession “title arousal.”

    “In other countries people aren’t as vain about their titles,” he said. “With this obsession for titles, of course, comes title envy.”

    A surprising number of doctors of nonmedical subjects like literature and sociology put “Dr.” on their mailboxes and telephone-directory listings.

    ...In many countries, busy professionals with little interest in tenure-track positions at universities do not tend to bother writing dissertations. In Germany, academic titles provide an ego boost that lures even businesspeople to pursue them.
    Author eric (new york) (63613) 10 Feb 13, 20:05
    Comment
    Prof. Dr. Volker Rieble, a law professor at Ludwig Maximilian University of Munich, calls this obsession “title arousal.” 

    LOL

    Here in the homeland of schadenfreude, the zeal for unmasking academic frauds also reflects certain Teutonic traits, including a rigid adherence to principle and a know-it-all streak. 

    Okay - die Ablehnung von Betrugsversuchen in wissenschaftlichen Arbeiten hat etwas mit einer "rigid adherence to principle" zu tun, muss also als Beweis für eine angeblich typisch "teutonische" Eigenschaft herhalten? Was ist denn dann mit denen, die betrogen haben - sind die auf eine erfrischende Weise "undeutsch", oder was? Schließlich haben sie sich ja nicht rigide an die Prinzipien wissenschaftlicher Redlichkeit gehalten.

    Jetzt mal ehrlich - dieses ewige Stereotypisieren geht mir sowas von auf die Nerven... Und ja, das schließt auch die selbstverständlich sofort folgende Äußerung eines deutschen Gewährsmanns mit ein, der die eigenen Vorurteile bestätigen darf: "I just think that many Germans have a police gene in their genetic makeup,” Dr. Rieble said.
    #1Author Nicki (DE) (616721) 10 Feb 13, 21:58
    Comment
    Hier gibt es einen aktuellen Arte-Beitrag zum Thema :
    Video : http://www.arte.tv/de/die-manie-der-doktortit...

    Textbeitrag : http://www.arte.tv/de/die-manie-der-doktortit...
    die Manie: der Doktortitel
    Nikola Obermann hat bei uns Deutschen eine Krankheit diagnostiziert, gegen die die Franzosen wohl immun sind!
    ... In Deutschland ist es nämlich üblich, nach der Promotion das Kürzel Dr. für Doktor und die Abkürzung der Fachrichtung vor seinen Namen zu setzen. Der Chemiker oder Physiker wird zu Dr. rer nat. (von rerum naturalium), der Geisteswissenschaftler zu Dr. phil, (von philosophiae), ein Ingenieur zu Dr.-Ing. usw. Ein mehrfach promovierter Professor schreibt auch schon mal Prof. Dr. rer. nat. Dr. phil Heinz Müller auf seine Visitenkarte. In Frankreich schreiben nur Ärzte das "Dr." vor ihren Namen. ...


    (Jeweils ganz oben rechts lässt sich das auch auf Französisch umstellen)
    #2Author no me bré (700807) 10 Feb 13, 22:14
    Comment
    Wenn ihr das schon extrem findet, dann nur, weil ihr die Österreicher nicht kennt.

    Davon abgesehen, dass der "Guardian" das einzige mir bekannte journalistische Medium ist, das den damaligen Bundeskanzler beharrlich "Dr Kohl" nannte.
    #3AuthorValeriana Ebonstar (894625) 10 Feb 13, 23:14
    Comment
    Mal ehrlich, ich kenne niemanden außer Ärzten, die im Alltag einen Doktor- oder Professorentitel führen.
    Und mir war es schon als Teenager unangenehm, jemanden nur mit Titel, ohne Namen anzureden.

    Klar, wenn ich Visitenkarten hätte, dann stünde da auch mein Doktortitel drauf.
    Und ja, man sagt, dass ein Doktortitel tatsächlich gelegentlich Vorteile bringt, wenn er erwähnt wird. Zum Beispiel bei Flugbuchungen soll die Chance auf ein Upgrade steigen, wenn man den Titel mit angegeben hat.

    Aber im normalen Alltag kenne zwar viele, die einen Doktortitel haben, aber niemanden, der damit hausieren geht. Ich würde mich im Alltag nie mit "Frau Doktor Dodo" anreden lassen, auch nicht von meinem Bankberater oder bei anderen offiziellen Terminen.
    Ich hab es auch nicht eilig, den Titel in meinen Pass eintragen zu lassen, das kann ruhig noch ein paar Jahre warten, bis ich meinen Pass eh erneuern muss.

    Ich bin mal neugierig, wie das denn in anderen Ländern gehandhabt wird, bisher sind mir noch kaum Unterschiede aufgefallen.
    Auf einer Bewerbung oder Visitenkarte will sich doch jeder im besten Licht darstellen, lässt man da den Titel wirklich weg?
    #4Author Dodolina (379349) 11 Feb 13, 00:00
    Comment
    When making a hotel or restaurant reservation in Germany, or when booking a flight with a German airline, would it be to one's advantage to use Dr., Prof., Lord, Judge, Senator, etc.? It wouldn't normally be done here, except by some physicians who can't imagine that they too are normal people.
    #5Author Jurist (US) (804041) 11 Feb 13, 00:26
    Comment
    Wenn in Deutschland die meisten Doktortitel vergeben werden, liegt es vielleicht auch daran, daß es 80Millionen Deutsche gibt.
    Warum ist es denn in Ordnung wenn Ärzte, die wohl -im Schnitt- den geringsten Aufwend mit der Doktorarbeit treiben, ihren Titel benutzen dürfen, ein Physiker, der 4 Jahre daran sitzt, aber nicht.
    Das müßte doch eher umgekehrt sein.
    Auch die Süddeutsche redet vom "Dr.med. Dünnbrettbohrer"
    #6Authorkehd (353378) 11 Feb 13, 00:27
    Comment
    Jusrist, aus eigener Erfahrung kann ich es nicht sagen.
    Aber wie oben erwähnt, habe ich gehört, dass zum Beispiel die Chancen auf ein Upgrade bei einem Flug steigen, wenn man den Titel angibt. Dass heißt nicht, dass man ein Upgrade bekommt, sondern nur, dass man bei gleichem Vielfliegerstatus möglicherweise bevorzugt ausgewählt wird.

    Kehd,es geht ja nicht darum, dass der Titel nicht benutzt werden darf, aber außer Ärzten tut es halt niemand.
    #7Author Dodolina (379349) 11 Feb 13, 00:52
    Comment
    @Jurist
    Ich kann mir schon vorstellen, dass Leute, die ihren Doktortitel bei der Fluggesellschaft, der Hotelbuchung etc. angeben, bessere Chancen auf alle möglichen Arten von besonderem Service haben. Aber nicht, weil irgendwer sich von dem Titel beeindrucken lassen würde, sondern eher weil Leute, denen es nicht zu peinlich ist, mit ihrem Titel hausieren zu gehen, wahrscheinlich auch eine etwas ausgeprägtere Forderungshaltung haben als Leute mit eher gewöhnlichem Niveau an Selbstverliebtheit ;-)
    Lautstarke und nachdrückliche Forderungen nach Sonderbehandlung zu stellen, hilft aber ja nun (leider) tatsächlich dabei, Sonderbehandlungen auch zu bekommen - ob mit oder ohne Doktortitel.
    @Nicki
    Noch viel blöder als die Implikation, dass die Betrüger unter den Doktoren irgendwie weniger deutsch seien, finde ich ja die Implikation über Wissenschaftler ausserhalb Deutschlands: wäre ich nicht-teutonischer Wissenschaftler, würde ich mir doch sehr verbitten, unterstellt zu bekommen, dass ich über weniger "rigid adherence to principle" verfügte - mit anderen Worten: dass ich kein Wissenschaftler wäre. Wie frech!!
    #8Author pelican island (339101) 11 Feb 13, 02:00
    Comment
    Ich kann nur aus naturwissenschaftlicher Sicht sprechen, aber - insbesondere in der Chemie - ist der Doktor die Regel, nicht die Ausnahme. Dies immunisiert zwangslaeufig ein wenig gegenueber uebertriebene Titelarroganz. Es ist mir daher noch nie begegnet, dass ein Chemiker auf die Benutzung des Doktortitels bestand (oder sich damit vorstellt). Was allerdings durchaus ueblich ist, ist den Doktor in Pass oder Personalausweis einzutragen. Die eigene Einstellung hintenangestellt, so will man doch denjenigen, die das nicht so sehen (wie erwiesenermassen beim Zoll), die Chance geben, einen schneller durchzuwinken. :)

    Ich halte es aber fuer Unsinn, dass die Deutschen mit der Titelmanie allein dastehen. Der amerikanische Physiker nennt sich zwar nicht Doktor, aber der "Ph. D." fehlt auf seiner Visitenkarte trotzdem nicht. Der einzige Unterschied ist, dass dieser nicht als Titel im Namen genannt wird. Was in Nordamerika angesichts der weitverbreiteten Verwendung des Vornamens eh hinfaellig waere.

    Man sollte auch nicht die generellen Unterschiede im Bildungssystem vergessen. Waehrend im nordamerikanischen System die Unterschiede zwischen M. Sc. und Ph. D. eher graduell sind (der M. Sc. hat (in den Naturwissenschaften) normalerweise zwei Jahre Vollzeitforschung unterm Buckel), ist die Kluft zwischen dem deutschen Diplom/M.Sc. und dem Doktor groesser. In D wird der Doktortitel daher immer noch als Nachweis angesehen, dass der Traeger zu eigenstaendiger Forschungsarbeit in der Lage ist.
    #9Author Mausling (384473) 11 Feb 13, 04:47
    Comment
    In D wird der Doktortitel daher immer noch als Nachweis angesehen, dass der Traeger zu eigenstaendiger Forschungsarbeit in der Lage ist.

    Stimmt. Allerdings darf man in diesem Zusammenhang durchaus fragen, was im modernen Wissenschaftsbetrieb eigentlich zum einen unter Eigenständigkeit, zum andern unter Forschungsarbeit zu verstehen ist. In dem einen oder anderen deutschen Fachbereich gilt es ja noch immer als doktorable Individualleistung, den gestrigen Forschungsstand mit eigenen Worten einigermaßen zutreffend wiederzugeben und ihn allenfalls durch nicht allzu gewagte Blicke auf Heutiges und/oder Künftiges zu ergänzen. Inwieweit das mit dem teamorientierten Forschungsalltag der Praxis korrespondiert, wäre freilich eine weitere Frage wert.
    #10AuthorDritte_Schicht (804716) 11 Feb 13, 05:06
    Comment
    Es gibt in De in der Würdigung des Dr ein enormes Nord-Süd Gefälle.

    Im Norden ist der Titel eigentlich nur bei Ärzten im täglichen/privaten Gebrauch. Aus dem erweiterten Bekanntenkreis aus NRW gibt es einen Juristen, der meinte er müsse immer mit Dr. K angesprochen werden aber da haben sich einige geweigert ihn privat mit Titel anzureden und viele haben darüber den Kopf geschüttelt.

    Ich bin vor ein paar Jahren nach Süddeutschland gezogen und mein Eindruck ist, dass der Titel hier anders angesehen wird und man mit Dr natürlich eine Respektsperson ist.
    Der Eindruck ist nur 2nd Hand da er aus Gesprächen mit Kollegen kommt. Ich kann das aus eigener Erfahrung nicht bestätigen da ich den Titel nicht führe und die meisten Leute aus meinem Bekanntenkreis das nicht wissen oder nur wissen dass ich promoviert bin weil sie wissen als was ich gearbeitet habe (Post-Doc an der Uni).
    Ich würde auch nicht auf die Idee kommen bei einem Arzttermin mich als Dr. anzumelden obwohl ich gehört habe, dass man hier unten von einigen Ärzten dann mehr respektiert werden würde...
    Hinzu kommt, dass ich Naturwissenschafter bin und ich schon den Eindruck habe, dass Naturwissenschaftler mit dem Titel im allgemeinen wesentlich lockerer umgehen als z.B. Juristen oder Wirtschaftler. (was nicht bedeutet, dass ich nicht Juristen und Wirtschaftler kenne die den Titel haben aber nicht führen.)
    #11Author Emily Chambers (310963) 11 Feb 13, 05:50
    Comment
    Nicht nur in Deutschland gibt es Leute, die auf ihre Titel stolz sind. Vor mir liegt ein Schriftstück, dessen Autor sich vorstellt als:

    "NN, BA (Cantabr.), MA (Oxon.), D.Litt. (Oxon.), Hon. D.Litt. (Edin.), CBE, CMG"
    #12Author MiMo (236780) 11 Feb 13, 08:11
    Comment
    Der im OP zitiete Beitrag scheint mir völlig an der Realität vorbei zu gehen. Im (nichtmedizinischen) akademischen Bereich gilt die Promotion als Stufe der Ausbildung, nicht mehr und nicht weniger. Sie ist nicht zwingend, aber hilfreich für die Chancen bei Bewerbungen. Aber wenn man eine Stelle erst mal hat, spielt der Titel praktisch keine Rolle mehr. In meiner Firma ist vielleicht gut die Hälfte der wissenschaftlichen Mitarbeiter promoviert (mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich). Im Einzelfall weiß ich das oft gar nicht und müsste erst im Personalverzeichnis nachsehen. Interessanterweise war bis vor Kurzem ausgerechnet die Führungsriege weit unterproportional mit Doktoren besetzt.

    Jedenfalls wird hier niemand mit Doktortitel angeredet, und ich kenne auch keinen, der den Titel im täglichen Leben vor sich hertragen würde (na gut, meine Bank spricht mich immer mit Herr Dr. X an - soll sie doch, wenn sie will). Dass der Titel bei mir im Ausweis steht, ist eigentlich nur auf ein Zugeständnis an meine Eltern zurückzuführen, die damals meinten, das gehöre sich einfach so. Dass mir das je Vorteile eingebracht hätte, ist mir nie aufgefallen. Flüge und Hotelzimmer bucht meine Firma immer automatisch mit Titel, in den Genuss eines Upgrades bin ich trotzdem noch nie gekommen. Das einzige Mal, dass jemand überhaupt darauf reagiert hat, war in einem Hotel in den USA: Oh - You are a doctor??

    “In other countries people aren’t as vain about their titles,” he said. “With this obsession for titles, of course, comes title envy.”

    Das halte ich für absoluten Blödsinn. Niemand ist hier vain about their titels oder unterliegt einer obsession for titles, und das sich gegenwärtig ausbreitende Hobby, die Doktorarbeiten von Politikern auf Plagiate zu untersuchen, hat ganz bestimmt nichts mit title envy zu tun. Die Leute, die mit sowas ihre Zeit verbringen, dürften meist sogar selbst promoviert und damit über Titelneid erhaben sein. Die Gründe dafür sehe ich eher in der allgemeinen Lust, Leuten, die in der Öffentlichkeit stehen, am Zeug zu flicken.

    Doktortitel werden hierzulande fast unverhüllt zum Kauf angeboten (Wir vermitteln Ihnen einen Doktorvater; einigen Sie sich mit ihm auf ein Thema, alles weitere erledigen wir!). Offenbar gibt es tatsächlich einen Markt für sowas (der aber in der Masse der legitim erworbenen Titel verschwinden dürfte). Das nimmt die Gesellschaft hin. Titel von Politikern dagegen, die "richtig" promoviert und zweifellos viel Arbeit in die Sache gesteckt haben, werden dagegen mit Schimpf und Schande aberkannt, weil die Leute beim Zusammenschreiben geschlampt haben. Wäre es nicht die Aufgabe der seinerzeitigen Betreuer gewesen, solche Missstände aufzudecken?
    #13Author dirk (236321) 11 Feb 13, 08:37
    Comment
    Ich hatte einen Lehrer (Germanist), der mit Titel angeredet werden wollte. Der lief dann bei uns Schülern unter "Herr Dr. H. -- so viel Zeit muss sein!". Ansonsten ist mir aber noch nie jemand untergekommen, der mit Titel angeredet werden wollte. Dafür ist es einem Sportsfreund passiert, dass er sich online nicht zu einem Wettkampf anmelden konnte, bis er es mal mit Titel versucht hat. Den hatte er nämlich irgendwann beim Verband angegeben und wird da jetzt eben so geführt. Er kam sogar aufs Treppchen und wurde mit Titel aufgerufen! Woohoo!
    #14Author Beel (661006) 11 Feb 13, 09:08
    Comment
    Also mal abgesehen davon, welche Bedeutung Titeln beigemessen wird - der springende Punkt ist doch hier nicht der fehlende Titel sondern eben die Tatsache, dass Titel angeblich durch betrügerische Mittel erworben wurden.

    Es fehlt hier natürlich der Vergleich, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass z.B. in den USA einfach darüber hinweggegangen würde, wenn sich herausstellt, dass jemand seinen Ph.D. auf unlautere Weise erworben hat?

    Zudem muss man wohl annehmen, dass diese "Titelbetrugssuche" zumindest zum Teil politische motiviert ist. Und da unterscheidet sich vermutlich Deutschland nicht von anderen Ländern. Wenn man jemandem Dreck am Stecken nachweisen möchte, dann nutzt man die zur Verfügung stehenden Mittel. Wenn das zufällig der Doktortitel ist, nimmt man halt den.
    #15Author sonselit (596984) 11 Feb 13, 09:12
    Comment
    Jedem das Seine:
    Immerhin ist es in Deutschland relativ egal, an welcher Uni man seinen Doktortitel (so oder so) erworben hat. Wie schon MiMo so schön beschrieben hat, gibt man dafür im "erweiterten angelsächsischen Raum" mit seiner Uni an, auch wenn man dort nur einen Bachelor gemacht hat.
    #16Author tigger (236106) 11 Feb 13, 09:30
    Comment
    Da ich nicht promoviert bin und mein Leben als gewöhnlicher Dipl.-Irgendwas friste, könnt ihr alles, was ich jetzt schreibe, unter Titelneid verbuchen. ;-)

    Auch bei mir hat sich der Eindruck bestätigt, dass die Einbildung eines Doktors umgekehrt proportional zum Aufwand ist, der zur Erlangung benötigt wurde. Ärzte und Juristen meinen, sie seien etwas besonderes, bei Ingenieure und Naturwissenschaftler bekommt man den Doktor oft nur über Umwege mit. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ein Jurist mit "nur" zwei hervorragenden Staatsexamina auch Karriere machen kann, während Naturwissenschaftler ohne Promotion nicht wirklich fertig studiert haben, so dass die einen nur für die zwei Buchstaben und den Punkt promovieren, die anderen es praktisch müssen (oder im Falle der Ingenieure einfach an der Uni hängenbleiben).

    Ein schönes Beispiel für Titelgeltungssucht sind übrigens Todesanzeigen, die mir schon häufig den Tag gerettet haben (ich weiß, dass es etwas makaber klingt). Vor kurzem ist eine ältere Frau verstorben (ohne Präfix), bei den Trauernden war vom Univ.-Prof. bis zur Sparkassenfachwirtin alles dabei. ;-)

    @ dirk:

    Frau Schavan hat wahrscheinlich wirklich nur geschlampt, aber Guttenberg und Koch-Mehrin sind doch wirklich Dres. ctrl. c. ctrl. v., die muss man nicht in Schutz nehmen. Und Promotionen von CDU-Politikern zu CDU-Themen haben meiner Meinung nach auch ein Geschmäckle.
    #17AuthorAhnungsloser (669500) 11 Feb 13, 09:32
    Comment
    There have been quite a few discussions on related topics in the forum, and I must say the impression I've gotten, comparing them to this, is that the NYT seems to have done an incredibly lame job of researching this topic. They appear to have relied largely on one professor from Munich who tossed off a snappy sound bite. You would think it was a Murdoch publication.

    Yes, there might indeed be twice as many PhD's per person in Germany, but that is surely partly because the German Gymnasium system prepares students well for specialized study at the university level (well, the 13-year version used to), and even more so because state-subsidized university and graduate education for the academically well-qualified does not require anyone to go into 5 or 6 figures' worth of debt to get a degree! That is a huge difference right there. Just think if we actually funded education to that level -- maybe we wouldn't have to import practically all our engineers from India and China.

    As far as people being unduly awed by titles in everyday life, my impression is that V.E. (#3) is right that that's apparently a lot more characteristic of Austria than of Germany. (Right-wing politics, anyone? Talk about off the radar of the NYT. They probably have the kangaroo T-shirt.)

    As far as lecturers and (especially) junior professors using the title Dr., my impression is that that might actually be somewhat less common both in Germany and the UK than it is in the US, but that it's probably similar in both, depending partly on the person. It's true that in the US we would never call someone Mr./Ms. if they were actually Dr., so that's a difference, but it's also true that more advanced students may well be on a first-name basis with younger professors.

    As far as people using the title Dr. outside academia and medicine, my impression is that it depends on the person. I certainly know people in the US who do it, though I couldn't say if they're in the majority. My own motto is when in doubt, use the title because it's more polite.

    And as far as totally missing the point -- it may well be true that politicians and lawyers in Germany are more likely to have doctorates, whether plagiarized or real, than politicians and lawyers in the US. I must say, though, that we have so many politicians here who are absolutely clueless about things like global warming and comparative religion, with less knowledge than the average undergraduate, that even a plagiarized doctorate here would probably be a couple of steps up the ladder.
    #18Author hm -- us (236141) 11 Feb 13, 09:43
    Comment
    Kürzlich habe ich erlebt, daß eine Person, die einen Dr.-Titel hat, ihn aber nie anführt und gewohnheitsgemäß vor Gericht nicht angegeben hatte, vom Richter gerügt wurde.
    #19Author Selima (107) 11 Feb 13, 10:07
    Comment
    @Ahnungsloser:

    Die Dissertationen der Damen Schavan und Koch-Mehrin habe ich mir nicht angesehen, wohl aber die von Guttenberg. Da hatten fleißige Plagiatesammler etliche Stellen identifiziert, die fast, aber eben nur fast wortwörtlich mit anderen Texten übereinstimmten. Wenn jemand wirklich betrügen will, warum macht er sich dann nicht die verhältnismäßig geringe Mühe, Sätze umzustellen und Wörter auszutauschen, was jeglichen Plagiatsnachweis von vornherein ausgeschlossen hätte? Warum gibt es aber winzige Abweichungen? Die Gesamtarbeit von Guttenberg war offenbar aus eigenen und fremden (geringfügig veränderten) Textpassagen zu einem stimmigen und homogenen Ganzen zusammengefügt worden, das alle Rezensenten eines "summa cum laude" für würdig gehalten haben. Durch wildes Zusammenkopieren mit minimalem Zeitaufwand entsteht sowas nicht.

    Ich kann mir das Ganze nur so erklären, dass Herr zu G. mengenweise ihm interessant erscheinende Texte zusammengetragen, auseinandergeschnitten und auf seinem Computer gespeichert hat, was soweit völlig legitim ist. Dann hat er selber Textpassagen geschrieben und ebenfalls gespeichert. Möglicherweise hat er - und da beginnt die Schlamperei - irgendwann die Übersicht verloren, Quellenangaben verbaselt und die Verzeichnisse nicht mehr sauber auseinander gehalten. Am Ende hatte er alles so oft gelesen, dass er fremde Textpassagen irgendwann für eigene gehalten hat. Schließlich hat er alles sauber zusammengefügt und nochmal im Ganzen kontrollgelesen, wodurch die kleinen Änderungen entstanden sein mögen.

    Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass er die Arbeit in betrügerischer Absicht abgegeben hat in dem Bewusstsein, dass sie voll von fremden Textpassagen war.
    #20Author dirk (236321) 11 Feb 13, 10:23
    Comment
    @Selima #19:
    Kürzlich habe ich erlebt, daß eine Person, die einen Dr.-Titel hat, ihn aber nie anführt und gewohnheitsgemäß vor Gericht nicht angegeben hatte, vom Richter gerügt wurde.

    Dann war der Richter, mit Verlaub, ein Idiot.
    In Deutschland gilt:
    - Niemand ist gezwungen, seinen Doktorgrad zu führen.
    - Der Doktorgrad ist auch, entgegen verbreiterter Ansicht, kein Namensbestandteil.
    - Er muss auch nicht in Papiere eingetragen werden.

    Und niemand hat einen Anspruch darauf, mit Doktorgrad angeredet bzw. schriftlich angesprochen zu werden. Auch hierzu wurden schon Gerichte bemüht ...
    #21Author neutrino (17998) 11 Feb 13, 10:34
    Comment
    Auch ein Doktor ist nur ein Mensch. Meiner Meinung nach gehören solche Titel in Bewerbungsunterlagen oder geschäftliche Korrespondenz, aber nicht in die Ansprache. Persönlich hätte ich kein bisschen mehr Respekt vor dem Menschen nur weil er einen Titel trägt.
    #22Author keystroke (763645) 11 Feb 13, 10:43
    Comment
    @ dirk:

    Ich unterstelle Herrn zu Guttenberg nicht, absichtlich getäuscht zu haben. Wahrscheinlich ist ihm die Aufgabe neben seiner eigentlichen zeitraubenden Arbeit als Abgeordneter einfach über den Kopf gewachsen und er wollte nach X Jahren endlich mal abgeben. Trotzdem hätte er mit dieser Arbeit von Anfang an nicht durchkommen dürfen.
    #23AuthorAhnungsloser (669500) 11 Feb 13, 10:45
    Comment
    #19: Kürzlich habe ich erlebt, daß eine Person, die einen Dr.-Titel hat, ihn aber nie anführt und gewohnheitsgemäß vor Gericht nicht angegeben hatte, vom Richter gerügt wurde.
    Na ja, ein Richter ist halt Jurist und in diesem Studienzweig ist solch eine Nachlässigkeit nicht nur unverständlich sondern verdächtig.
    SNCR

    Eine kleine Anekdote zum Thema Titel machen Leute:
    Vor vielen Jahren musste ich zu einer Nachuntersuchung ins Krankenhaus und stellte mich bei der Dame am Empfang mit den Worten vor "Guten Morgen, ich bin Oxy Morphon, und habe um 10.00h einen Termin bei Herrn Schneider." Den empörten Aufschrei, ich hätte ja wohl einen Termin bei Herrn Professor Doktor Schneider konnte man vermutlich bis zum anderen Ende der Stadt hören. Unbedachterweise versuchte ich meine Nachlässigkeit damit zu rechtfertigen, dass ich darauf hinwies an der Uni zu arbeiten, an jedem Tag Dutzenden Professoren und Doktoren zu begegnen, und schloss mit dem Hinweis, dass wir es da nicht so mit den Titeln haben. Daraufhin bekam ich mit strafendem Blick den Bescheid, dass ich hier aber nicht in der Uni sondern in einem Krankenhaus, genauer in der Abteilung von Chefarzt Prof. Dr. Müller, sei.
    Nun kommt der interessante Teil, denn ich wurde nach einer Weile mit zuckersüsser Stimme als Dr. Morphon ins Behandlungszimmer gerufen. Es stellte sich heraus, dass die Dame in der Zwischenzeit einen Blick in meine Krankenakte geworfen hatte, aus der zu entnehmen war, dass Dr. Morphon während seiner Tätigkeit im neurowissenschaftlichen Labor einen Arbeitsunfall erlitten hatte.
    #24Author Oxymorphon (700306) 11 Feb 13, 10:49
    Comment
    @Oxymorphon: ich finde solche Geschichten immer wieder spaßig. Meiner einer ist bloß ein banaler Dipl, damit ist eh kein Staat zu machen ;-).
    Mein Schwager hat 'nen Doktortitel (Jurist), geht damit aber auch nicht hausieren. Der Dr. steht auf den von ihm erlassenen Urteilen, und das war's auch schon.
    Meine Schwester erzählte mir von einer Begebenheit auf einem Elternabend in der Schule der Tochter.
    Ein Herr führte große Reden, mein Schwager widersprach "Aber Herr Müller* ..." (*Name von der Redaktion geändert). Der Herr fuhr ihn an "DOKTOR Müller bitte, Herr W. Soviel Zeit muß sein!!!" Mein Schwager lapidar: "Ach, ich dachte, das sei unter Akademikern nicht üblich. Aber wenn Sie darauf bestehen, DOKTOR W. bitte."
    Schallendes Gelächter im ganzen Raume.
    #25Author Chaja (236098) 11 Feb 13, 11:04
    Comment
    aus #18 As far as lecturers and (especially) junior professors using the title Dr., my impression is that that might actually be somewhat less common both in Germany and the UK than it is in the US, but that it's probably similar in both, depending partly on the person. It's true that in the US we would never call someone Mr./Ms. if they were actually Dr., so that's a difference,[...]

    Ich habe auch diesen Eindruck. In Fernsehinterviews und Fernsehbeiträgen werden nach meinem Eindruck Natur- und Geisteswissenschaftler in den USA regelmäßiger als "Dr. X" angesprochen und vorgestellt als in Deutschland entsprechend mit "(Herr) Dr. X".
    #26Author Mattes (236368) 11 Feb 13, 11:20
    Comment
    mit Doktortitel anführen bei der Hotelbuchung muss man in englischsprachigen Gefilden als Frau aber auch vorsichtig sein - meiner Freundin wurde von der Uni aus ein Hotelzimmer für "Dr. Smith" gebucht, und an der Rezeption, als sie nach dem gebuchten Zimmer für Ms. Smith fragte, wurde die Buchung nicht gefunden... (so much for gender-neutral English...)

    Und von wegen keiner besteht darauf, mit Titel angesprochen zu werden - ich kenne das von der Industrie (Haushaltselektronik, mittleres Management) und der Versicherungsbranche aber ganz anders. Frau Dr. Leutheuser-Schmitthuber, bitte! Herr Doktor Vorstandsmitglied, wäre ja noch schöner!
    #27Author Spinatwachtel (341764) 11 Feb 13, 11:20
    Comment
    Wurde glaube ich oben schon so ähnlich geschrieben, aber nochmal der Versuch einer Zusammenfassung:

    In Deutschland wird der Doktorgrad eher als Ehrentitel als als wissenschaftlicher Grad behandelt und deshalb umso stärker verwendet, je wissenschaftsferner der/die Träger/in und/oder die Situation gerade ist. In der Wissenschaftswelt selbst wird er weniger verwendet, weil er entweder selbstverständlich ist oder die Kollegen die wirkliche Bedeutung des Doktorgrades nüchtern als Berufsqualifikation einschätzen.

    In den USA wird der PhD als Ausdruck wissenschaftlicher Kompetenz gesehen und daher umso stärker verwendet, je wissenschaftsnäher der/die Träger/in und/oder die Situation ist oder je eher wissenschaftliche Kompetenz betont werden soll. Außerhalb des Wissenschaftswelt ist er irrelevant und wird auch so behandelt.
    #28Author Mattes (236368) 11 Feb 13, 11:32
    Comment
    Kehd,es geht ja nicht darum, dass der Titel nicht benutzt werden darf, aber außer Ärzten tut es halt niemand.

    Das stimmt nicht, Dodolina. Ich kenne ein Großunternehmen, das in seiner Werbeabteilung einen Doktor der Geologie beschäftigt. Nach dessen eigener Aussage kam es für den Personalchef nur darauf an, dass ein "Dr." vor dem Namen steht - welcher, sei ihm völlig gleichgültig gewesen. Und der Herr Doktor verdient dort halt erheblich mehr als in seinem Fachbereich, deswegen habe er die Branche gewechselt.
    #29AuthorValeriana Ebonstar (894625) 11 Feb 13, 11:32
    Comment
    Nachtrag zu #28, Doktor als Ehrentitel (eher "ehrenvoller Titel"):
    Der Doktorgrad wird von manchen Unis (zum Beispiel meiner ehemaligen) entzogen, wenn der Träger wegen einer Straftat zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt wird!
    #30Author Mattes (236368) 11 Feb 13, 11:40
    Comment
    Meiner einer ist bloß ein banaler Dipl, damit ist eh kein Staat zu machen ;-).

    Chaja, du kannst aber zumindest darauf hinweisen, dass dein Titel aus mehr Buchstaben besteht als der Dr.!
    #31AuthorValeriana Ebonstar (894625) 11 Feb 13, 11:42
    Comment
    re #13 : Das ist mir gerade letzte Woche erst passiert : Doktortitel werden hierzulande fast unverhüllt zum Kauf angeboten
    related discussion: Ich hab' jetzt einen Friedensnobelpreis ! - #37
    :-)
    #32Author no me bré (700807) 11 Feb 13, 11:54
    Comment
    Bei einer früheren Firma legte der Leitung der Abteilung Forschung größten Wert darauf, das er nur Doktoren ( Physik / Chemie) in der Abteilung hat, da das bei den Kunden größeren Eindruck macht als ein banaler Dipl.Ing.
    #33Author Masu (613197) 11 Feb 13, 16:28
    Comment
    dirk, 13: Dass der Titel bei mir im Ausweis steht, ist eigentlich nur auf ein Zugeständnis an meine Eltern zurückzuführen, die damals meinten, das gehöre sich einfach so. Dass mir das je Vorteile eingebracht hätte, ist mir nie aufgefallen.

    Ist bei mir genau so. Ich denke aber, dass das weniger die Wichtigkeit des Titels spiegelt als viel mehr den elterlichen Stolz.
    #34Author Emily Chambers (310963) 11 Feb 13, 17:38
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    Mattes, thanks for your comments and especially #28, which seems like a good analysis to me.

    In past discussions I don't think we had heard as much from people in German-speaking countries about doctorates in industry or business (e.g. #27, #29) as opposed to academia. On that point the NYT may indeed be right that US companies place much less emphasis on it in hiring and marketing. Indeed, that could be a factor in why so many people in technology and business-related fields don't feel any need to get a doctorate, since they can often get a more secure, better-paying job in industry without one.

    Norbert, I think, has dealt a lot with engineers and computer science people on the hiring level; if he were around he might have something to say about that, and perhaps also on the corollary, why there's a shortage of non-immigrant computer and engineering faculty in the US, which leads to a shortage of qualified employees, which ...

    I can't actually imagine anyone in America (or, for that matter, Canada? Australia? the UK?) looking for doctorates in middle management or insurance (#27). An MBA, however, might well be the American ritual equivalent -- not only does practically everyone seem to feel the need to get one, but as a result of that cachet, there's a huge range of quality out there, from essentially for-profit degree mills to more respectable programs. It may be characteristic of some American trait (haste? consumerism? shallowness?) that an MBA only takes a year or two to do. And now there seems to be a subcategory called the 'professional MBA,' where the main requisite is the 5 years' business experience before they go into it, but the study itself is only something like two Saturdays a month.

    My impression as an outsider is also that MBA programs serve much like American football as a money-making enterprise for the university, a cash cow. I believe I'm right in saying MBA students typically pay full tuition; unlike in PhD programs, which typically pay advanced students for teaching and research, there are very few outright grants awarded, only loans. So at a time when universities are harder and harder pressed to get government support for faculty research or student tuition, business schools seem to be meeting the universities' need to attract dollars as well as industry's need to attract prestige.
    #35Author hm -- us (236141) 11 Feb 13, 18:32
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    Es ist aber doch ein bißchen lustig, dass in diesem Faden - der sich vorrangig darum dreht, wie egal uns allen solche Titel sind - mindestens jeder zweite Beitrag mehr oder weniger subtil am Rande klarstellt, was für einen Titel der Verfasser hat.
    "Ich habe auch einen Doktor, und ich sage das nie jemandem, weil es mir ganz egal ist!" ;-)
    (PS: ich will niemanden persönlich angreifen, ist ja auch nix Schlimmes dabei - weder dabei, ein Doktor zu sein, noch dabei, es öffentlich zuzugeben ;-). Ich find es halt nur gerade ein bißchen lustig :))
    #36Author pelican island (339101) 11 Feb 13, 21:08
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    @20
    Ich kann mir das Ganze nur so erklären, dass Herr zu G. mengenweise ihm interessant erscheinende Texte zusammengetragen, auseinandergeschnitten und auf seinem Computer gespeichert hat, was soweit völlig legitim ist. Dann hat er selber Textpassagen geschrieben und ebenfalls gespeichert.

    Echt jetzt, dirk?
    Der schneidet Texte auseinander und speichert die einzelnen auseinandergeschnittenen Absätze dann in neuen Dokumenten ab (weswegen dann der Verasser nicht mehr erkennbar ist) - wozu das denn? Der schreibt dann selber einzelne Absätze mal hier, mal da, und speichert die wieder in verschiedenen einzelnen Dokumenten ab, bei denen jetzt nicht mehr erkennbar ist, dass diesmal er der Verfasser ist? Und dann fügt der diese separat geschriebenen Absätze später zu einem großen Dokument zusammen? Wer um Himmels willen schreibt denn so? Das dürfte ja ein Spaß sein, das zu lesen - und erst die Suche nach dem roten Faden, was für ein Rätselspaß das wird! LOL.

    (Mal ganz abgesehen davon, dass ich glaube, dass die meisten Leute sich an selbstverfasste längere Texte für einige Jahre ganz gut erinnern können.)

    Nee, ich kann mir das noch ganz anders erklären: der hat sich Gedanken anderer Leute schön sauber zusammengetragen und sinnvoll zusammengefasst (so viel Eigenleistung denn doch) - und es dann als seine eigenen, neuen Gedanken ausgegeben. Und weil das Umschreiben von Texten und die Wiedergabe in eigenen Worten eben doch einige Mühe ist (wenn auch nicht die große intellektuelle Leistung, kostet es eben doch eine Menge Zeit), hat er das halt nicht gemacht. Und der Prof kannte die geklauten Texte einfach nicht (wörtlich), kann ja nicht jeder alles kennen.

    Die Erklärung finde ich wesentliche naheliegender und plausibler.
    #37Author pelican island (339101) 11 Feb 13, 21:54
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    Wer von Euch war schon mal in Österreich?

    „Schuss … Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer' narrisch! Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich! Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals; der Kollege Rippel, der Diplom-Ingenieur Posch – wir busseln uns ab."

    Kollege signierte seine erste dienstliche eMail mit "Ing. Bac. MSc Dieter Droebbel."

    .. über was regt Ihr Euch genau auf?;)

    PS: Liebe Frau Bildungsministerin, liebe Christin, liebe Katholikin - Frau Schavan - nennen Sie die 7 Todsünden.

    In Deutschland verwenden sterbliche Menschen eher selten ihren Dr. Titel.
    Aber auch das Land der Dichter und Denker hat ..Arschlöcher.
    #38Author la.ktho (236390) 11 Feb 13, 22:19
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    #36, stimmt, das ist lustig.

    Allerdings geht es ja darum, die mit einem solchen Titel umgegangen wird, da ist es wohl normal, dass Erfahrungsberichte kommen, wie die promovierten Leoniden das handhaben. Und wenn man darüber redet, wie man mit seinem Titel umgeht, dann sagt man natürlich auch, dass man einen hat. Das halte ich bei diesem Thema für normal.
    #39Author Dodolina (379349) 11 Feb 13, 22:43
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    #36: Dann ist hier eine Gegenstimme. Ich habe hart für meinen Titel arbeiten müssen, deshalb habe ich ihn bei der Meldebehörde angegeben und der Titel wurde beim nächsten fälligen Ausweis auch aufgenommen. Ich habe allerdings keinen neuen Ausweis beantragt, damit der Titel so bald wie möglich im Ausweis erscheint, ich konnte noch warten, bis der damals gültige Ausweis ungültig wurde.
    Mir wurde nach Abschluß der Disputation vom Vorsitzenden der Prüfungskommission erklärt, dass ich meinen Titel erst führen darf, wenn ich "meinen Verpflichtungen gegenüber der Fakulätat nachgekommen" bin, aber ich müsse mich nicht wehren, wenn mich jemand anders mit Titel anredet. Genauso halte ich es normalerweise. Wenn ein Kollege meint, mich mit Frau Doktor Demersus anreden zu müssen, dann darf er das gerne tun. Ich falle allerdings niemanden ins Wort, wenn er Frau Demersus oder Spheniscus oder nur spheni sagt.
    Meine dienstliche E-mails Signatur lautet Dr. Spheniscus Demersus, ich grinse, wenn ich aus dem Ausland Mails mit der Anrede "Dear Dr. Spheni" kriege und unterschreibe bei Antworten mit "kind regards, spheni".
    In Deutschland hat mich aber noch nie jemand nur mit Frau Doktor, also ohne Nachnamen angesprochen.
    Meine Visitenkarte (nach Vorgaben der Mutterfirma) lautet Dr. Spheniscus Demersus, Diplom-Chemikerin, Apothekerin. Wieso auch nicht, ich muss mich doch nicht dafür schämen, dass ich die Abschlüsse gemacht habe.
    Im Privatleben nutze ich den Titel in bestimmten Situationen (dann aber gezielt): bei der Bank, gegenüber Sprechstundenhilfen beim Arzt oder arroganten Ärzten und ich habe den Titel bei der Wohnugssuche eingesetzt, andere machen das doch auch, wieso soll austgerechnet ich bescheiden sein, wenn ich eine Wohnung unbedingt haben will? Andere Fachbereiche haben da meiner Erfahrung nach auch keine Skrupel.

    Ich bin Naturwissenschaftlerin und kenne mich daher in anderen Fachbereichen nicht aus. In meinem Fachbereich ist eine Promotion eher die Regel und nichts Außergewöhnliches, aber eben weil der Titel nichts Außergewöhnliches ist, verstehe ich nicht, wieso ich den verschweigen soll. Ich halte mich aber auch nicht für etwas Besseres, nur weil ich einen Titel habe. Ich lasse mir aber auch nicht einreden, dass ich etwas Schlechteres bin, nur weil ich meinen Titel nicht verschweige.
    #40Author spheniscus (301189) 11 Feb 13, 22:53
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    Pelikan: Es ist aber doch ein bißchen lustig, dass in diesem Faden - der sich vorrangig darum dreht, wie egal uns allen solche Titel sind - mindestens jeder zweite Beitrag mehr oder weniger subtil am Rande klarstellt, was für einen Titel der Verfasser hat.

    Pelikan, wenn du "niemand persoenlich angreifen willst", dann unterlasse einfach so saubloede Kommentare! Niemand stellt hier "subtil am Rande klar", was fuer einen Titel er hat. Verschiedene Verfasser haben klar und deutlich gesagt, welchen Titel sie haben und wie sie damit umgehen, bzw. was ihre Erfahrungen sind. Was fuer diese Diskussion nicht gerade unbedeutend ist. Und sie tun dies, weil sie sich des Publikums hier sicher genug fuehlen, dass diese Information sachlich aufgefasst und nicht als Titelprotzerei missverstanden wird.

    hm-us: On that point the NYT may indeed be right that US companies place much less emphasis on it in hiring and marketing. Indeed, that could be a factor in why so many people in technology and business-related fields don't feel any need to get a doctorate, since they can often get a more secure, better-paying job in industry without one.

    Korrekt, meiner Meinung nach. In D neigt die Industrie dazu, "Titel/Bildungsstand" und "Lebenserfahrung" mit der Position zu korrelieren. Dies fuehrt dazu, dass das Einstellungsalter wichtig ist (nicht als Leistungsnachweis, sondern weil man keinen 40-Jaehrigen auf der selben Karriereleiter unter einen 30-Jaehrigen setzen moechte), dass "Ueberqualifikation" ein echtes Problem bei der Jobsuche ist und dass ab einer bestimmten Karrierestufe der Dr. eventuell notwendig ist. Ein Titel ist in D - im Gegensatz zu Nordamerika - viel schwieriger mit praktischer Erfahrung wettzumachen. Dies ist natuerlich super, super pauschalisiert, aber ich denke, die Chancen, dass ein M. Sc. in xxx der Abteilungsleiter von verschiedenen Dr. in xxx ist, sind in Nordamerika groesser als in D.
    #41Author Mausling (384473) 11 Feb 13, 23:02
    Comment
    zu #40:
    Vorsicht beim Einsatz akademischer Titel bei der Wohnungssuche: Mir sagte mal der Besitzer eines Merhfamileinhauses, er würde nicht an Akademiker vermieten, "die haben keine Hemmungen, gleich zu klagen, wenn ihnen etwas nicht passt".
    #42Author eineing (771776) 11 Feb 13, 23:13
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    @39
    Stimmt schon, dodolina - das Thema bringt's halt mit sich. :)
    #43Author pelican island (339101) 11 Feb 13, 23:18
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    Wieso Vorsicht? Die Maklerin ist darauf angesprungen, ich habe die Wohnung gekriegt. Wenn ich keine Akademiker will, dann darf ich an niemanden vermieten, der einen Studiumaschluß hat, also an keinen Dipl. Chem, Dipl. Ing., Arzt, Apotheker, Betriebswirt, Volkswirt,Juristen, Lehrer, Dipl. Oekotroph., MA, was-weiß-ich-Alles...
    #44Author spheniscus (301189) 11 Feb 13, 23:20
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    Looking back at the original post, part of what annoys me is just the headline.

    >>German Fascination With Degrees Claims Latest Victim

    Hello? I don't quite see how they get away with painting a plagiarist as a victim. 'Title envy made me do it?' Maybe I adhere rigidly to principle, but I don't think the value placed on advanced degrees is any excuse for plagiarizing them.

    If the question is to what extent cheating in school is accepted, however, I seem to recall that at least based on anecdotal evidence in this forum, it appeared to be pretty prevalent in German-speaking countries. How can both cheating and rigidly adhering to principle both be Teutonic traits?

    >>A surprising number of doctors of nonmedical subjects like literature and sociology put “Dr.” on their mailboxes and telephone-directory listings.
    ... In many countries, busy professionals with little interest in tenure-track positions at universities do not tend to bother writing dissertations.


    Are they implying that doctors of nonmedical subjects in the US don't use their title for correspondence? I'd like to know how many busy US corporate professionals are out there suppressing all mention of the PhD they just happened to earn in literature or sociology while blithely shunning the tenure track. Surely most PhD's in similar fields remain in academia, and therefore do use their titles in the US. What else can you do with a humanities PhD, pray tell, except teach?

    Perhaps this is only a problem for a very few NYT editors.
    #45Author hm -- us (236141) 11 Feb 13, 23:48
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    Surely most PhD's in similar fields remain in academia, and therefore do use their titles in the US. What else can you do with a humanities PhD, pray tell, except teach?

    There aren't enough teaching jobs to go around for all the people who receive a PhD in humanities fields each year. Look at the number of people who are granted an advanced degree in any humanities field, then look at the job postings in Chronicle of Higher Education and tell me where the numbers are higher. People go into any number of fields in which they probably don't use their degree or skills.

    The number of people I knew in the humanities who completed a PhD and are currently using it in academia are vastly outnumbered by those who are working in another field (insurance, editing, writing) or who went back to get another degree and are working in that field (medicine or library science).

    http://www.nsf.gov/statistics/infbrief/nsf10308/
    According to this, there were approximately 5,000 Doctorates awarded in the humanities each year between 1998 and 2008. I don't know how many post-doc and professor positions became available, but I'm pretty sure it wasn't 25,000.
    #46Author Amy-MiMi (236989) 12 Feb 13, 05:47
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    @pelikan (#37):

    Nicht, dass hier der Eindruck entsteht, ich wollte irgendwie Partei für Herrn zu Guttenberg ergreifen. Ich versuche nur zu erklären, wie es zu einer solchen Arbeit kommen konnte, denn so blöd kann der Mann einfach nicht sein. Ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass ein intelligenter Mensch (der er zweifellos ist) viel Zeit damit verbringt, in betrügerischer Absicht geklaute Texte zu einem homogenen Ganzen zusammenzufügen, und sich dann nicht mal die geringe Mühe macht, durch Umstellen von Sätzen den geistigen Diebstahl zu verschleiern.

    Geisteswissenschaftliche Promotionen beruhen eigentlich immer auf einer Unmenge von Quellmaterial. Ich halte es für ein ziemlich naheliegendes Vorgehen, erst mal alles zu sichten, die relevanten Passagen herauszuschneiden und alle diese Abschnitte zu sammeln. Ebenso naheliegend erscheint es mir, dass man nicht die ganze Arbeit von Anfang bis Ende hintereinander weg schreibt, sondern kleinere Abschnitte mehr oder weniger unabhängig voneinander verfasst und später zusammenfügt. Wenn da irgendwann die Trennung zwischen Eigenem und Fremdem verloren geht, dann kann so etwas wie die Guttenberg-Dissertation durchaus entstehen. Wie es zu so einer Vermischung kommen konnte, ist eine andere Frage. Vielleicht hat er ja auch einen Assistenten beschäftigt, der ohnehin nicht wusste, was von wem war.

    Mal ganz abgesehen davon, dass ich glaube, dass die meisten Leute sich an selbstverfasste längere Texte für einige Jahre ganz gut erinnern können. 

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dem nicht unbedingt so ist. Mir hat mal irgendwann ein Kollege ein Papier ohne Verfasserangabe auf den Tisch gelegt mit den Worten: "Hab ich beim Aufräumen gefunden, ist doch dein Thema!" Nach der ersten Seite dachte ich, ist ja nicht uninteressant. Nach der zweiten Seite kam es mir irgendwie bekannt vor: hab ich das nicht schon mal gelesen? Erst nach der dritten Seite ging mir das Licht auf, dass ich es Jahre zuvor selbst geschrieben hatte.

    @36: Wir diskutieren doch hier über den Umgang mit Titeln. Wie sollte man da seine eigenen Erfahrungen einbringen, ohne sich selbst zu outen? Würdest du es auch "ein bisschen lustig" finden, wenn es um irgendeinen sprachlichen Begriff ginge und jeder Zweite antworten würde: Bei uns im Norden sagt man das so und so? Wärst du dann der Meinung, alle würden subtil am Rande darstellen, dass sie aus dem Norden kommen?
    #47Author dirk (236321) 12 Feb 13, 09:20
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    #37 denn so blöd kann der Mann einfach nicht sein

    Ich gehe davon aus, dass er einfach ein anderes Unrechtsbewusstsein hat... Hat er nicht auch Texte verwendet, die er bei irgendeiner behördlichen Servicestelle in Auftrag gegeben hat? Die einzelnen Wortänderungen hat er wohl vorgenommen, damit sich das Ganze insgesamt flüssiger liest.
    #48Author Beel (661006) 12 Feb 13, 09:31
    Comment
    Ich habe einen Doktortitel in Jura. Und ich habe ihn aus folgenden Gründen: Erstens, um mir selbst zu beweisen, dass ich es kann (nicht ganz "Arbeiterkind" und "bildungsfern", aber jedenfalls aus einfachem Haus). Zweitens, weil ich nach einem LL.M. im europäischen Ausland desillusioniert war - dieser "Titel" wird einem nun wirklich hinterhergeworfen. Nach einem deutschen Staatsexamen kann einen wohl nichts mehr schrecken, aber das war ein Witz, und ich habe mich - sorry für den Ausdruck - fast verarscht gefühlt und wollte einen "richtigen" Titel, für den man auch arbeiten muss. Und drittens, weil ich damals noch nicht wusste, was ich machen will und mir alles offen halten wollte, einschließlich Uni und Großkanzlei (wo der Dr. jedenfalls gern gesehen wird und häufig sogar mit einem höheren Gehalt belohnt wird).

    Ich war schnell mit meiner Promotion, habe nebenbei gearbeitet, und hatte eine gute Zeit. Es ist kein Wunderwerk, aber es erfordert Disziplin. Und deshalb ärgere ich mich schwarz, wenn Leute dabei lügen und betrügen. Und aktiv benutzen tu ich den Titel nie. Er steht auf der Visitenkarte, das ist aber auch alles. Ich finde nicht, dass die Deutschen besonders "titelgeil" sind.
    #49Author Lunda (254456) 12 Feb 13, 09:35
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    Die Frage ist, ob der Guttenberg das überhaupt selber geschrieben hat. Manche Leute lassen sich ihre Doktorarbeit bekanntlich auch ghosten.
    #50AuthorValeriana Ebonstar (894625) 12 Feb 13, 09:49
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    @dirk
    Einigen wir uns darauf, daß es grundsätzlich möglich ist, dass seine abgeschriebene Arbeit aus Blödheit oder auch aus böser Absicht entstanden sein könnte, wir nicht herausfinden werden, was es war, weil wir dem Herrn nicht in den Kopf gucken können, das aber auch egal ist, weil wir ihn beide im einen wie im anderen Fall eh nicht verteidigen wollen. Dann ist es ja eigentlich auch Wurst, dass einer von uns eben die eine Variante und die andere die andere für etwas wahrscheinlicher hält :-)

    Was den Kommentar mit dem lustig betrifft: man soll sowie so gar nicht vermeiden, sich 'zu outen', wie Du sagst - ich habe nicht nur geschrieben, sondern auch gemeint, dass ich nix Schlimmes dran finde. Und wenn das Thema wäre 'Nordlichter binden immer allen auf die Nase, dass sie aus dem Norden sind', und dann enthielte jeder zweite Beitrag 'ich bin auch aus dem Norden, und ich sage das den Leuten nie!', dann fände ich das natürlich auch ein bißchen lustig. Du etwa nicht? Da muss man weder etwas gegen Leute aus dem Norden haben noch denken, dass die sich ihrer Herkunft schämen müssten, um eben eine gewisse Ironie darin zu erkennen.
    Tut mir echt leid, wenn das böse ankam bei dir, wollte ich nicht. Ich kann es aber auch nicht so schrecklich schlimm von mir finden...
    #51Author pelican island (339101) 12 Feb 13, 10:34
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    Lustig oder nicht lustig, wir wissen doch, dass die meisten LEOniden Akademiker sind und sehr viele einen Doktortitel haben. Insofern kann man gar nicht versuchen damit anzugeben, weil er in diesem Teil der virtuellen Gesellschaft eh so häufig ist.

    Bezüglich Österreich: Ja-haa, da muss es dafür gar kein Doktortitel sein! Schon meine Magistra hab ich wieder herausgekramt, um die gesellschaftlichen Vorteile abzugreifen. *g* (Dafür haben wir den Adel wirklich abgeschafft bzw. durch Bindestriche ersetzt, da könnt ihr euch selber an der Nase nehmen, ihr von und zu Deutschländer.)

    Interessant finde ich, was hm--us über die MBAs schreibt: Das gilt nämlich auch für Europa, glaube ich. Wer ein bisschen Ahnung hat, fragt nach der Uni und ihrem Ranking, dem benötigtem GMAT-Score, der Studiendauer etc. Irgendein dreiwöchiges Fernstudium wird den Personaler schon weniger beeindrucken als ein MBA von der London School of Economics oder der Sciences Po.
    #52Author tigger (236106) 12 Feb 13, 11:16
    Comment
    Mausling, Nr. 9: "Was allerdings durchaus ueblich ist, ist den Doktor in Pass oder Personalausweis einzutragen."

    Hm, selbst das ist mir als Chemikerin noch nicht in den Sinn gekommen, und ich hatte erst kürzlich die Gelegenheit, da mein Pass abgelaufen war... Den Doktor habe ich schon fast 20 Jahre, im Pass ist er immer noch nicht. :-)
    #53Author virus (343741) 12 Feb 13, 13:53
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    Die einzige Person, die ich kennen gelernt habe, die bei der Anrede auf ihrem Titel bestanden hat (und einen auch grundsätzlich berichtigt hat) , war meine alte, furchteinflössende Biologie-Lehrerin (geboren in den 30ern, wuerd ich schätzen). Ihre Begründung war, dass Sie dafür hart gearbeitet hat. Die Frau war die nüchternste, unbestechlichste, knallhärtestete Lehrerin die ich kennengelernt habe, und auch eine der kompetentesten. Die Vorstellung, wie es in den 50ern war, als Frau seinen Doktortitel zu machen, hat mich in den letzten Jahren mehr und mehr Respekt fuer diese Haltung entwickeln lassen. Und hätte sie ihren Titel nicht so offensiv geführt, waere sie mir als Vorbild sicher nicht so present gewesen.
    #54Author sursulapitschi (677359) 12 Feb 13, 13:56
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    Mein persönlicher, täglicher Eindruck aus einem nicht-wissenschaftlichem Umfeld: je niedriger der (formelle) Bildungsstand des Sprechers, desto unbeirrter redet er sein Gegenüber (nicht-Mediziner) mit Herr Doktor X an und ist pikiert, wenn andere es nicht tun. X hat dabei nie angedeutet, daß er Doktor genannt werden möchte sondern guckt im Gegenteil eher resigniert-genervt. Auch im Gespräch mit Dritten wird immer der Herr Doktor X angeführt, nicht einfach nur Herr X. Dabei hat das Fach nichts mit dem aktuellen Thema zu tun, oft ist garnicht bekannt, ob es sich um einen Sinologen, einen Theologen, einen Witschaftswissenschaftler oder sonstwas handelt.
    #55Author Russisch Brot (340782) 12 Feb 13, 16:19
    Comment
    @55: Stimmt. Da kommt mir auch eine Begebenheit in den Sinn. Anlässlich der Goldenen Hochzeit meiner Eltern kam der Bezirksbürgermeister als offizieller Gratulant vorbei und machte höflich Konversation. Dabei wurde irgendeine Verbindung zu einem Kollegen von mir deutlich und ich fragte: "Ach, dann kennen Sie wohl Herrn X?" - Darauf ein entgeisterter Blick des Offiziellen mit der empörten Rückäußerung: "Herrn Doktor X meinen Sie wohl!"
    Besagter Herr X hat sich totgelacht, als ich ihm das erzählt habe.
    #56Author dirk (236321) 12 Feb 13, 16:33
    Comment
    Soll man den Titel angeben oder verschweigen? Kommt drauf an.

    Ich wohne als Deutscher in Österreich und hatte schon mehrere verwunderte Nachfragen, warum ich den Titel nicht als Namensbestandteil führe, da das ja hier angeblich Pflicht sein soll.

    Ich gebe den Dr. dann an wenn ich glaube, dass es vorteilhaft ist:
    - In meinem LEO-Profil, zusammen mit Angaben zu meinen Fachgebieten, sowie zu meinen Hobbies. Dies sind m.E. relevante Informationen wenn es darum geht die Glaubwürdigkeit meiner Übersetzungsvorschläge zu beurteilen.
    - Auf meiner Krankenversicherungskarte. Da ich Neurobiologe bin, verringert das die Wahrscheinlichkeit, dass man von manchen Ärzten als grenzdebil eingestuft wird.
    - Bei den Verhandlungen mit Banken zur Erteilung eines Immobilienkredits.
    - Wie neulich geschehen, beim buchen einer Skiunterkunft für 22 Personen. Ich hatte die Hoffnung, dass potentielle Vermieter dann weniger Angst davor haben, dass eine so grosse Gruppe ihnen die Bude zerlegt. Keine Ahnung ob es geholfen hat.
    - Beim fliegen. Hat leider auch noch nie für ein Upgrade gereicht.

    In meinem Pass steht kein Titel, denn das geht den Grenzbeamten und das Hotelpersonal nichts an.
    #57Author Oxymorphon (700306) 12 Feb 13, 18:05
    Comment
    virus, #53: "Was allerdings durchaus ueblich ist,..". Ueblich, nicht notwendigerweise häufig und sicherlich nicht selbstverstaendlich. Lies, ich kenne viele/einige, bei denen der Name im Pass steht. Ich kenne kaum jemanden, der ihn an die Klingel schreibt. Und niemanden, der sich unter dem Titel vorstellen wuerde.

    #55,56: Ich hatte als Student eine rebellische Phase, waehrend der ich Aerzte nur mit "Herr/Frau xxx" angesprochen habe. Aufgrund des vollstaendigen Fehlens jeder Reaktion von ihrer Seite kam ich mir bald zu bloed vor und lies es wieder bleiben. Aber ich erinnere mich noch deutlich, dass manche Arzthelferin/Sekretaerin sich gerade noch einen Kommentar verkniff.

    #54, sursulapitschi : Waere ich Lehrer(in), so wuerde ich JEDE mir moegliche Waffe benutzen, um die Schuelern zu einer respektvollen Haltung zu bringen... schon aus reiner Selbstverteidigung. Solange dies mit Kompetenz untermauert wird, kann ich da absolut kein Problem mit sehen.

    #51, pelikan: Tut mir leid, aber wenn du dein #36 nicht schlimm findest, liegst du daneben. Mit deiner Formulierung den Titel "mehr oder weniger subtil am Rande" zu erwaehnen, unterstellst du den Schreibenden Titelprotzerei als (zumindest unbewusste) Intention. Was ich, tut mir leid, ueberhaupt nicht lustig wird und durchaus schlimm finde.

    Re: von Guttenberg: Ein Doktortitel ist fuer 75 bis 90% der deutschen Hochschulabgaenger keine intellektuelle Huerde. Er beinhaltet allerdings eine gewisse Menge (im Abhaengigkeit vom Fachgebiet) an Arbeit. Wer bescheisst, um aus welchen Gruenden auch immer diese Arbeit zu vermeiden, wird nicht viel Aufwand in den Beschiss stecken (sonst koennte er die Arbeit gleich richtig schreiben). Und wenn er jemanden bezahlt, die Arbeit fuer ihn zu machen, warum sollte DER/DIE eine Motivation haben, nicht einfach zu kopieren?
    #58Author Mausling (384473) 12 Feb 13, 18:19
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    Beim Durchlesen dieses Fadens fiel mir ein, dass ich auch einmal einen Doktortitel erworben habe, und zwar ganz einfach, gewissermaßen per acclamationem, also "durch Zuruf".

    Ich arbeitete damals als (nichtmedizinischer und nichtpromovierter) Wissenschaftlicher Mitarbeiter (für Informatik u.ä.) in einem medizinischen Forschungsinstitut. Eines Tages führte der Professor, Lehrstuhlinhaber und Leiter des Instituts, eine Gruppe ausländischer Besucher durch die Räumlichkeiten des Instituts und geriet dabei auch in den Computerraum, wo ich saß und wirkte. Im Schwung der Begeisterung, einen eigenen Computer zu haben (was damals noch selten war!), erzählte er auf Englisch, wie wichtig dieses Gerät für die Arbeit des Instituts sei, dann wies er auf mich und sagte: "And this is Dr. XY, our expert for the computer."

    So hatte ich also einen Doktortitel auf Zuruf erworben, und die Ärzte und Doktoranden des Instituts redeten mich lange Zeit scherzhaft als "Dr. XY" an.

    Ich habe allerdings diesen Titel nicht in meinen Personalausweis eintragen lassen und ihn auch nicht bei der Bewerbung um eine spätere Arbeitsstelle ins Spiel gebracht ...

    ;-)

    #59Author MiMo (236780) 12 Feb 13, 18:34
    Comment
    aus #41: Pelikan, wenn du "niemand persoenlich angreifen willst", dann unterlasse einfach so saubloede Kommentare!

    Na, das muss aber jetzt auch nicht sein, Mausling, oder?

    Bevor ich nun auch gleich mit einem ähnlich vernichtenden Kommentar niedergemacht werde, möchte ich allen Titelträgern versichern, dass ich höchste Hochachtung vor dem Fleiß, der Disziplin und dem Durchhaltevermögen habe, das nötig ist, um zu promovieren!

    Ich hoffe allerdings, dass man mit Erlangen des Titels nicht gleichzeitig seinen Sinn für Humor abgeben muss ... ;)

    Mausling, ich finde pelikans Beobachtung, dass sich hier plötzlich in einer scheinbar konzertierten Aktion etliche Titelträger (deren Namen man hier sonst nicht jeden Tag liest) prompt zu Wort gemeldet haben, überhaupt nicht schlimm. Ich sehe darin keinesfalls irgendwelche Unterstellungen, und ich verstehe auch nicht, warum du dich so auf den Schlips getreten fühlst.




    #60Author Fragezeichen (240970) 12 Feb 13, 19:16
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    What kills me is women, ie, wives, who insist on being called Frau Dr. Whatever because their husbands have the title/degree.
    Maybe I'm just too old and this isn't done anymore..?? I encountered this personally(years ago, I'll admit), both in the German and French-speaking worlds.
    Riding on the husbands' coattails just seemed like such a crock to me.

    #35 hm -- us
    I agree that Dr./PhD. doesn't bring you much in the private sector corporate world (there may be some exceptions, and it would probably be on a business card), certainly not in middle management. In fact, I think it may even deter hiring because the individual is perceived or deemed to be "over-qualified", someone who is potentially using the position applied for as a temporary stop-gap.
    Life's just not always fair.
    MBAs are where it's at in this sector, if nothing more than a great big foot in the door; then once in, you can BS your way through your day-to-day, with a lot of respect for having an MBA.
    That's partly tongue-in-cheek because there most certainly are some very qualified MBAs out there, and I don't think you can pick it up on a weekend anymore either. It's a full-time (one or two years depending on the university) very expensive program.

    What bugs me, is people who have a "simple" graduate degree, BA or MA, and throw it around everywhere in their working lives when it's really irrelevant to their jobs.

    Edit - I have a "simple" degree too, so please no comments about envy :) :)
    #61Author RES-can (330291) 12 Feb 13, 19:20
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    RES, dass Ehefrauen mit dem Titel des Mannes angesprochen werden, ist sicherlich auf dem Rückmarsch, wenn nicht schon so gut wie ausgestorben.

    Das kommt halt aus einer Zeit, in der Frauen nicht berufstätig waren und ihr gesellschaftlicher Status sich aus dem ihres Mannes abgeleitet hat. Und ein Arzt war schon jemand Wichtiges, damit war die Frau als Arztfrau dann auch in der gehobenen Gesellschaftsschicht und das wurde durch diese Anrede deutlich gemacht.
    Heute würde wohl keine (junge) Frau mehr den Titel ihres Mannes angeben, um sich selbst zu profilieren, sondern es würden nur eigene Titel genannt.

    Fragezeichen, ich habe meinen Humor nicht abgegeben (siehe auch #39), meines Wissens steht das in keiner Promotionsordnung ;)
    #62Author Dodolina (379349) 12 Feb 13, 19:58
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    Wouldn't a German Prof. Dr. X Y introduce himeself or otherwise say merely Y? Even if he might hope or expect to be called Herr Prof. Dr. Y in return? Historically, I understand, British aristocrats don't mention their own titles, but rather simply their designation(?) in the peerage. So, Winston Churchill's grandfather would refer to himself, even perhaps sign, Marlborough. When Prince Charles played on a sports team, he was call Wales.

    I belong to a certain professional organization which includes a number of members with prestigeous titles (not necessarily including me). When arising to speak, members say their last name (possibly first and last) and their country or US state of residence. Others then might then refer to a prior speaker by title and last name or just Mr. Lastname.
    #63Author Jurist (US) (804041) 12 Feb 13, 20:04
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    @RES-Can: Sogar in Österreich lassen sich die Frauen normalerweise nicht mehr mit dem Titel ihrer Männer anreden. Der Trend geht da doch zum eigenen Titel. :-)
    (Kann mich nur an Situationen vor ca. 25 Jahren erinnern, als meine Mutter mitunter noch als "Frau Inschinär" tituliert wurde. Spaßigerweise hat sie eh selber einen Dr.)

    @Fragezeichen: Also ich wusste von allen hier ihren Dr. erwähnenden LEOniden schon vorher, dass sie einen haben, glaube ich. (Obwohl das mehr was über meine LEOsucht aussagt... *GG*)
    #64Author tigger (236106) 12 Feb 13, 20:05
    Comment
    @Dodolina & tigger

    I'm so glad to hear that, although it shouldn't make any difference to me :)

    .. and yes, it was "at least" 25 years ago....
    #65Author RES-can (330291) 12 Feb 13, 20:16
    Comment
    I thought a certain Dr. Dr. Frau Doktor had a nice ring to her name, though.
    #66Author Jurist (US) (804041) 12 Feb 13, 20:22
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    Gibt es denn den blöden Spruch nicht mehr, dass man, wenn man sich bis zum 4. Semester noch keinen Doktor geangelt hat, den selber machen muss? Das ging bei uns quer durch das Labor, als eine Kommilitonen mit einem Doktoranden zusammenkam. Umgedreht habe ich meinen Bruder damit geärgert, warum er denn überhaupt noch promoviere, seine Verlobte habe doch einen Titel, es reiche doch aus zu heiraten...

    Meine Mutter wurde früher öfter mit Frau Dr. angesprochen, sie hat entweder breit gegrinst oder die Leute darauf aufmerksam gemacht, dass mein Vater promoviert hatte und nicht sie.

    #63: Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand mir mit Titel vorgestellt hat, es war bisher immer nur der Name (manchmal Vor- und Nachname, manchmal nur Nachname). Wenn man unbedingt will, dass jeder mitkriegt, dass man einen Titel hat, dann lässt man sich vorstellen... :-) Darf ich Ihnen Herrn Professor Doktor Äußerstwichtig, den Leiter der XY-Abteilung der YZ GmbH vorstellen?
    #67Author spheniscus (301189) 12 Feb 13, 20:25
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    I thought a certain Dr. Dr. Frau Doktor had a nice ring to her name, though. 
    - Auf De erfolgt die Anrede vor dem Titel : Frau Dr. Dr. Doktor ... was die Aus- und Ansprache allerdings nicht einfacher macht ...
    #68Author no me bré (700807) 12 Feb 13, 20:33
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    Zum Thema, dass der Titel des einen Partners auf den zweiten (üblicherweise: die Frau) ausgedehnt wird:
    Wir machen uns manchmal einen Spass daraus, dass die korrekte Anrede meiner Frau (ebenfalls promovierte Biologin - wo soll man sonst während des Promotionsstudiums einen Partner finden wenn man bis spätabends im Labor ist?) eigentlich Dr. Frau Dr. ist.
    #69Author Oxymorphon (700306) 12 Feb 13, 20:35
    Comment
    Für das üblicherweise in #69 gehören mindestens 5 € in die Chauvikasse! Ich habe in meiner Verwandschaft und Bekanntschaft ettliche Paare, bei denen beide promoviert haben, gefolgt von Paaren, bei denen nur die Frau promoviert hat (und das auch noch in den Naturwissenschaften) und dann erst folgen die Paare, bei denen nur der Mann promoviert hat.

    Oder mit anderen Worten: es ist keineswegs üblich, dass - wenn es bei einem Paar einen Promovierten gibt - das der männliche Teil des Paares ist.
    #70Author spheniscus (301189) 12 Feb 13, 21:24
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    Da gibt's doch diese Anekdote aus dem schönen Österreich vom nicht-promovierten Ehemann einer Doktorin, der von der Putzfrau (wegen des Titels auf dem Namensschild) immer mit "Herr Doktor" angesprochen wird. Eines Tages möchte er den Irrtum richtigstellen und sagt zu ihr: "Wissen Sie, der Doktor ist meine Frau." Die Putzfrau stutzt kurz und meint dann: "Na, dann nix für ungut, Herr Professor!"
    #71Author Cro-Mignon (751134) 12 Feb 13, 22:21
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    @ spheniscus:

    "Oder mit anderen Worten: es ist keineswegs üblich, dass - wenn es bei einem Paar einen Promovierten gibt - das der männliche Teil des Paares ist."

    Das hat Oxymorphon doch gar nicht behauptet. Es war nur noch nie üblich, dass der Mann den Titel der Frau erheiraten kann. Umgekehrt schon.
    #72AuthorAhnungsloser (669500) 12 Feb 13, 22:30
    Comment
    Mit deiner Formulierung den Titel "mehr oder weniger subtil am Rande" zu erwaehnen, unterstellst du den Schreibenden Titelprotzerei als (zumindest unbewusste) Intention.
    Schlicht und einfach: nein. Tue ich nicht.

    Damit sage ich, dass manche ihren Titel direkt nennen, während er sich bei anderen aus der Geschichte ergibt. Letzteres ist subtil, ersteres nicht. Nicht mehr und nicht weniger heisst das. Weder an dieser noch an anderer Stelle äußerte ich mich über die mögliche Motivation, die dem zugrundeliegen mag, weder offen und direkt, noch indirekt oder subtil oder am Rande.

    Mir ging es um die Ironie, die ich in dem Umstand sehe, dass es ausgerechnet der 'Ich finde es total überflüssig, meinen Titel irgendwo zu nennen'-Faden ist, der Rekordzahlen in Titelnennungen verbuchen kann. Dass es in der Natur des Themas liegt, dass Leute ihre Titel nennen (S. #39, #43), tut der Ironie keinen Abbruch, ganz im Gegenteil - es führt ja überhaupt erst zu dem ironischen Gesprächsverlauf.

    Deine Unterstellungen, was für Motive ich anderen angeblich unterstelle, sagen jedenfalls mehr über Deine persönlichen Empfindlichkeiten als über meine Aussage. Aber falles Dich interessieren sollte, was ich tatsächlich für Motive vermute: ich nehme an, dass alle ein gewisses Dilemma darin sehen (->Ironie), nicht mit dem Titel protzen zu wollen, gleichzeitig aber auch die eigenen Erfahrungen mitteilen zu wollen. Unterschiedliche Gewichte auf Ersterem oder Letzterem dürften zu unterschiedlichen Subtilitätsgraden in der 'Offenlegung' der eigenen Titel führen.
    Mir persönlich fiel das Dilemma, und die daraus resultierende Ironie, übrigens auf, als ich meinen eigenen Beitrag #8 extra nochmal umgeschrieben habe, um eine Referenz zu meinem eigenen Doktortitel* zu entfernen, weil mir das in einem solchen Faden so komisch erschien. Was ich dann wiederum ein kleines bißchen lustig von mir fand.
    Ich habe den vagen Eindruck, dass ich nicht die einzige bin, die das als Dilemma empfindet, und denke, dass eben dies zu mehr oder weniger subtilen Bemerkungen führt. Aus Protzerei resultieren die sicherlich nicht, und das habe ich auch nirgendwo gesagt.

    *Du darfst jetzt wild spekulieren, warum ich den jetzt erwähne, aber ich kann Dir schonmal verraten: es hat neben der Erklärung für meinen Beitrag auch damit zu tun, dass ich mich in dem Dilemma sehe, mich zwischen dem Vorwurf der Titelarroganz oder dem des Titelneides entscheiden zu müssen. Auch das finde ich jetzt ironisch, dass mich das jetzt dazu bringt, ausgerechnet an dieser Stelle ausgerechnet in diesem Faden mal schnell am Rande (aber überhaupt nicht subtil) meinen Titel zu erwähnen. Ich habe sogar gerade ein wenig darüber geschmunzelt, weil ich das schon wieder ein bißchen lustig finde...
    #73Author pelican island (339101) 12 Feb 13, 23:38
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    Ich bin ehrlich erstaunt, hier in diesem Faden zu erfahren, wieviele der meist langjährigen Leoniden promoviert haben ... ich bin seit mehreren Jahren dabei und wusste das bisher nur von zwei oder drei, die das in einer Diskussion zum Thema oder zu einem bestimmten Fachgebiet mal erwähnt haben ... eine Protzerei mit den Titeln ist mir hier noch nicht begegnet ... auch in meinem persönliche Umfeld hab' ich das meist nur per Zufall erfahren, falls ich nicht Teile der Arbeit korrekturgelesen oder mit Recherchen zum Thema ein bisschen was beigetragen habe ...
    ... ach ja, wir haben hier bei Leo auch zwei, drei Universitätsprofessoren ...
    #74Author no me bré (700807) 12 Feb 13, 23:55
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    Nee, tut mir leid Pelikan, sehe ich nicht so. Wenn ich dir schon keinen saubloeden Kommentar vorwerfen darf, ;) dann doch eine saubloede Formulierung. Fuer die Aussage, dass du es lustig findest, dass sich ausgerechnet hier so viele Titelnennungen finden, ist deine Formulierung voellig unpassend. Du hast auch nicht von "direkt oder am Rande" gesprochen, sondern nur vom "am Rande". Wenn du nicht den Eindruck erwecken wolltest, dass du damit versteckte Schleichtitelwerbung (Titelschleichwerbung?) meinst (und das glaube ich dir sogar), findest du deinen Beitrag dann wirklich geschickt formuliert? Insbesondere, wenn du selber in der Zwickmuehle stecktest ("Soll ich es jetzt sagen oder nicht?").

    PS: Titelneid hatte ich dir nie unterstellt/unterstellen wollen. Schlicht nur einen sxuxlxdxn Kommentar.
    #75Author Mausling (384473) 13 Feb 13, 04:09
    Comment
    Nö, offensichtlich war der Beitrag nicht sehr geschickt formuliert, immerhin haben ihn ja mehrere Leute in denselben falschen Hals bekommen. Aber es ist ja jetzt glücklicherweise trotz dieser ungeschickten Formulierung geklärt (hoffentlich?), dass ich niemandem irgendwelche bösartigen Motive für ihre Beiträge unterstelle.

    Im Übrigen darfst Du mir meinetwegen so viele Vorwürfe wegen "saublöder" Kommentare oder Formulierungen machen, wie Dir beliebt.
    #76Author pelican island (339101) 13 Feb 13, 05:39
    Comment
    [edit]
    #77Author Möwe [de] (534573) 13 Feb 13, 08:37
    Comment
    women, ie, wives, who insist on being called Frau Dr. Whatever because their husbands have the title/degree.

    Ich bezweifele, dass sie das überhaupt dürfen. Der Doktorgrad (der übrigens auch kein "Titel" ist) darf nur von Berechtigten geführt werden, und das sind eben die, die ihn selbst erworben haben und nicht deren Ehepartner.

    #57: Ich wohne als Deutscher in Österreich und hatte schon mehrere verwunderte Nachfragen, warum ich den Titel nicht als Namensbestandteil führe, da das ja hier angeblich Pflicht sein soll.

    Laut Wikipedia nicht:
    Der Doktor ist auch in Österreich kein Namensbestandteil, sondern ein akademischer Grad, wie zum Beispiel der Magister. Er muss weder privat noch im Schriftverkehr mit Behörden geführt werden. Der Grad wird aber auf Wunsch in amtlichen Dokumenten (wie zum Beispiel Personalausweisen oder Pässen) eingetragen, sofern er an einer anerkannten Universität in der EU, dem EWR, der Schweiz oder dem Vatikan erworben wurde.

    #78Author dirk (236321) 13 Feb 13, 08:49
    Comment
    Der Vatikan hat eine Universität? 8-|
    #79AuthorValeriana Ebonstar (894625) 13 Feb 13, 09:20
    Comment
    #76: Nö, offensichtlich war der Beitrag nicht sehr geschickt formuliert, immerhin haben ihn ja mehrere Leute in denselben falschen Hals bekommen.

    Ich hatte aber genau den gleichen Gedanken, es würde geradezu einladen, eine Gelegenheit zu nutzen um ein wenig title-dropping zu betreiben. Andererseitts, wie soll man sich kompetent äußern, wenn man nicht den eigenen erwähnt?

    Man steht tatsächlich "in dem Dilemma, mich zwischen dem Vorwurf der Titelarroganz oder dem des Titelneides entscheiden zu müssen."

    Und das hat schon eine gewisse Komik. Sich darüber zu amüsieren, finde ich nicht s*****d. Aber das hat sich ja jetzt geklärt.

    Albern und sehr durchsichtig finde ich es, wenn sich jemand Dr. h. c. nennt. Denn schaut man genauer hin, verbirgt sich dahinter möglicherweise "nur" ein Politiker, der zB. Universität von Accra von Geldern aus der deutschen Entwicklungshilfe (= mein Steuergeld) eine neue Bestuhlung des Audimax spendiert hat.
    #80Author Harri Beau (812872) 13 Feb 13, 09:27
    Comment
    #70: Warum soll ich für Verfehlungen der Gesellschaft haftbar gemacht werden? (€5 in die Chauvikasse - da liegt eine Fehlinterpretation vor.)

    #72: Danke! Genau so war das gemeint.

    #78: Deshalb habe ich in #57 auch angeblich verwendet und das nicht als Tatsache dargestellt.
    #81Author Oxymorphon (700306) 13 Feb 13, 09:27
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    ist das englischsprachige Äquivalent vielleicht diese albernen "Sirs / Ladies" als Namensbestandteile (verliehen, weil man die Tour de France gewonnen hat, ohne sich beim Dopen erwischen zu lassen? Weil man der derzeitigen Regierungspartei etliche hunderttausend Pfund der Firma gespendet hat)?

    Meiner Erfahrung nach kriegen da sowohl Amerikaner wie auch Britinnen Sternchen in die Augen, wenn da jemand einen dieser tollen Rittertitel aus GB vor sich herträgt. Und da käme auch kaum jemand auf den Gedanken, Mr. McCartney oder Mr. Archer wären Snobs, weil sie auf das Lord / Sir in der Anrede bestehen.

    Edit: Schlägt da der Klassendünkel zu? Besteht man auf Verwendung eines vererbten Titels, ist das gut und völlig selbstverständlich, Herr Graf; legt man Wert auf Wahrnehmung eines selbst erarbeiteten Titels, ist man ein peinlicher Gernegroß und Emporkömmling, der sich was schämen sollte und still und leise in sein Reihenhäuschen mit Außentoilette zurückkriechen sollte...:-) Ausnahme natürlich der Leibarzt des Königs und Menschen derselben Profession.
    #82Author Spinatwachtel (341764) 13 Feb 13, 09:33
    Comment
    Bei uns ist die Situation dass krazy_mom Dr.-Ing ist und krazy_dad Dipl.-Ing. - die Komplikationen könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen!

    Allein die Anschreiben (bin nun selbstständig in einer sehr männlich geprägten Domäne und führe auf der Visitenkarte und der werbung auf dem Auto den Dr.-Ing., nicht jedoch in Ausweispapieren und Bankkarten): Herr Dipl.-Ing. Frau XX, Herr Dr.-Ing. XX (ja, wer nun?).

    krazy_dad hat damit gar keine Probleme (der freut sich dann immer still, wenn jemand so richtig in die Irre läuft), mit Titel anreden lasse ich mich nur von Autoverkäufern und Versicherungsvertretern ;-)).

    Meine ausländischen Kunden reden mich mit allem an, was ihnen einfällt, von 'Dr. XX' bis 'krazy' (ein guter Kunde in D hat mal 'Mädchen' gesagt) - ich habe auch nicht das Gefühl, dass bei den Technikern da große internationale Unterschiede herrschen.

    Im anglo-amerikanischen Raum ist die Anrede 'Prof.' mW unbekannt, ggf. ist man da 'Dr.'. Einer meiner Kunden ist Prof. ohne dabei Dr. zu sein, auf internationalen Konferenzen immer ein Problem.
    #83Author krazy_mom (D) (238333) 13 Feb 13, 12:15
    Comment
    Im anglo-amerikanischen Raum ist die Anrede 'Prof.' mW unbekannt, ggf. ist man da 'Dr.'. Einer meiner Kunden ist Prof. ohne dabei Dr. zu sein, auf internationalen Konferenzen immer ein Problem.

    Unbekannt ist das auf jeden Fall nicht.
    Ich habe in einem sehr lockeren amerikanischen Fachbereich promoviert, wo eigentlich alle per Vorname waren.
    Einer meiner Mitstudenten (ein Amerikaner) hat sich da sehr schwer mit getan und sehr lange von allen Professoren nur als "Professor xy" gesprochen.
    Auch letzten Sommer auf einer Konferenz hat er einen der anderen Profs mit "Professor Z" angesprochen und wurde recht deutlich auf "Vorname Z" verbessert.

    Deswegen wundert es mich immer etwas, wenn hier auf LEO gesagt wird, dass die übliche Anrede der Dr. ist, auch für Professoren. Vielleicht macht mein Studienkollege damit ja auch ständig Fehler, vielleicht sind da aber auch Konventionen im Wandel oder es gibt regionale oder fachliche Unterschiede.
    #84Author Dodolina (379349) 13 Feb 13, 13:34
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    I think it probably is generally more common for Americans to say Dr. than Prof., if only because it's shorter. But it's certainly also possible to say Prof.; I think the people who don't do that might be more BE speakers, though that's just a guess.

    The guy you were in grad school with might just have been more formal or respectful by nature, or shyer, more cautious. This whole discussion shows that there are probably as many individual differences as there are general trends, in all countries. I'm wondering now how many Dr.-Ing.'s with jobs in industry, or women in male-dominated fields, advertise their title on their car, as krazy_mom seems to, if I understood correctly. (-:
    #85Author hm -- us (236141) 13 Feb 13, 18:26
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    Stimmt, der ist recht zurückhaltend und formal, auch Kleidungstechnisch.
    Zum Teil hat ihn da wohl auch seine Undergraduate-Uni geprägt, die deutlich formaler ist als die, an der wir beide promoviert haben (er ist noch dabei).

    AE/BE könnte ein Grund sein, warum es mir immer wieder auffällt, dass hier auf LEO behauptet wird, man würde auf Englisch nur "Doctor XY" sagen, auch bei Professoren.
    Ich wollte meinen Studienkollegen auch nicht schlecht reden, sondern nur ein Beispiel nennen, dass es auch Englisch-Muttersprachler gibt, die einen Professor mit "Professort XY" ansprechen und nicht mit "Doctor XY", auch wenn der Professor auch promoviert ist.
    #86Author Dodolina (379349) 13 Feb 13, 19:39
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    Einer meiner ex-boyfriends, der in Cambridge studiert hat (Muttersprachler), hat ständig von seinen "professors" geredet, wenn es um die Uni ging, und auch escoville hat sich, wenn ich mich recht erinnere, schon gegen das "man sagt nur Dr." ausgesprochen. Ich weiß auch nicht, wo das herkommt.
    #87Author Gibson (418762) 13 Feb 13, 20:07
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    Of course there's a difference between a word as a description and as a form of address. Anyone would speak of their professors, but what if you mention their last name?

    I have the feeling that we were actually disrespectful enough to refer to them just by their last name, at least behind their back. As in, Did you read Hansen's last article, or Are you taking Snow's seminar? But to their face or in a letter it would be Dr. Hansen or Prof. Snow, unless you knew them pretty well individually, for instance as their own TA or advisee, and they had invited you to use their first name.
    #88Author hm -- us (236141) 13 Feb 13, 20:28
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    Habe gerade Karten bei der Wiener Staatsoper bestellt - bei der Eingabe 'Titel' ist die längste Drop-down-Liste meines Lebens aufgeklappt - sa-gen-haft! Länger als alle Länder- oder Sprachenlisten, die man sonst so kennt, absolut empfehlenswert. Erinnert mich an die 'Frau Geheimrat', mit der meine Großmutter vor dem Krieg immer in Karlsbad zur Kur war...
    #89Author krazy_mom (D) (238333) 13 Feb 13, 20:51
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    Anyone would speak of their professors, but what if you mention their last name?

    I don't really know what you mean, hm. He said things like, "Of course, with Professor XZY you always felt like a complete idiot, not matter how much you prepared." He asked the porter if Professor ABC was in. He asked his friend if he knew that Professor LMX had left.
    #90Author Gibson (418762) 13 Feb 13, 21:03
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    @Gibson: das ist aber doch ein Unterschied, ob er über Prof. Shandy sprach oder ob er sagte: "This is my erudite colleague, Dr. Shandy." Es gibt auch die direkte Anrede 'Professor' (ohne Namen), aber nur vom Fußvolk (Studenten) an die oberste Heeresleitung.
    #91Author krazy_mom (D) (238333) 13 Feb 13, 21:31
    Comment
    Ich verstehe immer noch nicht, worum es geht. Wenn jemand ein Professor ist, rede ich ihn als solchen an und stelle ihn als solchen vor, wieso denn auch nicht?

    Ich habe den Beitrag von Escoville übrigens gefunden:
    related discussion: [zh-de] gemeinsame Anrede zweier Personen - #10
    #92Author Gibson (418762) 13 Feb 13, 21:40
    Comment
    @hm - - us: I am self-employed and my car is an advertisement carrier for my business. I wouldn't put my name on a private car, but this is just like a plumber's van or a driving school or an undertaker. And, strangely enough, it adds credibility to my venture, from the Finanzamt, who made me get a company car in the first place (to show that I wasn't only fictiously self-employed - DON'T ask!), to my clients and their contractors, who seem to take me much more seriously if I emerge from a brightly colored van bearing my logo and name, while putting on my hard-hat (which incidentally also bears my name and title).
    #93Author krazy_mom (D) (238333) 13 Feb 13, 21:46
    Comment
    Also ich kenn die direkte mündliche Anrede "Professor" oder "Professor Müller" aus meiner langjährigen Zeit an der Uni eigentlich gar nicht von Seiten der Studenten (und eigentlich auch sonst nicht). Vielleicht von Erstsemestern, die es noch nicht besser wissen. Bei uns ist das immer "Herr Müller". Bei schriftlicher Kommunikation ist das dann nochmal ein anders, je nachdem, wie formell es wird. Und auf Namensschildern, Visitenkarten, Briefköpfen, im Vorlesungsverzeichnis etc. steht dann natürlich der volle Titel.
    #94AuthorZora [de] (593998) 13 Feb 13, 22:07
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    Okay, that makes sense for someone self-employed; it just sounded a little funny. (-:

    But to return to the individual personality differences front, I imagine not everyone would have gone ahead with the advertising, some might have meekly declined to take the deduction. Maybe your willingness to use your title is part of what allowed you to succeed.

    >>hat ständig von seinen "professors" geredet

    I just meant that anyone might, as a general term rather than a title. 'My professors were all very helpful.' 'My history professor was Dr. Miller.'

    I just meant when using a professor's last name, and there you may well be right that BE speakers don't use 'Dr. Miller' as an alternate form of address as much as AE speakers do. It's just that the opposite isn't absolutely true, because AE speakers do sometimes use 'Prof. Miller.' Sorry, never mind.
    #95Author hm -- us (236141) 13 Feb 13, 22:22
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    >When making a hotel or restaurant reservation in Germany, or when booking a flight with a German airline, would it be to one's advantage to use Dr., Prof., Lord, Judge, Senator, etc.?

    maybe. Es ist aber auf jeden Fall ein Vorteil, wenn man sich irgenwo beschwert oder zB auf nem Amt was will. Ebenso sollte man es zwecks credit rating bei Banken, Onlinebestellungen etc. angeben. Seit ich promoviert bin muß ich so viel seltener bei Kartenzahleung nen PIN eingeben.

    >It wouldn't normally be done here, except by some physicians who can't imagine that they too are normal people.

    Ein MD ist kein richtiger Doktortitel. Analog dazu wird ein deutscher Dr. med. international nicht als Doktortitel anerkannt.
    #96Author Frank01 (731116) 13 Feb 13, 22:32
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    @hm - - us: You know me too well (can't imagine, how), meek somehow isn't among the adjectives that describe me - I don't think a meek female would turn to electric power engineering as a profession in the first place. When you ask my kids, 'drill sergeant' probably comes to mind first. Some of the MCPs who have crossed my path also noticed, generally to their regret...
    #97Author krazy_mom (D) (238333) 13 Feb 13, 22:39
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    re #97: (-: ; MCP?

    re #96: In the US at least, it's not the research doctorate alone that's important, but the position of respect in society, and medical doctors and professors are also granted that respect. That's why it would never occur to us to call a medical doctor or professor Mr. or Ms., and why medical doctors (though perhaps not professors) probably would put their usual title on their airline ticket.

    (Though on the other hand the doctors might then feel obligated to be on call in case of a medical emergency, and some might actually want to conceal that status for reasons of liability or convenience, as unethical as that seems to me. I still remember when we were on a trip once and a group of American doctors were on the same ship, but when my dad had a medical emergency, no one present would admit to being a doctor.)

    It's news to me that you can put a title on a credit card, or that it matters to whether the card is accepted. That actually seems grossly unfair.
    #98Author hm -- us (236141) 13 Feb 13, 23:01
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    @ hm -- us

    In Deutschland gibt es auch ein Ratingsystem mit dem Kreditkarteninhaber bewertet werden, dies ist aber üblicherweise ein Geschäftsgeheimnis der Bank. Personen mit Doktortitel haben haben in Deutschland sehr hohe Chancen auf dem Arbeitsmarkt, ich glaube von einer Arbeitslosenquote von < 2% gelesen zu haben. Somit ist ein Zahlungsausfall auch sehr unwahrscheinlich.
    Bei jeder Kreditkartenzahlung prüft der Kartenanbieter den Betrag, den Empfänger und wahrscheinlich noch vieles mehr. Somit wird das Risiko eingeschätzt, ob es sich um einen Kreditkartenbetrug handelt. Was zur Folge hat, das meine deutsche Kreditkarte jedesmal für 24 Stunden gesperrt wird, wenn ich sie bei HomeDepot verwende: Wissenschaftler im Baumarkt geht gar nicht.
    #99Author tom310 (792638) 13 Feb 13, 23:53
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    >It's news to me that you can put a title on a credit card, or that it matters to whether the card is accepted. That actually seems grossly unfair.

    It's not about acceptance. Payment by signature is cheaper for the shop, but the amount due is not guaranteed by the bank, so low risk people are more likely to be asked for signature only.
    #100Author Frank01 (731116) 14 Feb 13, 00:07
    Comment
    Josef Joffe also has an opinion:

    http://www.zeit.de/studium/hochschule/2013-02...
    #101Author SD3 (451227) 14 Feb 13, 00:47
    Comment
    @Frank01: Analog dazu wird ein deutscher Dr. med. international nicht als Doktortitel anerkannt.

    Hast du dafür irgendwelche Belege? Es fällt mir schwer, dass zu glauben.
    #102Author dirk (236321) 14 Feb 13, 09:01
    Comment
    Das halte ich auch für mehr als unwahrscheinlich.
    #103Author Selima (107) 14 Feb 13, 09:03
    Comment
    @#101: Dr. Joffe lobt seinen eigenen Harvard-PhD und setzt ihn als Nachweis wissenschaftlicher Leistung der Habilitation in Deutschland gleich, da die Promotion das in Deutschland nicht leiste. Nun ja.
    Habilitiert wird nach meinem Eindruck in Deutschland auch alles, was sich nicht heftig wehrt, zumindest in der Medizin.
    #104Author Mattes (236368) 14 Feb 13, 09:10
    Comment
    darf ich noch einmal auf meinen Ansatz in #82 zurückkommen - gestern abend beim Spiel Man United v. Real Madrid, Irischer Pub, Übertragung von Skye Ireland, Einblendung beim Bild des Trainers von Man. United: "Sir Alex Fergusson". Also für meine deutschen Augen war die Nennung dieses Titels da mindestens so deplaziert wie ein Dr. bei der Sachbereichsleiterin Schaden / Leben in einer deutschen Kleinstadt-Versicherungszweigstelle für die englischsprachigen Kommentatoren, kommt es mir zumindest vor.
    Und ausgerechnet auch noch Irland! Das war noch das Tüpfelchen auf dem i.
    #105Author Spinatwachtel (341764) 14 Feb 13, 09:16
    Comment
    Zu #82, 105: Interesanter Gedanke, der "Ehrendoktor" MBE usw.
    Zu Sir Paul McCartney vs. Dr. h. c. Peter Hartz wäre mMn sogar ein eigener Faden interessant.
    #106Author Mattes (236368) 14 Feb 13, 09:49
    Comment
    #105. Also, am Sir Alex Fergusson kann ich nichts Verwerfliches finden. Aber ich finde zB auch den Professor Udo Jürgens völlig in Ordnung.
    #107Author Chris (AT) (237739) 14 Feb 13, 09:56
    Comment
    ich finde es nicht verwerflich, aber um einiges lächerlicher als die Nennung eines mit Arbeit erworbenen Doktortitels. Also, es geht mir nicht einmal speziell um h.c.s, sondern tatsächlich um diese angelsächsische Haltung, dass das Führen von Doktortiteln offenbar etwas peinlich Angeberisches sei, aber eben auf der anderen Seite alle Hurra rufen, wenn ein Radler zum "Ritter" geschlagen wird, und man bei der Nennung des Rittertitels eines Fussballtrainers während eines Spiels nichts Albernes findet. Und meine davon weiterführende Idee war eben, dass da vielleicht doch der Klassendünkel eine Rolle spielt - wie sonst kann man einen relativ aufwandsunabhängig, von der Gnade einer sozial höher gestellten Person abhängig verliehenen Titel einem hart erarbeiteten vorziehen und höher achten?
    #108Author Spinatwachtel (341764) 14 Feb 13, 10:03
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    #89 Die Staatsoper ist echt klasse! Ex gibt auch "x" als Titel und "Medium" als Anrede *kinnvontischplatteheb*.
    #110Author Russisch Brot (340782) 14 Feb 13, 10:34
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    @109: In den von dir verlinkten Beiträgen geht es ausschließlich um die Frage, ob und inwieweit der Dr. med. bzw. MD anderen deutschen Doktorgraden bzw. PhD als wissenschaftlich äquivalent anzusehen ist. Das hat doch aber nichts damit zu tun, ob er "als Doktortitel anerkannt" wird. Natürlich darf jeder deutsche Dr. med. und jeder MD in jedem Land der Welt seinen Doktortitel führen. Gegenteiliges ist mir zumindest nicht bekannt und auch aus deinen Links nicht ableitbar.
    #111Author dirk (236321) 14 Feb 13, 10:34
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    Führen ja, in der Wissenschaft anerkannt nein, wie ich gesagt hatte.
    #112Author Frank01 (731116) 14 Feb 13, 10:38
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    # 110:

    "Deutsche Telekom AG" und "Schleswig-Holstein." sind aber auch klasse. ;-)
    #113AuthorAhnungsloser (669500) 14 Feb 13, 10:50
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    Zu #105/#108:

    Deine Animosität gegen den "Sir" ist schwer zu verstehen. Schließlich handelt es sich beim Vereinigten Königreich um eine Monarchie, und da hat der Monarch bzw. die Monarchin seit Jahrhunderten das Recht und die Gewohnheit, Personen, die sich seiner/ihrer Meinung nach öffentlich verdient gemacht haben, in den niederen Adelsstand zu erheben. Es wird damit das Lebenswerk eines besonders bedeutenden Künstlers, Forschers, Sportlers oder Geschäftsmanns ausgezeichnet. (Also nichts von wegen "relativ aufwandsunabhängig" und "Gnade".)

    Als Zeichen dieser Erhebung in den Ritterstand wird der Name um den Zusatz "Sir" erweitert. (In Deutschland bekam im vergleichbaren Fall der Geadelte den Namenszusatz "von"; so wurden aus den bayerischen Malern Lenbach und Stuck die Ritter Franz von Lenbach und Franz von Stuck.) Paul McCartney heißt jetzt eben "Sir Paul McCartney", und Alex Ferguson heißt "Sir Alex Ferguson".

    Das hat gerade nichts mit Klassendünkel zu tun, denn bei der Ernennung zum Knight spielt die Klassenzugehörigkeit keine Rolle; es geht lediglich um die erbrachte Lebensleistung, die der Monarchin auszeichnungswürdig erscheint.
    #114Author MiMo (236780) 14 Feb 13, 11:14
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    denn bei der Ernennung zum Knight spielt die Klassenzugehörigkeit keine Rolle so, ohne den Zusatz "des Ernannten", sieht das total lustig aus. Die Königin ernennt jemanden zum Ritter, und das hat nichts mit Klassendenken und Klassengesellschaft zu tun?
    Und "Gnade" sehr wohl, es gibt da gar keinen Automatismus und kein Recht, wie bei einer Promotion z.B.

    Irland ist keine Monarchie, und die USA auch nicht. Aber sie respektieren dieses Relikt aus grauen Vorzeiten trotzdem mehr als einen Doktortitel, wie es scheint.
    #115Author Spinatwachtel (341764) 14 Feb 13, 11:20
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    Es wird damit das Lebenswerk eines besonders bedeutenden Künstlers, Forschers, Sportlers oder Geschäftsmanns ausgezeichnet.

    Mein Daumen hoch für Ritter Heino von Bad Münstereifel.
    #116AuthorOhrenkneifer (807118) 14 Feb 13, 11:23
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    Zu #115:

    Die Eigenheiten der britischen Klassengesellschaft offenbaren sich m.M.n. an anderen Dingen als an der Ernennung zum Knight.

    Paul McCartney, Alex Ferguson, Sean Connery, Mick Jagger, Simon Rattle, Elton John (um nur einige zu nennen), sind durch ihre Ernennung zum Knight nicht in eine andere Klasse aufgestiegen, sondern sie haben für ihre Lebensleistung eine persönliche Ehrung erfahren, die in etwa mit dem Bundesverdienstkreuz oder dem Orden Pour le Mérite vergleichbar ist.

    Und darin ist keine "Gnade" oder Willkür zu sehen. Es war bei allen ein Zeitpunkt gekommen, an dem die Monarchin das Lebenswerk dieser Personen gleichsam anerkennen musste.

    Wenn man es okay findet, dass sich bei uns jemand sein Bundesverdienstkreuz oder seinen Pour le Mérite an die Brust heftet, dann sollte es auch okay sein, dass sich ein britischer Ritter mit "Sir" anreden lässt.

    Im übrigen ist diese Ehrung kein "Relikt aus grauen Vorzeiten", denn die Monarchie lebt und blüht immer noch im Vereinigten Königreich, und es sieht nicht so aus, als würde sie in absehbarer Zeit verschwinden.
    #117Author MiMo (236780) 14 Feb 13, 11:41
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    Vor kurzem, als ich noch Adlerauge war und mein Freund Winnetou, hat man seine Mutter mit Frau Ingenieur angesprochen. Weil der Vater Herr Ingenieur war. Eh klar.
    #118Author leo029 (14476) 14 Feb 13, 11:52
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    Es war bei allen ein Zeitpunkt gekommen, an dem die Monarchin das Lebenswerk dieser Personen gleichsam anerkennen musste.

    Ich gebe Dir zwar recht, dass es solche Auszeichnungen auch in anderen Ländern gibt, beispielsweise das Bundesverdienstkreuz hier in Deutschland, aber mir ist, ehrlich gesagt, nicht klar, weshalb das Lebenswerk eines Musikers, Fußballtrainers oder Schauspielers einer solchen Auszeichung bedarf, egal ob nun in England, Deutschland oder sonstwo. Sie haben ihre Arbeit gemacht, sie haben sie meinetwegen auch gut gemacht, sie haben ihr Geld damit verdient, das zu tun, was sie eben tun. Wie die meisten berufstätigen Menschen sonst auch, egal ob sie nun das Bahnhofsklo putzen, ein Unternehmen leiten oder im akademischen Mittelbau an der Uni hängengeblieben sind. Dann kann man doch einfach jedem Werktätigen mit Eintritt ins Rentenalter einen Orden fürs Lebenswerk geben, oder?

    Auszeichnungen für Leute, die anderen Menschen das Leben gerettet haben (obwohl es nicht ihr Beruf ist) oder die sich sozial engagieren, nehme ich ausdrücklich aus. Auch Rocksänger oder Leichtathleten können und sollen für ihr Engagement, egal ob gegen Neonazis oder für Kinderhospize, durchaus ausgezeichnet werden, aber eben nicht dafür, dass sie Platz 1 der Hitparade erzielen oder schneller rennen als andere.

    Abgesehen davon spricht man doe Ordensträger in Deutschland üblicherweise nicht mit "Träger des Bundesverdienstkreuzes Max Mustermann" an oder spricht bei jeder Nennung des Namens so von ihm, oder? Bei Sir Whoever ist das anders, da wird dieser Titel jedesmal genannt, und ich glaube, darauf wollte Spinatwachtel hinaus.
    #119Author Dragon (238202) 14 Feb 13, 11:55
    Comment
    Zu #117 usw:
    Auch wegen der britischen Monarchie glaube ich, dass wir GB aus der Diskussion "Ph.D. / Doktortitel - differences between US and Germany" raushalten sollten. Die Briten ticken nach meinem Eindruck ganz anders, was Titel und Ausbildungsgrade angeht, als die Amerikaner.

    Trotzdem, MiMO: Zu ein, zwei Gelegenheiten im Jahr das Bundesverdienstkreuz an der Brust tragen ist was anderes, als in der Mehrzahl der Interviews mit "Sir X" angesprochen zu werden. Professor Udo Jürgens wurde ja schon erwähnt, dieser österreichische Berufstitel scheint ähnlich zu funktionieren wie die Ritterorden in GB. Wird Herr Jürgens in Österreich auch in der Regel mit "Professor Jürgens" angesprochen? Im Ausland jedenfalls nicht, was bei den britischen Sirs aber durchaus vorkommt.

    Macht ihr mit bei einem neuen Thread "Umgang mit Ehrentiteln wie Sir (GB), Professor (AU) oder Dr. h. c. (DE) in Europa"?
    #120Author Mattes (236368) 14 Feb 13, 11:55
    Comment
    In England kann man sogar ein Master of Divinity sein, das hört sich überirdisch gut an. Irgendwie noch besser als ein Dr. theol. das klingt so trocken. :-)

    Ich finde es gut, dass es keinen Sir Jimmy Savile gibt, es hätte ja nicht viel gefehlt. Über eine Ehrung für ein Lebenswerk erst nach dem Tod zu entscheiden ist sicher ein guter Ansatz. Das macht man in Deutschland bei Briefmarken und Straßennamen normalerweise so.
    #121Author Puppengesicht (807439) 14 Feb 13, 11:57
    Comment
    Mattes, sind denn die Professoren in Australien auch so berühmt? *duckundweg* :)
    #122Author virus (343741) 14 Feb 13, 11:59
    Comment
    Re #122: Au weia ;-)
    #123Author Mattes (236368) 14 Feb 13, 12:02
    Comment
    Re #89: Jetzt hab ich mir das Registrierungssystem von culturall (Reservierungssystem der österr. Bundetheater) einmal angeschaut. Da hat der Programmierer ja ordentlich gepfuscht, lauter Dopplungen (DR./Dr./Dr) und "Titel" wie Deutsche Telekom AG und Schleswig-Holstein... Tjaja, erst die Datenbank säubern, dann einspielen.
    Edith sagt: Erst den Thread fertiglesen, dann posten, gell, tigger. :-DD

    Übrigens nennt nicht einmal mehr der ORF akademische Titel der gezeigten Leute in Einblendungen. Ich glaube, sie haben damit aufgehört, als Univ.Prof. Dr. Alexander van der Bellen Vorsitzender der Grünen wurde. :-)
    #124Author tigger (236106) 14 Feb 13, 12:14
    Comment
    OT re #121: Ich finde es gut, dass es keinen Sir Jimmy Savile gibt,

    You mean in Germany (for example), right?
    #125AuthorKinkyAfro (587241) 14 Feb 13, 12:17
    Comment
    Ja stimmt eigentlich, der österreichische Berufstitel Professor wird glaube ich ähnlich verliehen wie Sir/Dame. :-)
    #126Author tigger (236106) 14 Feb 13, 12:21
    Comment
    @121, 125: Ich finde es gut, dass es keinen Sir Jimmy Savile gibt

    Nicht mehr. Sir James Wilson Vincent "Jimmy" Savile OBE KCSG ist ja schon vor über einem Jahr gestorben.

    #127Author Dragon (238202) 14 Feb 13, 12:24
    Comment
    Ja, ich weiß. Sein Titel wird in den Zeitungen heute aber nicht mehr erwähnt, habe ich so den Eindruck. Es gehört also nicht automatisch mit zum Namen dazu, oder die Reporter entscheiden eigenmächtig über den Verdienst.
    #128Author Puppengesicht (807439) 14 Feb 13, 12:32
    Comment
    #114: (In Deutschland bekam im vergleichbaren Fall der Geadelte den Namenszusatz "von"; so wurden aus den bayerischen Malern Lenbach und Stuck die Ritter Franz von Lenbach und Franz von Stuck.)

    Wenn Bayern das so macht, von mir aus. Ich fände es aber albern, wenn sich der Herr Lenbach eine Visitenkarte mit "Ritter Franz von Lenbach" zulegen würde oder ich ihn so ansprechen soll oder muß.

    Genauso albern finde ich es, wenn ein Politiker an einer ausländischen Universität eine Rede hält, ein wenig Geld dalässt, ein affiges Hütchen aufsetzen muß und dafür einen Dr. h. c. erhält. (Der dann natürlich mit auf die Visitenkarte kommt)
    #129Author Harri Beau (812872) 14 Feb 13, 12:54
    Comment
    @Dragon # 119
    "Sie haben ihre Arbeit gemacht, sie haben sie meinetwegen auch gut gemacht, sie haben ihr Geld damit verdient, das zu tun, was sie eben tun. Wie die meisten berufstätigen Menschen sonst auch,..."

    Seems to me that I once read somewhere that their work was done well enough, ie, brought in so much money, that it actually had a positive impact on the national economy, etc., or in the very least, a positive perception of the country.

    :) :)
    #130Author RES-can (330291) 14 Feb 13, 15:46
    Comment
    Wenn Bayern das so macht, von mir aus. Ich fände es aber albern, wenn sich der Herr Lenbach eine Visitenkarte mit "Ritter Franz von Lenbach" zulegen würde oder ich ihn so ansprechen soll oder muß.

    Harri, Bayern ist schon lange keine Monarchie mehr, und "macht" das natürlich schon seit hundert Jahren nicht mehr.
    #131Author Lady Grey (235863) 14 Feb 13, 16:50
    Comment
    Zu #129:

    Franz (Ritter) von Lenbach lebte von 1836 bis 1904; Franz (Ritter) von Stuck von 1863 bis 1928.

    Die Gefahr, dass sie Dir eine Visitenkarte mit ihrem verliehenen Adelstitel überreichen und Du sie mit diesem Titel ansprechen musst, besteht also nicht mehr.

    Seit 1918 wird in Bayern niemand mehr zum Ritter oder "von" ernannt.

    ;-)
    #132Author MiMo (236780) 14 Feb 13, 17:00
    Comment
    Aha. Ich hätte es Bayern aber durchaus zugetraut. Man weiß ja nie, was die so aushecken...

    Die beeindruckendste Sammlung an Titeln hatte für mich dieser Herr:

    Seine Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät
    Franz Joseph,
    von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich,
    König von Ungarn und Böhmen, von Dalmatien, Kroatien, Slawonien, Galizien, Lodomerien und Illyrien;
    König von Jerusalem etc.;
    Erzherzog von Österreich;
    Großherzog von Toskana und Krakau;
    Herzog von Lothringen, von Salzburg, Steyer, Kärnten, Krain und der Bukowina;
    Großfürst von Siebenbürgen, Markgraf von Mähren;
    Herzog von Ober- und Niederschlesien, von Modena, Parma, Piacenza und Guastalla, von Auschwitz und Zator, von Teschen, Friaul, Ragusa und Zara;
    Gefürsteter Graf von Habsburg und Tirol, von Kyburg, Görz und Gradisca;
    Fürst von Trient und Brixen;
    Markgraf von Ober- und Niederlausitz und in Istrien;
    Graf von Hohenems, Feldkirch, Bregenz, Sonnenberg etc.;
    Herr von Triest, von Cattaro und auf der Windischen Mark;
    Großwojwode der Wojwodschaft Serbien
    etc., etc.,

    gestorben letztes Jahr. Begraben hat man ihn als "Franz Joseph, ein Sünder".
    (Leider habe ich noch nicht herausgefunden, was diese etc. noch alles beinhalten)

    Mein Titel ist ganz ähnlich, er bezieht sich nur auf andere Landschaften. Den habe ich mir bei einer Ballonfahrt ehrlich erworben. Aber er soll nicht auf meiner Visitenkarte stehen, schon gar nicht auf einem Grabstein.
    #133Author Harri Beau (812872) 14 Feb 13, 17:22
    Comment
    War das nicht der österr. Kaiser mit dem Spitznamen "Sehadler" weil er so viele Bürgerliche geadelt hat (jemannden sehen und adeln war für ihn angebliche ein und dasselbe)?
    #134Author eineing (771776) 14 Feb 13, 19:51
    Comment
    Zu #133:

    Letztes Jahr ist Otto von Habsburg (Urgroßneffe von Franz Joseph) gestorben.

    Seine "Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät" Franz Joseph weilt schon seit 1916 nicht mehr unter den Lebenden.
    #135Author MiMo (236780) 14 Feb 13, 22:16
    Comment
    Oh, da habe ich da Namen verwechselt. Ich meinte das hier: https://www.youtube.com/watch?v=slcJRqox1gI
    #136Author Harri Beau (812872) 14 Feb 13, 22:25
    Comment
    Zu #133:

    Vorletztes Jahr ist Otto von Habsburg (Urgroßneffe von Franz Joseph) gestorben.

    Seine "Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät" Franz Joseph weilt schon seit 1916 nicht mehr unter den Lebenden.
    #137Author MiMo (236780) 14 Feb 13, 22:26
    Comment
    Otto, ein sterblicher und sündiger Mensch. https://www.youtube.com/watch?v=slcJRqox1gI
    #138Author Harri Beau (812872) 14 Feb 13, 22:28
    Comment
    #3
    Ja, so viel Zeit muss sein!
    #140AuthorMikeE (236602) 14 Feb 13, 23:44
    Comment

    "...who tossed off a snappy sound bite." made my day, Sir/Mam hm -- us !

    Thk

    s

    #141Author sacgo (341181)  27 Jun 20, 07:44
    Comment

    #19: saullustig ! :-)

    #21: viellleicht war das ein Scherz des Richters; und es wäre ein guter gewesen.

    #142Author sacgo (341181) 27 Jun 20, 07:53
     
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