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    du - groß oder klein?

    Comment
    When I first studied German, many years ago, du was always written klein. Now on LEO I see it written groß, and I assumed that the rules had changed.

    In a separate thread I gave the example bist du deutsch? and someone responded "Du" gehört hier klein geschrieben, sorry.  

    related discussion: Are you German? - #13 - #13.

    When is du groß and when is it klein?

    Thanks.
    Author eric (new york) (63613) 26 Jan 15, 23:10
    Comment
    Bei direkter Anrede kann das "Du", "Dir", "Dein" etc. sowohl mit Groß- als auch Kleinbuchstaben geschrieben werden ... lt. der letzten Rechtschreibreform :

    http://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeb...
    Groß- oder Kleinschreibung von „du/Du“ und „ihr/Ihr“
    In der Regel werden die Formen des Anredepronomens du kleingeschrieben, ebenso dann auch die der Mehrzahl ihr. Die Kleinschreibung gilt darüber hinaus auch für die Formen der Possessivpronomen dein, euer und auch für deinesgleichen, deinerseits usw.

    In Briefen (auch auf Ansichtskarten u. Ä.), E-Mails und SMS kann man allerdings auch großschreiben: „Liebe Elly, wir wünschen dir/Dir viel Erfolg in deinem/Deinem neuen Amt als Vorsitzende des Bachvereins und euch/Euch allen viele renaturierte Bäche voller überbordend lebensfroher Bachflohkrebse.“ Allgemein gilt: In allen Textformen, in denen der Autor selbst den Leser persönlich anredet, kann man du/Du und die genannten Wörter großschreiben. Das gilt dann zum Beispiel für Zettelmitteilungen in WGs („Katinka, du/Du wirst durchaus nicht gedisst, wenn du/Du auch mal den Müll runterbringst“), Bemerkungen von Lehrern in den Heften ihrer Schüler („Da hattest du/Du wirklich einen ganz tollen Einfall, Steffi“) und, und, und. In all diesen Fällen empfehlen wir übrigens die Großschreibung.

    Umgekehrt heißt dies aber auch: In der wörtlichen Rede (etwa in Erzählungen oder Romanen) werden du und die anderen genannten Wörter nie großgeschrieben, da ja hier der Autor nicht den Leser anredet: „Ach, du bist gut integriert, lachte Moira, ich meine, du passt gut in die Landschaft“ (Sylvie Schenk: Der Gesang der Haut). Nicht großgeschrieben wird auch in Werbeanzeigen bzw. -plakaten, Editorials von Jugendzeitschriften oder in Fragebogen (z. B. bei schriftlich fixierten Prüfungsfragen), da es sich hier jeweils nicht um eine persönliche Anrede handelt.
    #1Author no me bré (700807) 26 Jan 15, 23:25
    Comment
    When I first studied German, many years ago, du was always written klein.

    That’s indeed how it was “many years ago” – when the neue Rechtschreibung was introduced in 1996. In the more recent editions of Duden, Du/du (in personal letters) can be written with either a capital or lower case D/d, but Du (capitalised) is now in fact the preferred alternative, marked in yellow in Duden. So we’ve now more or less come full circle back to the alte Rechtschreibung.
    #2Author Stravinsky (637051) 27 Jan 15, 00:08
    Comment
    Out of curiosity, did any German native speakers with no duty of obedience to the state ever comply with the temporary proscription of capitalized Du in letters etc.?
    #3AuthorMikeE (236602) 27 Jan 15, 01:29
    Comment
    @ Eric: Die "Du = Großschreibung"-Regel galt auch vor der Rechtschreibreform ausschließlich für Briefe.
    In jedem anderen Text war das kleine "du" zu verwenden. - Kein Wunder also, wenn das in deinem Sprach-Unterricht nicht (oder höchstens am Rande) erwähnt wurde.

    Der von dir verlinkte Fadenbeitrag korrigiert einen Tippfehler: Oedipa hatte in #10 den Finger auf der Umstelltaste und entschuldigt sich in #13 dafür.



    @ MikeE: Die früher in Briefen "angeordnete" Großschreibung von 'Du' habe ich beachtet, weil ich es gelernt hatte, dass man 'Du' in Briefen groß schreibt.

    Es fiel mir nicht schwer, darauf zu verzichten (eher das Gegenteil, denn die "Groß"-Regel leuchtete mir sowieso nie ein).
    #4AuthorIgelin DE (467049) 27 Jan 15, 03:03
    Comment
    Ich schreibe bei direkter Anrede Du/Dein/Dich/Euch/Euer/Eure/Ihr(2. Pers. Pl.) in Briefen immer groß, schon seit über 30 Jahren (heute sind es nur noch E-Mails und Forumskommentare). Das war früher so üblich. Mit der schlecht durchdachten und stufenweise modifizierten und teilweise zurückgenommenen Rechtschreibreform wollten sie die Anrede in der 2. Person zuerst generell klein schreiben. Heute sind m.W. beide Formen erlaubt. Die Großschreibung ist tendenziell respektvoller. Aber mir macht es nichts aus, wenn man sich mit kleingeschriebenem "du" an mich wendet, und ich selbst schreibe "Du", wie schon angemerkt, generell immer groß, selbstverständlich auch bei Forumsbesuchern, die mir eher unsympathisch erscheinen.

    Bei Wiedergabe wörtlicher Rede wird "du" allerdings kleingeschrieben (im Gegensatz zur Anrede "Sie").

    Igelin,
    dann ist aber die Plicht-Großschreibung bei Sie/Ihr/e/er/en/es beinahe genauso uneinleuchtend.
    #5Author Wachtelkönig (396690) 27 Jan 15, 03:35
    Comment
    Out of curiosity, did any German native speakers with no duty of obedience to the state ever comply with the temporary proscription of capitalized Du in letters etc.? (#3)

    In my experience as a proofreader: no.

    Mit der schlecht durchdachten und stufenweise modifizierten und teilweise zurückgenommenen Rechtschreibreform … (#5)

    That says it all.
    #6Author Stravinsky (637051) 27 Jan 15, 07:25
    Comment
    @Wachtelkönig: dann ist aber die Plicht-Großschreibung bei Sie/Ihr/e/er/en/es beinahe genauso uneinleuchtend.

    Nein, sie ist sehr einleuchtend, da sie zum einen dazu dient, die Anrede Sie/Ihre von den Personalpronomen sie/ihre zu unterscheiden und zum anderen die "Höflichkeit" des Siezens schriftlich wiedergibt.

    Ich habe eine Zeit lang in Emails, SMS und im Internet Du/Dich/etc. quasi als Respektsbezeugung für den Gegenüber großgeschrieben. Inzwischen scheint mir der aber abhanden gekommen zu sein und ich hab es mir abgewöhnt.
    #7Author Yarith (877626) 27 Jan 15, 09:00
    Comment
    Weshalb es sinnvoll sein soll, durch großgeschriebenes "Du" gegenüber dem direkt angesprochenen Leser besonderen Respekt zu bezeugen, verstehe ich nicht. Wenn ich jemandem schreibe, "ich höre, dass Du Deine Mutter besuchen willst, bitte grüße sie und ihre Schwester von mir", dann dokumentiere ich diesen "Respekt durch Großschreibung" nur gegenüber der angeschriebenen Person, nicht aber gegenüber deren Mutter, denn "sie" und "ihr" bleiben ja klein. Dritten gegenüber, die gerade nicht "zuhören", braucht mal also keinen Respekt zu zeigen?

    Ich habe diese In-Briefen-schreibt-man-Du-groß-Regel schon als Kind nicht gemocht und musste so manches Mal bei einem Brief an die Tante o.ä. ein kleingeschriebenes d nachträglich in ein großes umwandeln. Nach der Reform 1996 hab ich mir das schnell und willig abgewöhnt. Es mir jetzt wieder anzugewöhnen, nur weil es wieder zulässig ist und der Duden beschlossen hat, die alte Version zu empfehlen, wäre mir zu blöd.
    #8Author dirk (236321) 27 Jan 15, 09:34
    Comment
    Out of curiosity, did any German native speakers with no duty of obedience to the state ever comply with the temporary proscription of capitalized Du in letters etc.?

    *meld* Ich habe es auch einfach so gelernt und deswegen auch angewendet. So temporär war die Regel übrigens nicht - ich vermute mal, dass es sie mindestens seit der vorherigen Rechtschreibreform 1903 gab.
    #9Author JanZ (805098) 27 Jan 15, 09:45
    Comment
    FWIW:

    Ich habe es auch so gelernt und schreibe es noch immer groß. Selbst in SMS oder WA.
    #10Author Advohannes (785343) 27 Jan 15, 10:34
    Comment
    Ich gehöre auch zu denen, die "Du" in er pesönlichen Anrede groß schreiben, weil ich es so gelernt habe. Auch in Diskussionsforen. Aus Gewohnheit, nicht Respekt.

    Wenn wir anfangen mit "ich verstehe nicht, warum..." oder "es ist nicht nachvollziehbar, dass..." können wir noch eine ganze Menge anderer Regeln abschaffen.

    Andererseits stört es mich nicht, wenn mich jemand mit "du" anschreibt; ich glaube, ich merke es nicht einmal.
    #11Author Jesse_Pinkman (991550) 27 Jan 15, 10:35
    Comment
    Etwas OT zu #8: ...Ich habe diese In-Briefen-schreibt-man-Du-groß-Regel schon als Kind nicht gemocht und musste so manches Mal bei einem Brief an die Tante o.ä. ein kleingeschriebenes d nachträglich in ein großes umwandeln. Nach der Reform 1996 hab ich mir das schnell und willig abgewöhnt. 

    Oh ja, das mit dem Karten korrigieren oder nochmal schreiben, ging mir auch so. Und ich habe (Schön-)Schreiben gehaßt, weil ich es nicht konnte. Interessant ist dann, wie unterschiedlich die späteren Reaktionen ausfallen. Wahrscheinlich habe ich es mir nicht abgewöhnt, weil das Angewöhnen mit so viel Mühe verbunden war, die dann ja umsonst gewesen wäre.
    #12Author Advohannes (785343) 27 Jan 15, 10:43
    Comment
    Ich schreibe es auch immer groß. Ich glaube, in der Kindheit hatte ich es einfach für ein Substantiv gehalten, es ging ja um eine konkrete Person; Personalpronomen habe ich erst später mitbekommen ;-)
    Ich finde dann eher die Kleinschreibung in wörtlicher Rede nicht so sinnvoll: Ich denke beim Lesen eines Buches ja nicht vordergründig an "was will mir der Autor sagen" sondern versetze mich in die handelnden Personen.
    Kann man es dann eigentlich groß schreiben, wenn die wörtliche Rede aus einem Brief kommt? XY hat mir geschrieben: " ... Du hattest mir geschrieben ..."

    Gruß
    Lutz

    #Edit
    #13Author lg_straight (1021555) 27 Jan 15, 10:52
    Comment
    Kann man es dann eigentlich groß schreiben, wenn die wörtliche Rede aus einem Brief kommt?

    Ich denke ja. Es handelt sich dann ja um ein Zitat, und für Zitate gilt die Regel, dass sie das Original exakt wiedergeben sollen, einschließlich dessen Rechtschreibung. Das geht so weit, dass zumindest in wissenschaftlichen Texten in Zitaten sogar offensichtliche Fehler beibehalten und lediglich mit einem Zusatz (z. B. [sic!]) gekennzeichnet werden, um deutlich zu machen, dass der Fehler schon im Original enthalten ist.
    #14Author Cro-Mignon (751134) 27 Jan 15, 11:18
    Comment
    Danke
    schon komische Sache, das Gehirn ;-)
    Bei Fachsachen mir völlig klar (inkl. sic);
    ich habe an Belletristik gedacht und dabei absolut nicht an Zitat ...
    #15Author lg_straight (1021555) 27 Jan 15, 11:32
    Comment
    Ich schreibe es auch immer groß :-)
    #16Author Carly-AE (237428) 27 Jan 15, 17:18
    Comment
    Ich schreibe es auch immer groß, d.h. in Briefen, in E-Mails, Sms und was man sonst so schreibt mit direkter Anrede. Ich bin das so gewohnt und es kommt mir eigenartig vor, ein "Du" oder "Sie" bei einem solchen Text klein zu schreiben.

    Ich denke nicht, dass das etwas mit Obrigkeitshörigkeit (oder was auch immer Du mit "no duty of obedience to the state" meinst) zutun hat. Für mich gehört das in die gleiche Kategorie, wie das Bemühen die allgemeinen Regeln der Rechtschreibung zu beachten (soweit möglich ;-)), Kommas richtig zu setzen oder ähnliche Regeln zu beachten. Auch an diese Regeln halte ich mich nicht aus einer "duty of obedience to the state".
    #17Author Jenna2708 (36198) 27 Jan 15, 18:36
    Comment
    Ich bin das so gewohnt und es kommt mir eigenartig vor, ein "Du" oder "Sie" bei einem solchen Text klein zu schreiben.

    Bei der Anrede "Sie" sollte es das auch, denn die wurde schon immer ausschließlich groß geschrieben :-).

    (oder was auch immer Du mit "no duty of obedience to the state" meinst)

    Ich habe das als Anspielung darauf verstanden, dass die amtliche Rechtschreibung nur für Beamte wirklich verbindlich ist.
    #18Author JanZ (805098) 27 Jan 15, 19:10
    Comment
    Thanks for all the answers! From my personal correspondence I had the impression that nearly everybody had continued to use the capitalized Du, but it seems to be divided.

    #17, #18
    Yes, I was referring to the fact that the new orthography is the subject of an Erlass (administrative regulation?), which is, I understand, "binding" on civil servants but not the population in general. I presume it is also binding on other employees of the state and can be made binding on others in a contractual relationship with the state.

    I was thinking that teachers, for instance, at least when acting in that capacity, would use the prescribed spelling, whatever their own opinion or inclination.
    #19AuthorMikeE (236602) 27 Jan 15, 20:44
    Comment
    "binding" on civil servants - "weisungsgebunden" heißt das auf Amtsdeutsch. Wer es anordnet, muss "weisungsbefugt" sein.
    #20Author manni3 (305129) 27 Jan 15, 22:17
     
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