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    not exactly "Gone with the Wind"

    Topic

    not exactly "Gone with the Wind"

    Comment
    Ein Tatort in einem englischen Krimi. Ein Kriminaltechniker will dem gerade eingetroffenen Ermittler zu verstehen geben, dass er sich nicht zu viel erwarten darf:

    "We have one alley and one handbag. It's not exactly Gone with the Wind."

    Ähm, inwiefern? Ist das irgendwie ein feststehender Ausdruck, so im Sinne von "nichts Besonderes", oder eine spezielle Anspielung auf den Film?
    Authorskeppie (523787) 10 Mar 15, 14:35
    Comment
    Gone with the Wind galt zu seiner Zeit (1939) als besonders teurer und aufwendiger Film. Außerdem hat er eine erhebliche Spieldauer.
    #1Authorcodero (790632) 10 Mar 15, 15:18
    Comment
    Vielleicht könnte man hier sinngemäß sagen:

    "... nicht gerade das ganz große Kino" - eben im Sinne von "nichts Besonderes" (?)
    #2Author Woody 1 (455616) 10 Mar 15, 15:59
    Comment
    Es ist kein feststehender Ausdruck.

    Actually have never heard it before (which of course does not necessarily mean anything).

    I'm also guessing that's it's no big deal: a one-horse town
    #3Author RES-can (330291) 10 Mar 15, 16:09
    Comment
    Danke an alle. "Nicht gerade ganz großes Kino" gefällt mir recht gut, so ähnlich werde ich es wohl formulieren.
    #4Authorskeppie (523787) 10 Mar 15, 16:17
    Comment
    Nichts zu danken meinerseits - freut mich, dass ich helfen konnte.
    #5Author Woody 1 (455616) 10 Mar 15, 17:05
    Comment
    keine/nicht gerade eine grosse/Riesenproduktion/aufwand
    grosses Kino verstehe ich anders
    #6Authornoli (489500) 10 Mar 15, 17:09
    Comment
    @6:

    Ich wiederum verstehe "Riesenproduktion" anders - bzw. in diesem Zusammenhang eher gar nicht ...
    #7Author Woody 1 (455616) 11 Mar 15, 08:09
    Comment
    If that's what he says, that's what you should translate: "nicht gerade 'Vom Winde verweht'"

    The sort of bland offerings we have here give German writing a bad name.
    #8Author escoville (237761) 11 Mar 15, 10:27
    Comment
    #8: Ich soll also grundsätzlich alles so übersetzen, wie es dasteht, ohne mir darüber Gedanken zu machen, ob die deutschen Leser das genauso verstehen (können) wie die des Originals, und das verbessert dann den Ruf der deutschen Literatur (wusste gar nicht, dass der so schlecht ist)?

    Na, dann kann ich's mir ja in Zukunft leicht machen und brauche LEO nicht mehr mit Anfragen zu belasten. Vielen Dank.
    #9Authorskeppie (523787) 11 Mar 15, 11:13
    Comment
    Ich würde #8 in diesem Fall auch nicht zustimmen ...

    Im Allgemeinen übersetzt man nicht "Wort für Wort", sondern sinngemäß, kontextbezogen und idiomatisch.

    Hier (d. h. in einem Krimi) scheint mir jedenfalls im Interesse des geneigten Lesers das Verständnis des situativen Zusammenhangs grundsätzlich wichtiger als ein "wörtliches Zitat".
    #10Author Woody 1 (455616) 11 Mar 15, 11:34
    Comment
    Mir ist alternativ noch "rekordverdächtig" eingefallen. Das hört man im Zusammenhang mit "Vom Winde verweht" häufig, sowohl in Bezug auf die Kosten, die Länge und auch die Preise, die der Film bekommen hat.

    Hier also in etwa: Das ist nicht gerade rekordverdächtig.

    Und nein, bitte kein sich Versteifen auf wörtliche Übersetzungen im Literaturbereich!

    Ich würde hier als deutscher Leser sofort darüber stolpern und mir denken, dass der Übersetzer entweder zu faul für Recherchen war (ist das eine bekannte Redewendung?) oder einfach zu wenig Fantasie für diesen Beruf hat ...

    Ist man vom Verlag ausnahmsweise dazu angehalten, sich eng an die Vorlage zu halten (normalerweise wird man eher zur freien Übersetzung ermutigt, um einen gut lesbaren Text zu produzieren!), dann gäbe es noch die Möglichkeit, "Vom Winde verweht" einzubauen, also bei meinem Vorschlag dann "nicht gerade so rekordverdächtig wie "Vom Winde verweht", o.ä.

    Aber nur, wenn es denn so gewünscht ist. Ansonsten gilt bei Romanen: so idiomatisch und "knackig" und ohne Stolpern lesbar wie möglich!
    #11Author Fragezeichen (240970) 11 Mar 15, 11:49
    Comment
    @11: Genau ...

    Natürlich wäre es grundsätzlich denkbar, dass in diesem speziellen Krimi der Titel "Gone with the Wind" bzw. "Vom Winde verweht" eine besondere Rolle im Rahmen der Gesamthandlung spielt - wenn etwa immer wieder darauf angespielt wird, im Sinne eines "running gag" ...

    Sofern sich aber aus dem Gesamtkontext kein Hinweis darauf ergibt, kann (bzw. sollte) man hier darauf verzichten, da es ansonsten an dieser Stelle beim Leser nur für Verwunderung bzw. Verwirrung sorgen würde - und ob man dies als plausible Absicht des Autors unterstellen sollte, darf m. E. bezweifelt werden.
    #12Author Woody 1 (455616) 11 Mar 15, 12:09
    Comment
    Die Wendung gurgelt übrigens ziemlich gut:
    https://www.google.de/search?q=%22not+exactly...

    Meistens scheint der Kontext auf "Es ist nicht gerade besonders aufregend" hinauszulaufen.
    #13Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 11 Mar 15, 16:15
    Comment
    nicht "Vom Winde verweht" – wenn ich das im Deutschen gelesen hätte, hätte ich zuerst an eine "gar nicht so schlechte" Spurenlage für die Kriminaltechniker gedacht. (Spuren sind nicht verwischt.)

    Die Interpretation "maue Spurenlage" (kein großes Kino, ergo doch schlechte Spurenlage) kann ich mir aber genauso vorstellen.
    #14Author wundertype.de (243076) 11 Mar 15, 17:17
    Comment
    Vllt sollte man das Bild wechseln:
    Das ist eher Holzklasse.
    Das ist eher Diätkost/Hausmannskost.
    Das ist ja nicht gerade üppig. (gar kein Bild :-(
    ...
    #15Author wor (335727) 11 Mar 15, 17:33
    Comment
    Ich würde den Filmtitel aus den Gründen in #14 nicht unübersetzt lassen, denn ich halte ihn im Deutschen für missverständlich. Ich habe das im Deutschen auch durchaus schon als Synonym für 'weg' gehört ("Wo ist jetzt wieder mein Schlüssel? Der lag doch gerade noch da. - Tja, vom Winde verweht, kann man da nur sagen").

    Wenn der Film/ das Buch/ Wasauchimmer allerdings in beiden Kulturen die gleichen Assoziationen hat, würde ich schon wörtlich übersetzen. Es ist ja keine idiomatische Wendung, der Autor hat bewusst dieses Bild gewählt, und das würde ich dannn beibehalten.
    #16Author Gibson (418762) 11 Mar 15, 18:39
    Comment
    The point I was making, which seems to have annoyed skeppie #9 so much, is that I think metaphors should be preserved as long as they are comprehensible. To use the German film title here is just as comprehensible to a German as the English one is to an English-speaker (which is to say, not especially). In addition, the setting is English, which is another reason for maintaining some of the original content, even if it's not what you would have said if you were writing an original script. This is of course a personal opinion. skeppie is entitled to disagree with it, but not to dismiss it out of hand.
    #17Author escoville (237761) 11 Mar 15, 20:00
    Comment
    Wenn man beim Film bleiben will, ohne einen bestimmten Titel zu nennen, vielleicht:

    "Das ist nur Stummfilm."
    #18Author Analphabet (1034545) 11 Mar 15, 20:24
    Comment
    escoville: What annoyed me was not so much the point you were making but rather the way you made it, dismissing "out of hand" the contributions of those who tried to help me as "bland offerings".
    #19Authorskeppie (523787) 12 Mar 15, 09:35
    Comment
    #17: Ich würde das nicht als verständlich auffassen. Meine Assoziation bei dem Satz "Das ist nicht gerade Vom Winde verweht hier" wäre: Es sind nicht alle Spuren verwischt (verweht, entfernt) worden, wir haben noch etwas Aussagekräftiges finden können. Der Originalsatz scheint aber das Gegenteil auszudrücken: Die Spurenlage ist nicht üppig, wir werden daraus nicht viel Aussagekräftiges ziehen können.
    #20Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 12 Mar 15, 09:39
    Comment
    Nachtrag zu #19 (Cuau hat mir dazwischengefunkt):

    escoville: Not that you made much of a point in #8. You did that in #17, and I can almost follow you there.
    #21Authorskeppie (523787) 12 Mar 15, 09:43
    Comment
    Meine € 0,02: Wir sollten nicht so tun, als wäre "Gone with the Wind" ein amerikanisches Phänomen, das hier in Deutschland nicht verstanden würde. Der Film ist vermutlich auf der ganzen Welt bekannt und jedenfalls hier gefühlte drei Millionen mal im Fernsehen gelaufen.

    Bei anderen, uns Deutschen nicht ganz so geläufigen Klassikern -- "The Wizard of Oz" wäre das typische Beispiel -- bietet es sich in der Tat an, mit der Übersetzung vom Original wegzugehen. Bei "Gone with the Wind" erscheint mir das alles andere als zwingend.
    #22AuthorMr Chekov (DE) (522758) 12 Mar 15, 09:51
    Comment
    #22: Ja, mit der hier schon erwähnten Einschränkung, dass der Titel "Vom Winde verweht" irreführende Assoziationen wecken und auf eine falsche Spur (no pun intended) führen könnte. Und wenn das so ist, würde der Kriminaltechniker, wenn er denn deutscher Muttersprachler wäre, eben nicht dieses Bild verwenden.
    #23Authorskeppie (523787) 12 Mar 15, 10:06
    Comment
    Einverstanden, aber in skeppies Roman spricht ja kein deutscher Kriminaltechniker, sondern ein englischer. Das weiß auch der deutsche Leser.

    Und was das Missverständnis "verwischt, verloren" usw. betrifft: Würde durch Kursivschreibung oder Anführungszeichen nicht klar, dass der Film gemeint ist und nicht die Redensart?
    #24AuthorMr Chekov (DE) (522758) 12 Mar 15, 10:13
    Comment
    Sorry if 'bland offerings' sounded condescending. What I was trying to say was that a colourful expression in English was being replaced by something rather pedestrian in German. And to this extent the text was being distorted.
    #25Author escoville (237761) 12 Mar 15, 10:17
    Comment
    #24 Ich würde das auch mit Kursivschreibung falsch verstehen.
    #26Authoralva (682687) 12 Mar 15, 11:04
    Comment
    Ich habe jetzt alle Kommentare gewesen und hätte allerdings noch eine Frage an Skeppie. Ist es sicher, dass sich der Begriff auf die "Spuren" bezieht? Wenn es keine Spuren (mehr) gibt, wäre es nicht logischer zu sagen: They are gone with the wind? Könnte sich der Spruch eventuell auf die Umgebung beziehen? In Filmen kommt es ja auch gelegentlich vor, dass sich Kriminalisten zur Umgebung äußern, im Sinne von: Nicht gerade das Hilton / Schöner Wohnen. "We have one alley and one handbag"klingt für mich, als würde man sich irgendwo im Nirgendwo befinden.
    #27Authorcassandra (430809) 12 Mar 15, 11:19
    Comment
    Nein, die Umgebung ist zwar denkbar trist, aber ich denke, der Kriminaltechniker will sagen, dass es für die Ermittler nichts allzu Aufregendes zu sehen gibt, vor allem keine Leiche, da das Opfer entführt wurde. Spuren gibt es schon, unter anderem eine "Visitenkarte" des Serientäters, aber nichts, was den Besuch des Tatorts für die Ermittler wirklich lohnenswert machen würde.
    #28Authorskeppie (523787) 12 Mar 15, 11:48
    Comment
    Also "not exactly Gone with the Wind" im Sinne von: "lohnt sich nicht, für den Schmarren ins Kino zu gehen"? Das hätte ich in einem deutschen Text aber nicht verstanden.
    #29Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 12 Mar 15, 22:35
    Comment
    After reading this thread again, I am even more convinced that my comments above are correct.

    1. There seems to be some doubt about what the metaphor means. That in itself is a reason for not changing it, because that would mean putting one's own (possibly wrong) interpretation on it.

    2. Thinking about it a bit more, it quite clearly means that 'pretty well all traces have been removed', i.e. have (not quite literally) 'gone with the wind' (lower case), but the technician is jazzing this pedestrian statement up by referring to the title of the book/film.

    3. Quite apart from the meaning, there's no need to make the technician look more pedantic than he probably is. Whoever put this phrase in his mouth is probably trying to give him a sense of humour.

    4: Conclusion -- we need a reference to the wind (or something) blowing everything away, and we need something allusive and mildly humorous. See #8.
    #30Author escoville (237761) 13 Mar 15, 08:19
    Comment
    Aber, escoville, das Problem ist, dass der Spurensicherungstyp sagt: "It is not exactly 'Gone with the Wind'."

    Es kann sich also nicht um irgendeine Bedeutung mit nicht vorhandenen oder weggewehten Spuren handeln, sondern nur um etwas, das der Film ist und die Spurenlage nicht: z.B. Üppig, verschwenderisch, aufwendig, teuer. (kitschig, melodramatisch ... ;-) )

    Aber im Deutschen verbindet man (glaube ich) diesen Film eben nicht zuerst mit dem riesigen Produktionsaufwand, sondern eben eher mit Kitsch, Liebesdrama und eben dem Ausdruck "weg".

    #31Author Qual der Wal (877524) 13 Mar 15, 08:44
    Comment
    @30 Deine Assoziationen mit dem buchstäblichen 'weggeblasen' scheinen mir widersprüchlich, da er ja sagt 'not exactly gone ...'. Damit wäre bei dieser wörtlichen Interpretation zu erwarten, dass die Spuren haufenweise rumliegen, oder!?
    #32Author wor (335727) 13 Mar 15, 08:47
    Comment
    Der Duden deutet "Vom Winde verweht" als "[das ist] vergessen". http://www.duden.de/rechtschreibung/verwehen Eine Assoziation mit dem gleichnamigen Film stellt er nicht her.

    Das "Wörterbuch der Idiome" meint:
    Wie vom Winde verweht sein: zerstreut, verschwunden, plötzlich nicht mehr vorhanden sein. Die Redensart entspricht dem Romantitel ›Vom Winde verweht‹ (Gone with the wind) der Amerikanerin Margaret Mitchell. 

    (Wobei mir scheint, dass sie eher auf "Weisheit Salomos" 5:15 zurückgeht. Bei Luther: "Denn die Hoffnung des Gottlosen ist wie Staub, vom Winde zerstreut, und wie feiner Schnee, vom Sturm getrieben, und wie Rauch, vom Winde verweht ...")

    "Nicht gerade vom Winde verweht" im OP würde dann das Gegenteil bedeuten. Diese Auslegung passt aber nicht zu "one alley and one handbag".

    Diese Quelle hier bezieht sich zwar auf den Film und assoziiert ihn mit prächtiger Südstaatenkulisse - als Gegenpol zur alley im OP? Aber was hat das mit Spurensicherung zu tun? https://books.google.de/books?id=1vfIhTqD9L8C...

    In jedem Fall ist eine wörtliche Übersetzung des OPs unverständlich.
    #33Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 13 Mar 15, 09:24
    Comment
    I've only skimmed through the many posts; but although I'd never heard "It's not exactly Gone with the Wind." before, in this context I immediately understood it to mean "we have very little to work with."
    "Gone with the Wind" was IIRC the most expensive film ever made up to that time; three-hours-long, a complex story etc. So a good symbol here.

    So something like "Nicht gerade ganz großes Kino" works IMO - it's just as unexpected as "It's not exactly Gone with the Wind." :-)
    #34Authormikefm (760309) 13 Mar 15, 10:06
    Comment
    "Großes Kino" hat aber auch die Bedeutung von "eine Szene machen". Vielleicht kann man stattdessen etwas in Richtung Hollywood sagen. Das steht ja in Deutschland für teure, aufwendige Produktionen. Meine spontane Idee: "Aber erwarte keinen Hollywoodstreifen." Sicher gibt es noch viel bessere Möglichkeiten/Formulierungen.
    #35Author Speireata (1029539) 13 Mar 15, 10:25
    Comment
    I am unrepentant. We have a metaphor, there is disagreement about its precise meaning even after three days of debate. For this reason alone, a translator should retain it and not put his/her own interpretation on it. If this were some obscure British allusion, one could argue otherwise, perhaps, but 'Vom Winde verweht' is as familiar to German-speakers as 'Gone with the Wind' is to English-speakers.
    And the other argument still holds: the technician has used a film/book title, for whatever reason -- it is not a translator's job to change this.
    #36Author escoville (237761) 13 Mar 15, 10:46
    Comment
    Das wäre im Zweifelsfall mit dem Verleger zu klären. Übersetzer von Robert Asprin, Terry Pratchett oder Asterix können da manch Liedlein singen.

    Vielleicht hilft das hier weiter. Hier geht es um die englische Rezeption des Films: https://melonthelibrarian.wordpress.com/2012/...
    #37Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 13 Mar 15, 10:55
    Comment
    I (BE) instantly interpreted it like mikefm in #34, and was surprised by escoville's interpretation in #30. I think the Kriminaltechniker is making a joke that this is no cinematic (or even literary) epic, like the enormous GWtW.

    I don't know the story (GWtW) but it's not a whodunit, so I don't think the Kriminaltechniker is passing comment on the nature of the clues/investigation.

    The question is -- is there a similarly enormous book/film, whose title ISN'T also a German idiom, that might also work?
    #38Author papousek (343122) 13 Mar 15, 11:39
    Comment
    @38

    That only makes my point again: there is disagreement as to the meaning of the allusion, therefore we should not change it to give it one meaning or another.

    In fact, I think we've been reading it with the wrong stress and intonation. I think it should be 'not exactly 'Gone with the Wind' (...'but almost').

    Sorry to go on about this, but there are two important points of principle here. (1) When in doubt, keep all options open. And (2) if the source text is colourful, don't replace it with something bland.
    #39Author escoville (237761) 14 Mar 15, 12:47
    Comment
    Ich stimme dir im Prinzip völlig zu, sehe aber hier das Problem, wie mehrmals angesprochen, dass der Filmtitel in beiden Sprachen unterschiedliche Assoziationen hat, und dann funktioniert eine wörtliche Übersetzung nicht mehr. Mal abgesehen von verwehten Spuren oder nicht - im englischen Sprachraum ist offenbar eine häufige Assoziation "riesiger Aufwand, superteurer Film". In Deutschland denken die meisten Leute als erstes an "Liebesfilm", was in dieser Situation überhaupt keinen Sinn ergibt.

    Das zweite Problem ist, dass sich die Betonung nicht zweideutig wiedergeben lässt.
     
    'not exactly 'Gone with the Wind' wäre

    'nicht gerade 'Vom Winde verweht'

    während 'not exactly 'Gone with the Wind'

    etwas wie 'na ja, nicht völlig 'Vom Winde verweht'

    wäre. Der Übersetzer muss sich also sowieso entscheiden, in welche Richtung er geht.
    #40Author Gibson (418762) 14 Mar 15, 12:56
    Comment
    An "not exactly" im Sinne von "nicht ganz" habe ich auch schon gedacht, und ich stimme escoville auch zu, dass eine Zweideutigkeit des Textes nach Möglichkeit nicht in eine bestimmte Richtung aufgelöst werden sollte (obwohl das in einem Krimi bestimmt nicht so wichtig ist wie in einem philosophischen Text, einem modernen Gedicht oder einem Stück von Beckett). Aber vielleicht muss sich der Übersetzer hier gar nicht in eine bestimmte Richtung entscheiden.

    Zum Beispiel: "Na ja, nicht gerade Vom Winde verweht, aber ..."

    = (Bedeutung 1, "vom Winde verweht" = nichts ist übrig gebileben) "nicht ganz verschwunden, nicht ganz gar nichts, immerhin besser als nichts";

    = (Bedeutung 2, "wie der Film Vom Winde verweht) "nicht gerade üppig (= so üppig wie der Film), eher mittelprächtig".

    Ein "Na ja", an das ja auch Gibson gleich gedacht hat, und drei Pünktchen oder sogar "aber ..." würden deutlich machen, dass der Satz assoziativ nebenbei geäußert ist und die Bedeutung eher in der Luft hängen lässt.

    Keine ideale Lösung, aber "besser als nichts".
    #41Author sebastianW (382026) 14 Mar 15, 16:30
    Comment
    "nicht gerade Kriege und Frieden" ?
    #42Authormikefm (760309) 14 Mar 15, 16:35
    Comment
    Warum nicht einfach
    "der Rest ist 'gone with the wind'"?

    so bleibt man sowohl bei der Anspielung auf den Roman oder Film und (zumindest aus meiner Sicht) ist klar und deutlich, dass sonst nichts da ist.
    #43Author Emily Chambers (310963) 14 Mar 15, 18:24
    Comment
    Vielleicht geht das auch in eine ganz andere Richtung? Die bekannteste Szene in "Vom Winde verweht" ist m. E. der große Brand, jedenfalls ist das die einzige, die mir dazu einfällt. Vielleicht meint der Spurenermittler, hier gebe es keinen solch spektakulären Katastrophenschauplatz zu sehen, sondern eben nur "an alley and a handbag"?
    #44Author Cuauhtlehuanitzin (1009442) 14 Mar 15, 21:29
    Comment
    Once again Leo has anticipated news from the real world:

    http://abcnews.go.com/Entertainment/wind-set-...
    #45Author ion1122 (443218) 15 Mar 15, 00:27
    Comment
    I suppose the significance of Gone with the Wind is unclear, but – unless the story reveals otherwise – I think it is more important that the translation conveys the style of the conversation (I suppose you would call it polite banter (?) among colleagues) with the typical stylistic devices (e.g. litotes, understatement, irony).

    My personal associations with Gone with the Wind are melodrama and extravagance, an abundance of relational stuff, and local colour.
    So I would, intuitively, take it to mean something like "nicht gerade üppig", with "not exactly x" being used as in the classic Mitchell and Webb sketch https://www.youtube.com/watch?v=THNPmhBl-8Isketch

    If "exactly" were stressed, I suppose it could mean something different.
    #46AuthorMikeE (236602) 15 Mar 15, 23:55
     
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