Ob eine Formulierung mit dem Wort Redundanz belegt wird, hängt auch von der Haltung des Kritikers ab. Es liegt im gleichen Bereich wie beispielsweise Anglizismus.
Zunächst sind das fachsprachliche Begriffe, mit denen versucht wird, wertfrei ein Phänomen zu beschreiben, ein logisches oder etymologisches usw.
Im Alltag werden die Begriffe aber ganz schnell moralisch belegt:
"Redundante Formulierungen", "Anglizismen" etc. werden abgelehnt, geächtet, verdammt und wer sie verwendet ist ein Dummopf, ein aufgeblasener Schnösel, eine verachtenswerte Person.
Eigentlich wollte ich mit meinen Bemerkungen in #15 diesen Sachverhalt ansprechen, nämlich, dass in einigen Beiträgen "Redundanz" in stillschweigender, allgemein akzeptierter Übereinkunft und vorschnell als Abwertung verstanden wird: "Damit ist alles gesagt. Darüber braucht man ja nun wirklich nicht weiter zu diskutieren. Das gilt als selbstverständlicher und etablierter Standard unter uns vernünftigen und streng logisch denkenden Leuten. Und was nicht logisch ist, ist von vornherein schlecht!"