Tut mir leid, Galeazzo, dass Du es nicht deutlicher erklären kannst, denn für mich ist es nicht deutlich genug.
Dein Polizist B ist sich
sicher, dass der Tote "nicht von hier" ist, aber der Polizist im OP ist sich dessen durchaus nicht sicher; er gibt es lediglich zu bedenken.
Though markiert einen
Einwand, ein "obwohl" [ihr alle meint, dass ...], kein "jedoch" (
however).
Du schreibst: "Außerdem heißt lt. den Beiträgen unserer Native Speaker hier das mustn't eben nicht "er muss ja nicht hier gewohnt haben", sondern "er hat ganz offensichtlich nicht hier gewohnt".
Tatsächlich? Escoville (#6) hat an unseren native speakers #4 und #5 bemängelt, dass eben diese Interpretation nicht logisch ist und mustn't be hier im Sinne von needn't be zu verstehen ist und hat damit BLZ Bubbs Verdacht bestätigt. Er fügt hinzu, dass dieser Sinn von mustn't be seiner Überzeugung nach non-standard sei.
Dieser Auffassung ist danach nicht widersprochen worden, aber die Diskussion ist erweitert worden um die Frage der Kontraktion (mustn't vs. must not) und andere Beispiele (she must not have seen you = she can't have seen you, #9 mit Beispielen aus Swan).
Swan merkt an, dass die zusammengezogene Form (bei diesem Beispiel) im AE "selten" ist. Ich kann das bei Swan nicht nachlesen, aber es wundert mich nicht. Hier bleibt ein Gesichtspunkt außer acht, nämlich die Frage, was eigentlich verneint wird.
Dazu ist es wichtig zu berücksichtigen, dass Modalverben mehreren Zwecken dienen können und must, das Modalverb, um das es hier geht, einerseits eine epistemische, andererseits eine deontische Bedeutung haben kann. Epistemisch heißt erkenntnistheoretisch, auf die Logik un d auf die von der sprechenden Instanz wahrgenommene Gewissheit einer Sache bezogen: That mountain must be more than 20,000 feet high. Die deontische Bedeutung bezieht sich auf Erlaubnis oder Verpflichtung: You must not feed the animals. You must listen to your parents.
#9: She walked past without saying 'Hello'. She must not have seen you.
Hier bezieht sich das not auf to see, und das must hat von zwei möglichen Verwendungsweisen nur die erste:
If she had recognized you, she would have said hello; therefore she must not have seen you.
Die epistemische Bedeutung heißt, anders ausgedrückt: Es ist für mich gewiss [logisch positiv, must be the case], dass sie dich nicht gesehen hat [logisch negativ, das Sehen war nicht der Fall].
Diese Bedeutung lässt sich nicht durch die kontrahierte Form mustn't ausdrücken, denn dabei würde das (deontische) must verneint: aus einem Gebot wird ein Verbot, aus einem "muss" wird ein "darf nicht".
Noch ein Beispiel, dann soll's genug sein:
You must {not be serious} -- you {must not} be serious.
You must (not be serious) ist epistemisch: Nach meinem Dafürhalten ist mit Sicherheit anzunehmen, dass du es nicht ernst meinst. Verneint wird "ernst meinen", zusammengezogene Form mustn't nicht möglich. Anders ausgedrückt: You must / gotta be kidding!
You (must not) be serious ist deontisch (owohl das mit serious keinen Sinn ergibt, eher mit sad): Du darfst nicht traurig sein. Verneint wird das (deontische) Modalverb.
Im Originalsatz wird mustn't (offensichtlich in einer non-standard-Version) als epistemisches, also erkenntnisbezogenes Modalverb benutzt, nicht als Verpflichtung/Erlaubnis:
He doesn't have to be a local; it is not required by the facts that he be (is) a local.