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    "Hautfarbe" als Bezeichnung einer Farbe

    Topic

    "Hautfarbe" als Bezeichnung einer Farbe

    Comment

    Guten Abend,


    bei Aurednik, einem Händler für den Elementar- und Primarbereich, habe ich die Bezeichnung "hautfarben" gelesen. Hier ein Beispiel was damit gemeint ist: https://www.aurednikshop.de/aurednik-schulsti...


    Ich hasse diese Bezeichnung abgrundtief. Die absolute Mehrheit der Menschheit hat nicht so eine Hautfarbe und damit degradiert man, bewusst oder unbewusst, die Menschen. Also ignorant im besten Falle oder rassistisch im schlimmsten. Ähnliches kann man aus Versuchen in den USA sehen, wo afro-amerikanische Kinder lieber mit weißen Puppen spielen.


    Ähnlich sehe ich es mit Mädchenfarben. Es gibt Farben die man mag oder nicht mag und es ist egal ob Junge oder Mädchen.


    Was ich aber wissen möchte ist, wie könnte man es sonst nennen. Hellrosa?


    Vielen Dank für die Vorschläge.

    Author Brockhaus_342 (859124)  14 Sep 19, 23:28
    Comment

    „Ich hasse diese Bezeichnung abgrundtief“ - Müssen solche Sprüche sein? Geht‘s nicht auch ne Nummer kleiner?


    „hellbeige“ müsste gehen.

    #1Author mad (239053) 14 Sep 19, 23:53
    Comment

    „Ich hasse diese Bezeichnung abgrundtief“ - Müssen solche Sprüche sein? Geht`s nicht auch `ne Nummer kleiner? Klare Antwort: Nein.


    „hellbeige“ müsste gehen. Interessante Idee darauf wäre ich nicht gekommen, danke.


    #2Author Brockhaus_342 (859124) 15 Sep 19, 00:13
    Comment

    Grundsätzlich hast du ganz recht, Brockhaus_342. Die meisten Menschen haben nicht die Hautfarbe, die im Shop oder auch bei Kosmetik- und Modeprodukten im "Westen" als solche verkauft wird. Und das ist durchaus ignorant bis rassistisch, da stimme ich zu.


    Hass ist allerdings meiner Meinung nach trotzdem nicht erforderlich, aber eine ganz klare Distanzierung von einer solch falschen Benennung und Aufklärung täten gut. Was dies mit afroamerikanischen Kindern zu tun hat, habe auch ich nicht ganz verstanden.


    Dennoch eine Idee: Könnte man vielleicht die Amadeu-Antonio-Stiftung darauf "ansetzen"?

    #3Author BenatarsComrade (1182552) 15 Sep 19, 00:29
    Comment
    http://www.stampsx.com/forum/topic.php?print=... (runterscrollen)

    Bei Philatelisten heisst die Farbe auf deutsch hellgelblichorange. Sie hat definitiv einen orangenen Hauptfarbton und keinen beigen. Über die vorangestellten Farbnuancierungen kann man trefflich streiten.
    #4Author Friedhelm D. (366844) 15 Sep 19, 08:28
    Comment

    # 4: Orange? Nee, ich nicht. Ein gewisser Herr im Weißen Haus vielleicht ;-)

    SCNR (muss nicht ernst genommen werden)

    #5Author mad (239053)  15 Sep 19, 08:40
    Comment

    Es wäre interessant, wie das in Schwarzafrika gehandhabt wird: ob der entsprechende Begriff dort verwendet wird und ob er die vorherrschende Hautfarbe bezeichnet.

    #6Author mbshu (874725) 15 Sep 19, 08:42
    Comment

    Suggestion: peach? (see below for my source!)


    The color at the link provided above looks like a pale terra cotta to me, but a) it changes when I tilt my screen, and b) I'm not sure "pale terra cotta" would be a good name on a child's crayon.


    When I was a kid, we called it "skin color" though the name written on the crayon wrapper was "flesh" (!). (Crayola was the only brand of crayons I ever saw in my childhood.)


    In case it's interesting:

    "The Crayola Crayon color name flesh was changed to peach in 1962. Although flesh was included in the original box of 64 Crayola Crayons, we felt it would be insensitive to include it in the commemorative box. Since the crayon color remains unchanged, we felt we were remaining true to history." - Tante Wiki


    PS: 1962 was a little before my time as far as coloring goes, so there must have been a lot of the earlier-made crayons still on the market when I grew big enough to use them!


    #7Author Janette B. (1227601)  15 Sep 19, 09:36
    Comment

    Da Crayola erwähnt wurde: Bei wordpress gibt es nun im 3. Jahr eine Photo-Challenge mit den 120 Crayola-Tönen als Thema. Die derzeitige Challenge findet man hier: https://tourmalinenow.com/2019/09/10/color-yo...

    wenn es jemanden interessiert, mit den verlinkten Beiträgen in den jeweiligen Farben. Als Ersatz für das alte "flesh" kommen einige Alternativen in Frage: "apricot", "desert sand", "peach", "almond", "mac 'n cheese" und "gold".

    Das Beispiel zeigt, dass die Farbnamen nicht unbedingt etwas mit dem zu tun haben, was die meisten Menschen mit der Farbe assozieren. "Gold" ist tatsächlich ein warmer Beigeton und ich habe noch nie eine Aprikose oder einen Pfirsich in den Tönen "apricot" oder "peach" gesehen, die ich essen wollte.


    #6 ein Nachtrag, nachdem ich mit meinen Söhnen gesprochen habe, die in Zimbabwe für ein paar Jahre die Schulbank gedrückt haben (in einer hauptsächlich indischen Schule mit etwa 80% indischen und dort "Coloureds" genannten Kinder, die restlichen 20% verteilten sich auf weiße Kinder unterschiedlicher Nationen und Schwarzafrikaner). Da Farben, wie fast alles Schul- und Spielmaterial aus Europa oder USA importiert wird, hat man die gleichen Bezeichnungen wie im westlichen Teil der Welt, mit anderen Worten: es gibt - zumindest in der Schule - keine speziellen afrikanischen Sprachgebrauch. Das wird auf politischer und eventuell Universitätseben eventuell anders gehandhabt.



    #8Author thisismyknick (1117613)  15 Sep 19, 14:34
    Comment

    Ich persönlich bin für Pfirsich/peach.


    #3"Hass ist allerdings meiner Meinung nach trotzdem nicht erforderlich, aber eine ganz klare Distanzierung von einer solch falschen Benennung und Aufklärung täten gut." Na gut hast Recht.

    #9Author Brockhaus_342 (859124)  15 Sep 19, 18:14
    Comment
    Ich habe das kürzlich mit meiner Sechsjährigen diskutiert und sie ist auf meine Nachfrage gleich selbst drauf gekommen, dass "hautfarben" Blödsinn ist.

    Sie war gegen Rosa und Orange und schlug stattdessen "helle Hautfarbe" vor. Ich glaube wir bleiben erst einmal dabei.
    #10Author tigger (236106) 15 Sep 19, 22:59
    Comment

    Fleischfarben fand ich schon immer verwirrend. Ob Schwein, Rind oder Huhn - die Farbe von heller Haut hat deren Fleisch nicht! (Von dunkler usw. Haut auch nicht.)

    #11Author mbshu (874725) 16 Sep 19, 05:58
    Comment

    Wenn ihr alle brav 'Kunst & Krempel' schauen würdet, wüsstet ihr, daß es 'Inkarnat' heißt, bei Malern zumindest.

    #12Author jo-SR (238182) 16 Sep 19, 08:21
    Comment
    ...was dasselbe wäre wie fleischfarben und auch nichts hilft. Pute oder Hirsch? Die Abstufungen sind so vielfältig wie bei der menschlichen Haut.
    #13Author tigger (236106) 16 Sep 19, 08:31
    Comment

    Alles schonmal da gewesen... :-)

    related discussion: skin-coloured - hautfarben

    Interessant fand ich hier die Fundstellen mit "skin-coloured" im Zusammenhang mit z.B. Venus Williams.

    #14Author Spinatwachtel (341764) 16 Sep 19, 08:32
    Comment

    Offen gestanden sehe ich das Problem nicht so recht. Natürlich hat praktisch niemand eine Hautfarbe, die exakt dem abgebildeten Muster entspricht, und es gibt auf der Welt Hautfarben, die nicht mal entfernt so aussehen. Aber in deutschen Drogeriemärkten verkauftes Pflaster hat praktisch immer diese Farbe. Warum wohl? Im deutschen Sprachraum ist das nun mal, zumindest ungefähr, die bei weitem vorherrschende Hautfarbe. Das ist so und hat mit Rassismus nicht zu tun. Die ganz überwiegende Zahl der Deutschsprecher assoziiert mit "Hautfarbe" ganz ohne rassistische Hintergedanken etwa diesen Farbton, der nun mal nicht so recht ins Schema der benannten Grundfarben passt. Warum soll man ihn dann nicht auch so nennen, statt sich mit verkrampft wirkenden und irreführenden Bezeichnungen wie "hellbeige" (meiner Ansicht nach völlig falsch), "orangerosa" oder gar "hellgelblichorange" (wer soll sich darunter etwas vorstellen?) herumzuschlagen? Das bedeutet doch nicht, dass menschliche Haut immer diese Farbe haben müsste. Wein ist auch nicht immer weinrot und der Himmel nicht immer himmelblau.


    Lebte ich als Hellhäutiger in einem Land, in dem die vorherrschende Hautfarbe dunkelbraun ist, und bedeutete das Wort für "dunkelbraun" in der Landessprache so viel wie "Farbe der menschlichen Haut", so hätte ich damit wirklich keinerlei Problem. Heißt eben so, passt nicht auf mich, fertig. Da muss man doch nicht immer gleich Rassismus hineininterpretieren. Mit übertriebener PC kann man jede Sprache kaputtmachen.


    Hier werden Buntstife angeboten, die die Vielfalt der Hautfarbtöne in Deutschland widerspiegeln sollen. Mag ja gut gemeint sein, aber da sehe ich einen knallorangenen, einen feuerroten, einen schneeweißen und einen rabenschwarzen. Niemand auf der ganzen Welt hat solche Hautfarben. Ich finde es ehrlich gesagt schlimmer, Hautfarbenunterschiede so immens zu übertreiben. Weder sind Europäer weiß, noch Afrikaner schwarz (wenn auch manche Zentralafrikaner einem echten "schwarz" recht nahe kommen), noch Indianer rot, noch Chinesen gelb.

    #15Author dirk (236321)  16 Sep 19, 08:34
    Comment

    ...talking about "geht's nicht auch ne Nummer kleiner?"...#15  Mit übertriebener PC kann man jede Sprache kaputtmachen.

    Echt? Welche? Latein?

    #16Author Spinatwachtel (341764) 16 Sep 19, 08:44
    Comment

    Das war en wenig "rhetorisch übertrieben".

    #17Author dirk (236321) 16 Sep 19, 09:03
    Comment

    Aber in deutschen Drogeriemärkten verkauftes Pflaster hat praktisch immer diese Farbe. Warum wohl?


    Wie meistens gibt es auch hier eine p.c. Lösung: https://trucolourbandages.com/


    #18Author Carullus (670120) 16 Sep 19, 09:06
    Comment

    Brockhaus hat auch "ein wenig" übertrieben, "Hass" ist wie bereits angemerkt keine Kategorie für Sprache.


    Tatsächlich macht aber Sprache Bewusstsein, und es ist daher keine Nebensache, ob die Kinder eine bestimmte Farbe als Standardhautfarbe anzusehen lernen oder nicht.

    In den letzten 10 Jahren hat die "anders"farbige Bevölkerung in Deutschland und Österreich doch sehr deutlich zugenommen, insbesondere gibt es viele gemischte Kinder. Wie kommen die dazu, dieses rosabeigeorangefleischweiße Irgendwas als Standardhautfarbe anzusehen?

    So lange meine Cousine mit ihrem indischdunklen Kind in der Wiener U-Bahn gefragt wird, "wo sie dieses Kind her habe", weil es ja offensichtlich adoptiert sei und nicht etwa ihres und das Kind ihres indischen Ehemannes, ist noch viel zu tun.


    Und es ist ja nur eine Kleinigkeit: Wie gesagt, tiggerchen war sofort bereit, den Stift "helle Hautfarbe" zu nennen und den hellbraunen zu nehmen, um das etwas dunklere Kind in ihrer Klasse zu portraitieren. (Das auch bloß türkischer oder kurdischer Herkunft ist, in der ganzen Schule gibts genau zwei mit dunkelbraun zu zeichnende Kinder.)

    #19Author tigger (236106)  16 Sep 19, 10:04
    Comment

    Auf neudeutsch heißt hautfarben jetzt „nude“

    und hautfarbene Nylonstrümpfe sind „teint“

    #20Author Birgila/DE (172576) 16 Sep 19, 10:58
    Comment

    Als ich ein Kind war, waren nicht-rosabeigeorangefleischweiße Menschen in meiner Erlebenswelt die absolute Ausnahme. Dass es auch andere Hautfarben gibt, war (fast nur) theoretisches Wissen, und diese Hautfarben wurden mit weiß, schwarz, braun, rot und gelb wiedergegeben. Chinesen in Bilderbüchern hatten knallgelbe Haut, pupillenlose Schlitzaugen, einen breiten Grinsemund und einen riesigen Reispflanzerhut auf dem Kopf. Indianer waren fast nackt und feuerrot mit ein paar weißen Streifen im Gesicht, hatten meistens eine Hakennase und trugen mehr oder weniger Federschmuck am Kopf. Ich habe lange geglaubt, diese Menschen sähen tatsächlich so aus. Dabei unterscheiden sich diese Hautfarben (inklusive meiner eigenen) aber nur um Nuancen und fallen meiner Meinung nach am ehesten in die Kategorie "helles Braun". Ur-australische und afrikanische Hautfarben gehen ins dunklere Braun bis hin zu fast schwarz. Ich halte es für richtig, das Kindern völlig wertfrei so zu vermitteln, aber ich finde es auch nicht schlimm, wenn sich in bestimmten Kulturkreisen die Vorstellung von einer Standard-Hautfarbe herausbildet -- solange Abweichungen davon nicht als Makel angesehen werden.


    Wenn tiggerchen sagt, Moment, "Hautfarbe" - das passt doch nicht so allgemein, dann zeigt das erstens, dass sie mit dem Anblick von Menschen dunklerer Hautfarbe vertraut ist, und zweitens, dass sie Wörter noch bewusst analysiert. Aber manchmal verselbständigt sich die Sprache eben. Ich möchte behaupten, dass mindestens 99,9 % der Menschen, die ich täglich sehe, tatsächlich eine Hautfarbe haben, die ich als "hautfarben" bezeichnen würde, auch wenn sie nicht 100%ig mit dem in #0 verlinkten Farbton übereinstimmt. Zweifellos gibt es auch Menschen mit nicht-"hautfarbener" Hautfarbe. Das mag paradox klingen, aber für einen Grund, das Wort zu bannen (oder gar "abgrundtief zu hassen"), halte ich das nicht.


    Edith stellt zu #20 fest, dass diese Farbbezeichnungen vom PC-Standpunkt gesehen natürlich kein bisschen besser sind.

    #21Author dirk (236321)  16 Sep 19, 11:10
    Comment

    Dennoch eine Idee: Könnte man vielleicht die Amadeu-Antonio-Stiftung darauf "ansetzen"?


    Anstatt gleich großes Geschütz aufzufahren, würde ich zu einem höflichen Brief an die betroffene Firma als ersten Schritt raten. Direkt an die Firmenleitung (Eigentümer oder Geschäftsführer) adressieren wenn möglich. Handgeschrieben kann auch von Vorteil sein, wenn man eine hinreichend leserliche Handschrift hat.


    Wenn das Schreiben ignoriert wird, oder lediglich ein Formbrief zurückkommt, kann man immer noch eskalieren, wenn man möchte.



    Ich möchte behaupten, dass mindestens 99,9 % der Menschen, die ich täglich sehe, tatsächlich eine Hautfarbe haben, die ich als "hautfarben" bezeichnen würde, auch wenn sie nicht 100%ig mit dem in #0 verlinkten Farbton übereinstimmt.


    Also mir begegnen eher 75% Leute, auf die das nicht zutrifft.

    #22Author Norbert Juffa (236158)  16 Sep 19, 11:15
    Comment

    Also mir begegnen eher 75% Leute, auf die das nicht zutrifft.


    Das hängt erstens davon ab, wo du lebst, und zweitens, wie eng du den Begriff fasst.

    #23Author dirk (236321) 16 Sep 19, 11:21
    Comment

    Das ist ja gerade meine Rede. Wobei in meinem Fall eher ersteres als letzteres zutrifft.

    #24Author Norbert Juffa (236158) 16 Sep 19, 11:25
    Comment

    #23  aber ich finde es auch nicht schlimm, wenn sich in bestimmten Kulturkreisen die Vorstellung von einer Standard-Hautfarbe herausbildet -- solange Abweichungen davon nicht als Makel angesehen werden.

    (eigene Hervorhebung)

    und das ist bei uns in DE der Fall? Und war der Fall während des Großteils unserer Geschichte? USA / GB / Australien ebenso?



    #25Author Spinatwachtel (341764) 16 Sep 19, 11:30
    Comment

    Nicht nur in den genannten Ländern. Soweit mir bekannt, erfreuen sich z.B. (gesundheitsschädliche) Bleichcremes in verschiedenen afrikanischen und anderen Ländern einiger Beliebtheit.


    https://www.sueddeutsche.de/panorama/ruanda-b...

    Bleichcremes in Afrika: Gefährliches Schönheitsideal


    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/mens...

    Bleichcremes in Afrika : Giftiges Weiß

    #26Author Norbert Juffa (236158)  16 Sep 19, 11:33
    Comment

    Spinatwachtel, #25 verstehe ich nicht. Was willst du damit sagen?

    #27Author dirk (236321) 16 Sep 19, 11:41
    Comment

    Seit wann wird denn schwarze Hautfarbe in der nördlichen Halbkugel als makellos angesehen? Seit wann dürfen denn Menschen mit schwarzer Hautfarbe in den USA im Bus sitzen, wo sie wollen? Vom selben Wasserspender trinken wie Menschen mit weißer Hautfarbe?

    Wie sorglos können Menschen mit schwarzer Hautfarbe in bestimmten Gegenden Deutschlands spazieren gehen?

    Wie einfach können sie Wohnungen mieten?


    Findest du diese Farbbezeichnung jetzt kritikwürdig ("schlimm") oder nicht? Ich hatte den Eindruck, letzteres, aber dann verstehe ich deine Eingrenzung nicht "solange Abweichungen nicht als Makel angesehen werden", denn das wurden und werden sie doch ganz massiv.


    #28Author Spinatwachtel (341764) 16 Sep 19, 11:56
    Comment

    Wie ich sinngemäß schon in diesem Faden* geschrieben habe:


    related discussion: "Nude" als Farbe?


    Als Mensch mit dunkler(er) Haut fände ich es störend und ausgrenzend, wenn 'hautfarben' einen Ton beschriebe, der ganz anders ist als meine Haut. Und als Kind hätte ich es doppelt so komisch gefunden.


    Ja, man kann PC übertreiben. Zweifellos. Aber man kann Menschen mit Sprache auch verletzen, und wenn das nicht sein muss und nicht mal beabsichtigt ist, solle man bestimmte Begriffe vielleicht ändern.


    * wo übrigens auch das absurde 'Michelle Obama in a nude dress' erwähnt wird.


    'teint' hießen Strumpfhosen übrigens schon vor 30 Jahren.

    #29Author Gibson (418762)  16 Sep 19, 12:31
    Comment

    Ich sehe das eigentliche Problem genau umgekehrt: Menschliche Haut realistisch zu malen gelingt nur wirklich guten Malern. Man sollte Farbstifte, mit denen sich hellhäutige Menschen annähernd darstellen lassen, mit vernünftigeren Bezeichnungen vermarkten.


    Übrigens: Ich werde mindestens dreimal die Woche gefragt, wo ich herstamme. Ich habe eben ein Merkmal, das mich als "Fremde" kennzeichnet - meinen bayerischen Akzent. Muss man wirklich immer gleich Rassismus unterstellen, oder könnte es einfach freundliches Interesse oder schlimmstenfalls Neugier sein, wenn einer fragt: Wo kommst du her?


    Ständig dieselbe Frage nach dem Kind nervt ganz besonders, das kenne ich aus Erfahrung. Trotzdem ein Tipp für Tiggers Cousine: Wenn einer fragt, wo du das Kind her hast, sag ganz einfach "von meinem Mann" :-)

    #30AuthorEifelblume (341002) 16 Sep 19, 12:58
    Comment

    Zu #28: Leider gab und gibt es überall auf der Welt Vorbehalte gegen das Andere. Ein Überlegenheitsgefühl gegenüber Menschen von anderer Kultur oder Religion, anderem Aussehen oder auch nur anderer Sprache stellt sich nur allzu leicht ein, und wenn dazu eine gewisse tatsächliche, aber im Grunde zufallsgetriggerte technische Überlegenheit kommt, die sich z. B. in der Leistungsfähigkeit der Waffen manifestiert, dann führt das schnell zu Hybris. Solches Denken war in früheren Zeiten geradezu selbstverständlich, bis gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts mancherorts sogar offizielle Staatsdoktrin und ist bis heute noch weit verbreitet. Weil es so bequem ist, wurden und werden äußere Unterschiede, die zumeist eher in den Gesichtszügen liegen, oft einfach auf die "Hautfarbe" projiziert, obwohl die meisten tatsächlich vorkommenden Hautfarben sich eigentlich nur um Nuancen unterscheiden. Das ist aber ein Kopfproblem, kein sprachliches.


    Ich finde es ehrlich gesagt schlimmer, wenn Menschen völlig realitätsfern einfach in "Schwarze" und "Weiße" klassifiziert werden, womit eigentlich Menschen afrikanischer bzw. europäischer Abstammung (mit jeweils kontinuierlichen und aneinander angrenzenden, wenn nicht gar überlappenden Hautfarbspektren) gemeint sind, als eine Farbbezeichnung "hautfarben" zu verwenden, deren Definition ein wenig vom eigenen Erlebensbereich abhängt.

    #31Author dirk (236321) 16 Sep 19, 13:12
    Comment

    Ich weiß nicht, was das Beispiel mit dem bayerischen Aktzent uns sagen soll, da meines Wissens Bayern gewöhnlich als Deutsche betrachtet werden. Aber natürlich kann es einfach Neugier oder Interesse sein, wenn man den Deutschen mit ghanesischem Großvater fragt, wo er herkommt. Ist es oft bestimmt auch. Dass es aber trotzdem nervt, kann ich gut verstehen. Erstens nervt es einfach, weil es nervt (wer erklärt schon gerne hundertmal dasselbe, egal was), und zweitens zeigt es ja doch, dass es in Deutschland die Kategorie 'deutsch + schwarz' offenbar nicht gibt.


    Zum Vergleich: Eine/n Schwarze/n fragt man meist: Wo kommst du her (impliziert: nicht aus Deutschland, sieht man ja).

    Eine eindeutig europäische Frau mit schwarzen Haaren, dunklen Augen und etwas braunerer Haut fragt man dagegen höchstens: Du hast aber auch Südländer in der Familie, oder? Da würde kaum jemand auf die Idee kommen, sie sei nicht 'deutsch'.

    #32Author Gibson (418762) 16 Sep 19, 13:15
    Comment

    Ich weiß nicht, was das Beispiel mit dem bayerischen Aktzent uns sagen soll, da meines Wissens Bayern gewöhnlich als Deutsche betrachtet werden.


    Das bedeuetet ja nun überhaupt nichts. Auch dunklhäutige Amerikaner werden, wenn man sich nicht ganz weit auf dem rechten Rand bewegt, gemein hin als amerikanische Bürger betrachtet.

    Ostdeutsche gelten gewöhnlich auch als Deutsche und fühlen sich trotzdem - und nicht immer zu Unrecht - diskriminiert.

    Mir sagte vor vielen Jahren mal ein Mensch, der in der Tat akzentrfeise Hochdeusch sprach, Dialektfärbung wäre für ihn ein sicheres Zeichen minderer Intelligenz.

    So deutlich sagen das allerdings nur wenige der vielen, die genauso so denken.

    #33Author eineing (771776) 16 Sep 19, 13:30
    Comment

    Es ging mir ganz konkret darum, dass schwarze Deutsche ständig gefragt werden, wo sie herkommen, weil die Möglichkeit, sie könnten Deutsche sein, offenbar zu unwahrscheinlich ist. Und da hinken deine Beispiele. Schwarze Amerikaner werden gewöhnlich nicht gefragt, wo sie herkommen.


    (Und wenn man Dialektsprecher für minderbemittelt hält, ist es vermutlich egal, wo genau sie herkommen ;-)

    #34Author Gibson (418762) 16 Sep 19, 13:42
    Comment

    Es ging mir ganz konkret darum, dass schwarze Deutsche ständig gefragt werden, wo sie herkommen, weil die Möglichkeit, sie könnten Deutsche sein, offenbar zu unwahrscheinlich ist.


    Ist denn das sooo schlimm? Natürlich ist es relativ unwahrscheinlich, dass ein dunkelhäutiger, afrikanisch aussehender Mensch Deutscher ist, das ist simple Statistik, aber wenn er akzentfreies Deutsch spricht, dann gehe ich erstmal davon aus, dass er Deutscher oder jedenfalls in Deutschland aufgewachsen ist. Trotzdem darf es mich doch interessieren, wo seine Wurzeln liegen, oder nicht? Klar, es mag nerven, sowas wieder und wieder gefragt zu werden, aber manche Leute sind auch stolz darauf und erzählen es gern. Ich bin mal bei einer internationalen Veranstaltung von einem Afrikaner, mit dem ich ins Gespräch gekommen war, ganz von sich aus gefragt worden, was ich glaubte, wo er herkäme. Normalerweise beurteile ich Menschen eben nicht nach ihrer Hautfarbe, aber was hatte ich in dem Fall für eine andere Wahl? Weil er sehr dunkel war, habe ich auf Zentralafrika getippt. Die Antwort war dann Nigeria.

    #35Author dirk (236321) 16 Sep 19, 14:14
    Comment

    Um noch einmal auf die "Hautfarbe" aus dem OP zurückzukommen.


    Vor vielen Jahren - ich glaube, es war anlässlich meiner Firmung - habe ich meine erste Feinstrumpfhose geschenkt bekommen. Und sie war laut Etikett "hautfarben" oder "fleischfarben", das weiß ich nicht mehr so genau.


    Aber ich weiß noch, dass mir das Wort irgendwie ... na ja, eklig vorkam. Als Teenager habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, dass Menschen anderer Hautfarbe das als diskriminierend empfinden könnten, aber die Vorstellung von Haut oder Fleisch auf meinen Beinen war mir unangenehm.


    Ich trage schon lange keine Feinstrumpfhosen mehr und habe mir daher Interessehalber gerade im Netz das Angebot angesehen: Ich finde da nur noch englische Begriffe wie powder, champagne, dust, sand, etc.

    Bei Unterwäsche verhält es sich ähnlich.


    Ich glaube daher, dass zumindest im Textilbereich die Wörter "hautfarben" und "fleischfarben" wohl kaum noch verwendet werden. Allerdings wahrscheinlich eher aus Marketinggründen und weniger aus Rücksicht auf Personen, die sich davon beleidigt fühlen könnten.





    #36Author Fragezeichen (240970) 16 Sep 19, 14:20
    Comment

    Und schon erscheint oben Werbung für Unterwäsche ...

    (hautfarbene natürlich)

    #37Author dirk (236321)  16 Sep 19, 14:24
    Comment

    @Gibson: Ich werde wegen meines Akzents auch öfter für eine Ausländerin gehalten. Ist die Frage nach der Herkunft dann Diskriminierung? Oder ist es grundsätzlich nur Diskriminierung, wenn das "Fremdmerkmal" dunkle Haut ist?


    Ich bin auch hin und wieder dem Vorurteil begegnet, dass alle Bayern jodeln und nicht sehr klug sind.


    Es ist verständlich, dass man als Betroffener irgendwann die Frage nicht mehr hören kann. Aber deshalb muss man den Fragern doch nicht gleich Rassismus und Diskriminierung unterstellen.

    (Was brüllt der junge Vater, der gerade einen Zwillingskinderwagen einmal quer über den Münchner Marienplatz geschoben hat? NEIN, DIE SIND ZEHN JAHRE AUSEINANDER)



    #38AuthorEifelblume (341002) 16 Sep 19, 14:28
    Comment

    Ich bin auch hin und wieder dem Vorurteil begegnet, dass alle Bayern jodeln und nicht sehr klug sind.


    Ja, hin und wieder, aber bestimmt gibt es auch Leute, die sagen, dass sie dein Akzent an den Urlaub erinnert oder dass es in Bayern das beste Bier gibt oder sonstwas. Vorurteile sind keine systematische Diskriminierung.


    Wenn man eine Erfahrung nicht selbst gemacht hat, finde ich es, gelinde gesagt, schwierig, das Empfinden anderer zu relativieren. Ein Kollege hat mal sinngemäß gesagt, dass es auch für ihn als Mann riskante Gegenden gäbe, und die würde er dann halt einfach meiden - zuvor hatte eine Kollegin erzählt, dass sie in der Disco angegrabscht wurde. Thema verfehlt, würde ich dazu sagen.

    #39Author kikært (236250) 16 Sep 19, 16:18
    Comment

    To those asking "Is this racism? Is that racism?" or saying "Why is it racism, when you could do the same to me and I wouldn't mind at all!":

    I think you don't understand what racism is. It's a whole lot more than "Somebody singled me out in some way based on a trait I have that I didn't choose."


    Racism is part and parcel of a system of oppression, and defining a light tone as "skin color" is part of the cultural aspects of maintaining that system.


    And by the way, PC doesn't mean "I want to pass laws on what you can say and what you can't;" it means "I want to let you know what's offensive and why, because I think if you make an informed decision, you'll choose not to cause offense."


    Anyway, others have explained it better, and in more detail:

    "Racism refers to a variety of practices, beliefs, social relations, and phenomena that work to reproduce a racial hierarchy and social structure that yield superiority, power, and privilege for some, and discrimination and oppression for others."


    "Racism involves one group having the power to carry out systematic discrimination through the institutional policies and practices of the society and by shaping the cultural beliefs and values that support those racist policies and practices." 


    "Racism = race prejudice + social and institutional power"


    Maybe I should have added links to the sources of those quotes. But if you're interested, you'll look into it yourself. Just try searching for "racism is a system of oppression" or similar.

    #40Author Janette B. (1227601) 16 Sep 19, 16:41
    Comment

    Eifelblume, wenn Du mit bairischem Akzent sprichst, wirst Du sofort als Bayerin identifiziert, ohne dass die Herkunft Deiner Eltern abgeklopft wird.. Bei jemandem mit dunkler Hautfarbe, der mit einem bairischem Akzent spricht entsteht dann eine gewisse Diskrepanz zwischen der äußerlichen Erscheinung, z.B Schwarz und dem Akzent, z.B. bairisch, so dass man nicht sagen wird: Oh, ein Bayer. Wer schwarz ist und mit bairischem Akzent spricht, wird daher trotzdem gefragt werden, wo er denn herkommt.

    #41Authorcassandra (430809) 16 Sep 19, 17:50
    Comment

    "Das ist aber ein Kopfproblem, kein sprachliches." #31 Wenn ich ein Wort sage und damit eine Assoziation auslöse ist es immer noch ein Wort, somit ist es beides.


    Denn: Sprache schafft Wirklichkeit. Wie ich meine meine Welt beschreibe so denke ich auch. Meistens.


    Genauso verhält es sich mit der Unterscheidung behinderter Mensch ODER Mensch mit Behinderung. Die eine Bezeichung legt die Betonung ausschließlich auf die Behinderung und die andere, dass es ein Mensch ist mit verschiedenen Merkmalen, unter anderem eine (offensichtliche) Behinderung.

    #42Author Brockhaus_342 (859124) 23 Nov 19, 22:48
    Comment

    Sehr ernstgemeinter Übersetzungsvorschlag für das, was wir meist als haufarben bezeichnen: Lyonerwurstfarben (schön eindeutig und nicht so tagesformabhängig wie "Pfirsich")


    ____________


    RE "Hautfarben" - Ich sehe das wie dirk, dass das Wort ganz verschiedene Farbtöne bezeichnen kann, und daher per se neutral und nicht problematisch ist. Nur taugt es so eben auch nicht als eindeutige Farbbezeichnung (muss es auch gar nicht).


    RE Hautfarbenes Buntstiftsortiment - Find ich eine tolle Sache! Ich hab lebhafte Erinnerung an meine Unzufriedenheit zu Kindergartenzeiten, dass dieses Marzipanschweinchenrosa die menschliche Haut darstellen sollte!


    RE "Wo kommst du her?" - Ich find es total schade, dass man nicht mehr nach den Wurzeln deutscher oder neudeutscher Mitbürger fragen darf. Für mich ist das ein Zeichen ehrlichen Interesses, und kein Versuch der Ausgrenzung. Ich frage auch meine biodeutschen Kollegen, die keinen Dialekt reden, woher sie kommen. Oft ergibt sich daraus ein interessantes Gespräch.


    RE "Zwillinge" - Eine Freundin von mir, die "Sind das Zwillinge?" nicht mehr hören kann, antwortet standardmäßig mit "nein, das sind meine Meerschweinchen!"


    RE "Nude" - in einem Artikel über eine Oscarverleihung, in der "nude" als der neue Trend ausgemacht worden war, waren Photos von hellhäutigen Schauspielerinnen, Latinas und dunkelhäutigen Schauspielerinnen, jeweils in der passenden Kleiderfarbe. Also wohl dasselbe Prinzip wie bei "hautfarben" und "Inkarnat".

    #43Author Sammakko (1221779) 24 Nov 19, 10:57
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    Die [hellbeige] "Hautfarbe" als Standard bei uns gut zu heißen und als Norm zu akzeptieren, funktioniert auch deshalb nicht, weil in Afrika ebenfalls "skin coloured" ein Hellbeige ist. Jedenfalls war es fast immer so, inzwischen gibt es Alternativen:

    https://www.dailymail.co.uk/news/article-3246...

    die aber immer noch die Ausnahme darstellen.

    #44Author thisismyknick (1117613) 24 Nov 19, 12:53
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    #39: PC doesn't mean "I want to pass laws on what you can say and what you can't;" it means "I want to let you know what's offensive and why, because I think if you make an informed decision, you'll choose not to cause offense."


    Das finde ich so schön und auf den Punkt und zitierfähig, dass ich es einfach noch einmal hervorheben musste.


    Warum werden bei Kosmetik eigentlich nicht die RAL-Farben genannt? Oder heutzutage meinetwegen RGB oder CMYK? Haarfarben haben doch auch Nummern. Sprechende Begriffe wie "beige" oder "ocker" oder "elfenbein" oder "olivbraun" haben die RAL-Farben auch. Also.

    #45Author Raudona (255425) 24 Nov 19, 14:12
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    Warum werden bei Kosmetik eigentlich nicht die RAL-Farben genannt?


    Geht es hier wirklich um Kosmetik? Meine sehr begrenzten Kosmetikkenntnisse besagen, dass Kosmetika "sand", "elfenbein", "hell" o.ä. heißen, und ganz sicher nicht "hautfarben".

    "Hautfarben" wäre ja so intelligent, wie an einem Obststand an jedem Korb ein Schild mit "Früchte" zu haben.


    De facto ist das Problem doch nicht die Benennung von Kosmetika, sondern die Benennung einer Farbe, für die man sonst kein Wort hat. Das macht man in ähnlicher Weise bei flieder, erika, sandfarben... und der schwarze Sand, der weiße Flieder und die weiße Erika werden diskriminiert.

    Ich leugne nicht, dass das hier eine ganz andere Reichweite hat - aber die Sprachentstehung per se war sicherlich nicht in böser Absicht, sondern einfach in Ermangelung eines anderen Wortes.

    #46Author Sammakko (1221779) 24 Nov 19, 19:01
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    RE "Wo kommst du her?" - Ich find es total schade, dass man nicht mehr nach den Wurzeln deutscher oder neudeutscher Mitbürger fragen darf. Für mich ist das ein Zeichen ehrlichen Interesses, und kein Versuch der Ausgrenzung.


    Wenn im Zimmer 6 Leute sind und du alle 6 fragst, wo sie herkommen, wird der schwarzhäutige Kollege sicher kein Problem damit haben. Aber wenn man nur ihn fragt, ist das natürlich doch Ausgrenzung - von mir aus auch gutgemeint, aber das macht es nur bedingt besser. Das halte ich aber für den weitaus verbreiteteren Fall. Ich habe noch nie jemanden gefragt, wo er herkommt, außer es war deutlich zu hören, dass er/sie nicht aus der Gegend ist oder der Kontext es hergibt, und bin auch noch nie gefragt worden.


    Auch okay ist, wenn man den Kollegen fragt: Wo kommst du her? und er sagt: Aus Bielefeld und man sagt: Oh, da war ich mal auf der Durchreise (oder Alternativ: Quatsch, das gibt's doch gar nicht).

    Was nicht okay ist: Wenn man dann sagt: Nein, ich meine: wo kommst du ursprünglich her?


    Wie oben schon jemand sagte, hat Rassismus auch immer was mit dem weiteren Kontext zu tun. Wenn ich einen weißen, akzentfrei Deutsch sprechenden Menschen frage, wo er herkommt, ist das etwas anderes, als wenn ich die gleiche Frage einem Schwarzen stelle, weil eben immer impliziert ist, dass er ja gar nicht einfach deutsch sein kann. Und das finden eben nicht alle schön.


    Freunde hingegen kann man alles fragen. Wenn man also unbedingt wissen will, wo die Großeltern von jemand herkamen, muss man sich halt anfreunden ;-) Dann nimmt es auch niemand übel.


    re Hautfarben: Wie ich in dem anderen Faden schon geschrieben habe: 'hautfarben' ist ungefähr so sinnvoll wie 'autofarben', eben weil es so viele verschiedene Töne gibt. Damit wird es aber zu einer völlig sinnlosen Bezeichnung.

    Man nimmt also entweder 'hautfarben' wörtlich, dann ist es eine Bezeichnung, die von hellbeige bis blauschwarz alles bezeichnet und also überhaupt nicht hilft, oder man versteht unter 'hautfarben' 'mitteleuropäischer Hautton ca. im Spätfrühling', und dann ist es rassistisch. In beiden Fällen spricht nichts für die Benutzung.

    #47Author Gibson (418762) 24 Nov 19, 19:36
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    re Hautfarben: 'hautfarben' ist ungefähr so sinnvoll wie 'autofarben', eben weil es so viele verschiedene Töne gibt. Damit wird es aber zu einer völlig sinnlosen Bezeichnung.


    Nicht zwingend - man kann es ja auch für ein Spektrum von Farben verwenden, so wie "Pastellfarben", die ja auch nicht alle gleich sind. Und, wie gesagt, wenn bei der Oscarverleihung "nude" der Trend ist, hilft es nicht, sich auf eine Farbe festzulegen, weil es je nach Schauspielerin eine ganz andere sein muss.


    Ehrlich gesagt finde ich es in einem rein biodeutschen Kontext, in dem niemand beleidigt wird, auch nicht schlimm, das Lyonerwurstrosa als hautfarben zu bezeichnen - solange man sich bewusst ist, dass man es je nach Kontext eben nur mit Vorsicht oder auch gar nicht anwenden sollte.


    Re "Wo kommst du wirklich her?" - Das ist ätzend, gar keine Frage! Schwer nachvollziehbar, wie man so unsensibel sein kann.

    #48Author Sammakko (1221779)  24 Nov 19, 19:45
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    "Du kommst nicht aus Hannover, oder?" - wenn ein deutlicher Akzent hörbar ist oder die Person keine Ortskenntnis hat. Ansonsten: "Kommst du auch aus Hannover [so wie ich]?"


    Ich muss jetzt mal nach Lyonerwurst googeln - keine Ahnung, welche Farbe die hat.


    EDIT: Oh. Und ein pickeliges Gesicht kann man dann praktischerweise als "paprikalyonerwurstfarben" euphemisieren.

    #49Author Raudona (255425)  25 Nov 19, 20:44
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    in einem rein biodeutschen Kontext

    What is that?

    #50AuthorCM2DD (236324) 25 Nov 19, 23:22
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    Ich muss jetzt mal nach Lyonerwurst googeln - keine Ahnung, welche Farbe die hat. -- die ist ganz einfach wurstfarben ... oder auch lyonerfarben ... :-)))

    #51Author no me bré (700807) 25 Nov 19, 23:37
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    @ CM2DD: "biodeutsch" ist ein relativ neues, m.E. nicht 100% ernstes Wort für "ist deutsch, spricht deutsch, sieht deutsch aus". Jemand, bei dem man nicht auf die Idee käme zu fragen, aus welchem Land denn die Eltern oder Großeltern kamen.


    Sagen wir mal, in einer Ballettgruppe sollen hautfarbene Strumpfhosen für die Kinder gekauft werden, und alle (Eltern wie Kinder) sind hellhäutig - dann find ich es nicht schlimm, einfach "hautfarben" zu sagen und "beigerosawasauchimmer" zu meinen.


    (Und wenn ein dunkelhäutiges Kind dabei ist, dann sag ich eben auch hautfarben, meine für das dunkelhäutige Kind dann aber eine andere Farbe.)


    @ no me bré: "ganz einfach wurstfarben" - Oh! Grausame Ungenauigkeit! Du würdest doch eine Salami nicht als hautfarben bezeichnen? Oder möchtest du etwa der armen Salami ihr Wurstsein absprechen? :-)

    #52Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 00:20
    Comment

    So I'm German, I speak German, and I'm white, so you'd use this word in front of me, I see. Or would you hear my accent and hold the word back just for me?


    "Biodeutsch" makes me think of the Ariernachweis. Is it used mainly in Pegida circles or is it more widespread?


    (And "wurstfarben" really makes me think of "gammon" ;D)

    #53AuthorCM2DD (236324)  26 Nov 19, 09:43
    Comment

    Mein persönlicher Eindruck ist, dass das Wort einen leicht humoristischen Unterton hat und gerade nicht von den Rechten, sondern eher von den "Gutmenschen" verwendet wird.

    Es ist letztlich ein Versuch, das zu benennen, was Rechte als "deutsch" bezeichnen würden.


    Wenn man als moderner, aufgeschlossener Mensch nicht nur die "spricht deutsch, sieht deutsch aus"-Deutschen als deutsch bezeichnen will, sondern auch jene Mitbürger einschließen, die z.B. eine dunklere Hautfarbe haben, braucht man für das, was die Rechten als deutsch bezeichnen, ein anderes Wort.

    Und "biodeutsch" greift humoristisch die "Bio"-Affinität des linksgrünen Milieus auf, kann aufgrund der eigentlichen Wortbedeutung nicht ganz ernst genommen werden, und ist somit ein angenehm kurzes, angenehm "unernstes" Wort. Und ich glaube, darum hat es sich soweit durchgesetzt.

    #54Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 10:04
    Comment

    Oh, I thought it might be one of those "innocent" words like "Lügenpresse" that just sound a bit stupid but then also turn out to have a horrible Nazi history. Glad to hear it is just a modern form of exclusion :)

    #55AuthorCM2DD (236324) 26 Nov 19, 10:31
    Comment

    als moderner, aufgeschlossener Mensch... braucht man für das, was die Rechten als deutsch bezeichnen, ein anderes Wort.


    Wieso? Also, wieso spricht man denn überhaupt über eine solch künstlich etablierte Menschengruppe? Als moderner, aufgeschlossener Mensch?



    #56Author Spinatwachtel (341764)  26 Nov 19, 11:15
    Comment

    Als moderner, aufgeschlossener Mensch würde ich das Wort "biodeutsch" nie in den Mund nehmen. Deutsche/r (oder Österreicher/in) ist, wer einen entsprechenden Pass besitzt. Mir ist scheißegal wer wo geboren ist und wessen Urgroßeltern von woher eingewandert sind.

    Tatsächlich gibt es nämlich nur sehr wenige Situationen in denen das irgendwie relevant wäre. Man muss sich das mal bewusst machen, wie oft man unnötigerweise über Hautfarben und Herkünfte von anderen Leuten nachdenkt.


    Ich bin deswegen so verärgert, weil mir das gerade bei tiggerchen auffällt: Mit sieben Jahren in der ersten Klasse hat man also verschiedenfärbige, verschiedensprachige Mitschüler, mit und ohne Behinderung, hier eins mit allen drei Faktoren. Und dieses Kind ist verdammt noch mal die *Tina und nicht die Behinderte mit der chinesischen Mutter. Das musste ich nach zwei Wochen Schule und ein paar im Hort aufgeschnappten Sprüchen sehr deutlich machen.

    #57Author tigger (236106) 26 Nov 19, 11:25
    Comment

    Tatsächlich gibt es nämlich nur sehr wenige Situationen in denen das irgendwie relevant wäre.


    Das ist richtig, und es ist auch richtig, dass in diesen Situationen dann manche Wörter angebrachter sind als andere. Trotzdem gibt es diese Situationen, und dann möchte ich in diesen auch ein allgemein akzeptiertes Wort haben, um einen Sachverhalt zu beschreiben. Verschämtes „Darüber spricht man nicht“ kann doch wohl nicht die Lösung sein.

    #58Author JanZ (805098) 26 Nov 19, 11:35
    Comment

    When you "pass" as German like my children did (and I did with my mouth shut), you are not such a target of ignorance, but at the same time, people do really feel very free to use ignorant language in front of you, as Sammakko describes, as they think they are safely surrounded by "proper" Germans. I do think it is useful if they express themselves freely, as that way you know who to avoid, but it is pretty depressing.

    #59AuthorCM2DD (236324) 26 Nov 19, 11:41
    Comment

    Auch als moderner und aufgeschlossener Mensch kann ich Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen feststellen, und kann mich auch für diese interessieren. Ich denke nicht, dass die Benennung von Unterschieden automatisch eine Wertung, Diskriminierung oder Ausgrenzung bedeutet.

    #60Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 11:45
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    I'd personally question what I was teaching my children if there were certain words I deliberately only used when surrounded by white people.

    #61AuthorCM2DD (236324) 26 Nov 19, 11:47
    Comment

    als moderner und aufgeschlossener Mensch kann ich Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen feststellen


    echt, du siehst weißen Mitbürgerinnen an, welche Nationalität sie haben? Oder welche Nationalität ihre Eltern / Großeltern haben?

    #62Author Spinatwachtel (341764) 26 Nov 19, 12:06
    Comment

    Sammakko hat nicht gesagt, welche Unterschiede er/sie feststellen kann und auf welche Weise.

    #63Author JanZ (805098)  26 Nov 19, 12:14
    Comment

    als Erklärung, warum er/sie das Wort "biodeutsch" braucht. Ich nehme mal an, damit sind weiße Menschen gemeint, die akzentfrei deutsch sprechen und bis ins soundsovielte Glied von ebensolchen Deutschen abstammen. Und daher mein Kommentar, wie er/sie das den Leuten ansehen will.

    #64Author Spinatwachtel (341764) 26 Nov 19, 12:18
    Comment

    Natürlich habt ihr Recht, ich bin nicht fürs verschämte Verschweigen, eben weil es verschämt ist. Wir reden durchaus darüber, dass die *Tina erst vier Buchstaben gelernt hat, weil sie wegen ihres Down-Syndroms langsamer lernt. Aber ob das Kind jetzt wegen der T21 oder wegen der Mutter mandelförmige Augen hat, ist schon wieder egal.


    CM2DDs Bedenken kann ich absolut nachvollziehen, man hört schon sehr viel Dummes in vermeintlich einheitlichen geschlossenen Gruppen.

    Ich erinnere mich an eine amerikanische Kollegin, deren Sohn nach dem Umzug nach Österreich gemobbt wurde, er sei doch kein richtiger Amerikaner wenn er keinen Hip Hop möge. Weil ihm die Mama beigebracht hatte dass man so nicht über Frauen und andere Randgruppen spricht... seine Dumpfbacken von Schulkollegen verstanden ja kaum ein Wort.

    #65Author tigger (236106) 26 Nov 19, 12:24
    Comment

    Mir ist scheißegal wer wo geboren ist und wessen Urgroßeltern von woher eingewandert sind.

    Ich interessiere mich für Menschen, und ggf. auch nicht nur für die Details, die ich aus politisch korrekter Deckung safe and sound abfragen kann.

    Die Herkunft der Vorfahren ist nicht das Wichtigste - aber warum sollte sie tabu sein?


    Tatsächlich gibt es nämlich nur sehr wenige Situationen in denen das irgendwie relevant wäre.

    Ich finde es politisch und gesellschaftlich höchst relevant, z.B. über den Umgang bestimmter Bevölkerungsgruppen untereinander sprechen zu können. Auch dazu muss ich sie benennen können.

    Es gibt, meinem Eindruck nach, eine besondere Herzlichkeit, Familienfreundlichkeit unter türkischstämmigen Deutschen. Es gibt, meinem Eindruck nach, eine tendentiell amerikakritrische Haltung unter russischstämmigen Deutschen. Es ist nicht mein Forschungsgebiet, aber ich finde solche Dinge interessant, und ich sehe nicht, warum es verboten sein sollte, über Unterschiede zu sprechen.


    Man muss sich das mal bewusst machen, wie oft man unnötigerweise über Hautfarben und Herkünfte von anderen Leuten nachdenkt.

    Dem stimme ich voll und ganz zu. Dass man deswegen aber keine Wörter mehr haben darf für verschiedene, z.B. verschieden-stämmige Bevölkerungsgruppen, sehe ich nicht so.


    du siehst weißen Mitbürgerinnen an, welche Nationalität sie haben?

    Es gibt doch mehr Möglichkeiten, Unterschiede festzustellen, als nur den Blick auf die äußere Hülle? Und die nutzt man doch ganz automatisch, wenn man mit Menschen zu tun hat, wenn man sich für sie interessiert?


    ===


    Es steht völlig außer Frage, dass Unterschiede missbraucht wurden, um fadenscheinige Wertungen, Hierarchien und Unterdrückung zu rechtfertigen. Und es steht völlig außer Frage, dass das moralisch verwerflich ist.

    Das ist aber nicht die Schuld der Unterschiede, sondern der Menschen, die sie missbraucht haben.

    Ein Unterschied ist per se einfach nur ein neutraler Befund.


    Für mich ist das ähnlich wie die Gleichberechtigung - Männer und Frauen sind gleich viel wert, aber sie sind nicht gleich. Da die Unterschiede massiv übertont und als Rechtfertigung für die Abwertung der Frau missbraucht wurden, will man von den Unterschieden nichts mehr hören.

    Damit wird man aber der realen Situation nicht gerecht. Mich würde brennend interessieren, wieviel wirklich genetisch ist, wieviel von der Gesellschaft aufgedrückt. Indem man aber leugnet, dass es Unterschiede gibt, steht man sich nur beim Erkenntnisgewinn selbst im Wege, und stärkt schlimmstenfalls sogar die Position der Gegner der Gleichberechtigung.

    #66Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 12:27
    Comment

    "Egal" heißt für mich nicht, dass es keine Wörter dafür geben darf. Ich bin nur dafür, sich sehr bewusst zu fragen, ob die Unterscheidung gerade notwendig ist.

    Wenn du eine soziologische Abhandlung über die Amerikakritik unter russischstämmigen Deutschen schreibst, will ich zum Beispiel genau wissen, wie die Korrelation zwischen familiärer Herkunft und US-Haltung ist. Unterscheidet sie sich wirklich signifikant von sozial, ökonomisch, bildungstechnisch etc. vergleichbaren Deutschen ohne den russischen Hintergrund?

    #67Author tigger (236106) 26 Nov 19, 12:34
    Comment

    Was mir die ganze Zeit durch den Kopf geht:

    Also wenn ich mir einen "unsichtbaren" BH kaufen möchte, bin ich dann rassistisch, wenn ich zur Verkäuferin sage: "Ich suche einen hautfarbenen BH"? Habe mir in der Vergangenheit nie was dabei gedacht - aber nach dieser Diskussion ... o.k., wenn ich das jetzt weiß, kann ich ja in Zukunft bei Bedarf nach einem hellbeigen BH fragen.

    Aber falls die Verkäuferin dann zurückfragen würde: "Meinen sie einen hautfarbenen?" - soll ich sie dann darauf aufmerksam machen, dass sie unterschwellig rassistisch ist? Ich weiß ja nicht, ob ich dann noch so freundlich und kompetent beraten werde wie bisher ...

    Oder soll ich einfach in die Stadt fahren und meinen nächsten BH im anonymen Kaufhaus bei C&A oder Karstadt so kaufen, wo Selbstbedienung ist und ich mit niemand sprechen muss? Aber ich mag nicht in die Stadt fahren, und außerdem schätze ich die Fachberatung in einem kleinen Geschäft, gerade zu einem gut sitzenden BH... 


    Ich hab für mich jetzt beschlossen, aktiv die Bezeichnung "hautfarben" nicht mehr zu verwenden, aber würde jetzt Dritte nicht darauf aufmerksam machen.

    #68Author Bellydancer (1117479) 26 Nov 19, 12:36
    Comment

    Na komm... für wen als für dich selbst würdest du denn einen BH kaufen. Die Kommunikationstheorie hat hübsche Meinungen dazu, warum für die Verkäuferin unausgesprochen klar ist, dass du deine eigene Hautfarbe meinst. Die sie an deinem Gesicht erkennt, sofern du nicht vollverschleiert auftrittst.

    #69Author tigger (236106) 26 Nov 19, 12:41
    Comment

    #69 Puh, jetzt bin ich erleichtert ;-)

    #70Author Bellydancer (1117479) 26 Nov 19, 12:42
    Comment

    There is a difference between calling the colour beige "skin-coloured" and saying that you want something the colour of your skin, or that ballet dancers need to buy tights the colour of their skin.


    This discussion is about calling the colour beige "skin-coloured".

    #71AuthorCM2DD (236324) 26 Nov 19, 12:46
    Comment

    #67: Jetzt sind wir beim Thema "Wie stelle ich einen Unterschied fest" - das ist natürlich noch mal ein ganz eigenes Fass. Ich persönlich bin großer Fan von Quellenangaben oder einer guten Statistik - und ansonsten dem Zusatz "meinem Eindruck nach", um klarzumachen, dass die zugrundeliegende Datenlage nicht hieb- und stichfest ist.


    Es ist mir klar, dass jedes Wort, das einen Unterschied benennt, in akuter Gefahr ist, missbraucht zu werden. Mir persönlich gefällt an "biodeutsch", dass es kurz ist und dass es so schön linksgrünbio (und ein klein wenig ironisch) klingt, dass es - meinem Eindruck nach - bislang noch nicht von Rechten vereinnahmt wurde.


    Ich finde es einfach schade, dass man in Zusammenhängen, in denen die Frage nach der genauen Natur des Deutschseins völlig egal ist (wie oben in meinem Ballettgruppenbeispiel), keine kurzen Wörter mehr verwenden kann. Ich hätte natürlich auch "vornehmlich kaukasischer Abstammung" sagen können - aber neulich hab ich gelesen (Quelle muss ich suchen...), dass diese Einordnungen wie kaukasisch etc. aus Schulbüchern getilgt werden sollen, weil sie Rassissmus fördern. 

    Nur "hellhäutig" reicht nicht, da zu ungenau. Und ist doch auch egal, ich könnte ja einfach deutsche Ballettgruppe sagen, da hätten sich die meisten schon spontan das vorgestellt, was ich meinte - das will ich aber nicht, weil ich das falsch finde - weil ich das tatsächlich ausgrenzend finde.

    Also hab ich biodeutsch gesagt. Naja, hat nicht so gut geklappt.

    #72Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 12:48
    Comment

    I don't get the point about the ballet dancers. What did you have to say to them? "Buy tights the colour of your skin"? They must all know what colour to get, surely? What was it you had to say about their skin or nationality?

    #73AuthorCM2DD (236324) 26 Nov 19, 12:56
    Comment

    OT: à propos Balletgruppe: unsere Bauchtanzgruppe hat sich jetzt "unsichtbare Ärmel" aus hautfarbenen Strumpfhosen gebastelt, damit wir bei unserem nächsten Auftritt nicht komplett erfrieren (auf einem Weihnachtsmarkt - im Freien. Ich weiß, wir sind komplett verrückt). 

    #74Author Bellydancer (1117479) 26 Nov 19, 12:57
    Comment

    #73: Meine ursprüngliche Aussage war, dass ich das Wort hautfarben als Bezeichnung für eine rosabeigeschwachorangefarbene mitteleuropäisch-stämmige Hautfarbe in der Übergangszeit okay finde, wenn eben alle, an die man sich richtet, auch diese Hautfarbe haben.

    Beispiel: Ballettlehrerin sagt, die Kinder sollen für die Aufführung hautfarbene Strumpfhosen haben.


    (Wenn aber die Kindergärtnerin das rosabeige... als hautfarben bezeichnet, obwohl auch Kinder mit anderen Hautfarben da sind, find ich es problematisch.)

    #75Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 13:02
    Comment

    If the ballet teacher says you need skin-coloured tights, and you think she means beige tights, that's a problem with your imagination, not with the ballet teacher's language or anyone's skin.


    That's not what the OP was talking about.

    #76AuthorCM2DD (236324)  26 Nov 19, 13:06
    Comment

    Zumal bei der Ballettgruppe auch weiße Französinnen, die weiße Tochter einer Amerikanerin dabei sein könnten, sind die dann für deine Zwecke auch biodeutsch?


    Bis ins wievielte Glied muss man denn weiße deutsche Vorfahren haben, damit man als biodeutsch gilt? Ab wievielen Polen oder Spaniern in der Ahnenreihe gilt man nicht mehr als biodeutsch?


    Ich finde den Begriff nicht praktisch, da viel zu schwammig. Mir ist auch noch nicht klar, wann man ihn brauchen könnte.

    #77Author Spinatwachtel (341764) 26 Nov 19, 13:07
    Comment

    Die ganze Aussage von mir war:


    Ich finde grundsätzlich das Wort hautfarben okay, wenn es eben als "Farbe der Haut" verwendet wird - jeweils passend für den Adressaten, egal, was die Farbe dann im Einzelnen ist.


    (Und ich finde situationsbedingt z.B. die Interpretation "schweinchenrosa" okay, wenn es eben nur schweinchenrosa Adressaten gibt - dann darf die rosa Ballettlehrerin auch eine rosa Strumpfhose hochhalten, während sie "hautfarben" sagt.)


    @ 77: Es war nur ein frei erfundenes Beispiel. In meinem Beispiel waren nur mitteleuropärisch-stämmige Menschen mit deutschem Pass und deutscher Muttersprache anwesend, keine Franzosen :-)

    #78Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 13:14
    Comment

    Nicht dass ich ein besonderer Fan des Begriffs „biodeutsch“ wäre, aber:


    Ich finde den Begriff nicht praktisch, da viel zu schwammig. Mir ist auch noch nicht klar, wann man ihn brauchen könnte.


    Eben als Gegensatz zu „Deutsche/r mit Migrationshintergrund“. Dafür gelten ja spiegelbildlich genau dieselben Unsicherheiten, wer nun als solche/r zu gelten habe, trotzdem ist der Begriff nicht so umstritten, oder? Und die gleiche Frage könnte man auch bei allen anderen Begriffen stellen, die Menschen in Gruppen einteilen, von denen manche diskriminiert werden. Man ist nicht entweder schwul oder hetero, rechts oder links, hoch-, normal- oder minderbegabt, schwarz oder weiß etc., aber trotzdem gibt es Wörter dafür, die auch ihre Berechtigung haben.

    #79Author JanZ (805098)  26 Nov 19, 13:18
    Comment

    What language you use is up to you. It's great if you openly express your political preferences and worldview as a private indiviual, rather than talking about me behind my back, so that I can challenge your view if I want to.

    It does become a little more complicated when, for example, you are in a position of authority and your personal opinions could be mistaken for a generally accepted truth. In those cases it can be quite tricky.

    But when you are not even an individual, but are a company manufacturing pencils or tights, it's not that complicated any more. It's not affecting your personal right to free speech if you are asked to use inclusive language when labelling your products. Calling your pencil "beige" does not stop you discussing your colleagues' or neighbours' skin colour if you want to.

    #80AuthorCM2DD (236324) 26 Nov 19, 13:26
    Comment

    Zum Begriff "biodeutsch", sprachlich: Ich würde sagen, der Ausdruck ist umgangssprachlich-salopp und wird vor allem benutzt als Gegenbegriff zu "Einwanderern" bzw. "Menschen mit Migrationshintergrund". Wann man ihn gebrauchen kann? Zum Beispiel immer dann, wenn man über Statistiken und Probleme rund um die Themen "Deutschland als Einwanderungsland" und Migration sprechen möchte, als Bezeichnung derjenigen, die nicht zu der Gruppe der "Einwanderer" oder den "Menschen mit Migrationshintergrund" gehören. Ich würde sagen, das Wort wird besonders gerne im national-konservativen Milieu verwendet und dort dann mit ironischem Unterton, gerne von Leuten, die peinliche überkorrekte, verschwurbelte Formulierungen wie das Merkelsche "die schon länger hier Lebenden" vermeiden wollen. Und "hellbeige" für "hautfarben" halten. ;-)


    Edit: siehe auch # 79

    #81Author mad (239053)  26 Nov 19, 13:27
    Comment

    zu #77


    Ich finde den Begriff nicht praktisch, da viel zu schwammig. Mir ist auch noch nicht klar, wann man ihn brauchen könnte.

    Ich denke, ich habe im Laufe dieses Fadens an einigen Stellen versucht zu erklären, warum ich es okay finde, sich an Definitionen zu versuchen, über Unterschiede zu sprechen, und eben auch einzelne Bevölkerungsgruppen zu benennen - selbst, wenn da ein Rest "Schwammigkeit" in der Definition bleibt, das ist bei vielen anderen Wörtern ja auch so.


    Sprache bleibt immer ein Fallstrick - soll ich dir jetzt vorwerfen, dass du das Stereotyp unterstützt, dass Ballett nur etwas für Mädchen ist? Nur, weil du keinen Jungen in dein Beispiel gedichtet hast? Man kann jedem aus irgendwas einen Strick drehen. Deswegen ist das noch lange nicht immer auch gerechtfertigt.


    Es ging in meinem Beispiel nicht darum, wieviele Generationen man deutsch sein muss, ehe man biodeutsch ist - biodeutsch ist eine oberflächliche Klassifizierung nach dem Motto "habe keinen Hinweis auf einen Migrationshintergrund" - fertig. Keine Wertung. Keine Herabsetzung.

    Und in meinem Beispiel ging es einfach nur um die ungefähre Hautfarbe.


    Wenn wir jetzt nur noch "Mensch mit deutschem Pass, mit deutscher Muttersprache und ohne bekannten Migrationshintergrund" sagen, ist das genauso "exklusiv" und nur deshalb nicht in Gefahr, von den Rechten gekapert zu werden, weil es einfach zu umständlich ist.

    #82Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 13:32
    Comment

    My children are white German-speaking Germans born in Germany, but have one parent who migrated to Germany. So if "biodeutsch" means "Deutsche ohne Migrationshintergrund", then my children are not biodeutsch, and Sammako would avoid using the word "hautfarben" to mean "beige" in their presence as described in #48 (in einem rein biodeutschen Kontext).

    #83AuthorCM2DD (236324) 26 Nov 19, 13:35
    Comment

    zu 83: Es war ein Beispiel. Es war nicht die Gesamtheit aller vorstellbaren Situationen, in denen man das Wort so verwenden kann.

    #84Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 13:36
    Comment

    #84 I'm challenging your use of "biodeutsch" in #48, as it seems to me you were using it to mean "white", in this example. "Biodeutsch = white" is the concept I am challenging, not the specific example.

    #85AuthorCM2DD (236324) 26 Nov 19, 13:38
    Comment

    biodeutsch = weiß ist offensichtlicher Unfug, es gibt doch viel mehr "weiße" Menschen als nur Deutsche

    Biodeutsch beinhaltet jedoch weiß.

    Ein rein weißer und zugleich rein biodeutscher Kontext ist in Deutschland eine häufige Situation, daher das Beispiel. Wäre das ein schwedisch-englisches Forum, hätte ich mir vermutlich Schweden vorgestellt.

    #86Author Sammakko (1221779)  26 Nov 19, 13:42
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    I'm also challenging the idea that as long as everyone in the room is white, you can use the word "hautfarben" to mean beige, and it's only if someone with different-coloured skin comes in that they might find it unsuitable. White people have opinions on non-inclusive language, and they have family members, friends etc. with all shades of skin colour.

    #87AuthorCM2DD (236324)  26 Nov 19, 13:48
    Comment

    Das ist dann tatsächlich ein Streitpunkt. Ich finde, man überfordert manchmal die Situation, wenn man verlangt, dass man immer alle Eventualitäten im Blick haben muss.


    Wenn es weit und breit niemanden mit dunkler Haut gibt, muss ich mir nicht unbedingt aktiv klar machen, dass es auch andere Hautfarben gibt als das Hellbeige der Strumpfhose, die ich gerade in der Hand halte.

     

    Aber ich sollte schon fähig sein, Situationen zu erkennen, in denen der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus nicht nur anstrengend, sondern notwendig und wichtig ist.

    #88Author Sammakko (1221779) 26 Nov 19, 13:57
    Comment

    If you use "beige", then you don't have to think about anything.

    If you use "hautfarben" when you mean "beige" ONLY in certain situations and not in others, then yes, that is complicated.

    #89AuthorCM2DD (236324) 26 Nov 19, 14:00
    Comment

    Wenn ich mir meine Künstlerstifte anschaue, die man "Hautfarbe" (in 3 verschiedenen Nuancen) nennen könnte, dann steht dort drauf: lachs, koralle, beigerot.



    #90Author Greenhouse (19027) 26 Nov 19, 14:27
    Comment

    @ 90: lachsfarben ... Seelachs? Lachs gegrillt? Welche Farbe denn nun genau? SCNR ;-)

    #91Author mad (239053) 26 Nov 19, 14:42
    Comment

    Ich möchte keine dieser 'Hautfarben' haben. (Mit Sonnenbrand bin ich vielleicht koralle). ;-)

    #92Author eastworld (238866) 26 Nov 19, 14:44
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    Und gehäuteter Lachs hat eine ganz andere Farbe als Lachs mit Haut ... Silbergrau-schwarz-schuppig? Ich empfehle einen guten Dermatologen.

    #93Author rufus (de) (398798) 26 Nov 19, 14:50
    Comment

    #54 Mein persönlicher Eindruck ist, dass das Wort einen leicht humoristischen Unterton hat und gerade nicht von den Rechten, sondern eher von den "Gutmenschen" verwendet wird.


    Ursprünglich war das offensichtlich so, denn wenn Google das richtig recherchiert hat, stammt die erstmalige Erwähnung wohl aus dem Kabarett.


    Es gibt aber mindestens einen Menschen aus der rechten Szene, der den Begriff "Biodeutscher" im Zusammenhang mit für mich unsäglichen Theorien und Forderungen verwendet. Ich bin im Normalfall ein Fan von Links zum Nachweis solcher Behauptungen, aber hier möchte ich darauf verzichten. Wer mehr darüber nachlesen will, findet mit dem zusätzlichen Suchbegriff Greifswald genügend Stoff.


    Nun kann es natürlich nicht sein, dass ich auf Worte nur deshalb verzichte, weil sie zu Zwecken verwendet wurden, die ich verabscheue. Ich halte den Begriff aber ohnehin für völlig entbehrlich und hatte schon beim ersten Lesen oder Hören ein merkwürdiges Gefühl. Deshalb werde ich ihn nicht verwenden.

    #94Author harambee (91833) 26 Nov 19, 15:47
    Comment

    Sieht halt aus wie zubereiteter/gekochter Lachs ;o))


    Aber mal ernsthaft, es ist immerhin eine Lösung die politisch korrekt ist. Beige alleine ist aus meiner Sicht keine Lösung, denn das ist ein anderer Farbton als der, der gemeint ist. Es fehlt einfach der untergründige Rotton.


    Sei es wie es sei, aber mit Hautfarbe ist ursprünglich nun einmal die Hautfarbe von Europäern gemeint. Egal wie überholt das nun ist. Wenn ein namenhafter Hersteller von Künstlerstiften sich Mühe gibt, andere Bezeichnungen zu finden, dann ist das doch ganz im Sinne der politischen Korrektheit.


    Allerdings denke ich, solange wir uns noch Gedanken darüber machen müssen, wie wir wen oder was nennen dürfen/sollen/müssen, sind wir noch weit entfernt von einem einfachen und selbstverständlichen Umgang miteinander.



    #95Author Greenhouse (19027) 26 Nov 19, 15:59
    Comment

    Is this the colour that's meant, "beigerot"?

    https://www.ralfarbpalette.de/ral-classic/ral...


    (To me, the tights are usually just plain beige.)

    #96AuthorCM2DD (236324)  26 Nov 19, 16:12
    Comment

    Jupp CM2DD, das ist was früher als fleischfarben/hautfarbe, dunkel galt, meine ich. Allerdings hatte ich mich nicht auf RAL-Farben bezogen, sondern auf die eines anderen Herstellers.


    Und noch einmal ja, CM2DD, Strumpfhosen können beige sein, oder puderfarben (gefällt mir auch der Ausdruck), es gibt da ja verschiedene Nuancen. Aber sie sind halt durchsichtig, so dass die natürlich Hautfarbe immer durchschimmert und somit bestimmt, wie die Strumpfhose dann letztendlich wirkt/aussieht.


    Ich hatte mich gedanklich mehr mit der Farbpalette beschäftigt, auch damit wie man gewöhnlich "Hautfarbe" mischt, und zwar aus braun, rot und weiß.

    #97Author Greenhouse (19027) 26 Nov 19, 16:33
    Comment
    Ich darf wieder auf die "helle Hautfarbe" verweisen. Ich muss mal testen, ob die Kinder beim Zeichnen von Menschen den braunen Stift "dunkle Hautfarbe" nennen.
    #98Author tigger (236106) 26 Nov 19, 16:33
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    Sammakko, ich bewundere deine Geduld.

    #99Author Gibson (418762) 26 Nov 19, 20:25
    Comment

    Gestern im Bett ist mir noch eingefallen: Bellydancer, hättest du das auch gesagt, wenn die Verkäuferin schwarz ist? Dann wäre der Dialog wahrscheinlich so gegangen:


    B: Ich hätte gerne einen hautfarbenen BH.

    V: Ihre Haut oder meine?


    Und wenn eine indische Kundin nach einem hautfarbenen BH fragt, kriegt sie dann einen beigen oder einen braunen?


    Ich finde das so schwierig nicht. Ich gehe ja auch nicht in einen Laden und frage nach einer augenfarbenen Bluse, sondern ich sage: Ich suche eine Bluse in meiner Augenfarbe.


    Natürlich klingt es erst mal schräg, wenn man 'in meiner Hautfarbe' sagt, aber das trifft auf fast alle Sprachänderungen zu (die man dann ein paar Jahre später nicht mal mehr bemerkt).

    #100Author Gibson (418762) 27 Nov 19, 09:22
    Comment

    #100 Gibson, bevor ich auf diese Diskussion gestoßen bin, denke ich schon, dass ich nach einem hautfarbenen BH gefragt hätte, ohne groß drüber nachzudenken. Und auf die Frage "Ihre Haut oder meine?" hätten wir vermutlich beide herzlich gelacht.


    Da ich jetzt aber weiß, dass sich jemand durch die Farbbezeichnung "hautfarben" diskriminiert fühlen könnte, würde ich es in Zukunft einfach lieber "beige" nennen.

    #101Author Bellydancer (1117479) 27 Nov 19, 09:58
    Comment

    #100


    Und doch bringen jedes Jahr weltweit Hersteller Unterwäsche im Farbton "nude" heraus und keine einzige dunkelhäutigere Frau würde darin jemals nackich aussehen. Ich lebe am diametral anderen Ende des Farbspektrums und bin so super-ultra-weiß, dass kein als "hautfarben" bezeichnetes Ding jemals meinen persönlichen Farbton getroffen hat; hat mich auch immer gestört. Muss trotzdem damit leben.

    #102Author JayVienna (1269945) 27 Nov 19, 10:13
    Comment

    In dem Kontext habe ich eine ernstgemeinte Frage. Gibt es denn eigene Pflaster-Farben für dunkelhäutigere Menschen?


    Ich kenne nur die hellbraunen/beigen (?) Pflaster, die, nehme ich an, als "hautfarben" gelten (analog zum genannten BH), und die ganz weißen Pflaster.

    Manche Pflaster haben Muster drauf (z. B. für Kinder ...), aber die Grundfarbe ist weiß oder beige.

    #103Author rufus (de) (398798) 27 Nov 19, 10:42
    Comment

    Rufus: Ja, gibt's! Siehe zum Beispiel hier: https://vocal.media/longevity/band-aids-come-...

    #104Author wupperwolf (411909) 27 Nov 19, 10:45
    Comment

    Kurz braune Pflaster gegoogelt und interessanten Artikel gefunden:


    https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Rassism...


    Interessanter Artikel, z.B. diese Passage: 

    Ein Mann postet bei Twitter ein Bild von seiner Hand; er schreibt, dass er gerade Tränen zurückhalten müsse. Was fast nur in der Vergrößerung erkennbar ist, ist der Grund für den Aufruhr: ein kleines, unscheinbares Pflaster. Genauer gesagt: ein dunkel gefärbtes Pflaster. Der Autor Dominique Apollon ist schwarz und berichtet davon, wie er zum ersten Mal ein Pflaster trägt, dass zu seiner Hautfarbe passt.

    Apollon erzählt, dass er kürzlich die eigentlich triviale Entscheidung getroffen habe, dunkle Pflaster zu kaufen. Er habe nicht erwartet, dass ein Pflaster ihn emotional bewege: „Das fühlt sich an, als ob man dazugehört. Als ob man wertgeschätzt wird“, schreibt er zu seinem Tweet.


    Wie gesagt, wenn man darauf aufmerksam gemacht wurde, dass „hautfarben“ rassistisch empfunden werden kann, sollte man es sich abgewöhnen. Genau wie mit den Mohrenköpfen und Negerküssen – anfangs hab ich auch drüber gelacht, aber hey! – es tut nicht weh, sich „Schaumküsse“ anzugewöhnen ;-)


    #105Author Bellydancer (1117479) 27 Nov 19, 10:50
    Comment

    Danke, da müsste ich mal beim deutschen Marktführer schauen, denn ich glaube, in den diversen Drogeriemärkten oder Apotheken sind mir hier immer nur die beigen und die weißen untergekommen.


    Vielleicht könnte man sich an diesem Sortiment bezüglich der Bezeichnungen orientieren.

    #106Author rufus (de) (398798) 27 Nov 19, 10:54
    Comment

    Stand auf Pflastern jemals eine Farbe drauf? Da spricht die Abbildung für sich.

    #107Author eastworld (238866) 27 Nov 19, 11:00
    Comment

    Das wäre dann aber auch auf Kosmetika zu übertragen. Zum Beispiel ist die Make-Up-Farbe doch auch auf der Verpackung ersichtlich.

    #108Author rufus (de) (398798) 27 Nov 19, 11:18
    Comment

    Dem ist aber nicht so. Kann ich doch nichts für. :D

    #109Author eastworld (238866) 27 Nov 19, 11:34
    Comment

    Ein Artikel über Pflaster in verschiedenen Hautfarben: https://www.theguardian.com/theguardian/2010/...

    "Wave goodbye to the "plasticine peach", "grey pallor", and, of course, "day-old cup of tea" flesh tones..." :-))

    Mit vielen Kommentaren am Ende.



    #110Author Spinatwachtel (341764) 27 Nov 19, 11:46
    Comment

    I do hope someone brings out a range of plasters in "porcelain", "beige", "honey", "carob", "wheat", "espresso" and the other nonsense names they use for foundations. But basically, even with make-up, you still just have to look at the colour. The names don't tell you whether they will actually match your skin.

    #111AuthorCM2DD (236324) 27 Nov 19, 11:47
    Comment

    I don't use foundation, but if there was one with the colour "day-old cup of tea", I'd buy it immediately! :-)))

    #112Author Spinatwachtel (341764) 27 Nov 19, 11:59
    Comment

    Assam, Darjeeling, Earl Grey, oder diverse Kräutertees oder Früchtetees?

    Oder einfach nur aufgegossener Ingwer? ;-) Mit oder ohne Zitronen-Trübung?

    #113Author rufus (de) (398798) 27 Nov 19, 12:27
    Comment

    Ich werde jetzt nicht über 100 Artikel durchlesen, nur um zu sehen, ob das schon mal geschrieben wurde. Aber ich wollte dennoch nicht kommentarlos eine sinnlose Beschwerde über eine Bezeichnung (oder besser gesagt: "einen Eigennamen") für eine Farbe stehenlassen, der sich zu einer Zeit entwickelt hat, als eine grobe Abweichung der Hautfarbe von diesem Fabton als sehr exotisch (Wenn Papageno sogar Angst vor dem Mohr hat, sagt das auch schon viel, auch wenn er sich später beruhigt "es gibt ja auch schwarze Vögel") oder krankhaft verändert (z.B. durch Leberschäden) angesehen wurde. Und das hatte auch damals nichts mit Rassismus zu tun.


    Dieses "Sprache bildet Denkweise" das hier von Leuten immer wieder zitiert wird, um zu argumentieren, dass bestimmte Begriffe "verboten gehören" oder "von allen als rassistisch zu betrachten sind" gilt nur dann, wenn der Begriff auch rassistisch benutzt wird, das wird aber ein Eigenname einer Farbe definitiv nicht! Oder wurden Farbnamen wie "schneeweiß" (mit der Umweltverschmutzung und dem Ruß ist der Schnee selten noch so weiß wie die Farbe) oder "grasgrün" (das je nach Saison umgemünzt werden müsste) oder "himmelblau" (das sogar stündlich ans aktuelle Wetter angepasst werden müsste) solch einer Betrachtung unterzogen?


    Gegen wen protestieren denn Protestanten, gegen den Katholiken nicht protestieren? Oder ist das auch als diskriminierend anzusehen, weil es Protestanten als "Wutbürger" hinstellt?

    Wenn es ein "Normalgewicht" gibt, das nicht mal die Hälfte der Bevölkerung erreicht (weil der Rest zu schlank oder zu dick ist), kann man es dann noch "normal" nennen, und sollte es dann nicht "Mittelgewicht" heißen? Auch dieser Begriff diskriminiert alle "nicht-normalgewichtigen".

    Ist der Begriff der "Geigenvirtuosin" nicht an sich schon fehlerhaft? Der Begriff "virtuos" ist doch dermaßen sexistisch, da es ja vom lateinischen "vir" abgeleitet ist.

    Muss sich auch demnächst Alice Schwarzer in "Alice Weiße" standesamtlich umbenennen, weil sie weder ein Mann ist noch dunkle Hautfarbe hat? Schließlich kann man ja offensichtlich mit einem Namen, der eine männliche Bedeutung hat, keine Frauenbewegung anführen, oder?


    Wen auch immer "ankotzt", dass solche Begriffe eine der Histore des Wortes geschuldete Vorstellung transportieren, sollte mal überlegen, ob es andere nicht vielleicht ebenso ankotzt, wegen normalüblicher EIGENNAMEN als Rassist, Sexist, Ethnissist (oder wie das dann heißt) beschimpft zu werden. Ja, Du kannst durchaus in solchen Namen eine rassistische Verwendung sehen. Dann verwende den Begriff nicht, aber schreib deswegen nicht anderen vor, wie sie den Begriff zu verstehen haben!

    #114Authorm.dietz (780138) 27 Nov 19, 14:07
    Comment

    Ich will jetzt nicht über 20 Zeilen Deines Beitrags lesen, nur um mich noch mehr zu ärgern. Aber ich wollte dennoch nicht kommentarlos einen respektlosen Beitrag stehenlassen, in dem der Autor meint, sein Beitrag sei von so weltbewegender Wichtigkeit, dass er ihn auch posten darf, ohne die üblichen Höflichkeitsregeln zu befolgen, die unter anderem sagen, dass man seinen Mund hält, wenn man sich nicht die Zeit nehmen will, die bisherigen Beiträge zu lesen.

    #115Author harambee (91833) 27 Nov 19, 14:17
    Comment

    Ich werde jetzt nicht über 100 Artikel durchlesen, nur um zu sehen, ob das schon mal geschrieben wurde.

    No, your argument hasn't been made yet, and neither did anyone say the things you accuse us of saying in your argument, so it's unfortunately not relevant to our discussion.

    #116AuthorCM2DD (236324) 27 Nov 19, 14:23
    Comment

    Nun, ich habe von den 113 Beiträgen etwa die ersten 50 ausführlich gelesen, und musste dort schon feststellen, dass ich die Beiträge dermaßen häufig wiederholten (gerade in Bezug auf Pflasterfarben), dass ich den Rest nur grob abgescannt habe, auch dort sind mir nur Artikel ins Auge gefallen, die verschiedene Pflasterfarben oder Hauttöne betreffen, nicht aber die Frage, ob deshalb der Begriff "hautfarben" rassistisch sei oder nicht.


    Dass ich nicht 113 Beiträge aufmerksam durchlese, sondern nur überfliege, hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, sondern damit, dass eine Diskussion, die schon mit einer Unhöflichkeit beginnt (einem aus der Luft gegriffenen Vorwurf), und bei der über 50% der Beiträge die Höflichkeit, nur zu schreiben, wenn man der Diskussion etwas neues hinzufügen kann, oder auf das Verlinken von Fremdartikeln zu verzichten, auch nicht befolgen, eine derartige Höflichkeit ad absurdum führen würde.


    Dass man andere persönlich beschimpft ("respektlos" "ohne übliche Höflichkeitsregeln zu befolgen" "dass man seinen Mund hält") um über Höflichkeit zu reden, gehört übrigens ebenso zu der "Idiotie", mit der sich Forumsregeln nicht wirklich durchsetzen lassen, oder?


    @CM2DD: Der OP sagt

    Die absolute Mehrheit der Menschheit hat nicht so eine Hautfarbe und damit degradiert man, bewusst oder unbewusst, die Menschen...


    Also ja, die Dinge die ich vorgeworfen habe (hinter "hautfarben" einen rassistischen Gedanken zu sehen), wurden geschrieben, und waren Grundlage der Suche nach anderen Namen für diesen Farbton. Speziell die Erwähnung von "Schaumküssen" deutet darauf hin, dass auch andere diesen Vorwurf herausgelesen haben.

    #117Authorm.dietz (780138)  27 Nov 19, 14:35
    Comment

    etwa die ersten 50 ausführlich gelesen, und musste dort schon feststellen, dass ich die Beiträge dermaßen häufig wiederholten (gerade in Bezug auf Pflasterfarben)


    Nun, in den ersten 50 Beiträgen kommt das Wort Pflaster genau zweimal vor und der zweite Beitrag ist eine Antwort auf den ersten. Da von "dermaßen häufiger Wiederholung" zu sprechen, scheint mir nur schwer begründbar.


    Das ist aber nur ein Nebenaspekt. Ich finde die hier diskutierte Frage schwierig und ich fand, dass sie bis zu Deinem Beitrag auch weitgehend sachlich und durchaus kontrovers diskutiert wurde. Dann kamst Du, um mal eben zu erklären, was die einzig richtige Meinung zum Thema ist (schon die Anfrage war ja nach Deinen Worten sinnlos) und begründest das mit Beispielen, die - um mal auf Deine Art zu argumentieren - objektiv völlig abstrus sind (z.B. Alice Schwarzer oder die Geigenvirtuosin). Nach meiner Einschätzung hast Du damit das Niveau dieses Fadens auf eine Art abgesenkt, die mich ärgert. Und eine Einleitung der Form "Ich habe nicht alles gelesen, aber" ärgert mich sowieso in fast jedem Fall. Sowas ist für mich respektlos.

    #118Author harambee (91833)  27 Nov 19, 14:54
    Comment

    Wow, das nenne ich mal einen Austausch von Empfindlichkeiten...

    #119Author Greenhouse (19027) 27 Nov 19, 15:31
    Comment

    Erstaunt habe ich heute festgestellt, dass in diesem Thread immer noch diskutiert wird. Ich finde übrigens an "hautfarben" nichts rassistisch.


    Zu der hier schon diskutierten Farbe von Pflastern (wenn ich mich nicht verzählt habe, kam der Begriff "Pflaster" vor der Erwähnung in #117 übrigens insgesamt in 6 Posts vor) möchte ich noch beitragen, dass auf wirklich heller Haut die normale Pflasterfarbe einen dunklen Kontrast darstellt. Ich bezweifle, dass sich irgendwelche hellhäutigen Personen dadurch schon ernsthaft diskriminiert gefühlt haben.

    #120Author Pippilotta007 (1196225) 27 Nov 19, 15:39
    Comment

    damit degradiert man, bewusst oder unbewusst, die Menschen..."Unbewusst" means without thinking about it or even realising it, so that is obviously not hinter "hautfarben" einen rassistischen Gedanken zu sehen. Unbewusst is the opposite of seeing racism: it is not seeing racism in the word.


    #119 Yes, this is a subject that has excited people on both sides of the argument for centuries.

    #121AuthorCM2DD (236324) 27 Nov 19, 15:42
    Comment

    I do agree that when someone uses a word you don't find appropriate, then you shouldn't immediately accuse them of being ignorant, racist etc. They might really not realise how it could be considered inappropriate.


    But exaggerated arguments like "Next they'll want to change people's surnames" don't add anything more useful to the discussion than mentioning the word "plaster" more than the requisite number of times.

    #122AuthorCM2DD (236324) 27 Nov 19, 15:54
    Comment

    (wenn ich mich nicht verzählt habe, kam der Begriff "Pflaster" vor der Erwähnung in #117 übrigens insgesamt in 6 Posts vor)


    Es ist wirklich nicht wichtig, aber da Pippilotta möglicherweise andeutet, dass ich nicht richtig geschaut oder mich verzählt habe, hier eine Erläuterung, warum ich nur auf zwei gekommen bin:


    M. Dietz schreibt in #117:

    Nun, ich habe von den 113 Beiträgen etwa die ersten 50 ausführlich gelesen, und musste dort schon feststellen, dass ich die Beiträge dermaßen häufig wiederholten (gerade in Bezug auf Pflasterfarben)


    Ich lese das so, dass nach dem Eindruck von M.Dietz schon in den ersten etwa 50 Beiträgen gerade in Bezug auf Pflasterfarben dermaßen häufige Wiederholungen des Pflasterfarbenthemas auftauchen, dass ...


    Diesen Eindruck will ich M.Dietz gar nicht nehmen, aber da ich nur zweimal das Wort Pflaster in den ersten 50 Beiträgen gefunden habe, halte ich den Eindruck für falsch und ich finde nicht, dass die weiteren 4 Erwähnungen, die Pippilotta nach Beitrag 50 gefunden hat, daran etwas ändern.


    Ich gebe aber zu, dass das etwas kindisch ist. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Aus dieser Diskussionsebene werde ich mich jetzt heraushalten.

    #123Author harambee (91833)  27 Nov 19, 15:55
    Comment

    In light of this thread, I found the article linked below (albeit aimed at young folk, but nevertheless) of interest:


    Es heißt Schokokuss: Warum politisch korrekte Sprache nicht elitär ist

    https://www.bento.de/politik/sprachpolizei-wa...

    #124Author SD3 (451227)  27 Nov 19, 18:14
    Comment
    "Biodeutsch" makes me think of the Ariernachweis.

    Geht mir auch so. "Pfirsich" ist übrigens eine gute Lösung.
    #125AuthorMr Chekov (DE) (522758) 28 Nov 19, 05:10
    Comment

    #114 ist zwar nicht ganz the done thing, sich selbst zu zitieren, aber diese Art von Beitrag haben wir schon vor über 10 Jahren abgehandelt... related discussion: Leo Dictionary of Translation - #31


    #125 mir auch.

    #126Author Spinatwachtel (341764) 28 Nov 19, 08:45
    Comment

    Um das nochmal deutlich zu machen: ich habe etwa die ersten 50 gelesen, den Rest aufgrund der häufigen Wiederholungen nur abgescannt, und es sind immer wieder die gleichen Argumente aufgetaucht, ob mir beim Lesen der ersten 50 oder beim Abscannen der letzten der Umgang mit "hautfarbenen Pflastern" aufgefallen war ist dabei egal, ich habe dies als Beispiel genant, ebenso hätte ich die Malstifte als Beispiel anbringen können, da wurde auch mehrfach das gleiche wiederholt.

    Diese "Ich poste mal das gleiche, egal ob es sich wiederholt"-Einstellung erweckt den grundsätzlichen Eindruck, dass der Großteil sich nicht mal die Mühe macht, wenigstens 5 Posts zu lesen, und das macht es extrem schwierig, aufmerksam über 100 Beiträge zu lesen. Irgendwann hört man dann eben auf jeden einzelnen aufmerksam zu lesen und zu analysieren.


    Das hat nichts damit zu tun, dass ich eine Höflichkeit fordere, die ich nicht bereit wäre zu erbringen, sondern eher damit, das ich nicht einsehe, der einzige zu sein, der eine solche Höflichkeit erbringt. Wenn jemand meinen Beitrag nicht lesen will, braucht er es nicht. Ich will mir nur nicht in einem Thread von 113 Artikeln voller Wiederholungen vorwerfen lassen, dass etwas in einem Nebensatz in Beitrag xy schon erwähnt wurde.


    Bezüglich der "Sachlichkeit", mit der die Diskussion vor meinem Beitrag geführt worden sein soll, da zitiere ich nur mal den OP:

    "Ich hasse diese Bezeichnung abgrundtief."

    und seine Antwort in #2:

    „Ich hasse diese Bezeichnung abgrundtief“ - Müssen solche Sprüche sein? Geht`s nicht auch `ne Nummer kleiner? Klare Antwort: Nein.


    bereits in #3 steht

    "Und das ist durchaus ignorant bis rassistisch, da stimme ich zu. ",


    so viel zum "Niemand hat das geschrieben, was Du uns vorwirft", das CM2DD anführt.


    Die Beispiele die ich aufgeführt habe sind rhetorische Übertreibungen der Denkweise, in allen Begriffen etwas rassistischen, sexistisches oder ähnliches zu suchen, die dazu geführt hat, dass das "Zigeunerschnitzel" nicht mehr so heißt, Pippi Langstrumpfs Vater kein "Negerkönig" mehr ist, und sogar schon Klagen gegen den Begriff "Altweibersommer" angestrengt wurden. Dies sollte dazu dienen, dass diejenigen, die sogar glauben, andere darüber belehren zu müssen, solch ein Wort wie "hautfarben" rassistisch sehen zu müssen

    (Beispiel #19:

    Tatsächlich macht aber Sprache Bewusstsein, und es ist daher keine Nebensache, ob die Kinder eine bestimmte Farbe als Standardhautfarbe anzusehen lernen oder nicht.

    In den letzten 10 Jahren hat die "anders"farbige Bevölkerung in Deutschland und Österreich doch sehr deutlich zugenommen, insbesondere gibt es viele gemischte Kinder. Wie kommen die dazu, dieses rosabeigeorangefleischweiße Irgendwas als Standardhautfarbe anzusehen?

    )

    einfach mal ihre Denkweise überprüfen. Wieso beschwert sich denn Brockhaus_342 über "hautfarben" aber nicht über "Protestant"? Wieso diskutiert man über "Negerkuss", aber nicht über "Normalgewicht"?


    Und vor allem, wieso wird behauptet, dass etwas nicht gesagt wurde, wenn jemand, der dafür angefeindet wird, nicht 113 Wiederholungen desselben Arguments (nur zur Klarstellung: auch das ist eine rhetorische Übertreibung) aufmerksam gelesen zu haben genau die Textstellen, die das eben doch sagen, sogar unter den ersten 20 Beiträgen anbringen kann? Haben die, die das behaupten denn dann selbst die Artikel nicht gelesen? Oder inzwischen vergessen, will es 80 Beiträge her ist? Oder nur verdrängt? Oder ignoriert, weil sie selbst der Meinung sind, die ich angeprangert habe? Wie käme man sonst dazu einen Vorwurf wie den, den ich aus #19 zitiert habe, als "sachlich" zu bezeichnen?

    #127Authorm.dietz (780138)  28 Nov 19, 10:22
    Comment

    Sagst du noch Fräulein? Oder Raider? Wieso schaffen wir es manchmal, uns umzugewöhnen, und manchmal ist es eine Zumutung?

    #128Author kikært (236250)  28 Nov 19, 10:31
    Comment

    #127: da zitiere ich nur mal den OP:

    "Ich hasse diese Bezeichnung abgrundtief."

    und seine Antwort in #2:

    „Ich hasse diese Bezeichnung abgrundtief“ - Müssen solche Sprüche sein? Geht`s nicht auch `ne Nummer kleiner? 

    Klare Antwort: Nein.


    Um, actually the klare Antwort came in #9: "Na gut hast recht."

    So much for "die ersten 50 ausführlich gelesen".

    #129Author Janette B. (1227601)  28 Nov 19, 11:04
    Comment

    Eigentlich verbietet es sich, auf Kommentare einzugehen, die damit beginnen: "Ich habe mir zwar nicht die Mühe gemacht, alle Beiträge zu lesen, aber ich kommentiere mal pauschal."


    Nun, ich habe tatsächlich den ganzen Faden gelesen und gehe doch mal auf m.dietz ein.


    Dies sollte dazu dienen, dass diejenigen, die sogar glauben, andere darüber belehren zu müssen, solch ein Wort wie "hautfarben" rassistisch sehen zu müssen [...] einfach mal ihre Denkweise überprüfen. Ah ja. Du belehrst diejenigen, die belehren "müssen".


    Wieso beschwert sich denn Brockhaus_342 über "hautfarben" aber nicht über "Protestant"? Wieso diskutiert man über "Negerkuss", aber nicht über "Normalgewicht"? Vielleicht, weil man nur ein Fass auf einmal aufmacht?


    Und ganz allein für dich zitiere ich noch einmal

    #39: PC doesn't mean "I want to pass laws on what you can say and what you can't;" it means "I want to let you know what's offensive and why, because I think if you make an informed decision, you'll choose not to cause offense."

    #130Author Raudona (255425) 28 Nov 19, 12:09
    Comment

    "PC doesn't mean "I want to pass laws ..."

    Genau genommen war es Janette B. in #40, die dies schrieb, aber das macht ja nichts.

    Vielen Dank an Janette und Dich, Raudona, für diese tolle "Definition"! Ich muss unbedingt versuchen, sie mir zu merken, für das nächste Mal, wenn es mal wieder um "Denkverbote" etc. geht.

    #131Author Nirak (264416) 28 Nov 19, 17:48
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    Die entsprechenden Farben in der RAL-Tabelle heißen:


    RAL 1013: Perlweiß

    RAL 1014: Elfenbein

    RAL 1015: Hellelfenbein

    und eine Spur dunkler tatsächlich

    RAL 1001: beige


    https://www.ral-farben.de/inhalt/anwendung-hi...



    #132AuthorArno_107 (757212) 29 Nov 19, 07:43
    Comment

    https://de.wikipedia.org/wiki/Albinismus


    Albinismus (von lateinisch albus ‚weiß‘) ist eine Sammelbezeichnung für angeborene Störungen in der Biosynthese der Melanine (das sind Pigmente, also Farbstoffe), die sich auf die daraus resultierende hellere Haut-, Haar- bzw. Fellfarbe und Augenfarbe, aber auch auf andere Merkmale auswirken (Polyphänie). Betroffene Tiere nennt man Albinos, betroffene Menschen ziehen meist die neutralere Bezeichnung „Menschen mit Albinismus“ vor. Menschen mit Albinismus bekommen leichter Sonnenbrand und deshalb auch leichter Hautkrebs. Außerdem sind bei vollständigem Albinismus Sehschärfe und räumliches Sehen eingeschränkt. Vereinzelt findet sich auch die Bezeichnung Noach-Syndrom.

    Albinismus folgt meist einem rezessiven Erbgang und kommt beim Menschen weltweit mit einer durchschnittlichen Häufigkeit (Prävalenz) von 1:20.000 vor. Häufungen finden sich vor allem in Afrika mit einer Prävalenz von 1:10.000 und höher. Die helle Hautfarbe der Asiaten und Europäer ist auf Albinismus vom Typ OCA 4 zurückzuführen, die blonden Haare und blauen Augen der Europäer auf OCA 2 und ein weiteres Gen.


    Angesichts dessen wäre eine treffende alternative Bezeichnung "A-OCA 4-hautfarben" !

    #133Author Pippilotta007 (1196225)  29 Nov 19, 11:13
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    Kannst du natürlich auch gerne machen, ist aber schwer auszusprechen und wird vermutlich auch nicht verstanden.

    #134Author Gibson (418762) 29 Nov 19, 12:14
    Comment

    Von daher würde ich auch als Abkürzung dafür einfach weiter bei "hautfarben" bleiben wollen. Um zum Ausgleich im Farbkasten ein entsprechendes Plätzchen für "dunkelhautfarben" einzurichten, könnte man ja irgendein Braun "melaninbraun" nennen ;)

    #135Author Pippilotta007 (1196225) 29 Nov 19, 12:16
    Comment

    Von daher würde ich auch als Abkürzung dafür einfach weiter bei "hautfarben" bleiben wollen


    Auch das ist natürlich deine Entscheidung. Unterschwelliger Rassismus ist ja nicht verboten; es gilt lediglich: siehe #40, #130.




    #136Author Gibson (418762)  29 Nov 19, 12:39
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    Ich fasse "hautfarben" als "eine Hautfarbe" auf (also die Farbe, die menschliche Haut in etwa hat, wenn Melanin fehlt, um sie dunkler zu färben). Natürlich gibt es noch andere Hautfarben, aber die sind dann nunmal "braun", so dass es albern wäre, sie stattdessen "dunkelhautfarben" zu nennen.

    #137Author Pippilotta007 (1196225)  29 Nov 19, 12:57
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    Ich fasse "Eis" als "eine Eissorte" auf (also die Geschmacksrichtung, die Speiseeis in etwa hat, wenn Zutaten fehlen, dass es anders schmeckt). Natürlich gibt es noch andere Eissorten, aber die haben dann nunmal einen anderen Geschmack, so dass es albern wäre, sie stattdessen "Vanilleeis" zu nennen.

    #138Author Gibson (418762) 29 Nov 19, 13:01
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    Ich fasse "nudelfarben" als "eine Nudelfarbe" auf (also die Farbe, die Nudeln in etwa haben, wenn Farbstoffe fehlen, die sie anders färben). Natürlich gibt es noch andere Nudelfarben, aber die sind dann nunmal grün oder rot, so dass es albern wäre, sie stattdessen z.B. "grünnudelfarben" zu nennen.

    #139Author Pippilotta007 (1196225) 29 Nov 19, 13:07
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    Keep digging.

    #140Author Gibson (418762) 29 Nov 19, 13:14
    Comment

    Wäre die "richtige" Analogie in #139 nicht eher:


    Ich mag nur grüne Nudeln, und ich fasse nun mal "nudelfarben" als die Farbe der Nudeln auf, die ich gerne esse. Natürlich gibt es noch andere Nudelfarben, aber die sind dann nun mal gelb oder rot, so dass es albern wäre, sie stattdessen z.B. "gelbnudelfarben" zu nennen.


    (Es ließ sich erstaunlich schwer ergoogeln, aber zur Zeit sind wohl ca. 11 % der Weltbevölkerung "das-hieß-schon-immer-hautfarben".)

    #141Author kikært (236250) 29 Nov 19, 13:46
    Comment

    Nochmal zur Klarstellung: Die Analogie besteht darin, dass es sowohl Haut als auch Nudeln mit und (mehr oder weniger) ohne Farbstoff gibt und dass man es tatsächlich schwerer hat, die spezielle Farbe einer hellen Nudel (gelb ist doch recht ungenau/vereinfachend) zu beschreiben, als die einer gefärbten.


    Daraus lässt sich logisch keine Bevorzugung der weniger gefärbten Exemplare ableiten.

    #142Author Pippilotta007 (1196225)  29 Nov 19, 14:30
    Comment

    So absurd diese Diskussion langsam wird:

    Die Standardnudelfarbe (aus Wasser und Mehl, eventuell Ei) ist Gelb bis Weiß.

    Bunte Nudeln (durch Zusätze wie Spinat, Rote Bete etc.) sind die Ausnahme.

    Bei Hautfarben sind hellbeige/blassrosa/rotbeige und all die früher in Europa vorherrschenden Farbtöne die Ausnahme, die aber in einer eurozentrischen Welt für viele als Norm gilt.

    #143Author thisismyknick (1117613) 29 Nov 19, 15:09
    Comment

    Die Analogie "ungefärbte Nudeln : ungefärbte Haut" halte ich nicht für gelungen. Zum einen schwingt da deutlich mit "das ist das 'Normale'", zum anderen wird da ignoriert, das bei der Hautfarbe - in Gegensatz zu den Nudeln - der Ausgangspunkt die "gefärbte" Variante ist.


    (Edit merkt an, dass thisismyknick schneller und präziser war.)

    #144Author kikært (236250)  29 Nov 19, 15:12
    Comment

    Ich habe gerade mal beim großen Versandhändler "Buntstifte hautfarben" eingegeben. Das Ergebnis: Sets von 3 bis 12 Stiften in allen möglichen Braun-, Rosa- und Beige-Tönen.

    #145Author Raudona (255425) 29 Nov 19, 17:22
    Comment

    So langsam wird es hier echt abstrus, finde ich...


    Subjektives Empfinden scheint mir heutzutage wenig bedacht zu werden. Sowohl meine Tochter als auch ihr Vater haben eine deutlich dunklere Hautfarbe als die besagten Pflaster. Rassistisch beleidigt fühlen sie sich dadurch nicht, ja verstehen die Aufregung noch nicht einmal. Rassismus fängt bei uns (und in meinem Umfeld) da an, wo jemand jemanden willentlich und mit Abscheu ob seiner Herkunft verunglimpft. Man kann sich natürlich an solchen Dingen wie hautfarbenen Pflastern oder diversen anderen Begrifflichkeiten hochziehen und unsägliche Diskussionen wie diese führen. Doch, doch, kann man machen. Aus meiner Sicht ist es der Sache aber nicht sonderlich dienlich, eher im Gegenteil. Es produziert mehr rassistische Gedanken, bietet einen tollen Nährboden.


    Mich würde ja einmal interessieren, wieviele von denen, die hier Rassismus schreien tatsächlich betroffen sind, also sich persönlich rassistisch durch den Begriff Hautfarbe angegriffen fühlen und vor allen Dingen warum. Diese Pflaster treffen ja von fast niemanden die Hautfarbe. Mal sind sie zu hell, mal zu dunkel, mal nicht oliv genug, mal zu rosa.


    Ich bin "multikulturell" aufgewachsen, in einem sozialen Brennpunkt in dem weder Hautfarbe noch Herkunft jemals eine Rolle spielten, wo Türken Türkenwitze erzählten, Farbige "Negerküsse" mit einem Augenzwinkern und gespitzten Lippen zum Naschen anboten und Rassismus ganz anders gemessen und gewogen wurde als es heute der Fall ist.


    Schade, wirklich schade, wie der gefühlte und gelebte Rassimus einer Minderheit so hochgehängt wird, dass man kaum noch einmal etwas sagen darf zu äußeren und kulturellen Unterschieden, dass man nicht einmal mehr fragen darf, wo jemand ursprünglich herkommt, wenn man doch offensichtlich sehen kann, dass sein Ursprung eben nicht in Deutschland liegt. Auf die Idee, dass so eine Frage auch positiv und als Interesse gewertet werde kann, kommen leider nur noch wenige.


    Wie eingangs geschrieben: Subjektive Wahrnehmung ist nicht mehr up-to-date, heute wird vielfach geglaubt zu wissen, dass sich alle Menschen mit dunkler Hautfarbe durch die sogenannten "hautfarbenen" Pflaster rassistisch beleidigt fühlen - ja geradezu schon müssen.


    Ich finde es ganz gruselig, wieviel Raum das alles mittlerweile schon einnimmt. Die Probleme des Rassismus liegen in meinen Augen wahrlich woanders, als in Begrifflichkeiten. Man kann sich so viele politisch korrekte Worte ausdenken wie man will, sie ändern nichts, wenn sie mit Abscheu und Hass ausgesprochen werden. In meinen Augen ist es immer noch der Ton der die Musik macht.

    #146Author Greenhouse (19027) 29 Nov 19, 17:38
    Comment

    Greenhouse, es geht schlicht daraum, dass sie Gleichsetzung hautfarben = beige eine eurozentristische Sicht ist, die etwas zur Norm macht, was es nicht ist, und indirekt dunkelhäutigen Menschen sagt, dass ihre Haut nicht hautfarben ist. Das ist in 99% der Fälle mit Sicherheit kein gewollter Rassismus. Falsch ist es trotzdem, und ich sehe einfach überhaut keinen Grund, diesen Unsinn weiterzuverbreiten. Man passt die Sprache doch allgemein neuen Erkenntnissen (for want of a better word) an. Ich sehe ehrlich das Problem nicht.

    #147Author Gibson (418762) 29 Nov 19, 18:34
    Comment

    Mich würde ja einmal interessieren, wieviele von denen, die hier Rassismus schreien tatsächlich betroffen sind, also sich persönlich rassistisch durch den Begriff Hautfarbe angegriffen fühlen und vor allen Dingen warum.


    Wenn ich jetzt hier behaupte, dass ich meine beiden Söhne dunkle Haut haben und ich somit in zweiter Linie betroffen bin, wird dadurch meine Meinung zu dem Thema validiert?


    Ansonsten: was Gibson gerade geschrieben hat. Es geht nicht darum, ob jemand absichtlich rassistisch ist. Es geht darum, dass man erkennen kann, dass ein Konzept eurozentrisch geprägt ist und dass es niemanden etwas kostet, seinen Sprachgebrauch zu überdenken.

    #148Author thisismyknick (1117613) 29 Nov 19, 23:27
    Comment

    What #147 and #148 said.


    Also, re #146, "Mich würde ja einmal interessieren, wieviele von denen, die hier Rassismus schreien tatsächlich betroffen sind..."


    Everyone is affected. I don't have to be a person of color to be affected by racism against people of color. It's not about whether or not I'm alright, Jack. It's about the kind of world people want to live in, and what's worth striving for. I'd say choosing not to give offense is a pretty low bar to start with. But hey, it's a choice.

    #149Author Janette B. (1227601) 30 Nov 19, 11:36
    Comment

    Wie ich bereits weiter oben geschrieben habe, finde ich persönlich das Wort „hautfarben“ unproblematisch. Ich denke dabei primär an die Farbe in Wasserfarbkästen. Diese Farbe zur Verfügung zu haben ist sehr vorteilhaft für alle Kinder – auch dunkelhäutige - , die hellhäutige Menschen malen möchten, aber mit der Herstellung einer passenden Farbmischung überfordert wären. Ein dunkelhäutiges Kind mag sich vielleicht über die Bezeichnung wundern – aber Kinder wundern sich über so manches.

    Das, was Kinder nicht verstehen, das muss natürlich erklärt werden. Zum Beispiel in dem Fall, wenn die Hautfarbe des Kindes eine andere ist, indem man ihm sagt: „Stimmt, das ist nicht die Farbe von deiner Haut. Es gibt ja Menschen in ziemlich vielen Farben. Da kann eine Farbe natürlich nicht für alle passen. Für manche Menschen kann man Dunkelbraun nehmen, für andere ein helleres Braun, für manche Beige und für die hellhäutigen Menschen, bei denen die Hautfarbe nur schwierig durch Mischen herstellbar wäre, kannst du eben Hautfarbe nehmen."

    Außer in einem Farbkasten für Kinder wüsste ich allerdings wirklich keinen Grund, noch irgendetwas anderes als „hautfarben“ zu bezeichnen. Das Wort an sich fand ich schon immer ähnlich eklig wie die Bezeichnung „fleischfarben“.

    Nebenbei bemerkt: Entstanden, weil wilde Rosenblüten häufig/meistens rosa sind, heißt die Farbe rosa auch heute noch nach der Rose. Dabei denken die meisten modernen Menschen heutzutage, wenn sie sich eine Rose vorstellen, wohl eher an den Klassiker, die langstielige rote Rose. Obwohl es neben den rosafarbenen Wild- und Zuchtformen auch noch unzählige andere Rosenfarben gibt, gibt es trotzdem immer noch das Wort rosa, aber vielleicht hat sich ja schon mal ein Liebhaber roter Rosen darüber geärgert, wer weiß…

    #150Author Pippilotta007 (1196225)  02 Dec 19, 10:23
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    Wenn es tatsächlich nur darum geht um ein europäisch geprägtes Konzept geht und darum, den Sprachgebrauch neu zu überdenken, bin ich voll dabei (siehe meine #90 + #95). Was mich allerdings wirklich anficht ist, wenn in einem solchen Zusammenhang gleich Rassismus unterstellt wird. Wer den Begriff Hautfarbe verwendet tut das, so meine ich, in den meisten Fällen schlicht gedankenlos, ganz ohne Absicht jemanden rassistisch zu diffamieren.

    #151Author Greenhouse (19027) 02 Dec 19, 10:28
    Comment

    Wie ich bereits weiter oben geschrieben habe, finde ich persönlich das Wort „hautfarben“ unproblematisch. Ich denke dabei primär an die Farbe in Wasserfarbkästen.


    Ein schönes Beispiel für 'Gegen Wände reden'.

    #152Author Gibson (418762) 02 Dec 19, 10:45
    Comment

    An welche Farbe denkt ihr beim Begriff »Eierschalenfarben«? ;-)

    #153Author Chris (AT) (237739) 02 Dec 19, 10:51
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    @Chris (AT): »Eierschalenfarben« ~ Schmutziges Weiss mit leichtem Gelbstich, definitive keine Rot- oder Rosafarbtöne enthalten.

    #154Author AGB (236120) 02 Dec 19, 11:21
    Comment

    Eierschalenfarben: ein heller Cremeton.... Und nicht die Farbe der populärsten Vogeleier (weiße oder braune Hühnereier).

    #155Author Pippilotta007 (1196225) 02 Dec 19, 11:23
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    … und bei welchen anderen Gelegenheiten vergleicht ihr das Gefühlsleben von Eiern mit dem von Menschen sonst noch?


    Es wurde oben doch schon so deutlich erklärt: Es geht nicht darum, dass das Wort existiert, sondern um eine etwas weniger wurschtige pauschale Verwendung desselben.

    #156Author kikært (236250)  02 Dec 19, 11:25
    Comment

    Was mich allerdings wirklich anficht ist, wenn in einem solchen Zusammenhang gleich Rassismus unterstellt wird. Wer den Begriff Hautfarbe verwendet tut das, so meine ich, in den meisten Fällen schlicht gedankenlos, ganz ohne Absicht jemanden rassistisch zu diffamieren.


    And those who take part in a discussion of the systemic racism that some say is exemplified in pale colors being called "Hautfarbe" do it, I think, without the intention of saying that the people who use the term "Hautfarbe" are necessarily racists.


    Conflating "talking about about racism" with "calling people racists"* has a way of shutting down or distracting from otherwise interesting and constructive conversations on racism, whether intentionally or not.

    *(Not meaning to point the finger at the author of #151, but it seems to happen a lot in this thread.)

    #157Author Janette B. (1227601) 02 Dec 19, 11:37
    Comment

    Wer den Begriff Hautfarbe verwendet tut das, so meine ich, in den meisten Fällen schlicht gedankenlos, ganz ohne Absicht jemanden rassistisch zu diffamieren.


    Und wenn jemand es immer noch tut, nachdem die Umstände erklärt worden sind? Mehrmals?

    #158Author Gibson (418762) 02 Dec 19, 12:53
    Comment

    Um noch mal auf die Pflasterfrage zurückzukommen: Weiß jemand, welche Farbe üblicherweise in Afrika verwendet wird. Nach meiner Erinnerung waren vor 50 Jahren die Pflaster in Ghana hell.

    #159Author yrcko (295988) 02 Dec 19, 12:53
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    Keine Ahnung von Pflasterfarben in Afrika, aber persönlicher als Pflaster würde ich Unterwäsche nehmen. Dass man auf der Suche nach nicht auftragender Unterwäsche von "hautfarbe" genervt ist und sich nicht als Mitglied der Zielgruppe fühlen kann, ist recht wahrscheinlich, wenn man eben nicht eine entsprechende Hautfarbe hat. Genervt ist man allerdings wahrscheinlich auch, wenn man nur weiß, rot, rosa, beige und schwarz findet, aber selbst eher Vollmilchschokoladen-Teint hat. Aber zum Glück ist es ja nicht ganz so schlimm, sondern man kann für alle Teints etwas finden, und dann wird es nude genannt: https://www.musikexpress.de/endlich-gibt-es-h...

    #160Author Pippilotta007 (1196225)  02 Dec 19, 12:55
    Comment

    Gedankenloser Gebrauch von diskriminierender Sprache ist nicht unbedingt ein Zeichen von Rassismus, es ist aber ein Zeichen für ein System, in dem einzelne gar nicht bewusst diskriminieren müssen, dass als Ergebnis andere diskriminiert werden.


    Andererseits braucht es eine gewisse Reife, damit Kinder begreifen, dass man für eine klassisch-europäisch-helle Hautfarbe zunächst grün grundieren sollte, bevor man mit den anderen Farben darüber malt, um die eigentliche Hautfarbe zu erzielen.

    #161Author AGB (236120) 02 Dec 19, 13:25
    Comment

    #158 Und wenn jemand es immer noch tut, nachdem die Umstände erklärt worden sind? Mehrmals?


    Man könnte fragen, wieso das so ist und aus der Antwort seine Schlüsse ziehen.

    #162Author Greenhouse (19027) 02 Dec 19, 13:31
    Comment

    #159

    Bislang (wie schon in diesem inzwischen sehr aufgeblähten Thread erwähnt) sind die Pflaster meist in Afrika meist hell. Es gibt Bestrebungen (z.B. in Südafrika) dunklere Hauttöne einzuführen. Da aber die meisten Pflaster in afrikanische Länder importiert werden, sind aber meist die billigen, am meisten produzierten Pflaster aus westlichen/europäischen Ländern zu haben: d.h. helle.


    #161 Genauso. Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen "du bist ein Rassist" und "die Konzepte, die hinter einer Gegebenheit stehen, sind rassistisch". Und natürlich darf man darauf aufmerksam machen. Wenn es oft genug geschickt, werden wir den Gebrauch von Alternativen verinnerlichen und der Automatismus fällt weg. Analog dazu sollte man sich vielleicht den Gebrauch des Wortes "N..." (im Deutschen) für Dunkelhäutige ansehen. Historisch ist der Begriff zu erklären und aus einem neutralen Farbwort hervorgegangen, seine heutige Verwendung rechtfertigt das aber nicht (auch wenn "negra" eigentlich auch "schwarz" bedeutet). Vor 50 Jahren hätte ich die falsche Verwendung angemerkt, aber nicht sofort Rassismus unterstellt, heute unterstelle ich das durchaus, wenn auf dem Ausdruck bestanden wird - weil der gedankenlose Automatismus weggefallen ist.


    #150 Was das Wasserfarbenkastenargument angeht - Kinder benutzen die Farben, die im Kasten sind und mit denen sie malen wollen. Wenn sie ihre europäisch-hellhäutige Freundin malen wollen, greifen sie zu beige. Wenn sie ihren aus Kamerun stammenden dunkelhäutigen Freund malen wollen, greifen sie zu braun. Ihnen muss niemand sagen: das ist "hautfarben".


    #160 Von einer Farbpalette genervt zu sein, ist etwas ganz anderes als durch den Gebrauch eines Ausdrucks immer wieder als "nicht der Norm entsprechend" deklariert zu werden.


    #163Author thisismyknick (1117613) 02 Dec 19, 14:49
    Comment

    Über Pflaster und BHs mag man sich noch streiten oder lustig machen. Wo die Hautfarbe und deren Nichtverfügbarkeit bei Produkten definitiv eine Rolle spielt, ist Ballett: Ballettschuhe sind traditionell hellbeige ("peachy pink" heißt es im unten verlinkten Artikel). Ballettschuhe passend zu dunkler Hautfarbe gibt es erst seit ganz kurzer Zeit. https://www.theguardian.com/stage/2019/apr/01...

    #164Author Raudona (255425) 02 Dec 19, 22:34
    Comment

    Ich hatte nicht die Absicht, mich über das Thema Pflaster lustig zu machen. Meine Frage hatte folgenden Hintergrund: Afrika ist ja auch kein kleiner Markt und der Mehraufwand ein Pflaster in dunkelbraun statt hellbeige herzustellen ist begrenzt, wenn überhaupt vorhanden. Wenn es diese braunen Pflaster in Afrika nicht gibt, wäre meine Schlußfolgerung, dass keine Nachfrage herrscht und das Thema den Afrikanern nicht wichtig ist. Und das ist jetzt keine Unterstellung, sondern eine offene Frage. Deshalb würde ich mich freuen, wenn sich noch jemand äußert, der die Verhältnisse kennt.

    #165Author yrcko (295988) 02 Dec 19, 23:57
    Comment

    The Story of the Black Band-Aid: A reinvention of "flesh-colored"

    https://www.theatlantic.com/health/archive/20...


    A speaker doesn't have to intend to be discriminatory or racist for their language to have that effect. It's also not necessary to intend to hurt people's feelings in order to do so. Language that is discriminatory or racist isn't acceptable just because no one in the targeted group appears to be or is in fact present.


    A recent example from my life: A student of mine, who was in a hurry to exit the school building and go to his bus, shouted, "Get out of the way, you Jews." There aren't many Jewish students or teachers at my school, but I would hope we could all agree that what he said was offensive, whether or not anyone who is Jewish happened to be present just then.


    Another example: I used to buy a lot of clothing from a particular catalog company. This was back in the day before online shopping. Living in a small town in the Midwest with limited shopping venues, I was thrilled that I could order women's slacks and shirts from this company and know that everything would fit me. One day the latest catalog advertised the company's new, "more feminine" cut of their shirts. I am quite sure no one intended to insult me, but in addition to the fact that their clothing no longer fit me, I had to accept that in someone's eyes I was "less feminine" than the desired customers. (I am taller than the average woman, with longer arms, a longer waist and broader shoulders. I was going to say that that's the way I was born, and there's not much I can do about it, but then I realized that that kind of comment probably does drive some women to develop eating disorders or have plastic surgery. Likewise, men who are considered "less masculine" could also develop problems with their body image.)


    I completely understand how some people may be very offended when "flesh colored" bandages or "nude" clothing doesn't match their skin color. I would like young people, who probably are the largest consumers of bandages, not to feel that they are less important, less human or less attractive than me because they have a different skin tone than I do.

    #166Author Amy-MiMi (236989) 03 Dec 19, 04:59
    Comment

    @ ami: in meiner Wahrnehmung (deutsch) ist "weibliche Formen" ein Euphemismus für "etwas dick". Meiner Vermutung nach hat die Fa. festgestellt, dass ihre Größen nicht ganz zur Kundschaft passen und entsprechend angepasst. Das ist natürlich schade für dich, aber dass du zu schlank für derern Produktpalette bist, ist eine Feststellung und keine Beleidigung.

    #167Author yrcko (295988) 03 Dec 19, 07:39
    Comment

    #167: Nicht (nur) die Änderung der Schnitte wurde von Amy-MiMi als problematisch empfunden, sondern die Bezeichnung "more feminine".

    Du empfindest das nicht als Beleidigung, Amy-MiMi hat es unangenehm berührt. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass sie sich bei dieser Aussage fragt: Bin ich etwa nicht weiblich/weniger weiblich?

    #168Author Nirak (264416) 03 Dec 19, 09:40
    Comment

    #163 (@thisismyknick)


    #150 Was das Wasserfarbenkastenargument angeht - Kinder benutzen die Farben, die im Kasten sind und mit denen sie malen wollen. Wenn sie ihre europäisch-hellhäutige Freundin malen wollen, greifen sie zu beige. Wenn sie ihren aus Kamerun stammenden dunkelhäutigen Freund malen wollen, greifen sie zu braun. Ihnen muss niemand sagen: das ist "hautfarben".


    Natürlich nimmt man das, was von den Farben, die man zur Verfügung hat, am besten passt. Wenn man nichts besser Passendes zur Verfügung hat als beige, dann nimmt man eben beige. Wenn man nur die Grundfarben zur Verfügung hat, kann man hellhäutige Menschen auch einfach gelb wie die Simpsons malen. Eigentlich ging es aber doch um die Möglichkeit eines alternativen Namens für "diese spezielle Farbe" und nicht darum, die Farbe als solche abzuschaffen und durch beige zu ersetzen.

    #169Author Pippilotta007 (1196225) 03 Dec 19, 14:36
    Comment

    #169 Natürlich geht's nicht darum, die Farbe, dieses hellbeigerosa oder was auch immer als Farbe zu ersetzen. Aber man muss es nicht Hautfarbe nennen. Weil es eben bei den meisten Menschen dieser Welt nicht die Farbe der Haut ist. Darum ging es mir doch!


    #165 Schwarzafrika nimmt das, was man ihnen hinstellt, so einfach ist das. Wenn das dunklere Pflaster genausoviel kostet wie das helle, dann wäre es ein fairer Vergleich. Aber die Industriestaaten liefern nach Afrika, was es sowieso schon gibt oder was wir nicht brauchen. Es ist einfacher nur für eine Sorte Haut zu produzieren und den Überschuss in andere Länder zu verkaufen, anstatt speziell für Afrika zu produzieren.

    #170Author thisismyknick (1117613)  03 Dec 19, 16:56
    Comment

    Ich würde 'more feminin' als 'tailliert' verstehen, nicht als 'dick(lich)'. Ich kenne 'feminin' zumindest nicht als Euphemismus dafür.

    #171Author Gibson (418762) 03 Dec 19, 19:36
    Comment

    Diesen Faden werde ich mal exhumieren. Denn zufällig bin ich auf einen Zeitungs- (bzw. Online-)Artikel gestoßen, der genau den OP zum Thema hat (und auch tiggerchens Ideen in #10, #15 etc.):


    https://www.all-in.de/ravensburg/c-lokales/fu...


    Mit "Hautfarben"-Stiften wird mehr Diversität in Malbüchern geschaffen, denn sie umfassen viele verschiedene Hautfarben. 

    ...

    Die Grundschullehrerin Yasmin Biechele hatte die Idee für das Projekt. Die Bücher ihrer Tochter hatten ihrer Meinung nach nicht die vielfältige Lebensrealität abgebildet. Auf der Suche nach Alternativen stieß sie auf Malbücher und Stifte von "Hautfarben". Diese Organisation verkauft Stiftesets "für mehr Repräsentation" und steckt die Erlöse wiederum in soziale Projekte. Ein Stifteset umfasst dabei acht bis zwölf verschiedene Hautfarben. Für die teilnehmenden Kindergärten wurden diese Stifte nun angeschafft, finanziert über das Förderprogramm "Demokratie leben!".

    Biechele hat die teilnehmenden Kindergärten darüber hinaus zu einem kleinen Malwettbewerb eingeladen. Als Teilnahmepreis winkt ein Kinderbuch, natürlich eines in dem jedes Kind sich wiederfinden kann. Auch weitergehende Veranstaltungen wie etwa einen Workshop zu rassismuskritischer Bildungsarbeit könnte sie sich der Pressemitteilung zufolge vorstellen. "Niemand von uns ist ja völlig frei von rassistischen Vorurteilen, wie denn auch. Wir sind halt alle Kinder unserer Sozialisation. Aber jeder kann anfangen, sich diese Dinge bewusst zu machen. Dann sieht man weiter."



    #172Author BenatarsComrade (1182552) 09 Jun 22, 14:00
    Comment

    Es gibt von derselben Firma übrigens seit einigen Jahren auch Buntstifte in 12 Hautfarben.

    #173Author Nirak (264416) 09 Jun 22, 14:44
     
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