(Und jetzt alle im Chor) Das kommt auf den Kontext darauf an. 🤪
Ich denke, dass das vielleicht vergleichbar ist mit "Der Film ist Schrott" und "Der Film ist meiner Meinung nach Schrott". Grundsätzlich sind die beiden Aussagen in der Praxis mehr oder weniger deckungsgleich, aber der Beigeschmack ist ein anderer, und meine Lust auf eine Fortsetzung des Gesprächs oft auch.
Bei "gefühlt" ist es für mich ähnlich: wenn jemand immer mit Superlativen um sich wirft, stellt sich bei mir irgendwann Ermüdung ein. Wenn jemand aber versucht, diese zumindest ansatzweise zu differenzieren oder relativieren, dann ist es für mich anders. Auf einzelne Beispiele runtergebrochen macht das wohl keinen grossen Unterschied oder klingt sogar übervorsichtig, aber je nach Kontext, Tonfall, Erfahrungen mit der sprechenden Person kann die grundsätzlich gleiche Aussage, mal mit "gefühlt", mal ohne, anders rüberkommen.
Der Sprachgebrauch der meisten Leute besteht wohl zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus Elementen, die wahrscheinlich gar nicht nötig wären, die aber in der Summe einen Effekt haben.