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    Markennamen in Übersetzungen

    Topic

    Markennamen in Übersetzungen

    Comment
    Ich lese gerade einen Krimi, in dem Sätze vorkommen wie "sie suchte ihren Labello" oder "sie nahm den letzten Melittafilter aus dem Schrank". Jetzt frage ich mich, ob der Übersetzer das eigenmächtig da rein setzt (bzw. dürfte er das überhaupt?), damit das deutsche Publikum sofort weiß, um was für ein Teil es da geht (damit man nicht "Lippenfettpflegestift" und "Kaffeefilter" sagen muss, obwohl letzteres sogar kürzer wäre), oder ob solche Marken in anderen Ländern ebenfalls benutzt werden (oder huch, sind das überhaupt deutsche Marken?). Dass Markennamen wie Chrysler (oder andere Automarken), McD, IBM usw. nicht ersetzt werden (müssen), ist mir klar, schließlich kennt man das auf der ganzen Welt. Aber Labello und Melitta?
    AuthorMelrose08 Jun 06, 08:30
    Comment
    Melitta und Labello sind internationale Marken, wie eine Google-Abfrage mit >Melitta +coffee< (ca. 1.330.000 hits) und >Labello +lips< (ca. 33.000 hits) leicht bestätigt.
    #1AuthorMiMo08 Jun 06, 08:51
    Comment
    Ich schätze, im Englischen stand an Stelle des Labello wahrscheinlich chapstick (auch ein Markenname) und da in DE kein Mensch Lippenfettpflegestift sagt hat der ÜS halt Labello genommen. Kaffeefilte wär mE ok.
    #2Authorbienchen (de)08 Jun 06, 08:52
    Comment
    Abgesehen davon, dass sich der Text der Schleichwerbung schuldig machen könnte, sehe ich da keine rechtlichen Probleme, denn diese Markennamen werden ja nicht für eigene (Werbe-)Zwecke missbraucht.

    @MiMo - ja klar, das sind internationale Marken, aber das allein sagt noch nichts darüber aus, ob die Produkte auch international bekannt sind.

    Der internationale Markenschutz soll primär verhindern, dass Dritte in anderen Ländern sich desselben Markennamens bedienen, oder gar durch eigene Anmeldungen dem "legitimen" Markeninhaber seine Marke auf dem jeweiligen Landesmarkt verbieten können. Ein heikles Thema...
    #3Authorweißnix08 Jun 06, 09:34
    Comment
    Ich glaube für einen ÜS ist es durchaus in Ordnung einen Text, speziell bei Literaturübersetzungen etwas an das publikum anzupassen, wenn es entsprechend eingebürgerte Markennamen in der Zielsprache gibt.
    z.B. Tempos (Papiertaschentücher) sind in den USA Kleenex.
    ADAC könnte man durch AAA und umgekehrt
    etc.
    Sorry, mehr fallen mir grad nicht ein.
    #4Authorbienchen (de)08 Jun 06, 09:43
    Comment
    Ich sehe ein Problem bei der inneren Logik des Texts, wenn man einen Markennamen durch einen vermeintlich gleichwertigen der Zielsprache ersetzt.

    Wenn im Ausgangstext jemand in Großbritannien eine Autopanne hat und den RAC zu Hilfe ruft, dann kann er nicht im Zieltext den ADAC rufen, weil das dem Weltwissen zumindest einiger Leser widerspricht, dass der deutsche ADAC nicht in diesem Land tätig ist.
    Weil ich entsprechend vorbelastet bin, würde es mich nervös machen, einen treudeutschen Markennamen für ein Produkt z. B. in den USA verwendet zu sehen.
    Triebe man diesen Ansatz auf die Spitze, müsste man sonst auch fish and chip shops durch Currywurstbuden ersetzen.

    Mein Ansatz ist dieser: Wenn im Ausgangstext nicht tatsächlich das Produkt einer bestimmten Marke gemeint ist, nehme ich im Zieltext den allgemeinen Begriff, z.B. wird aus einem "K-Way" im Französischen dann eine "Regenjacke". Man muss auch nicht unbedingt für die Firmen noch kostenlos Werbung machen.

    Schwieriger wäre es, wenn der Ausgangstext z.B. eine Satire wäre, in die alle möglichen Markennamen gepackt sind, um die Dominanz von Marken, Werbung etc. im Alltag zu zeigen. Je nach Zweck des Texts kann man ihn vielleicht frei auf die Zielkultur bezogen nachschöpfen, eine andere mögliche Lösung wäre es in so einem Fall, Kleenex (TM) - Taschentücher zu schreiben.
    #5AuthorRiesling08 Jun 06, 10:29
    Comment
    Slightly OT: 15+ years ago at least, firms would get rather snotty about the casual use of their brand name in such a manner. The reason: if it can be proven in court that a brand name has come to be synonymous with the generic product, ie. kleenex = tissue, then they lose their copywrite on the brand name. How I know? I wrote a little article for the local newspaper about a children's ballet performance and used the word Danskins for leotards. The paper got a nasty letter from Danskin in response. Though I suppose here the author can argue that it was a Chapstick, and no other brand, and get around the problem quite easily.
    #6AuthorSelkie08 Jun 06, 10:36
    Comment
    @ Riesling

    Ich stimme dir zu, und deshalb ging/gehe ich eigentlich davon aus, dass diese beiden Marken tatsächlich hier (in diesem Fall: Karin Wahlberg, "Die falsche Spur", was eigentlich in ein Schweden-Deutsch-Forum gehört hätte *öps*) im Originaltext standen. Ich habe mich das bei (deutsch übersetzten) englischen Krimis allerdings auch schon gefragt. Ich "weiß" ja, dass der Opel in England Vauxhall heißt, mir ist speziell da nicht ganz klar, warum. Äh, das nur nebenbei.

    Die "falsche" deutsche Übersetzung ist mir mal in einer Seinfeld-Folge so aufgestoßen, als Peter Maffay erwähnt wurde. Natürlich stimmt es, dass ein deutscher Durchschnitts-Zuschauer mit dem amerikanischen Original (das ich nicht kenne, sicher irgendwer Vergleichbares) wahrscheinlich nichts hätte anfangen können. Trotzdem dachte ich minutenlang darüber nach, woher Amerikaner P.M. kennen könnten. Das irritiert mich dann auch.

    Danke allen!
    #7AuthorMelrose08 Jun 06, 10:42
    Comment
    @Melrose: Und ich habe gerade ein Buch gelesen, in dem es zeitweise von US Markennamen "wimmelte". Ich wußte ja um welche Produkte es sich handelt und hätte ohne weiteres die Produktbezeichnung, ohne einen dt. Namen zu verwenden, dafür finden können.... Aber der deutsche Durchschnitts-Leser hat oftmals keine Ahnung worum es bei dem jeweiligen Produkt ging... Spontan fällt mir jetzt nur Jell-O ein aber es waren eine ganze Menge mehr Produkte.
    #8Authorgena08 Jun 06, 10:48
    Comment
    @ gena

    Oh, das wäre ja wieder ein Argument dagegen, dass diese Markennamen auch im Orignal so standen (oder? *grübel*). Allerdings stimmt das, das ist mir auch schon so gegangen, gerade weil du Jell-O erwähnst, das wusste und weiß ich nicht, was das ist, und habe es auch schon gelesen. Auch Chinos (wobei ich nicht weiß, ob das wirlich ein Label ist), Orios, U-Haul und dergleichen musste ich bei amerikaerfahrenen Leuten erfragen, die sind nicht so offensichtlich wie Pepsi und McD.
    #9AuthorMelrose08 Jun 06, 11:02
    Comment
    Zitat. "...dass diese Markennamen auch im Orignal so standen..."
    Ich werfe mal ein "i" hinterher, "Original"

    @ Riesling
    Auch aus der Pfalz?

    :-)
    #10AuthorMelrose08 Jun 06, 11:04
    Comment
    @Melrose: Jell-O (auch manchmal Jello geschrieben) ist in D meist als "Götterspeise" oder auch "Wackelpeter" bekannt.

    In dem von mir genannten Roman waren mehrere, alltägliche Produktnamen, wie z. B. von Waschmitteln (der Name fällt mir jetzt leider nicht ein), genannt. Dafür hätte man einfach "Waschmittel" oder "Feinwaschmittel" sagen können. Ich war teilweise davon echt genervt. Eben weil man ohne weiteres die Produktbezeichnung hätte nehmen können ohne den US Namen zu benutzen oder den dt. Produktnamen zu nehmen...

    Falls Du für die von Dir erwähnten Begriffe noch keine Übersetzung oder Erklärung hast:

    Oreo (nicht Orio oder gibt es die in USA auch? Wenn ja, kenn ich der/die/das nicht) sind Schoko-Kekse mit einer Cremefüllung (*sabber*), U-Haul Fahrzeuge kannst Du mieten, z. B. zum Umzug.
    #11Authorgena08 Jun 06, 11:12
    Comment
    Danke!

    :-)
    #12AuthorMelrose08 Jun 06, 14:49
    Comment
    Ich würde die Markennamen nicht anpassen, sondern sie in Form einer Fußnote o. ä. erklären.
    #13AuthorJan08 Jun 06, 14:53
    Comment
    Die uralte Diskussion, die es bereits seit Urzeiten des Übersetzens gibt, die sämtliche Gelehrten in zwei Lager teilt, und um die sich auch heute noch vieles in der Übersetzungswissenschaft dreht:

    1. "foreignisation" - Take the reader to the story

    oder

    2. "domestication" - Take the story to the reader

    Nehmen wir die Sprachrichtugn Englisch - Deutsch als Beispiel. Im ersten Fall will der Übersetzer dem deutschen Leser klar machen, dass die Geschichte eben im Ausland spielt, daher werden z.B. Markennamen beibehalten. Birgt die Gefahr, dass Reaktionen wie die von gena kommen: "Ich war teilweise davon echt genervt".

    Im zweiten Fall wird der Text an den deutschen Leser angepasst, also z.B. die US-Markennamen durch deutsche ersetzt. Im Extremfall wird die Geschichte von New York City nach Berlin verlegt, der Hauptdarsteller heißt nicht mehr John Doe sondern Hans Mustermann. Birgt die Gefahr, dass Reaktionen wie die von Melrose mit seinem/ihrem Peter Maffay-Beispiel kommen.

    @Jan: Fußnoten stören gerade in der Belletristik enorm den Lesefluss.

    #14AuthorJalapeno08 Jun 06, 15:05
    Comment
    Genau diesen Krimi lese ich auch gerade (:-)), und auch mir sind diese Markennamen aufgefallen. Da aber die ebenfalls erwähnten Supermärkte mir völlig unbekannte (und vermutlich jedem Schweden oder Schwedenkenner bestens vertraute) Namen haben, halte ich die Schlußfolgerung für zulässig, daß der Übersetzer schlicht jeden Markennamen in der im Original verwendeten Form beibehalten hat.
    #15AuthorMitch08 Jun 06, 15:57
    Comment
    Ich habe mich vorgestern blamiert, weil ich nach einem Tesafilm fragen wollte und deshalb sagte "Do you have a scotch for me ?" - dummerweise ist "scotch" im Französischen die Bezeichnung für den Klebestreifen - die amerikanische Sekretärin hat mich sehr amüsiert angesehen.... :-)
    #16AuthorChrista08 Jun 06, 17:51
    Comment
    @ Mitch

    So weit bin ich noch nicht, ein Supermarkt kam noch nicht vor ;-)

    @ Jalapeno

    Doch, ich fände Fußnoten praktischer. Lesefluss hin oder her. Mich stört Rätselraten mehr als Fußnoten lesen. Nur meine Meinung, natürlich.

    Schönen Abend, danke nochmal!
    #17AuthorMelrose08 Jun 06, 17:55
    Comment
    Trotz später Stunde noch schnell mein Senf dazu: Fußnoten in einem Roman finde ich persönlich grauenhaft. Das bremst mich beim Lesen einfach aus. In einem Sachbuch dagegen sind sie natürlich sehr sinnvoll.

    Meine Methode beim Übersetzen: Entweder ich lasse den Markennamen weg, wenn es möglich ist, das Produkt einfach als das zu benennen, was es tatsächlich ist. (Z.B. Sie trank eine Cola - das reicht doch! Ob das Pepsi, Coca Cola oder was auch immer ist, ist normalerweise nicht relevant.)
    Wenn ich das Gefühl habe, dass die Marke wichtig ist, weil sie zum Beispiel vielleicht zeigt, dass der Handelnde sich teuer kleidet etc., behalte ich den Originalmarkennamen bei, füge aber in den Text ein, worum es sich handelt. Also zum Beispiel: Er trug eine Hose der exklusiven Marke xxx)
    Aber einen engl. Markennamen in einen vergleichbaren deutschen übersetzen? Finde ich nicht gut.
    #18AuthorFragezeichen08 Jun 06, 23:12
    Comment
    Die Seinfeld-Synchronisation ist ein Klassiker... aus Cat Stevens und Gordon Lightfoot wurden Udo Lindenberg und Peter Maffay ... Ob man das heute auch noch so machen würde?
    #19Author Carullus (670120) 17 Nov 11, 14:33
    Comment
    I need an aspirin after reading all this.

    I take it this is fiction, so you write what comes most naturally to your readers. Quite possibly the original used a brand name (which is not forbidden), and replacing it with another brand name used in the same way is perfectly legitimate. Of course there are issues. A novel set in England might have a character stick something with sellotape, but if you translate this as 'tesa' some pedantic reader might say: "but they don't have tesa in England."

    Jetzt muss ich meine Ratiopharm ASS-Tablette suchen...
    #20Author escoville (237761) 17 Nov 11, 15:52
    Comment
    Ha, escoville. Dann muss man aber beachten, dass der deutsche Sprachraum doch sehr unterschiedlich ist. Was dem Deutschen sein "Tesa", ist dem Schweizer sein "Scotch", und wie das in Ö ist, wage ich mir gar nicht vorzustellen... :o)
    #21Author virus (343741) 17 Nov 11, 16:40
    Comment
    @virus: In Ö ist das selbstverständlich der oder das (darüber gab es hier schon lange Diskussionen) Tixo.
    #22Author RE1 (236905) 17 Nov 11, 16:44
    Comment
    danke, RE1, wieder was gelernt. Jetzt kann ich mich als "Einheimische" tarnen... :)
    #23Author virus (343741) 17 Nov 11, 16:52
    Comment
    You can get Scotch tape in Switzerland?? Lucky you! :-))
    #24Author Carly-AE (237428) 17 Nov 11, 17:13
    Comment
    #20: I need an aspirin after reading all this.

    Shouldn't that be Aspirin? http://en.wikipedia.org/wiki/Aspirin#Trademark

    ;-)
    #25AuthorKinkyAfro (587241) 17 Nov 11, 18:00
    Comment
    Aspirin: In den medizinischen Studien wird das immer klein geschrieben.
    #26Author Restitutus (765254) 17 Nov 11, 18:15
    Comment
    I did put a wink in my #25, Resti! :-)

    Even so, your comment suggests that that section of the wiki page might not be entirely accurate, then...
    #27AuthorKinkyAfro (587241) 17 Nov 11, 18:22
    Comment
    KinkyAfro

    The wiki page is entirely accurate. It says that in most, if not all, of the English-speaking world, 'aspirin' is not a trade-mark (and it also says implicitly that it's spelt with a lower-case 'a' in English). My sentence was in English, and I was making precisely this point.

    Bayer's 'Aspirin' incidentally goes under the name of 'Aspro' in the UK. People are (apparently) prepared to pay up to 20 times the price for it, although it's identical to (say) Tesco's generic aspirin. When I was a student, working on a sweet-stall in London Zoo, we did a roaring trade in Aspro towards the end of the afternoon (mothers with small children).
    #28Author escoville (237761) 20 Nov 11, 11:49
    Comment
    Carly, nicht zufrieden mit Tesa? ;o)
    #29Author virus (343741) 20 Nov 11, 16:33
     
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