| Comment | @tb: Zu Goethes Zeit sprach man noch so, wie einem der Schnabel gewachsen war. Goethe selbst sprach mit hessischem Akzent (das beweisen u.a. Reime wie "Neige, o neige, du Schmerzensreiche" im *Faust*; Goethe sprach also 'neiche', nicht 'neige').
@Margitta: das echte Wienerisch, das im Gemeindebau in den Arbeitervierteln gesprochen wird, gilt keineswegs als gebildet, sondern als anarchisch-proletarisch. Es hat nichts zu tun mit dem Film-Wienerisch der K.u.K.-Kostüm-Filme.
@Marianne: Im Bayerischen Fernsehen gibt es sehr viele Filme in bayerischem Dialekt, und das sind keineswegs nur Heimatschnulzen, sondern durchaus auch "sozialrealistische" Dramen, z.B. die Serie "Die Hausmeisterin" mit Veronika Fitz oder "Irgendwie und sowieso" etc. etc. Man beachte auch die große Anzahl Mundart sprechender Kabarettisten, die aus Bayern stammen (Bruno Jonas, Ottfried Fischer, "Erwin Pelzig", Urban Priol, Sigi Zimmerschied, Hans Mailhammer/Claudia Schlenger etc. ect.) und teilweise bundesweit erfolgreich auftreten. Apropos Ottfried Fischer: In seinem "Bullen von Tölz" wird auch allerhand Dialekt gesprochen, und trotzdem ist die Serie bundesweit beliebt...
Und was den angeblich dialektfreien Norden angeht: Dort spricht man doch Plattdeutsch - oder haben die Nordlichter in vorauseilendem Gehorsam ihre Mundart aufgegeben, um steriles Schriftdeutsch zu sprechen?
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