| Comment | @candice
wer weiß, vielleicht treffen wir uns ja wirklich einmal, das wird sicher spannend ;o)
zu deinem anderen Beitrag noch einmal: Komisch, dass wir in Deutschland immer gleich bei der Neid-Debatte sind. Nein, hier spricht nicht der Neid, schon alleine deshalb, weil ich meinen Beruf liebe und jeden Morgen gerne hingehe (ok, an manchen Tagen bliebe ich wirklich lieber zuhause ;o) )
Ich empfinde es eher so, als würde jemand, der, sagen wir 1,62 m groß ist, dauernd von 1,80m Leuten gesagt bekommen, dass er offensichtlich wenig Interesse daran hat, die oberen Regale zu erreichen, dabei geht es bei Ihnen doch auch.
Was ich meine: Es geht in erster Linie noch nicht einmal um das Geld während der Zeit, in der Du (oder andere menschen im öffentlichen Dienst) zu Hause bleiben, sicher war das "billiger". Es darum, dass es in der privaten Wirtschaft unglaublich schwer, oft sogar unmöglich ist, nach einer längeren Pause wieder dort anzuknüpfen, wo man aufgehört hat, egal ob es um Position, Gehalt oder Arbeitszeit geht. Und das dieses Dilemma, da eine völlige persönliche, und oft auch im Bekanntenkreis gemachte Erfahrung fehlt.
Beispiel: Als Lehrerin/Lehrer oder gar als Beamter/in oder, wie in einem Fall in unserer Schule, eine Mutter, die beim Landkreis angestellt war, kann man Kinderpausen einlegen, auf Teilzeit reduzieren, später wieder ausbauen, eine Freundin (Finanzamt) fing nach 10 Jahren und drei Kindern wieder mit erst 9, dann 12 Stunden wieder an, bekam sämtliche Schulungen, damit sie wieder up to date war und wird in einigen jahren, wenn der kleinste soweit ist, auch wieder Vollzeit arbeiten, und zwar ohne Gehaltseinbussen im aktuellen Gehalt. Auch Ihre Pension (Rente) (wenn die Kinder aus dem Haus sind, liegen noch etwa 25 Jahre Arbeitszeit vor Frau) werden weiter aufgefüllt.
Nein, ich bin nicht neidisch, ich finde das herrlich und gönne es jeder! Auch ich würde mich darüber freuen. Ich finde es nur sehr - und da bleibe ich bei meinem Ausdruck - arrogant, aus einer solchen Position heraus, anderen vorzuwerfen oder sie dafür zu kritisieren, dass sie ihre Kinder vernachlässigen. Die oben genannte Landkreis-Dame empfahl mir allen ernstes, ich solle doch mit meinem Chef sprechen, Ihrer war auch nicht begeistert, aber er musste halt mit machen. Natürlich verzichtet sie damit auf eine "Karriere", aber das ist ihr Kind ihr wert.
Wenn ich "mit meinem Chef spreche", der ein selten guter Chef ist!, verzichte ich nicht auf Karriere, sondern auf mein Einkommen und einen großen Einbruch bei meiner Altersvorsorge. Nein, er wird mich nicht entlassen, aber ich bin sicher, bei den nächsten Konsolidierungen wird auch über meine "halbe" Position gewürfelt werden.Ich habe lange gebraucht, um mit/wegen/trotz zweier Kinder einen festen Job zu bekommen, der auch meiner Qualifikation entspricht, ich kann es mir nicht leisten, so zu leben wie andere, die völlig anders abgesichert sind.
Und darauf bin ich nicht neidisch, ich möchte es nur nicht als mangelnde Liebe gegenüber meinen Kinder ausgelegt bekommen, von Menschen, die in einer sicheren und weit flexibleren Lage sind als ich.
Wir sollten uns wirklich mal treffen ;o) |
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