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    Customs and culture

    erscheinen Bücher grundsätzlich in zwei Versionen?

    Topic

    erscheinen Bücher grundsätzlich in zwei Versionen?

    Comment
    Hallo,

    habe mal aufgeschnappt, dass "Harry Potter" in zwei Versionen erschienen ist - in amerikanischer und britischer Variante. Wird bei jedem Buch so verfahren? Oder sind das absolute Ausnahmen?
    AuthorHarrry16 Nov 09, 16:50
    Comment
    hi harrry - das ist mir neu. der text dürfte zwischen gb und us nciht unterschiedlich sein. die autorin kontrolliert so etwas auch sehr genau.
    was verschieden sein kann, sind die buchumschläge und ihre motive - da hat der us-verlag wahrscheinlich mehr freiheit.
    in deutschland hat man auch das gleiche potter-buch mit 2 verschiedenen umschläge herausgebracht (nicht bei allen bänden): der eine sollte eher jüngere leser ansprechen, der andere, etwas "seriösere" erwachsene leser.
    #1Authordr. dark16 Nov 09, 17:02
    Comment
    dr. dark: Vielleicht geht es um die unterschiedlichen Schreibweisen, nicht um Zensur o.ä.?
    #2Authorberbär16 Nov 09, 17:09
    Comment
    Doch, das mit Harry Potter stimmt schon, da ist zumindest der Titel des ersten Bandes verschieden. (BE: H. P. and the Philosopher´s Stone" vs. AE "H.P. and the Sorcerer´s Stone". Ob sich diese Anpassung im Text forsetzt, weiß ich nicht, habe es nicht gelesen.
    Ist aber sicher eines der wenigen BE Bücher, das schon bei der Vermarktung "amerikanisiert" wurde.
    #3Author Lady Grey (235863) 16 Nov 09, 17:14
    Comment
    Öh, dr. dark, gerade bei Harry Potter habe ich aber Unterschiede festgestellt. Ich hab die amerikanischen Bücher, meine Schwester die britischen, und zumindest in Band 6 gibt eine Stelle, in der sich die beiden Ausgaben deutlich unterscheiden. Ich hab's nicht glauben wollen und musste mich beim direkten Vergleich eines Besseren belehren lassen - in der amerikanischen Ausgabe steht ein Satz mehr.

    Harrry, ob bei jedem Buch so verfahren wird, kann ich Dir leider nicht sagen.

    *suchendguck*
    Ist hier vielleicht Verlagsvolk anwesend?
    #4Author TumbleStaub (463468) 16 Nov 09, 17:15
    Comment
    Aha, das hat mich jetzt doch interessiert, klingt ja ein wenig verrückt, aber das sagt WIKI:
    The series has been translated into 67 languages,[2][60] placing Rowling among the most translated authors in history.[61] The first translation was into American English, as many words and concepts used by the characters in the novels may have been misleading to a young American audience.[62] Subsequently, the books have seen translations to diverse languages such as Ukrainian, Arabic, Urdu, Hindi, Bengali, Welsh, Afrikaans, Latvian and Vietnamese. The first volume has been translated into Latin and even Ancient Greek,[63] making it the longest published work in Ancient Greek since the novels of Heliodorus of Emesa in the 3rd century AD.[64]

    "Translated" ist vielleicht ein etwas drastischer Ausdruck, ich hätte "adapted for" geschrieben, aber immerhin, scheint wohl wirklich abgeändert worden zu sein!
    #5Author Lady Grey (235863) 16 Nov 09, 17:18
    Comment
    Ja, bei Harry Potter ist das bekannt. Den unterschiedlichen Titel des ersten Bandes hat ladygrey ja schon angesprochen, daneben wurden einige typische Vokabeln ausgetauscht (z.B. "jumper" vs. "sweater", wenn ich richtig informiert bin) und die Rechtschreibung angepasst.

    Ob das routinemäßig gemacht wird, weiß ich nicht, da ich meist nicht unterschiedliche Ausgaben desselben Buches lese, aber ich nehme es eher nicht an. Möglicherweise wurde das hier gemacht, weil es sich um Jugendbücher handelt und man die Kinder nicht verwirren wollte?
    #6Author Dragon (238202) 16 Nov 09, 17:23
    Comment
    Danke für die Recherche und Aufklärung, ladygrey!
    Was uns natürlich zu der Frage führt, ob US-Leser wirklich so wenig gebildet oder unflexibel sind (oder vom amerikanischen Verlag so eingeschätzt werden), dass sie etwas schrullige BE-Ausdrücke überhaupt nicht verstehen ...
    #7Authordr. dark16 Nov 09, 17:25
    Comment
    Es ist ja primär ein Kinderbuch. Außerdem könnte ich ein Buch, dass viele typische österreichische Begriffe verwendet auch nicht ohne weiteres lesen.
    #8Authoroink16 Nov 09, 17:32
    Comment
    dr. dark, hast Du mal Bücher von Christine Nöstlinger gelesen? Einige von denen haben ein Glossar. Ob das daran liegt, dass die deutschen Kinder so ungebildet oder unflexibel sind, dass sie etwas schrullige AT-Ausdrücke nicht verstehen? ;-)))

    Ein fröhliches Winken an alle Österreicher - für Ruhrgebietskinder ist es wirklich schwierig, von "Karfiol" auf "Blumenkohl" zu kommen, daher war ich immer sehr dankbar für diese Hilfestellung.
    #9Author TumbleStaub (463468) 16 Nov 09, 17:33
    Comment
    Soweit ich weiß wurde "Clockwork Orange" damals auch für die USA angepasst (teilweise sehr krass). Wikipedia weiß bestimmt mehr darüber.
    #10Authorlas.16 Nov 09, 17:39
    Comment
    dr. dark, genau die Bemerkung habe ich mir verkniffen...
    Hurra für Kinderbücher mit Glossaren! Das hätten sie ja für die US-Ausgabe auch mal machen können. Das verfälscht doch die Atmosphäre, wenn plötzlich alle "sweater" anhaben, in der "lounge" fernsehen und "soccer" spielen! Könnte man das Buch ja gleich nach Neuengland verpflanzen...
    #11Author Lady Grey (235863) 16 Nov 09, 17:40
    Comment
    This is always a problem with children's books when they have no literary pretensions and when the author doesn't mind. It's not only geographical but historical. For example, in Enid Blyton, things no longer cost "five shillings" but "25 pence" (possibly also adjusted for inflation). And the illustrations show the children wearing T-shirts and jeans rather than blazers and flannels.
    #12Author escoville (237761) 16 Nov 09, 18:00
    Comment
    Aber gerade das ist doch das Besondere, und zumindest so Kinder wie ich eins war lesen die Bücher deshalb umso lieber. Mir konnte es gar nicht "esoterisch" genug sein - am liebsten waren mir die alten noch in Fraktur gedruckten von meinen Eltern. Man darf das Publikum auch nicht für zu doof halten!
    #13Author Lady Grey (235863) 16 Nov 09, 18:06
    Comment
    Incidentally, the Clockwork Orange thing was of an entirely different order. That involved actually changing the main point of the story, and I always failed to understand why Burgess allowed it. But that's a quite different matter from allowing young readers to read light fare without having to look things up in a glossary every five minutes.

    It never works the other way around, of course. Which is why, when I was a teenager, I could never understand what was going on in "Wake up Little Susie" (Everly Bros.) and "It's Late" (Ricky Nelson), both of which are set in drive-in cinemas, a concept totally foreign to British youth.
    #14Author escoville (237761) 16 Nov 09, 18:10
    Comment
    :-) Und Du hattest das Phänomen auch noch nie in Filmen (oder im Fernsehen? wann war das?) gesehen?
    #15Author Lady Grey (235863) 16 Nov 09, 18:15
    Comment
    Ladygrey

    Enid Blyton is esoteric enough with its quaint attitudes without worrying about the conversion rates netween decimal and pre-decimal currency. Of course if someone did it with The Railway Children, say, that would be a different matter.

    On a more "adult" level, one might ask why, in Out of Africa (the book), one has to read between the lines to deduce that herself and Finch Hatton might possibly have been lovers, while the film is about nothing else. After 50 years and in a different medium for a different audience, there are economic considerations.
    #16Author escoville (237761) 16 Nov 09, 18:18
    Comment
    Escoville, da hast Du natürlich auch wieder Recht. Amerikanische Produzenten lieben es anscheinend, das Publikum mit der Nase in den Brei zu drücken, und wenn man nach den Top Ten geht, wollen die Leute anscheinend alles so vorgeführt bekommen - da lobe ich mir die zurückhaltenderen britischen Literaturverfilmungen. Die sind auch im Allgemeinen werktreuer. War auch positiv überrascht von der französischen "Lady Chatterley" - auch wenn die sich bemühen hätten können, die Namen englisch auszusprechen.
    #17Author Lady Grey (235863) 16 Nov 09, 18:23
    Comment
    Wo Ihr gerade bei Enid Blyton seid ;-) Kann es sein, dass nicht nur die Währung sondern auch die Größenordnung des Taschengeldes angepasst wurde? In anderen Büchern die in der Zeit (40er Jahre) spielen, haben Kinder selten mehr als ein paar Shilling zur Verfügung. In den aktuellen englischen Versionen der Internatsbücher haben die Mädchen mehrere Pfund (ich glaube bis zu 20 oder 50) als Taschengeld. Und das müsste damals ja ein mittleres Vermögen gewesen sein.

    Kennt zufällig jemand die Originalausgaben und kann etwas dazu sagen?
    Ich hätte erwartet, dass dann im Impressum irgendwas über "aktualisierte und bearbeitete Fassung" (auf englisch natürlich) steht, kann aber nichts finden. Wie ist das beim amerikanischen Harry Potter?

    Ansonsten war ich als Leseratte schon als Kind Fan von Glossaren und Fußnoten und habe mich schon sehr früh darüber geärgert, dass die Hanni/Nanni und Dolly-Übersetzungen irgendwie nach Deutschland verlegt wurden, wo sie gar nicht hinpassten. Wo hatten wir denn damals eine Steilküste, an der man ein Internat hätte unterbringen können? Heute natürlich gar kein Problem mehr ;-)
    #18AuthorFindus16 Nov 09, 20:55
    Comment
    Mein Gott, was für ein arrogantes Gehabe hier wieder. Wer südkroeanische Dramen nicht in der russischen Übersetzung mit slowakischen Untertiteln genießt, der hat wohl keinen Anspruch und kein Niveau, ist mithin kein zünftiger Bildungsbürger, wie? Ermpfindet der Chrakterschuft dann auch noch Vergnügen trotz seiner offensichtlichen Faulheit und Anspruchslosigkeit, oh weh, dann istes nur noch ein kurzes weg zur Unterschicht, woll?!
    #19Authoreiruer16 Nov 09, 23:13
    Comment
    habe mich schon sehr früh darüber geärgert, dass die Hanni/Nanni und Dolly-Übersetzungen irgendwie nach Deutschland verlegt wurden, wo sie gar nicht hinpassten. Wo hatten wir denn damals eine Steilküste, an der man ein Internat hätte unterbringen können? Heute natürlich gar kein Problem mehr ;-)

    Ich muss sagen, in dem Alter, in dem ich Hanni & Nanni und Dolly gelesen habe, war mir nicht klar, dass "wir" keine Steilküsten hatten. Allerdings habe ich es auch nicht als so wirklichlichkeitsnah gesehen, dass ich es wirklich in Deutschland angesiedelt hatte.


    Zur Ursprungsfrage: es ist wohl nicht so ungewöhnlich, wie die meisten glauben, dass Bücher für den US-Markt angepasst werden. Bei HP war es nur so auffällig, weil sie den Titel geändert haben.
    #20Authordixie16 Nov 09, 23:33
    Comment
    Dass Kinderbücher editiert, gekürzt und an das Land (und die Zeit), für das übersetzt wird, angepasst werden, kennen wir ja. Die heutigen Nesthäkchen-Bände sind von den Kriegsgeschichten "bereinigt"! Kein Wunder, dass die Kinder keinen Bezug zu Geschichte haben (schließe mich hier durchaus nicht aus) wenn solche Möglichkeiten, Geschichte sozusagen durch die Hintertür zu lernen, verpasst werden.
    #21Author Lady Grey (235863) 17 Nov 09, 00:05
    Comment
    Schindler's List/Schindler's Ark is another book that was published in two different versions for the American/British markets. There's a really interesting account of it in Thomas Keneally's book Searching for Schindler

    I'm currently editing a collection of academic essays for a British publisher, all written by different authors. Some of the essays have previously been published in American, and it is my task to adapt them to the publisher's guidelines, obviously in this case for the sake of consistency. I've been given quite a free rein to make editorial changes.

    Thus it's the publisher's choice in each case (negotiated with the author) whether a separate edition of a book is produced.
    #22Author yackydar (264012) 17 Nov 09, 08:02
    Comment
    Das ich für die Abenteuer des Lederstrumpfs "für die Jugend bearbeitet" dankbar sein konnte merkte ich erst als ich den "letzten Mohikaner" in einer vermutlich werktreuen Übersetzung des Inselverlags mir zu Gemüte führen wollte!
    #23Authorjo-SR17 Nov 09, 08:04
    Comment
    Some of the "Enid Blyton TM" books in Germany were not actually written by Enid Blyton, but by German authors much later, which might explain some of the inconsistencies. But even the English version has been adapted. Some changes are quite silly - Fanny became Franny; Dick became Richard - but others (getting rid of racist stereotypes and the gollywogs) actually make sense.
    #24AuthorCara17 Nov 09, 09:00
    Comment
    Was, bitte, sind gollywogs?
    #25AuthorNeo17 Nov 09, 09:10
    Comment
    #26Authorstarshine17 Nov 09, 09:27
    Comment
    Cara

    Fanny and Dick would not have aroused sniggers in the 1940s, but would now. Hence removing the snigger-factor is in a sense restoring the original. Likewise there is no point these days giving children 5p pocket money a week, but in my childhood it was standard. Stories that are not intended to be period pieces, and with no literary pretensions, might as well be updated. There are of course a lot of "new" Enid Blyton books, written by other people. They started with new-fangled things like televisions, I imagine the Famous Five have mobile phones now.

    I don't know what modern children make of George in the Famous Five. Then she was just a tomboy, a known type. But in those days people didn't get their knickers in a twist over gender issues the way they do now.
    #27Author escoville (237761) 17 Nov 09, 10:18
    Comment
    Danke, starshine. Die Dinger sind ja wirklich gruselig.

    Ich habe noch eine alte Ausgabe von Jim Knopf zu Hause, da landen sie nach der Abfahrt von Lummerland in China; sie retten die Tochter des Kaisers von China aus der Drachenstadt. In neueren Ausgaben Ist China durch Mandala ersetzt worden.
    #28AuthorNeo17 Nov 09, 10:46
    Comment
    Da wir gerade bei Enid Blyton sind: Von den Dolly-Bänden (= Malory Towers Vol. 1-6) gibt es im Deutschen 21 Bände, im letzten ist Dolly Rieder-Schwarze (= Darrel Rivers = Enid Blyton als Kind?) schließlich Direktorin und Mutter einer Tochter.
    Die ersten 6 Bände wurden nicht etwa übersetzt, sondern nachgedichtet und ganze Episoden weggelassen oder umgestellt. Dummerweise hat man aber teilweise dann in späteren Bänden Anspielungen auf weggelassene Episoden. Mir ist erst aufgefallen, dass es - mindestens - drei verschiedene deutsche Fassungen der ersten sechs Bände gibt, als mir zufällig das Original untergekommen ist. Zum Beispiel wird die englische, zeitgenössische Schuluniform ausführlich beschrieben (brown tunic, orange shirt, brown hat with orange ribbon ...). In der Nachdichtugn trägt Dolly aber einen grauen Schulrock und einen blauen Blazer mit dem Schulwappen.

    In Song of the lioness. Vol. 1 unterhalten sich Alan(na) von Trebond und Myles von Olau darüber, warum Schwerter und Klingen immer femininum sind und Namen tragen. In der Übersetzung fehlt die Hälfte dieses Dialogs. Wahrscheinlich konnte der Übersetzer damit nichts anfangen.
    #29Author Leseratz (238114) 17 Nov 09, 10:48
    Comment
    @ escoville:
    Es gibt eine Szene, in der die Famous Five baden gehen, wieder aus dem Wasser kommen und ein Gleichaltriger sitzt in Georges Boot - oder so ähnlich wenigstens. In jedem Fall beginnen die beiden eine Keilerei, weil George als Junge wahrgenommen wird. Heute mag das erstaunen, bei der damaligen Bademode war es kein Wunder.
    #30Author TTMM (236247) 17 Nov 09, 11:02
    Comment
    @ ladygrey, #21: ich kann mich aber erinnern, dass ich z. B. mit den Backfisch-Romanen als ca. Zehnjährige überhaupt nichts anfangen konnte. Eine Nachbarin hatte mir zwei Bände geschenkt (Original-Ausgaben!) und ich habe mich bloß gewundert, wie antiqiuert die Sprache war. Ich konnte deswegen der Handlung auch überhaupt nicht folgen.
    #31Author Electric Barbarella (244879) 17 Nov 09, 11:15
    Comment
    Noch zum Thema "Nachträgliche Änderungen" aus der Wiki: Seit 1990 trägt Band 11 in den meisten Neuauflagen den Titel "Fünf Freunde und die wilde Jo". In vielen Neuveröffentlichungen (Buch, Hörspiel, Fernsehserie), die ab den 1990er Jahren neu erschienen sind, wurde außerdem das Wort „Zigeuner“ durch „Landfahrer“ ersetzt.
    #32Author Electric Barbarella (244879) 17 Nov 09, 11:34
    Comment
    Enid Blyton ist ein schlechtes Beispiel, das ist ja sowieso nicht die allerhöchste Literatur, dazu kommen die doch eher untypischen Eindeutschungen und Weiterschreibungen anderer.

    Aber jetzt mal zu ernsthafter Kinderliteratur: Was soll der Unsinn? Halten die Verlage Kinder wirklich für zu blöd, mal etwas anderes als ihre gewohnte Lebenswelt zu lesen? Das ist doch überhaupt der Sinn von Lektüre! Ein Kind glaubt doch nicht im Ernst, dass alles im Hier und Jetzt passiert, dann kann ich ja gleich Harry Potter in einem der wenigen deutschen Internate spielen lassen und das Dschungelbuch im Paderborner Stadtpark.

    Ich habe so viele gleichaltrige Deutsche getroffen, die dank der Nöstlinger-Lektüre mit Wiener Ausdrücken vertraut waren, die ich als Nichtwienerin auch nur aus diesen Büchern kannte. Lesen bildet und verbindet Völker.
    #33Authortigger17 Nov 09, 11:41
    Comment
    @ dixie #20 naja wir haben fast jedes Jahr Urlaub an der deutschen Küste gemacht, so dass ich mich fast zwangsläufig gewundert habe, wo denn nun das besagte Internat hätte sein sollen.
    Dass von den Internatsgeschichten jeweils nur 6 von Enid Blyton sind, weiß ich, schließlich stehen die hier rum, genauso, wie die späteren Dolly-Bände von Tina Caspari und Co... Hohe Literatur hin oder her, wenn man krank ist oder gerade nur ein halbes Stündchen Zeit hat zum Lesen, dann eignen sie sich sehr gut ;-)

    @ Leseratz: Alanna, echt jetzt? Habe die deutsche Fassung nur ein Mal gelesen, vor etwa 20 Jahren. Aber da haben die Übersetzer ja noch viel schlimmere Dinge abgeliefert. Warum muss Daine Dhana und Alianne Lia heißen? Kann das irgendjemand erklären?

    @ Neo ich bilde mir ein, mal irgendwo gelesen zu haben, dass M. Ende ursprünglich Mandala geschrieben hat und das aus irgendwelchen Gründen vom Verlag nach China verlegt wurde. Erst später hat man das wieder geändert. Kann allerdings jetzt spontan nichts dazu finden.

    Womit aber eine meiner Fragen noch nicht beantwortet ist: Müsste nicht eigentlich in Büchern drinstehen, dass sie überarbeitet wurden? Bei klassischen Texten steht es doch meist dabei, soweit ich weiß.
    #34AuthorFindus17 Nov 09, 14:30
    Comment
    In den Backofen geschobene Hexen, verzauberte Prinzessinnen, feuerspeiende Drachen und dergleichen gehören nicht unbedingt zur Lebenswelt von Kindern im 21. Jahrhundert. Wird höchste Zeit, dass das jemand modernisiert, damit es die armen Kinder auch verstehen...
    #35Author RE1 (236905) 17 Nov 09, 14:33
    Comment
    RE1, genau.
    Die Hexen kommen heute in die Mikrowelle, die verzauberten Prinzessinnen sind in Wirklichkeit vor den Paparazzi geflohen und kommunizieren durch Frösche, denen sie Mikrofon, Lautsprecher und WLAN implantiert haben. Naja, und die Drachen sind eigentlich Flugzeuge mit leckem Tank, und Feuer spucken tun sie genau einmal im Leben.

    Wir hatten schon zu Schulzeiten Antigone auf modern als Satire durchgenommen. Als sie ihren Bruder beerdigen wollte, wurde sie von den Grünen geschnappt und das einzige was sie bereute war, dass sie keine Arbeitshandschuhe beim Graben getragen hatte und ihr Nagellack im Eimer war.
    #36Author TTMM (236247) 17 Nov 09, 15:01
    Comment
    Findus, ich hab gestern noch einen Blick in "Harry Potter and the Sorcerer's Stone" geworfen, aber offensichtlich vergessen, meine Erkenntnisse hier zu erwähnen...

    Im Impressums steht nach [bla, bla, all rights, bla laber] das hier:

    Printed in U.S.A.
    First American edition, October 1998

    Da stellt sich jetzt die Frage, ob in dem "American" auch ein "revised" drinsteckt, womit wir mehr oder weniger wieder bei der Ausgangsfrage sind ;-).
    #37AuthorTumbleStaub (unplugged)17 Nov 09, 15:16
    Comment
    @Leseratz, 29: also bei der Farbkombintion braun und orange dreht sich mir ja der Magen um. Da ist man ja direkt froh um die Nachdichtung.


    Habe neulich einen Krimi gelesen, der in Basel spielt. Der hatte einige mir unbekannte Wörter, für die ich gerne eine Fussnote oder ein Glossar gehabt hätte. Ich weiss leider aber nicht mehr, ob es auch ein Schweizer Verlag war.
    #38AuthorJule (236478) 17 Nov 09, 15:38
    Comment
    Die frühen Nöstlingers hatten auch kein Glossar, und da gab's noch kein Internet! Hat die Brieffreundschaften DE-AT bestimmt gefördert. :-)

    Im Übrigen bin ich auch für Hexe in die Mikrowelle. Fragt sich nur, was man aus den Keuschler- oder Köhlereltern von Hänsel & Gretel macht... Haaatzvia?
    #39Authortigger17 Nov 09, 16:07
    Comment
    Nee, tigger. Die Eltern von H & G wären bestimmt heute durch diverse Talkshows getourt und hätten Besuch von der Supernanny erhalten und von Schuldnerberatern. Und zum Schluss gibts ja auch noch diese Auswanderer- und Rückwanderersendungen.
    #40AuthorJule (236478) 17 Nov 09, 16:13
    Comment
    Wow, ist ja ein hübscher Faden hier entstanden :-)

    Es ging mir mir natürlich primär um die unterschiedlichen Schreibweisen (Grammatik, Vokabular ...) und nicht um die Zensur.

    Also wenn ich euch jetzt richtig verstehe, werden Änderungen hauptsätchlich bei Kinderbüchern vorgenomen, richtig? Und was ist mit Klassikern? Sherlock Holmes, die Schatzinsel etc... Gibt es davon auch verschiedene englische Versionen, obwohl der Autor englischsprachig war? Finde ich ja doch etwas merkwürdig alles...

    Saluditos

    #41AuthorHarrry17 Nov 09, 16:38
    Comment
    Ok, das sollte natürlich "vorgenommen" "hauptsächlich" heißen und ein "mir" kann gestrichen werden ;-)

    #42AuthorHarrry17 Nov 09, 16:57
    Comment
    Tigger, natürlich Hartz4. Der Vater hat bei der Schließung die Kokerei seine Arbeit verloren. Dann haben die Eltern die Kinder in den Wald geschickt, um weiter Kindergeld zu kassieren.
    #43Author TTMM (236247) 17 Nov 09, 17:07
    Comment
    Harry, bei Klassikern wäre mir das neu. Aber da gibt es dann wiederum so alberne "Nachschlagewerke" wie "What Jane Austen ate and Charles Dickens knew", in denen Amerikaner britische Kulturtatsachen erklärt bekommen. (auf höchst oberflächliche und schlecht recherchierte Weise, muss ich anmerken).
    #44Author Lady Grey (235863) 17 Nov 09, 17:07
    Comment
    Für's säubern/verständlich(er) machen/der Zeit anpassen braucht man nicht mal Ländergrenzen überschreiten und es wird auch bei Büchern gemacht, die sowieso in der Vergangenheit (in diesem Fall dem 17. Jahrhundert) spielen gemacht: Krabat wird jetzt in neuer Rechtschreibung verkauft *gna*.
    #45Author Russisch Brot (340782) 17 Nov 09, 17:18
    Comment
    ladygrey, ohne jetzt die speziellen Bücher und deren Qualität zu kennen: das Prinzip finde ich gut!
    #46Author Russisch Brot (340782) 17 Nov 09, 17:19
    Comment
    Ge'bitte, RB, das ist aber was anderes, wenn die Rechtschreibung nur von einer Reform früher war.

    Klassiker abridged gibt es natürlich zuhauf für Kinder und Sprachenlerner, z.B. die penguin books für so und so viel hundert Worte Fremdwortschatz.
    #47Authortigger17 Nov 09, 17:20
    Comment
    Es gibt eigentlich von allen "Klassikern" bereinigte (Anpassung an die aktuelle Rechtschreibung und Grammatik), gekuerzte (Readers Digest laesst gruessen) oder kindgerechte Fassungen - und zwar sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache.

    Meine Eltern haben z.B. eine Fassung des Goetz von Berlichingen im Schrank, in der das beruehmte Zitat durch Puenktchen ersetzt wurde.

    Werden Buecher von verschiedenen Verlegern in verschiedenen Laendern verlegt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Varianten des Buches nicht identisch sind, auch bei gleicher Veroeffentlichungssprache, ziemlich gross. Lektoren haben unterschiedliche Auffassungen und werden entsprechend unterschiedliche Dinge zur Korrektur vorschlagen oder direkt korrigieren. Ist es ein Verlag, aber unterschiedliche Lektoren, kann es immer noch Unterschiede geben. Nur falls es sich um einen Verlag und einen Lektor fuer die Sprache handelt, wuerde ich identischen Inhalt erwarten.
    #48Author AGB (236120) 17 Nov 09, 17:27
    Comment
    Ja, aber was soll es gerade da? Wenn das Buch nicht nur im 17. Jhd. spielen würde, sondern auch da geschrieben wäre, wäre eine Modernisierung sicher sinnvoll, damit auch nicht-Germanisten es verstehen können (wie gerade beim Simplicissimus). Sind moderne Bücher in alter Rechtschreibung wirklich unverständlich?

    Edith: @47
    #49Author Russisch Brot (340782) 17 Nov 09, 17:31
    Comment
    @Russich Brot:
    Aber gerade bei Kinderbuechern ist es doch sinnvoll, wenn die aktuell gueltige Rechtschreibung verwendet wird. Kinder praegen sich Rechtschreibung auch ueber das Druckbild ein. Was anderes sind Buecher fuer Erwachsene; letztere sollten in ihrer Rechtschreibung soweit gefestigt sein, dass ein anderes Druckbild keinen Schaden anrichtet. Ausserdem sind reine Rechtschreibkorrekturen harmlos gegen Grammatikkorrekturen, die teilweise durchaus sinnentstellent sein koennen.
    #50Author AGB (236120) 17 Nov 09, 17:36
    Comment
    Aber RB, da ist es doch schon wurscht, wie im 17. Jh sprechen die Figuren ja sowieso nicht. So einschneidend war die letzte Reform nun wirklich nicht, dass Preußlers Werk entstellt würde.
    #51Authortigger17 Nov 09, 17:55
    Comment
    In früheren Zeiten hießen Änderungen ad usum delphini (sinngemäß: zum Gebrauch für den kleinen Prinzen), gemeint war, dass sie von allem bereinigt waren, das evtl. zu aufregend, erotisch oder vulgär war.

    In Neubearbeitungen alter Texte steht meistens ein Kommentar à la "die Rechtschreibung und Grammatik wurden behutsam dem modernen Sprachgebrauch angepasst".

    Wieso wurden eigentlich bis vor einigen Jahren nicht nur in Kinderbüchern oft die Namen der Hauptpersonen in jeder Übersetzung geändert???

    Weil wir gerade bei abweichenden Versionen desselben Buchs sind:
    Von den Schreckenstein-Büchern (Autor: Oliver Hassencamp) soll es eine niederländische Fassung geben, entweder auf deutsch oder übersetzt.
    Kennt jemand zufällig diese Ausgabe oder weiß, woher man sie bekommen kann??
    In der deutschen Fassung eines der ersten drei Bände radeln die Schüler Andi und Dampfwalze heimlich zum Giro d'Italia, in der niederländischen Fassung angeblich zur Tour de France.

    @Findus: Ja, echt Alanna: The First Adventure, S. 175 (übrigens gibt's die 4 Bände auch mit unterschiedlichen englischen Titeln).
    #52Author Leseratz (238114) 17 Nov 09, 17:56
    Comment
    @Leseratz:
    Zum Uebersetzen von Namen siehe auch diesen alten Faden: related discussion: Samuel Vimes / Samuel Mumm
    #53Author AGB (236120) 17 Nov 09, 21:21
    Comment
    A propos Enid Blyton: auf dem Iplayer gibt es noch die nächsten Tage ein Blyton Biopic mit Helena Bonham Carter. Nicht uninteressant, ich schaue es gerade an.
    #54Author Lady Grey (235863) 17 Nov 09, 21:49
    Comment
    I have read American editions of books by British authors with spellings changed, but British editions of books by American authors with the American orthography left intact.
    Not 'classics', just recent, everyday novels.


    #55AuthorAnna 18 Nov 09, 10:50
    Comment
    @ladygrey: Wo gibts das? Ich will das auch sehen! Was ist der Iplayer?
    #56AuthorKati18 Nov 09, 11:10
    Comment
    Kati, der Iplayer ist eine Möglichkeit, BBC Fernsehen und Radio im Internet zu empfangen. Das funktioniert im Fall der Fernsehsendungen leider allerdings nur von GB aus. Falls Du woanders wohnst musst Du also wahrscheinlich auf die DVD warten.

    Übrigends wird in dem Film mit dem Vorurteil aufgeräumt, Enid Blyton hätte nicht alle ihre Bücher selbst geschrieben. Sie scheint wirklich alle zu Lebzeiten erschienenen Bücher selbst verfasst zu haben. Ich fand ihn ganz sehenswert.
    #57Author Lady Grey (235863) 18 Nov 09, 11:29
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    @Anna #55:
    That is most probably the consequence of different publishers if published in UK first and same publisher if published in USA first. Many US publishers sell internationally. Few UK publishers sell directly in the US.
    #58Author AGB (236120) 18 Nov 09, 18:52
     
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