| Comment | @Bubb (#31): Naja, ich finde, ohne das "oh" paßt das nicht in den Rythmus der Strophe.
Du hast natürlich recht, was den Rhythmus betrifft: Das Eichendorff-Gedicht und die meisten vorgeschlagenen übersetzten Verse sind trochäisch ('x x), die Zeile How silent is this world, and wide! dagegen ist jambisch (x 'x). Aber: Zu den Formregeln eines traditionellen Gedichts gehört neben Reim, Rhythmus und vielem anderen eben auch die Zahl der Hebungen pro Vers. Das gilt natürlich nicht für jede Gedichtform; es gibt freie Rhythmen, es gibt das bewußte Durchbrechen der Vers- und Strophenform zur Betonung einer Aussage und vieles mehr. Das typische Eichendorff-Gedicht aber hält sich genau an das metrische Schema:
In einem kühlen Grunde, Da geht ein Mühlenrad, Mein' Liebste ist verschwunden, Die dort gewohnet hat.
x 'x x 'x x 'x x dreihebig weiblich x 'x x 'x x 'x dreihebig männlich x 'x x 'x x 'x x dreihebig weiblich x 'x x 'x x 'x dreihebig männlich
Eichendorff passt hier eigens die Wortformen an, damit das Versmaß stimmt (mein', gewohnet).
Wer in der Zeile How silent is this world, and wide! ein oh oder sonst eine betonte Silbe hinzufügt, erhöht die Hebungszahl und durchbricht damit das Versmaß. Die Beibehaltung der trochäischen Struktur wird durch eine m. E. deutlich schwerer wiegende Verletzung des metrischen Schemas erkauft. Davon abgesehen ist auch der Vers davor in Deiner Übersetzung jambisch: Sublime resplendence, holy awe! (x 'x x 'x x 'x x 'x).
Drum wirf, das bitte ich mir aus, das schlimme "oh" flugs wieder raus! ;-)
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