Dieses Beispiel zeigt sehr schön, dass es bei einer Übersetzung nicht nur darauf ankommt, woher ein Text kommt, sondern auch darauf, an wen ein Text sich richtet. IL hat uns weder einen Satz geliefert noch eine Quelle. Wir wissen also nicht, ob es sich um einen Text aus einem Reiseführer handelt oder um einen belletristischen Text, in dem das Preußentums eine große Rolle spielt oder der sich an eine gebildete Leserschaft richtet, von einem wissenschaftlichen Text ganz zu schweigen. Vielleicht werden diese Tugenden im nächsten Absatz erklärt, und wenn der Leser nicht weiß, dass Preussisch auch für einen Verhaltenskodex (Wertekanon) steht, dann lernt er es eben durch die Begegnung mit dem Ausdruck "Prussian virtues".
Einfach "German virtues" zu übersetzen käme mir so unsinnig vor, wie wenn man "gentleman ideal" mit "britische Lebenseinstellung" übersetzen würde.
Die von tas zitierte Darstellung in Wikipedia gefällt mir übrigens sehr gut.
http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fische_...