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Das Dativobjekt

Das Dativobjekt ist ein Objekt, das im Dativ steht. Neben den allgemeinen Merkmalen der Objekte (siehe dort), hat das Dativobjekt die folgenden Merkmale und Besonderheiten:

Kasus = Dativ
Das Dativobjekt besteht aus einem Nomen, einer Nomengruppe oder einem Pronomen im Dativ:

Der Lehrer hilft den Schülern.
Der Lehrer hilft
ihnen.
Der Wagen gehört
unseren neuen Nachbarn.

Nach dem Dativobjekt kann mit wem oder welcher Sache gefragt werden (vgl. wer und was).

Nebensätze als Dativobjekt
Nebensätze (Relativsätze) können ebenfalls Dativobjekt sein:

Er hilft, wem er nur helfen kann.
Ich verrate das Geheimnis nur,
wem ich wirklich vertraue.

Diese Konstruktion kommt nur selten vor und ist in der Regel nur dann möglich, wenn das Relativpronomen im Nebensatz ebenfalls Dativobjekt ist (jemandem etwas verraten und jemandem vertrauen).

Siehe Der Objektsatz.

Von Adjektiv abhängige Dativobjekte
Selten kommen Dativobjekte vor, die von einem Adjektiv abhängig sind:

Sie ist ihrem Bruder immer noch böse.
Er ist
seinem Vater sehr ähnlich.

Siehe Valenz der Adjektive

Freier Dativ
Unter einem freien Dativ versteht man ein Satzglied im Dativ, das nicht direkt vom Prädikat (von der Valenz des Verbs) abhängig ist und deshalb viel loser mit dem Satz verbunden ist. Man unterscheidet verschiedene Arten des freien Dativs:
  • Der Dativ „des Vorteils“ (Dativus Commodi) bezeichnet eine Person, für die, zu deren Gunsten etwas geschieht:
    Der Portier öffnet den Gästen die Tür.
    Samantha sang
    dem Publikum ihre neuesten Songs.
    Er gießt den Nachbarn während der Ferien die Pflanzen.

  • Der Dativ „des Nachteils“ (Dativus Incommodi) bezeichnet eine Person, zu deren Nachteil etwas geschieht.
    Er hat seiner Mutter eine teure Vase zerbrochen.

  • Der „Zugehörigkeitsdativ“ (Pertinenzdativ oder Possessivdativ) bezeichnet ein Lebewesen als Ganzes zu dem ein im Satz genannter Teil gehört:
    Mir zittern die Hände. (meine Hände)
    Er klopft
    seinem Freund auf die Schulter (auf die Schulter des Freundes).
    Die Mutter putzt
    dem Kind die Nase (= die Nase des Kindes).

Wirklich „frei“ sind diese freien Dative allerdings nicht. Viele Grammatiker ordnen deshalb den Dativus (in)commodi und den Pertinenzdativ den Dativobjekten zu.

  • Der Dativus ethicus bezeichnet eine Person, die nur gefühlsmäßig an der Handlung beteiligt ist. Der Dativus ethicus verleiht einer Aussage einen emotionalen Charakter (Aufmerksamkeit, Verwunderung usw.). Er kommt nur bei den Personalpronomen der ersten und selten der zweiten Person vor:
    Komm mir nicht zu spät nach Hause!
    Das war
    mir eine tolle Vorstellung!
    Macht
    uns bitte keinen Unsinn!

  • Der Dativ „des Beurteilers“ (Dativus Iudicantis, auch Dativus Judicantis gschrieben) bezeichnet die Person, die beurteilt. Er steht nur in Verbindung mit Gradpartikeln wie zu, allzu, genug:
    Er fährt mir viel zu schnell.
    Das Wasser war
    den meisten Urlaubern noch nicht warm genug.





 
 
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